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Full text of "Die Woche, V. 7.1905, Hefte 21 30"

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M0D6RN6 ILLUSTRieRTe Z6ITSCHRIFT 

-Alle sieben Tacje ein Hefi- 


BCRLin 1905 

Z1imner$tra$s« 37/4t 


preis: 20 cents 






Drack «.»Verlag ™ flugnsl Sdjerl «^^Google f 




Die allbekannte, bestrenommierte CIOARREN-IMPORT- nnd ENGROS-VERSAND-FIRMA 

Th. Eilers m Neuwied a. Rhein 


% Brüdergemeine ^ 


bietet mit ihrer neu eingeführten, aus den edelsten Havana-Einlagen mit 
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allen Rauchern einen vollkommenen Hochgenuss u, bittet alle diejenigen Herren, die sich für ein derartig feines Fabrikat 
interessieren, einen Versuch damit zu machen.-Aus gleichen Tabaken in entsprech. kleinerem resp. grösserem Format sind 



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gefertigt und ebenfalls ausserordentlich fein und mild von Qualität 
Je 1 Kistchen mit 50 Stck. dieser 3 Sorten «= 150 Stck. portofrei für Mk. 14.25 geg. Voreinsend., Nachnahme od. Referenz. 




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kommen in den nächsten Wochen zur Verteilung. 

Ich verlange nicht von Ihnen, dass Sie Oeld 
dafür ausgeben, um festzustellen, ob meine Pomade 
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des Haares bewirkt; ich biete Ihnen aber die Ge¬ 
legenheit, dass Sie sich ohne Kosten hiervon selbst 
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gender Dankschreiben ist jeder Sendung beigelegt 

John Crmien-Burleish 

BERLIN 109, Leipzigerstrasse 84. 



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nummer 21 


7. Sahrgang. 


DiewocHe. 

Berlin, den 27. mal 1905. 


Inhalt der nummer 21. 


Hie Heben (Tage ber Wodjr.875 

ilmomobtlforgen. üon Dtfror i?rr3og oon Batibor, pröflbent bes Deut« 

fdjen 21utomobiIfIubs. 875 

Deutfcfce Spraije in ber Kinberßnbe. Don Dr. (Buhmann, prioatbojent 

an ber UniuerHtdt Berlin.877 

lobannisfeuer. piauberei Don Bnbolf ©reinj.879 

Das Sud? ber Wodje.881 

Unfere Silber.881 

Die Toten ber Wodje.882 

Silber oom Tage. (ptjotograpbifdje Uufnatjmen).883 

Die Beimatlofen. Honian pon Ttjusnelba Hüljl (^ortfeftung).89 ( 

Dor meinem Kinbe. ©ebidjt pon Tarl Suffe.897 

Die ©arantie für poftfenbungen. Dom ©etjeimen ©berpoßrat Sorgmaim 897 
21m jürßeubof pon Walbed nnb Pyrmont (mit 15 2Ibbi(bungen) . . . 899 
Sumpf, unb ZDafferudgel. Von Dr. ©. Sabe. (mit 8 21bbilbungen) . . 903 

Die Ijolbe Törin. Homnn pon Sof.Tb (£ortfr$ung).907 

Sene Hloben. (mit 5 21bbilbungen).910 

Das „$adj" bes Sdjaufpielers. Tbeaterplauberei pon 21lbert Soree . . . 913 

Silber aus aller Welt.'.9t5 

jT 


Man abonniert auf „Die Woche 11 : 

in S e r li n unb Dororteti bei ber fjmiptejrpebitiou ^immerfhra^e 37/41 foroie bei ben 
Filialen bes „Berliner Cofalanjeigers" unb in fämtl. Budjbanblungen, im 
DeutfdjeuHeidjbei allen Budjtjanblungen ober poßanßalten unb ben ©efdjäfts« 

g >Qen ber „Wodje": Bonn a. Rh., Kölnftr. 29; Bremen, 0bernftr. 82; 

wslau, Sdjroeibnitjerßr., ©de Karlfir. 1; Caffel, ©bere Jiömgflr. 27; 
Dresden, Seeßr. 1; 6!berfeld, ßer3ogßr. 38; 6ITen (Ruhr), Cimbeder« 
pltttj 8; franhfurt a. fl., Kaiferßr. 10; Görlitz, Cutfenßr. 16; Balte a. B., 
mittelßr. 9/ ©deSdjulßr.; Bamburg, 2lltcru>aU 76; Bannover, ©eorgßr.39; 
Kiel, l?oItenauerßr. 24; Köln a.Rh., l^ofjeßr. 148/150; Königsberg i. pr., 
Weifcgerberßr. 6/7; Leipzig, petersßrafce 19; Magdeburg, Breiteweg 184; 
fVttndten, Kntißngerßr. 25 (Domfreitjeit); Nürnberg, ttaiferßr., ©dr 5l*‘fdj» 
briide; Stettin, Sdjufoenßr. 7; Stuttgart, Köiitgßr. 11; Wiesbaden, 
Kircbgaffe 26. 

in ©eßerreidj«llngarit bei aUcii Budjbanblungen unb ber ©efdjdftsßelle ber 
JDodje": «Uen I, ©raben 28, 

tn ber Sd?toei5 bei allen Budjbanblungen unb ber ©efdjäftsßellc ber „Wodje'': 
Zürich, Benmveg 48, 

in ©nglanb bei adelt Budjbanblungen unb ber ©efdjäftsßeDe ber „IDoc^e": 
London, €. T., 30 Cime Street, 

in ^ranfreidj bri allru Budjbanblungen unb ber ©efdjöftsßeHe ber „Woche": 
Paris, 8 Bue be Bidjetien, 

in fjollanb bei allen Sudjtjanbiungeu unb ber ©efdjäftsßelle ber „Wodje": 
Hmfterdam, £)eeiengradjt 457, 

in Dönemarf bei allen Sudjbanblungrn unb ber ©efdjäftsßelle ber „Wodje": 
Kopenhagen, Hjöbmaaergabe 8, 

in 3* fl l** n bei aßen Budjbanblungen unb ber ©efdjäftsßelle ber „Wodje": 
flailand, Pia San Pito 41 , 

in ben Pereinigten Staaten von Untcrifa bei allen Budjbanblungen 
unb ber ©efdjäftsßelle brr „Wodje": fieuyork, 83 u. 85 Duane Street, 
leder unbefugte ffachdrudt aus diefer Zeitfchrift 
wird ftrafrechtlfcb verfolgt. 



Die sieben üage der Woche. 

18 . mal. 

Die Königinwitwe ITlargarete doh Italien trifft 3um 
Befudj bes Kaiferpaars in IViesbaben ein (Hbb. S. 883 ). 

Ju ber Sdjweis gefyen groge Unwetter nicber unb ridjten 
bebeutenben Schaben an. 

Jn bem fy>llänbifd?en Dorf Vrie5enpcit werben 240 Raufer 
burdj eine ^Jeuersbrung uernidjtet. 

(Es wirb befannt, bag ber gefd?äftsfü^renbe Dorfi^enbe 
bes beutfdjen ^lottenoereins Generalmajor 3. D. DTenges unb 
bas Dorftanbsmitglieb Generalmajor 3. D. Keim tf^re Kemtcr, 
bie pe feit mehreren Jahren befleibeten, niebergelegt l^aben. 

19. male 

Heber Eonbon mirb eine Proflamation begannt, bic General 
»on (Erotba in Damaralanb an bie fricgfiibrenben ZZamaqua* 


ftamme erlaffen l\at €r forbert bie Gingeborenen barin auf, 
fidj 311 ergeben, unb fefet auf bie Häupter EtenbriF IDitbois 
unb anberer ^ülirer preife bis 5U 5000 HTarf aus. 

3 n IDarfctjau merben burd? bie Gjplojion einer Bombe 
Dier perfonert getötet unb ncunseljn, teiluieife fermer, oer* 
lefct. Gs mar ein Attentat auf ben Generalgouuertienr 
HTajimoipitfc^ geplant. 

20. mal. 

Hus Petersburg mirb gemelbet, bag bie rufgfe^e Hegicrnng 
bei allen Hläcbten Befc^merbe geführt fjat, meil bie Japaner 
entgegen bem Dertrag Don Sc^imonofePi, ber bie Unabhängig* 
feit Koreas garantiert, beabfidjtigen, ben Kaifcr non Korea 
nadj Japan 3U bringen. 

21 . mal. 

Der franoöfifdje Botfc^after am Berliner l)of überreicht 
in Enbmigslnft ber f>er3ogin Gecilie non HTcrflenburg ein 
£fod)3ettsgefd?enf bes prägbenten Eoubet. 

Die Kaiferin 5iel>t bnrd? einen ^all auf ber (Treppe 
bes Sdjloges in IDiesbaben eine (pnctfdjnnmbe an ber linfen 
Stirnfeite nnb eine leidste Derftaucbung bes linfen Beins 511; 
bodj geben bie Verlegungen ju Bcforgniffcn feinen Hitlag. 

22. mal. 

gum Prägbenten bes Heidjsgeridjts mirb ber nom Bunbes* 
rat norgefd?lagene Unterftaatsfefretär im preugifdjen Staats* 
ntinifterium ^reil^err non Seefenborff ernannt (portr. S. 884). 

Hus Honolulu wirb gemelbet, bag bie Ureigen in Eal^aina 
auf ber IjatDaiifdjen Jnfel Hlaui im Geridjtsgebäube non 
2500 ausftänbigen japanifc^en Arbeitern belagert merben, 
unb bag 5U if^rem Scbirö !TTili3 nnb Poli3eimannfdjaften ent* 
fanbt roerben. 

Das ferbifefje IHinigerium pafd^itfc^ gibt feine Gntlaffnng, 
ba bie 0 ppogtion bie Konftituieruug ber Sfupfd^tina vereitelt. 

23. mal. 

Der Heidjstag befc^liegt bie Gtfyöljung ber Heuigonsfumme 
in giüilprosegen non (500 auf 2500 lHarf. 

Die Sifeung bes englifd^en Unterl^aufes mug abgebrochen 
werben, ba bie 0 ppogtion lärmenbe Ssenen f^eroorruft unb 
ber pragbent nidjt Bube 511 uerfdjaffen permag. 

24. mal. 

Kus Dcutfd?‘Sübweftafrifa wirb amtlicf? gemelbet, bag 
es bem f^auptmann Siebert gelang, unweit f^afunr ben Banben« 
fübrer itlorenga unb ben Kapitän ber Velbfdjocnbragor f^ans 
Tjenbrif mit (50 ^ottentoten nadj pierftünbigem Gefcd?t über 
bie englifdje Gren3e 3U werfen, wo ge entwaffnet würben. 

2luComo6iIfotgen. 

Von Viftor ffersog pon Batibor, prägbent 
bes Dentfc^en Kutomobilflubs. 

Die in ber lebten §cit gd? meljrcubcn Kutomobilunfällc 
Iaffen gc^ wobl in einen urfädjlidjen gnfammcul^ang mit 
ber gunafyme bes Verfel^rs 311 Beginn ber Bcifefaifon bringen, 
immerhin aber loljnt es gd?, aueb auf bic unmittelbaren Ur< 
fad^en foldjer Unfälle cinsugel^cn. 

Bepor man biefer ^ragc näher tritt, mug man — um 
itidjt ungerecht 5U fein — eine ftrcitge Säuberung ber lln* 
fälle in brei Kategorien pornehmen, unb 3war in jene, bic 
burch Verfdjulben bes (Jafirers ^erbeigeführt werben, in folche, 


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feite 876. 


Hummer 21. 


bic bei* UnoorßehtigFeit ober PngefchicflichFeit bes burd? ben 
Unfall Betroffenen sugcfchrieben werben mftffcn, unb fchließlidj 
in bic, bie burdj einen PefeFt bes IPagcns oerurfaeßt werben. 

Pie $nr erften Kategorie gehörenben fmb woljl jene, bie 
bie öffentliche UTeitiung am meiften erregen unb geeignet 
ßnb, ben Hutomobilismus 511 febäbigen; ihnen nach möglich» 
feit 511 ßeuern, ift baher Pflicht aller Kreife, bie an ber Ent- 
witflung ber unb Popularißentng bes Hntomobilis* 

mus 3«tcrcffe nehmen. 

Ilm präoentiomaßrcgeln ergreifen 5U fönncit, muß man 
bie Entßehungsurfache Fennen unb trachten, oon Baus aus 
folche Porbcbingungen 511 fchaffen, bie, wenn auch nicht ab* 
folut, fo immerhin mit einiger IPahrfchciulichFcit bie mög- 
ttd>Feit ähnlicher Unfälle unterbinben. 

IPeldje UTomente finb es nun, bie 311 Unfällen fuhren? 
Pa wäre in erfter Einic ungenügenbe Kenntnis bes eigenen 
iPagetis unb Ulangel an Sicherheit unb (SefchicFlidjFeit beim 
EcnFen ansuffthren. 

Ulaucher, ber einen neu gelieferten IPagen oon ber ^abrif 
übernimmt, glaubt, weil er ihn im ^fabriFhof ober auch auf 
einer offenen, gevaben Straße leufeu fonnte, fchon bie Fähig* 
feiten 3um Wahrer 511 beßgen unb ßd? auf eine ocrFchrsrcidje 
Straße wagen 511 burfen, wo jeben mornent an bie (Scißes- 
gegeuwart, (ScfchicFlidjFeit unb Umßd?t bes Fahrers bic 
böcbften Unforbernngen geftcllt werben. Erft wenn er bann 
mitten im PerFehr fteht, ficht er ein, baß er ben Htiforbc* 
ruugen nicht gewachfen ift, oerlicrt ben Kopf unb richtet 
Unheil an. 

Pies gilt fowohl für ben Hutomobilbeßger, bei bem biefer 
Ecidjtßnn auf fportlidjen <Ehvaeis 3urücf5uführen ift, als auch 
für ben Berufsfahrer, ber, um oerforgt 511 fein unb eine 
Stelle 51t haben, alle Bebenfen unb jebe Porficht außer ad>t läßt. 
Piefem Uebelftanb ift nur burch rütfßchtslos ftrengc fytnb* 
habung ber gefcglichen Porfchriften 311 begegnen, inbem bei 
ber Prüfung — bie Bebingung 5ur Erlangung ber Fahr¬ 
erlaubnis ift — mit ber größten Strenge oorgegaugen wirb 
unb feiner bie Fahrli3cn3 ansgefolgt erhält, ber nicht ben 
praftifdjen Beweis erbringt, baß er allen Unforberuugen, bie 
an einen Fahrer gcftellt werben, auch entfpricht. 

3 cnc, bie, ohne im Beßg einer behorblichcu F«h rcr ^ 5 cn 3 
311 fein, beim EenFen eines IPagcns ertappt werben, müßten 
mit ben fdjärfßen suläfßgen Strafen gemaßregclt werben. 

IPährcnb bei bem foeben befprocheneu Fall bie Ulotioe 
bes F«h«t5 wenn auch nicht 511 rechtfertigen, fo bocfj erFlär* 
lieh finb, fällt jeber Ulilbcruugsgrunb in Fallen weg, wo 
rücffichtslofes ober leichtfmniges F a h rc n eines gcfchicften unb 
mit feiner UTafchine oertrauten Fahrers ein Unglürf oerur* 
facht. (Segen biefe oon uns als „IPilblingc" beseichnctcn 
Fahrer finb bic ßreugften unb empßnblichßen Strafen nicht 
hart genug, benit abgefehen baoon, baß fic bie nnbebingt er* 
forberliche Hücfßchtnahmc auf ihre UTitmcnfchen außer ad?t 
laffen unb UTenfchenlebcn gefährben, fchäbigen fie and? eine 
aufblüheubc 3nbußrie, bie Eaufenben oon fleißigcu unb tuch* 
tigen Hrbeitern Befd?äftigung*unb Brot gibt. # 

3 n folchen Fällen müßten bie 3 nfaßeit bes IPagcns — 
fofern fie 311m Hutomobilismus in irgeubwelcheu Bedachungen 
heben — mit oerantwortlich gemacht werben, benn fdjließlich 
unb cnblid? muß bie Perfon im F^ub bes IPagcns auch be 
urteilen föuncn, ob 511 rafch gefahren wirb unb ber Chauffeur 
bic gebotene Porficht beobachtet. 3 ft bics nir^t ber Falb f° 
muß er eingreifen unb feinem Chauffeur genaue Pcrhaltungs* 
maßregeln geben. Befolgt ber Chauffeur biefe nicht, fo muß 
er eben entlaßen unb ber Bchörbe angezeigt werben — 00m 
eigenen Pienfthcrru — felbft in bem Fall* baß man nicht 
fofort einen Erfag für ißn ftubet unb eine ^citlang felbft 
fahren unb ben IPagen inftanb halten ober beit IPagen un* 


benugt in ber (Sarage ftehen laffen muß. Eieber biefe Un¬ 
bequemlichkeiten, als eoentueü au einem Unglücf mit oer¬ 
antwortlich fein. 

Pem Unfug bes 5U raffen unb rütfßchtslofen Fahrens 5U 
fteuern, feheinen swei bereits in ZPirFfamFeit ßehenbe Ulaß- 
nahmen fehr gut geeignet. 

Pas polijeipräfibinm in Berlin gibt bem Peutfdjen 
UutomobilFlub jeweilig bie Hamen jener Hutomobilfahrcr 
beFannt, benen wegen Uebcrtretnng ber poliseilidjen Por¬ 
fchriften bic (Erlaubnis 511m EenFen eines Kraftwagens — in 
ber Hegel auf bie Paner eines 3 ahres — entsogen würbe. 
Per Pcutfche HutomobilFlub oeröffentlicht biefe in feinem 
offiziellen 0 rgan, woburch fie 3ur Kenntnis aller einem 
HutomobilFlub angehörenben Uutomobilbeßger gelangen unb 
fomit Feine Stelle beFommen Fönnen. Pie Befürchtung, auf 
biefe Hrt 11m Stelle unb (Schalt 511 Fommen, wirb wohl 
manchen, ber ben sweiten (Sang einfchaltcn möchte, oer» 
anlaßen, ben Bebel auf bem erßen 311 laßen. 

(Ein weiterer Schritt 3ur ^eranbilbnng tüchtiger unb 31t* 
oerläfftger Ehatrßeure würbe 00m Peutfdicn Automobil- 
oerbanb gemacht, ber gelegentlich bes lebten Hutomobiltages 
bcfchloßcn h a ^ befonbers oerläßliche (Ehaußcnve, bie er* 
wiefenermaßen gut unb oorßcfjtig fahren, 511 Fasern bes 
Klubs 5U ernennen. Piefc Uusseichtmng, bie mit ber Per* 
leihnng eines ßchtbar 511 tragenben Ubseichens oerbunben iß, 
ift ber befte Hnfporn 511t genauen Einhaltung ber Fah r ‘ 
oorfchriften, benn 00m Peutfchen HntomobilFlnb empfohlen, 
wirb es einem Ehaußeur jebcnfalls leidet gelingen, eine gut 
botierte Ebaußenrftellc 3U beFommen. Pie Ernennung wirb 
wieber rücfgängig gemacht, fobalb ber betreßenbe Ehaußeur 
ßdj eine Uebertretung ber Porfchriften 5ufd>ulben Fommen läßt. 

Podj wenben wir uns ben Unfällen 311, bie burch bic Un- 
oorßehtigfeit unb Hachläfßgfeit bes PubliFnms felbft oer* 
urfacht werben. Porweg möchte ich hier jene Falle befon¬ 
bers hetoorheben, in benen bie EenFer eines PferbefnhrwerFs 
ber fchnlbtragcube (Teil ßub. Pie Unterlaßuugsfünben ber 
Fuhrleute auf ber Eanbßraße ßnb sahllos, bie haußgften, wie 
Fahren auf ber falfchen Seite, Unbcaufßchtigtlaßcu ber pferbe, 
ZTichtbelcuchtcn bes IPagens im PuuFcln, ßnb eine fuße (Be* 
wohnheit, bic absugewöbnen nod? längere ^eit in Hnfprudj 
nehmen wirb. Huf Straßen, auf benen reger Hutomobil* 
ocrFehr h crr f f ht Iß f l h on eine IPanblung 5um guten be* 
nterFbar, aber in (Scgenben, wo bas Pnrchfahren eines Huto* 
mobils nod? eine Scnfation iß, Fonnte man eine StatißiF 
oon Uebertretungen feiteus ber Fuhrleute aufßellen, bie jeben 
Eanbrat grufelit machen würbe. 

Unb h*cr Fann nur bie 5 *it ausgleicheub unb oermittelnb 
helfen; (Scmohuheitcn, bie fid? burd? 3 a h r 5eh nt e eingebürgert 
haben, werben nicht oon heute auf morgen geäubert. 

Hnfccrs oerhält cs ßdj jebod? mit bem 311 F u ß aehenben 
PnbliFum. 0ft glaubt man Selbftmorbfanbibateu oor ßch 511 
haben, fo gcbanFenlos, taub unb blinb rennen einem bie 
Eeute bireFt in ben IPagen hmein. Pon ben nu3ähligen 
Pariationen, wie nnbcbacht bie Eeute ßub, möd?te idi nur 
cin3clne typifchc Fälle herausgreifen. Ulan naht ßch unter 
ausgiebigem (Scbrauch ber fyippe unb mit Perminberung ber 
FahrgefchwinbigFeit einer 0rtfd?aft. Pie Straße ift im Uloment 
mit neugierigen befegt, bie bis 511m legten Hugeublicf auf 
bem F Q h r ^amm bleiben unb ßch Finbifch freuen, wenn bas 
Huto fein Eempo noch mehr herabfegen muß. Kaum ift ber 
IPagen oorbei, fo brängt alles wieber auf ben Pamm, un* 
bcFümmert barum, ob noch ein ^weiter IPagen folgt ober 
nicht. 

IPer bei Eonreufahrten in einem ber hinteren IPagen faß, 
Fann über biefe (Sewoßnheit ber Eanbbeoölfernug fo manches 
erjählen. 


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Hummer 2 \. 


GENERAL BOOKBINDINO CO. 

79 , 53 S 

I5SST 005 5 

QUAUTY CONTROL. MARK 


2584 


Seite 877. 


(Hin beliebter Sport ber Dorfjugcnb iji es aud>, fid? mit 
gefpreijten Beinen intb ausgeftreeften Firmen quer auf bic 
^ahrbaljn 3U ffeflett unb bann mit bent langfant fahrenbeu 
Automobil ein IPettreuncu 5U »erauftalten. TPie leid?t bei 
folgen (Selegenhetten ein Unfall paffiereu fann, bebarf mol?! 
nid?t erft ber Erörterung. 

Diefc HTißftättbe fönnen nur burd? ben Einflug ber £anb* 
beworben unb ber Sekret behoben merbeu. Die Scbuljngeitb 
müßte »on ben £el?rcrn inftruiert merben, mie fte fid? burd?- 
fal?renben Automobilen gegenüber 3U benehmen hat, unb auf 
bie < 5 efal?r aufmerffam gemacht merben, bie burd? uttoor* 
ftcfctigcs Perhalteu entftebt. Ein oft beobachteter <fall ift es 
audj, baß Fußgänger, um bent Staub, ber »ont IPinb nach 
ihrer Seite gemeht mirb, aussnmeiche», im leftteit UTomcnt 
bie Straße freien unb baburch fich unb bie 3 nfaffen bcs 
Automobils in ( 5 efal?r bringen. 

<Jür beibe (Teile am gefährlidjftcit ijt cs, menn Fußgänger, 
fobalb fte bie ftuppe uernchmen, uucntfchloffeit hin* nub h cr ' 
laufen, ohne fich eutfdjeiben 511 föitnett, nach meld?er Seite 
fte ausu>eichen follcn. Da meiß aud? ber Wahrer nicht, auf 
meld?e Straßcnfcite er beit IPagen lenfeit foll, unb muß ent* 
meber burd? augeublitfliches galten ÜTotor unb pnenmatifs 
risficreu ober bur<h Perreißeu auf eine Seite im leftteu 
Augenblicf beit Unfall »erhüten, mobei er ftd? nttb bic 3 «' 
faßen bes TDageus ber größten (gefaljr ausfeftt. 3» cflatanter 
IPeife mürbe feiiterjeit eine folchc (Scfabr offenbar bei bem 
Unfall bes ,$reil?errn »oit Braubettftein, ber, um eine ihm bireft 
in ben IPagen laufenbe ^ratt nicht 51t überfahren, beit IPagen 
im leftten Uloment herumriß unb baburch felbft 31t Sd?abcu fam. 
HTau ftel)t alfo, baß, mic alles im £ebcn, aud? bie Auto¬ 


mobilunfalle eine Kehrfeite haben, unb baß es oft felbft bent 
rücffid?ts»ollften unb »orfid?tigften Wahrer unmöglich ift, einen 
Unfall 5U »erbäten, meil bie Scbulb eitrig unb allein am 
paffanten liegt. 

Die burch einen Defeft »crurfad?ten Unfälle gehören 511 
beit Ausnahmen. Das für ben Autontobilbau »ermenbete 
UTaterial ift fo erftflafftg, bie gufammenffellung ber IPagen 
fo minutiös genau, bas Einfahren fo gemiffenhaft, baß ein 
arger Defeft — »orausgefeftt, baß an ben IPagen feine über* 
triebenen Anforberuugen gcftellt merben — fo gut mie aus* 
gefchloffcn iji. Der £aie fchiebt Automobilunfälle gern 
bent planen »ou pttcumatifs 511; bas ift eine irrige An¬ 
ficht. Das Heißen ber pnenmatifs fann felbft bei h°^ cn 
(Sefd?minbigfcitcn 'nur bann bie unmittelbare Urfache eines 
Unfalls feilt, meint ber Wahrer bas £cufrab nicht feffhält, 
unb bann ift eben nicht ber pneumatif, foitbern ber Wahrer 
fd?ulb. 

Betrad?tct mau alle ^aftoren, bie 3U Automobilnufällen 
führen fönnen, fo fomntt man 5U bem Schluß, baß es fd?mer 
311 eutfcheibcu ift, ob ber £ömcnautcil an ber Schulb bie 
Jfahrer ober bas publitunt trifft, unb muß fid? fagett, baß 
5ttr Verhütung beibe (Teile gleichmäßig beitragen ntüffen: 
Die Wahrer, ittbcm fte bie Porfcbriftcn genau einhalten unb 
auf bie Fußgänger Hftcffid?t nehmen, bas publifum burd? er* 
höhte Porfid?t. 

Unb id? glaube, nicht 511 optimiftifch 3U fein, menn id? 
anuehmc, baß bies fchon in fur5cm ber ^all fein mirb, unb 
baß mir itou ber §cit nicht mehr meit entfernt finb, in ber 
mir »om Automobil nicht als Pcrfehrsmittel ber §)ufunft, 
fotibcnt als Pcrfehrsmittel ber (Scgcnmart fpredjen merbett. 


^7 


Deutsch« Sprach« In der Kinderstube. 

Pott Dr. her in. (Suft in aitit, priualboscnt a. b. Uniucrfität Berlin. 


IPütenbes Kinbergefd?rei — basmifdjeu befd?mid?tigenbc 
unb berubigenbe, fattfle, meiblid?e Stimmen: ba h 0 ^ iw 
feinem Kinberftfthld?cn ber fleine breijährige Karl, fd?lägt 
mit ben Hauben um fid?, trampelt mit beit fleiueu, fräftigcit 
Beinen mütenb. an ben Brettermänben bes für biefe Kraft* 
leiftnngen faft 3U 5ierlidpen Ulöbels mtb brüllt in einer 
Stärfe unb mit einem Stimmenumfang, ber mich mit größter 
Hochachtung für feine Atmnngs- unb Stimmmerfseuge erfüllt. 
£infs unb rechts »on ihm ftehen mit äitgfflichem < 5 eftd?ts* 
ausbruef 5mei grauen, bie ihm fo Ucbrcid? 5ufprechcn, mie 
bas eben nur grauen fönnen: littfs bie HTuttcr, bie zierliche 
,Jran profeffor, rechts bic robuftc Kiitbcrfrau „Augnfte". 

§mifd?en ben langgesogenen Schreien bes als „Einziger" 
höchff »exogenen, fleinen HanstYrauucn höre id? abgeriffene 
JDorte unb Säfte ber Hlutter: „IPat hattu beim, mein butcr, 
Heiner Eabli, mat mi 11 (Tahli h am ^ UAttu nTiicf?!" „HTiich! 
ITliichll" brüllt ber fleine TDüterid? „(Tabli". Da menbet fich 
bie IHntter haftig 5ur Kinberfrau, mtb ich höre ben fcltfamcn 
Auftrag: „Aubutte, laupen Die hoch nell unb hol« Die öem 
buten (Tahli IHiich!" — «Hell, uell!" fchreit ber 3 * l ttge 
binterber, unb „Aubutte" läuft, baß bie banfehigen Höcfe nur 
fo fliegen, unb mieberholt babei: „Hell, nell!" 

^ür jene £efer unb £efcrinncu, beucit bies eigenartige 
Kaubcrmelfch noch nicht befamtt fein folltc, ift cs nielleicht 
nicht gans unnötig, 511 bemerfeu, baß HTiich: mild? bebcutct, 
laupen Die: laufen Sie, nell: fdjncll, (Tahli*- Karli, Karlchen. - 
U^ährenb „Aubutte" bie HTiich beforgt uub ber fleine Karl 
in Ermartung feiner HTiich fein (Sehcul eiugcftcUt h«t, nähere 


ich mich ber HTntter, bie mich, bei bem plöftltchen Aufhören 
bes Schreiens erleichtert aufatmeub, frcunblid? begrüßt: „ZTun, 
Herr Doftor, Sie fotnmen gerabc recht 31t einer fleinen ^a- 
inilienf3ene, Sic fchen ja fo erftauut aus!" 

„Perseih^n Sie, gnäbige ^rait, menn ich über bic merf* 
mftrbige Sprache, bie Sie 5U 3 h rcm Söbnchen fprechen, etmas 
erffaunt bin. HTeiucn Sie nicht, baß eine folche Sprechmeifc 
3 h« m Kiub fchäblid? ift?" 

„Aber mein (Sott, H crr Doftor, mas foll benu bas fdjaben? 
Der 3 nngc »erftebt »nid? beffer, menn ich fo 511 ihm rebe, 
mie er felbft fpridjt. Das fd>cint mir bod? gaus smcifellos 
5 U fein." 

„(Slaubeit Sie, »crehrteffe ^rau, baß bie Augnfte Sie 
auch beffer »erficht, menn Sie mit ihr iit ber Kiitberfprache 
rebeu?" 

„ZTatiirlich nicht. Karlchen follte aber ben Auftrag, ben 
id? gab, »erftehen, unb Sie fehen ja, baß er es auch mirflid? 
»erftanben h a * fofort ruhiö mürbe." 

„Aber id? behaupte unb fann bas ohne Schmierigfeit be- 
mcifen, baß 3 h r Knabe aud? bie richtige Ausfprad?e ber IPorte 
ber Ertnachfcneii genau fo gut »erffeht mie bas fd?rectliche 
Kaubermelfcb, bas Sic ihm »orfeften." — „IPo ift Augufte?" 
meubete id? mid? an Karlchen. Das Kiub manbte feinen 
Blitf fofort ber (Tür 5 U, bitrd? bic Augufte mieber eintreten 
mußte. „IPillft bn and? Kudjen haben?" — Der Knabe 
brehte ben Kopf uad? bem auf bem Büfett ftehenben Kucheu- 
t’orb h«n- 

„Sic fchen, gnäbige ^frau, baß er and? bie ridjtigc Ans* 


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Seite 878. 


Hummer 2U 


fpradje ber IDorfe verßeht, er verßeht and} »Auguße* unb 
,Kud^enS nicht nur »Aubutte' uub »lEuchen*." 

„Hun, ich will sugeben, baß Sie bamit recht tiaben. (Er 
felbß fpridjt aber bodj einmal fo, unb ich ftnbe es fefjr nieb¬ 
lich uub reisenb wie alle feine (Tanten, bie ihn bewunbern. 
(Einen Schaben felje ich wirPlid? nicht barin, wenn ich mid? 
ber Sprecf/weifc bes Kinbes, feiner PTunbart, anpaffe, ^at 
man benn 311 3 h ren Kinbern niemals fo gefprocfjen?" 

„Hiemals, foweit ich felbß es verhinbern foiuite. 3 <h 
habe ßets mit größter Strenge barauf geartet, baß ben 
Kinbern gut vorgefprodjen imirbe, benn ich bin ber 2tnfid?t, 
baß bie Kittber nur bann gut unb balb fprechen lernen, 
wenn fie gute fpradjliche Porbilbcr traben, unb baß ihnen, 
wenn bas nicht ber ^all iß, in ber (Tat ein fpradjlicher 
Schaben erwädjß." 

„Aber ich bitte Sie, £?err DoPtor, was foll benn bas 
fdjaben? Pa übertreiben Sie bod? wotjl wirPlid}, unb id? 
märe begierig, 3 h re Beweife für biefe Behauptung 3U hören." 

„ITlit Pergnügen, ^rau profefforl Sie Pennen bie Familie 
Schulde in ber potsbamerßraße unb ihre rei3enben vier 
fleinen mäbdjen, bie ber gan3e Stol3 ber Familie ßnb?" 

„Aber Uebßer PoPtor, bie Kinber fprechen bas S unb bie 
gifdjlaute ja gerabe3u greulich aus, fie verscrren bas (Seßdjt 
alle nach ber rechten Seite unb, fo nieblich fie fonft finb, 
wenn ße fprechen, fehen ße fchrecPlich aus. IPas fallen biefe 
Kinber für mich beweifeu? Pas ßnb hoch offenbar Aus* 
fprachefehler, bie an ben gähnen ober at* ber gunge liegen." 

„Pas iß eben nicht ber $aH. Pie Kinber haben ausge* 
zeichnet gut gewadjfene gähne unb eine normale, fd?ön ge* 
bilbete unb leicht bewegliche gunge. 3 h rcn SpradjwerPseugen 
nach müßten ße vorsüglidj fprechen, uub hoch fprechen ße, 
wie Sie felbß 3ugeben, gerabe3U greulich. Sie wißen offen* 
bar nicht, baß bie (Eutßehung biefes Reblers auf bie Amme 
bes älteßen (Eöchterchens 3urürf3uführen iß. Schon bamals, 
vor nunmehr ad?t 3 a h rcn > warnte i$ bie (Eltern bavor, bie 
Amme, bie ja fonß eine tüchtige Perfon war, langer als 
anbebingt nötig im Pjaus 3U behalten, ba ße ben unange¬ 
nehmen Kusfprachefehler hatte, ben Sie jetjt bei allen Kin* 
bern bemerPen. (Erotj meiner mahnung blieb ße im bjaus, 
bis Kathchen, bie Acltefte, 5wei 3 <th re alt war. (Erß als bie 
€ltern bemcrPtcn, baß Kathien ßd? wirPlich bie fehlerhafte 
Sprechweife ber Amme angeeiguet hatte, würbe biefe aus 
bem tjans entfernt. Hun war es aber 3U fpät. Penn Käth<hen 
übertrug ihren fehler auf minchen, Einehen unb bie Pleine 
Anneliefe, unb jefct mirb es mühe genug machen, ben unan¬ 
genehmen fehler wieber absuftcllcn, unb . . ." 

„Per3eiben Sic, £jerr PoPtor, wenn ich Sie unterbreche. 
Aber wenn irgenbwo, fo hatte ich bei biefen Kinbern ßcher 
angenommen, baß ein gungeufehler bie Urfadje bes fchlechten 
Sprechens fei. Man fagt bod? fo häußg, baß bie gunge an- 
gewachfen iß, unb baß beshalb bie Spraye fdjlecht vonßatten 
geht ober and? ßdj gar nicht recht entwicfeln will; man fagt 
auch, baß bie gunge ber Sifc ber Sprache fei, unb man ge¬ 
braucht bie Ausbrücfe »Spraye* unb ,gunge* als gleich 3 
bebeutenb. So heiß* es Im Kirchcnlieb: ,© baß ich taufenb 
gungen hätte!*, fo heißt es bei <£rnß Morifo Arubt: »So weit 
öie beutfd)e gunge Plingt*, fo fagt man auch: .3« fremben 
gungen* ufw." 

„Sehr richtig, meine (Snäbigße, fo fagt man, aber richtig 
iß es beshalb noch lange nicht, baß man gunge unb Sprache 
für gleichbebeutenb hält, nur weil man bie fprachlicben Aus* 
brüefe als- gleichbebeutenb gebraucht. Pie gunge hat wirPlich 
(ehr wenig mit ber Sprache 3U tun, viel weniger, als man 
allgemein glaubt. Kann bodj ber (Ehirurg unter ilmftänben 
ben größten (Teil, ja faß bie ganse gunge entfernen, ohne 
baß bie Spraye beshalb unverßänblich wirb, freilich fehlen 


einige faute ober werben hoch unbeutlich gefprochen, aber bas 
ßört bas Perßäitbnis ber < 5 efamtfpra<he nur wenig. — Auch 
bas Purchfchneiben bes gungenbänbehens bei Kinbern hat 
Peinen (Einßuß auf bie Sprachentwicflnng, meiftens iß es 
gaii3 überßüfßg. Unb bod? gibt es gan5e provin3en, wo 
jebem Kinb gleich non vornherein bie gunge ,gelöß* wirb, 
oft noch ba3u in gan3 roher IPeife, inbent bie Hebamme bas 
unfchulbige gungenbänbdjen mit bem Paumennagel burchreißt 
unb fo eine große IPunbßädje fdjafft, bie jefct gerabc 3ur 
Perwachfung ber unteren gungenßädje mit bem UTnnbboben 
führt. IPie verbreitet biefe fchäblicbe Unßtte iß, bas Pönnen 
Sie aus einem fran3Ößfchen Sprichwort fehen, bas in ber 
Provinz poitou von fehwa^haften menfehen gefügt wirb: 
wer bem bas gungenbanbehen gclöft hat, ber hat feine 
5 Sous auch nicht geftohlenl 3 n öer gan3en Bretagne iß 
bas gungenlöfen allgemein üblich, unb auch in Peutfchlanb 
wirb es noch 3 U häwßg ausgeführt. Kud? bei uns iß ber 
Aberglaube vom gungenbanbcfaenlöfen, wie Sie felbß ja eben 
bewiefen haben, noch allgemein verbreitet, wenn wir auch 
nicht gerabe einen IDallfahrtsort für biefe gwecPe haben wie 
bie #ran 3 ofen in Sainte (Elaquette. 

„(ßeßatten Sie aber, baß wir auf ben (Segenßanb unferes 
(Sefprachs wieber 3urücfPommen. Pie Kinber in ber Schulde- 
fehen ^amilie haben ihre fehler ber Amme bes älteßen 
UTäbchens 3U verbanPcn, ße war bas fehlerhafte Porbilb, 
bas auf bie Sprache hemmenb einwirPte. IPäre ben Kinbern 
ßets richtig vorgefprochen worben, hätten ße in ihrer Um¬ 
gebung nur richtig fprechen gehört, fo hätten ße auch bie 
richtige Ausfprache bes S erworben unb ..." 

„Sie müffen fdjon erlauben, verehrter PoPtor, baß ich £i e 
wieber in 3 h rcr Strafprebigt — benn bas foll es ja wohl 
werben — unterbreche, aber ich muß bod? meine (Einwänbe 
gcltenb machen. f}err unb ^rau Schulde fprechen hoch vor* 
3 üglich, ebenfo bie ©nPel unb (Tanten ber ^amilie. 
würbe alfo von allen perfonen ber Umgebung richtig ge« 
fprochen, nur nid?t von ber Amme, ber jefct alle Schulb bei- 
gemeffen wirb. U^arum ahmte benn bas erße Kinb gerabe 
ber Amme unb nicht ber UTutter nad?, bie hoch ebenfoviel in 
ber Bähe bes Kinbes war, warum ahmten bie anbern Kinber 
ihrer älteften Schwefter nach unb nicht ben übrigen An¬ 
gehörigen bes Kaufes?" 

„Pie Antwort barauf iß einfach. Pie Kinber ahmen mit 
Porliebe gerabe bas nach, was aus bem Hiveau ber Um¬ 
gebung auffällig h eroor ßi<ht- ® an 3 fl&9*fehen bavon alfo, 
baß bie Amme ßdj, wie ich weiß, viel mehr mit bem älteßen 
Kinbe abgab als bie HTutter, wäre auch für bas Kinb ber 
Anrei3 3 ur Hachahmung immer größer von feiten ber Amme 
als von feiten ber ITTutter gewefen. Uns €rwadjfenen felbß 
fällt ja ber Reißer fofort auf, warum follte er bem Kinb 
nicht einen ftärPeren Anrei3 5ur Hachahmnng geben als bas 
normale, unauffällige S? (Erß geßern nachmittag war ein 
Pleiner, te^enber breijähriger Knabe bei mir, ber nach bem 
Bericht bes ^ausarstes unb ber (Eltern eine eigentümliche 
<5eßchtsver5errung bei ber Ausfprache bes Sd? erß feit einigen 
IPochcn seigt, feit er nämlich mit einem ßarP fehlerhaft 
fprecfjenbeu Kinb, bas bie gleiche Perserrung bei ber Aus* 
fpradje bes Sd? seigte, öfters jufammen fpicltc. IPie hänßg 
ahmen bie Kinber bas Schielen, P}inPen, Purs gerabe bas nadj, 
was von ber normalen Bewegung abwcicht! 3 n e * ncr 
anbern Familie war bas Kinb nicht imßanbe, ben gehauchten 
PoPalanfang 3U machen. Anßatt ,(Sut‘, ,^anna‘, »haben* 
fprad? es regelmäßig: ut, Anna, aben. Pa gar Pein Anhalts- 
punPt für biefen feltfamen Sprachfehler aufsußnben war, 
fragte ich nach ber Kiuberfrau unb erhielt bie AusPunft, baß 
biefe vor3üglich fprädje. drofcbem ließ id? ße mir Pommen 
unb fanb eine IPenbin aus bem Spreewalb, bie burchans 


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Hummer 2\. 


Seite 8?9- 


ihrem flcm>ifd?en 3 &i° m *ntfprechenb ben RaUdj am Anfang 
ber genannten IPorte nicht aus3ufprechen vermochte. Den 
€Uern unb fonftigen Angehörigen mar bas völlig entgangen." 

„€s märe freilich am beften, man brauste gar feine 
Fimmel" 

„Da hoben Sie burdjaus recht, gnäbige <£rau. Mug man 
aber nun bodj einmal eine Amme haben, fo foll man auch 
auf ifjrc Spraye achten. Das mußten fdjon bie alten Homer. 
So empfahl (Quintilian ben Eltern, bie münfehten, bag ihr 
Sohn fpäter ein guter Hebner merben follte, bringend barauf 
ju achten, bag bie Spraye feiner Amme gut fei. Diefe Por* 
fdjrift fielet gleich am Anfang feiner Anseinanberfeftungen 
über bie Hebefung. (Öuintüian fannte eben bie gute mie 
bie gefährliche Macht ber Hachahmung. Jdj miß 3 h nen eine 
alte (Stählung aus bem Buch bes griedjifchen (Scfd?icf?ts j 
febreibers Rerobot mitteilen, bie in mahrhaft flafpfdjer IPcife 
biefe ITlacht ber Hachahmung bei ben Kinbern illuftriert. 
Rerobot erjählt folgenbes: bie Aegypter hielten pd? für &os 
ältege Pol! ber €rbe. Als aber pfammetich ihr König 
gemorben mar unb gern miffen mollte, melches bas ältefte 
Pol! märe, verfiel er auf ein merfmürbiges Mittel. €r 
nahm ben ergen beften €ltern 3mei neugeborene Knäblein 
meg, übergab biefe einem giegenhirten mit bem Befehl ge 
fo aufjujiehen, bag niemals ein Menfch in ihrer (Segenmart 
ein XPort fpredjen bürfe. Sie follten gan3 allein in einem 
gemetnfamen (Semach liegen, utib 3U begimmten geiten follte 
er Siegen 3U ihnen führen, bie fte tränfen unb nähren 
follten. IPenn bie Kinber fleh fatt getrunfen, fotle er, ohne 
irgenbetmas 3U fagen, mieber an fein (Sefchäft gehen. Dies 
tat unb befahl pfammetich, meil er miffen mollte, mas für 
ein tPort bie Knaben mohl 3uerjt fprechen mürben, menn 
bas unbeutliche lallen vorüber märe. Als nun ber Rirt 
3mei 3 a h re lang fo verfahren I^attc unb eines (Eags bie 
(Eür öffnete unb 3U ben Kinbern hineinging, flirten ihm 
beibe Knaben entgegen unb fchrien: Befosl unb babei 
fhreeften fte bie Ränbe aus. Als ber Rirt nun bemerfte, bag 
fte immer bas gleiche fagten, menn er fam unb nach ihnen 
fah/ fo 3eigte er es pfammetifch an unb führte bie Knäblein 
vor ihn, mie es ihm befohlen mar. pfammetich 30g nun 
(Erfunbigungen ein, in melier Sprache bas IPort Befos vor* 
fäme, unb erfuhr, bag es im Phrygifchen ,Brot 4 bebeute. 
Daraus fdjlog er, bag bie phrygier bas ältefte Polf ber 
(Erbe feien. — So ersäht Rerobot. Sie bemerfen mohl 
felbft, bag bie Kinber mit bem IPort Befos fehr treffenb 
bie Sprache ihrer Ammen nachahmten." 

„Mir fd?eint mirflidj, Sie h a ^ en recht, Rcrr Doftor. 
Aber feben Sie einmal bies Bilberbudj, lefen Sie biefe Perfc 
vor, unb bann fagen Sie, mas Sie bavon hotten." 


3 d? nahm bas mit hödjg mobern ge5eichueten Btlbern 
ge3ierte Buch unb las, mie folgt: „lieber, göner Rampel¬ 
mann! — fing bie fleine Dotter an; ich bin bljog, unb bu 
big tleiu, millg bu ^Jiftebufte fein? tomm! — Pg, fagt 
Rater, ^iftebott mar einmal ein lieber Dott, ber auf einem 
(Euhle fag unb febratene Mengen ag; h w h^' 

„Hun, meine liebe (fvau profeffor, fchön merben Sie bodj 
mohl felbft meber bie Perfe noch ben 3 n h a *t pnben. Aber bas 
märe ja auch nur (Sefchmacfsfache. Piel fchlimmer ip, bag pe 
gefährlich pnb. IPenn Sie bie Sprachentmicflung 3 h res Kinbes 
mit (Bemalt hemmen mollen, bann lefen Sie ihm nur täglich 
fold? blöbes (Seftammel vor. IParum faufett Sie folch ein Buch?" 

„Mein (Bott, cs ift hoch mobern unb mirb viel gefauft!" 

„IPenn Sie unter ,mobern‘ befabent vergehen, bann 
haben Sie recht. Kein verftänbiger päbagoge mirb foldj ein 
Buch empfehlen fönnen. IPir hoben hoch fo hwbfdje Kinber* 
versehen, nehmen Sie bie rei3enben Kinberreime von 3 ohonnes 
(Erojan, nehmen Sie feine prächtigen Kinberlieber; lefen Sie 
bie Kinberverschen von Rey, Hobert Heinicf, von 3 nlius 
lohmeyer burch, feiner von allen biefen Kinberfreunben ift 
auf ben abfurben (Sebanfen gefommen, bas (Begammel bes 
Kinbes in ben Pers auf3unehmen. 3 m (Begenteil hoben alle 
Kinberfreunbe gefuefjt, in ihre Perschen flang» unb geräufd}* 
nadjahmenbe (onomatopoetifche) Ausbrücfe hineinsubringen, 
bie bas Kinb 3um Hadjfprechen unb Ueben fchmieriger laute 
unb lautverbinbungen anregen, ^riebrich ^röbels Mutter* 
unb Kofelieber pnb 3mar nicht mehr mobern, fönnen aber auch 
heute noch jeber Mutter vortreffliche Dienfte bei ber fpradj* 
liehen (Entmicflung ihres Kinbes teigen. Als Beifpiel für 
bie onomatopoetifche Anregung mill ich 3h nen nur bas 
^röbelfdje (Sebicht vom (Eifdjler anführen: ,gifdj, 3ifdj, 3ifd?l 
ber (Eifchler h^elt &en £if<h/ (Eifchler hoble ben (Eifdj mir 
glatt, bag er feine löcher hotl gifdj, 3ifdj, 3ifd?! (Eifdjler 
hoble ben (Eifehl 4 — (Berabe bie Räufung fotcher (Seräufche 
macht bem Kinb groges Pergnügen unb bringt ihm Hüften. 
Rcinrich Seibel führt in feinem gemütvollen Buch bas Kinber* 
märchen bes (Srogvaters Rühnchen an, aus bem mir im 
Augenblick gerabe ber fchöne Saft einfällt: ,Da fprach ber 
IPaumau 3um Kamm, fomm Kamm, fämme mich! 4 Da hoben 
Sie in fpagiger ^orm mit bem (Befallen bes Kinbes an 
Klangmieberholungen auch noch feine Hachahmungslug unb — 
offenbar unbeabpehtigt — feine Sprechübung angeregt." 

„Hun, Rerr Doftor, id? banfe 3 hncn für 3 h r e Ausein* 
anberfeftungen, Sie hohen mich über5eugt, unb ich mill von 
jeftt ab anbers 3U meinem Kinb reben, unb menn Sie mich 
mieber einmal im (Befpräch mit meinem Knaben überrafchen, 
fo merben Sie hören, bag ich nicht mehr Kaubermelfch .. ." 

„Sonbern bag Sic beutfdj mit ihm reben", pel ich ein. 




^obatintsfeucr. 

piauberei von Hubolf (Srein3. 


Die IPu^cln beutfehen Polfsglaubens unb Polfsbrauchs 
gehen 3umeift bis tief sitrücf in bie geiten bes nrgermanifchen 
Reibentums. Die alten (Sötter lugen unter ber Permnmmung 
hervor, longft verfunfener gauber ermadjt von neuem, 
3 ahrtaufenbe überbrüefenb. Die (Erinnerung bes Polfs ift 
bie treuepe auf (Erben. Sie vermag, einmal (Semefenes für 
unabfehbare geiten 3U bemahren, menn auch noch fo un» 
bemugt unb aud? nodj fo fehr umgeftaltet. Man braucht oft 
gar nid>t tief 3U graben, um auf bie (Srunblagen biefes ober 
jenes Brauchs 511 gegen. 


So gehen auch bie um bie geit ber Sommerfonnenmenbe 
auf geilen Bergeshöhen unb fanfteren Rängen ffammenbeu 
„3<>honnisfeuer" unmittelbar auf bie germanifche (Söttcrroclt 
3urücf. Der Reifige 3 ohannes mar fd?liegltcR nur fo Hebens* 
mürbig, ihnen ein dingliches Mäntelchen 3U leiRen. 

Schon 5ur ^aftcn3cit ift es in ben Alpenlätibern am 
fogenannten „^unfenfonntag" üblich, sur ^Jeier bes U?ieber* 
erftarfens ber Sonne auf ben Rohen ^reubenfeuer 31t ent* 
3Ünben. €s ffnbet bies jeboch nur in befchränfterem Mag 
patt. Der eigentliche lichterglan3 ift ber 3 °^onnisnad)t, bie 


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Seite 880 . 


Hummer 2 \. 


fnapp nad? Sonnmeub fällt, Vorbehalten ober in neuftcr 
Seit, mie mir fpätcr fefyen merben, völlig auf bas genaue 
Kaletiberbatunt ber Sommerfonnenmenbe ton5entricrt. 

3n germanifcher Pokert brannte man bie ©pferfeuer 
bem jterbenben £id?tgott Balbur 5U <£h rcn , ber vom (Eag ber 
Sonnenmenbe an ben immer früher ^eretnbred?enbcn Schatten 
ber Had?t 3U unterliegen begann. Dielleicht mar nrfprüng* 
lid? and? bie Dorfteilung mächtig, ba§ man bie £eicf?e Baiburs 
auf ben Scheiterhaufen verbrenne. 

Davon h<U unfer t>olF mo^l feine Hhnung mehr. Pag 
mit bem Sonnmenbfcucr jebod? etmas Ejeiliges, IDunber* 
fräftiges verbuuben ift, bas ift bem Dolfsbemugtfein in 
bunflen Dorfteilungen geblieben. Per XDunberglaube h fl f ben 
uralten Braud? mit feinen üppigen Hänfen umfponnen. IDic 
vor 3 flh r t au fcnbeu manbern fräftige Burfdjcn uub junge 
Pirnen unb and? rnohl mancher Heitere, wenn ihn bie ftarren 
(Slieber nod? tragen, empor 3U luftigen Bcrgeshöbcn unb 
Iaffcit bie h c ^ Ien feue^ungen in bie fülle Hadjt hinauf* 
lobevn unb jaudtfen unb fingen unb geben ehrmürbigen lieber* 
lieferungen frifchcs £cbcn. Parüber ber fternenbefäte Oimmel, 
ringsum bie (Einfanifcit ber Bergmclt. €s ift, als ob IDalb 
unb Hlmmiefeu unb ^elfcnmilbnis 3iirfufträumteu in ferne, 
mythifdj ferne geiten, in benen aud? fdjoit bie Jfcuer überall 
leudjtcten unb glühten mie lauter Hngen ber Hadjt... alter, 
mädjtiger ganber . .. Snnnamcnb . . . 

gu ben 3oh an nis* ober Sounmenbfeucrn mirb heute noch 
vielfach gemeihtes fjol5 benufct. Plit Dorliebe vermenbet mau 
bie Birfen, bie am ^ronlcid?namstag bie IPcge ber proseffion 
cinfäumteu. 3 n früherer geit jogeti bie Kiubcr am 3 0 hunuis* 
tag bnrd? bas Porf, bei jebetn fjaus fid? ein Sdjcit für bie 
Jfcuer erbettelub. 

„3ft ein braver ßerr im l?aus, 

Heicht er uns ein Scheit heraus, 

gmei Scheiter uub 5mei Bofchcn (Büfd?el), 

Ptacbt cs brennen unb glofdjen (glühen')." 

Purd? bas brennenbe 3ohannisfcucr trieb mau fraufes 
Pich/ um es 511 heilen. Hud? bem Plenfchen foll bas Springen 
burd? bie heiligen flammen mißlich fein. IDer ben Sprung 
um Somtcumenbc magt, ber befommt im 5 erb ft beim Korn* 
fchncibcn fein Kreu5mch. £icbcspaarc h°Pf cn Hrm in Hrm 
burch bie süngelubeu flammen. IDer babei 3ucrft mit bem 
^ug mieber ben Boben berührt, ber führt nad? ber betrat 
bas Hegiment im fjaus. Plan fingt ba3U bas folgcnbe 
nccfifche Schnabahüpfcl: 

„Unterm Kopf unb überm Kopf 
(Etta i mei büatl fchmiitgcn, 

Pianbl, menn b 1 mi gern haft, 

Durchs ^uier muagt mit mir fpringett!" 

Hus ber höhe ber Sonnmenbflammcu lieft man pro* 
Phe3ciungen für bie (Ernte. So hoch# mie bie flammen finb, 
foll 5. B. ber <£lad>s wadifeit. 

Don bem mannigfachen Hberglaubcu, ber fid? mit ber 
Sonumenbnacht be5tv. ber 3 °h au uisnacht verbinbet, nur ein 
paar proben. IDer am Sonnwenbabcnb mährenb bcs ^eier* 
abenblautens gweiflee ffnbet, mirb uod? bas gleiche 3 a h r 
eine glücfliche Ijeirat fdjlicgen. 3 m Unterinntal pflegt man 
breierlei, fiebenerlci ober neunerlei Kud?en 3U baefen. 3 ut 
(Etfcblaub ift ber (Slaubc verbreitet, bag bie fjejen am 
3ohannisabenb mährenb bes ^cierabenbläutens gauberfräutcr 
fammcln. Peshalb mirb in manchen (Scgenben an biefem 
Hbenb fürder gelautet. 

XDcun man am 3 °h a unisabenb mährenb bcs ^cierabcnb* 
lautens ein Stücflciu I70I5, bas ein £od? hat, ans einem 
Baum hont, fo Faun man burd? biefe 0 effunug am 3 ohaunis* 
tag mährenb ber IPanbluug bcs Plegopfers alle in ber Kirche 
anmefenben Ijcjcn fehen. 3 u ber Sounmcnbuacbt blühen bie 


^arnfräuter. IDer mit einer foldjen Blüte in ber f?anb 
noch in ber gleichen Hacht auf bas 3 °<h fteigt, ftubet eine (Solb* 
aber. IPcnu man mährenb bes ^feierabcubläutens am 3ohunuis* 
abenb mit brei Ringern ber rechten ^anb einen grünen Kran3 
biubet unb jenen, ohne ihn über einen Bach ober eine 
Sdjmcüe 3U tragen, unter bas Kopfpolfter legt, bann erfdjeiut 
im (Eraum bas Bilb bes fünftigen Bräutigams ober ber 
fünftigen Braut. 

Plan fieht, bag bas uralte mythifdje Plilieu ber Sommer* 
fonnenmenbe von bem Dolfsgeijt in feiner IDeife meiter aus* 
geftaltet mürbe. Pas einesteils fchaurige, anbernteils märcheit* 
hafte Element biefer geit fonnte aud? in ber <flut von 3nh ri 
taufenben nid?t begraben merben. (Es lebt uub mebt all* 
mäd?tig fort, mag es burd? ftejenglaubcn unb begleichen aud? 
nod? fo fchr übcrmuchcrt fein. 

Heines ^eibentum h at f lc h jeboch in einem Braud? bes 
3ohcmnisabenbs erhalten, ber allcrbings ueueften* mehr in 
Hbnahme begriffen ift, aber immerhin bis in unfere (Eage 
reicht. 3 n mand?en < 5 egenben (Tirols ftnbct fid? nämlich ein 
am 3ohaunisabcnb ben vier €lementeu gebrachtes ©pfer. 
Pie Bäuerin mirft einen fleincn (Teil ber Hbcnbmahlscit ins 
Perbfcner, einen anbern in fücgctibes lüaffer, einen britten 
gräbt fic in bie €rbc, mährenb fie einen vierten (Teil 5mifd7eti 
5tvei freu3meis übereitianbcrgelcgtc Blätter fleht unb ihn auf 
bem Pad? ben IDinbcn preisgibt. 

Per Plittclpunft ber ^cftlichfcit bleibt aber immer bas 
auf ben flohen tohenbe 3oh a nnisfcucr, 5U bent fid? au vielen 
©rten ber hc^Uchc unb eigenartige (Sebraud? bes „Scheiben* 
fdjlagcns" gefeilt. Heben bcni ftabilen gelier fliegeube uub 
in bie Had?t hiuausfaufenbc flammen. 

Pie „Scheiben" merben ungefähr im Umfang einer 
Plänuerfauft aus troefenem E70I5 gefdjuitten unb am Hanb 
fternförmig ansgejaeft. Panu befchmiert man fie mit ped? 
unb uniminbet fic mit Stroh, um ihre Brennbarfeit möglichft 
511 erhöhen. 3 11 ber Plitte ber Sd?cibe beftubet fid? ein £och, 
bnrd? bas ein Stocf gcjtecft mirb. Hm 3 ohouuisfeuer merben 
bann bie einseluen Scheiben ent3Ünbet unb rneit in bie £uft 
hiuausgcfchlcnbcrt, fo bag fic mie flammcnbe Hafeten bie 
buuflc Färbung bes Hadithinimcls burchfchnciben unb neben 
ben lobernben Sonumenbfeucrn ein unvergleichlich fd?öncs 
Sdmufpiel bieten. 

Pie Scheiben merben gewöhnlich jemaub 5U (Ehren „ge* 
fchlagen", beffen Harne vor bem IDurf ber betreffcnbeit 
Sd?cibe genannt mirb. Pag babei ber Harne bcs „Sd?afces" 
bie grögte Holle fpiclt, braucht mohl nid?t näher erörtert 5U 
merben. Poti ben sahlrcidjeit Sprüchen, bie beim Sdjleubern 
ber Scheiben von ben Burfdjen gerufen merben, mögen 5mci 
fräftige hier piafc ftnbcn: 

„Sdjeib auf, Sd?eib ab, 

Pie Sd?eib geht frumnt unb grab, 

Pie Scheib geht linfs, geht redjts, 

(Seht ans uub ein, 

(Seht ber H. H. 5unt ^enftcr hinein!" 

ober: 

„f?olephann, holcph anu / 

Korn in ber IPamt, 

Sd?mal5 in ber Pfattn, 

Pflug in ber ^Jarb, 

Schau, mie bie Scheibe augireart!" (geht.) 

(Eine graufige Polfsfage melbct, bag ein betrunfener 
Burfd?e beim Sdjeibenfchlagcn einmal bcu Hamen bes (Ecufels 
angcrufen habe. Per (Sottfeibeiuus fei bann auch erfchiencn 
uub hübe nur burd? fräftige Bef<hmörungen mieber 5um Hb3iig 
bemogen merben fönnen. 

3 » ©eftcrrcid? ift bas Sonnmenbfcucr im £auf ber leftten 
3ohrc mitten in ben Porbergrunb bcs politifd?en 3ntereffcs 
getreten. (Es ift 5ur Pcmonftration bcs freien bcutfdjcn 


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Hummer 2 \. 


Seite 88 


(Sciftes gegen autibontfehe Umtriebe gemotben. Möge uns 
ber alte Brand? tu ber urfprünglid?en ^orm erhalten 
bleiben als ein ^eiliges IDahrseidjen bes Deutfd?htms. Daß 
bas 3 °hannisfcucr, auf feinen echten Urfprung 3urücfgeführt, 
nod? einmal politifdje Bebeutuug erlangen mürbe, hatte man 
fid? uor mehreren 3 a h r * n allcrbings itid?t träumen laffen. 
Die beutfd?e Bürgerfdjaft öfterreidjifcher Stabte brennt if?re 
(Trufcfeuer aud? nidjt mehr in ber 3 ohannisnad?t, fonbern in 
ber Sonnmenbnacht fclbjt ab. 

So mürbe ber altgermanifdje Braud? neu belebt unb oer* 
fammelt jäl^rlidy (Caufenbe uon Knhängern bes beutfd?en Dolfs* 
gebanfens um bie ^eiligen flammen. Bon ^ cn Bergen, beu 
tfodjaltären ber Schöpfung, siinben bie Iobcrnben flammen 
meit hinaus in bie £anbe, ben Sieg bes beutfd^eit (Sebanfens 
ucrfüubenb. Dentfcfje IDeifen tönen uoit (Sipfel 31t (Sipfel 
unb ^eritiebcr in bie (Täler. Die neue Bebeutung bes mieber 
5U magrem leben ermetften Sonnmcnbfeuers bat ber 
öfterreid?ifd?e Heid?sratsabgeorbnete Dr. (Erlcr in einer be* 
geifterten Hebe bargetan. 3 <h mill mit einigen ebenfo 
fräftigen als mähren Säfcen meine Sfisse fd?ließeu: „Die 
Had?t ber Soitnenmenbe galt als heilig unb sauberfräftig, 
ja freute lebt nod? uielfad? im Dolf ber (Slaube, baß in 
biefer Had?t gans befonbere Dinge uor fid? geben, baß bie 
Berge fid? öffnen unb ifyrc uerborgenfien Sd?ät$c scigen, baß 
ber (Tau ber Sonnmenbnac^t geheimnisuolle fjeilfraft habe 
unb Kräuter, menn fie mirffam fein follen, in biefer Had?t 
gepflüeft merben müffen. KU bies beutet hin auf bie fieg* 
reiche Kraft ber Sonne unb bes £id?ts, bie ftd? 3ur geit bes 
£?od?ftanbs bes (Tagesgejtirns am mädjtigjteu äußert; unb 
menn aud? bie alten Mythcugeftalten läitgft cingegaitgen fittb 
5ur (Sötterbämmernng, fo lebt bod? ber tiefe (Sebanfe, ber 
if>nen sugrunbe liegt, er bebcutet ben Sieg bes £id?ts über 
bie Mäd?tc ber ^infternis. Kn biefem (Sebanfen mellen mir 
uns aufridjten, aud? mir rnollen barait glauben, baß bie 
Sonne ber Freiheit unb bas ftrablenbe £id?t bes nationalen 
(Sebanfens ben enbgültigeit Sieg über alle ^cinbe, mögen fie 
mas immer für Hamen haben, bauontrageu mirb. Unb menn 
mir bie lencfjtenbe SonnmenbfTamme entfachen, rnollen mir 
ben Sd?mur erneuern, baß mir feftfyalten an ben fd?önen 
Sitten unferes Dolfs, unb baß mir il?m treu bleiben in heißer 
liebe unb flammenber Begeifternng, baß mir nid?t erlahmen 
rnollen im Kampf um unfer Hed?t unb unfere haften (Sütcr, 
bis unfer ift ber Siegl" 

Das Bad? bet IDoc^e. 

Dramen ber (Segenmart. Betrautet unb befprod?en 
non ^ermann Kien3l ((Sra3, £eufd?ner & lubensfy, 1905 ). — 
€in gan3 nngcmöhnlid?es Bitd?. XTTit fo uielcm in ifjm Fann 
man nid?t einucrjtanben fein, unb bod? muß man es achten, 
menn nid?t gar lieben. Ulan fpürt in if?m eine perfönlid?* 
feit, eine mähre Ueberscugnug. Das Buch enthält (Theater* 
fritifen ber allermeiften Stücfe, bie feit ben lebten 3 a h r * 
Sehnten erfd?ienen unb 5nr Unfführung gefommen finb. Uber 
bas ftnb feine gemöfjnlidjeu gcitungsberid?te, mic fie eben 
511m Beruf bes publisiftcn gehören; Kiensl fXeljt ben IDerfen 
mit gerabesu leibenfd?aftlid?em £fer3en gegenüber, es finb 
fubjeftiue Kritifen, unb id? glaube, fein (Sritnbfafc, baß 
Kunjt Stanbpunftsfrage fei, ift ber richtige. Unb biefer 
bei Hermann Kien3l nie uerfagenbe Freimut, ftets ja 
nad? perfönlid?er Unfcfeauung unb (Empfinbung 311 urteilen, 
bringt burd? einen mal?rhaft glänsenben Stil eine IDirfung 
beim lefer l^cruor, ber man ftd? fd?roerlid? entfd?lägt. 
(Semiß, nid?t jeber Hesenfent ift in ber läge, feine (Theater* 
fritifen gu fammeln unb 311 einem Buch 5U geftalten, bas 
tnie biefes fogar ben fiinftigen literarbiftorifern ein guter 
Hufyaltspunft mirb fein fönnen. p. x. 


Unfere Bilber. 

Die Bcife bes Kaifers (Kbb. 5 . 883 unb 88^)/ bic 
ifjn 3uerjt nadj (Tanger, bann nadj (Sried^enlanb unb 3 talicn 
führte, ljat iljren Kbfdjluß in UPiesbaben gefunben, mo im 
fjoftljeater bie feit einer Heifjc uon 3ol?reu üblid} gemorbenen 
Jfeftuorftellungeu ueranjtaltet mürben, fjier erhielt bas Kaifcr* 
paar ben Befudj ber Königinmitme Ulargarete uon 
bie bie (Jal^rt bortfjin im Automobil gemacht Ijatte. Die 
Kaiferin, bie uon ber UTittelmeerreife bereits nadj potsbam 
Surücfgefel^rt mar, erlitt leiber in IDiesbaben einen Unfall, 
ber jebodj feine fdjmeren folgen l^atte. Der Kaifer fyattc 
uorljer in (Elfaß-lotljriugen gemcilt unb and? ber <Srcn3» 
garnifon Stabt UTÖrdjingen einen Befliß abgeftattet, mo iljm 
mie überall ein feierlicher Empfang bereitet mürbe. 

K&sy 

(Säfte am beutfd?en Kaiferfj0f (Porträte S. 887 11. 888). 
Kußer ben uieleu (Säften, bie 31« ^ochseit unferes Krön* 
prin3en ermartet merben, feinen Befucfj aud? ^fürjt 
Hifolaus uon Montenegro augefünbigt, ber in neuerer 
§cit mehrfach (Selegenheit genommen h a ^ feinen Sym¬ 
pathien für Deutfchlanb Kusbrucf 3U geben. — Die Bilber 
bes priit3en Krifugama unb feiner (Semahlin, bie als Der* 
treter bes UTifabo 5U ben Dcrmählungsfeierlichfeiten fommen, 
haben mir bereits früher u er off entlieht; h cute fö^en mir bie 
Porträte feiner beiben Kinber h* n 5 u ' c ' ncr uier3ehnjährigen 
(Tochter unb bes fiebsehnjährigen Sohnes, ber 3ut5eit bie 
UTarinefchule befucht, um fpäter in ben Dienft ber japanifchcn 
flotte eiu3utreteu. — Kud? bie franjöfifc^e Hegierung hat 
befchloffcn, fid? burdj eine Sonbergefanbtfchafi bei ber ^och3ett 
uertreten 311 laffen. Kn ihrer Spifce jieht (Seneral lacroir, 
ber (Souuerncur uon lyoti, bem große liebensmürbigfeit, 
meltmännifche Bilbung unb uollfommene Beherrfchung ber 
beutfehen Spraye nachgcvübmt merben. 

e<» 

Dom oftafiatifcheu Krieg (porträte S. 887 ). Der 
gar hat neuerbings and? ben bisherigen Kommanbanten uon 
Krouftabt, Kbmiral Birilem, nad? bem fernen (Dfteu entfanbt, 
mo er in tDlabimoßof bas 0 berfommanbo über bie ruffifche 
flotte übernehmen foll. — Heben ben Rührern ber rufftfehen 
unb ber japanifchcn flotte ift neuerbings auch ber fran3Öfifche 
Kbmiral 3°nquieves uiel genannt morben, bem bie fd?mierige 
2lufgabe jugefaHen ift, bie Heutralität ^ranfreid?s gegenüber 
bem (Sefchmaber Hojeftmenftfijs 3U mähren. — 3 n Cofio ift 
unter bem Derbad?t ber Spionage ber fjauptmann a. D. 
K. €. Bougonin uerhaftet morben, ber früher bort ber fran* 
3Öfifcben (Sefanbtfd?aft als UTilitärattadje angehörte. 

oa 

Kus bem Sport leben (Kbb. S. 885 ). Der Berlin- 
Potsbamer Heiterucrein, ber ben Sport mit rühmensmertem 
(Eifer pflegt, uerauftaltete unlängft mieber größere Hennen. 
Huf bem Programm ftanb u. a. ein Kaiferpreis, in bem 
Hittmeifter Freiherr uon T^olsing ben Sieg errang. — Kn 
einer Kntomobiltourenfahrt uon IDien nach Breslau unb 
3urüd beteiligten fid? 26 Kutomobilc. (Sroßen gufpruchs hatte 
fid? ber Concours hippique in XDeftenb bei Berlin 3U erfreuen. 
Unter ben (Säften befauben ftd? auch unfer Krotiprin3, ber Bruber 
ber Kaiferin f?er3og €rnft (Sünther uon Schlesmig-Tfolftein mit 
(Semahlin unb ber <Hrbprin5 uon IDicb mit ber (Hrbprin3effm. 

Kuf ber IDcltausftelluug in lüttid? (Kbb. S. 886) 
fpielt bie 3 a& u ft*ie öie erjtc Holle, aber aud? auf anberit 
(Sebieten gibt es Sdjönes unb Bemerfensmertes 511 fehen. 
Dor allem uerbienen bie Uusftcllungsgebäube, bie in 
ihrer uerfchiebenartigen Krchitcftur allgemeine Uncrfcnuuug 
finben, bie Beachtung ber Befucher. 

dürften unb Diplomaten auf Keifen scigen unfere 
Momentaufnahmen auf Seite 888. Da fehen mir ben König 
ber Belgier leopolb in (Ems, bie Kaiferin (Eugente in Paris 
unb ben amerifanifchen (Sefanbten am Berliner ßof 
(Tharlemagne Corner mit bem Staatsfef’retär T?ay in Haubcint 
promenieren. . . ea 


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Seite 882 . 


ttummec 2 [. 


Der fünfte dficrreidfifcbi Stobtetag (Kbb. S. 889) 
ift in IDien abgehalteu unb Dom Bürgcrmeifter Dr. £ueger 
betrügt iporben. Die Derfammlung, bie fjauptfad?lid? finan* 
Stelle fragen beriet, fanbte an ben Kaifer ^raits 3 ofcf ein 
Hulbigungstelegramm ab. 

CO 

Durd? eine (Eeltauffüfjrung hat bie Bonner Stuben* 
tenfd?aft (Kbb. S. 890) ben fyunbertften (Eobestag Schillers 
gefeiert. Unfere Kufnannte 3eigt bie (Sritppe ber Klittuirfen* 
ben, 3U beiten aud? ber Direktor unb perfd?iebene Klitglieber 
bes bortigen Stabttljeaters gehörten. 

CO 

Die Berliner Se3effion (Kbb. S. 890) hat in biefem 
3 al?r bie erfte Kusftellung in bent neuen ^eim am Kur* 
fürftenbamm eröffnet. Unfere Kufnaljme 3eigt bie 3 ur Y 
bet Krbeit. 

Kus ber Klufifipelt (Portrate S. 890). Der befannte 
IDiener Kapellmcifter bjellmesbergcr mürbe Pom (Senerai* 
intenbanten non Hülfen an bas Königliche 0 pernhaus in 
.Berlin engagiert. — Karl (Solbmarcf feierte am (8. Ulai 
feinen fünfunbfieb3igjten (Scburtstag. §u Kef3thelny in Ungarn 
geboren, begann ber Künftler feine Kusbilbung im Diolin* 
fpiel auf bem Konferpatorium in Bubapeji. Dod? l?at er 
feine größten €rfolge nid?t als (Seiger, fonbern als Korn* 
ponift errungen. Seinen Hufjnt begrünbete er hauptfäd?lid? 
burd? bie 0 per „Die Königin pon Saba", bie (875 in EDien 
3uerp aufgeffifyrt mürbe unb bann über alle Büfjneu ging. 
— gum 0 rganiften an ber Kird?e 311 St. Klarten in Berlin 
ift als Had?folger Dienels fein Sd?üler Bcrnfjarb 3**9ang 
ernannt wo rben, ber bisher bie gleiche Stellung an ber 
£)eilig*Kreu5*Kird?e befleibete. 

CO 

perfona.lien (portröte S. 88* ujtb 887 ). gnm prä* 
fibenten bes Beid?sgerid?ts an Stelle bes unläitgjt uerftorbenen 
Dr. (Sutbrob mürbe com Kaifer ber pom Bunbesrat por* 
gefdjlagene bisherige Krtterftaatsfefretär im preußtfd?en 
Staatsminijterium Bubolf ^rcil?err uon Secfenborff ernannt. 
f?err pon Secfenborff, ber ant 22. ttouember (8** in Köln 
geboren mürbe, begann feine £aufbafyn (865 als Kusfultator 
am preußifd?en Kammergerid?t, ging fpäter in beit 3 u fti3&ienft 
ber Beid?slanbe über unb mürbe (879 ins Heid?sjufti5amt 
berufen. Seit (899 mar et Unterftaatsfefretär unb UTitglieb 
bes faiferüd?en Dis3iplinarl?ofs in £eip3ig. — Die bepor« 
fte^enbe ^unbertjaljrfeie« bes föniglid? preußifd?en Statijtifcben 
Burtaus lenft bie Kufmerffamfeit weiterer Kreife auf feinen 
gegenmärtigen £eiter. (Seheimrat Karl 3 U ^ US €mil Blencf, 
geboren .am 22. De3ember (852 311 UTagbeburg, trat nad? 
Beenbigung feiner juriftifd?en Stubien in ben preußifd?en 
Dermaltungsbienjt ettt, mürbe bann aber ins Statiftifdje 
Bureau berufen, bem er feit 35 3 ah r sn angeljört. 3 m 
3 al?r (882 mürbe er beffen Direftor, unb (890 erfolgte feine 
(Ernennung sunt präfibeuten. — gunt 0 berpräfibeuten ber 
Propins Branbenburg ift ber bisherige Hegierungspräftbent 
Kuguji pon (Erott 3U S0I3 ernannt morbett. Km 29. De* 
5ember (855 geboren, trat er (8 79 als Hcferenbar in ben 
preußifdjen 3 u fti5&i e ajt ein, ging aber halb 311t Dermaltung 
über. Hadjbem er mehrere 3 ah r * in f?öd?ji a. UT. unb 
Klarburg als £anbrat gemirft hatte, mürbe er (89* ins 
UTinifterium bes 3 nnern berufen, (898 311m Hegierungs* 
präftbenten in Koblen3 ernannt unb im folgettben 3 a h r nad? 
Kajfel perfekt. — Der beutfd?e (Sefanbte in Stocfljolm (Sraf 
Kafimir pon £eyben hat ftd? ins prioatleben 3urficfge3ogen. 
Km 2 7 . 3 anuar (852 geboren, begann er feine biplomatifd?e 
£aufbal?ii (Enbe ber fteb3iger 3 al?re bei berBotfd?aft in paris. 
3 m 3 al?r (89* mürbe er (Sefanbter in Bufareft, (898 in 
(Eofio unb (90( in Stotfljolnt. — Sein sojäfyriges 3 u bi* 
läum als orbentlidier profeffor feierte ber befannte Hec^tslel?rer 
(Seljeimer 3 u ^i 5 rfl t Dr. ^einrid? Dernbnrg. Km 3 . Klars (829 
51t Klains geboren, machte er feine Stubien in (Siegen unb 
Berlin, habilitierte ficb ( 85 ( als pripatbosent in £?cibclberg, 
mürbe pon bort ttad? gttrid? berufen unb (85 5 3unt 0 rbi* 
narius ernannt; (862 fam er in gleicher €igenfd?aft nach 
Ejalle a. S., (8 73 nad? Berlin, profeffor Derttburg gehört 


auf (Srunb föniglid?er (Ernennung bem Herrenhaus als Klit* 
glieb auf £cbens3eit an. (Seorg Freiherr pon 2 Dafftlfo* 
Screcft, ben Kaifer ^rans 3 °f e f 3 um £aitbcshauptmann ber 
Bufomina ernannte, mürbe im 3 a ll r l 86 ^ als Saty* ^ es 
Barons Klejanber jDafjtlfo geboren, ber gleichfalls piele 
3 ahte hinburd? £anbeshauptmann ber Bufomina gemefen ift. 
Freiherr (Seorg gehört feit (895 bem öfterreic^ifchen Keichs* 
rat als UTitglieb an. — Diel befprodjen mirb bie lüieber* 
permählung ber JDitme pon Karl pon Siemens in Berlin. 
Jfvau Eleonore reidjte ihre H an ^ 3 um < 2 hebunb bem prin3en 
freybun*Klafcolm, bem perfifd?en Klilitärattach^ in Horn, ber 
fid? ber befonberen (Sunjt bes Schahs erfreut. 

Die Coteit bev Xöodfc. 

Bilbhauer paul Dubois, ehern. Direftor ber parifer 
Kfabemie, f in paris am 23 . Klai im Klter pon 76 3 ah« n * 
£anbgerichtsbireftor (Sottfchalf, fin Berlin am 22. Klai 
im Klter pon 5 * 3 ah r * n * 

Profeffor Klbert H*l 9 **/ t poffenhofen am ( 8 . Klai 
im Klter pon 66 3 ah*en. 

(Emil 3 onas, befannter Komponift, f in Paris am 
23. Klai im Klter pon 80 3 ah ren * 

3 ofef Kriehuber, befannter Klaler, f in IDien am 
( 6 . Klai im 68 . £ebensjahr. 

Profeffor Kbolf ZIicf 0 1 , bebeutenber (Eier* u. £anbfd)afts* 
ntaler, f in Braunfd?meig im Klter pon 8 ( 3 ah rc »* 
Chcaterbireftor ^Jerbinanb pochmann, f in Dresben. 
£anbtagsabgeorbneter 3 afH 3 r at Dogt, f 0 ppeln am 
( 9 . Klai im Klter pon 50 3 ah«a« 

(Seh* Begiernngsrat ^erbinanb Doigt, f in Berlin am 
(9. Klai im Klter pon 68 3 ah™n* 

y*. 1 ... - - ■- ■- ■ — ■ '■■ ■ - = == *^ 

<@arCfn(au6r 

teilte &eft 21 erfCbtenen. 

Snbalt: 

»Äerjeloibe - . bie ®efcbicbte einer Ciebe. Vornan bon 
©eora ^refbetrn bon Ompteba. 

SOuftration na$ bem ©emfiibe bon ©. 9Rarr. 

(Saterina Sornaro lege ihre Ärone in bie &änbe 
beS ©efanbten ^enebigS. SUuftratlon nach 
bem ©emälbe bon 3. SBagrej. 

^eierabettb. ©ebiebt bon ©ife ©alen*©ube. 

SPtebtumiftifcbe 5(unftteiftungen unb ipre pfb* 
cpologifcbe ©runblage. <uon (Dr. 9t. Äenntg. 

^rtefifche« 9Jegräbnid. (Doppelfettiger ÄoljfcbnttC 
nach bem ©em&lbe bon 0((o Sb. ©ngel. 

(ffienn man’« niept bat. (Sraäbtung bon (Sba $reu. 

Optifcbe« ©las. 93on ©. Oranten (tu.) 

«Blätter unb «Blüten (10.) 

«Btlber afy* ber ©egenmart (mit bielen Slbbilb.) | 

Die CUclt der fr aus 

Einige äntlicpe QBinte für bie 6ommerfrifcbe. Bon <Dr. 
sp. SDcet&ner. — 3m ©rünen (3Uuftratton). — «Braoe 
unb ungeaogene stinber bet %ti(b. 93on Eibele Sin- 
bermann (mit 6 ^lbbtlb.) ~ SBetblicbe Beamte tn 
©trafanftalten. Bon 9toflfa Btbp-6cbtt>immer. — 

Bie 9Kobe (reich iü.) — Bte 9lnfi<btSfarte. Bon 
6abine «Berg. — Siebte Sanbarbeiten für bie 60m- 
merfrifebe. Bon Setmine eteffapnp (ifl.) - jfrauen- 
ebrontf. — Äücpe unb Borratbtammer. — 9ceaepte. 

u. f. to. u. f. m. 


Die „Gartenlaube“ mit „Welt der Frau" ist als Familienblatt 
eine wertvolle Ergänzung zur „Woche“ und kann durch die 
Geschäftsstellen von August Scherl G. m. b. H., sowie durch 
alle Buchhandlungen für 25 Pfg. wöchentlich bezogen werden. 

^ - - ■ J ) 


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1 **•*»#*“ 


Hummer 2 \. 


Seite 883. 



ftaifrrtagr in illifsbaüni 

Mniqinwitwe.margarete uon Italien burc 


s Kaiserpaar. 


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Seite 884. 


Hummer 2\ 



^ur 3<ibrhunbrrtT>i?r bes itatiftiidjen 2Intts: 
6«b. Ob.-Reg.-R*t 6. 8len dt 
Präftbent b. 5tat Burenus in Berlin. 


Hugurt von Crott zu Bolz, 
ber neue ©berpräflbent ber provinj 
Branbenburg. 


freCberr v. Bediendorff, 


0eb. Rat prof. R. Demburg, 

feierte fein fAnfjigjdtjriges Poftorjnbildum. 


ber neue Ueirf?$gerid?t$prdfH>cnt «on Cfipjlg. 


tUÜhelm 6raf von Heyden, 
bisher beutfdfer (Befnnbter in Stocfbolm. 


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Rümmer 2\. 


Seite 885. 



I. Vtm Hennen bes Berlin « potsbamer iUiterrereiiis in pot> 
önm: Hittmeitlcr 5rbr. uon t^otyng, Sieger bes Kaiierpreifes. — pbof. Kühn. 

II. Ktttomobilfabrt tüten.BresIau: 1. (graf Kofpotb. 2. fSerr uon Kiidj. 
3. Kapitän i>. Klotl). Konful Baron i>. grüfrnftein. - pbot. ^ifdjer. Uont 
Concours hippique in IPeflenb. III. Per Kronpriri 3 (x) als = 
irfjduer. IV. 21 uf bem Sattelplafc: u. 2. r?cr 3 oq unb ^erjotjin €rnf» 
©ftnther uon f d}Irsa>ig*5oIflem. 3. u. <$. Crbprinj unb CrbprinjeiPn 3 u lt>icb. 

Spejialaufnabmen für bie „IDodje''. 


ftus dem Sportleben. 


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Seite 886, 


Hummer 2\. 



(Pbcn: <5cfamtuufn1?t ber Uusjtellung. 
Ciufs: Palais ber fehönen Kiinftc. 

U c d? t s : 2Iusftcüun»jsgeb<Sube uon Serbien 
unb ITlontencaro. 

Unten: Per fSochtunu unb bie Ciittt« 
djer Uretten. 


Von der Weitaus- 
ftellung in küttid) 

Phot. Utoffclmann. 


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Hummer 21. 


Seite 887 



prinz' Canehito Hrirugawa, 
Sohn bes Prtnjrn ilrifugmmi. 



Georg freiberr von <Oa frühe, 
ber neue Canbesbauptmann ber Sufoivino. 




(Ein (Srtii am brutfcf?en Kaiferljof: 

fürft JSiholaus von Montenegro. 



Hdmtral ^onquttrcs, 

Kommanbeur ber franjdf. flotte in ©ftafien. 



Admiral Btrtlew, 

©berfomntanbierruber ber rufftiefjen flotte ih ©ftaßen. 



prinzefttn freydun M*leolm-Khan, 

oer». $rau €. von Siemens. 


Bauptmann H. 6 8ougouin, 

ebemal. franjbf. 2TIiIitärattad}6 in CCofio. 


prinz freydun Malcolm-Khan, 

perfifdjer !llilit.»2lttadje in liom, 


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Seite 888. 


Hummer 2 \. 














Höntg Ceopolb Dort »elgien (X) in €ms. 
ptjot C. Sdjronrj. 


Cotfdjnftfr Zomtr (0 unb StaatsieFretär ^<1 y (2) in ridut?elni 
pbot fjmtnaim. 


■L'jr 






*. 4 ! 


©encrnl f a c r o i;, Rührer her f r a n 5 ö) i f d? c n P r p u t a t i o n 
jur £?od?3cit brs Kronprinjen. — phot. Inaimrr. 


a)f 11 A <ErFcitferin «Eugenie (x) in pari 

hot. brangrr. pbotograpbifdje irioiitentaufnabnie. 

dürften und Diplomaten auf Reifen. 


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üom V. österreichischen Städtetag in Wien: Die Delegierten im Sitzungssaal des Wiener Rathauses 
















Seite 890. 


Hummer 2 \ 



I. $rau Hbele ßfibfd? (€Isbetb unb Cborfübrerin). 2. stud. jur. Hubolf ITlenfe (Onrrijiba). 3. ßm Karl 5pi$n?ea. 4. jrau ßelene ©eifjel*,$ernau (©ertrub Stauffadjer). 
5. $rl. Dlaraot profefdj (Hmigarb). 6. stud. phil ITIatbias ItlüHer (IDerner Stauffadjer). 7. stud. jur. 5. pomnteranj (IHeldjtbal). 8. stud. phiL tDiUy Hauff 
(ZPalttjer 5ürft). 9. Dtreftor Becf. 10. stud. phil. Cafjbieiler (tDilbebu CCeQ). U. 5^- Stella Daoib (IPaltber lell). t2. $rl. Gariffa IHantjof (ßebroig 
CeU). 13. stud. jur. tPalrer Simon (©efjler). H. stud. phil. 5eliy Hoeageratb (Httinabaufen). t5. $rl. Hugufle Haetjer (Bertba t>. Brunerf). t6. Dr. phiL 
$. 3ungblutb (Hubenj). 17. ßerr Direftor ®tto Becf. 18. ßerr ©uflao gurrian. 19. f?err 3ofef Caquer. 20. stud. jur. H. ITtüUer-Canfon?. 

Ton der Cetlaufführvng der Bonner Studentenfchaft: Gruppe der Mitwirhenden. — ßofpbot grüner. 



Kapellmeiftcr f. Bcltmesberger, Komponier Kart Gotdmardt, Murthdirehtor Bernhard Irrgang, 

mürbe ans Berliner ©pernbaus berufen. feierte feinen 75. ©eburtstag. ber neue ©rganift ber ITIarienFircbe in Berlin. 



Bon linfs nadj redjts: «Eaffirer, (Ebrintb, Hlimfd?, Ciebermann, Sleoogt, £)irjel, ©raf KalFreutb. 

Zur Broffnung der Berliner Bczcrrion: Die 3ury bei ihrer Catigkcit. — pbot. Boa. 


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Hummer 21. 


Seite 89 U 


DU J?eitmtifofen» 

Hontön oon 

Zfytisnctba Küfcl. 


m ein Uhr fat^ 5 rau Senneberg IDulff unb 
Kamilla oon bannen fchreiten, Kainilla 
fdpanf, unb ranf gemachten mie ein 
Cannenbäumfein, im fußfreien Hocf, mit 
Cobenmantel unb Kapuse angetan. 5rau 
(Elfriebe fonnte ben Slicf nicht non il>r 
menben, bis fie um bie Straßenecfe ge¬ 
bogen mar. Dann fefete fie pdj in ben 
niebrigen Korbfhibl auf ben (thron am 
5en(ter unb freute pdj ber ungepörten 
Stunden, bie oor ihr lagen. Sie fah bie feinen Hegen- 
tropfen bie Scheiben hw a &rinnen, einen nach bem 
anbern, unaufhattfam mie ber rinnenbe Sanb bes Stnn- 
benglafes. Dies feine, leife Hegnen nannte fie „brnfen". 
Das IDort flammte noch oou ihrem ZlTaim. Unb nun 
mußte fie — gefd^ah’s auch mit Seiten — an bas große 
Pfarrhaus in ber Hlarfch beitfen. Das batte mit feinem 
großen ©arten unb feinen meiten Stallungen gan$ mie 
ein fjerreitbaus bagelegen. 5n>ölf 3 a h*c ihrer ©he 
lagen bort begraben — in ©lücf unb fjoffeu begonnen, 
in Ceib unb ©ntfagen oollenbet. <£r h a *te P* mie eine 
5eber jufammengebrüeft — ber HTaitn mit bem Ijerrfcher- 
millen! — Unb biefe Kraft muchs nun neben ihr empor 
unb trug ihres Kinbes 5 üge. 

3nbeffen fdjritten IDulff unb Kamilla riifiig ben Deich 
entlang, 311 ihrer Einfen bie einfame Hlarfd), um bereu 
©ehbfte fich bie Hebel ballten, 311 ihrer Hechten bas 
IDatt, über bas ber IDinb bie erjlen 5 hdmeflen h^fete* 
Den plafc an ber tt>iub- unb IDetterfeite halt* pch Ka¬ 
milla ansbebungen. 3 h r töeftdjt, 00m IDinb gerötet, 
lachte unter ben mehenben fjaarfträhneu. ©rpaunt fah 
fie ab unb an 31m Seite, benn cs fdpen gerabe, als ob 
IDulff im Sturm müchfe — feine Haltung mar ftramnt 
unb fein HlicF mie ber heflfte Cag. Unb biefer Slicf 
manberte unb fdjmeifte unb fah hebert Dinge, bie ihr 
Kuge nicht gemährte. IDenn er bod? immer fo märe! 
Unb pe muhte fich/ feinem meit ausholeuben Schritt 3U 
folgen. 

„SiehP bu bas tiefe Diolett bort hinten?" 

„Hein, grau —" 

„Du h<*P in Jeine Kugen, IHäbcheit! fjier ber gelb* 
grane Streifen, auf bem bie UTömen hncJcn, gerab mtc 
bie Sahara —" 

>,IDas bu molp dou ber Sahara meißt!" 

„Unb -bann bahinter tiefes Diolett." IDulff flärrtc 
gan5 oe^ücFt hinaus. Sie lachte h*H unb flingeitb an 
feinem ©hr: „©s ift ja alles grau." 

So fchritten fie meiter bem IDeperbeich 511. 

Krifchan 5«bberfen lag am Deich unb rauchte, ftanb 
aud? nid)t auf, um irgenbmelche fjonneurs 5U machen. 

„Das ift ja ein höllifch feines Kraut, 5 «^berfenl" 


„Kein IDunber, fyab's Ja gepr anbet." 

KamiHa hoefte pch nn feiner Seite nieber unb forfchte 
lebhaft, ob man freute etmas pranben fönnte; pe 
münfdjte es fo fehr, fagte pe mit einer Stimme, bie 
gemohnt mar, pch burd^ufefeen. 

„freute nicht", fagte Krifdjau troefen. „©bbe unb 
5Iut ridpen pd? nach bem UTonb." 

„IDas foll bas heißen?" fragte-pe ladjenb. 

„Das foll heißen, baß Sie nicht ber ITionb pub", 
erflärte ber Haudjer. Sie fdpattg bie Krme um bie 
h°d}ge5ogenen Knie unb legte ben Kopf bar auf. 

„Hun pehp bu aus »ie bas Slamenmüfffe", fagte 
IDulff begeißert. „33 leib noch einen Kugcnblicf fo pfcen." 

„Daß ich ein Harr märel 3 <ft weiß nun, mas ich 
mill. 3 ch möd7te gern einmal 3 h l *e Stranbfdiäfee 
fehen" — Sie manbte pd} an ben Händler. „Könnten 
mir nicht einmal in 3h r ffaus gehen unb pe bepdjtigcn 
— ober fpringen in3mifchen bie Sdjafe fort?" 

„Sinb Schafe fjeufpriuger? Desmegen fommen Sie 
nur ruhig." ©r richtete pch fdjmerfällig auf unb paitb 
nun mudpig unb überlegen oor ihr. IDcnige UTinuten 
fpäter h^^le Kamilla in Krifdjans Sdjafefammer 
neben bem Dierfant. Dämmeriges £idp laut burch bie 
fleinen, eifengefaßten 5enper, oor benen fahle I^olunber- 
biifche Panben. KIs pe ben niebrigen Hohrfeffel ent- 
bedtc, ber auch ouf fchaufelnbeu IDogcu gefonnnen 
mar, ließ pe pch barin nieber, unb bie beiben 5reunbe 
breiteten uor ihr ihre Sd^äfee aus. Sie mar bem IDeincn 
nahe oor Kerger, baß pe nicht felbp Pranben gehen fonnte. 

©b pe benn burchaus alles felbft ausfunbfehaften 
müffe, fragte IDulff lachenb, aber Krifchan nötigte 
feiner gemöhnlidjen IDortfargh^it unb Unliebcnsmürbig- 
feit bie ©iulabung ab, pe fönue ja einmal mieberfonuneit. 

Sie lehnte nicht ab, erfunbigte pdj aber, ob Cinc 
Stuermann auch mand)iual mitgehc. 

Selten — Sine fei gau3 anbers. 

„IDie benn?" 

©s bauerte beträchtlid? lange, bis er es 3U einer 
annäh^rnb befriebigeubeu Kusfunft gebracht h^l^- 

„XDenn fie mirflid} einmal mitmaviit," ers&'lp^ 
Krifchan, „hat pe pd? gemöhnlid? fd?on etmas aus- 
gebadp, 311m Seifpiel, baß pe eine puppe pnben mill 
ober eine HcruPeinfctte. Unb menn pe bann Paftbeffeu 
eine Dofc Rümmer pnbet, fdplt pe itnb fagt, pe molle 
nie mieber mitgehen. 3ä' ail f &>att »miß man’s 
nehmen, mie es fomutt. Das Suchen bleibt ber I^aupt- 
fpaß, nicht, ©gbertfen? 5 inbcn ip erP ber 3meite. Ha, 
unb bange ip pe mie ein £}afe. Sobalb bie erpeu 
5lutmellen fommen, fd^reit pe aus feibesfräfteu." 

Diefe Hebe mar nun freilich nicht Pießenb in liicfeu- 
lofent Swfo^i^enhang gehalten morben, aber Kamilla 



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Seite 892» 


Hummer 2 \. 


hatte hoch begriffen, in melcher Ejinpdjt (Eine als 
Stranbgängeriu 511 münfchen übrig ließ. 3 h** Kugen, 
fdjöne, Zartblaue öligen, ßrahlten auf. „3dt g*h* 
oiclleidp einmal mit 3huen", fagte pe gönnerhaft. 

„Venn man 311", ermiberte er lafonifch. Sabei 
manbte er ftd? 3ur Seite unb laufdpe, mobei feine Kugen 
noch näher 3ufammen3iirücfen fdpenen. 

„Was mar ba?" fragte Kamilla halblaut. 

©ine Hlörne hatte gefchricn nad) IBulffs UTeinung. 

„Hein, bas mar (Eine: bic ruft affnrat mie bie Kirren." 

Krifchan fah nun mieber gan$ gleichgültig aus 
unb rührte fich auch feinen 5 oß breit oon ber Stelle, 
als (Eine, umbrängt oon Soren 5 ebbcrfens ZBolfshunb, 
auf ber Schmelle flanb, ein rotes UTüfcchen auf bem 
roggenjtrohgelben Ejoar. 

Sie mollte aber fogleich mieber oor Krifchans noblen 
Sonntagsgäßerv entmeidjen. Ser IBirt hätte bas auch 
nicht gehinbert, aber tBulff nahm fleh ih*** an. »Komm, 
(Eine, hfe* iß plafe genug." 

(Eine freilich beaufpruchte nur bas HTinbeßmaß non 
einem plafe unb fah halb Krifchan, halb Kamilla 
äitgßlich an. Sie l^attc ein lächeln in ben bunfelblauen 
Kugen, bas tBulff nicht leiben mochte, unb besfjalb 
trieb er 311m Kufbruch. Kamilla hattc noch feine luß. 
Kber er hatte feine energifche Stunbe. So fdpang pe 
mieber ihren Kapi^enmantel, ben pe Ejalali nannte, um 
bie Schultern unb fah ans ber grauen Kobolbntüße 
(adjenb Krifchan an. Scr gab ihr bie ^anb, fagte 
abieu unb fah babei 311m 5*nßcr hinaus. 

„Su marp nicht nett gegen (Eine, Kamilla." 

„Hidjt?" fragte pe gebehnt. „Hun, meißt bu, ich 
fann feine bumuten ©epchter leiben, unb (Eines ©epdp 
mar ausgefucht bitmm, als pe fo hilflos unb oersmeifelt 
nach Krifchan fah* ©erabe, als menn ich im Sinn ge¬ 
habt hätte, pe aufoufreffen! — ©b pe noch bei ihm in 
ber Sdiafefainmer fleht?" 

„3ch nehme au, pe pßt nun mittlermeilc in bem 
feubalen Klubfeftel." 

©ntrüßung auf Kamilla Sennebergs Seite — „ 3 n 
meinem Seflel?" 

3 n ber (Eat traf IBulffs Bermutung nicht 3 U. 
Cine gehörte 5U jener Sorte befchcibener tBeiblich* 
feiten, bie auf ben Bänbern ber Stühle pßen, gleich 
bereit, einem EBürbigcren 3U meichen. Hach bem .Fort¬ 
gang ber ©äfle flanb pe am 5*nßer unb meinte, gan5 
lautlos,, fo baß Krifchan es anfangs'gar nicht merfte, 
fonbem erfl, als er ihre Stimme h&rtc. Sa ging eine 
Bemegung burch feine ©eflalt, als rnoHe er 3U ihr 
treten. Kber er brüefte pch nur fefler an bie IBanb 
unb fagte ruhig: „(Eine, mach bir nichts aus fremben 
leuten. — Uebrigens fannfl bu einmal hinter ben 
Stänbcr langen." 

Sa holte pe einen in papicr gehüllten ©egenflaub 
heraus. Sas mar ein feiner Schilbpattfamm, über ben 
(Eine fo in 5 reube unb Staunen geriet, baß pe gan3 
große, bunfle Kugcn befam. „£}aß bu enblidj einen 
gefunbeit, Krifd^an?" 

„3a — ober bilbe bir nur ja nicht ein baß es 
immer fo mit beinen EDüitfdjen geht. (Eine", oämpfte 
er. # Stecf ihn mal ein —1" 


Sie nahm bie rote BTüfee ab, fchob ben Kamm oor- 
pchtig in ben feflen 5lochtenfnoten hinter bem pluflerigen 
locfenhaar, flellte pch in fleifer, feierlicher Ejaltung oor 
ihm hin unb machte große, ermartungsoolle Kugen. 

„Sehr hübfeh/ (Eine", fagte er langfam, fah bann 
mieber an ihr oorüber burchs 5*nßer unb bemerfte, es 

mürbe Seit, baß er mieber nach ben Schafen fähe.- 

3 » biefent IBinter flrich mie alljährlich ber (Ean3- 
unb Knflanbslehrer Ejerr (Eontbitren feine 5 iebel in 
„Beefes ©arten". Bei ber ©elcgenheit machte tBulff 
einer flehten Softorstochter bie Cour, bie ei 11 
Stuinpfuäsdtcn hotte unb große, runbe Bvounougen. 
Sie hi*§ megen biefer Kugen unb bes 5euermerfs, bos 
pe mit ihnen machte, bei ben Sdjülerit „bie mit ben 
Kitgen" — 3um Unterfdfleb oon ihrer Schmefler, bie 
man „bie mit ben gähnen" nannte. So oft Kamilla 
Seitncberg IBulffs liebesmerbungen utib Krtigfeiten ge* 
mährte, fchnitt pe ihm ©epchter 31t unb lachte. Sie 
felbfl gehörte 31t bem BTäbchenflub „Büh* mich nicht an". 

IBeitn pe abenbs 3ufammen fpungingen, mar ihres 
Spotteus oft fein ©nbe. Sa fagte er eines (Eags 
mütettb: „laß midj in Buh mit ber ©ans unb fprich 
oon anbern Singen!" 

„3ch bin fpradjlos —1" 

„Hun, bas fd^eint mir oorläupg hoch noch nicht." 
„Su marfl hoch bis oor einer Stunbe noch feh* 
lebhaft oerliebt —" 

„Wenn bu ein anberes UTittel angeben fönntefl, um 
burch bie tangmeüe biefer ^opsflunbe hinjufontmen, 
mürbefl bu mich fehr oerpflichten." 

„natürlich fann ich bas!" rief pe mit h<>h**/ helfe* 
Stimme, „lachen über oerliebte leute!" 

Hun, er becourte nidp ferner bas 5 *äulein mit ben 
Kugen, mie fehnfüchtig auch biefe Bugen über bas 
flumpfe Häsdjen hinauslugten. Bber ntofant mie Kamilla 
mar er auch nicht, biefer (Eeil ber Unterhaltung pel für 
ihn fort. 3 ubeffen hotte er eine Blopertheit oorgefdjüfet, 
bie er gar nicht befaß, menn er ben (Ean3flunbenbetrieb 
langmeiltg genannt hotte, ©r tankte mirflich gern, nur 
ein gemifler Stol5 geflattete nidfl, folche alltäglkhe lieb- 
haberei 5U5ugeben. tBulff gehörte näntlidf einer beim- 
lidjen Schüleroerbinbmtg on, bie für ben UTamt „€r- 
meiterung bes ©epdjtsfreifcs unb Bertiefung ber 3uter* 
eflen" erflrebte. 5ür „5rouenrechte" hotte biefe Ber* 
binbung feine Sympothien. Uläbchen mareit 3mar bie 
Blumen ber Schöpfung. 3 huen in jeber (Eonart ben 
Ejof 3U machen, flonb frei, ihnen ober 3utclligen5 3m 
3iitrouen, flanb nicht frei. Ueber folche Knfchaitungen 
geriet IBnlp auf mond^ent gemeinfamen ^eimmeg 3ient* 
lieh hart an feine EJaustochter. Sie Samen aus bem 
Krämchen „Hühr mich nicht an" lehnten pd) nämlich 
ge£en bie alte Sitte, Courmacher 3U hoben, auf unb 
rebeten fchr oiel oon ©mansipation. 

Kllmählid) oermifchten pe beibe, ohne es recht 311 
mcrfeit, ein menig bie ©reifen ihrer tänber unb ge¬ 
rieten in bie Hadibarflaateu — 

©inmal, fur3 oor EBeihnadßen, hotte es gefchneit, 
unb in ber engen Ueeperftraße mar es glatt. „IBeißt 
bit," fagte Kamilla gemütlich, „eigentlich ifl es gan3 nett, 
einen 5reunb 3U hoben, mit bem man abenbs nach 


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Hummer 2 \. 


Seite 893 . 


fjaus patrouillieren fann — id) meine einen richtigen 
5rewtb, ohne 5a£eu", fügte fie mit einem ärgerlidjen 
©rröten tjinsu. 

„So, Kamilla?" 

Sie fdjrie I^ell auf nnb glitt auf bem naffen pflafter 
beinah uor feine 5ü§c. 

„(Eolpatfd)", nedte er, als er fie aufgehoben hatte 
unb noch fejt im Urm h^lt. Seine Blide wanberteu, 
liuterftüfet burd) fd^n>ad?en Caternenfdjein, uon ihren er* 
fdjro denen Uugen hinab 311 ihrem roten ZTiunb, ber 
tapfer 31t lädjeln oerfud)te — unb halb fd)üd)tern, t^alb 
wagemutig fügte er fie. 

„Du groger, bummer 3 onge", murmelte fie böfe. 
3 hnt aber wud)s in bem Dunfel, bas 3wifd)eit je swei 
£aternen h^rfchte, ber HTut. — 

Die IDeihnadjtsferien famen ihm gaii5 ungelegen, 
jefet, wo fich alle feine ©ebanfen wie mit golbenen 
5 aben um KamiHa fpannen. 

„Jdj höbe bich früher nie gefehen, wie bu bijt, 
KamiHa", gejtanb er ihr eines Ubenbs. 

„Hun melleid)t?" fragte bie Sphiny fpottenb 3iirüd 
unb fcftlüpfte an ihm vorüber, bie (Ereppe hinab. Uber 
bag er wirtlich unb wahrhaftig (Eränen in ben Uugen 
gehabt hatte, war ihr hoch äugerft unbehaglich — hatte 
fie nur bantals an ber Caterne fchon geahnt, wie ernji 
ihm alles fei! 

€r reifte alfo nach ©Ibenshof in bie IDeihnachts* 
ferien, in bie lichtlofen (Eage, bie jtets fo eilfertig wieber 
hinabfanfen in ben Schog ber 5 wölfnäd)te. Um t>ier 
brach ber Schumnterabenb fchon an, ba machte ber 
Ulte ficht unb las bie geitung; 5 ran ©gbertfen jtridte, 
unb £jebwig hatte in ber Küche 311 tun. IDulff aber 
ftedte bas fur3e pfeifd)eit in bie Hodtafche unb fehlen* 
berte nach bem StaH, aus bem ein Heiner Cichtfchimmer 
winfte. Drin fefete er jtd) auf bie fjädfellabe, 3Ünbete 
bie pfeife an unb fprad) ein bigehen mit Carjten Hei* 
mers, ber im unficheren fatemenfehein mit ber fjeuforfe 
3wifchen Stall unb Dierfant ab* unb 3uging, um ben 
(Eieren, bie in langen Heilen brummenb unb fetten* 
raffelnb beieinanber ftanben, ihre ^<Sift" 311 bringen. 
HTeiftens beforgte ber Ulte bas Heben, unb IDulff fonnte 
cs mit bem guhören gan3 nach Belieben halten — je nach* 
bem ihn (Earjtens ©efchichten intereffierten ober nid)t.- 

©ines (Eags, noch int bunflen 3 anuar, fant ber alte 
fjerr HTüller, im ganjen ©rt befannt unter bem Hamen 
HIujtfmüHer, 3um Unterfchieb oon ben oielen ©enoffen 
feines Hamens, in bas Heine ©artenhäusdjen am Hanb 
ber Stabt. Unb bas war jebesmal eine 5 *jtftunbe für 
bie überarbeitete Hausfrau. 3hw gegenüber gab’s fein 
angftlidjes IDortewägen wie gegen anbere fente ihrer 
Befanntfchaft. ©r gehörte auch 31t benen, bie ihre 
fjanblungsweife ftets oerftanben unb gebilligt hotten, 
bie niemals fagten, bag fie unpraftifch fei, beim er liebte 
bie Hlenfchen, beren Seelen ins Weite fdjweiften, hinaus 
über ben nädjjten Hufeen unb ben uor Uugen liegenben 
Sdjaben. 

,, 3 d) fonnuc wegen Kamillas", fagte er, als er ihr 
gegenüber am 5enfter plafe genommen hatte, unb fie 
wugte nicht, was in feinen IDorten gelegen hoben 
ntod]te, bas ihr fo rafdjen bjer3fd)lag oerurfad)te. 


„Ja, ja, 5 rau paftor, bie Kleine ijt aufgemad)t, hab 
lange brauf gewartet! ©nblid) uerfpürte ich — *s mar 
in ber lefeten UTufifftunbe — ben perfönlichen (Eon, bie 
eigene Uuffaffung, unb nun, bünft mid), wäre ber geit* 
punft gefonnnen, bag fie aufs Konferuatorium geht, U)ve 
Sdjwingen fräftiger 511 entfalten." 

„©s fomrnt mir ja faft lächerltd) oor, bag fie in 
anbern fjänben beffer aufgehoben fein follte als in 3h l * c, V 
fjerr niüUer!" 

„Dod), bod)", fagte er ernfthaft unb lieg in einer 
Heilten Derlegenheitspaufe bie alte golbene Sdpiupf* 
tabafsbofe burch feine feinen, weigeti fjänbe gleiten, 
©r merfte wohl, bag 5*ou paftor Senneberg mit (Er&nen 
fämpfte. ©üblich fagte fie and], Kamilla fei hoch ih* 
höchftes unb Iefetcs ©ut. Das aber wollte tfevt ITiiiHer 
nid)t gelten taffen. „Hiebt Jl}t Iefctes", proteftierte er 
lebhaft. „Sie hoben ja noch 3 h^ eigenes ftarfes £701*5. 
£jaben wir nicht oft gefagt — eben Sie unb ich — 
©lüd unb feib feien Cidjt* unb Schattenfpiel, hingeworfen 
über IDcg, IDaffer ober 5 dfen?" 

Sic ftrid) fid) bas £}aar ans ber Stirn unb lieg 
nod) einen Uugeiiblid bie £janb über ben Uugen ruhen, 
bann lächelte fie hershaft unb tapfer unb fagte, ber 
Sparpfennig läge ja auch lange bereit. 

Kamilla war hocherfreut, als fie ihr Urteil oernahm, 
(türmte fogleid) in ihr Stübchen hinauf unb führte einen 
phantajHfchen Sreubentans auf. IDulff war sufammeu* 
gesudt, als Kamilla gerufen hatte, fie gehe nad) £)am* 
bürg, aber feiner achtete heute auf ihn. ©rft in fpäter 
Ubenbftunbe gewahrte 5 *au ©Ifriebc ben miiben, trau* 
rigen §ug, ben er um HTunb unb Ungen trug, unb 
„IDulff?" fagte fie erfchroden. 

„Ha, (Eante €lfe, wo brennt’s?" €r legte ben Urm 
um ih^e Schultern unb fah il)^ läd)elnb in bie Uugen. 

„Schon gut, mein alter 3 nng — id) meinte eben, 
bu hätteft ausgefehen wie Sauermilch, aber id) fel)e 
fd)on, bag id) biesmal ber (Erottel war!" . 

„Stau paftor Senneberg, nun werben Sie wieber 
an3üglid)l" brol)te er, unb immer blieb bas Cächeln auf 
feinem ©efid?t. Da hatte fie beun einmal — oiefleid)t 
3um erjtemnal in ihrem Ceben — 3U fd)wars gefehen. 

„Was fangen wir mit bem Ubenb an, U?ölfd)en? 
©in Hein bigehen hat fjerr 2TTülIer uns bod) alle ans 
Hanb unb Banb gebrad)t." 

„3a, id) meinesteils nuig leiber ben alten £}errn 
Dirgil auf feinem Canbgut befud)en. ©ute Had)t, oer* 
ehrtefte, geliebtejte Pflegemutter!" 

©r flog bie (Ereppe hinauf, bag fie frad)te, unb fo* 
halb er allein war, lieg er feinem wilben Sd)met*3 freien 
tauf. 3^™ war’s nid)t anbers, als fei nun all fein ©lüd 
non ihm gegangen, mit bem Heid)tum feines eigenen 
5 ühlens oergofbete er bas, was KamiHa ihm gegeben 
hatte, ©r jtanb am 5enjtcr, wie es bie HTenfd)en lieben, 
bie traurigen ^erjens finb — es ift, als fänbe ber 
Blid, ber ins IDeite fd)weift, aud) für bie ratlofe Seele 
einen Uusweg. ©r freilid) fah h*ate gar nichts, nicht 
IDcg ober Steg ober Stern. Die 2 Dintcrnad)t ftanb 
uor feinem gereiften 5^nft«r unb lieg ihn allein in feiner 
©infamfeit. — 

Kamilla follte reifen um bie geit, ba bie Krofuffe 


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Seite 8 <H. 


Hummer 21 


int Stabtparf $n blühen Begannen. Hodf einmal gingen 
fie 3ufammett Btaburdt, und er erjagte iBr, was ihm 
eben fo burdf bett Sinn ftridf — eine alte ©efdjicBtc, 
bie jidt jugetragen in alter Seit swifcBen ftiHen HTeufcBett, 
bie nie itjren 5 uß über bie fleine Küftenftabt hinaus« 
gefefct Ratten. Sie laufdtte mit falbem ©tjr, beim iBre 
Seele war fdjon braußen, unb fte ladtte, als er iltr ein 
paar 3arte Stuten, wiber Hedjt im Hafen gepflürft, an 
bas bunfelblaue Kleib jterfte. Dann aber fiel es ifyr 
ein, baß fie oielleidjt 311m lefetenmal Ijier jttfantmen 
wanberten, nitb it^r würbe fo elenb sumute, baß fie 
fogar einen fleinen Sdtmer3 in ber Sruft füllte, als 
3crriffe etwas. Sie münfdjte ftdt weit fort aus ber blau* 
umblüfyten Cinfamfett mit ibnt. Unb bodt war fie au 
feine Seite gebannt, wußte ftdt, nodj iltm feinen Hat 
unb Croft uub fagte leifc unb in einer iBr fortfi fo frentbeit 
Kngft: „Du, IDulff!" — Da umfing er fie, unb ifjr Kopf 
lag auf feiner Schulter. Der buitfle, weiche 5rüBIings- 
abenb freilidj ließ i^nt fein Ctdtt, iBre Süge 31t feiten, 
aber er füllte an Utrcitt Heben, baß fie weinte. IDortlos 
wanberten fte nodt eine Strecfe, bann gingen fie hinaus 
aus beut Cor bes alten ©artens. Sei ber leftten Ca- 
terite oor iltrein fjans 3itpfte fie au feinem Kermel unb 
fragte, bas Cafdteittudt in ber fjanb: „IDulff, feite idt 
oerweint aus?" 

€r falt ftdj um, eite er antwortete, uub ba er nie- 
maub gewattrte in weiter Huitbe, fußte er it^re gerö¬ 
teten Kngen unb fagte mit leifetit 3 nbel in ber Stimme: 
„ 3 a, 90115 verweint/ Über er war allein im Caub 
ber Seligfeiten, fie war fdton braußen. 

©itblidt fant ber allerlefcte Kbfdjieb. 3 u bev Dänt- 
iiternng feines Stübdtctts war es, uitb fie fallt 51t iltut 
Itiiteiit, was fte fottfl nie getan. Wie iltr Kleib raufdtte 
bei ber rafdten Sewegung, mit ber fte au Cif dt uub 
Südterborb oorüberftridj, jagte Upit bas Slut 311 Kopf. 

„Caß fein, IDulff, laß fein!" Sic brängte feilten Jlrm 
oott ittrer Sdtnlter — unb fte füßte iljit mit fnltlem, 
frifdteut HTunb unb war wieber braußen, eite er’s ge- 
badtt. — 

Kn biefent Kbenb faß IDulff bei 5 rau pajior Seitne- 
berg im fleinen 2Dobu3immcr, unb Kautilla fpielte mit 
einem patltos, als feitne fie jebes 5üBlens Con. Hadt- 
Iter ladtte fte IDulff an unb fagte fogar, als iftre HTutter 
v einmal Itittausgegangen war, er ttabe ja fo trübfelige 
Kugelt wie ausgepußete Catenten. 

€r würbe rot oor Sdtam uub falt ft* sornig an, 
aber bann fdjloß er bie Kugen. IDie war es möglidt! 
IDie fonute fie ladteit unb fpotten, inbes iltut bas £}e 1*3 
3crfprang. IDar fein unb iltr 5 ültlen fo gans oer- 
fdtieben, baß es auf einmal ftdt wie ein Strom oltite 
Srücfen swifdjen ilttten bettute? Sie falt f*tae Der- 
ftörtlteit, uub iltr Herfen tat iltr leib. 5ünf beugte fte 
fidt über itjn unb gab iljm einen Kuß. <£r ftridt leife, 
aber bodt abweftreitb über iltr haar. — 

Hun waren es nur nodt wenige IDodten bis ©fterit. 
„HTeitfdt, ©gbertfen, nimm bidt 3tifantmen," riet ein 
woltlitteinenber 5 teunb. „Du geljjt ja feit IDodteit wie 
im Craum umlter." Da raffte er fid? fur3 oor ©fterit auf, 
uub bas Klaffenurteil lautete: „€r Itolt es nach, er fteltt 
ttodt nidtt fo fdtlcdjt, wie es fdtien." Hub bie Klaffen- 


ftintme befant redtt. IDulff rürfte, wenn audt mit genauer 
Hot, iit bie ©berprinta ein. 3 n feinem <5 cu 9uis ftanben 
feine SerjTrcutBeit, feine offeitftdttlidte Ceilnattntloftgfeit 
gegen beit Unterridtt oermerft. 

Sunt erftenntal ftanb er oöllig fdtulbig oor bem 
Klteu unb 311m erftenntal benuodt falt unb trofeig. 

„Unter foldteit IDifdt foll idt meinen guten Hamen 
fcfeeit?" rief HTar£ ©gbertfen. 

„Hidjt nötig, Dater, beim idt brauche beit IDifdt 
itidtt nteltr." 

Der ©Ibeitsltofer falt erfiarrt ben Sprecher an uub 
fragte mit Italbem Ktein: „Das Iteißt?" 

„ 3 cB feltre nid?t 5urürf, idt Baffe Sitdter, Sdtul- 
bänfe unb bie ganse tote ©elebrfatnfeit — idj will nun 
00111 Cebeit lernen." 

„Sielt einer an!" ttöttnte ber Klte. „IDas ijt benn 
gefällig?" 

„3jt es bir unmöglidt, mit mir 311 fpredten wie 
anbere Däter mit iBren Söltiten ? Daun muß ich barauf 
oersidtten, bir irgenbetwas 31t entwirfeln, unb erfläre 
bloß, baß idt nadt Kmerifa gelte." 

„Etnt." HTar£ ©gbertfen ließ etwas nadt in feiner 
gefpannten haltung. Swar war es ja Beller Slöbjtitu, 
was ber Cräumer ba auf einmal mit ber Stimme uub 
haltung eines HTauites oorbradtte, aber es werfte iit 
iltm einen langoerflmtgetten Con. Dor eitblos langen 
3altren hatte eine geliebte Stimme iltm sugerebet: nadt 
Kmerifa! Unb nun mußte er ftfeen unb finnen, wie 
alles geworben wäre, Bätte er gebordet. Km €nbe 
badtte er wieber an IDulff, maß iltn mit feinen Slirfcn 
bie Kreti3 unb bie ©uer unb fagte mit febwerer 
Stimme: „Knterifa ift eiueHettungsbafe fürSdtiffbrüdtige, 
laffe ntidt alfo etwas 5eitgentäßere IDünfdte Boren ..." 

Der Klte wollte auf IDünfdte Boren ? Das war 
woltl faum nodt bagewefen. IDulff errötete. „ 3 ^B 
weiß nur, baß idt nidtt 3urürffeltre — im übrigen 
IDünfcbe genug! 3 ^ möcBte ntidt einmal mit bem Ceben 
ba braußen BeruntfcBIageu unb Bott wie Cifett werben — 
wie man cs eben nur ba braußen werben faitn." 

„IDie man es überall unb unter allen Umftänben 
werben fattn, wenn man es nur in ftdt Bot!" fitBr iBn 
ber Klte an. Sein ©efidjt war wieber falt, unb er trat 
Bart mit beit Kbfäßen auf, wältrettb er im Staunet 
wanberte. „<£s foll au bem DerfucB nidtt fehlen, HTar^ 
©gbertfens emsigem SoBn einen plafe im Ceben 31t oer- 
fdtaffen. 3 <ft werbe mir bas IDeitere überlegen, bu 
fannjt nun gelten." 

Unb IDulff tat, wie iBm gelteißen, aber erBobeitett 
fjauptes. Sunt erftenntal feit langer &\t trinmpBiertcit 
bas ftarfe Ceben, bas hoffen unb IDagcit über ben ©etji 
ber Knedttfdtaft unb Sdtwerntut, ber in iltm war. 

£r burdtwanberte oft ben ©arten, faB oon feinem 
Hanb aus über 5 clb, über bas weite Canb, bas 5U 
©IbeitsBof geBörte, unb faB nidtt ein, warum er nicht 
feilte 5 reube Bobcn folle au biefent fd^öncit, reicBcn Se- 
ftß, beffen ©rbe er war, uub um ben ihn Caufenbe be- 
iteiben würben. Seine HTutter falt ntand]inal oer- 
wunbert an, wenn er troß feiner fdtledttcn S^nfur fo 
fclbftftcBer burcBs hous ging uub fo forglos feinen plafc 
bei beit HTaltlscitcu einualtm. IDas war mit iltm ge- 


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Hummer 2 \. 


Seite 895 . 


fdjehcn? Sic vermochte es burd?aus nid?t 311 ergrünbcn, 
beim fic fcumtc nicht bie große, gewaltige (Ericbfraft, 
bie fern von ber (Erauminfel ©Ibenshof it?re 5 lügel 
fdjwang, uh b bie ihren Schein and? über tVulff 
geworfen l^atte — bas Ceben! natürlich hanbbtte 
cs ftd? auf ©lbcnsl?of bei allem ©efd?chcn immer nur 
um Befd?lüffe bes Familienoberhauptes, niemals um 
Familienberatungen. So erfuhr benn 5 ran ©gbertfen 
ot?ne Vorbereitung, baß IVulff auf einem auswärtigen 
©vmnafium fein lefetes Schuljahr abfolpicren unb bann 
fogleid? feine Zfiilitärseit antreten folle. Hub wie fte 
immer nur an Unglücf glaubte unb ftets von Prüfungen 
fprad?, fo l?ielt fie aud? biefe IVenbung ber Dinge für 
böfe, bis es F*au paftor Ciubner gelang, fie anbern 
Sinnes 31t mad?en. Sie war 311m erfienmal bie Bunbes* 
genoffin bes f?ausl?errn, unb HTarj: ©gbertfen bad?te 
grollenb, wie bie braunäugige 5rau if?nt hätte l?elfen 
founen fo maitd?es liebe HTal unb l?atte es nid?t getan. 
Hber er l?atte uid?ts 3U forbern, pe faffierte von il?m 
fd?weigenb 3 al?r um 3 at?r bie Siufen alter Sd?ulben ein. 

fjebwig mad?te große, beftürste Hugen, als fie erful?r, 
IVulff habe fid? geweigert, aufs ©ymnafium 3iirüd3u* 
(ehren, weil er nid?t mit Vorurteilen wie mit ZVinb* 
mühtenfüigeln (ämpfeit wolle. £Vud?s benn ber trän* 
inenbe Bruber il?r über ben Kopf? Sie l?atte ftets einen 
IViüen gehabt, er fd?einbar nie. Hun bet?nte er bie 
Sd?wingen, unb fie blieb als ein f?ausl?ut?n auf ©Ibens¬ 
hof fifeeit. Die fd?war3eit Brauen rücftcn il?r fcl?r nal?e 
3ufammen. Cange ftanb fie am offenen Fünfter ihres 
©icbeljttibd?ens unb fat? l?inaus in ben ©arten, itt bem 
bei leifem 5 rüt?lingsregen bie Kuofpen fprangen. Dumpf 
regte fid? bie Sefjnfudjt in il?r— Set?nfud?t fonber tVeg 
unb Siel. Heber bie 5 irfte pou ©lbensl?of 3ogen bie 
2?eiher mit raufd?enbem 5lügelfd?lag. „3d? möd?te 
aud? — id? möd?te aud?!" flüfterte fie, aber fie wußte 
nicht, was fie wollte, unb bas bunfle Sel?nen fd?lief nod? 
einmal ein im ©leid?ntaß ber (Tage. — 

5 rau ©Ifriebe l?atte viel geweint in ben (Tagen, ba 
bie Krofnffe blül?ten, bie Störd?e wieberfehrten unb ber 
erjie Kududsruf von ber ©eeft l?erüberfd?oll. ©rft 
Kamilla fort unb nun aud?, fd?ier £?als über Kopf, er, 
ben fie lieb get?abt, feit er 3uerfi, fanm 3wölfjäl}rig, 
feine fd?önen, perfd?üd?terten, uerängjiigten 2 lugett Ver¬ 
trauen faffenb 5U il?r aufgefd?lagen hatte! — Hber nun 
(amen bie penfionärc wieber, aud? Kamillas unb IVulffs 
Simmer im XVeft- unb ©jigiebel würben befefet. Frau 
pafior Senneberg füt?rte felbfi bie Heuen in bem frifd? 
nad? ©el unb Firnis buftenben fjaus umher. Dabei 
würben il?re Hugen (?eHer — bie geliebte 3 ugenb! XOet 
(onnte in il?tfer Hlitte ©rillen fangen? Sie war 
t?er3ensftarf unb jung, bie prebigerwitwe aus ber 
fd?wermütigeu HTarfd?. 

Sd?abe nur, baß fein HTäbd?en mcl?r unter biefer 
froI?en, lärmenben 3 ugenb war. Sie liebte HTäbd?en* 
$opfe unb I?elle HTäbchenfleiber. Das Häuschen war 
freilid? von unten bis oben befefot wie ein Bienenhaus, 
aber mit gutem XVillen ließ fid? wot?l Bat fd?affen. 
Hnb fie fd?ricb an Frau ©gbertfen unb bat inftänbig, 
es möchte bod? Hornig für tm$e — fei’s aud? nur gans 
furse §ext (ommeu unb fie befud?eti. 


Frau ©gbertfen fat? bas als eine neue Prüfung an. 
IVar fie nid?t bie Hllercinfamfte? Su>ar mar £?ebwig 
oft genug (cd unb unfinblid?, aber fie war bod? eine, 
gegen bie fie il?res Gebens 3 ammcr £ag für (Tag aus* 
ftrömen laffen (onnte. „Du mußt wiffen, was bu willft, 
£?ebwig", fagte fie, als ber 2llte ben Frühftüdstifd? pcr * 
laffen hatte. 

„Hatürlid? gel? id? los", fagte bie Haustochter 
troden. 

„Frau paftorin meint freilid?, bie Senneberg fei 
feine Frau, beren ©influß i^eilfam feine (öune für 
jugenblidje ©emütcr." 

f?ebwig ©gbertfen lad?te nur unb wippte auf ben 
Hinterbeinen il?res Stul?ls. 

„Sie fotl ja gan5 ungläubig fein", nal?m Frau 
©gbertfen ein wenig ängftlid? wicbcr ben ©egenftanb 
auf, ben U?r Frau pajior Cinbner jugeworfen hatte, 
„unb pollftänbig unter bem (Einfluß bes gottlofen 
HTufif imitier fiel?en." 

„3fi mir gan3 egal", erflärte w 3^i werbe 

nun erft mal meine Blufen heroor(rameii unb plätten, 
unb bann gehe id? los, id? will mir bod? aud? mal bie 
IVelt anfehen." 

„HIcin ©ott, Hebwig, wie bu immer rebefi!" (lagte 
bie HTutter. ,,©ar nid?t, als wenn bu eine ©Ziehung 
gehabt hatteft, HTamfell fprid?t gebilbeter als bu." 

„Ha, ja, HTamfell!" 

Sie ging fort, il?re HTanicr, bie (Tür auf3itrcißen, 
war uid?t gentilbert worben im Cauf ber Seit. Seit 
©ftern h°*te fte ftd? enblid? 3U langen Kleibern per* 
ftanben, bie il?r aber arg im ZVeg waren beim Kus* 
fd?reiteu unb ftets in wilben Kurven um il?re Äiiße 
fd?lenferteu. 

Had?mittags faß fröhlid? nidenb auf bent 

3 agbwagcn, unter bem (leinen, flotten HTatrofenl?ut 
quollen bie Coden h^tpor, 3U beuen fie mit HTamfells 
Brennfd?ere ihr wiberfpenftiges rotes £? aar verarbeitet 
Hatte. 5 rau pajtor Setmeberg war ein bißchen entfeftt 
über il?re Hngra3ie unb bie 2 irt, wie fie ihre Kleiber 
als läftige Hnhäugfel ihrer perfon betrachtete unb be* 
haubelte. 

Die Sd?üler fd?nitten ©rimaffen por uuterbrüdtem 
Cad?en. Daburd? freilid? war uid?t ein* 

3itfd?üd?tern, fd?ou aus bem ©runb uid?t, weil fie biefe 
HTimif gar uid?t auf fid? be3og. So öffnete fie* bie 
puloerfammern ihres Spottes 311m Eingriff, nicht 51W 
Kbwehr. Hnb ba fie aud? für fid? fclbjl immer eine 
gute Cabung bapou porrätig hatte, perfd?wanben bie 
roten Cödd?en fo3ufageu von felbfi wicbcr, unb bas 
f?aar, glatt hwtenübcrgeftrid?en unb mit einer Samt* 
fchleife im Haden gebunbeu, ließ eine fd?örte Stirn frei, 
auf beren mattem IVeiß bie feinen, fchwarsen Brauen 
wie aufgehobene Sd?walbenflügel fianben. 

Kn einem fd?önen Sonntagmorgen fagte fie, fie 
möchte fo gern IVulffs 5 teunbe am tVefterbeid? (ennen 
lernen. Hub 5 rau pafior Senneberg, bie bei il?r am 
Baitcrrofeubeet fianb, meinte, fie fönnten ja h^ate nach¬ 
mittag hingel?en. 

„Hurra!" rief ba H c ^u?ig unb warf ben frifd?* 
gepflüdten Sonutagsftrauß in bie Cuft. „Kuf ©Ibens* 


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Sette 8^6» 


Hummer 2J. 


hof ßnb mir immer fdjmierig, etmas münfehen unb 
bann auch tun, fo etwas gibt’s bei uns 3U Ejaufe 
nidß." 

„ Schmierig ßnb mir gar nicht", fagte 5rau paßor 
Senneberg lächclub. tDohlgentut machten ße ßch auf 
bie tDauberung. Die Uhr mar erft jmei, unb noch be¬ 
gegnete ihnen niemanb auf ber Deidjpromenabe. Unb 
bas mar redß gut, benn Ejebmig rebete fo laut unb 
geßifulierte fo heftig, als hätte ße allein für heute ben 
Deichmeg gepachtet. Die Kritif marb U^r freilich nur 
geborgt, nicht gefdjenft. 

Cadjenb ßanb bie Sonne über (Eine Stiiermanns 
Blumengarten, 3mifd|en ben Baumen ftieg ein bünner, 
blagblauer Hand) empor, ferjengcrabe bis 3U bes 
Deiches Ejöhe, bann manb er ßch mie eine Schlange, 
3erßoß unb ersähltc ben Häherfommenben, baß 5rau 
Stüerntann ben Kaßeefeßel 311 5 euer höbe. 3 od?en 
Stüerntann burchmanbelte bermeil behaglich rauchoitb 
ben ©bßgarteu, ber in Blüte ßanb, unb um ben bie 
3 mmen fumntten. Sein Ejaar mar grau unb fein Blicf 
ßill, nur tiefer aufleuchtenb, menn (Eine in feinen 
©cßchtsminfel trat 

„Krifchan 5 ebberfen?" fragte er permunbert nach. 
„Da iß fein Ejaus, unb ich habe ben Schlüßel, benn ber 
Ulte iß tot, unb Krifchan iß hinaus in bie IDelt." 

(Eine eilte gefchminb ins E^ans, ihr leudßenbes 
Ejaar erlofch auf bent buuflen 5 lur. Balb ßrömte ber 
(Seruch bes Kaffees, ber für bie ©äße gefodjt mürbe, 
hinaus in ben ©arten. Unter ber Ejausmanb er3ählte 
bermeil 3ochcn poiit Hachbarhaus. 

„€s iß nun Pier IDochen h^/ ber Ulte mar eben 
mit feinen Sdjafen nach ber Ejallig hinüber. UTan 
meig nicht Cag noch Stunbe, mann bas Unglücf gefchah. 

„Uber Krifchan hatte feine Huh, cs mug ja molß 
Uhnungen geben. <£r ging hinüber, ba ßanb Colly bei 
feinem toten Ejerrn unb lieg feinen nahefommen, auch 
Krifchan nicht. Der mugte benn nun bie 5 Knte bes 
Ulten aus bent fleinen Schäferhaus h°Ien, unb es foQ 
fdjrecflich ausgefehen haben, mie ber reine, meige 
Dünettfanb ßch rot gefärbt hat non Blut. git IDagen 
holten mir bann ben alten, toten Bachham herüber. 
Krifchan mugte natürlich fahren, ba iß fein 3meiter, ber 
ben UTceresgrunb fennt mie ber. Unb bann perfaufte 
er fein bigdjen Canb unb Sanb, nur nicht bie alte 
BaracFe ba", Stüerntann niefte nach Krifchansruh hin* 
über, „unb fchnürte fein Bünbel unb fagte bloß, er 
molle mal probieren, mas aus ihm merben fännte. 3^ 
glaube feß, er hat ßch in Ejamburg anmußern laßen. 
Uber bas barf (Eine nidß hären", fchlog er äugen- 
3minfernb. Ejebmig fragte mit großem 3 n tereße nad] 
biefem unb jenem, hätte auch gar gern bas Meine, pou 
fjolunber umbufchte Räuschen gefehen, 311 bent ber alte 
Stüerntann ben Schlüßel hatte. Uber 5 rau paßor 
Senneberg faß gan3 ßill unb tiefßnnig ba, als fönite 
ße gar uidß begreifen, mie rafch alles IDerben unb 
Vergehen fei. ©s mar bod? gar nicht lange her, feit 
IDulß feine Stveif3üge nach IDeßerbeich machte, feit er 
unb Kantilla pon Krifdjans Sd]afefammer er3ählt hatten. 


Bun mar Kantilla ausgeßogen, IDulß ba3u, Krifchan 
faß oerfchollen. Unt tote HTauern grünte ber 5 lieber. 

Sie mußten mtn in ber IDolptßube Kaßee trinfen. 
Ulte, golbranbige (Eaßen rücften aus bent (Eeefchapp 
heroor, golbgelber Hahnt ßanb fteif unb bief in bent 
Cußretopf. 3^bes ©erät hier mar forgfältig gehalten 
unb fah fo felbftbemußt aus, als miße es recht mohh 
baßes aus guter Äamiließamnte unb guter 5anülie angehöre. 
Un ben blanfen Kadjelmänben glitten Sounenßrahlen 
entlang, anbere hatten es auf bcu meißen, fanbbeßreuten 
5ußboben abgefehen, auf bent ße, fo gut ße es per- 
mochten, bie Schattenriße ber 5enßerblumen seichneten. 
Das mar (Eines Ejeim. Ijebmigs Uttgen manberten 
ßaunenb 3mifchen Ulenfchen unb ©eräten lß n unb her. 
Dann tranf ße haßig einen Sdßucf Kaßee unb fpülte 
etmas fort, bas ihr mürgenb in ber Kehle faß. 

„IDir fpradjen pon Krifchan, ItTutter." 

„©ott träft", fagte 5 rau Stüerntann unb feufste. 

„HTutter iß bange um Krifchan unb ben ft, baß er 
es 311 nichts bringt. Uber ich fage, aus bem mirb 
etmas Hechtes ober etmas Schlechtes, ber bleibt nicht 
mitten in ber IDelt." — 

„©, mie nieblich iß (Eine!" fagte Ejebmig begeißert, 
als ße mieber auf bem ^eintmeg maren. „So 3ierlich 
unb freunblich unb fo hü&fch in ben Kleibern." 

5 rau Senneberg lachte über bie lefete Bemerfung. 
„ 3 a, ja, Ejebmig, einige IDeiblichfeiten perßehen’s unb 
anbere nicht." 

„Hein, ich nicht, (Eante ©Ifriebe. IDarum guefen 
bie Ceute mich übrigens fo an? IDotß faum aus IDohl* 
gefallen!" 

„Unßnn, ße fehen ja gar nicht ycb bir." Uber ße 
taten es bodt, unb als Ejebmig 3U Efaufe angelaugt 
mar, hatte ße begrißen, baß man alles, mas an ihr 
mar, ben ganzen gefchmacflofen plnnber pon ber 5uß # 
fohle bis 3um Scheitel, perfpottet hatte. Hun fonnte ße 
ßch auch auf einmal bas Hlienenfpiel ber penßonäre 
beuten unb faß ben grünen 3ungen faß fdjeu unb ängß- 
lieh gegenüber. Beim ©utenadjtfagen legte ße plöfelich 
mie Ejilfe fudjenb ben Urm um 5rau ©Ifriebe unb 
ßüßerte, ße moHe lieber mieber nach ©Ibenshof, ße 
paße nicht hierher. Unb ba half fein noch fo gutge¬ 
meintes gureben: mit Uugen, in benen eine Ejoßnung 
ermacht unb erßarrt mar, beharrte ße barauf, mieber 
heimsufommen. 

„Du haß es ja felbß gehört, (Eante ©Ifriebe — ich 
meine, mas bie Ceute fagten", ßieß ße mit bunfelrotem 
Kopf herpor. „ 3 ch tauge nicht unter euch." 

Ärau paßor trößete, baß bas nur anfänglich fo gehe, 
auch ihr fo ergangen fei. „ 3 n ein paar (Eagen fchon 
ßehß bu mit ben anbern in gleichem Schritt unb (Eritt 
— bu follteß bich nur nod] beßnnen", fchloß ße mann. 

Ejebmig fchüttelte ben Kopf, unb ihre Uugen 
ßanben poH (Eränen. Sie fagte aber fein IDort, fonbern 
30g es por, mit ßd] allein fertig 3U merben. ©ine De* 
pefche nach ©Ibenshof, unb ber IDagen hielt prompt am 
Hachmittag por ber (Eür. 

(ifortfefcung folgt.) 


V" —— ■ ■ - - - 3C 


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Hummer 21 . 


Seite 89 ?» 



93or meinem Ätnbe. 


Seit burch bi<h mir $raum unb Streben 
Starter in bie Sufunft mtinbet, 
ich ftärfer auch mein ßeben, 

0 er Vergangenheit oerbünbet 

Glicht mehr al$ ber ginfam-Srete 
©chtoeif ich, nur mir felbft verpflichtet. 
Sbgemb tret ich in bie 9 teihe, 

©leich erhoben tote oernichtet. 


Hnterbrücft halb «nb jerfchlagen, 
9 leu geftärft hoch unb gerettet, 
Vin ich tragenb unb getragen 
(Einig nun al$ 9 ttng nertettet. 

linb ich fühl e$ überfchmenglich: 
So geheimni^oott gebunben, 
QBarb ich felber unocrgänglich, 
Uno ber $ob tft übertounben. 


Zimmer fterb ich, toenn ich fterbe, 

Unb tein ©rab jtoingt gan§ mich nieber, 

0 cnn mit jebem, ber ein gebe 

VJcmeö Vlutä ift, leb ich toteberl «an SufTe. 




A 


A 


Die Garantie für Poftfendungen. 

Vom ©eheimen 0 berpoßtat Borgmann. 


n biefen (Tagen ging burch bie prefle bie Hachridjt, baß 
ein in fanbshut in Bayern oon einet Bant 3ur poß ge¬ 
gebener ©infcfjreibbrief mit einem Jnljalt °on (0 000 HU. 
nach UTünchen am Beßimmungsort nicht eingetrojfen unb oer- 
loren gegangen fei. ©s iß nach ben begleitenben Umpänben 
anjunehmen, baß es fleh um einen $aü l^anbelt, in bem ber 
Hbfenber 3ut ©tfparung ber popoerpeherungsgebühr bei 
oolier IVertbeflaration (5 pfg. für je 300 Hit.) auf ©runb 
bes popeintieferungsfeheins ben mähren Jnhalt b*i e ' ner f°’ 
genannten Valoren-Verßcherungsgefellfchaft gegen eine feht 
billige ©ebüfpr oerPchert hat. 5 a bei ber guoerläfßgfeit ber 
pop unb ber (El^rlic^Feit ber Beamten folche Verlußfälle 
fehr fetten eintreten, fo laufen bie Verßdjerungsgefellfchaften 
fein großes Bißfo, berartige ©efdfäfte 3U machen; fommt 
bann aber mal ein Verluß auf ber pop oor, bann ip ber 
Heinfall ein großer. Denn bie pop erfeßt natürlich nicht 
ben nicht beflarierten Betrag, im oorbefagten ^all (oooo 
Ulf. Heber bie ©rfatjpßidji ber poßoermaltung tjerrfchi noch 
oietfach Hnflarhett, felbft in jenen Kreifen, bie täglich mit 
ber pop 3U tun haben. So mancher ip erp burch Schaben 
ftug geworben. Huf einige fjauptpunfte fei gepattet im 
allgemeinen Jnterefle h» n 3 un>e *f cn * Vorweg fei bemerft, baß 
bie Pop feinertei ©arantie leiftet für gewöhnliche Brief* 
popgegenpänbe aller Hrt, mögen ße nun währenb ber 
popbeförberung oerloren gegangen ober burch gufall ober 
Derfehen in Unrechte fjänbe geraten fein. Bei bet ungc« 
heuren menge ber gewöhnlichen Briefe — es ßnb im Jahr (902 
nicht weniger als 2 33 * 329 500 Stcf. oon beutfd^en Beides- 
popanpalten im inneren Verfcljr beförbert worben — ip es 
überhaupt unmöglich, feitens ber pop einen ZTachweis über 
ben Verbleib eines ein3etnen Briefes 3U führen; bei feiner 
BetriebsfteUe werben folche StücFe ein3eln eingetragen. Vas 
Popperfonal wirb ßdj bei ber gewaltigen Htenge oon Briefen, 
bie täglich im £tuge burch feine fjänbe gehen, nur feiten 
eines bepimmten ©egenpanbes 3U entpnnen oermögen. XVer 
bähet wichtige Vofumente, IVechfel unb begleichen 3U oer- 
fehiefen hat, tut gut, bie ^orm bes „©infehreibbriefes" 3U 
wählen, ©eht ein fotcher Brief währenb ber poßbehanblung 


oerloren, fo 3 ahlt bie popoerwaltung an ben Hbfenber eine 
©ntfdjäbigung oon 42 Ulf. ohne Bücfßdjt auf ben wirf- 
liehen IVert bes Jnhalts. ^ür Befchäbigung ober oerjögerte 
Beförberung oon ©infdjreibbriefen wirb bagegen ein ©rfaß 
nicht geteipet. IVenn inbes oon einem fotzen Stücf nur 
bas leere, innen unbefchriebene Kuoert anfommt, ber ge- 
famte Jnhalt alfo oerfchwunben ip, wirb bics einem 
oöüigen Verlorengehen ber Senbung gleich geachtet unb ©r- 
faß geleipet. ©reignet pch ber Verluft im Huslanb, fo 
fommen bie fonoentionsmäßigen Bepimmungen in Betracht; 
ber ©rfaßbetrag ßellt fleh im IVeltpoßoereinsoerfehr auf 
50 ^ranf = *0 Ulf. ©inige auslänbifche popoerwaltungeu, 
wie bie ber Vereinigten Staaten tfon Hmerifa, leipen inbes 
auch für ben Verlup oon ©infehreibbriefen feinen ©rfaß, was 
fchon oielfach oon beutfehen Hbfenbem als ein großer Hebel- 
ßanb empfunben worben ip. Vie beutfdje Beichspoßoer- 
waltung hat pch bisher oergeblich bemüht, eine Henberung 
biefes gußanbes herbei3uführen. 

Von erheblichem praftifchem IVert ip bie ©rfatjfrage bei 
gewöhnlichen pafeten, oon benen innerhalb bes Beidjspoß* 
gebiets im Jahr 1902 nicht weniger als ( 4 ? 360 <(69 porto- 
ppichtige beförbert worben ßnb. Vaß bei fo gewaltigen 
HTengen Verlnße unb Ver3Ögerungen oorfommen, wenn pe 
auch in fehr mäßigen ©ren3en bleiben, iß nicht 3U 
oerwunbern. IVet hätte nicht fchon gefehen, mit welcher 
ungeheuren Schnelligfeit bie pafetocrlabung auf ben ©ifen» 
bahnen währenb ber fut3en fjalte3eit ber güge, in ber ZTad}t, 
bei XVinb unb XVetter, Schnee unb Begen, mitten im ©e* 
bränge bes reifenben publitums bewirft werben mußl Zticht 
feiten ßnb bie £aberäume ber Bahnpoßwagen überfüllt, es 
treten gugoerfpätungen unb oerfehlte Hnfchlüße ein, fo baß 
3ahlreiche Senbungen auf großen Hebcrgangsßationen 3tirücf- 
bleiben müjfen. Oft ßnb auch bie £abeoerhältniße auf ben 
engen Bahnhöfen, bas Heberfchreiten ber Bahngleife mit ben 
belabenen poßfarren fehr fchmierig. Ver ^öchftfaß ber 
Vergütung für abhanben gefommene gewöhnliche pafete be¬ 
trägt nur 3 HTf. für jebes pfunb; ift inbes ber tatfächliche 
H?ert geringer, fo erßattet bie poß nur biefen. Sehr oft iß 


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Seite 898. 


Hummer 2 \. 


ber wirFliche IDert $an$ erheblich fjö^cr als 5 JTIF. für bas 
Pfuitb, 3. B. bei Seibenwaren, BeFleibungs* unb befferen 
(Scbrauchsgegenftänben. HM man ftd? ba unbebingt oor 
Schaben behüten, ^o Fann man bies in einfacher IDeife er¬ 
reichen, inbem man ben IDert auf ber paFetabreffe unb bem 
Pafet felbft angibt. Die befonbere Derftdjerungsgebühr ift 
äußerft niebrig unb betrögt nur 5 Pfg. für je 300 DIP., 
bie UTinbeftgebühr aber betragt (0 pfg. 

3 « bem oorbefprodjenen Umfang leiftet bie poft auch 
bann €rfafc, wenn ein pafet oerjögert beförbert ober beftellt 
worben ift unb babureb feinen IDert bleibenb, gan3 ober teil* 
weife verloren hat. Auf eine Aenberung bes marPtgängigen 
preifes wirb jebodj hierbei feine Hüdficht genommen. Die 
poft muß alfo 3. B. bei weigerten €ifenbabnanf<hlüjfen / 
ohne baß fie bie gcriugfte Sdjnlb trifft, (Erfafc leiften, menu 
ber 3 M ^alt ber Scnbung — wie es bei frifd^en (Jleifch* unb 
<$ifd?fenbungcn im Sommer leicht oorFommen famt — burch 
bie unpünftliche AnFunft oerborben ift ober eine IDertoer* 
minberung erfahren h a *« Ausgcfchloffen ift bie €rfafcpflicht 
ber Poft, trenn ber Derluft uftr. burch bie unabweisbaren 
folgen eines Haturereigniffes ober burch bie natürliche Be¬ 
troffenheit bes (Sutes entftanben ift ober fid? auf einer aus* 
lanbifchen Beförberungsanftalt ereignet h<*t, für bie bie Poft* 
rertraltung eine (Sarantie vertragsmäßig nicht übernimmt, 
fjäuftger pflegen nur Befähigungen burch bie natürliche 
Befcbaffenbeit bes (Sutes ror3ufommen. Die poft fieht ben 
rerfchloffenen 3 nhalt bes Pafets nicht unb treiß nid?t, ob bie 
innere Derpadung gut unb 3trecfentfprechenb ift. IDenn baber 
3. B. ungenügenb oerpadte (Slastraren bei 0effnnng ber 
äußerlich unbefdjÄbigten Senbung burch ben Empfänger 5er* 
brochen rorgefunben werben, fo fantt bie poft für ben 
Schaben nicht aufPommeu, es fei beitn, baß ihr eine nicht 
fchoneitbcBehanblung bes Stüds ausbrüdlidj nadjgewiefen trirb. 
feicht serbrechticbe Sachen muffen überhaupt fo rerpaeft fein, 
baß fie unter Stoß unb Drucf nicht leiben, ba bie pafete in 
ben Bahnpofttragen fclbftrerftönblich übereiitanber auf gef dachtet 
trerben müffen. Auf bauerhafte unb ber fange ber Be* 
förbcrungsftretfe eittfprechcnbe Derpadung aller poftftüde 
ift baber ber größte IDert 3U legen. Don h eroorra 9 cn b c * 
Bcbculung ift weiterhin bie (Erfatjfrage bei allen Senbungcn 
mit angegebenem IDert, alfo ben (Selbbriefen unb JDertpaFeten. 
(Es ftnb von beiben Kategorien im 3 abr (902 7 853 723 
innerhalb bes beutfehen Aeidjspoftgebiets beförbert worben. 
(Seht eine IDertfenbung verloren, fo wirb ber in ber Auf* 
fdjrift angegebene Betrag bem 5U leiftenben €rfafc 3ugruitbe 
gelegt; beweift jcboch bie poftoerwaltung, baß biefer Betrag 
ben gemeinen IDert ber Sache übertrifft, fo h a * ftc nur 
biefen 311 erfc&cn. festerer ^all würbe 3. B. oorliegen, 
wenn eine Scnbung mit feinen Spifcen 3U (000 Warf 
beflaricrt, verloren geht, wäbrenb fie in allen befferen (Se* 
fünften für 500 HlarF 5U Faufcn waren. Auch bei Be* 
fd}äbignngcn, 3. B. teilweifem fehlen bes IDcrtinhalts, wirb 
bis 31er l^öhe bes beFlariertcn Betrages (Erfaß geleitet. 3 n 
biefer Beziehung ift fotgenbes h croor 5 u h c * ,cn; ^ cr 3 n h a ft 
ber IDertfenbungen ift ber Poft unbeFaunt, ihr werben bie 
Stüde in verfdjloffencm unb vcrftegeltem guftanb übergeben, 
fie hat nur bafür ju haften, baß fie bie Stücfc in bem gleichen 
uerfchloffeuen unb unverlcßtcn Suftanb rnieber abliefert. §ur 
größeren Sicherheit wirb bei IDertfenbungen bas (Sewicht 
0011 ber €inlieferungsanftalt genau ermittelt unb auf ber 
Abreffc notiert; bei ber Bcftimmungspoftanftalt finbet ein 
Bachwicgcn ftatt. IDenn bann bei ber Ausbäubiguug bes 
Stüds an ben (Empfänger Dcrfchluß unb Dcrpadnug uuver* 
leßt unb bas (Sewicht mit bem bei ber (Einlicferung er* 


mittelten übeteinftimmenb befunben werben, fo hat bie pöft 
ihre Pflicht erfüllt, <Jeblt bann bei ber 0 effitung etwas an 
bem vermerFten 3nh(*ft fo hat bas bie poftoerwaltung nicht 
3U vertreten. 3 ft &ic Einnahme vom Abreffaten ohne €r* 
innerung gefächen, fo begrünbet bies bife Dermutung, baß 
bei ber Aushänbigung bie Scnbung ftd? in völlig tabellofem 
guftanb befunben hat. XTun ift ber (Empfänger bei (Selb* 
fenbungen aber nteift gar nicht in ber fage, Dcrfchluß uttb 
Derpadung fogleich forgfältig 3U betätigen unb Faum be* 
merfbare DTängel fofort wahr3itnehmen; betin er muß erft ben 
Ablieferungsfdjein vollsten unb erhalt bann erft ben Brief 
ansgehänbigt. Als unbeanftanbete Annahme ift es bes* 
halb nicht ansnfehen, wenn erft nach €mpfangnahme bes 
Stüds ber Schaben entbedt unb bavon ber Poftanftalt, bie 
ben (Segenftanb 3ugeftellt h(*t, fofort An5eige erftattet wirb. 
Bei 0 effnung von (Selbfeitbungen vermeibe man aber, ben 
urfprünglichenDcrfchluß — alfo bie Siegel unb bas Kuvert — 5U 
verleben, fottbern fchneibe vorfidjtig eine Seite auf, bamit etwa 
fchon uorhanbene, vorher nicht wahrgeuommene Derleßungen 
unoeränbert ftchtbar bleiben. Auch ift 511 empfehlen, bei0efftiung 
unb ^eftftellung bes 3ahalts einen §eugeu hin5U5 u 5idjen. 

Bei poftanweifuugen übernimmt bie poftoerwaltung 
bie Derpflid^tung, bie tatfächlich eingesahlten Beträge an bie 
Kbreffatcn aussusahlen, unb fteht für biefe Beträge ein. Da 
bas (Seib natürlich nicht von einer 31er anbem Stelle mit* 
gefdjidt, fonbern hier eingejahlt unb bort ausgejahlt wirb, 
fann es auch nie oerloren gehen. Deshalb bleibt bei fleincren 
(Selbbeträgen bie poftanweifung and? immer bie einfachfte, 
bequemfte unb ftcherfte Krt ber (Selbübermittelung. (Es 
fann wohl einmal oorfommen, baß bas ausgefüllte Formular 
3ur poftanweifung währenb ber Poftbeförbcrung in Derluft 
gerät; bann wirb cs amtlich burch e ' n Duplifat erfeftt, unb 
ber einige Had^teil liegt in ber etwas oe^ögerten Kus* 
3ahlung bes Betrages. Die poftanweifungen erfreuen fich 
beshalb auch großer Beliebtheit beim publifum; im 3 a h r 19 02 
ftnb bei ben Heichspoftanftalten uicbt weniger als ^ 5 1 t 45 5 ^o 
Stüd mit 897t 1^9 906 ITTarf vermittelt worben. (Ein lim« 
fafe oon faft neun ITTilliarbcn ift gewiß eine großartige 
Eeiftung auf biefem (Scbict. 

Bei poftaufträgen leiftet bie poftoerwaltung (Sarantie, 
einmal für ben nach ber Beftimmungsanftalt 5U beförberitben 
Kuftragsbrief wie für einen €infd>reibebrief (^2 fflar^) 
unb bann für bie eingegangenen (Sclbbeträge wie für poft* 
anweifungen. Kls Derluft bes poftauftragsbriefcs ift and? 
an3tifehen, wenn bie bem Kuftragformular beigefügten ein- 
5ulöfcnbcn Urfunben auf ber poft abhanben gefommen ober 
ohne (Ein3iehnng bes Betrages bem Schulbner ausgehänbigt 
worben ftnb. €benfo leiftet bie Poft €rfaft für eingegangene 
Hachnahmebeträge wie für einge^ahlte poftanweifungen, 
bettti bie eingejogeiten Beträge werben ben Kbfenbern ber 
poftaufträge mittels poftanweifung übermittelt. 

3nt allgemeinen fei noch bemerft, baß nach ben gefefe* 
liehen Beftimmungen ein Knfprud? auf Schabenerfaß ftets 
00m Kbfenbcr, falls biefer fein Hed)t nicht etwa bem 
(Empfänger abgetreten hat, $u erheben unb bei ber poft* 
behörbe an3ubriugen ift, in beren Besirf ber 0 rt ber (Ein* 
lieferuug ber Senbung liegt. Der Kitfprtich erlifcht inbes 
nad? fcd?s Dlonatcn, 00m (Tag ber (Einlicferung ber Senbung 
an gerechnet. Durch Anbringung ber Hcflamation bei ber 
3uftänbigen poftbehörbc wirb inbes bie Dcrjährungsfrift 
unterbrochen. Der Abfcnbcr geht alfo feines Hedjtsanfprnchs 
nicht oerluftig, wenn bie poftamtlichc €ntfcheibung auch mehr 
als fed?s Dlonatc auf fid? warten laßen folltc, was inbes 
nur bei fehr Pompli3icrten fällen oorPommen fann. 


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Hummer 2 \. 


. Seite 899. 




flm Tiirsicnbof m UPaldcck und Pyrmont 


fQrft friedlich zu Rlaldech und pyrmont. 


hierzu 15 Aulnahmcn von ßolphot. P. Ißolsbcrger. 


Der jeftt rcgicreitbc dürft 
driebrid? 511 IPalbecf unb 
pyrmout, geboren 511 Slrolfcn 
am 20. 3 a nua* J865, folgte 
feinem Pater, bem dürften (ßeorg 
Piftor, im Jal^r \895 in ber 
Regierung. S^ei 3al]re fpäter 
ging ber junge £anbesberr 
feine fityc mit ber prinseffin 
Batbilbis 311 Sd?aumburg* 
Cippe ein. 2 Tian toeiß, toic oicl 
Sonne unb IPärmc biefe über* 
aus glücflid?c£be in bes dürften 
entsücfenbcs fjcimatlänbdien ge* 
bradtf l?at. Drei fleine priusen, 
ber €rbprin3 3 0 fi a5 / bie prin* 
3en 2 Tüay unb ©eorg ZPilbelm, 
unb „piin3e§d|en" bjelene for* 
gen für bie nötige Cebfyaftigfeit 
in bent fürftlidjen bjaus. Pier 
foldje fleincn IPefen bean* 
fprudien febr energifdb il^re pfle¬ 
ge, ifyr Pergnügen — unb 
alle ifyre fleincn unb großen 
IPünfdic fontmen in erfter 
Cinie an bas ©br ber filtern; 
ein Hlicf auf bie reijenbe 2luf* 
nabme ber fürftlidien dumilif 
auf ber Creppe (2lbb. S. 90 ‘p 
fprid>t beittlid) non bem ©lücf 


furftin Sathüdi» zu maldcck und pyrmont. 


Das Schloß zu Hrolfcn, Kcfidcnz de» fürtten. 



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Hummer 2 \. 


Seite 900. 


mtb non ber frieblid?en £infad?f)eit von 
bei* man in IPalbecf imb pyrmont in 
bmtbert fleineit tilgen reben nnb rühmen 
hört. 3 ft 's 51 t Derrotmbern, wenn bie pritts« 
Iid?cn Keinen ^errfd^aften nidtt nur bei 
ihren (Eltern, fonbern im gattsen fonnigcit 
£änbdtcn fcl^r widrige perföitlidtfeiten finb? 
Sehr ucvgnügt finb fic auch in bent Sie* 
genroagen, 1111 b bie Efelfaoalfabe hübet 
gewiß ben Qöljepimft bes Entsiicfens ( 2 lbb. 
5. <)02). Er wäre eine banfbare 2 htf* 
gäbe, über bie Kinberftitbe in bent fiirft* 
lieben X^aus IDalbcd'pyrmont 511 fd] reiben, 



angetan bat, bent tut cs bie oornebnte 
Bebaglicbfeit ber Canbeseltern gaii 5 ge- 
triß an. Pie Königinmutter ber Hiebet* 
lanbe ift ein öfter nnb immer mit ^rcubcit 
begrüßter (Soft, and) bie hersogin geleite 
non Klbany, bie 21 Tutter ber- jungen Sfix* 
Sogs von Koburg unb <ßotl)a, fudit gern 
bie froI)e häurlid^feit bes dürften auf. 

fiirft 5 i‘icbricb fdjwört auf bar- IPeib- 
irerf, itiemanb treibt er mit größerer 
€iebe als er. Seine Ciebe 511 ber Zlatur, 
ber fdjötten Hatnr feines Cänbdjcns, macht 
bas nod] begreifliü)er. IPcmt ber herbft 



bie nicblidtfteu 
Kiubergefd)idv 
ten fäntett 511 « 
tage. Pie 5 nr- 
ftin weiß fie 
fclbft am fcböit* 
ften 51 t erjälv 
len, unb (Sele* 
genbeit finbet 
ft dt oiel ba 5 tt / 
bentt bar für ft* 
lidte paar hält 
gern offener, 
gaftfreies fjaitr. 

IPent es bar 
fänbcbcit itid?t 


r>or ber vCür 
fleht, bann siebt 
er binaus tu 
bie tieffte IPalb- 
einfamfeit, ba 
nimmt er lPol> 
mtng in ber 
X3atbilbisbütte, 
belaufdtt bas 
I?irfd)bntllen 
unb bringt fo 
utand?es ber 
feb laufen, cb* 
len Eiere 51 W 
Strcde. 2Uid) 
fdtoit im 21 Tai 


t. juvji ^riefend? als 3äger. 2. rdjloß Kbobnt. 5. rd?Ioij rdniumbuig. 4. rd>Ioß in pYimont. 5. rdjioß ^iie£>iidj|uirt Wübuitjjeu. b. rd^log Walbect. 


fürft fnedricb und feine Schlöffen 


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XTitmnter 2\. 


Seite 90 



fürTt und fürftin 211 GUaldcch im Viergefpami. 

fudjt er ötc X]iUte auf, um ooit bort aus bei* 
2(ucrlia(]iibal5 itachsugehen. Die Hehbirfdje 
unb bie 3 a 9^ cu auf Sauen ftitbeit meift im 
(Sebiet ber ©berförftcrei taubau in bei* Habe 
von Krolfeu ftatt. Kud] großer pferbelieb» 
haber ift bei* 5ürft. Alltäglich fantt man ihn 
fdjou am frühen XHorgett feinen Spa$ierritt 
unb bes nachmittags Spasierfahrten im 3 ac J^‘ 
wagen ober Diere^ug, wo er bann meift felbft 
bic <3ügel fuhrt, unternehmen fchen. 

IDenn bei* irembetwerfebr in ben intrften* 
tiimern l&albecf unb pyrmont fornie anci? bie 
<§ahl ber alljährlich bic beibeit großen Bäber 
bes taubes, pyrmont unb IDilbungeit, auf- 
fuchenben (Säfte in beut lebten 3 a h l ‘5 c h nt einen 
folcf? gewaltigen Auffcbwung genommen bat, 
fo ift ba3U nicht 311m meitigfteu bie an Schorn 
heiten fo überaus reiche Hatur bes taubes, 
bie burch gute Derbiubnngeu bent Derfebr 
3ugänglich gemacht ift, bie Deraulaffung. 

©ie beiben 5ürftentümer ID albe cf unb 
pyrmont liegen räumlich »oueiuauber getrennt, 
©er fiibliche, größere Ccil, bas 5ürfteutum 
Xüalbecf, in ben Hebergängen bes fauerläw 
bifchen (Sebirges 511m £jabn*htswalb unb 511 
ben IBeferbergeu gelegen, bietet laubfd?aftlid?e 
2Xei3C mannigfaltigfter Art. Abfeits uont 
großen (Betriebe bei* IDelt, fern beut haften 
unb 3 a 9 cn bei* ( 53 roßftäbte, bietet bie (Scgeub 
Ab wed]f (uugen von berrlid^en Bergmälbern 
unb grünen HAcfentälern. Als ^ortfcfsiiug 
bes fauerlänbifcbeu fjodjgebirges fällt non 
ber It)eftgren3C bes taubes her bas (Sc* 
birge nach ©fteu 511 mehr unb mehr ab, um 
fchliefjlich, teil weife wenigftens, ben vlharaf 
ter bes walbreid?eu f^ügellanbes au3uneb 
men. 3 cner n?eftliche ©eil bes IPalbecfer 
taubes, im ©olfsmunb gewöhnlich bas „Up 1 
lanb" genannt, ift ein echtes Berglaub mit 


Ijoljcn, »01t Iptriidiett £cmb- unb ttaöel- fürrt und fürrtin =u <n«id«n mit ihren Kindern A 

WalbungeU bebeefteu Bergrücfcn unb Kegeln. tErbprinj 3o|trt$, Prinj m»ir, priiijcfiiu ttclcnc, priii 3 (Scorg Wiltjclm. 


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Seite 902. 


Hummer 2\. 


Der „fjegefopf" bet 
Uffeln int Kreis Ei- 
feitberg errcid’t eine 
f)öi)C von 825 Bieter, 
ift alfo einer der 
hödjftcn (Sipfel in 
gaits Hordwcftdeutfch' 
lattd. Den wenigen 
an den Bergen i^äit* 
genden Kecfern wird 
allerdings ein nur 
mäßiger Ertrag ab* 
gerungen. Unt f 0 
reisooller und frucht* 
barer find wiederum 
die cEäler und 1t>ie* 
feitgründe mit ihren 
5ahlreid}en, aus jeder 
ISdjludjt der j^er, 



Bilder, wie man fie 
feiten finden mag. 

Dte Einwohner des 
maldecfifdien Candes 
— 5tr>ei uerfchiedette 
Dolfspämme^mdjwar 
Hiederdeutfdje und 
(Dberdeutfdje — find 
and? in Spradje, Sit¬ 
ten und (Sebr.äud?en, 
in ihrer Qlradjt fowie 
der Bauart ihrer 
Raufer uerfebieden. 

Die ^auptftadt des 
Candes und IPinter- 
refideits des dürften, 
in anmutiger Umge¬ 
bung gelegen, ift 
Krolfett mit etwa 



Fürstin Batbildis und die beiden ältesten Prinzen. 


€ine Kavalkade aul Eseln: Der Sürst und die kleinen Prinzen und Prinzessinnen. 


Dientcl oder Kar 51t- 
ftröntenden, filberfla 
reit und fehr forellcit- 
reichen Bächen. 

Der mehr öftlid?e 
Ceil des Candes, 
weniger h oc h gelegen, 
ift noch reicher cm 
Hatitrfd)önheiten als 
das Uplaitd, suntal 
das obere (Edertal; 
die Umgebungen des 
fürftlicben Stamm* 
fdjloffes IDaldecf, dos 
Kurorts XPilduttgcn 
fowie des auf h°h cr 
Bcrgfuppe gelegenen 
Sd?loffes ^riedridy 
jiciit (Kbb. S. <)00 
bieten mit ihren berr 
lidjcit £aubwaldungcn 



5000 Einwohnern. 
Das im Knfang des 
l S. 3ahrhunderts in 
dem gleidieit Stil wie 
das Derfaillcr Schloß 
erbaute, fehl* geräu¬ 
mige Kefidensfvhloß 
Kbb. S. 899 ) enthalt 
eine Bibliothef 001t 
mehr als 55000 Bän¬ 
den fowie rcid'jeSantm- 
langen 0011 pompe* 
janifd?en und andern 
Bronzen, t>on Ulüit- 
5en, IDaffeu und 
Kltertümern aller Krt. 
Der (SrundftocF 511 
diefetit Ulufcum wurde 
durd) die Samm¬ 
lungen des portu- 
giefifdjen (Eeueral- 


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Hummer 2 U 


Seite 903 * 



fetbmarfdjafls prtnsen <E£?ri 
ftian Port IVatbecf in ber 
oipeiten Qälfte bes J8. 

3ahrhunberts gelegt. 

Urolfen ift auch ber 
©eburtsort bes Bilb* 
hauers Hauch; biebrei 
in ber Stabtfird^e 
aufgejiellten Hauch* 
fd?en OTarntorjlanb* 
biiber, ©laube, I}off* 
mmg unb £iebe bar* 
ftellenb, futb befannt. 

Uudj $r. unb lt>. Kaub 
badj jtnb in Urolfcn 
geboren. — ©er Uhn* 
herr bes regierenbeit 
5ürftentjaufes IDalbeJ ift 
XVibufinb III. ©raf oon 
Sdimalenberg, ber im 3a br 
\ \ 3 ? ftarb. Viele bebciiteitbe 
Hlänner Jtnb aus bem (ßefdjlcdit 
herporgegattgen. ©npabitt fei l^icr 
ber Sürji ©eorg 5 rtebridj pon IVal* 
beef, ber im 3^?* 1653 als feiten* 
ber HTiitifier an bie Spifee bes 
branbenburgifdjen Staates trat. <£r 
ift es getpefen, ber 3uerft beit großen 
©ebattfen faßte, einen Bunb beutfdjer dürften unter 
Branbenburgs 5 ütjrung 3ufammeit5ubringen — ein 
plan, ber aHerbiitgs an aitberioeitigen tpuhtigen Un¬ 
ternehmungen bes ©roßen Kurfürftcn fd?eüerte. 


Obere Helfye (uon linfs nad? redjts): jürft 
rieb, ^üntin Batbildis, ^ürltiu 511 Brittbcim, Königin* 
immer ber niebeilnnbe, ^iirft ju Bentheim. Untere 
Heibe: Crbprittjcifiti €iiüibetf} 311 €tb<tdj »Sdjön» 
berg, geleite fjerjogm Don 2 llbany. 

Betuch am I5of. 


Unfcre Seit fielet in manchem 
Seiden, por allem aber 
in bem bes Vor¬ 

felds. ZVtr ©eutfdjcu 
befonbers ftnb luattber* 
luftig, tuanberüber* 
mütig getporben ttitb 
treiben es intnter 
mehr. IVir trollen 
feheit unb hören. <£s 
gab 3 a hre — unb 
fte fntb itod? nicht 
treit in ber Vergan¬ 
genheit — tro mir 
hinüberbrängten über 
bas große IVaffer, über 
bie großen Berge nad? 
Silben unb Horben, als 
gab es bort nur Schönheit 
311 fehett. ©as ift anbets unb 
beffer geworben. ©er^rembensu- 
ftront iiad> ©eutfddanbhinein brad?tc 
uns ©eutfd?cn auf bie 3^oe, baß es 
nid;t fo übel für uns märe, bie Sd?ön* 
heiten, (Eigenheiten unferer f?eintat 
eher aitfsufud^en als bie jenfeit bes 
ZVaffers unb jenfeit ber Berge. 
Htm fteht bie Seit trieber ror ber 
(Eür, wo bie ftaub* unb pflaftermüben ©roßftäbter ftd? an 
bem Sauber unferer fjeimat crfrifd?en gehen — ber £?ar3, 
(Thüringen, bas Hiefettgebirge rüften ftd?, bie ©äfte 3U 
empfangen, unb ihnen fd?licßt ftch ZValbecf-pyrmont an. 


Sumpfe uni 


Von X)t. €. Habe. — l?ter3it 8 pl?otograpf?ifd?e Uufnahnten ron (Eepe, Bloemettbaal (ßoKattb). 



fd^ett faunt, unb nur trenige biefer Hohr« 
bctrobiter perraten ihre Umuefenl?cit 
burd? ihren ©efattg, wie bie Hohr* 
fättger, bereit auf ben erften Sd?eitt 
ungereimtes, ftmtlofes ©epiep uitb 
©efdmarrc fo rcd?t paßt 3U bem 
unfteten Schaufeln ttttb Springen 
biefer Sänger an ben fd?wanfcn* 
beit Hohrftengeln unb präd?tig 
harmoniert 311 bem sirpenben, 
fd]liirfenbeit Heiben unb 
c ddeifeit ber Hohrblätter 
gegeiteinanber: ihr Sing* 
fang ift ein Konsert, bas ftch 
mit bem bunten ©ubelfacf* 
gejobcl ant beften per* 
gleichen läßt. ©ie 
Hefter biefer eigen* 
artigen Konsertijtcn 
aber ftnb Kunft* 
bauten, bie eine ttn* 
geteilte BetPim* 
berung h^rpor* 
rufen. Sic jtttb 
beim ©roffel* 


jT^o an ben Ufern langfam nttb 
träge bahinsiebeuber ^liufc, 
Seen unb größerer Cüciebc Schilf 
itttb IVeibcitgebüfi? faft unburdy 
briitglid?e ©icfid?te bilbeit, ipo ber 
Hohrlolbeit mit fdjlaitfent Stiel 
feilte Blüte erhebt, bic gelbe 
Sd?ipertltlie unb bas pfeilfraut 
bielVafferfIäd?eit umfaffeit unb 
bic siertidjen Hifpeitbüfd?cl 
bes Schilfes ftd? int IViitb 
neigen, ba ftellt ftch ein 
mannigfaltiges Vogeloolf 
ein, bas hier fein Heft 
baut, feitte Eier 5eitigt, 
feine 3u n ^« ^roß 
Steht, fiu*3, alle Jreu 
beit unb Ceiben bes 
ehelichen Cebeits 
burdifoftct. Uber 
gefeheit unb beob* 
achtet tPtrb biefcs 
Dogcllebcit bfer 
pott ber nicht** 

3ahl öor Hleti* 


benwarze bcdcnwaioc am JNeft. 


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Seite 90g. 


Bummer 21. 




roljrfängcr imb beim Ccidirolirfäitgcr (llbb. nobenjt.) etwa einen 
Bieter über betitlDafferfpiegel jroifdtcn melirercit, nciljc beicinanbcr 
ftebenben, frifdieit Boljrftengeln fo angebracht, baß biefc bic Beft 
tvanbungen fcnfredjt burdiboljren. Das 21 (atcvial bes Heft' 
getoebes bcfteljt aus Blättern, fjälindjen, Wafern ufm. ber »er 
fdnebenften (Seiräcbfc, bic fciidjt »erarbeitet roerben, fo baß 
bic Bauten in ber erften §eit gan, naß finb. Das Bau¬ 
material nürb erft troefeu, lreuu bic <£icr Spuren t>on 
Bebrütung jeigeu. Die Hefter ber übrigen BoI?rbctt>oliner, 
mit llusnalimc ber Bart- itnb Bcntclmeife, finb nidit fo 
funftüoü angelegt mic bie ber Boljrfänger. Das Heft bes 
Deicbl^ulins (llbb. S. 905 ) ftcljt 311111 Beifpiel meifl auf 
Seggcufufcn inmitten bes Sdjiiftoaibcs, it>o Bufdnoerf 
unb Bäume nicht fcljlen, nnb wo bas fülle IDaffer uom 
frifdjeu ©mit ber IDafferlinfen bcbccft ift. llitberfcits bat 
cs midi feinen Staub auf bcu umgefnieften, rorjäljrigcn 
Sdulf- unb Bohrblättern, auf benen bann eine Blaffe an- 
berer troefener Blätter sufammengetragen ift, bie einen 
nidit ganj funftlos gefloditcitcn Bau abgeben. 3 mnter 
ober ift bas lieft fo angelegt, baß es non ber Üanbfeite 
nidit gefcljcit merben fantt. Die <£icr fmb mit Weinen 
nnb größeren braunroten, »erftreuten puitftcn nnb 
Rieden unregelmäßig befefet. Der fjorft ber Boljnrcibcn 


in ihrem JScft. 


Gelege 


Ccicbrohrrängcr am JNTcrt. 


( 2 lbb. untcnft.) tt>irb in äfytlidicr ttVife angelegt 
liüc bas Heft bes (Ecidjfyubns, inbem geroöfytlid) 

des faratis au f ^ cn a * tcn 23°l? r fteNgeIn ber Hau riibt, fo baß 
cs a ans. ^ gcioifferinaßeii febtrintntt. 2lut bauftgftcit fielet 

bev fjorft bort, tuo 
bic Hobrocgetatioit 
uiiburdibringlidje 
IDalber bilbet, 
lrcnnalcid] cs and) 
Dorfonunt, baß bet* 
Hau im toilbcit 
(Scftrüpp einer 
fleinen 3nfel auf* 
geführt wirb- Das 
IDeibdien febfeppt 
311 feiner 2lusfiUp 
ruitg eine große 
21 Tcitge troefener 
Hobrftcngcl, Hin* 
feit, troefene Reifer 
liftr. berbei, nnb 
bieroott baut es 
ein fyobes, flad]es, 
unfniiftterifdies 
Heft, bas man bei 
0berfl äd7 1 id7er He* 
tradünng fatiiit für 
ein fofdjcs aitfielet. 
3n ibnt brütet bas 
IHeibdjcit fel^r feft 


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unb läßt ben 
ZtTetifdjen bis 
auf wenige 
Sdjritte Ijeran, 
elje es abftreid]t. 

5ür bie gcmje 
Pogeltpelt in 
5 d]ilf uttb Ztoljr 
ift bic Ztobr- 
treibe bie 
fdjlimmfte 5cin- 
bin, fte raubt 
junge unb alte 
Dögel, trinft bte 
<£ier aus, bte 
fie finbet, fur3, 
fic ift einer ber 
fdjäblidjften 
Dögel unferer 
Heimat. Hie 
perfäuntcn es 
bte Sumpf* unb 
IDaffetPÖgel 
por bcm 2lb- 
ftrcidicn pom 
Zteft ibr (Selcge 
mit Caub ober 
Ztiflmatcrial '311 
bcbedett, ba fie 
gans genau trif¬ 
ten, baß fonftbie 
€ier ber 3 ofy:* 


Tieft und 6f«r des Ccichhuhne. 



lunge. Kröffelrether im Tieft. 


tpeifte fid?er 311m 
©pfer faden, 
5 >iefe näfjrt ftdr, 
folattge bte 
33rut5eit bauert, 
faft ausfdjüeß- 
iid? pon ©iern, 
pou betten fte 
bie Heineren 
gatt3 perfdjlucft, 
bie größeren 
aber gefdjidt 
austrinft. 

fjinftdjtKdj fei¬ 
nes Sdinabeb 
baus ift ein 
gait3 eigenarti¬ 
ger Sumpf pogel 
ber Cöffelreiljer 
(2lbb. uebettjt.); 
er ift aber audf 
ttod) baburdj 
ititereffaut, baß 
er ftdj in Xjol- 
lattb als 23 rut- 
pogel ltieberge- 
laffett Ijat, träl}- 
renb er fottft 
bas füböftlid7e 
Europa, bie 
©egettb um bas 
Sd]trar3e unb 


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Sette 9O6. 


Hummer 2 \. 



Kafpifche Hleer, Sübjtbirien unb Horbdjina berechnt, 
fein Vorfommcn in £}ollanb alfo mir infclartig ift. 
IVciter merfwürbig ift bei biefent Heiner, bog er überall 
bort, wo bofyc Hänme in feinem Verbreitungsgebiet 
oorfommen, in biefen niftet nnb hier ber Seite bes 
IValbes beit Vo^ug sunt l?orftbau gibt, bie bem IVaffer 
Sugcfehrt ift; anbers aber ift es in beit walblofeit < 5 c* 
geitbcn, wo ber Cöffler ähitlid? wie bie Hohrweihe 


horftet, inbem er auf ben eingefnidten h°h cn 
Snmpfpflan5cu ober audj nur auf beit alten Heften 
bes Rohrs, aber feiten unmittelbar auf beut £rb* 
hoben fclbft feinen fjorft erriditet (2lbb. nebenft.). 
Dicfer ift oiemlid) groß unb befifet als (Srunblage 
StöcFe nnb bürre <§weigc, auf beneit eine Sd}id}t 
von Rohrftcngelu unb Heiferd?en ansgebreket ift. 
Die fcid>te Heftmulbe enthält eine bünite £age oon 
trocFenen Sdjilfblättern ufw. Das Belege be* 
fteht aus brei bis uier Sient, bie nicht bie (Sröße 
ber Storcheier errcKhcit, fic befitjeu eine feftc, 
grobföntige, tauige unb glai^lofe Sdmle mit »er 


geringen 23 obenoertiefnng unter über Wangenbein (Sefhrättd^ 
bie mit etwas (ßenijt belegt wirb, unb auf biefes werben 
bie \0 bis 20 fursoualeit, einförmig gelbiidvgrüneit 
<£ier gelegt. £inen £}ahn begleiten fedjs bis acht £}ennen, 
unb um fie führt ber ifahu utcle, aber nid?t fetjr heftige 
Kampfe auf. Die feinte brütet auf bem He(t fefyr feft, 
ift aber äufcerft bumm, entfefet fid? uor jeber Störung, jeigt 


6 clcge des ICöffclreibcrs. 


Gelege der fluOmecrrchwalbc an einer dferböfchung. 


cinsclten, fchr tiefen poreit. 3h**e ©ruubfarbe ift gclblid?, 
unb auf ihr fteben braune nnb ocfergelbe 5lecfcu unb 
puttftc. Die 3 li a9eit wad?feit langfam heran unb bleiben 
fo lauge int Heft, bis fic ooliftäubig fliegen foulten, 
bann werben fte uon beit SUten in bie Sümpfe geführt, 
tuo fic halb ftd] felbft iiberlaffen bleiben. 

Kein urfprüuglid? europäifd}cr Vogel, aber feit langen 
feiten hier eingebürgert ift ber gemeine ober ber 3 agb* 
fafau ( 2 lbb. S. 90^). <£r wirb uorsugsmeife in 5 afaitcricn 
gehalten, wo bie (Eiere bei ungünftigemIVetterSdnife nnb bei 
Habrungsmangel 5 utter erhalten. 3 11 manchen (Scgenbeit 
inbeffcit ift bas Hier heute oollftaubig uerwilbert, unb biefe 
Verwilberten fudjen bann Heine IValbpartieu in fntdjh 
baren, roaffcrrcid?en (Segenbeit auf, wo bkhtes Unterbot 
unb üppiger pflau5enwuchs, bcfoitbers 23 roitibcergcfträud) 
unb wilber £}opfcn, wildern, wo fte ihre fnnftlofen, pri* 
mitioeit Hefter aulegen. Diefes Heft beftebt aus einer 


and] im 5üh*eit ber 3an* 
gen feine bcfoitbers her* 
oorftedtenben £igenfchaf* 
ten, benimmt fid? manch* 
mal bagegen red>t töricht. 
Der Bahn flimmert fid> 
um bie Familie gar uidd. 

2lnt wenigfteit Sorge 
um beit Hau eines Heftes 
machen fiel*? bicScefdjwal* 
ben (2lbb. S. 905 ), nur 
einige Urten oerfteigen ftdj 
ba3it, ein nefiähnlidios Hanwerf her3uftelleit, fo 3. 23 . bie 
weißbärtige Secfdjmalbe, bie wcißflügelige Seefchwalbe 
unb bie fd?mar3e Scefdjwalbc. Sic wählen, bcfoitbers 
bie lefetcre, ltnsugänglidtcn UToraft als Hiftpläfee, wo 
ihre Hefter nahe beicinaubcr ftcheit, gebaut auf einem 
(Scwirr fdjminnueubcr pfla^cn ober auf itiebrigem (Sras 
unb Seggenfitfcit, bie oft faitiit über bas IVaffcr heruor* 
ragen. <£s wirb aus trocfeitcit Hlättent ber ocrfchiebeitftcu 
JVafferpflanseit unb Valuten lofe 3ufammengefd?id]tet. Das 
(Belege unb bic 23 rut oerteibigeubie fd^war^eu Scefdjwalbcu 
mit hohe™ JTh't- Srutseit bauert oiet^ehu (Lage. 

Die 5 lußmeerfd]walbe unb maitd^c aubere Urten ntad^cii 
fidi bie 2 Tlühe eines Heftbaus uid]t, fie bcttufeeit als Heft 
eine einfache Vertiefung im Saitb ober au ben Ufer* 
böfdnutgcit (2lbb. nebenft.). 2lbcr trofebem bie €ier hier 
redit frei liegen, werben fie faunt benterft, ba fie faft gaus 
mit ihrer Umgebung in Zeichnung uub 5 arbc harmonieren. 


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ytmnmet 2 {. 


Seite 907. 


©ie t>olbe $örtn. 

Vornan »ott 

3ba QSob-Gfb. 


amt hatte flch nod? etmas begeben au biefer 
Heinen Cafelrunbe. 

Der Detter Citbotins erjäfytc, baß auch er 
damals bem Ködert beigemobnt, tu beut Frau 
Forfling unb 33 aranomitfd? fld? sum erflenittal ben Ber* 

, linern porgeflellt, tmb er pries polt Ueberfchmettgüdjfett 
bie Kunfl Ceonies, moranf ber junge F*an3ofe beu 
bringlidjcn JDirafd? aitsfprach/ ZHabamc enblid? and) 
einmal hören 311 bürfeit ... 

Ceonie, bie foldje Hebensarten immer für großen 
<£rnfl nahm, lub eifrig bie Herren ein, am Vormittag 
3u ihr 3U fornmen: fle mollc ftngen, fo piel man befehle. 
Denn hauptfächlid? mar es fo: jte permodfle, in bent 
Sujtanb hödtfler fitnfllerifdjer (Erregung, in beit bic 
Kunbry fle uerfefet, fanm mehr ihren IDunfch, 311 fingen, 
fld> in Baufch 311 fteigern, attbere hmsureigett, ttieber» 
3ufämpfen, unb led?3te förttilid? banach, fleh por einem, 
menn auch noch fo Keinem publifunt hören 311 laffeit. 

Diefe Cinlabuttg aber hatten bie ^errett - ab* 
gelernt. Der junge Frat^ofe, an beu Ceonie fleh ge¬ 
richtet, fal? fcfunbenlang mit einem ratlofen Husbrucf 
auf Cubotin. Unb bann erflärte biefer mit ber merf* 
toürbigeit ruhepollen fjöflichfeit, bie ihn nie per lieg, baß 
fte leiber perhiitbert feien. -- — <£r gab auch (Srüttbc 
an, bic planfibet febeinen fonnten ... er höbe mit bent 
Detter eine Familienangelegenheit 511 befpredjett . . . 

Unb Ceonie fdfleu fogar pon biefer Husrebc irgeitbipie 
gan3 befriedigt 31t fein . . . 

Carry aber mugte es, als höbe es ihr jemanb gerabe 
ins (Sefldfl gefagt: Cubotin unb Hyel mürben fleh fchlogen. 
Diefe beiben Freunbc batte Cubotin burch ein Celegramiit 
herbeigerufen, ihm als Sefuitbanten 31t bienen . . . 

Sie hotte auch in jenem pcrhängnispollen Hugett* 
blief auf bent Feflfpielhügcl 311 genau gefehen, tpie finit* 
los erregt, tpie brutal faft Hyel an Cubotin heran* 
getreten mar . . . mit beit UTienen eines, ber ant liebften 
ben (Segner auf ber Stelle nieberfdflagett mödfle . . . 

Unb nun ging fte hier in bent befounteu (Sorten hin 
unb her unb bachte immerfort: pielleidfl ifl er fd?oit tot. . . 

Denn jte mußte unb glaubte: bei fold?ent IDürfel* 
fpiel, mo es um bas Sdflcffal geht, perliert ber, beffen 
Jjänbe porn lieber bes fjaffes sittern — falt ntug fein, 
mer bas (Sefdjicf meiftern mill . . . 

Dom £?aus ber Hang ber famtmeichc, bunfle Cort 
einer Stimme fchmelleub hinaus in bic 1 ^ 6 * Cuft. 
Ceonie übte an ber partie ber Kunbry. 2 Uit unerhörter 
Ceibenfchaft fang fte es heraus: 

„Hur eine Stunbe mein — 

Uur eine Stunbe betn —: 

Unb bes lüegs — 

Sollfl bu geleitet feinl" 


Carry fountc es nicht ertragen — jefet nicht. 

Sie ging auf bic Deraitba 311 unb trat hoftigen 
Sdjrittes über bie Sd?melle bes (Sartenfaals, pon beffcit 
bemalten UTauent bie Stimme pradttpoü miberhalltc. 

„Singe nidfl — nur jefet finge nid?t", flehte Carry. 

Die anberc brehte fld? auf bent ritnben Sife bes 
Klapierftuhls herum nnb machte bas ärgerliche (Sefldfl 
eines ZTienfdjen, ben man aus einer fifflafe heraus* 
geriffeit hot. 

Hber ärgern mar ein (Sefiibl, bas ihrer bemeglkhett 
Ztatur 3umiber ging; bas ift für (Sentüter, bie aut 
Kleinen lange haften föttiten. 

„ 3 a, mas ifl beim? Cjaft bu Kopffchnter3? Hber 
natürlich — ich höre auf mit ber Singerei." 

Unb mie ein Kittb, bas beit Stuhl fdjlägt, an bent 
es fld? geflogen, Happte fte flrafenb ben Decfel bes 
Kla piers $u. 

„Hber fchabe — id? fage bir: bie KuitÖry liegt mir ... 
grogartig ..." 

Sie flaub auf unb reefte fich- nun fah fte erft recht 
Carrys (Seftcht. „Schafe, bu flebfl ntiferabel aus. Cs 
ift 311 heiß- “Dapon fommt es." 

„Ceonie," fagte Carry unb faltete bie fjänbe 311 ihr 
hin, „hafl bu bettn gar fein (ßefiUfl dafür, bag ettbas 
3 lugerorbeittliches porgeht? ..." 

Ceonie mürbe rot. Sie fiel Carry um ben J}als. 
Huf bies erfte IDort hin fdjon gleich mehrlos. 

„Bifl bü mir böfe? Sei mir nicht böfe. Denf nicht, 
bag ich fein Dertrauen 311 bir habe . . . aber ich meig 
ja felbft nicht: fann id^ fd^ott fpred^en, ntug ich'noch 
fd>mcigeit." 

„Du mcigt, mas porgeht 1 " rief Carry unb hielt bie 
attbere an bett ©berarnt feft por jtd) unb fchütteltc fte 
förmlich, „unb bu faitnft ftngen ..." 

„Uleitt (Sott ... ifl es nicht bas Hatürlichfte? . . ♦" 

„Das Hatürlichfle mär es, bu lägefl auf ben Knien 
unb meinteji uttb betetefl, meint um beinetmilleit 33 lut 
fliegt", fprad? Carry hart. 

„U)as? U)as — fagfl — bu ba?" brachte Ceottie 
perftättbitislos erjlaunt heraus unb flaub uttb fah mit 
ihren grogen Httgett gan3 ttnfchulbig aus. 

„Du meigt hoch, tpeshalb Cubotin fleh biefe beiben 
UTänner fontnten lieg?" 

Och glaube — mir ahnt — fte fagten bodj, bag 
fte eine Familienangelegenheit befprechcit mollteti . . . 
(Sott, Carry — bir, gerabe bir, mein ich/ follte ich erft 
pon ber eittfcbiebenen (Semigbeit fpredjen — aber bu 
bift nun fo fonberbar — ich fei? fd?on, bu nimntfl es 
als IHangel an Dertrauen — pielleidfl hafl bu aud? 
erraten . . . fleh mal Carry — ich fantt bod? nicht 
emig tDitme bleiben — ber liebe, arme peter, ben idj 



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Seite 908. 


Hummer 2{. 


nie pergeßen werbe, nie! ber hätt es nicht gewollt, 
gewiß nietet, €r mar fo felbßlos. Unb ich glaube, ' 
Cubotin will feinem Detter fügen, baß id? feine frau 
werben foll — ber fürft I^at es mir 5U perßehen gegeben 
— gan3 Har — baß er mich möchte . . . Unb ich 
föutite hoch uidß nein fagett. Ach, bas fönnt ich nicht! 
Das würbcß bu ttidß perlangen/ 

Sie fanf in einen Stuhl unb litt, benn il?r fam por, 
als ftcl^e fie in feelifchen Kämpfen unb fönite hoch iX^r 
©lücf nicht pcrfd|cr3en, bas Carry ihr pielleidß im 
Hamen bes (Coten ßreitig machen mollte. 

Sie lernte bas fdjöne Haupt 3urüd unb fdßoß bte 
Augen unb badete, wie tragifch es fei, baß bie fyeijje 
Ciebe bes (Toten gleidßam itodj aus bent (Srab nadj iXjr 
bie H^nbe ausßrecfe . * . 

Die arme Carry aber ging facht an bie (Eür unb 
fianb unter ihrem Sogen, ftd^ leidet au ben pfoßen 3111* 
Cinfett ßüfoeitb. Da fah ße lange unb ftill hinaus in 
ben pon ber grellen Xjifce überflimmerten (Sarten ... 

Alfo Ceoitie mußte bod? nichts . . . ihr gan3es IDefctt 
tpar erfüllt pon anbern ©ebanfen ... pon Hoffnungen ... 

Carry Hatte bie ja auffdßeßeu felgen, rafd? unb üppig 
ipie (Trcibhausfdjößlingc. Aber fte mußte nicht: befaßen 
fie Cebensfraft? Crfütjnte ber frembe HTaitn ßdj, ihres 
Daters IDitmc mit unreinlichen Abfichten 511 hulbigen? 
©ber mollte er Cconie 3U feinem IDcib machen? 

3a, cs fdßcit fo. Ceonie ermartete es . . . 

Unb Carry fragte gar nicht: liebft bn ihn? Sie 
fragte gar nicht: baß bu ben ©atten, ber bich fo greifen* 
los liebte, fd}oit pergeffen? 

Sie mußte ja: biefe Seele fonnte man nicht fragen. 
So menig mie bie Blumen, bie bort glühten, warum 
fie in brenneitbem Hot fchimmerten. So menig mie ben 
Sommertag, marum er mit heißem Atem bie IDclt erntübe. 

Sie hatte es ja aud) immer gemußt: bie mtbeforgte 
Cebensfreube, bie im IDefcn biefes phantaßepoßcn ©e* 
fchopfes putße, mußte es halb Ißnmcgführen pon bent 
©rab . . . 

3 n Carrys fyv$en, bas por XDch 5itterte um bett 
pon ihr Unpergeffenen, immer neu Beweinten, ntifdßen 
fich bie ©ntpßnbungen feltfam burchcinanbcr. 

Sie buchte an A^el, unb mie ihn bie ©emißheit 
treffen mürbe . . . Schon als er bie Annäherung bes 
fremben HTannes fah, nur erft bie Annäherung, riß bie 
Ciferfucht ihn 3um äußerfien Schritt hm . . . Die ©e* 
mißheit mürbe ihn töten . . . 

Aber piellcfcht erfuhr er fte gar nidß mehr. Dieb 
leicht hatte ihn 311 eben biefer Stitnbe fchon bas emige 
Schmcigen aufgenommen . . . 

Da fanten eine jtnnlofc Attgfi über fte unb sngleich 
ein blittber ^orn ... 

Die, bie bies alles perfchnlbet, follte aud) 3ittern . . . 

Sie trat por Cconie Ißn. 

„Die beiben, bie Cubotin ftch fontmen ließ, brauchte 
er als Scfunbaitten . . .* 

Ceottic fd]rie auf. 

„ 3 a," fagte Carry, „ja, ich weiß es gemiß, gan3 
gewiß, mir hat es niemanb gefügt — ich weiß es aber 
hoch gewiß ..." 


Das micberholte fte — in einer jhtmpfctt Angft — 
ftd> immer wieber beftätigenb: es ift wahr, es ift wahr... 

„HTit A^el?!" ßammelte Ceonie. 

„Um bcinctmiUen!" 

„Hein, nein!" 

Das murmelte fte meebanifdj nur por ftch hin — 
fte mollte ftch nicht perteibigen ... fte fühlte feine 
Schulb. Sie wollte aud? ttidßs abmcln*en — fie fühlte: 
es mar wahr. Unb eine 5ülle pon Dorßelluugcn fam 
an fie heran unb überftrömte ihre ©ebanfen. ©ine 
heiße ©rregung bentächtigte ftdj ihrer, uttb ihr mar, als 
fäme nun eitte große Schicffalsftunbe, itt ber fte ftch als 
pollfomntenc Helbin 3U bewähren habe unb einer Sürßen* 
frone entfagen rnüffe, um ftd? bes armen Hebens 311 
erbarmen, bas fo treu für fte fdßug unb bas Ceben 
wagte, ehe es fidi in bie ©ntfagnng fanb . . . (Tränen 
rannen über ihre IDangen . . . heiße (Tränen ... 

Carry ging auf unb ab — auf unb ab . . . 

Hutt bas furchtbare ausgcfprochen mar, hatte es 
pollettbs eine beftiinmte ©eftalt angenommen. — 

3 m großen Hamit, an beffen IDättbett bie blauen, 
ßatternben Bäitber bie gemalten Hofenfräit3C mit* 
cinaitber perbattbett, mar cs fdjattig. Die perhängte 
Dcrattba por ihm hielt alle Sonncnftrahleit ab. 

Hientattb fprad) . . . Die eine erlebte tragifchen 
Dcrsicht auf ©lan3 unb taufenbfältig rei3oolles, fremb* 
artiges Heuleben unb trug fdjoit tapfer Kampf unb 
Hot unb ladicltc fraftpoll uttb rühreitb beut treueften 
IXiann 31t, ber ßerben mürbe, meint fie fid] ihm nicht 
gab . . . 

Die aitbere fühlte nur: wie foll id? cs tragen, baß 
er ftirbt . . . unb mie foll er es tragen 31t leben . . . 

Unb mit einem HTal buchte fte: xd) min fte auf ben 
Knien bitten, poit biefem frentbeu HIann 3U laßen! 3 ^h 
miß ihr fagen, baß fte ben beglüefen muß, beit fte Ißn* 
meggelocft hat aus feinem Ccbeit poII ©hre, fricben 
unb Segen . . . 3 a / bas muß fte! Das wirb, bas 
fann ße! . . . IDcntt man bas rechte tDort ßnbet, ihre 
phantaße bamit 511 cnt3Üubcn . . . Unb meitn fte 3U 
ihm fomntt: er, ber HTann, er tpirb piclleidß gar nicht 
fpüren, baß ihre Seele nur bie flügcl ber phantaße 
nahm, um ben IDeg 511 feinem H cl ‘5 cn 5 U fmfcen • • • 

U)ie einß ber, ber es nicht gefpürt hatte ober nicht 
hatte fpüren wollen, ber nun fdßtef . . . Unb glücflich 
mar, trofc allem . . . ©lücffclig 511 beßfeen . . . 

3 a, Heber noch einmal bics erfdritterttbe Schaufpiel 
erleben — nod? einmal ftiH per3tchtenb in ben Schatten 
treten, als ihn fterbenb, elettb, per3meifclitb 3U mißen. 

Sic ßaitb unb ftarrte hinaus . . . pon ber Schwere 
uitb ©cmalt ihres Cntfdßußes noch gelähmt . . . 

Unb bann ßieß ße einen leifen Huf aus . . . 

Um bie <£cfe ber (Tajritswanb fam ein HTann unb 
fchritt auf bas Haus 31t .. . laiigfant, ernft, unb fein 
Augeßdß fdßcn merfmürbig ermübet unb hatte einen 
fd?arfcit Sug. 

Spanier! 

Sic ßog bent freunb entgegen. 

„<£r iß ... er iß . . ." ßammeltc ße unb griff 
nach bes freunbes H a nb. 


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Bummer 2 t. 


Seite 909. 


Cr legte ben Krm um bie 5affungstofe nnb führte 
pe über bie Seemeile 3urücf. 

Srinncn ftanb aud] Ceonie, bleich, ober in tvunber* 
barer (Sefagtb^cit . . . 

„Uber Fräulein Carry!" fagte Spanier liebevoll, 
„mas haben mir benn? 3a, mein (Sott, fajt of]n- 
mächtig ..." 

Cr bradpe pe 311 einem ber Cehnftülpe am Cifd] 
tinb Welt ihre eisfalte fjanb beforgt 3tvifd]en feinen 
beiben ruhigen Rauben — feft, brüberlid] tröftenb % . . 

Sie fal] il]n nur an, unb biefer buufle Ungftblid 
aus ben tiefliegenben klugen erfchütterte il]n. Cr las 
all bie fragen. Unb er mußte ja fpredjen. ZDaljrljeit 
unb Cüge — tt>ie bie Cage es nun einmal forberte . . . 

„Unfer 5reunb Softor," begann er unb nafjm bie eis¬ 
falte f]anb nod] fefter, „unfer armer U^el — ja, ber 
bat nun einen Unfall gehabt ... es Ofyten 311 ver¬ 
bergen, märe ja unmöglich . . . U>ir Ratten eine fleine 
Canbpartie gemacht ... er hat pd] verlebt ... er 
unterfudpe ein <ßemel]r, bas in ber IPirtspube l^ing ..." 

„Cr ift tot!" fagte Carry unb fdpoß bie Uugen. 

Ser Vflann beugte pd] 311 it^r herab — er nahm pe 
in feine parfen Urme unb trug pe einfad] auf bas lange, 
breite Sofa. 

„IPein", befahl er. „ Bafel]." 

Ceonie ftür3te hinaus, um im J^aus f]ilfe 511 fud?eu. 

Uber Carry mar nid]t bemußtlos, ein paar Sefunben 
laug nur fd?ien il]r, als pele pe in fd]mar5e Ciefen 
hinab, fdjminblig ob bes Ubgrunbs, in ben pe ver¬ 
faul ... mit großer tPillensfraft l]ielt pe pd], fd]lug 
mieber bie Uugen auf unb rnadjte, fd?on in Spaniers 
Firmen, eine abmehrenbe Bemegung. 

Cr faß nun neben il]r auf einem Stulp unb l]ielt 
ihre £]änbc mie ein Ur3t an einem Kranfcnbett. Unb 
er biß bie §äty\e 3itfammen, meil ihm ein bißchen un¬ 
männlich 3umutc mar unb il]in eine große tPeid]her3ig- 
feit bie Uugcn gar naß machen mollte . . . Unb cs 
hieß bod?, ben bangen Blicfeit panbl]aft begegnen . . . 

„Cr ip tot!" püfterte Carry. 

„Bein. (Slauben Sic mir bod]. Cr ip nid]t tot." 

„Uber er mirb perben — rnenit pe bem anbern 
UTann angel]5rt — pe muß nersidpen — id] mill pe 
bitten — betteln mill id] . . ." 

Ser UTann härte es, unb il]m mar, als mad]e fein 
Ceben eine paitfe ... Cr batte geglaubt, bie 5rauen 
311 fennen . . . mand] 3itternbes £}e 1*3 l]atte ihm ge* 
fd]lagen . . . viele großen tPorte von Ceibenfd]aft unb 
Eingabe maren an feinem ©br vorbeigegangen . . . 

Cr ful]r auf aus feinen Sinnen — glaubte, (Sott 
meiß mie lange gebaufenverloren l]ier gefeffen 511 l]abcn 
— unb biefes anbadpsvollc Staunen l]atte il]n bod] 
nur ein paar Utem3üge lang in Bann gefdpagen gehabt... 

„Bein," fprad] er feft, „bas merben Sie nid]t er¬ 
betteln!" 

Sa fant Ceonie 5uriicf mit IPein unb hinter il]r bie 
5rau bes £]aufes mit vielen Uncrbietungen unb fd]ulb- 
bemußten Klagen über bie C^ifee, als fei pe gegen bas 
UTieteVerhältnis unb bebeutc faft eine Betrügerei feitens 
ber Permieter. 


Carry machte eine Bemegung mit ber fjanb, bie 
Spanier veranlagte 311 erflären, es fei nichts. Unb pe 
banften für jebe ^ilfe. 

Uber Ceonie natürlich, bie fonnte er nicht hinaus* 
jagen, unb bie fniete nun neben Carry unb mar außer 
fid] vor Sorge unb Kummer. 

„Süße Carry — liebe Carry," fd]meid]elte pe, „rege 
bid] nicht auf — es fommt nur, meil bu bid] über 
mich aufregtep. Sieh/ ich n>ül alles, mas bu müip: 
aud] ver3id]ten! Su meißt molp tvoraitf! Unb alles 
tun, gut3untad]en, menn bu mirflid] meinft, id] habe bie 
ppid]t. 3ch habe mid] fd]on gan3 fpneingebacht, hn 
follp fehen, id] fann jebes ©pfer bringen, unb er fotl 
es nie fpüreit — nie . . ." 

„tPillp bu," Püfterte Carry, „mirflid] — milip bu?" 

„3d] fchmöre es bir!" 

Ceonie fprang mieber auf. 

„tPir tvollen uns um 2 lrcl befümmern — es ip 
unfere pPicht — id] mill hin 31t ihm ..." 

Uud] Spanier hatte pd] erhoben, beim er fah/ Carrys 
5 arbe fehrte 3iirüd, unb auch hie lefcte Spur ber ©hn- 
mad]tsanmanblung vcrPog. 

,, 3 d] muß Sie bitten, meine gnäbige Srau," fprad] 
er etmas falt, aber fel]r bcftiinmt, „hiervon ab3iifehen, 
beim id] fann bie Pcrantmortung bafür nad] feiner 
^inpd]t übernehmen — nad] feiner!" fdpoß er mit ber 
bcbeutungsvollpen Betonung. 

,,©h!" Ceonie Panbgaii3erftaunt. Unb ga03 ernüchtert. 

Senn in ihre flammen bnrfte fein (Segenminb hin* 
einblafen — bavon erlofd]en pe Pets fofort . . . 

„Carry, tpas meinft bu?" fragte pe 3tveifelnb. 

Sie faß mm aufredp unb fud]te pd] 311 faften. 

„IPir müffeit bod] erp hären — mir rniffen ja noch 
gar nichts ..." 

„Cs gefd]ah um halb fcd]s Uhr heut früh, im 
IPalb hinter bem Siegesturm. 3 ^ habe ben Per* 
munbeten 31t mir genommen,’ feine IPohnung mar flein 
unb buiitpf — bas Kraitfenhous mollten mir vermeiben 
— es pnb alle Porbcbingutigen ba, baß — baß ber 
Unfall uollfoinmen unbefannt bleibt. 3 ch habe auch an 
UTama Sd]inccr telegraphiert", fprad] Spanier. 

„Kn bie alte Sauitätsrätin!" rief Ceonie, unb Carry 
machte große Uugcu, unb über il]r < 5 epd]t pog ein leifer 
Schein ber 5 reube. 

„Bun ja," fagte er, „bie alte Same ift fet]r rüpig, 
unb bie Beifc ift nicht meit. Unb UTama Schmeer hat 
mir 511m minbepen 5chn lange, längere unb abertängPe 
Beben gehalten, bereu ©rgelpuuft immer ber mar: 
menn bas, mas it]n peitfd]t, bie UTacht verliert, mirb er 
eines Cags umfallen, mie ber Kreifel tut, ber aus* 
gemirbelt hat, bann ruft nur mid], betm ich hab il]n 
nun mal lieb, unb id] belf bann aufrid]ten. So hab 
id] il]r telegraphiert. Senn eine Sad]c von TPodjen 
fann es merben", fdpoß er 3Ögerub. 

3n biefein Uugent>licf flopfte es, unb bie eben hinaus* 
fompliincntierte Hausfrau fteefte mieber ben Kopf 5ur 
Cür herein. 

„Sarf id]? £]ier ip etmas für bie gnäbige 5 rau.. 

„Bitte." 


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Seite 9 \ 0 . 


Hummer 2\. 


Unb fie fam mit einem Strauß gelber Hofen, benen ein 
Hrief beigegeben mar. „Der Diener märtet auf 2lntmort." 

Ceonie mürbe fel?r rot. Sie nahm bie Hofen unb 
las ben Hrief unb fagte: „Caffeti Sic ben ZTTanu einen 
Uugenblicf märten." Sic reichte Carry bas Hlatt l?m. 

Unb Carry las. Cs maren menige feilen, in fran* 
5Öfifd>er Sprad?e gefd?rieben, eilig ijingemorfen. Sie 
fagten: „Ceure 5rau! 3mci Cage lang muß id? auf 
Sie ben Cinbrucf eines Barbaren gemacht höben, ber 
oergeffen l?ötte, baß es für einen 2Uann nur eine mnrbige 
Hufgabe geben fann: bie, 31]nen, teure 5rau, 311 bienen. 
2£>ollen Sic mir erlauben, nad?l?er Herseiljung 311 
erflehen? Darf td? Sie um eine Untcrrebung bitten? 
3br tDlabintir 5ürft Cubotin-Konotop." 

„IHas foll id? antmorten?" fragte Ceonie. 

„VOas bu millft unb mußt." 

„Hun," meinte Ceonie fel?r sögernb, „fpred?en, if?u 
empfangen muß id? motjl auf jeben 5all ..." 

Unb fie fal? auf bas Hriefblatt — unb aus biefem 
fleinen Hlatt papiet* unb aus biefem pomphaften namen 
flieg es mie ein frembartiger Duft auf ... er oer* 
bid?tete ftd? 511m golbigen Hebel . . . unb aus ihm er* 
l>ob fid? bie h°^^ Cörin phantafic mit ihren golb* 
fdjimmernben klügeln unb flog bauen, hinein in ferne, 
frembe Canber, t>oll non geheintnisoollett unb über* 


rafchenben <5efd?el?niffen. Cangfam ging bie fd?öne Srau 
auf bie Cur ihres Zimmers 5U, um bort bie Hutmort nieber* 
5ufd?reibeti, bie über mel?r als ein Ceben entfdjeibeit follte... 

Unb Carry ftanb, bie bebenbe Ifaitb auf bie Cehne 
bes uächften Stuhls geftiifct, unb fah ihr nad? -- mit 
miffenben Hugen — benn fie fanute ja biefe leid?t oer« 
führbare Seele. — Dann ridjtete fic fid? auf, fejt, mit ber 
Cntfdjloffeuheit, bie jebent Schmers trofcen fann. „Darf 
id? 311 ihm — mollcn Sic mid? 511 ihm bringen?" fragte jte. 

„H>enn 3hr Stols es 3i?nen geftattet." 

„Stols?" fagte fic mit einem Cäd?eln, mährenb Cränen 
ihre Hugen füllten, „Stol3? 3d? liebe il?n, unb id? fann 
ihm bienen." Da nahm Spanier ihre f?anb unb füßte fie. 

„Der3eiheit Sie mir," murmelte fie, „oerseihen Sic mir." 

„3dl h^be 311 bauten. Denn id? höbe 311m erftenmal 
in meinem Ceben ein ganses XDeib feunen lernen bürfen", 
fprad? er fehr leife. Sie erglühte. 

Dod? ba fagte er rafd? unb ohne bas ntinbefte Heben 
mehr in ber Stimme: „Hlfo fomtneuSie. Unb übrigens 
martet and? mein U>agen." 

Unb unter ber Cür, als ihnen ber troefene, heiße 
Eltern ber Zllittagsglut entgegenfchlug, fprad? er nod? mit 
einem fursen Mißfallen an ber U>elt: „Dies ijt aud? 
feine Ccmperatur für Ieibcitfd?aftlid?c Crlebniffe." 

(Schluß folgt.) 


SDP 



1. Retfcmantcl aus dunhelblauem Livrectucb mit Doppelpelerine. 
IHoifon DrlcoQ. — pbot. Keutlinger. 




Heue HTo&cn. 

fjiersu 5 Hufnal?men oon Hcutlittger, paris* 

D ie erfte „Dertiiffage" im „(Sranb palais", 
bic ber „Socie'te' nationale bes beauj: arts", 
bereu Core auf bie Hoeituc b’Hutiu miutben, 
hat ftattgefunben; ber eine große 5rühjabrs* 
falon ift eröffnet. Cs ging babei einmal mieber 
ausnabmsmeife elegant l?er m ben gefüllten 
Sälen, unb metm man fiel?, roic bas auf ber 
„Derniffage" fo Sitte ift, auch nid?t oiel um 
bie ausgeftcliten Kunftioerfe an ben IDanbeit 
unb auf beit Socfeln flimmerte, fo hötte man 
befto mehr HTuße, bic UTobefunftmerfe, bie bic 
Uerniffagebefucheriitnen 3111* Schau trugen, 3U 
beiounbern. Ccichte, buftige Stoffe in feljr heb 
len 5öt*bett maren oorherrfd?enb. Hb unb 3U 
fah man aud? Sd?neiberfoftüme, bie burd? bas 
reine ZDeiß ober Iid?te Champagnergelb ihrer 
Stoffe in ben allgemeinen hellfarbigen Srül?« 
lingsral?men biiiciupaßtcii. Huffallenb maren 
bcfoitbers lauge, meite HTätttel, phantafieooll 
unb leid?t fomtucrlid? gehalten, 001t beiten Hbb. 2 
ein d?araftcriftifd?es, allgemein bemunbertes Hei* 
fpicl barftcllt. lieber einer l?od?eleganten, fd?lep* 
penbcit Hobe aus oliogrüncnt, 3artcftem Seibeit- 
lituffeliu, ber bas meiße Caftuntcrfleib burd?« 
fchiiuiitern läßt, mit bid?ten Seibcupunftcn 
burd?fe^t unb mit breiten, oliogrünen Htlas« 
bänbern smeimal oolautiert, öffnet ftd? ein lan¬ 
ger, meiter Scibeuiitantel in Hebiugoteform, 
ebenfalls ans oliogrüuer Seibe mit grünem 
Santtbanb garniert. Die 0011 ben Sd?ultern 


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unb aaii5 „Derniffage" ift 
bas rofa Seibenmuffeltufleib 
auf 2ibb. fjubfd? unb 
leidet madjt fid? ba5 ein* 
fad?e Ztoefarrangemeut, an 
bem trifd^e <£infät$e brei 
(Sruppen aon je 5tr>ct lofeu 
Stufen trennen. Das Zilie* 
ber ift bluftg gef rauft, uon 
einem rofa Zltlasgiir* 
tel gehalten 


pbot. Ueutlingrr. 


2. Seidcnmantel aus olivgrüner Seide, mit grünem Samtband garniert. 


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Seite ty\2. 


Hummer 2\. 



ed]t und lofe die Bcfäfcc, 
feef und farbenfrifch die 
rSütc. IDtr müffen cs den 
tonangebenden 21(odcgrö* 
gen Dan! wiffen, dag 
ftc uns alljährlich neue 
5arbentönc bringen, die 
in glcidjcr 5<unl]cit in al¬ 
len Geweben vertreten 
find. 0b 21(uffelinc oder 
(Eud?, <Haft oder 23 rofat, 
Spißc oder 23 and, immer 
leuchtet die Huance in 
der gleid]en 2Pcid]heit, 311 
der die farbigen Unter- 
fleider der 2tobcn in bc* 
fter fjarmonie ftehen. Die 
bellen 21 Tantel erhöhen den 
fommerlid]en Cb^rafter 
der Toiletten, die trofo 
der propbc3eitcn Küble 
der oor uns lic- 

I genden UTonate 
5art wie aus 
Spinn locbfäden 
gefpomten er* 
fdu'inen. Darum 
find die Dete- 
ments geradezu 
eine Hohocndig» 
feit geworden, 
und diefe ,,21ot- 
mendigfeit" tritt 
uns in fo oielen 
Darianten entge- 
gen, daß mir 
uns nod] oft da¬ 
mit werden bc e 
fdjaftigen muf¬ 
fen. IDie nufere 
23 ilder scigen, ift 
jede Cänge in 
diefen Ulänteln 
und Umbängeu 
oertreten. 3 m 
allgemeinen gilt 
mobl als Hegel, 
daß der eigent* 


fd]cttcn der an den Sd]ub 
tern uoll eingefrauften 
Kerntcl; große Duchfnöpfc 
fd]ließcn den 21Tantcl t>orn 
in einer Heil}*. Sd>mar* 
5er Strohhut mit Hofen, 
fdnr>ar5er5ederundfd]u>ar- 
5en Samtftreifen garniert. 
Das furse HTantelgenre 
findet einen hübfdjen, gra- 
3iöfeit Heprafentanten an 
dem weiten, leidet ab* und 
anliegenden „Detcmcnt" 
auf 2lbb. 5, Sonn 211an* 
telet, aus mandclgrünem 
(Lud]. Der 21Iantcl ift mit 
hellgrünem Ktlas gefüttert 
und mit originellen, aus 
der Sd]ulter ohne Hal]t- 
anfafc hcrausfallendcn wei¬ 
ten 2luffd]lagärmcln aus- 
geftattet, die mit 
großen <Lud]- 
fnöpfen befefit i" "y 

find. Großer 
i r if d]er Spidern ’f?•. 

tragen und grii- 
11c paffemen- 1 

teriegarnierung. 

Das fpit>cnr>o- [ ,L ' 

lautierte, blu¬ 
menbemalte [• 

21uiffclinflcid ift 1 

wie gefd]affcu 
für eine der 
3ablreid]emSar- ; 

denparties, wie f 

fic uns jerd 
uädifter <5eit f ■ 

uiclfad] in 2lus- 
fid]t ftel]en. Die* 
fc Gardenpar¬ 
ties babcu fclbft* , 

r)erftäudlid]tr>ic' 
der ibr eigenes 1 •' 

2)lodegenrc. duf¬ 
tig und duftig 
find die Stoffe, ! 


ITlaifon Hedjoff* 
PdPifc. 


lintoilette mit 
ärmcln. 


3. oidßc jMurre- 
Bolero 


5. Mantel 
aus grünem 
Cuch. 

\ ITltüfonUeY 
\ Socurs. 

\ pbot. 
\ Heut- 
\ Iin» 
k \ ger. 


4 . Muffelinhlcfd 
aus rofa / 
Seide. / 

Hlnifonilev / 
Soeurs. / 


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Hummer 2\. 


Seite 913 . 


Iid^e HTantel, hauptfäd)Iid) ber mit (£aillenan|afe lang 2 Val)I feine 3ufälligc fein, benn nid)t jeber HTantel wirb 
fei, ber lofe Umgang bagegen bas Kleib nicht alljufclu* jebem Kleib eine gute 5 olie fein. Dev £u£us ift alfo 
bcbecfeit barf. Denn r>er hüllen foll er es bod) nicht, er mieberunt um ein Bebeutertbcs gefteigert, itnb manches 
foll es t>ielntehr beben. Uns biefem (ßrunb barf bic „nabelgelb" muß cr^öt^t werben, Kiementine. 

■ -jer: ■ - - J 

Das „fad)" des Schau fpielers. 

C^eatcrplaubcrei non Ulbert Bor^e. 


eine Seele im publifunt ahnt es, weld)e fluten 
tieffd)mar3er, innig gallenburd)tränftcr Cintc aus 
gefräuften HTimenhc^cn fdjoit auf bie hoffuungs- 
grünen (Cifd)e ber 0)caterfaii3lei gefloffen fmb wegen 
bes uertraften Kuliffeitwortes ,, 5 ad)", biefes claftifdjcn, 
nnbeftnierbareit Begriffes, ber unter beit (Slutcn auf- 
wallenber (Empörung belptbar wirb wie ped) an ber 
Sonne unb uor ber Kalte bes (Sefefees wieber erftarrt 
5um erbarmungslofen (Scftein. 

3beal genommen ift bas „5ad?" wie aud) bas 
Hepertoir (nad) neuerer Schreib weife „Bollciwer5eid)uis") 
bei ben nteijteit Bül)nenfünftlcrn eine <§ufamincuftelluitg 
ooit Hollen, bie ber betreffenbe HTintegerit fpielen mochte. 
(Ein fdjötter (Sebanfe, aber es fommt anbers. 

Uls bie Sdjaufpielfurtft nod) in ben IVinbeln lag, 
fam man mit ber 5ad)be3eid)nung gut aus. Die 
Figuren, bie bie Bühne bot, mürben, namentlid) 
bei fd)wäd)eren bramatifchcit 2 TTad)werfen, nad) bc- 
ftimmten, I)erfömmlid)en 2Huftern gearbeitet, ber Cfyarafter 
ber 2Henfd)en bewegte ftd) in enger gesogenen (Srenseit 
als fyeitte, wo (Seift unb Seele auf fo unenblid) oiele 
oerfd)icbeue (Einbrücfe reagieren ntüffen, wo man oon 
jetfem etwas fein foll unb beshalb oft nid)t basu 
fommt, ein in jtd) abgefd)loffenes (Sanses 51t bilbeit. 

Damals lebte ber ZKenfd) in feinem engen Kreis 
meijt oon ber IViege bis jur 3 al)re in ber gleichen Um¬ 
gebung, unter glcid)cn Verl)ältniffcn. Die altl)ergebrad)te 
£r5iel)ung brüefte il)nt einen Stempel auf, ber fürs 
£eben gültig blieb, beffen IVcrt unb Bebeuhtng jeber- 
mann famite, mtb unter bicfeit Voraitsfcfeungen fouitte 
ftd) bann bie (Eigenart bes 3 nbipibuums ungeftört in 
beftimntten (Steifen entwicfeln. 

fjeutsutage wirft bas Dafein bie HTenfdjen falcibo* 
ffopartig burd)eiitanber, unb bas £ebeit brel)t fein 
janfenbes Hab unter bent Drucf gewaltiger unb un¬ 
berechenbarer Kräfte. Daburd) aber ftnb taufeitb tVegc 
geboten, auf betten bie €igenart ftd) geftalten fanit. 

Die göttliche pfydje fommt in hunbertfältigen Kon- 
flift mit ben mannigfachen (ßeiftern bes mobernen Cebens, 
unb baraus entfielen (O^arciftere, bie itid)t mehr ben 
einfad)en, flofcigen Steinbau uon ehebent seigen, fonbern 
ein mobernes (ßebäube mit einer 5ülle uon Sd)nörfeln, 
Urabesfeit unb Zieraten, burd) bie man fid) erft burd)* 
ftubieren muß, um auf beit urfprünglid)en Stil 511 fontmen. 

Die ©riginalität ift feiiteswcgs ausgeftorben. Wo* 
burd) trat fte betut früher fo l) erü0r ? fte feiten 

mar, meil bie 2}aitb bes ruhigeren Ccbens eiitfad)c, 
(tarfe Cinieit scidjnete ol)ne Bcimerf unb Kiitferlifechen; 
ba trat eine uermicfelte, eigenartig geftaltete 2 TTenfd)en- 
natur hoppelt beruor. 

Unfere hat r>iel mehr ©riginale; man muß 

ftd) nur bie Hlül)e nehmen, bas (Eebäube bes mobernen 
2 Uenfd)en erft bes gleid)mäßigcn Unwurfs 511 entfleiben, 


beit Sitte unb Sitten barilber ansgebreitet, bann fontnten 
erft alle bie neuen realiftifchen unb hYP*smoberneit 
Schrullen, bann fornmen bie „©rigiuale" 3um Vor- 
fd)ein. IVas für bas £cben gilt, ift aber aud) für bie 
Bühne, fein Ubbilb, ntaßgebcnb fomie für bie 5 ad)- 
be5eid)uung unb ihre Unl)altbarfeit. 

Kofccbue fant als Biihuenbichtcr mit bent polternben 
Ulten, bent fomifcheit Diener, bent £icbf)aber, (Secfen 
unb Dumntfopf aus. 

Die einfache italienifd>e Volfsfontöbie begnügte ftd) 
alljeit mit bent Urlechino, bent Dottore, (Eapitano, pan* 
talone unb (Sielfontino, beiten als einige Vertreterin bes 
IVetbes bie Colombitte gegcitüberftanb. 

f)eut3utagc müßte man bei Dielen Stücfen für jebe 
einseine Holle eine befoitbcre 5ad)benemtung erftnben, 
unb bei manchen fönntc ber erfahrenfte ©)eaterntann 
in gelinbe Versmciflung geraten. 

Diefe Uitmöglid)feit l)at man aud) längft eingefehen 
unb es aufgegeben, mit ber £aterne bes 5aches 
mobernen Bül)uehd)arafteren in bie Schlupfminfel ihres 
iititerften ^ühl^ns nad)5ufried)eit. 

ZlTait hat — aus rein äußeren (Srünben bes <£uga* 
genteitts unb ber oorläuftgcn (Einteilung — eine Heil)0 
von oberfIäd)lid)cit 5ad?be5eid)nnngeit belaffen, im übrigen 
aber entfd)eibet bei ber Befefeuitg bie fünftlerifche (Eigenart 
bes Schaufpiclcrs, unb ber betreffenbe Paragraph fces 
Vertrages befagt: „Kein HTitglieb barf bie Unnahnte 
einer Holle be3;t>. partie uermeigern, fofertt fte feiner 
3nbimbualität nid)t sumiber* ober entgegenläuft." 

Daß h^rniit Hollcnftreitigfeiten nod) weniger aus 
ber IVelt gefd)afft fmb als mit bent Begriff bes „5ad)es", 
leud)tet ja ohne weiteres ein, beim bie „3nbimbualität" 
eines KitnfHers ift ein fo heifles (Etwas, baß fte fd)on 
burd) il)r unbeftnierbaren IVefen bent Buchftaben bes 
(Sefefees felbft oft „juwiber- ober entgegen läuft". Uber 
aud) hier muß bas 3ntereffc bes ciitoclnen oor bent 
2 Voi)t bes (Sansen 3urücftreten. 

Daß man fd)ließlid) bie Uitmoglichfeit eingefehen hat, 
jebe Holle in ein bejlintmtes 5 ad) 311 pferchen, bie weitere 
Hnmoglid)feit, für viele Hollen einen neuen Hahmen 3U 
erftnben, bas ift ber (Srunb, warum bie 5ad)beseid)nung 
ber Bühne oor hnnbert 3 abren oiel reichhaltiger unb 
üerjweigter war als h^nte. 

Damals ging es nod) an, bie oerfchiebenen HTenfchen* 
naturen in einer gemiffen Uttsahl r>on 5 üd)ern unter3U* 
bringen; bas ift heute einfach uitbenfbar, unb beshalb 
gibt cs, wie fd)on erwähnt, bet bent mobernen Ojeater 
nur eine bcfd)ränfte Un3al)l t>on allgemeinen 5ad)* 
be5eidmungeit. Die heutige Büt)ne fenut im Sd)aufpiel 
folgeitbe 5äd)er: ^elbenuater (f)elbenmutter); huntorifti- 
jeher Vater (mit beut «gmeigbegriff: pöre noble, ^aafefd)es 
5 ad)) (Unftanbsbante); bürgerlid)er Vater (bürgerliche 
2Tiutter); iharafterfpieler (bie fd)arfen (£l)arafterrollen 



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Sexte 914 . 


Hummer 2 \. 


bat ber „3utrigant" inne) (weibliche CbarafterroUcn;; 
erfter ^elb (erfte ^dbin); jugenblid?er fjelb (Sentimen¬ 
tale); Bonpipant (Salonbame); jugeitblicher £iebl?aber 
(Haine); Cl^arafterfoniiFei* (fontifd?e Klte); jugenblid?er 
Komifcr (Soubrette). Hufeerbem bie grofee (Sattnng ber 
Chargen* unb Cpifobenfpiclcr fowie bie Knmelber ollen, 
bie gleichfalls ein befonberes 5äd> bilbeten. 

Dicfc Be3eid?mtngen fmb feit 3 al)i*en als fünftlerifd? 
wertlos aus bem alljäl?rlid? erfd?cincnben Bühnen- 
alntanad? perfd?wunben; nur bie Heineren (Theater halten 
uod? baran feft, neben ben uubefannten Hainen ihrer 
UTitglieber bie pompöfc ^eroorhebung bes 5ad?s uid?t 
-5U unterlaffen. Daburd? wirb aud] bem geringftcit Sd?au- 
fpieler ein gewiffes Belief pcrlief?en, nnb fein Haine ijt 
bann nicht nur Schall unb Baud?- 

IDie war es früher? 

Die (Cheaterfalenber 311 <£nbc bes ad?t5el?nten 3 a h 1 *' 
hunberts bieten ein unfehlbares UTatedal, wie fid? 
(Tl?efpis bemühte, jebe Holle in bie fpanifd?en Stiefel 
bes 5<*d?es eiusufchnüreu. 

Damals (\ 77 fy, als cs in Deutfd?lanb überhaupt 
nur breifeig Bühnen gab (piersehn ftehenbe (Theater unb 
fcd?5el?u reifenbe < 5 efellfd?aften), war biefe ZDeitlänftgfcit 
allerbings noch möglich; heutsutage würbe fie fid? fchon 
aus praftifd?cn (ßrünben perbieten. 

3 n ber Bernauerifd?en <ßcfellfd?aft, bie Ansbach, 
Hürnberg unb Erlangen bereifte, fmb unter anbern fol* 
genbe „Kfteurs" perseichnet: ,,^err Z?afelingcr fpiclt 
3weite, aud? 3Ut*3eit erfte Liebhaber, Stufeer, Chevaliers, 
Betrüger, Bauern, (Trunfene unb Sotbaten; Jjcrr fjafen- 
fnopf: luftige Bebiente, fomifd?e Bauern, launige <Tl? a ‘ 
raftcre, fingt aud?; Jjerr pappel: fomifd?c unb eble 
Dätcr, HTüller, (ßeisige nnb ©ffoiere; f?err Sd?üller: 
Betrüger, Jjofnteifter, Hotarc, buntme unb Saftige £l?a- 
raftcre; Xjerr IDeife: gleichgültige Hollen, Derrätcr, 
Deutfdp 5 *an 5 ofen, polternbe Klte, taube Bebiente unb 
geizige pebanten; £?err Bcinwalb: IDirtc, fran$öftfchc 
Bebiente, Csfrofs, einige 3 ubcn unb tnürrifche Klte; 
fjerr Höhnt: fd?cinheilige Betrüger, Knftanb erforberubc 
Hollen, HlantetroQen (b. i. Begleiter), heftige Hollen im 
(Eragifdjen, fingt unb taust; T?err (Teller: Spifebubett ber 
erften (Sattnng, rafche Hollen, fingt ben erften (Tenor." 

<£in reichhaltig 5 HTenü! Unb bod? würbe man 
heute bamit nicht im entfernteren ausfommeu. Unter 
welche (Sattnng follte man bie HTärdjengeftalteu eines 
fjauptmann, bie unbeftnierbareu Charaftere 3bfcns 
unterbringen? Ulan müfete gerabe fagen: T?crr 3 t.: 
Hicfelntänner, Hücfenntärfer, Sd?wiubfüd?tigc, fpringenbe 
2 Dalbfd?rate, Herpenfranfe nnb gaus Derrücftc. 

XDeitcrf?in werben in jenen alten Bühncuchronifctt 
angeführt: füfee Herren, fränfliehe Kltc, Banbiten, rohe 
petitmaitres, Bootsfnechte, rDinbbcutcl unb intrigante 
Hollen. Don einem Tjerrn HIarlow heißt es: „Spielt 
alles, was gut ift!" — Das möd?te and? heutsutage 
mancher. <£in HIann pielfeitiger Bilbung ift ein f?err 
Ssifa: „Singt bie 5weite Bafeftimnte, ift (Theatcrfd?neibcr, 
taust uttb fefet Stühle surecht." 

5ür bie „Uftrisen" finben wir unter anbern folgenbc 
5 ad?bescid?nungen: böfe unb säufifd?e XDcibcr, 2 Zaifon- 
neufeit, affeftierte Damen, fanfte Hollen, heftige unb 
Beiufleiberrollen; eine Direftrice fpielt het*rfd)füchtigc 
unb rachgierige Hollen, eine anbere perförpert „rafenbe 
ZTCütter" nnb tan3t pas de deux; eine Dcmoifcllc Krüger 


ftellt „fdpilblofe HTäbd?en, überhaupt bie jüngften unb 
büntmften Hollen" bar. 

Dafe and? bamals fchon mand?es bircftoriale (Ehepaar 
alles, was gut nnb wünfdjenswert war, an fid? rife, geht 
aus ber Befd?äftigung bes befamtten Direftors Schifa* 
neber, bes Did?tcrs ber „Sauberflöte", unb feiner (ßattin 
herpor. <£r fpielt: ben erften Ciebhuber, eble Däter, 
Könige, gelben nnb Bauern, fürs alle effeftpollen, Kn* 
jtanb unb £aunc erforberubeu Hollen, ift auch erfter 
Säuger; ZTlabame la birectricc fpielt: erfte Ciebhaberinnen 
unb £?elbinuen, Bäuerinnen, junge unb naipe Hollen, fie 
fingt bie erften Partien unb ift erfte (Tänzerin. 

Cinsclnc Spesialangabeu aus biefen alten Klmanachs, 
bie fo mand?cs 3utcreffante unb aud? uns red?t fonber- 
bar Berührenbe enthalten, mögen an biefer Steile ge¬ 
bracht werben. Sie lauten: „fjerr IDalle auf eine nieber- 
träd?tigc Krt entwidjen!" „ Fierv nnb 5^*au 5vül]bad? 
reiften uad? ber Dorftellung pon ,UTenfchenhafe unb 2 ?eue‘ 
fchleunigjt ab." „fjerr ^erbft als ©berförfter in ben 
3 ägern würbe grünblich ausgepocht!" Befonbers fürs 
unb bünbig ift bie Kngabe: „fjerr Straufe trinftl" — 

IDie bie 5 achbeseid?nnng nicht nur ben Schaufpieler, 
fonberu auch ben bramatifd?eu Sd?riftfteller in ihren 
Bann fdjlageit fauu, bis fie 3111* Sdmblonc wirb, scigen 
bie IDanblungen einiger einen gewijfen Scitranm be* 
herrfd?enber Bühnenftguren. 

Sw Kofeebues Seiten gab cs faft fein Cnftfpicl ohne 
ben obligaten (ßccfen, ber nod? lange, bis 311 Benebi^, 
nid?t fehlen burfte. 

Dann perfdjwaub ber (ßed allmählich unb würbe 
abgelöjt bnrd? bie unwahre, aber wirffame 5i^ur bes 
„fduld^terneu Ciebhabers", ber in ben fiebriger unb ad?t* 
Sigcr 3 vh 1 ’^- sumal bei ZTlofcr, in jebem Cnftfpicl fein 
Derlcgenhdtsfpiel anbrad?te unb ftotterub, ftammclnb, 
ftolperub ben Svliuber brehte. k 

Zluch ber „Sd?üd?terne", ber fo piel lachen mad?te, 
mufete perblaffeu, unb ber alte „tßecf" in ber perbefferten 
Kuflagc bes „(ßigerl" erfd?ien micber auf ben Brettern 
unb fpufte eine S^itlvng in beängftigenber ZDeife. Der 
„Bonpipaut" war 511 Kofeebues Seiten unbefannt; erft 
( 5 uftap ft-eytag unb uad? il?m ZITofer ftclUen ben liebens* 
würbigen Sd?wereuöter in Swil unb Uniform auf bie 
Bühne, auf ber er feitlier für jebcs Cuftfpiel bas not- 
wenbigfte Hequifit ift. Die „fomifche Kltc" in ihrer 
etwas hahnebüdjenen 2lrt ift h^utjutage faft gans pou 
ber feineren „bürgerlichen UTutter" perbrängt. 

Dafe bie Sd?aufpiclfunft fid? nur frei unb felbjtänbig 
entwicfelu fann, wenn bie Hollen uad? ber Cigeuart 
ber Künftler unb nid?t nad? bem profruftesbett bes 
5 ad?s befefet werben, 311 biefer Ueberseugung ift man 
läugjt gefommcu, wobei eine gewiffe Befd?äftiguugs- 
grense ja fchon burd? äufeerc Urfadjen (Äigur, ©rgan, 
allgemeine Deranlagung bes ZHimen) gesogen ijt. £s 
bcmcift einen geringen <£h l ‘ 9 c l 5 / wenn ber Bühnen¬ 
fünftier ftd? in bie pier ZDänbc bes „ 5 uchcs" einfapfelt, 
innerhalb bereu ihm mand?e Hollen piellekht gar nicht 
liegen, unb ftch uic nad] fernerftehenben, intcreffanten 
Zlufgaben nmfd?aut, au bie er bie fjebel feiner Bega¬ 
bung aitfefcen fönntc. 

5ür bie Sd?aufpielfunft war es nod? nie gut, wenn 
bie „HTenfd?cnbarfteller" fid? 311 „Spesialiftcn", 511 „Dir- 
tuofeu" ansbilbeten, unb bie 2lusnal?meu beftätigen auch 
hier bie Hegel. 


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Hummer 21. 


Seite 9\5. 



ans alter IPett« 

3 n Bresben flarb im Klter ©on 59 3 aljren ber Bilbhauer E^einrtrf? 
€pter. <Eiit Schüler von 3 ot]amtes Schilling, manbclte er am beginn 
feiner faufbafyn in ben fünftierifchen Bahnen feines ITleifters, tuanbte 
fkf? aber fpäter mehr unb mehr ber mobernen realiftifdjen Richtung 
3U. (Eine feiner befanntefien unb befteit Schöpfungen ift bas aus 

ber erften Periobe ftammenbe (ßrab- 
benfmal bes (Benerals uon ber (Böbett 
in Koblenz, bas nebenjt. 2lbb. 3eigt. 

5 t. (Böran unb ber Drache ift bie 
Bezeichnung für ein prad?t©olles altes 
Kunftwerf, bas ftd? in ber tlifolai« 
firche iuStorfholm befhtbet. XDieber» 
holt ift fchon angeregt morben, eine 
Radjbilbung baoon auf einem öffent¬ 
lichen plafc ber Stabt auf3uftellen, 
bodj weigerte (ich bie Kirchengemeiubc 
bisher, einen Kbguß machen 3U laffen, 
tueil fte befürchtete, bas 0riginal 
p r or. ncinrtch epUr t m5d ? te öabei befdjäbigt werben. 3eßt 

brfannt« »iifthaucr. foll aber 21usjici}t uorfjauben feil), ba§ 



6in Kunftwerk in der Stockholmer fiikoUtkirche: St. 6öran und der Drache. 

pt)Ot. 2t Blomberg. 



6in Cderk des verftorbenen Bildhauers prof. epler: 
Das (Stabmal für ben (Seneraf oon ber ©Oben in Koblens. 


Uliijtffeftes h fl t h cr 5°9 ^Jriebrich ©on Inhalt 3um erften« 
mal feit feinem Regierungsantritt ber Stabt Cöthen 
einen Befucb abgeftattet. (Er befichtigte babei auch bas 
CTafchinenlaboratorium bes ftäbtifdjen technifd>en3n|?ttuts. 

3 m 3 ahr 190^ mürbe in Dauos „ob bem See" eine 
beutfehe ^cilftcitte für HTinberbemittelte aus bem beutfehen 
mittelftanb eröffnet, bie ftd? fo ftarfen gufprudjs 511 
erfreuen batte, baß eine (Erweiterung notwenbig ge 
worben ift. Die Qeilftdtte h fl tte im ©ergangenen 3 <*h r 
beinah 39 000 Perpflegungstage 3U ©er3eichnett. Die 
Koften für bie (Erweiterung follen, wie es auch bei ber 
Xfeilftätte felbft ber jaü gewefen ift, burch freiwillige 
Beitrage aufgebracht werben. 

gu ben populärften Damen ber englifeben hofgefeü' 
fchaft gehört bie burch ih?e Schönheit wie burd) ihre 
be©or3ugte Stellung als jreunbin ber Königin Klejanbra 
gleich ausgeseiebnete laby be (Brey. Sie genießt als 


ber XDunfdj berStocf* 
boliner erfüllt wirb. 

3n IDafhington 
bat unlängft ein in¬ 
ternationaler (Eifen- 
bahnfongreß ftattge* 
funben, ber baburdj 
Bebcutung erhielt, 
baß 3um erfteitmal 
Deutfchlanb baran 
teilnahm. XlnferBilb 
3eigt eine 2ln3ahl 
Kongreßmitglieber 
aus (Europa, bie ©on 
tfaore ans auf bem 
Dampfer „Lorraine" 
bie Reife nach Rme» 
rifa gemacht haben. 

(Selegcntlich bes 
tür^lich abgehalteneit 
15. auhaltiuifcheu 



JU be peflerin. 2. DiUain. 3. pcroufc. 4. Charles Hour. 5. Cötry. 6. OTaniejols. 7. Sotf. 
Zum internationalen 6irenbahnkongreO in TOarhington: 

©ruppe oon Hongrctimirgliebem auf Der «Cortaine* oor ber Ubfatjrt uon Ce Qaott. — Phot £. Bettel. 


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Hummer 2 \. 


Seite 9Ke. 



Derzog ‘friedlich von Hnhalt(l) in Cörhen: 

Empfang burdj ben Dtreftor bes ..Stäbtii cfjcn böseren tcdjnifdjen 3nflituts" Dr. 3 o c b r ( 2 ) unb bie Stubentenfdjaft 


,$teunbin unb 
Färberin bcr 
UTufifnament* 
lieh auch in 
fün(Herifd?en 
Krcifen große 
Beliebtheit. 

Sein fünf* 
Sigjahriges 
Dirigentenju« 
biläum feierte 
bcr Kapell 
meijter bcr 
uereinigteti 
Stabttheatcr 
in Köln Wil¬ 
helm Wühl- 
borfer. Der 
Jubilar, ber 
feine £auf* 
bahn im Ulter 
von{ 9 Jahren 
in Ulm be¬ 
gann, wirft in 



Die Deutfchc Deitftatte für minderbemittelte Lungenkranke in Davos „ob dem 8ec“ mit ihrem Neubau. 


Köln feit bent 

3ahr 1881. 

Seit fünf 
Jahren wirb 
imWalbhäus* 
chen in Wies* 
baben ein 3 ah* 
mer Storch 
gehalten, ber 
oon feinen 
€ltern feiner* 
3eit surücfge* 
laffen worben 
war, weil et 
infolge einer 
Derlefcung 
nicht fliegen 
fonnte.XTeuer- 
bings hatte er 
bas Unglücf, 
baß ihm bas 
linfeBcinron 
roher ^anb 
abgefchlageu 



Untere Keihc ft Sdntbe, 0b ft ßoffnttiuti, Ct. (?nif i\ Spnrr, fiptm. Hicbelot, 0bcvjt Itfyucfeu, 2lbmiral (Ereilen;; 23cnbetmmn, lllojor i\ icbclibit, ft. (lieg. 
Ct v. Hltlcjrivsfi, ft. ^rbr. i>. Stengel, ft. b. 2t «Eben. 0bcrc2teibc: ft. b. K. 30P<X 0b.*£t. ©orftc, 0b.*£t. Pifttbum u. «Erfftacbt, Stabsurjt Steinbrücf, 
£?ptnt. JSnrving, f>pttn. Coimibi, bptm. fieber, 0b. ft. £?ptm. pinber, ft. b. 21. 2$obcmann, ft. fenip. 

Das Offizierkorps des II. Öeebataillons auf dem Cruppenübungsplatz fünfter. — pbot. f\ 21. ©iintber. 


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Sette 918 . 


Hummer 2 \. 


Milchspeisen bereitet mit 

Dr. Oetkers 




sind eine Jdealnahrung 
für alle Kinder! 


Es ist ein Vergnügen 


zu beobachten, wie Kinder jeden Alters sich an Flammeries und 
süssen Speisen ergötzen und bis auf den letzten Rest verzehren. 
Mit geringen Ausgaben und wenig Arbeit können den Kin¬ 
dern fast täglich vorzügliche Nahrungsmittel vorgesetzt werden. 
Man nimmt 1 Päckchen Dr. Oetkers Puddingpulver ä 10 Pfg., 
kocht nach aufgedruckter Vorschrift mit Milch und Zucker 
auf, gibt jn die Form! Will man etwas Besonderes tun, so 
kann man noch 1 Ei hineinrühren, aber nötig ist dies nicht! 
Für Kinder gibt es kein besseres Nahrungsmittel. Rezepte gratis 
von 

Dr. A. Oetker, Bielefeld 

•Institut für Küchenchemie. 


mürbe. Hber ber (Eierfe^ufcoetein 
nahm ftdj feiner an; er lieg bem 
Storch ein fflnftlic^es Bein mit 
ben>eglid?en gelten nnb bemeg- 
liefern Kniegelenf anfertigen, fo 
bag bas arme (Eier mieber gelten 
unb fliegen fann. 

Huf bem (Ernppenübungsplaß 
ITlunfter Ijaben jfuigft Hebungen 
bes II. Seebataillons ftattgefuu- 
ben. UufcrBilb 3eigt eine(Sruppe 
baran beteiligter CDfftjicre. 

Selten Ijat fid? bie IDahr< 
heit bes Sprichmorts „Diele 
IDenig machen ein Diel" fo 
fd}öit bemährt mie bei ben 
Sammlungen ber Heidfsfedjt’ 
fchule. Pfennigmeife, ja burdj 
ben Derfauf ber oon ben gi* 
garren abgefdjnittenen Spifcen 
mürben bie Hlittel aufgebracht, 
um Heicbsmaifenhäufer $u er* 
bauen. Das erjte, bas in £abr 
errichtet mürbe, feierte unlängft 


1. C. nitfelsbetg*©ffenbad}, t>erbanbsfed?tmcifler. 2. 3. <L Sdjmitt.Cabr, 2Iuffid?tsrat. 3. 21. ©utb-Cabr, Omx>aftungsrat 
4. Prafj.fjeibelberg, Derbanbsfedjtmeiflec, 5. Katjenmaier.indnnbeim, üerbanbsiednmeifler. 6. ©Ymnaftumsbireftor 
<5fb. Qofrat Kränfel»(abr, Derronltungsrat 7. Dr. Sdjaucnburg.Cabr, üorfiftrnbc: brs Dermaltunasrats. 8. Die 
Hausmutter $rau (obrer. Cabr. 9. ©ufl. 5d}eel>£ranffurt a. OT., üetbanbsfedjtmcijter. 10. ©berbfirgermetflrr Dr. 2IItfrIir« 
Cabr, Dorfltjenbcr bes 21uffid?tsrats. U. fjausoater £obrer«£ahr. 12. Kreisfd?ulrat Seffrieb.Cdljr. 13. C. 2t Kramer* 

Cabr ©eneraliedjtmeijler. 

Vom Jöjäbrtgcn Jubiläum des erfteti Retchswaifenbaures in Lahr: 6ruppe der peftteilnehmer. 

bereits bas Jubi¬ 
läum feines smaiu V'* 

jigjährigen Bcfte> 
hens. Die Samm¬ 
lungen 3U bem Bau 

gannen im Jahr jSl ^ ml 

in fur3er geit eine 
foldje Summe er- 
reicht, bag bie 
fegen sreidjeHnjtalt 

nähme " non loo 
göglingen einge¬ 
richtet unb gleich \ 

banach eröffnet 
merben fonnte. 


Vom 50jährigen Jubiläum 

bes Kapellmeiflers XDilbeltit Hlütjlborfer: bie $ejitafel. 


Schluss des redaktionellen 
teils. 


Bin Storch mit künftlichem Sein 
im XDalbljdusdjen *u ZDiesbaben. 








SSüftsflg 


Kummer 2\ 


Das Recht aut Schönheit! 


Sd?ön 3U fein, ift ber IDunfd? einer jeben ^rau, unb berfelbc ift burebans berechtigt, ba er ed?t 
meiblid?em (Empftnben entfprid?t. 21ber aud? ber intelligente ITlann mirb nid?t gleichgültig gegen 
feine äußere <Erfd?einung fein, ba er meiß, oon mic großem JDcrte cs fomobl im gcfd?äftlid?en roic 
im gefcllfchaftlicben £cben ift, bnrd? fein Heußcrcs einen angenehmen (Einbruch 511 ermeckcn. (Ein 
fold?er €inbrurf ift natürlich oon mehreren Faktoren abhängig, aber ^meifcllos finb reiner, frifeber 
(Eeint unb feböne, mohlgcpflegte Bänbc bas mid?tigfte (Erforbcrnis. 

Da es aber ben meiften perfonen fomol?l an &ci t mic an £uft mangelt, burd? eine befonbere, 
umftänblicbe pflege biefen (Effekt 311 er3iclen, fo mar man feit langer ^eit barauf bebaebt, ein mittel 
511 fchajfen, roclches ohne befonberett Hufmanb oon ^eit, IHühc unb llnfoftcn eine rationelle pflege 
ber Baut ermöglicht. Diefe ^ragc ift beute gclöft; beim man bat eine Seife erfunben, meld?c bnrd? 
ihre Sufammenfetjung bemirkt, baß bei täglichen lDafd?ungcu bie Baut meid? unb 3art mirb unb ein 
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bie Dorber* unb Bütffeite japauifcfycn papicrgelbs. Buf ber Dorber- 
feite (Itnfes Bilb) ftefyt 31t lefen: JTtilitärpapiergelb. (Ein Silberyen. 
Das ^inan^bepartement ber 3 apanifd?en Begiernng. Die Kaifer« 
lief? 3 a P a mfd? e Regierung, Tjergeftcllt in ber Staatsbrutferei ber 
Kaiferlict? 3 apanifd?en Begterung. Das Bilb rechts 3eigt bie Kopie 
ber Bürffeite. Der BnfbrncF in rilebaillonform enthält in d?ineftfd?er 
Schrift, ber Banb in foreanifeben Scfyriftjügen bie §uftdjerung, ba§ 
biefcs Papier gegen Silbergclb einaetaufdjt werben fönnc, nnb ba§ 
ber, ber bie Bote nad?mad?t ober fälfefjt, beftraft wirb. 

Der meffcr3a^nige (Tiger. Das fitnfybarftc Baubtiergebiß 

S nbet man bei einem ausgefiorbenen Baubtier, bas man, ba es in 
er Körperform mit bem'(Tiger am meiften Beljnlictjfeit fjat, ben 
meffe^äfyntgen (Tiger nennt. namentlich ftnb cs bie gewaltigen, 
aus bem (DberFiefer fyerausragenben (Ecfjäl^ne, bie mit bold?fd?arfen 
Sdjneiben oerfeljen fmb unb eingeferbte Bänber haben, bie furcht« 
bare IDunbett reißen fonnten. Die Besaitung bcs UnterFiefcrs ift 
wefentlich fchwächer, wie überhaupt neben bem ftarFen (DberFiefer 
ber fd?wad?e Unterfiefer auffällt. Sange h at mau fiel? nun nicht 
f5ortfeftnng auf 5rlte VII.) 


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Hummer 2 \. 


27. lUai 1905. 


Seite VII. 


erfl&ren Fönnen, mit bi.s (Tier bte fchretFlichen (Erahne 3a benutjen 
oermo<hte, ba es offenbar ben fflunb nicht n>ett genug öffnen Fonnte, 
um fte 3nm Beigen unb gerreigen in (EätigFeit 3» fegen. Hunmefjr 
fdfetnt ein ameriFanifd^er (Belehrter, Dr. IHattheir, bas Hätfef befrie- 
fcigenb gelöjt 3U fyaben. Bei näherer Unterteilung ber €inIenFung bes 
UnterFtefers in ben ©berFiefet ift er nämlich 3a bem Hefultat ge* 
fommen, bag bas (Eier ben UnterFiefer aan} f}eruntert}ängen lagen 
fonnte. So Fonnte es ben jlarFen ©berFiefet mit ben Sägebold^ähnen 


als Fjau- unb Heigroaffe benugen. Uebrigeits h a * ber meffer3äffniije 
(Eiger nodj trährenb ber <Eis3eit mit bem IHenfchen 3ufammeu bte 
€tbe bemol^nl p. 21. 

Sonnenbranb. 3 « ber frönen Sommers3eit, in ber jeber ins 

f reie eilt, um bie Ijerrlidje ZTatur jju geniegen unb ftd? im graljlenbe'n 
onnenfd^ein 3U baben, tritt eine (erfdjeinung nid?t feiten ein, bie red»! 
heftige unb unangenehme Befc^merben machen Fann: ber Sonnenbranb. 

(£ortf cfeung auf Sritr IX.) 




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Korpulenz? 

Kovfttlcm ift ror allem ein Schönheitsfehler. Sie rerunfialtet ben Köroer, macht 
iljn plump unb fajtrerfällig. Sie gibt bem (Begeht ein rerfchtrommenes Kusferjen, macht 
es oo^eitig alt unb oenoifdjt bie güge, bie iljm „Oiarafter" oerleiben. 

Korpulcnj macht 3roeitens oen Körper für Kranffjeiten empfänglich. f)er3* unb 
Bierenleiben, Ktmungsbefchtrerben, tüafferfucht, Heigung 3U Schlag güjfen, feberleiben, 
Blafenftein, Derbauungsbeghirerben, KoliF, fjantfranfhetten, f)ämorrt}oiben, Blutarmut, 
3 sd?ias, innere Blutungen unb anbere lebensgefährliche £eiben gnb häufig bie folgen 
ber Korpulen3. 

KorpttUtt} rerminbert enblich bie Förperliche unb getftige leigungsfäfjigFeit, ma^t 
ben IHenfchen in jeber Hichtung oor3eitig alt unb benimmt ihm fomohl bie fujt als bte 
^ähigFett, |ein leben ooü 3U geniegen unb feine Berufspflichten roll 3U erfüllen. (Ein 
Korpulenter toirb oft nur beshalb nicht engaaiert, meil bie meijten (Ehrfs ber IHeinung 
jtnb, ein Forpulenter Kngeftellter fei auch ein bequemer Kngejiellter; ijt er jung, fo fielet er 
oft abfeits, roo anbere iljre 3«genb geniegen; ift er älter, fo bebrüeft ihn bie tatfache, bag 
Forpulente feute menig Kusficht hoben, ein h°hes 3 U erreichen unb oft in ben „heften 
3 ahren" fterben mügen, minbeftens aber bie Befchmerben bes Klters riel früher unb riel 
ftärFer empftnben als anbere. 

„jr. med. Wagners £ntipositf n“ 

ift ein ibeales ITTittel 3ur recht3eitigen Befämpfung ber Korpulen3, foroeit pe nicht, mas 
alfo feiten rorfommt, bie ^olge einer KranFbeit ift. IUeift ift es umgefehrt, bie Korpulenj 
ijt bie Urfache unb bie KranFeit lebiglich bie ^folge. 

Kntipofttin ift ror allen Dingen mirFfant, mie sahireiche < 5 utacbten ron Kcr3ten unb 
KnerFepnungen oon feuten bemeifen, bie es mit glän3enbem (Erfolge benu^ten. Kntipofttin 
erforbert Feine ftrenge Diät unb ijt, im (Segenfa^e 3U anberen IHitteln, fehr angeneljm im 
(gebrauch unb ohne fröhliche ober unangenehme Bebenmirfungen. 

Kntipofttin mirb in ber ärjt(ich*n £*<$ 9 ** 11 * roarm empfohlen, fo 3. B. im 
„Hcidpfts&lcbijitutlanjcigtr“ u. in ber UlcMjInif^ett Buitbfchou^. 

hier einige Kettfaermtgen von UevjUni 

Dr. med. K. in IP., polldinif, feferdibt: .... Bis je^t bin ich nii* bem defolgi fi^r j«frieben 
unb fann eine gUiAmdbigi Ubnat}m« ift Körpergewichts Conftatisren. 

Dr. med. 2t. in p. ffkr«ikti . . . feffe fomit mein Urteil bai)in jmnmmen, baß Kntipofitin ein treff* 
lidjes (Entfettungsmittel ip, befjen einwanbsfrrie Braudjbarfeit, Biüigfcit unb bequeme Knwenbungsweife es für 
mich allen anberen berartigen Präparaten noranfteUt. 3 d ? feine Bebenfen, Untipofttin in biefem 
Sinne ohne jebr Cinfchrdnfuna wärmften» }a empfehlen. 

Dr. med. ID. in di. fchreibt nnst .... 2 Intipofitin erhalten unb bin bis jeßt mit bem Erfolge 
fehr jnfrieben. 

Dr. med. 21. 5 . in 8 . fchreibt t Das Untipofltin bewirft eine Iangfame Entfettung, ohne baß bas bei energifchen 
Entfettungsfuren bemerfte febiaffe Uusfehen 3 a Eage tritt .... 3«r unfere Damenwelt, welche etwas auf eine 
gute 5 * 9 *« gibt, für unfere Sportleute unb ©ffaiere ift bas mittel fehr |n empfehlen, nantrntlich für Ießtere, 
beren Stellung fehr oon ihrer Körperfonflitutiou abhängt .... 3n allen Kuren, welche mit Entfettung $u tun 
haben, bürfte Kntipofitin als Unterflüßungsmittel ber Kur millfommen fein. 

Dr. med. €. in 8. fchreibt: . . . möchte ich basielbe allen Kollegen 3 um Derfuch empfehlen. 

Dr. C. Elsbach, beeibigter ßanbelscheniifer in Berlin, bat llntipofttin einer chentifchen Prüfung unter» 
jogen unb beftätigt, baß es feinerlei Subjlan 3 en enthält, bte als gefunbheitsichäblich gelten, ionbern intneralfal 3 e, 
wie teilwrife wefentliche Beflaubteile meb^inifcher mineralwäffer fiub unb organische Säuren, wie fie in 
Früchten (®bfl) enthalten flnb. 

Dicfe^eugnige Fomp et enter Dertr etcr ber IDiffenfchaft bcu)eifcn,bagcsftchumem 
burchaus reelles, mirffames unb empfehlcnsmcrtes Präparat hanbelt. Um aber jebem (Se* 
legenheit 3U geben, geh felbft 3U überseugen, unb meil eine genaue Prüfung bie befte 
(Empfehlung für unfer Präparat ijt, fenben mir 

vollständig gratis eine probe 

ron Dr. med. IDagners Kntipofitin an jeben, ber fie per Pojtfarte ron uns einforbert. 
U?ir bitten fein Porto beifügen, mir trollen 3 h ne ^ Feinen Pfennig Unfoften machen, be- 
oor Sie ftd? über3eugt h^ben, oag bas IHittel 3 ^nen tatfäd^lid? gut befommt unb bas £ob, 
tpelches ihm gefpenbet trirb, mirflich rerbient. 

Schreiben Sie einfach eine poftfarte mit biefer genauen Kbrejfe: 

}r. med. Wagner 6 Jttarlier, Berlin 35, fi. 7. 


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Seite VIII 


27. Zitat 1905. 


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Paschen’s orthopädische Heilanstalt. 

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Hummer 2\ . _ 27. MTai 1905. __ Seüe IX. 

Befanntlid) bräunt fldf bie £}auf, wenn ftc längere * Seit ber Sonne fölteßen bemnad} mit €limtnterung bes Swifdjenfatses oon ber Braun- 
ausgefefct tff, in t^armlofer IBeife unb wirb, wie man gewöbnltd} mit färbung auf bie (ßefunbljett. (ßewöfytUdf pflegt biefe IBtrhmg ber 
gewtffem5tol3faat, ff fonnenoerbrannt M .Beibenmenfc^en / bieoielim^reien Sonnenffraljlen offne erhebliche Heaftion por fidj 3U gehen« €ine be- 
3« tun haben, 3eigt ftcb biefe Sonnenbräune als Berufserfd?etnung. Uli* ginnenbe €nt3Ünbung fehlt ober tff faum merflidj, nur Iper un & &a 
litär, Jäger, ^elbarbeiter, fie haben alle eine fjaut, bie pon ber ber tritt ein jewiffes (Sefüfyl ber Spannung 3utage, unb es folgt eine mehr 
rerwähnten Stäbter merfwürbig abßidjt. Zlidji ieber IHenfdj wirb in ober weniger fiarfe Abfcfyuppung ber F}aut. ZTun fommen aber auch 
gleichem XTTag braun, bie Blonoen uno Hothaarigen piel weniger als an Stelle oiefer allmählichen €inwtr?ung ber Sonnenjhahlen, bie faum 
oie Brünetten. Bie legieren pflegen im allgemeinen eine etwas bunflere irgenbrneldje Symptome machen, gan3 erhebliche afute äSrfdjeinunaen 
Baut 3U haben. Bie Stellen bes Körpers, bie 3unäd?ß befallen werben, por, bie bireft als Berbrennungen bejeicfynet werben muffen. Bor auem 
ftnb < 5 eficht, Harfen unb ßänbe. Bie <5ren3e 3ur nicht perbrannten betreffen fie perfonen, bie nicht gewohnt finb, überhaupt in ber bireften 
ffaut iff gewöhnlich eine jqarfe £tnie, burdj bie Kopfbeberfung, ben Sonne 3U perweilen, ober bie IBirfung äußert fid? an Körperteilen, 
Kragen, oie Aermel lejeicfmet. XBarum wir biefe Bräunung als ein bie fonft ber freien £uft ober ben Sonnenffrahlen nicht bireft aus- 
Heimen pon (Sefunbljeit anfehen, iff fo 3U erflären. IBir wiffen, baß gefegt ftnb. Bas erffe Stabium iff eine bebeutenbe Hötung ber bfaut, bie 
bie Baut nur bei oielem Aufenthalt im freien fo perbrennt, uno wiffen mit einem (Sefühl ber Spannung unb auch mit 3utfen oerbunben iff. 
anberfeits, baß ber Aufenthalt im freien äußert gefunb tjl, unb tfortfegnng auf Seite XI.) 


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3ur Kbffebung fleiner ©berlfautaartien in form 3a^lret^er oläsdjen. 
€tne Verbrennung 3weiten (Braoes. Dabei befielt meiß eine nid^t int- 
erhebliche Störung bes Mgemeinbeftnbens, beftefycnb in Unbehagen, 
Kopffchmer^, fieber, Sc^Iaflojtgfeit — letjtere in erfter £inie woljl be* 
hingt burdj bie ftarfen Schmerlen. (Ein h<>h eter (Brab ber Verbrennung 
pflegt meiftens nidjt ein3utreten. (Es folgt vielmehr ein Stabium, in 
bem bie aruten (Ent5Ünbungserj > d?einungen 3urücfgehen unb eine jiarfe 
Zlbbäutung eintritt, bie 3uwetlen fo intenfir fein fann, baß gan3e 
grofce fefcen non fjaui abge3o^en werben fönnen. 3ft Pro3eß 
abgelaufen, fo ertragt gewöhnlich bie ßaut eine neue 23 eftrai?lung 
ol|ne Heaftion, jebodj fann aud? eine IVieberholung ftattfinben. < 5 an$ 


ähnlich flnb bie €rf(^einungen bei bem fogenannten (Bletfcherbranb. 
Kls Sd?ug gegen ben festeren unb ben Sonnenbranb fann man inbif* 
ferenle Decffalben (Hioalin) benußen. 3 ft bie Verbrennung ba, bann 
empfiehlt es fleh, von vielen unnflgen Manipulationen gan3 absufeben 
unb lebiglid; mit* (Eatfum bie oerbrannten Stellen ein3upubern. Da 
befonbers bie 3arte fjaut ber Kinber bem Sonnenbranb fetjr leidet oer* 
fällt, fei man ettoas rorflchtig mit ber Kleibung, laffe nicht 3U große 
Partien bes Körpers ungefdjüfct, benn bie heftigen Störungen bes 
KHgemeinbeflnbens machen fidj bei Kinbern in befonberem Maß geltenb 
unb flnb, wenn fte auch cm fid? gan3 harmlos unb ungefährlich flnb, 
bodf in jebem fall beffet 3U oermeiben. 

(5ortfefeung auf Seite XIIL) 




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Reffen ((ßroffterjogtum unb ptoninj) (*,50 KI), „prooin3 Kfjeinlanb" 
( 1,50 KI), „ßannoper* 0 lbenbitrg» 3 raunfchipeig-Bremen" 0,75 KI), 
„ptoptnj Sadjfen, fje^oatum Einhalt" (*,50 KI), „(Sroffte^ogtum 
!Tlecflenburg*Sd?tperin unö KTetflenburg-Sirelitj" (*,50 KT.). Ecipjig, 
HTittelbadfs Perlag. 

„X>entfd?er pfyotograpffcnf alenber ". (Eafdfenbudf unb Kl* 
manad? für * 905 . ^erausgeg. pon K. Scbipier. 2 ^ 3 a ^? r 9 v II Cei! 
Weimar, Perlag ber Keutfd?en photograpqen3eitung. 2 KI 


Verschiedene Mitteilungen. 

— Topfkuchen (Napfkuchen oder Gugelhopf). 250 Gramm 
Butter und 200 Gramm Zucker rühre man recht schaumig, zerschlage 
sieben Eigelb mit ein achtel bis ein viertel Liier kalter Milch und 
rühre dieses nach und nach mit etwa der Half e des dazu gehörigen 
Pfundes Mehl unter die Butter. Wenn alles recht innig miteinander 
verbunden ist, füge man 100 Gramm Korinthen, 100 Gramm Rosinen 
und 50 Gramm Sukkade (oder Orangeat) hinzu und zuletzt das 
Abgeriebene einer halben Zitrone, schlage das Eiweiss zu Schnee 
und menge mit dem Schnee den Rest des Mehles unter den Teig. 

(Fortsetzung auf Seite XVIL) 





Ein trainierter Sportsmann 

brfmbet fid) ftetS auf bem ©ipfcl eine? förperlidjen SBohlbefjagen?, toenn er 
aifoboftfdj* ©ctränfe meibet unb $ur fiöfdjung be? durfte? ein ©la? Ruder- 
ipaffer mit 5 tropfen „Sßicqte? ißfeffermün$geift" ju ftd) nimmt, tiefe? er- 
frijehenbe unb gefunbe ©etränf fdjü^t Por SHattigfeit, fd)(echter Verbauung 
unb ^Kagenbrüden. Ortghtalflafcben, nur echt mit bem tarnen Ricqlbs, in 
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Seite XVI. 


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ober als „©qftem ßampmanu" Angeboten toerben. fiaffen ©ie ficfj burdijauS nidjt beirren 
unb faufen ©ie nur eine edjte patentamtlidj gefdjüfcte, ganj bebeutenb berbefferte Original 
$ampmann’fd)e SBafdpnafd&ine, toeldje nodj bebeutenb bequemer unb leidster ju banb^aben 
ift toie unfere früheren einfachen ^enbeltoafdjtnafcfjinen, unb tueldbe aufeerbem mit Dem beften 
unb bollfommenften (3. patent a.) Söciid&ebetoeger ber SBelt „ 9 ticgebadf)t* auSgeftattet finb. 2Bo 
SKafferleitung borfjanben, ift ßampntann’S boUftänbig felbfttätig arbeitenbe $ßatent* 2 Baffer* 
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tnafdjine, feljr 3U empfehlen, tuo feine Sßafferleitung bor^anben, finb $ampmann , $ £>aitb* 
ttmfdimafdjinen, toeil lotnltd^ fpielcnb leidjt gc^eitb, allen anberen bor^uaiefien. £>anbtuafdj* 
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bequem an jeber anberen 2 Bafdjmafd)ine angebracht loerben. 33 ci «auf achten ©ie, bitte, 
barauf, baß bie 9 Wafd)inen baS 23 ort „SfteaebaAt'' fotuie bie bolle girma ber gabrifanten: 
„flarl nampmaitn Jr. (B. in. b. $>., WüK)cimO)hil)r 1," tragen muffen. 3n beit 
ÄBaffermotor muß borftefjenbe girnta cingegoffen fein. 

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Hummer 2\. 


27. HTai 1905. 


Seife XVIF. 


Ist das geschehen, so streue man 1 Paket Dr. Oetkers Backpulver 
a 10 Pf. darüber und ziehe es leicht durch die Masse, fülle sie in 
die mit Butter ausgestrichene und mit Mandeln ausgestreute Form, 
stelle sie schnell in den heissen Ofen und backe bei massiger Hitze 
in ungefähr Stunden. Wer diesen Kuchen backt, wird sich 
über Geschmack und Schönheit wundern. Feinster Kaffeekuchen 
und in allen Gesellschaften sehr beliebt. 

— Für alle, die an Rheumatismus, Gicht, Ischias, Nervenent¬ 
zündungen, Neuralgien, Erkrankung des Zentralnervensystems, Blut- 
krankheiten usw. leiden, wird es von grossem Interesse sein, ein neu 
erfundenes Schwefelbad kennen zu lernen, das eine ausgezeichnete 
lindernde und wohltätige Wirkung bei derartigen Krankheiten aus¬ 
übt Dieses neu erfundene, in allen Ländern patentierte Balsamo- 
Schwefelbad Thiopinol wird von der Firma Chemische 
Fabrik Vechelde A. G., Vechelde, hergestellt Jedermann kann 


sich in der denkbar einfachsten Weise ein Schwefelbad leicht her¬ 
steilen, dessen Wirkung und Vorzüge die der bisher gebrauchten 
Schwefelbäder weit übertreffen. Die grossen Vorzüge dieses Bades 
sind: gänzliches Fehlen des SchwefeTwasserstoffgases, angenehmer 
Nadelholzgeruch, doppelte Heilwirkung, schönes, milchartiges Aus¬ 
sehen und bequemste Herstellung. Es hat eine ganz bedeutende 
Anzahl Anhänger gefunden. Dieses Thiopinol wird in Flaschen 
versendet und bietet das denkbar einfachste Mittel zur Herstellung 
eines der Gesundheit dienlichen Bads. Die Leser dieser Zeitschrift 
werden auf die Inserate der Firma in diesem Blatt verwiesen, die 
ausführliche Prospekte auf Wunsch eventuell gratis versendet 
— Der bekannte Spezialarzt für Herzleiden Dr. med. A. Smith 
weist in seinem Buch »Herzstörungen und Neurasthenie* 
(Berlin, Hans Baake Nachf., Preis 50 Pf.) darauf hin, dass eine 
(Fortsetzung auf Seite XIX.) 




Der Kampf 
gegen das Corset 
ist nutzlos 

solange nicht ein wirklich 
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Ersatz geschaffen. Dies 
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ßanae 3ufammenfefeung ben angebi^teten grofeen erfolg abfolut au*f<$Iiefet 

JVur Chatsachen beweisen 

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btc M Graziana“-3ct)rfur tbaifäcblicb feit langen fahren bet nicht franrhaftex Äor- 
buleiu erjtelt, genügen boafontmen. um ihren hoben ©ertb *u femuetebnen. ber 
bor auem auch in ber einfachen ©ebraueböroeife ohne ftörenbe, im ©egentbeil 
ogar sehr leichten Diätvorfchriften liegt, beim nicht in ber «enterung ber 
CebenSmctfc, fonbern in ber fpegififeben SBitfung beö ©litteia ift ber erfolg 
ber «ur begrünbet. „Graziana 4 enthält unter ©aranHe reinetlei fcbäblicbe »e* 
ftanbtheile ober angreifenbe (Stoffe, ift bielntebr auf *afi« bon SWeeteäpflangen 
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mehr ämcifelbaft fern rann, baft in ber Sthat „Graziana 44 unb nur „Graziana“ 
ba^ientge TOtttcI ift, mclcbeS banernb, obtte Schwächung beö Crganiömu« unb 
ohne Sdtadigung der Gesundheit jebe uitfd)öne florpulena befeittgt eine 
S?™ 0 ", 1 ]? %'W erzeugt, bie ßaut nicht tuelf macht, ibt bielmebr neue 

Claftintät unb bliiqenbe ftrtfd)e berletbt. 

Der ^reiö eine^ Rartoitr mit genauer Sorfcbrift beträgt Mk. 3.— (bei 
mebrerett roefentlicb biOiger) unb ift aaein eebt erhältlich bei 

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verfolgt das Programm, dem Auslande 
die Leistungsfähigkeit und die Fon¬ 
schritte der deutschen Export-Industri« 
vor Augen zu führen. 


rvnnnrr rrrk i wird in englischer, spanischer, pertu- 

EXPORT TRADE STÄritte 

_ _HlIC triaort ilr aI __u ■ 


EXPORT TRADE 


Stuttgart, Königstr. 11. 


dustrieartikel wichtigen ausländischen 
Import-und Kommissionsfirmen gesandt. 

ist auf Grund seiner hohen Auflage 

von 25 000 Exemplam piN» 
Hummer dazu berufen, zur Aus¬ 
dehnung und Förderung des deutschen 
Aussenhandela beiiutragen. 


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Hummer 2\ . 


27.217m (905. 


Seite XIX. 


grosse Reihe von allgemeinnervosen Erscheiniguneen ihre Ursache 
in'einer Veränderung der Herztätigkeit hat. Derartige Störungen 
werden nun in ganz auffallender weise durch Wechselsirombäder 
gebessert Nur der Arzt f der diese Behandlungsart genau studiert 
nat, ist bei funktioneller Prüfung des Herzens in der Lage, die für 
diese Behandlungsmethode geeigneten Fälle zu erkennen. Jedenfalls 
wird die Lektüre dieser Schrift zu einer sorgfältigen Selbstbeob¬ 
achtung und einer rechtzeitigen Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe 
führen. 

— Pflege deine Blumen! Wer trachtet nicht nach einem schönen 
Garten-, Zimmer- oder Balkonschmuck? Um dieses sicher zu er¬ 
reichen, ist es wesentlich, den Garten- und Zimmerpflanzen mehr 
Aufmerksamkeit zu schenken, wie es bisher geschehen sein dürfte. 
Nicht selten haben Garten- und Zimmerpflanzen ein sehr kümmer¬ 
liches Aussehen, weil ihnen die wesentlichste Nahrung, die sie zu 
ihrer vollkommenen Entwicklung nötig haben, fehlt. Wasser allein 
ist keine Nahrung für die Pflanzen, ebensowenig wie für den 
Menschen. Die Wurzeln der Pflanzen suchen in der Erde nicht 
nur nach Feuchtigkeit, sondern auch nach Nährstoffen, die sie zum 
Wachstum nötig haben. Man muss also der Erde neue Nährstoffe 


zuführen. Dies geschieht am besten durch eine Peru*Guano- 
Düngung, wodurch auch zur Hauptsache mit auf die Farben¬ 
pracht der blühenden Pflanzen htngewirkt wird. Von diesem aner¬ 
kannt besten Düngemittel, das von den Anglo Continentalen 
(vormals Ohlendorffschen) Guano Werken in den Handel georacht 
wird, hat die Gesellschaft nunmehr auch eine ganz spezielle Zu¬ 
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nummer 22. 


Berlin, den 3. 3uni 1905. 


7. Jahrgang. 


Inhalf der Hummer 22. 


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Pas Sud? ber lPod?e . 925 

llnfere Silber.925 

Pas €nbe ber nußfd»en 5eemad?t. Don Kap. 3. 5. a. P. »on puftau . . 925 

Pie (Toten ber U?od>e.926 

Silber Dont (Tage. (Photograpbifd?e Kufnotjmen).927 

Pie r>eimatloferu Koman »on (Tbusnelba Kiibl (^ortfe^mig).955 

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Kiel, ISoltrnatirrfh'. 24; Köln a.Rh., Bobrflr. 148-ißo; Königsbergi. pr., 
IPri^gerberjTr. 6/7 ; Leipzig, peterjftraße 19; Magdeburg, Sreiteiueg 184; 
pVOndun, Kauftnaerftr. 25 (Pomfreibeit); ffümberg, Kaifer|Tv., drfe ^leifd?» 
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Kopenhagen, Kjöbittagergabe 8, 

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Mailand, Pia San Pito 41, 

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unb ber ©efebilftsflellc ber „lPod?c": JSeuyork, 85 11. 85 Puaite Street. 

‘Jeder unbefugte ffacbdrwdt aus diefer Zeitrehrift 
wird ftrafrechtlid» verfolgt. 



Die sieben tage der Woche. 


25. mal 

Bus Bafu fommt bic UTelbung, baß her (Soupcrncur ^Jürft 
Bafafdjibfe bnreh eine Bombe getötet würbe. 

Bus Warfdrau wirb pon fortgefetjtcn Kusfchreitungcn iit 
ben Straßen berichtet. Die Unruhen, benen 3ahlrciche per 
fonen 311m ©pfer fielen, werben anf bie (Erbitterung über 
ben fdjamlos betriebenen OTäbchcnhanbel 5urn cf geführt. 

26. ülal. 

Das prcußifdje Kbgcorbnetcnhaus nimmt bie Bopcflc 5uni 
Berggcfcfc, bie bie Krbciterperhäitnijfc regelt, in brittcr Be* 
ratung anf (ßrunb eines Kompromißes an, bemsufolge obli^ 
gatorifebe 2Irbeiterausfd?nj|e in geheimer IPahl gewählt werben. 

3 n Bad?iifdjewa im ruffifc^en Besirf (Eriwan, nahe ber 


perfifdjen (Sren5e, finben feit mehreren (Tagen blntige §n* 
fammenftöße 3wifd>en Armeniern unb HToffammcbaiiern ftatt. 

Der Kaifer unb bie Kaiferin reifen pon IDiesbaben naefy 
Potsbam ab. 

27« mal. 

IDcgen ber ^ortbaucr ber Unruhen auf Kreta gel^t ein 
falbes Bataillon britifc^er Suffcyinfantcrie mit bem Begi* 
meutsjtab uon IHalta borttyu ab. 

Die f^auptoerfammlnng bes bcutfdjen ^lotlcnpcrcins wirb 
in Stuttgart unter (Teilnahme bes Königs IDilhelm pon 
Württemberg nnb bes prinsen Ircinrid? pon preußen eröffnet. 
Die (Scnerälc ITlcnges unb Keim, bie iljre Kcmter im Dor^ 
ftaub niebcrgclcgt hatten, werben wicbergewählt nnb nehmen 
bic Wahl an. 

3 n ber Stabt (Efyarlottcnburg, bic bas Jubil䙫 
Sweihnnbertjährigen Beftelfens feiert, wirb in (Segenwart bes 
Kaifers bas Denfmal für Kaifer ^riebrirf) enthüllt. 

König peter pon Serbien betraut Stojanowitfcty, ben Prä» 
fibcutcn bes unabhängigen rabifalen Klubs, mit ber Bilbitug 
eines neuen Kabinetts. 

28 . mal. 

Kits (Ehriftiauia wirb gemelbct, baß König (Dsfar bas 
neue norwcgifchc Konfnlatgcfcß uid)t beftätigt unb bic für 
biefen ^all eiugcrcichte (Entlaffung bes HTinifteriums ab- 
gelehnt hat- 

Die neufte Derluftliftc aus Sübwcftafrifa weift ad>t5chn 
(Tote, baruutcr einen ©ffijier, swölf Dernninbete unb einen 
Bcrmißteu auf. 

3 u Born wirb bie Koufereus für bas internationale Krfer* 
baninftitut feicvlid? eröffnet. 

29. mal. 

Bus (EoFio wirb amtlich gemclbet, baß in ber Straße oon 
(Efd>ufd)ima bas (Scfchwabcr Bojcftwenftfijs in sweitägigem 
Kampf mit ber japanifchen flotte unter Kbmiral (Togo eine 
furchtbare Bieberlage erlitten h a *- S^h n ruffifche Schiffe, 
baruutcr bie Einicnfchiffe „Borobino" unb „ 3 mperator Klcyan* 
ber III.", gingen unter, oicr würben von ben 3 rt P atlcrn 
genommen. Kbmiral Bebogatow unb etwa 5000 ruffifche 
Seeleute gerieten in japanifdje (Scfangenfchaft. 

30 . mal. 

Kits bem ruffifchen Hauptquartier in Snutfchnling wirb bie 
Knfunft bes prinsen ^riebrich Eeopolb pon Preußen gemelbct. 


Der Kronprinz. 

(Es ijt tief in ber HTcnfchcnfeele bcgrüubct, an wichtigen 
Eebcnsmomenten Bor» nnb Bücffchau 5U halten, bie geidicn 
ber ^ufunft 3U beuten aus ben (Entfachen ber Dcrgaugenheit. 
3n ber einen ober anbern ^orm befragen wir h eM * c nof h 
wie bie Klten an wichtigen (Tagen bes Eebcus bie Kngurcn, 
welkes bie Reichen bes Cages feien. Unb wenn bies fchon 
ber ^all ift bei gewöhnlichen UTcnfchcnfinbcru, um wie piel 
mehr bei bem rHeufcbcnFinb, pon beffen (Sebanfen unb (Ent* 
fihließungcn, pon beffen Willen in fünftiger §eit im weiteren 
Umfang bas Wohl unb Wehe bes ganjen Bolfs abhängen. 
So ift cs nietet wunberbar, fonbern fclbftperftänblich, baß bei 
bei* Bermählung bes Krouprinjcn in ben UTiliionen bes Dolfs 
ber (Sebanfe herportritt: was wirb bie c i>iifiinft bringen? 
Unb iusbefoubere in Kltpreußcn, aber auch weithin im übrigen 



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Seite 920. 


Hummer 22. 


Peutfdjlanb, iß biefc ^vagc ja nid?t nur eine Frage bes Per* 
ßanbes, foubern eine $ragc bes Hebens, bas bie ^efttage 
bes ^errfc^er^aufes als eigene ^eptagc niib feine Sorgen als 
eigene Sorgen 511 betrachten nach alter (Trabition (Sott fei 
PanF auch beute noch gewohnt ift. 

So bliefen mir auch non beni I^öbcpunt't bes Permählutigs» 
fefles bes Kronprinzen jurficf in bie Pcrgangeitheit, um bie 
Reichen ber §>nFunft 511 beuten.* Hub unter beit bisherigen 
£ebeusepod?cn bes Kronprinzen mar mohl feine Stnbcutcnscit 
eine befonbers d?arafteriftifd?e. 

Uls ber Kaifer in Icuchtcubcn Frühlingstagen <£nbe Hpril 
t90( feinen erftgeborenen Sohn 5iir Hnipcrfität brad?tc, polh 
50g ftd? biefer €itt5ug unter jitbcluben ftubcutifd?cn Fctorlid?* 
feiten in ganz einzigartiger IPcife. llitb ber Kaifer h^il 
auf bent großen allgemeinen Stubentcnfonuncrs eine Hebe 
über bie nationale (Entwicflung bes beutfeben PolFs, bie nicht 
allein ein HTeiftcrmcrJ ber Hcbefunft, foubern mehr noch ein 
HTeiftcrmerf großäugiger gefd?id?tspbilofophifd?er uub pater« 
lärtbifchcr Betrad?tung mar. HTan mürbe biefc Hebe, wenn 
ein profejfor ber <Scfd?id?tc fte gehalten hätte, als ein HTciftcr* 
merf großangclcgtcr uttiperfalhiftorifd?cr Betrachtung h^cn 
anerfennen ntüjfcn; aber es mar ber Peutfd?c Kaifer, ber fte 
hielt, fjätte fte ein profeffor gehalten, fte märe nach-wenigen 
(Tagen in ber Huslage jebes Bud?labetts als DeitFfdjvift 5U 
fehen gemefcit. Hub id? bebaure bis 51t biefem Hugcnblirf, 
baß, weil ber Peutfchc Kaifer fte gehalten, bics nicht ber Fall 
mar. Penn biefe Hebe mar nicht pom Uugettblicf gegeben 
uub mit bem Hugeublicf gegangen, foubern ein tiefgrüubigcs 
(Sebanfcnmcrf pon banernber, ja pon blcibenber Bebeutung. 

3 m Hahmett biefer großen (Scbanfett führte ber Kaifer 
ben Kronprinzen in bie Utiiocrfttät ein. Hub in (Taufcnben 
pon TOortcn h cr 3^chftcr Begrüßung fattben bie IPorte bes 
Kaifers ihr lautes <Ed?o bei profefforen uub Stubenten. F a ft 
mic bebrüeft non bem frettbigen 3 ll bel, ber ftch ihm fo frei 
uub fo mächtig entgegeubrängte, antmortete ber hodjgcmachfene 
blottbc junge Stnbcnt in fttrjcm Panfesmort mit bem <Se« 
löbitis, unter beutfd?cn Stubentcu ein beutfd?cr Stubent fein 
5U wollen. 

0 b fid? alle Hoffnungen uub IPüufche jener Icuditcub 
fd?öucn Frühlingstage erfüllt haben? Hllc menfd?lid?cti Pinge 
ftnb Stücfmerf, auch bie ber Jfiirftcti auf ben (Thronen uub 
lim bie Chrotte. Uber eins ift gemiß rid?tig, mas bent nach 
5mci 3ahren 001t ber Hnipcrfttat fcheibcubcn Kronprinzen ber 
bamaligc Hcftor in fcböitctt Hbfd?icbsworteu ausfprad?: baß 
ber Kronpriti5 mohl nie mehr in feinem £ebcn fo unmittel¬ 
bar uub ohne SdjrauFcu mitten intte in bent täglidjcn (Tun 
unb (Treiben bes Polfs ftehen merbe mie in biefett $mci 
3 ahrett feiner freien Slubcutcn5cit. Hub ba5n ein 5mcites: 
baß ber Kronprinj in biefett 3 abrctt bie 2 Piffeiifd?aft in ihrer 
täglichen unmittelbaren Hrbcit um bie haften Dinge bes 
Hlenfchenlebcns gefehen nnb Fennen gelernt habe. 

Hach beit ranfd?enbcn Fcfttagcn bes Httfangs mit ihren 
großen (Einbrüchen begann bann bie ftillc Urbcit ber (Tage, 
)Pod?en 1111b 3 ahre. Sie polljog ftch nicht eben mefentlidj 
attbers als bei anbern Stubenten; baß bie F°rnt ber fogc* 
nannten prioatiffima übermog, mar hergebracht bei fürftlid?cn 
Stubenten nnb in ber Hatitr ber Pittgc bcgvüitbct. Pod? h at 
ber Krottprinj eine Hcihe pon Porlcfuttgcn, l^iftorifc^e, Fuuft* 
hijtorifchc unb naturwiffcufcbaftlidje, im orbeutlicheu Kolleg 
gehört mie attbere Stubenten, nnb faft ntöd>tc es fd?cincu, baß 
oiefc F°rm, ba er mitten unter ben Stubenten nnb Stuben* 
timten im I^örfal ber alten Bonner Hnipcrfität faß, ihm an* 
5iehenbcr mar als bas abgefddoffene Prioatiffimum. IPcnn 
es nach ben Leitungen mohl fcheincu Fönntc, als mürbe ber 
(Sang ber Huipcrfitätsarbcit allziihäuftg unterbrod?eit buvd? 
Hcifett 51t Bcpräfentations* ober anbern ^mecfeit, fo hat man 


ftch bapon boch in mcitercu Krcifen ein unsutreffenbes Bilb 
gemacht; bei’ben heutigen PcrFehrspcrhältnijfen maren ber« 
artige Pittgc immer fchr rafd? erlebigt unb unterbrachen, 
mcuigfteits äußerlich, ben gcorbuctcit (Sang ber Hrbeit nur 
wenig; nur bas leftte Semcftcr mar bttreh bie ruffifdje Hcife 
unb bas baranffolgenbc Httmohlfein bes Kronpriusen bereits 
IHitfe 3anuar abgcbrod?ett, uub nur jur fcicrlid?cit €jmatri* 
fulation Fant bann ber Kronprinz ttod? menige (Tage 3ur 
Hnipcrfität jurftef. 3 e&cnfafls hat ber Krottprin3 feine Por* 
lefnttgett, auch bie öffentlichen, fchr pief regelmäßiger gehört 
als picle, um nicht 5U fagen bie nieifteu feiner Kommilitonen. 

Had> einem forgfältig erwogenen ttttb feftgcftellteit Stubieit* 
plan hat ber Krottprin3 eine große Unzahl oon Porlefnngen 
regelmäßig gehört. €ingefd?riebctt mar er nach 
bei ber juriftifchcn F^Fnltät; er mürbe auch in alle §meige 
ber 3 ur ispruben5 eiugeführt; baß babei ben fiaatsrechtlichen 
Pisziplinen eine erhöhte Bebeutung sugemiefen mürbe, lag 
in ber Hatur ber Pinge; bie ftaatsrechtlichen Porlefuugcn 
hat ber Kronprinz bei perfchiebenen £el?rern in pollettt Hm* 
fang, abgefehen nur pon ben Porlefungett bes lebten Sentefters, 
gehört. Fnr naturroiffenfd?aftlid?e, hiftorifche uttb fünft* 
hiftorifche Porlcfuttgcn hatte ber Krottpritt5 mohl eine über* 
miegenbe Heiguug. Pie Ueußcrung einer ftarFen perföitlichett 
(Teilnahme an ben Pittgcn, bie ihm geboten mürben, lag nicht 
in feinem IPefctt; aber in gefpannter Hufmerffamfeit folgte 
er beit Portragcn, unb fo mögen (Taufettbe pon Keimen in ben 
Flarett Pcrftanb unb bie offene Seele bes eblen 3 ünglings 
gelegt fein, beren Hufgehett unb Heifen bie guFnnft bringen 
mirb. 311 ben frönen Kbfdjiebsmorten, bie ber Kronprin5 
bei feiner (Ermatrifulation an bie Hnipcrfttat nnb insbefonbere 
feine £ehrcr richtete, h a * cr felbft biefem (SebanFen marmen 
HusbrucF gegeben. IPas eine Hnipcrfität 5U bieten hat, ift 
ihm geboten morbett in ben pcrfchicbenftcn F ormcn unb 
pon £chrern fchr oerfcbicbcnet Hrt unb Hichtung; mas pon 
biefett SameuFörnern aufgehen mirb, ftcht itt (Sottes fjanb. — 

Uber bie beutfd^e Hniperfität bebcutct für ben Stubenten 
nicht nur £crtten, foubern ebettfo fehr £ebeu. Hiemals 
micbcr ift ber HTcttfch fo frei mie in ber Seit, ba er in 
jubelnbem Hebermut fingt: frei ift ber Bnrf<h. Unb ttirgenbs 
in ber JPelt crifticrt biefc ntcrFmürbige aFabentifche F r ^*h c 't 
mie an beutfchcit Uuiperfttäteu. Sie ift bas hiftorifche pro* 
bnft ber 3 ahrlmnbcrtc, nnb nientanb Fantt fte „befttticren". 

Kn bem £ebett in ber ilniocrfitätsftabt nnb bem Stubenten* 
lebett ittfouberheit nahm ber Kronprinz beit regften Htttcil. 
Zutr bei bcfottbcren Httläffcn mar er itt Uniform 31t fehen. 
Pie Uniform ber Hnipcrfität mar für ihn ber meiße Stürmer 
ber Boruffia. Huch bas mar ja trabitioitclles Hcrfontmcn. 
Paß Pott bett Bcfottbcrheiten bes Pcrbittbnngslebcns im Korps 
bem Kronprinzen manches nicht gefiel, ift bcFaitiit; int (Senuß 
geiftiger (ScträuFc mar cr überaus mäßig uub hielt barati 
uitbcugfant feft; bagegett tnadtte ihm bas alte ftubentifd>e 
(Turnier bes Fcdttbobcns unb ber HTeufnr, mie es fd^ien, leb* 
haft^s Pcrgitügeu — beibes d?arafteriftifche §üge feines 
IPefeus. 3 n jugcnblicher F r iW c betätigte er ftd? mit großem 
(SefchicF uttb hoher (Eleganz inmitten ber anbern, bie bas 
glcidie taten, att allen Hrten bes Sports. Unb mer ihn fah, 
mcttti er, felbft bie ^ügcl führettb, buuh bie Straßen fuhr, 
mentt cr mit Kraft unb (Srasie ben (Tcnnisfchläger führte, 
mcttti er 3 a 9Örenncn mitritt, unb mas berglcidjen mehr fid? 
bot, ber freute ftd? bes fd?önctt 3»nglings, ber fo frei nnb 
froh uttb ungezwungen bie Frcuben ^er 3 l '9ettb teilte, in* 
fonberheit bie Frcuben, bie 5ttgleich Hebung ber Kraft finb. 
Uub iiid?t mittber hat er ftd? bie H er 3 cn gemonuen burd? bie 
licbcnsmürbige Uiu^wungenhcit feines IPefeus im gefelligen 
Perfehr; in lebhafter Kottpcrfation entfaltete er bann bie 
gattzc Unmut feines JPefens unb eine große Pielfeitigfeit 



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Kummet* 22. 


boxte 92 \> 


pon Kenutniffen unb Jntereffen. Kber bei aller Unge3mnngcn* 
beit unb Sicbenswfirbigfcit feines Wefcus im Harnten ber 
afabemifdjen Freiheit l^at er bodj nie oergeffen, bag er Krön* 
.prinj ig, nnb erwartete and?, baß man cs ihm gegenüber 
nidjt pergag. Unb bas war richtig. 

War bas Scmefter 511 Ettbe, fo ging er fröhlich in bic 
Serien, genau fo wie bei anbern Stubenten, fei es 511 
furjeren ober längeren Reifen, fei cs nad? l^anfe. Bcfoubcrs 
5ur Perpollfommnung feiner fiiuftbiftorifdjen Kenntniffc unb 
Kitfchaunngen benutjte ber Kronprinz bie Serien. 

Der Wanbel ber geiten l^at es mit fid? gebracht, bag 
beute bie dürften nicht mehr in enger unb ferner Kbgefchlof* 
feiil^eit leben, fonbern ins Polf eintreten unb mitten inne im 
Polf gehen. Das ift ja altbobensollerufd^e (Erabition, bie 
nur beu heutigen Perhältniffeit entfpred^eub weiter gebilbet 
würbe: wie als Solbaten fo als Stubenten gehen unferc 
prinjen in ber Sdjladjtreifje ihres Polfes. 


Darin liegt ein lieber Poplig für bic (Jürgen wie für 
bas Polf. Über in ber weithin fid>tbareu (Jroitt fann nnr 
ber fteben, ber feinen Dienft richtig $u tun bie (Jähigfeit unb 
ben Willen h at * 3 n bicfeni Dieng ber prittjcn mitten in 
ber (front bes Polfes pon früher Jwgcnb an liegt ein groges 
Kapital bobcnjollcrnfcber (Erbweisheit unb ein groges Stütf 
ber gewaltigen (Erfolge biefes ^errfcherhaufes. 

Was wir pon unfernt Kronprii^cn gefehen fmben in &eit 
Eageti feiner unge3wungetten Stubenten3eit, bas erfüllt uns 
mit oollem unb h°^ cm Vertrauen für bie gufunft. Der 
Stubent ift ein Werbenber; aud? ber Kronprins war als 
Stubent nod? nicht fertig unb ausgereift. Über gerabe in ber 
(freibeit ber Uniuerfitdt 3cigcn unb geftalten gdj bie ilmriffe 
ber perfönlichfcit. lllit inniger (frcitbc gebeuten alle, bie 
bern Kronprinzen naher treten bnrftcn, ber fonnigeu (Seftalt 
bes jungen (Jürgen. möge ihm ein pollcs unb ganscs 
Scbensglütf befebiebeu fciitl 


Die K*cnjmn3cffin beeilte. 


ie ^er$ogin Eecilie iff geboren ben*20. September (886 
in Subwigsluff als brittes Kinb bes <5rogher5ogs 
(fricbrich (Jran5 III., eines Ureufels ber Königin Snifc. Das 
gefcbwiftcrlicbe Perhältnis war unb ift ein wahrhaft ibcalcs. 
Dlit ber %r5ogin Klcjanbritic, jeftigeu prinjeffin Ehriffian 
pon Dänemarf, fowie mit ihrem Brubcr, beut rcgicrenbcu 
(5rogher3og (friebrid? (frans IV., ift ftc in ber innigfteu 
Siebe perbitnbeu. 3 U ben brei fürftlichcn Kinberu lebt 
oiel poii ihrem Pater, am mcifteu oiellcicbt in ber 
Bc^ogin Eecilie. Seine EJerseusgütc, Siebcnswürbigfcit, 
feine Befcheibenheit, eble Einfachheit unb Poruehmheit fowie 
fein gartgefühl fcheinen auf fie übergegangen 311 fein. Die 
(Erziehung lag wefeittlicb in ben f^änbeu ihrer mutter, ber 
(Sroghersogin Kuaftafia, beren Ersiehungsweisheit allfcitig 
anerfannt wirb. Sie hat bie Bersogin mit groger Strenge 
exogen unb ge por allem 5U Befdjeibcnhcit nnb Demut, 
Sparfamfcit, Wahrhaftigfeit unb pfliditgefnhl ungehalten. 
Es bürfte wenig Kinber an ber Kipiera geben, bie fo fern 
pon bem (Ereiben ber grogett Welt nnb fo unberührt poii 
biefent aufgewachfen ftnb wie bie f^e^ogin Eecilie. dürften* 
fiitber por allem ntüffen ffdj in ber Stille unb Pcrborgeuhcit 
nnb fo unbeachtet wie möglich entwicfeln, bas ift ein 
(Srunbfatj ihrer mutter. 

Die jngenbliche fjersogin fpridit (fransöfifch unb Euglifch 
fo gut wie Dentfd? unb lieft auch bic Büd}cr in ruffifdjer 
Sprache. Bei ben nahen Beziehungen bes ritffifrhen nnb 
merflenbnrgifchcn Ikrrfcherhanfcs ergaben geh im Sommer 
wiebcrholte Keifen nach Petersburg pon felbft. Soldje Keifen 
auf (Srunblage cingehenbcr Sprachenfenntitis ttub 3 nformation 
bilben mehr als piele Unterrichtsftunben. Die Pcrgleidmug 
jwifchcn ben paterlänbifchen unb ausldnbifchen Perhältuiffen 
in Kirdje, Staat unb (Sefellfchaft brängt fid? auf unb regt 
5um ttachbenfeu an. Eine fdjarfe Beobachtungsgabe nnb ein 
feines, aber porgd?tigcs Urteil fcnnscichnen bie ^ersogin. Sie 
liebt bic mugf nnb begleitet gern ben Kronprit^en auf bem 
Klapier 3iir (Seige. Sic geniegt alle Schönheiten ber Batur 
nnb Kung in polleu gügen. Sic cmpgubet tief, aber ift 
fparfam in ben Keugerungen ihrer (Sefühlc unb h fl t gd? bei 
aller Sebhaftigfeit fehr in ber glicht. Was ihre religiöfe 
Kusbilbung betrifft, fo ig ge fowohl burd? ben trefflichen 
3 ugruftor fjerrn Ehrid?, je^t pagor in Subwigslnft, fowie 
burch ben berühmten Kansclrebner 0 berhofprcbigcr Kbolf in 
Schwerin grünblich in ben luthcrifcbcn Katechismus ein* 


geführt, burd? letjtcrcu and? in ber Schlogfirche 3U Schwerin 
( 9 ü 3 fougrmiert worben. 3 n Cannes — in Sübfranfrcich — 
erteilten ihr hodjgcbilbete Pifare Religionsunterricht; 
nur in ben legten beiben Wintern por ber • Kongrmation 
Farn fie allu>öd?cutlid} einmal auf bic Pfarre, wo ich eben* 
falls au ber iiaub bes lutherifdjeu Katcdnsmns wichtige 
Scbensfragcn mit ihr befprad). Sie folgte ftets bem Unter' 
rid?t mit grogem 3 ntcreffe unb las ans ber Schrift per* 
ftanbnispoll unb mit Bcgeiftcrung por. Bei bem (0^. Pfalm, 
bem £icb(iugspfalm Kleraubcrs pon Fmmbolbt, unterbrad? bie 
junge Katnrfreuubiu ffdj felbft mit bem Knsruf: „© wie ift 
bas fchöti!" Sie ha* ftdj (Socthes Wort: „ 3 C ttich^ bie menfehen 
au wahrer Bilbung 3uuehmcu, um fo ffeigiger werben ge bie 
Bibel Icfcn", augeeiguet. Sie weig amh, bag wahre (frömmig* 
feit im Waubel por ben Kugen beffen begeht, ber ins Per* 
borgeue unb auf beu (Bruub ber hergeu blieft. Pott ber 
heiligen perfönlichfcit 3 c f u fie einen tiefen Einbrucf 
empfangen, man merft ihrem gaiijeu lUcfcn au, bag fie ohne 
allen öligeren Schein auch in ihrer hohen Stellung feine 
bemütige Kachfolgcriu fein möditc. Sic weig nicht blog, 
bag Sieben, fonbern bag and? licrrfdjcn „bienen" heigt. 
Das IPort ^riebridjs bescSrogeu, beffen ueugcScbensfchilbccung 
fie gleidjjcitig mit bem Kronprii^en poll Bcgeiftcrung las, hat 
ge’s gelehrt, bag ber König ber erfte Diener bes Staats ift. 
Uber höher als ^riebrid? ber (Srogc geht ihr bod? ber König 
ber IPahrhcit mit feinem Spruch: „Des ITIenfd^cn Sohn ift 
nicht gefommen, bag er fieg bienen laffc, fonbern bag er 
biene", mit ber fegen gnpcrgcht, bag „bic trenge Siebe geget" 
tritt ge ihre h°^ c Stellung au. 

So gewig fie ein lebeubiges (Slieb ber cpangclifd^en Kird^c 
ig, ausgeriiget mit grüttblicher Kenntnis bes Sehens Suthers 
nnb ber (Sefchidjte ber Kcformation, h at ff c emberfeits 

auch Picl (Selegcnheit gehabt, eble (Seffaltcn aitbercr Kon* 
fefgoueu alter unb neuer §eit feunen 511 lernen, unb weig 
wahres Ehrigentum unb wahre mcnfchetiliebc in jeber jform 
511 fchägeu. Durch bie Seftüre ausgcwahltcr Kbfchnitte aus 
Kouffeans „Emile", ausEartefius, Pascal unb befoitberstSratrys 
,,la connaissauce de Tämc“ ift ge auch mit fragen ber 
Pfyd^ologie nnb philofophie bcfaitnt geworben. Sic beuft 
piel nach nnb geht gern ben Dingen auf ben < 5 runb, aber 
fcheint glcidiwohl por allem eine praftifdje Katnr, bie mit 
Kopf, I}er5 unb f^anb entgehen wirb auf bie fo^ialeu Böte 
nnb Aufgaben ber geit. 



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feite 922 . 


Hummer 22. 


Der Kronprinz bat fte jutn crftcnmal bei öcm feftlid?ctt 
(Ein 511g bes jungen großher5ogtid?cii paars in Sdiweriit ge* 
feigen, unb bie 2litmut unb ber Eiebreij if?res IDcfens, ifyre 
geiftige ^rifdje unb if?r fprubelnbcr H lunor gewannen i^r 
fdjnell fein H er 3* fröhlich wie bie Kinber haben fie in bent 
Walbibyü non (ßclbeufattbc ben £iebesfrühling gefeiert. Die 
immerhin nid?t leidste (Trennung batte eine befto rcid>lid?crc / 
tägliche Korrcfponben5 5 ur ,Jolge llu ^ führte 511 einer fd?rift* 
lieben 2 lusfprad?e über bie beiben gemeiufd?aftlid?e £cFtüre; 
fie h a * fid?crlid? pertiefenb auf bas gegenfeitige Derhältnis 
gewirFt. DanFerfüllt teerte bie ßerjogin pou bem Fn^en 
^ufammenfeiu mit ihrem Dcrlobten tu <$lorcit5 sitrücf; aus 
iljrcm reinen, feclenpollcn 2 luge ftrahltc bas (Sind. 

Bei allem Fiublid?cn ^rofyfinn fühlt fie bod? bie gait5c 
Sd?were bes £ebctts unb tritt mit ^eiligem <Eruft in bie £l? e * 
2Jn ihrer Sd?roefter, ber Prin5efftn (£l^riftian pou DäncntarF, 
hat fie bas wahre Dorbilb einer fiirftlid?cn (Ehefrau. 3 n 
Furjer §eit bat bie beutfd?c ^ürftcntodjter bie fersen aller 
Daneu gewonnen unb uubetüufjt burd? bas ftille Walten ber 
Stiebe eine fegeitsrcid?e Hlifftott erfüllt. Mit DanF unb 


<frcnbc blieft tl?r hoher (Sctitahl, ein mufterfjafter (Satte unb 
Dater, auf feine cble £cbciisgcfährtiit. Wir fjaben allen 
(Sruub 511 glauben, baß ber Kronprittj bas gleite (Slücf bei 
feiner (Senta^lin ftnbcn n>irb. 

Die ^erjogin hat ftd? 511m Sprud? ihrer Konfirmation bas 
pfalmwort gewählt: „Befiehl bem f^errn beine Wege unb 
hoffe auf il?n, er wirb cs wol?l machen". Wir hoffen auf bie 
Erfüllung biefes Wortes, unb bas um fo mehr, als bie «Er* 
fatjrung beftdtigt, baß (Sott ben Demütigen (Sitabc gibt unb 
cs ben 2lufrid?tigen gelingen läßt. 

<Jrof>c ^efttage finb geFommcn für unfer DolF, foweit cs 
nod? pou Daterlaubslicbe unb Königstreue bcfeclt ift. Wohl 
bem Dolf, bas jaud^en Faun! Hlöd?tc ed?te Begeiferung bie 
fersen piclcr erfüllen unb Klatfd? unb oberfäd?lid?e Hcugicr 
fernblcibcn. Hub ber raufebenbe 3ubcl foll tiid?t leer pcrhallcit. 
lUödpte ftd> piclmehv ein Banb blcibcnber Sympathie jwifebett 
Dcutfd?laubs inänucru unb Raiten unb bem Fünftigeu ^errfihcr» 
paar fuftpfett, um nid?t wieber 511 serreißett, fonbent burd? 
€utgegcttFommeit auf beiben Seiten, burd? (Treue unb ^ürbitte 
immer fefter unb inniger 311 werben! ij. sdjmitn, pnfior in Cannes. 


Briffr einrs moümien ffiäödjpna. 


£iebe £u(u! 

(Segen meine (Scwohnheit bin id? einmal uit5ufriebcn mit 
meinem £os. 3 l h ftnbe, baß in bicfcit fcftereid?ett Wod?cn 
bas £eben für ein weibliches Wcfctt nur bann Sinn unb 
^tucef hat, wenn man überall als €^reujungfrau mitmirft. 
21 d? ja, eine wcißgeFlcibetc mit buntem Sd?ärpenbaub ober 
Bofctt im Haar möchte id? fein, immer bid?t an ben Haupt* 
momenteu beteiligt — wo mau alles fo h err Üd? aus ber 
Häfje ftel?t, alle bie aus 2lugft unb l^ocbgcfühl gemifebten 
Senfationcn genießt, bie fold? eine exponierte Stellung mit 
fid? bringt, unb €riuncrungcn' fammclt, mit beneu mau bem 
bewußten „fpätcu <EnFel" uod? imponieren Faun. 2lbcr 
leiber lautet mein ^cimatfdiciu ttid?t auf (Tharlottenburg ober 
Berlin! 3<h feirc als 0utftbcr mit — bafür aber intenfio 
— ob man’s nun uom loFalpatriotifd^cn ober allgemein* 
malerifdjcn StanbpuuFt aus anficl^t — fdjön finb biefc fonni* 
gen ^efttage uon jebem point de vuo aüsl Diefer fpät ent* 
micfelte UTai gibt ihnen einen Ijcrrlicfj blül^cnbcn l^intcrgrunb, 
unb man weiß wirFlidj oft nid?t/ ob man bie 2 Tatur ober 
bie Stabtälteftcn unb Stabtbauräte am mciften bennutbern 
foll? Die Kaftanien übertreiben faft bie §af?l il^rcr Ker5cu. 
Der ^lieber hängt feine lila Dolbcn fo üppig über bas faftige 
(Srün, baß man beinah an geheime 2Tad?l^ilfe uon feiten bes 
(Jeftfomitees glauben mödjte. Der (Tharlottcnburger Kotborit 
überbietet fidj fclbft — unb am Jubiläumstag trugen fclbft 
jene Banmarten, benen fonft bie Farge itörblidjc 2*latur bas 
Blütentreiben uerfagt hat, rote Kicfeurofeu aus papicr — 
„gaii5 nett, aber fdjcitßlidj", je nad) (Scfdimacf. Wie (Tann* 
fjäufers StccFen waren fte über Hacht in (Sang geFommcn! 

£ujtig fahen fte jebeitfalls aus, unb luftig bunt war bie 
gan5e Dia (Trinmphalisl £autcr ftarFc färben Flattgett im 
bleubenben Soitncnfdjcin burd^eiuaubcr — bas fpe^ifFfd? 
£icfcenburgifdje Blaugelb fel^r cffeFtooll neben bent Sdjwar^* 
Weiß»Hot — oeferfarbene pylonc mit il^reu ägyptifc^eu 
£inien, weiße Kiefcugefidjter am SocFel — iDimpcl, Büfteit, 
^rcsFett — alles unter einem Fühlen Sommerhimmcl, ber 
all bas non iljm ausgegangeue XTlailcib nun uergelteu 511 
wollen fdjicn . . . rote (Tribünen, bie uicr Schimmel bes 
Kaifcrs — er fclbft, pon füblidjer Sonne gebräunt, claßifdj 
unb frifdj, mit jenem ftegesgewiffen unb ficgcsgcmohutcn 


£ad?clu, in bem er HTeiftcr ift — enblich nad? fdjmetternbcn 
^anfarcnFlättgcn bie fallenbc lyüUc — unb weithin fid?tbar 
bas fd?öne, rnl?cuolle HeiterbcnFntal im warmen, golbigen 
Bron5cton aufleud?tenb por ben bidjtcn Wipfeln bes (Tl?o^ 
lottenburger parFs — jenes felben parFs, wo ber fterbenbe 
I^clb bereinft an einem langpergangenen HTaitag, ber ftd? 
gerabe jefet wicber gejät|rt l?at, bie le^te melanc^olifdje pa* 
rabe abljiclt. 

2 \ed?ts nttb littFs pom DcnFmal ragen fd?lanFe pylonc 
— fyod)erf?öl?t — wie ber HlarFnslöme unb ber heilige (Theo* 
bor über beit Kanälen Dcucbigs — ftel?cn oben 2lpollo unb 
2 ltl?enc; als wären fie bie Stabtgöttcr (Tharlottcnburgs, halten 
fie in ben £üftcn Wad?t — nidjt weit baoon fteigt in bie 
gleichen £üftc ber Bclfricb bes neuen 2 \atl?aufcs, ftolj unb 
grau wie ein Stücf Brügge ober (Sent, bas nur etwas pa* 
tiua bes 2 llters braudit, um wirFlid? ed?t 51t erfdjeiueu. 

Der eingeborene (Tharlottcnburger betrachtet mit ftoljcr ^reubc 
all bie neuen Sd?ätjc — and? ber fnggcftipc lllcileuftciu am 
Sddoß ift erneut, ber genau eine JTlcilc pom Döuhoffpla^ bc* 
beutet — ein €ntfcruuugsmaßftab, nad? bem fo mattd?er Ber* 
liner lebenslänglich alle (Entfernungen ber fonftigen (Erbe ge* 
nießt — wohl jeber, ber nad? Wcftcn wol?nt, fühlte in bicfcit 
(Tagen mit Hochgefühl d?arlottenburgifd?. !Uand?er, ber bisher 
Faunt genau wußte, wohin er poftalifd? gehörte, ber höd?ftcns 
in gcwiffcit 2lugufttagcit über ben £anf ber Stabtgrcit3e nad?* 
gebucht hatte, weil bie erfien Hcbhühiter in ber einen Stabt 
eher perFauft werben als in ber aitberu — 11 Tcnfd?eu, bie fid? 
fonft immer als (Sroßftäbtcr anfaheu, entpfanben plöglid? 
Heimatsgefühl für ben fpc5icllcn BejirF, in ben fte sufällig 
hinciugeratcn waren — fiir bics ftolj aufgeblühte (Scnteiu* 
wefeu, an bas bie große Sd?wcfter immer bidjtcr heranrüeft, 
bas aber feilte freie (Eigenart bewahrt uub bewahren will 
unb 2lthcitc nttb 2lpoll hoffentlich nid?t umfouft als Sd?uö* 
göttcr über beit H^ u PFcrn feiner (Einwohner thronen jtef?t. 

3 a, es ift eine feftlid?c §cit für Berlin! Wie eine ferne 
HTclobic 511 bent (Tcjt bes „Beitcrlicbs" ober bes „£icbs an 
bie ^rcubc" ftitb bie Sd?illcrtage eben PcrFlnngcn. Beinah 
ift es 5u piel, baß bas alte £icßcnburg ausgcrcd?itet in 
biefem HTonat gerabe ben swcihuubcrtftcn Stabtgcburtstag be* 
gehen mußte — beun uod? ficht ja bas größere ^eft por ber (Tür! 


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Hummer 22. 


Seite 925 


Kaum finb bie Kräitjc bcs einen PcrmclFt, fo merben für bas 
neue ^eft bic Krän5e genmnbeu. Hid?t nur gait3 Berlin, fonbern 
aud? jafjllofe sugereifte {frcntbc — ja fojnfagcn bic gan3e 
51’pilifierte IPelt fifct mit hod?gcfpanntcu Ermartnngcu ba 
unb harrt, roas nun gefdjcfjen mirb. — Piele blumengcfcbmücFte 
KTaftcn ragen unter ben Sinbeit — es petlautet, bag and? 
bie £inben 3u>angsmcifc blühen follen nad? Eharlottenburger 
Porbilb! Bicftge (Tribünen ftefjen mie t?öl3cruc ^eftungen 
hier unb ba. Das 3 agen nach planen l?ält alle (Scmüter 
in Iluruhe. Unb bann, liebe £ulu, merbe id? bie Ehrcujuug* 
frauen am ntcifteu bcuciben, menn fie — aufgercil?t am 
Branbcnburger (Tor — bie einsiehenbe Braut gans ans ber 
Habe 51t fcl?cn befomnten, mährcitb mir anbern non teuer 
erfauften BotelbalFoncit ober ntühfam erlangten Sd?logfcuftcru 
ein Klomcntbilb aus ber ^erne erhafd?cu. — Piclleicht märe 
cs bas tPeifcße, ftd? fd?nell mit einem Spreefahufd?iffer 511 
befreunben unb pom IPaffer ans bas gläit3enbc Bilb 311 ge» 
niegen. — Der Qtmmcl mirb fid? l?offentlid? Flar barüber 
fein, bag ber (Eintritt in bas I?aus l^ohcnsollcrn ber jungen 
Braut and? bic Hnmartfchaft auf bas fprid?mörtlid?e 13 ol?cn* 
zollernmcttcr gibtl 

3 n einer Uunjtfjaublung hängt ein feines paßell ber Krön* 
prin5cnbraut, bie nun ben fd?öucu unb romantifd?cn Hamen 
«Eccilic als neuen Klang 5mifd?en bie Hngnftcn unb Piftoricn 
ciufül?rt —- ein anmutiges Bilb, aus bem bic Flügen Bugen 
unb ber charafterpoll gcfd?uittene UTuub feffclnb unb eigen* 
artig in bic IPelt läd?cln — bie junge prin5cffiit, bic bic 
befte partic in Europa mad?tl 3 h r Einzug burd?s Braubcit* 
bnrgcr (Eor ift ein l?iftorifd?cr Moment, unb mau Faun nur 
bcbancru, bag ber ITtcnjd nicht mcl?r ba ift, ber biefeu 
^rcubcutag unter ben £iubcn für bic EmigFcit feftl?alien fönnte. 

Die gauje Stabt ftel?t unter bem Reichen ber Porbcrci* 
tung — Sd?ulfinbcr üben bas (Eiiijugslicb ein — ber 
Sd?täd?tcr fd?miugt ful? aufs Bog unb reitet im (Tiergarten 
probe — ber pagc probt im Sd?log au Ort unb Stelle 
jcbcu Schritt unb jebc Stellung — alle (Semerfe finb in 
(TätigFeit, bie alten Sitten unb ( 5 cbräud?c merben aufgefrifebt 
— bic phantafie ber Hrd?itcFtcu ift in uber^itjter Hrbcit für 
nod? nid?t bagemefene ^ineffen in ber DeForation — bic 
Phantafie ber l?ofmarfd?älle für bas §>crcmouicll — mie bei 
einem JfnrftcnFongreg mirb cs im Schlag bei ben grogeu 
(Salatafeln pon gcfd?loffeuen Kronen mimmcln, fogar 3 apan 
mirb pertreten fein, bics aftuellfte PolF ber (Scgcuipart! — 
Die (Toiletten unb Sd?Ieppen bcs (Trouffcaus, bie mit fo picl 
EFftafc pon in* unb ausläitbifdjcn Bcportcru gefd?ilbcrt finb, 
merben tpirFlid? in bie Erfcheiunug treten — mtb über ben 
fcfilubcu 3uititagcn mirb ein §anbcr liegen, u>ic il?n nur 
3 »genb unb Siebe einem foldjen Ereignis 5U pcrlcihcn 
pcrmögen — — 

Siel? mal — id? tperbe gait3 lyrifd?! Sold?e ^efte haben 
ettpas EleFtrificrenbes unb bringen alle UIcttfd?en ein ipcitig 
aus bem normalen (Sleis — fclbft fold? einen „caboche 
solide“ mie bcti Deiner ^rennbin Hba*Hlice. 

JA 

Das Btt cf? bet 8)od?e* 

Hlbcrta pon pnttFamer. 3 c 11 f c ‘* bcs £ärms. 
Schnftcr 6c foeffler. Berlin unb sTeipsig. — 3 rt biefem Bnd? 
finben mir eine ber lieblid?ftcn Blüten ber bcut|d?cn £egcuben* 
literatur, bie <Sefd?ichte pom (Srafcn F?ugo pon Egisheim. 
Dem (Srafcn £>ugo mar eine Prophezeiung feltfamcr Hrt 
gemorben: mol?l fei er fclbft tttäd?tig unb ftol3, aber fein 
Sohn mürbe bcrmaleinft fo h oc h emporfteigeu, bag er il?m 
ben Staub pom ^ug Füffcn follte. Da ergrimmte (Sraf f?ugo 
in Hcib unb (Troß, unb er befd?log, bas Kiub bem Perucrbcn 


preis5ugebcn; mie eiitß bie böfe Stiefmutter im Sd?neemittd?en 
gab er bem 3 ägcr ben Huftrag, bas Kiub im IPalb 3U ermorben 
unb bas sitcfenbe ßcr5 ihm ins Sd?log 5U bringen; mie ber 
3 ager im IHcirdjen Faun aud? biefer gutmütige unb pernünftige 
Illann einem unfcfaulbig.cn Kinb Fein £eibs tun, unb er 
bringt ftatt bes Kinberl?cr3en ein Hcl?her3. — Der Pater 
aber ift feit ber Stunbe ein fricblofer DTaun. 3 11 l?öl? crcn 
3 al?ren paeft il?n bic Heue; ohne Diener unb Bog ift er 
Had?t unb (Tag hiuburch getoaubert — beim ff Schnfud?t ift 
ftarF unb jung" — bis er bas ^ om erreicht hat, 

unb 1 ?*^ ®irb il?m Flar, mie erf?abeu über allem mcnfd?lid?eu 
Perftel?cu bie emige £icbe maltet, bcitn jener papft, ber 
il?m bort liebcpoll ^rieben unb Segen fpenbet, ift fein Sof?itl 
Diefe naipe, fonnige parapl?rafc älterer uitl?eimlid?crer 
Did?tnugen erzählt Klbcrta pon pnttFamer fo rührctib fd?licht, 
fo plaftifd? unb ergreifenb, bag gerabc biefe Did?tung mohl 
balb populär merben bnrftc. Daneben bietet fie oft in fcl?r 
glutpolier Sprad?e, oft mie in fd?euem ^lüftern eine ganze 
2 ^eihc pon bid?terifd? mcrtpolleit Sdjilbernngen ober Stimmungs- 
bilbern. Oft erfcheint fie gau3 ftcgl?aft unb ftarF; bann 
mieber, menn ihre ungcftillte Schufudit mad? mirb ober 
Kinbheitseriuncruugcn lebeubig mcrbeit, fel?eu mir in ihnen 
eine ringeubc, qualenrcid?c Seele. 3 mmer a ^ er bemnnbern 
unb fd?ät5en mir an ihr ein liebes, groges, rcid?es (Scntüt 
unb poriiehinjtcs, Fnuftlcrifdjes (Scftaltcn. Pr. murr mducr. 

Unfere BU6et% 

§u ben Permählungsfcicrlid?Feiten in Berlin 
(Kbb. S. 927 bis 95 0 . 3 U ^ cr Kapelle bcs Königlichen 
Sd?loffes 511 Berlin ftubet in meuigeu (Tagen bie (Trauung 
unfeves Kronprinzen mit ber Herzogin Eecilie pon lllecfleu* 
burg'Sd?mcriu ftatt; 3tim crftenmal feiert ein (Thronfolger bcs 
Dcutfd?en Beid?s feine r^od^cit. Es gibt fid? benit aud? bafür 
in gauj Europa für bics Ereignis bic lebhaftefte (Teilnahme 
Funb. Dag bie pcrfd?iebenen l^Öfe burd? ülitglieber ber 
regiercubcn Käufer bei bcti ^eftlicbfciteu pertreten fein 
mürben, mar 5U ermatten; bag fogar ber Kaifer pon 3 a P an 
in ber perfon bcs Prinzen Hrigufama einen feiner Per* 
manbten entfanbte, bilbetc eine Uebcrrafd?ung. Hbcr am 
bebeutfamften miU cs bod? erfd?eiitcn, bag aud? bie franzö* 
fifd?e Begierung eine Spezialgcfaubtfcfaaft jur (Teilnahme 
au ben PermählnugsfeicrlichFeitcn crmählt h at * (Semig ift 
barin 5unäd?ft nur eine £?öflid?Fcit 3U erblicFcn, aber iubem 
bie frauzöftfd?e Begierung fte beut Dcntfd?en Kaifer, ohne 
eigentlich burd? bic Etikette basu pcrpflichtet 51t fein, 
ermeift, zeigt fie bod?, bag ihv baran liegt, trofc UTaroFFo 
gute Beziehungen 311m Dcntfd?cn Bcich aufreditzucrhalteu. 
Das mcig aud? bas beutfehe PolF 5U mürbigen, unb bie öffent* 
Ud?c llleiuuug begrügt bie Herren aus ^rattFrcid? nid?t ntiitber 
frcunblid? als bie (Säfte aus ben anbern fänbern. So picle 
il?rer aber ba fein merben, unter ihnen mirb bie Braut ben 
Pater in ber mid?tigften Stunbe ihres Sehens fd?mer 5 lid? Per* 
mijfeit. Den (Sroghcrzog ^riebrid? (Jran5 III. beeft feit 3 (th rcn 
fd?on bie Fühle Erbe. Kn Stelle bes Paters mirb ber Brubcr, 
ber regierenbe (Srogherzog, mit feiner (Semahlin ber Sd?mefter 
zur Seite ftel?en. Die Segensmünfd?e bes mcrflenburgifd?en 
PolFs begleiten bie Serjogin in ihre neue fjeimat, in ber 
alten finb ihr 3ahlreid?e Bcmeife ber Sympathien, bie fie fid? 
ermorben hat, in ^orm pon' ( 5 efd?enFen geliefert morbeu. 
So fycibcn unter anberm bie grauen unb 3 un df raucn üou 
Boftocf eine fehr finnige (Sabc gcmählt: eine ntaffip ftlberne 
Sd?ale, in bie alte Kleef len burger Klüsen eiugefügt finb, ruht 
auf ben beFanuten KTccflenburger OcbfeuFöpfen. Den Kanb 
bilbet ein Kran5 aus filbernen Eid?cnblättern, ba3mifd?cn 
Eid?eln, bie aus gcfdjliffcncn Steinen pom mecFlcnburgifd?cn 
Stranb gebilbet finb. Darüber fleht ber Boftocfer (Sreif, ber 
bic iPibmuug unb bic färben Boftocfs trägt. Kber nid?t 
nur in Klccflcnburg, aud? fouft ift man allenthalben barauf 
bebad?t gemefen, bem Brautpaar gemeinfam ober bem Bräutigam 
ober ber Braut HufmerffamFciteu 5 U ermeifen. Sd?icft ber 
KliFabo einen priitjen 51t feiner Pertrctung, fo hat ber Kaifer 


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Seite 924 . 


stummer 22. 


von Korea, ber ja »of?! beinah ein japanifrfjer (Befangener 
iß, »enigßens feinen (Bcfanbten beauftragt, bem Kron¬ 
prinzen ben fiöcijften 0rben zu überreifen, ben er zu 
vergeben h at * Hußergewöhnlidje Hnßrengmtgen, bas paar 
»ürbig 3U empfangen, »erben naturgemäß in Berlin 
gemacht. Wirb auch nicht h* cr ' fonbern im Warmer» 
palais zu potsbam bie Heftbenz bes Kronprinzen unb 
feiner jungen (Bemahün fein, fo »erben fte hoch in ber 
Heidjshauptßabt feierlichen €inzug h a ^ en * Dazu l*5*n 
Straßen unb Wenfdjen feftlichen Schmud® an. fjunbert junge 
Damen, bie erwählt »urben, als €brenjungfrauen bas Paar 
Zu begrüßen, »erben in ganz gleichen weißen Kleibern er* 



Der Sieger in der Ozean Wettfahrt: Die „Htlantic“ 
t>om HfUTorfft 3achtflub. 


fcheinen, bie nach einem (Entwurf ber ^rau Bürgermeißer 
Heide angefertigt »urben, unb nach einem plan, mit bent 
ftch nicht nur ber Bürgermeifter, fonbern bie gefanitcn Däter 
ber Stabt befd^äftigt haben, »irb insbefonbere bie Straße 
Unter ben Einben gefcbmücft, »0 auch Hiefcntribüncn für bie 
gufebauer erbaut »erben. 

00 

Baben*Baben unb Eubwigslnß (Hbb. S. 952). Das 
Keine metflcnburgifche Stäbtchen £ub»igslitft unb ber inter^ 
nationale Kurort BabewBaben ßnb jebes für fich fchon oft 
genannt »orben. Uber baß bie Hauten zufammen ermähnt 
»erben, gcfdjieht »obl 3unt crftcnmal. Die f?od?zeit am 
Kaiferhof ftellt ein Binbeglieb h ec für alles, »as mit bem 
mccflenburgifchen fjof znfammenbängt. 3 n Enbwigsluß »ohnte 
bem leßten Pferbcrenuen neben bem regicreuben (Sroßberzog 
unb feiner (Scmahlin aud? bie (Sroßberzogiumuttcr Hnaftaßa 
bei. 3 n Baben »Baben aber hält ßd? Derzeit bereu Bnibcr, 
ber (Broßfürft HiFolaus Ulichailo»itfch von Hußlanb, auf. 

ea 

Charlottenburger jeßtage (Hbb. S. 933). Die Stabt 
Cfjarlottenburg ha* biefer Ca ge bas 3 u biläum ih rcs 5n?ci- 
hunbertjährigen Bcftehcns fcftlich begangen. 3 n »ürbiger 
Weife »urbc bie ^eier mit ber (Enthüllung bes DcnFtnals 
für Kaifer ^riebridj begonnen, bas feinen pia^ vor bem 
Schloß erhalten hat. Kn biefem HFt ber pietät für feinen 
verewigten Dater beteiligte ßd? and? nufer Kaifer; er gab 
bas geilen zum ^all ber 6 üfle unb verweilte uad? ber Be» 
ßebtigung ber Statue noch längere geit im (Sefpräd? mit 
bervorragenben pcrfönlicbFciten, u. a. mit bent 0 bcrbürger» 
meifter Sdjnßchrus, auf bem ^eftplatj. 

Die (Eccbnifche fjochfcbule in Drcsbett ( 2 lbb. S. 954.) 
iß burd? Hcubanteu erweitert »orben, bie bie moberne <£nt= 
»idluug ber (TecbttiF notivenbig gemacht hat. Die Hitftalt, 
bie (828 als Cedmifche Bilbuugsattßalt gegrünbet, (85 ( bie 
Bezeichnung polytcchnifche Schule erhielt unb 1 875 3iir Cech* 
nifchen i^ochfchulc erhoben »urbe, hat feitbem einen glänzen* 
ben Huffd>»uug genommen, llufcre Hufnabtne zeigt bie (Er* 


Öffnung bes neuen ClcFtrotechnifchen 3 nßttuts / bie in (Segen* 
wart bes Königs ^riebrid? Huguft vollzogen .»urbc. 

Kn ber 0 zean»ettfahrt um ben KaifcrpoFal 
haben ßd? im ganzen elf Schiffe beteiligt, uttb z^ar ad>t 
amerifanifdje, zwei cnglifchc unb ein beutfehes. 3 n ben 
crßen (Tagen nach bem Start, ber bei Sanby ^oof ftattfanb, 
hörte man »iebcrbolt, baß bie beutfehe „Hamburg" einen 
bcbcutenben Dorfprnng habe, aber ber Sieg wa r *h r ni<ht 
bcfchieben. Hls erße ging vielmehr bie „Htlantic" (vergl. 
bie uebenftebenbe Hbbilbung) vom HeuyorFer 3 ad?tFlub burch 
bas giel bei Kap Eizarb. 

ow 

Herzog Hbolf ^riebrich vonWccflcnburg*Sd?»erin 
(Hbb. S. 93^) hat einen längeren 3 agbausßug nach Deutfeh» 
(DftafriFa unternommen, von bem er reiche Beute heimbringt, 
barunter brei lebeitbc junge Eöwen. Huf ber Heife von 
(Tanga nach ilfambara ftattete er ber Sifal* unb Palmen* 
plautage Kiontoni, bie ber Weftbentfchen fjanbels* unb plan* 
tagcngefeüfchaft gehört, einen Befud? ab. 

ea 

Bilber aus 0 cßerreich (Hbb. S. 93 ^a). 3 ™ Wiener 

prater »urbc jüngft eine Pferbeausßeüuug veranftaltet, bie 
auch ber Kaifer Jfranz 3 °f*f mit feinem Befnd? beehrte. — 
3 bren Kinberhilfstag hatte wie bie beutfehe kürzlich auch bie 
ößcrreichifchc bjauptftabt. Doch »urbc hier nid?t nur in ben 
Käufern für bie Kleinen gefammelt, fonbern es »urben auch 
DerFaufsbuben eingerichtet. (Eine folche, in ber Porzellan feil» 
gehalten »urbc, zeigt unfere Hnfitahmc. — (Ein neues öfter* 
reidjifches Schlachtfdnff iß am 2 (. Wai auf ber Werft von 
San Warco bei (Trieft von Stapel gelaffcn unb auf bett Ha» 
men „^erbinaub War" getauft »orben. 

C<5 

Eanbwirtfdjaf tliche Hnsftellungen (Hbb. S. 93 <*b 
u. c). 3 m Winter halten bie bentfeben Eanbwirtc immer 
ihre großen Dcrfammlungen ab, in benen beraten »irb, »as 
3itm Beßen ber Eanbroirtfcbaft getan »erben foll. Sinb bann 
aber einige Wonate ins Eanb gegangen, fo veranßaltcn fie 
HusßeÜungen, um zu 3cigcn, »as fie in ihrem Beruf leißen. 
3 n Hltona nahm an ber (Eröffnung Herzog (Ernft (Süntber mit 
feiner (Semahün teil unb begrüßte bie ^eftgaße; in £anbsbevg 
a. W. h*dt ber prenßifche IRiniftcr von pobbielsfi eine Hebe. 

cn» 

König friebridj Huguft von Sachfen (Hbb. S. 954c) 
bat unlängft auf feinen in ber preußifdjcn proviuz Schießen 
gelegenen Beßrungen geweilt. Uitfer Bilb z c * 9 l 'h n rtU f 
feinem (Sut Bufowine. && 

Das Schiebsgericht in I}aag (Hbb. S. 93 ^b), bas über 
bie irage z« entfeheiben holte, ob 3 opan in ben franzößfehen, 
englifchen unb beutfehen Hieberlaffungen feines Eanbcs (Sruitb- 
ßcuern erbeben bürfe, h at feinen Spruch gefällt. Das Urteil 
lautet zuguuften ber europäifchen Ulächte. 

00 

Das Hlftnchncr Säuglingsheim (Hbb. S. 95 ^d), bas 
unter bent protcFtorat ber prin^effin Hnpprecht von Bayern 
ftcht, iß eine moberne Wohlfabrtsanftalt, bie an möglichft 
vielen 0 rtcn nachgeahmt zu »erben verbient. (Es ßnben bort 
Säuglinge Hufnabmc — oft ZTeugeborenc mit ihrer UTutter — 
bie fchr forgfältig gepßegt 1111b genährt »erben. 

c« 

perfonalien (porträte S. 93*b). Uitfer Schutzgebiet 
(Togo bat in bem Hegicrnngsrat (Srafen 3 ll lius von ged? 
einen neuen (Sonverncur erhalten. (Sraf ged?, ber am 
23 . Hpril (868 geboren »urbe, ftcht feit etwa z*h n 3 a ^ren 
im Kolonialbienft. — 3 m Hlter von 69 3 obrcn iß in UTündien 
Hmalic Schönchen, bie beFanntc Schaufpielerin, geftorbeit. 
Wenige (Tage vor ihrem Cob »irFtc ßc nod? im Hnzcn* 
gruberzyFlus in Berlin mit. — 3 n Paris ßarb im Hlter von 
79 3 a h r en Baron 2 llphons Hotfdülb, ber <£bef bes berühmten 
parifer BatiFhaufes. 

CO 

gum aFabcmifchcn Dcrbinbungswcfen. guber jüngß 
veröffentlichten Hbbanblung „Das aFabemifche Derbinbungs* 


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Hummer 22 . 


Seite 925. 



Admiral Cogo. 



Admiral ßebogatow. 

Tom Seekrieg in Oft alten. 



Admiral Rojestwenstkif. 


mefen in Deutfchlanb" (ttr. 20) gnb uns brei §ufchriften 
5iigegangen, bie ftd? teils auf bie Statiftif bcs Kuffagcs, teils 
auf bie Kngchten bes Derfaffers besiegen. Kus beiben Krten 
pon gufdjriftcn geht bas rege ^ntereffe ber £cfer f^erpor, unb 
ipir fönnen für igre Uebermittlung nur banfbar fein. (Serabc 
bie Statiftif bes Korporationslebens ift übrigens im beffäubigen 
Jlug. §u Knfang bes Semefters tut fidj manche Derbiubung 
auf, bie am Schlug bie Selbffäubigfeit mieber fallen lägt, geh 
mit einer anbern pereinigt ober aber auseinaubevläuft unb 
5tpei Derbinbuugen bilbet. So ift alfo ein pöllig einmaubs* 
freies Safjlenbilb für bie perfchiebenartigften (Sruppcn in 
einem beftimmten Kugenblicf nidjt 5U getpinnen. 3 m *nerhiu 
tpollen mir gern berichten, bag nach bem ueuftcit Staub ber 
Dinge bie ^urfcljcnfcfjaften im „Kllgcrnciucu beutfeheu 
Burfchenbnnb" (Heformburfd?enfd?afteu) an geben Uniuer^ 
gtäten unb brei tcdjnifd?cn £?ochfchulcu, unb jmar in Starte 
pon pierjebn Korporationen, begehn. Der (Scfamtoerbaub 
alter £anbsmannfchafter teilt ferner aus ben Säumigen bes 
Koburger LC mit, bag 
ber LC als djaraf'tc^ 
riftifdje (Eigentümlichkeit 
für gdj in Kttfpruch 
nimmt, bag er bie 
<ßleid?bered?tigung jebes 
anbern honorigen, auf 
bem 33 obeu ber afabe* 
mifchen Knfd^auungen 
ftehenben fllanncs ancr* 
kennt uub neben ber 
Pflege paterlänbifcher 
unb freunbfd?aftlid)er 
(Segnnung jebe ein» 
feitige politifcfye ober 
religiöfe Beftrebung per’ 
rnirft. Der Derbanb 
legt auch < 5 emid?t auf 
bie ^eftgelluug, bag er 
feine Durchgangsgation 
511 anbern Korpo* 
rationen barftellt, fon* 
bem bag feine Klil* 
glieber an lanbsmann* 
fchaftlichcn üenbensen 
feghielteu, mas baburd? 
beroiefen merbe, bag 
5ipci Drittel ber Kftipen 
unb Klten fierren feit 
über 3efju 3 a ^ rcn XHit’ 
glieber bes Derbanbcs 
finb. Don einer bfitten 


Seite tpirb bie fdjägungsmeife (Scfamt^iffer ber beutfehen 
Stubentenperbinbungen in £?öhe pon 2000 angegriffen. 3 n * 
beffen rechnet ber Kritifer offenbar-nicht mit jenen „Stillen 
im £anb", bie foeben porn Stammtifch $ur eigenen Derbinbung 
mit gol^em IDappen uub girfel übergeben, uub mit allen ben 
tpenig in bie ©effentlidjfeit trctcuben jfadj* unb (Sefellfdjafts* 
pereiniguugen. ^ebenfalls mirb geh piel pon ber erften 
Sdjägung nicht abhanbeln lagen. IHit beftem Dank für bie 
(Einfenber fdjliegen mir bamit bas Kapitel porn atabemifdjen 
Derbinbnngsmefen. 

jr 

Da$ €nde der ruffifeben Seemacht. 

frtrrju portrdtr unb Karte. 

So ift beim jegt bie (Entfcfycibung in ben ogagatifegen <Se* 
mäfferti gefallen, auf bie bie gefamte IDelt feit IJTonaten mit 
uitenblid?er Spannung martete. Kbmiral Hojeftmcnftfij, ber 

Knfang Kpril in bas 
Sübchinegfd?e HTcer ein* 
lief, Ijatte sunädjff an 
ben Küften bes fran« 
SÖgfdjen (Eochindjina 
längere Station ge¬ 
macht, um bie legten 
Vorbereitungen für ben 
3U ermartenben Kampf 
3U treffen, unb fo* 
halb auch bie legten, 
pon Kbmiral Zleboga* 
tom igm aus (Eu¬ 
ropa nachgefügrten 
Schiffe iFjre Lüftungen 
pollenbet Ratten, mar 
er mit ber gefam* 
ten flotte nach Hör* 
ben gegangen mit 
bem Heife3iel IDIabi- 
moffot, bem ein3igen 
brauchbaren Seeftüg« 
Punkt, ben Hnglanb 
heute noch nach bem 
(jall pon Port Krthur 
im fernen ©gen be* 
ggt. ©bmogl ber ruf* 
gfche Kbmiral bas (Sros 
• ber geguerifchcn flotte 
in ber Hälfe (Efufdji* 
mas annehmen mugte, 
mählte er, maffrfchein« 



ClfberrichtsliÄrte zu dem cnrfchcidcndcn äeefieg der Japaner in der Korcaltraße. 


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Seite 926 . 


Hummer 22. 


lieft ftic^u geswungen bureft bic Hneffiebt auf beit un* 
genügenbeu Koftlcnoorraf mehrerer feiner Seftiffe, ben 
iftrjeften Keifeweg bireft bureft bic Koreaftraßc. Ejier, an 
ber für bie Japaner benfbar günftigften Stelle, hat bas 
Sefticffal bic ruffifdje Sccntacftt ereilt. §nr Stnnbc, wo bics 
gebrutft wirb, fehlen noeft bie (Eiitselfteitcu, aber fo riet ftc^t 
fiefter feft, baß mit Kusnaftme einiger weniger Seftiffe bic ge- 
famtc ^flotte entweber in ben (Srunb gebohrt ober 511m 
Streiken ber flagge geswungen worben ift. Pie Japaner 
ftaben einen Sieg oon unermeßlicher Bebcutimg errungen, in 
blenbeubem (Slanj ftraftlt ber Stern iftrer unuergleicftlieften 
(Eapferfeit unb iftrer fonftigen militärifchcn (Eugeuben, unb 
ber Kuftm, ben iftre flagge in biefer Seftiaeftt erworben hat, 
wirb in Jaftrftnnbertcn nieftt crblaffen. Kber beinaft nodj 
wichtiger als uou ihrem glän^cnben Sieg ift cs, Don ber 
ungeheuren Kiebcrlage ber Kliffen 511 fpreeften. 0 b fie eine 
unrühmliche mar, fantt erjt gefagt werben, wenn bie (Einsei* 
heiten ber Seftiaeftt befannt werben, barüber aber fauu fein 
5n?cifel herrfeften, baß iftr, was iftre Dollftänbigfeit unb 
weittragenbe Bebcutung angeftt, nur gan3 wenige Seefdjldeftteu 
5nr Seite geftellt werben fönnen. 

Jm fauf Don wenigen Stunben ift ihre ftoljc UTad>t bei¬ 
nah völlig uerniefttet bnreft einen (Segucr, bcffcti ^materielle 
lleberlegenfteit fanm nennenswert war. Hub weshalb ift es 
fo gefommen? Unb wie ift cs möglicft, baß fein eiusiges 
größeres Schiff ber Japaner sufammengefeftoffen würbe? Pie 
Antwort, bie alle Kationen unb wir Peutfcfte uicftt 511m 
miubeftcn tief ins fters fteft prägen laffeu muffen, lautet: 
weil bic Kuffen nieftt rechtzeitig bie Bcbeittnng anerkannten, 
bie bic Behauptung ber See für bie <Ejiftcii3 jeber IPcltmadit 
hat, unb weil in ihrer flotte nieftt jener (Seift ber (Srünb* 
lieftfeit unb hiugcbcnben Pflicftttrcuc herrfeftte, ber nur in 
jaftrschntelangcr unermüblidjer Krbeit in jcbcin cinscluen 
UTann ber Bcfafcung erseugt werben faüu, unb oftuc ben 
aneft bie feftöuftcn unb ftärfften Sdjiffe wertlos unb wehrlos 
finb. Unb bie ^rücftte bcs Sieges? 

Pie Japaner werben fie ernten fern Dom Kampffelb bei 
IPlabiwoftof unb Saeftalin unb nod> weiter ab in ben norb< 
manbfeftnrifeften (Sefilben bei (Eftarbiit. Kur bureft ein IDunber 
fönnte jetst noeft eine eutfefteibeube XPcnbuug im Janbfrieg 
hcrbeigefüftrt werben, unb wenn ben Kuffen bie gan3e 
ffoffnungslofigfcit iftrer Jage fo flar uor Kngcn ftdnbe, wie 
fie fieft bem unparteiifeften Beobachter barjTcllt, fo würben fie 
fiefter nieftt sögcrit, bem uufclos geworbenen BlutDcrgicßcn 
ein €nbc 511 bereiten unb bureft beu balbigcn Kbfdjlnß eines 
^ricbcns Derfucften 511 retten, was noeft 5U retten ift. 

non pufhiu, liapitän $ur Scc d. XL 


Staatsminifter a. P. Uralter €ngelharb, f in (Sera am 
26 . UTai im Kltcr Don Jaftren. 

Profejfor (Eugen (Sngcl, befannter Krdjitcft, f in Pelft 
am 2 t. UTai im Klter non 75 Jaftren. 

(Eorb £?acftmann, ehern. 0 berregiffeur bes Hamburger 
Pcutfeften Seftaufpielftaufes, f in Hamburg am 2^. UTai im 
Kltcr non 57 Jaftren. 

(Sraf Stefan Keglcuieft, lUagnatftausmitglieb, eftem. Ju* 
tenbant ber Bnbapeftcr 0 per, f in Bubapeft im Puell am 
29. UTai im Ultcr Don 6 2 Jaftren. 

IPirfl. < 5 cft. Kriegsrat a. P. Jubwig o. UTaffow, f in 
Berlin am 2*. UTai im Klter non 8* Jaftren. 

Balbuin UTöllftaufen, befannter Scftriftfteller, f in 
Berlin am 28 . UTai im 2 llter Don 80 Jaftren (Portr. obenft.\ 

iJürft Kafafcftibfc, (Soiiücrncur non Baku, f in £aku 
bureft ein Bombcuattentat am 24. UTai. 

Baron Klpftoits Kotftfchilb, f in paris am 26 . UTai 
im 79. Jcbensjahr (portr. S. 954b . 



Die toten der uloche. 


Ktnalie Seftöneften, UTitglieb bes ZDiener f?ofburgtfteaters, 
f in UTüucften am 2*. UTai im Kltcr uon 68 Jaftren (Portr. 
S. 95 <*b). 

Francisco Siluela, eftem. fpanifd?er UTiniftcrprafibent, f in 
UTabrib am 29. UTai im Kltcr Don 6 t Jaftren (Portr. untenft.). 



Francisco SilvcU t Balduin IHdllbausen + 


fpamfibrr lllintiierptiifi&rnt. l’cf.innter Sdjriftjlcller. 


Konftantin (Sraf 511 Stolberg IPeruigerobe, 0 ber- 
prafibent a. P., f in Jannowit^ ^Seftleficn) am 2 7 . UTai im 
62 . Jebensjaftr. 

(Scneral ber Jnf. 3. P. TPilftelm d. TUoclcfern, f in 
Stuttgart im 7 6. Jcbensjaftr. 

fr ===== = === ^== = ===== ' 

^ m* 

©arfrnlmtbe 


Äfuie ßeft 22 erfebtenen. 


OnOalt: 

beeilte, Äerjoflin öon bedien bürg» Schwerin 
unD ^rteDriCb QBUOelm, 5Tronprtna De« 
Teutleben Celebes unD Itronprtna von 
teuften (^Uontffe). 

^louberet. Äoiafcbntlt naeb Dem ©emälDe Don ^tana 
Don (Defregger (ftunftbeiiage;. 

»Äeraelo iDe«, Die ©efebieftte einer liebe. Vornan Don 
©eorg ^reiberin Don Ompteba. 

6onntog. Äolafcftni« naeft Dem ©ernälbe Don Ä. 
Gdjultbctft. 

«BilDer au« Der ^tfcftmeiD: (Der (Döbel. Bon Pr. 
ftrtfc 6ton>ronnef. 

Pa« neue Bapertfcbe ^Irmeemufeum in SRiin- 
eben (itt.) 

greitbeatcrfür«Bolf: Pie SRimi-Binfon*Stiftung 
in ©traftburg i. ©. Bon ©. 6to«topf. 

BBenn man*« nicht bat. Graäblung Don ©Da $reu. 

Pie (ablöfung. 3auftration nach einer Original» 
aeiebnung Don Paul fiep. 

Blätter unb Blüten (itt.) 

Bitber au« Der ©egentoart (mit Dielen 3lbbflb.) 

Die HQdt der fr au; 

©efärbte Dtabrungdmittel. Bon <S. ^alfenporfl. — 
»leine ednoebin MUuftration). — Pentmäler für 
Deuifepe grauen. Bon 9Rarg. DT. 3epler (mit 7 91D* 
DtlDungen). — »leine DTarrenpänoe Bon £anna 
©iibemeifter. — Pie DRobe (teuö ill.) - Unter neue« 
prei«au«fcbreiben: .Bor Den mirtiebaftiieben »ampr 
geftellt.. .!• — Born Berein beutfeber eeprerinnen 
m ^ranfreich. Bon Äan« ^ugger (tu.) — 9lderlei 
DTÜplicbe« für Die DTeiie. Bon $U>elbeib »olbe (tll) — 
^rauenepronit. - Slüebe u. Borralöfammer. -DTeaepte. 

u. f. id. u. f. ID. 


Die „Gartenlaube 11 mit n Welt der Frau'* ist als Familienblatt 
eine wertvolle Ergänzung zur „Woche“ und kann durch die 
Geschäftsstellen von August Scherl G. m. b. H. ( sowie durch 
alle Buchhandlungen für 25 Pfg. wöchentlich bezogen werden. 


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Hummer 22. 


Seite 927. 



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Äronprinj SBitycl'» unt> Äcrjogin geeilte. 

3u ben QSermä^lungsfeierUcfjfeiten in Berlin. 






Seite 928. 


ITummec 22. 



_ 




Das jviarmorpalais tu Potsdam, 

ßefibenj bes jungen panres. 


Cinfs: 

F>cr 3 <>gin (Eccilie 
im 2XIter pon 7 3<ibren. 

Hechts: 

Der perfl. (Profjbe^og 5 r * c ^* r *^? 5 ran 3 III. mit ben 
fjc^oginncn 2Ueranbruic uitb <£ecilie (in ber Witte). 




(Droftberjoginmutttr 2lnafiafia pon OTetflenbutg-Sd^tperin in ruffifdjer <Zradjt ^erjogin Cecilie im 2IIter pon \3 3<rip*n* — pljot Hanta Blanc. 

Zu den Vermahlungsfeierlichkeiten in Berlin* 




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Kummer 22 . 


Seite 929. 



Urnttwtt Wladimir 

(Hufclanb) 


Grossberzog friedrid) franz u. Grossbtrzogfn Alexandra von me<klcnburg«$d)wertn. 

<5äfte am beutfefjen Kaiferfjof. 

Zu örn UrnnäfjIungBffifrüdjhfitrn in ßrrlin. 


Prinz Qcinrid) 
(Hieberlanbe) 


Herzog von Oporlo 
(Portugal) 



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Seite 950. 


Rümmer 22. 




I. SdilofjfapeUe, in ber bas Kronprtujenpaar getraut wirb. 2. Der bödjjte foreanifdje ©rben, ber bem Xronprinjen anlAfcMdj feiner Dermäblung perlieben 
wirb. — pbot. Dannenberg. 3. ©in ©efdjenf pon Canbesfmbern ber ftersogin Cecilie: filberne $rudjtfdjnle, bargebradjt pon ben $ranen unb Jungfrauen 
Hojtorfs. <$. Weib ber ©ijrrnjungfrauen am ©injugstag. — Pbot. Dannenberg. 5. ©efdjenf bes Xaifers Jranj 3°f e f an ben Kronprin$rn. — ptjot. Atelier 

Wobeme Karl Sfoltf jun. 

Zu den Vermählungefeierlichkeiten In Berlin* 


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Hummer 22. 


Seite 93 \ 



BefefHgung von ©irlanben unb DIumenfronen. 2. €ine (Eifd?Ienperffiatt unter Den Cinben. 3. u. <$. (Errichtung ber (Tribünen nor bem Dom unb auf bent parifer platj. 
IDie Berlin fi<h sum (Empfang fchmücft — Spestalaufnahmen fürbie „tDodje*. 

Zu den Vermä^Iungsfeierlidjheiten in Berlin. 




































Hummer 22. 


Seite 932. 



6tn Onkel der Herzogin Cecilie in Baden-Baden. ©roßfürrt Nikolaus JMicbailowitrd» von Rußland (x) im HutomoMl. 

fjofphot. 3 ungm<mn 11. €shorn. 



<Bro§l?er$ogtn?iiuttrr 2Innjlafiti (1) nnt> <Bro§* Jlnf bet Iribflne: (Brofjbe nogi nmutter Jlnafiaftn (l), <Brofjber 3 og ^riebridj £ran$(2) 
Ijerjogin Hleranbra (2). (Bro&bcrjogiu yicra'nbva (3). 

Vom großen Rennen in kudwigetuft (M«*ilenburg-8chwerin). — Copfngty Carl Delius. 


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ZTummer 22. 


Seite933. 


Von 5er Einweihung bes Kaiser-Friebrich-Denkmals: Der Kaiser (1) unb Oberbürgermeister Schustehrus (2) nach ber Enthüllung. 

Spf 3 ialaufn<it?me für bie „n?od?e". 

Oie Zweijahrhunbertfeier ber Stabt Charlottenburg. 



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Sette 934 


Kummer 22 . 



Ton der 6röffnung des etektrotecbnirchen Inftituts der Cedmifchen Bodifchulc in Dresden: 
Die $eier ber €inmeUjung in (Segenmart bes Königs oon Sadjfen (X). 



l>on linfs nad? red?ts: fjauptmann b. £. Daebeler; ftello. Drjirfsanitmann oon Caitga Sperling; 2\ittmeiftcr non 3etta, ITlnjot (Sraf oon pfeif, 
©berleutnant IDenbtlanb, 5rau €Ha Sperling, ^etjog Kbolf ^riebridj oon !Tle<fIcnburg*Sd?merin. 

ein deutfeher prinz als läger in Deutfeb-Ortafriha: fterzog Hdolf friedrieb von Mecklenburg-Schwerin auf einem ^agdausflug { n Kiongwe. 



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f 





Hummer 22. 


Seite 93^ a. 



Von der pferdcausftcUung im Wiener prater: empfang des Rattere franz lofef (X) auf dem äuertellungsplatz. — Rofpfjot. U. Ruber. 



Don Hnfs nadj rechts; Baroneffe Ciferl Bufd^man, Baron Ö>tto Bufdjman, Baroneffe Ranneri Bufdjman, jreifraa *>on BtifdjmanSdjoeller, Baroneffe 
marianne Bufdjman, Rerr IPoIfgang Serbe X, jrduletn Ciny Serbel, $rau Uline Serbel«Sd?oelIer, $rau Hlarie Bergmann, Fräulein Rertba Bergmann, Rerr 

Rans Bergmann, Freifrau von Bufdjman*<S5tefecfe. 

Vom Kinderhilfstag in Wien: Verkaufsbude von Porzellan im Ratbaue. — pbot $. $ifdjer. 


ötapcllauf des neuen Rriegefcbtffe „Brzberzog ferdinand jviax*' in Crieft. — Rofpbot 3eluffidj. 


Bilder aus Oefterreicb. 


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Seite 93^j b. 


Hummer 22. 



0raf von Zech, 

ber neue ©ouuerneur uon (Logo. 


Hmalie Schönchen f 

Ulitgfieb bes lüiener ijofburgtljtaters. 


Baron Hlphons Rothrcbild f 

Paris. 



V. ©berpräflbent uon IPilmotosft. 2. fjerjog €rnjl ©flntber uon Sd?lestotg«£jolftctn. 3. ©rdfin Hanftau. <$. Hürgermeifler Hoffnungen (HItona). 5. $erjogitt 
«ruft ©üntljer uon Sd?lesn>lg«l}olftein. 6 . Senator Cappenberg (Hamburg). 7. ©raf Heuentlötu. 8 . ©raf Hanftau, 9 . ITlinifter uon pobbielsft. 

Die 6r3ffnung der Landwirtfchaffliehen Huaftetlung in Httona: Huf der Cribune. — pbot. ttbiele. 





Don I tu Fs narf? red?ts (flebenb): ©eneralfefretdr bes ©eridjtsbofs Huyffenaers, Sefretdr Hoell, Centre (Deutidjlanb), ßenry $romaarot (^ranfteidj), Hmbrote 
H. IDalforb (©nglaub), I 7 . Hagoofa unb Cfunejiro inuyaofa Qapan). (Siftenb): Couis Renault, prdftbent ©rum, 3tebiro XHotouo. 

Tom Schiedsgericht zwifchen lapan und franhrcich im Dang: Die Mitglieder des Gerichtshofs. 


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Jflummer 22. 


Seite 93^ c- 


König friedrid) flugult von Sachten (x) auf [einen Gütern in Sd)le(ien: Belud) des Gutes Bukowine. — pf>o». Stfajer. 


Uon der Candwirt[d>aftlid)en flus[tellung in Candsberg a. Kl.: flnlpradje des IHinifters von Podbielski (X). — ®rot>m<mn. 

Aus dem landivirtfdjaftlidjen Hieben. 


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Seite 95^ d- 


Hummer 22, 



eine moderne UJoblfabrtseinricbtungi 
:: Das miinebner Säuglingsheim, t: 


pbot. f-djicbl. 


IMicf ins Kinberjinuncr : önby int Sdmufcl* 

ftuljl. 

2. IttilcMiid^e mit Kiiblraum unb ^b^nbeOclIe. 
5. 3 ul 3ieriliftev unb ITliidjiflum. 

4. Slufnntyncjimmcr unb KontroUraum für ICofI« 
finber. 


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Hummer 22 . 


Seite 935» 


Die Reluta tiefen. 

Homan non 

C^ttstuKa 


ott, meine fjebmig, bas tut mir hoch furcht¬ 
bar leib", fagte 5rau paftor Seuneberg 
gaii 5 betrübt, „Hidit einmal jur ©eeft 
fmb mir hmaufgefomnten, bas mochte 
EDuljf immer fo gerne" — unb fie fah 
mit bcfchattetcn Kugen über ben auf- 
jteigenben gelben Sanbmeg, über ferne 
Hoggenfelber hinauf 3 um IDalb. (gleich¬ 
gültig folgte JEjebmig ihrem Blicf. Was 
lag an IDalb unb 5 elb! Km bejten 
mar’s auf ihrem füllen f?of, um ben bie «gYPreffen 
raufchten, unb ben bie UTettfdjen mieben. 

Doch ber Sommer mar lang unb golben, ein Sommer, 
mie man ihn feit Jahren nicht gefannf, mie ihn bie 
Klten, bie auf ben Dörfern t>or ben tEüren faßen, fannt 
noch erhofften. Unb regungslos (tauben bie alten Bannt- 
fronen oon ©Ibenshof tu ber füllen Sommerluft. Da 
mar nun fein (ßebanfe mehr baran, baß Ejebmig etmas 
oon ber EDelt fehen folle. Was mollte fie benn fdjließ- 
lieh auch: reiften nicht fte unb ihre UTutter jebes Jahr 
5 um Hamburger „Dom" — unb im Sommer manchmal 
auf smei bis brei IDochen nad? 5öhr? Uber in irgeub- 
einem gufammeithaug mit ihrem Kusflng nni§te es 
mohl jtehen, baß fte auf ©utlaffung ber mehr eleganten, 
als tüchtigen UTantfell brang unb ftch felbft trofc ihrer 
Jugenb biefeit poften ansbat. 

„Hur rerfuchsmeife, UTutter — für ein paarUToitate." 

„Jd? mill einmal mit 5 rait paftor fprechcn", mehrte 
fid] enblid] bie Hausfrau. Unb bort im ©arteitfaal uor 
ber (Eftr, burch bie bie £inben fuß fomnterlidj bufteten, 
frei bas Urteil, es fei gut für ein UTäbchcn, bem ber 
liebe (Sott feine Sd]önheit gegeben habe, baß es pfliditen 
lieben lerne. 

So marb es ber jungen Ejaustodjter nod? am felben 
Kbcitb oerfünbet, als fte an ber pumpe ftanb unb ein 
EDörtlein mit ÜTartin Stuhr fprad?. Der mar ein hübfdjer, 
bunfelhaariger Burfche mtb hatte mähreitb feiner UTilitär- 
5 eit in potsbant gelernt, mie man mit Damen umgebe. 
&twas miberftrebenb brach fie bie Unterhaltung ab, um 
5 rau ©gbertfens Huf 3 U folgen. 

„Pflichten?" mieberholte fte geringfehäfcig. „U)enn’s 
mir feinen Spaß madtfe, täte idj’s mohl nicht — auf- 
halfen laß ich mir nkhts." 

„Du mirft milber unb ungebärbiger mit jebent (Eag, 
man ntttß mel erleben", fagte ihre UTutter. fjebmig 
ging flatt aller Kntmort auf ihr Zimmer, holte ihre 
Salonbüd>fe unb manberte 5 U bem felbjtcrridjtcteu 
Scheibenftaitb im ©arten. Kn ber Creppe mar ihr ber 
Ulte begegnet, unb fte hallo ihn nach ber Ejühnerjagb 
in ©erjtebt gefragt. 

©r mar in guter £anne gemefen, halte fte bei bem 
^aarfchopf gefaßt unb ftch erfunbigt, ob fte oiclleicht 


mitmolle. Natürlich molle fte bas —! U>ofür jie 
mohl fonfl im Sdjmeiß ihres Ungeftchls jeben (Eag 
Schießübung abhielte? Unb ber Ulte mar immer auf¬ 
geräumter gemorben, hatte fte einen fi^en Kerl genannt 
unb gefagt, er fei froh/ &aß fte feine (Erauermeibe fei. 
Sie halte ihn nacbbenflkh angefehen unb mar in ben 
©arten gegangen. 

©ines Juliabcnbs hatte 5 rau ©gbertfen bie fchüchterne 
Bemerfuug gemadjt, baß nun ja ber Junge auch halb 
fänte. Da erfuhr fte, baß er nicht eher mieberfommen 
mürbe, als bis er feine Dienfoeit abgemacht habe. 
„Du fprid?ft nicht im ©ruft, UTarj:!" rief fte unb fah 
ihn fleheitb au, baß es nur ein Sdjer$, einer non 
©gbertfens rauhen Sdjersen gemefen fein möd}te. 

©r ließ bie Leitung für einen Kugettblicf ftnfen mtb 
fagte bröhnenb: „UTein uofler ©ruft! UTein lefeter Der- 
fuch, bas Uluttcrföhnchen 311 ftählen." 

Sie raffte ihre Karten sufamnten, mit benen fie ftch 
aüabenblich patience legte, unb ging meinenb hmaus. 

Ejebmig folgte ihr unb fnchte fte auf ihre EDeife 3 U 
tröften. 

„nimm es, mie es nun einmal iji, UTutter, an Dater 
ift nichts 511 äubern, mir ntüffeit fehen, baß mir ohne 
ihn uitfer bißchen ©ntes finben." 

Sie befanben ftch nun in 5rau ©gbertfeits Schlaf- 
Simmer. Diefe ließ ftch meinenb in bem mit buntem Kattun 
bezogenen Seffel am 5enjter nieber unb fagte, ihr £eben 
fei £eib mtb Demütigung gemefen, folaitge fte UTar£ 
©gbertfen fenuc. 

Ejebmig ntad 7 te große Uugen, feßte ftd) auf bie Seiten¬ 
lehne bes Stuhls unb ftrcichclte ein meitig bie sufamnten- 
gefauerte ©eftalt. 

„UTutter, marum bifi btt benn fciite5rau gemorben —!" 
Sie erfchraf faft über ftdj felbft, als fte’s gefagt. 

5rau ©gbertfen aber mürbe lebhaft mtb erregt. „Udj 
UTäbchcn, bas ocrftchft bu nicht." ©in geifierhaftes 
Cädtelit aus laug oergaugeiten Cagen irrte über ihr 
©efidjt. ,,©r mar fo fd^ön, als er sunt evfteuntal in 
feiner fjnfarenuniform auf ben Ejof ritt — er ftreefte 
feine Ejaitb aus itadj mir — ba fagte id? ja. — Keine 
hätte ihm ein Hein gegeben, Ejebmig. ©s mar bas 
UTüjfen, Kinb! ©ott bemahre bir Ejer 3 unb Sinne", 
fd?loß fte faft feierlid?. 

„Du follteft einmal 3 U EDuljf reifen, UTutter! 34 
täte es an beiner Stelle." 

Sie fd]üttelte beit Kopf. „Hein, fyor auf ©Ibenshof 
miü ich auf ihn märten, h'or h a ^o ich immer gelebt, 
hier gehöre ich hör, es taugt itid^t, in bie 5 rentbe 3 U 
gehen —" 

fjebmigs Brauen sueften ungebulbig, fie fprang auf 
unb rannte an bas anbere 5enfter, fchob bie Unterlippe 
nad 7 benfüch uor unb ftarrte ins EDeite. „Uber man muß 



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Seite 936 


Hummer 22. 


fcod? bas Ceben fcnucn lernen, Bluttcr", fagte fie auf 
einmal aus iljrcn fd?meifcnbeit ©ebanfen heraus. 

„IDas nteinft btt bamit, E?ebmig?" fragte 3 ol?anna 
©gbertfen unruhig — „Das Ccben ift bod? überall!"- 

3afyre gingen unb fantcit. Don ben ausgcflogencn 
Dögcln aber bcfuitbcte feiner Heiguitg, ins alte Heft 
SurücfsnfaHen. 

So gab’s beim eiitfante Ccntc auf ©Ibeushof, im 
©artcnhäusd?ctt, am ©cejtmeg unb am IDefterbcid?. 
3a, aud? am IDefterbcid? — beim, mar bort gleid? 
feiner mehr, ber ftd? feine klugen nad? Krifd?an 5ebberfcn 
hätte biinb felgen fönnen, fo gab’s bod? (Eräncn um (Eine 
Stücrtuann, bie als lefetc il?re Flügel gerüttelt hatte unb 
ooit bannen geflogen mar. 

Sel?r ocrfd?ieben freitid? mar bie 2 lt*t, mie ftd? bie 
oerfd?iebeiteit Parteien mit il?rem Sd?idfal abfanben. 
21m fd?mcrftcit trug ol?ite ^mcifcl — trofebem il?t E?ebmig 
311 m (Eroft blieb — 5rau ©gbcrticit, beim bas Cebcit 
hatte immer mie eine fd?mere Decfe über it^r gelegen. 

IDutff mar il?r Cicbling. ©s mar aud?, fo oicl fte 
mußte, gar ttid?t Ejcbmig, bie iEjr bie (Ereitnung leidster 
machte, fonbern bas mar 5rau paftor Cinbiter. IDas 
immer in biefer 5 rau fteefen mod?tc — unb baß cs 
nid?t lauter 2T?ifd? unb ^oitig aus bem £aitb Kanaan 
mar, mußte menigftens U7ar£ <£gbertfeii — gegen bie 5 tau 
auf ©Ibenshof mar ibr IDefeit ftets oon tragenber Kraft 
unb ©fite. Hiemanb oerftaub 311 tröften mie fie, iticmanb 
fo intereffante plauberftuitbcn smifdjen trag fd?leid?cnbe 
(Eage cin 3 ttfügen mie fte. Don allem, mas oor unb 
hinter bes Dorfes (Eürcti gefd?al?, mußte fie Befd?cib, 
unb meint fie 5 rau ©gbertfen gegenüberfaß auf bem 
(El^roit am 5cnfter, mar’s, als fd?Iüge fie Bitd?cr ooll 
bunter 2Tlärd?cn unb ©cfd?id?ten auf. Das maren bie 
(Eage, an beiten 3°hamta ©gbertfen lebte, in jenen 
Stunbeit hatte fie rote Sacfctt, unb „Kommen Sie halb 
miebcr, 5 rau paftor", bat, ja man fonnte mol?l fagcit, 
bettelte fie beim Scheiben. 

2lnt IDefterbcid? fkntb fd?on am frühen ZITorgen bie 
2 lrbeit uor ber (Eür unb fefete ftd? erft abenbs fpät in 
einen IDiitfel ber Stube, um ben beiben Ccuten ihren 
fauer uerbienten Sd?laf 3 U gönnen. Da f^atte bas 
Hangen um (Eines 5ortgang fein Bemenbcit mit li ier 
gelegentlid?en Meinen (Eräne, bie l^eimlid] unb eilfertig 
über UTuttcr Stüermanits ©eftd?t lief, mcitn fie in 
uollftcr (Eile ber 2lrbeit mar unb faunt Seit hatte, 
nad?, ihrem (Eafdjcntud? 3 U langen. 

„®b’s mol?l im Ejintmcl and) nod? 2 lrbeit gibt, 
Datcr?" fragte fie einmal feufsenb tl?rcn 2llten. 

„Das mollen mir hoffen," ermibertc ber — „fonft 
meiß id?, mer ftd? ba fo lange in eine ©de fefet 311 
flennen, bis (Eine and? in Sid?t ift." 

©crebct mürbe am meiften uon ben ausgewogenen 
Dögeln am ©ccftmcg. Hub nid?t etma nur oou Kamilla 
unb allenfalls uod? uoit IDulff, fonbern and? oou ben 
IDefterbeid?crn, meil bie nun bod? einmal 5rcuubfd?aft 
gehalten l?attcn mit ben anbern beiben. Der, mit bem 
5rau paftor Scunebcrg in pilleit Stuuben barüber fprad?, 
mar ber alte UTitftftnüllcr. 

„Sie merben fd?ou alle mieberfoinmeu, 5?au paftor", 
tröftete ber alte Ejcrr, oon bem allerdings behauptet 


mürbe, baß er rofenrote ©läfer in feiner Brille trüge. 
„IDir follten bann nur iit 3 mifd?eit ihre Stätte teilten, 
baß fie nid?t heimatlos merben." Unb basCefetcrc, bas 
oom E?üten ber Stätte, fagte er mit einem fo lijtigen 
unb bebentfamen Cäd?elu, baß 5rau paftor Senneberg 
tnerfen mußte, er führe ctmas im Sd?ilbe. Der alte E?err 
Hlüllcr mar burdians feine oerftedte Hatur. 

Sie gingen aber eben burd? ben ©arten, in bem ber 
alte Braaf mit Spaten unb E?arfe bent fommenben 
Frühling bie IDege ebnete. Dom oberen Stodmcrf 
fd?olieit Stimmen herunter. Die Sd?ülcr lernten laut 
mie bie Spafeen U?re Ceftion bei geöffneten 5enftern. 

„E?aits unb ©eorg, glaubt il?r eigentlich, baß id? bie 
Neuerung gcftof?lcn habe?" rief 5t*au paftor Senneberg 
hinauf. 

„3 wo, 5 vau pajtorn, fo etmas merben mir bod? 
nicht beiden!" fanrs berul?iöcnb suriid, unb fte lad?te 
über bie Kedcn. 

„So bleibt man jung," fagte ber alte E?err — „id? 
l?ab’s nicht fo fein uerftanben mie Sie, mir faß uon 
Datcrs megen immer ein Stitd pebaiitentum im Blut." 

Sic meinte, es ftüube and? nid?t gut um bie Welt, 
meitu alle fo leid?tl?er 5 ig mären mie fie. 

Das mar eine Heine Untcrbrcd?ung ihrer ernftl?aften 
Unterhaltung gemefen. Hirn fragte ber alte ^err, mas 
beim Kamilla 511 tun gebäd?te, memt fie ©ftern aus- 
ftubiert 1 ? abc. 

„ 3 a, bas meiß id? nod? nid?t", fagte 5 ran ©Ifriebe 
fleinlant. 

„UTein ITlann fagte fd?oit immer, baß id? nid?t meitcr 
gudte, als meine Hafe lang ift." 

E?err UTülIcr aber fpiclte ben Diplomaten unb fon- 
bierte, ob benn Kamilla mol?l ^cimmel? gehabt l? a ^- 

„Kamilla? Hein, mas Sic nur benfen!" 

„Das erfd?mert allerbings bie Sache", fagte ber alte 
E?crr bcbäd?tig unb nal?m eine prife. „3d? meine näm- 
lid?, ob’s nicht l?übfd? märe, menn fie ©ftern in meine 
5 mar ctmas großen — er ftredte lad?cnb ben 5 uß oor 

— 5 ußtapfen träte. 3 ^t nämlid? molltc mid? bann 
eublid? 511 meinen 3 ^ c ^^ cu ouriidjichen." 

„IDirb’s mirflid? ©ruft?" Sie glaubte eigentlid? 
nid?t barau, obmol?l er fd?on fo lange uon biefent Hüd- 
511 g gcfprod?cit l?^de, unb obrnol?! il?e feine „ 3 ^eale" 

— eigentlid? marcifs gatts reale ©fiter, nämlid? Blumen, 
©bftbänme unb 3 |nlnc it — fattfam mertraut maren. 
„Daun abenblid? eine Meine Heoerie auf beit Caftcn — 
mär’s nicht hübfd?? 3»Mf cn nul § 5t‘öuleiit Kamilla 
mit ber in ©ruitb unb Bobeit unmuftfalifd?eit 3 ugenb im 
Stäbtd?cn fafebalgcn." ©r rieb fid? fid?crnb bie Ejäubc. 

"3<*t j^"/ faöte fte sugreifeub. „Das märe nett, 
aber bräugen barf man fte itid?t, nid?t mal?r?" 

„Hein, ba haben Sic red?t, brängeit barf man fie 
nicht. Sic l?at immer fo große Stüde barauf gehalten, 
fclbft bas lefetc IDort ju rcbeit." 

5u ©ftent fant fte, bereit Sd?idfal alfo ermogcit 
morbeit mar, unb bas gaitse E?atts marb uoll uoit ihrer 
5 röl?lid?feit. Denn, mar cs gleid? bie fülle IDod?e, fo 
fang unb lad?te fie bod? treppauf, treppab unb faß 
friil? itnb fpät an bem alten 3 n fü*i l ntcnt, bas mie aus 
tiefem (Erauiit ermad?te. 


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Hummer 22. 


Seite 957. 


3n kiefern Sommer fant enklid? and? IDulff l?cim 
von einer mittelkcntfd?cn Univerfität. <£s waren reid?» 
lid? Bier 3al?re verfloffen, feit er fortgegangen. Das 
eine kiefer. 3<*fpe n?ar nod? in Sdjulmänken verlebt 
worben, kas ankere in bes Königs Hod unk kie Icfeten 
beiken auf ker Klma UTatcr oker auf Reifen. ÜTand?e 
©clkamveifung mar in kiefer <$eit von ©Ikensfyof ent» 
fankt worben. 5*an ©gbertfen I?atte mand>mal ge3ittcrt, 
wenn fie kie Summen nennen l?örte, ker Kltc aber mar 
mcrfmiirkigermcife immer gan3 geiaffeit geblieben unk 
l?atte fogar bisweilen ein kulkfames „UTeinetmcgeu" in 
ken Sdjmirrbart gebrummt. bjattc bei il?m in nur l>alb 


IDar nid?t ©Ikcnsfyof ein Harne o!?ne Klang? tCot wie 
kie alten lateinifdjcu Brodelt, kie er einftmals auf» 
gelefen l?atte auf ker ©eleljrtenfdjutc? ZHit foldjen ©e* 
kaufen fttd?te er ©Ibenstjof unk kie £Deid?l?eit, kie il?n 
jefet, fur3 vor Beginn ker Serien, immer wieker be» 
fd?lid?, absutun. Kber fie liefe fid? nid?t swingen, unk 
als er eines ITlorgens auf kie linbenbeftanbene Strafee 
Ijtuabfal?, ka flank kas ganse £?cimatsbilb oor il?nt, als 
ob es winfe. Die Hüftern unk <£fd?en fdiattetcn auf 
ker weiten IDcrft, kie <£rtcn flanken mit gtänsenben 
Blattern an kem breiten ©raben, krauf träumenke 
©cidjrofcn rubtetr, unk feine JITuttcr l?atte gefdjrieben, 



Dort, Wo Tod und Leben eins, 
Darf ich dauernd dir gehören, 

Du bist meines Schicksals Wiege. 
Keine Erdenstürme stören:' 

Nimm mein Herz, es ist ja deins. 


genojfenen 3 ll 9cnbjabrcn ftets ker 

Knittel bei kem X]unk gelegen, fo ^_ 

fotlte kas bei kein ©rben feines L» S 

Hamens nun einmal ankers fein. 
ir3^? fabe kas ©lüdsraö gekremt", murrte er ftd? felbft 
5u, unk manchmal mar es if?m, menu er an Uhilff 

kadjte, als ftünbe er fclbft kraufeen im bunten Ccben, 
als fdjlügcn keffeit 2X)ogcn um feine Bruft unk xfyn 

über kem fjaupt 3ufammcn. Dann freilid? fam kod? 
immer ker l?iufcitke Bote tjinterkrein unk brachte il?m 
kie pojh ,„§u fpät!" 

Hun mar er aber mirflid? neugierig auf IDulffs 
IDiebererfdjeinen, unk maudjmat tvar’s ken grauen, als 
ob er ftdj freue. 3°f^f Daljlank, von kem tDulff rnand?» 
mal gefd?rieben fyatte, kafe er itjm fo viel verkaufe, follte 
tnitfommen. 

guter Cefet freilid? wollte cs IDulff fafi (eik 

tun, kafe er nid?t mic in ken vergangenen 3 a ^'en 

mieker irgenkmo l?iugerei(l mar in kie mcite, fd?öne IDelt. 


Franz EVcrs. öa 6 f ,C bis 3U f cincc yn * 

_ _ I funft 3äl?le, unk kie Budjftaben 

—- ZJ fyatten fo fcltfam sittcrig ausge» 

fel?en. £jek Ijatte mit trofeiger 
ffankfdtrift karuutcr gefefet: „3d? dito." Unk ker Ulte? 
Hein, Sel?nfud?t l?atte er nidjfnadj U?m, aber er fürdjtete 
if?n aud? nid?t mel?r. 2Uit 3°M Hal?fank tvar’s ja nun 
and? einmal verabreket. Dem nuifete er einen Ijöllifdj 
guten Begriff von ker l?eimatlid?en UTarfd? beigebradjt 
l?aben, kenn ker fafe vor einem Cc^ifon mtk rekete in 
beängfligenk ted?uifd?en IDcnknngen von Deidjfadjen 
unk 7lnfd|lidungeu. XBulff famntelte alles sitfammen, 
mas ka war, um ifjnt 5rcuke auf kie*£}eimat 31t geben. 
3a kies unk jenes mar vorl?anken, nur einen iUittel» 
punft l?atte kas alles nid?t. 

Klfo l?citmvarts ging’s, unk unter ken Ulmen vor 
ker fjaustür ftank kie UTutter unk trug wie immer ein 
altes, fdtmarsfeikenes Kleik itnk mar nur ein gan3 fleiu 
wenig alter unk fcfynädjtiger gemorken. Die ka neben 


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Seite 938 * 


Hummer 22 . 


ihr jiand in der leudjtend blauen Hlufe, eine germauifd}e 
Kraftgcflalt — ja, bas mar natürlich X^cdmig und feine 
andere! Und hinter ihnen, mie ein (Eichbaum aus dem 
Hoden madjfend, ftand der Ufte. Und alles, mas da 
uor ihm auftaudjtc, ihn ummchtc, umraufdjtc, das mar 
die alte, die uerbaßte, die nod] nid?t rermundene Seit 
feiner 3«9end —! 

tDic das leidjtc (Befährt die Ullce l^inaufrollte, fagte 
21 Targ ©gbertfen: „(Sans der Ulte!" und es mar ein 
fjofynifdjer Con in feiner Stimme. „Hid?t einmal des 
Königs Horf hat dem die gedneften Sdjultcrn gerade 
gemadjt!" 

Hei diefcit IDortcu sitterten 5 rau (Egbcrtfeu die Knie, 
und fie begrüßte die Unfommcnden faffiutgslos und »er* 
mirrt. 3 °fef Dahland, der nod} nicht mußte, mas er 
aus ihr mad)cn foöte, trieft fid? »orerji an den Ulten. 
IDar das eine pradjtgejialt! Und mie blifeteu U7111 die 
Uugen unter der fyodjgemölbten Stirn und unter den 
bufdjigen Hraucn! Um feinetmiüen founte man getroft 
die fdjattenfyaftc UTutter und die recht imgrasiöfc (Eodjter 
in den Kauf neunten. 

Daljlauds graue Ungen fd)ieuen in ihre fohlen 
Surücfsufinfcu, mie fie es 511 tun pflegten bei fdjarfer 
Hetradjtung, bis der Hausherr ihm die f}and auf die 
Sdnilter legte und ihn ins fjaus fd?ob. Uudj der große, 
fühle 5liefenflur mit der tiefenden Ufyr gefiel Upn mohl 
und die fallende Stimme des Hausherrn. 

(Eine l^albe Stunde fpäter tranfen fie Kaffee im 
(ßarteufaal, und 5rau (Egbertfen mar gau$ ©lürffclig« 
feit, daß ihr 3u«3e, den Sdpmrrbart abgcrcdiuet, fo 
gan3 der Ulte mar. Sie mochte ja mofyl recht traben — 
mie ifyn die breiten Cider fo ferner über den Uugen 
lagen, mar er mieder mie früher das Hild »crjlorfter 
Sdimcigfamfcit. Der Ulte und fein neuer 5 rcund teilten 
fid) in die Unterhaltung. 

„Sie und IDulff hätten einmal in Uniform fommen 
folleu!" bemerfte £}edmig plöfelid]. Dahland ladjte. 
„ 3 a, IDulff mad]t in des Königs Hörf eine tadellofe 
5igur, ich aber fpiele einen abfcheulichen Smicfel darin." * 

„Ud?, mas folltcn Sie mohl!" Sie fah ih« ungeniert 
mit tDohlgefallcu an. 

Der Ulte fonute jidj natürlich die Hemerfung nicht »er« 
beißen, daß er jich feinen Sohn fd)led?terdings nid?t im 
IDaffeurorf dcufen fonnte. „ 3 d? bitte Sie, bei der 
Haltung!" 

<£r fuchte IDulff 311 fopieren, und durch feine Stimme 
ftang cs mie »erfierfter X}ohit. Da fragte Dahland 
intereffiert, mie doch &er ©et mit der fantofen kühner* 
jagd heiße? 

„©erjtedt, meinen Sie!" rief der Ulte lebhaft. „ 3 a, 
id? habe mir ausgedadjt, daß mir tp tagelang im 5orft* 
haus fampieren mollen." 

„Uber mir haben dod) Kamilla eingeladen, Datee —!" 
IJedmig ntadjte ein enttäufdjtes ©efidjt. „IDulff, du 
freujt did? doch gemiß auf Kamilfa?" fragte fie und 
rürfte näher. 

„(ßemiß freue idj mich, f^cd", fagte er, und fie 
mußte im Uugenblicf nid?t, marum auf feinem (Sefuitf 
fold] bitterer Uusdrucf lag. %Doch natürlid), der Ulte 
hatte ja uorhin mieder non feitmärts einen peitfdjen« 


hieb »erabfolgt, und IDulff ließ fid] leider noch immer 
alles gefallen. 

Um uädjftcn Sonnabend fam Kamilla, und ßedmigs 
5rende mar fo rührend groß, daß die Seit notmendig 
fchoit lange oornber fein mußte, 100 fie gefagt 
fie fönne XDulffs Freundin nidjt ausjtchcn. 

Unter den €fdjen uor dem fjauseingang, mo auf 
der fühlen 5Uefcuplatte der runde Cifdj mit den Hohr- 
fcffeln darum ftand, fprang fie »om IDagen und 
fdjüttclte, meil fidj’s gerade fo traf, 5uerjt dem 2Uten 
die JE?and. 

,,S« nett dod) in der HTarfd}! <Sau3 andere £uft — 
größere 5ormation der gan3en (ßegeitd!" fagte fie leb* 
haft, aber das Kur^e, Ubgeriffene ihrer Spredjmeife 
mard durch den großen tDohlflang ihrer Stimme ge« 
mildert. 

IDulff hatte die £jand auf die Cehne eines Stuhls 
gelegt und martete, bis er an -Kamilla h^ntreteu 
fonnte. 

„(Buten Cag, Kamilla —" fagte er förmlidjcr, als 
er eigentlid? gemollt. 

„IDulff —?" 3 ^ l ‘ c Stimme murde ein gan5 flein 

menig unficher. 

Dier 3 ah l *e lagen 5mifdjcn einft und jefet, und 3 ugcnd« 
jahre find lang. Keins non beiden mußte, ob noch eine 
HrücFc hinüber* und herüberführte. 

3hre fd)öne ©efialt mandte fid] bald uon ihm ab, 
und Dahland. uerneigte fid) tief uor ihr. Sie fenfte 
leidet den Kopf mit der dunfelblondeu fjaarfülle, ihr 
meißer Harfen ftieg blendend ans dem blaßgolbeu 
Sommerfleid empor. Urme Qed in der leudtfend blauen 
Hlufe! 

Uber Xjedmig »erlangte mohl aud) feine Hcmnnde- 
rnng, »erfügte dagegen über eine augenfällige ^ähig« 
feit, mit tHannern gute Kameradfchaft 311 halten. ©an5e 
Hachmittage ftreifte' fie mit IDulff und Dahland umher 
und scigte diefem alles, mas fie Seheusmertes mußte 
im £and. 

Dahland fonnte gar nicht genug fehen, hören und 
notieren, fo daß ffedmig fd?üd?terit fragte, ob er ein 
Hud? fd^rciben mollc. 

„Da hätte er etmas 511 tun!" ladjte 2Dulff. „So 
mad?t er’s uämlid> überall, er ift der UTcnfdj des 
cifernen Fleißes, der fielen Sammlung feiner Kräfte!" 
(Eigentlich freute ihn aber dies 3ntereffc au feiner fjeimat 
doch fcl^r. 3 h 1 « fclbft frcilid] mard fajt mirr 511 Sinn 
an den Stätten feiner Kinderfpiclc und «fdjmerscit. 

Und meil er die IDcichh^it feiner Hatnr fannte, mar 
er nahe daran, 311 müufdjen, daß er ferugcblicben märe. 
Darum hatte er aud} mit Freuden des Ulten plan er¬ 
faßt, tagelang fern dou fy*r in ©erftedt 3U fampieren. 
Diellcicht, daß fich da die große IDoge abflaute, die ihn 
bedrängte. Doch nun mar ja Kamilla gefontmen, und 
fein tDünfdjen mard hi«' und h c rgemorfen. 

Der Ulte aber fannte und duldete feine Ubmeichuugcn 
»on feinem IDillen. Kaum mar der UTontag da, faum 
hatten die alten 5 rcuude »on ehedem eine Hotbrürfe 
Suciuander gefd)lagen, da hiefs es fd^on: „Uuf nach 
©erftedt! Die illädd^cn fönncu nad^fommen, meun fie’s 
durd]aus mollen." 


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Hummer 22. 


Seite 959» 


„ 3 a, darauf fannjt bu bid) uerlaffen, Pater", fagte 
Ejebmig, bie mit ber Schale uoll Kufenfuttcr in P 7 orgen- 
fleib unb Küdicnfd)ür5c auf bem Ijofplafc [taub. 

IPieoiel beffer fie bod) in biefem Knotig ausfal) als 
in beut nadjmittäglidjen Staat mit gebranntem Ejaar 
ltnb blauer Blufe! (Es mar 3 °f c f Patjlaub, ber, bie 
2 Ulee l)eranffd)tenbernb, biefe Betrad)tung aufteilte itub 
jitgleid) iibcrbad^te, mie ü)r 51t Reifen fei. ( - 

PTit neugierigen nnb nnrnlügen klugen fab 
©gbertfen uont fünfter aus, mie Ejebmig nnb ber ( 5 aft 
Sufantmeu nad) beut Ejül)iterl)of luftmanbeltcu. IDas fie 
eigentlid) fürdjtete, mußte fie mol)l felbft nid)t genau. 
Denn baß Pal)lanb il)rer (Eod)ter ein bißdjeti erjäl^Ite 
uon neuen 5 rauentrad)ten, non Pernunft nnb gutem 
(ßefdimaef, fonnte fie ja nidjt al)iten. €inc fleine Be¬ 
unruhigung gab’s aber bod). Denn fobalb bie PTattncr 
fort mareit, begann Ejebmig mit Ejilfe 001t Kamilla unb 
einer Häl)erin aus bem Dorf il)re (Sarberobe um- 
Siigeftalten. 

„Hein, nein, Ejebmig!" rief 5 ^u (Egbertfcn eutfefct 
unb fdjlug bie Ejänbe sufammen. Kber Ejebmig mar 
uid)t bange 511 madjen. gu miffeu, mas fie mollte, unb 
511 tun, mas fie mollte, bas batte fie r>om Kltcn. 

„Braoo, Spaniern Ejebmig!" lobte Pal)lanb, als bie 
Damen nun mirflid) in ©erftebt anfameu. 

„P 7 ad)e id) mid)?" fragte fie oergnügt. 

„Kber fel)r." (Er marf and? einen gutmütig aner- 
fenneubeit Blicf über il)re ocrcittfct d)te Ärifur. Dann 
erjäl^lte er, baß man oorl)ätte, abctibs aufs PToor 
l)iitaus5uftreifen. 

„IHit ober ot)ne?" fragte Ejebmig augensmiuferub. 
Pal)lanb lächelte gauj bcluftigt. „®l)ue", fagte er ^alb- 
laut. „Der alte Ejerr mill mit bem 5 örftcr hinaus nad) 
bem 3 üöcrljof. Dort foll ein großartiges Stücf Kultur¬ 
arbeit im IPerbcÄ fein. <£iit nad)bcitflid)er Kaufmann 
ijt babei, ein Stücf ©cblaub urbar 511 machen. 3 ^) 
muß gefteljen, baß es mid) außerorbentlid) intercffiert 
hätte, es 511 fehen, über JPulff t?at beu Sieg baoon- 
getragen über meine nüdfterutyeit. So gelten mir benn 
51m Hadjtseit bei PTonbfdjein hinaus aufs öbe, flauer* 
iid)e PToor." 

„Ha, IPulff, bu bift mir aber einer!" fomplimcnticrte 
Ejebmig. „€in Stücf ©eblanb ber Kultur oorsusiehen, 
fo etmas faun bod) mol)l nur einer Did)terfeele mie 
bir paffiereu! Did)ten Sie and) mandjmal, Ejerr Pal)' 
lanb?" 

„Hun, bod) nid)t gleid) d)ronifd)", beruhigte 
er fie. 

Ejebmig trieb nun ungebulbig oormärts. „IPir 
foitnen bod) nid)t gut bei Had)t unb Hebel auf 
bem P 7 oor l)erumirren unb uns momöglid) naffe 5 üße 
holen!" 

Pal)lanb lad)tc bulbfant. Ejebmig t)atte fid) enblid) 
beit plafe an feiner Seite erobert unb fd)ritt mit il)in 
bem IPeg 511, ber um ben IPalbesranb berum itad) 
betu „milben PToor" führte. €ine Bli'itenmilbitis 
mud)erte 511 beiben Seiten. IPulff unb Kamilla blieben 
5iirücf, benn Kamilla mollte pflücFen, mas ba uor il)rcu 
Kitgcn unb Ejänben blül)te: (Eorflilien unb 5 ^Iteu* 
binfen, Königsfarne unb Königsfersen. Ejebmig fagte, 


bas PTitnel)men I)abe bod) gar feinen gmeef. Hein, 
eine poetifd)e <Sefäl)rtin mar fie gerabe nid)t, aber Pal)- 
ianb lernte il)re Begleitung bod) fd)äfccn, meil fie uon 
jebem Kräutlein Hamen unb 2 lrt fanntc. 

„Sic fmb ja fo gut mie ein profeffor ber Botanif, 
5räu(ein €gbertfcu", lobte il)r (ßeitoß. 

Da (äd)elte fie ftol3 unb legte fid) nod) eifriger ins 
(Sefd)irr. <£r fal) fie oft nnb prüfenb an, außer- 
ftanbe, fid) mit einer oberfläd)(id)cn Sd)äfeung sitfriebcu 
5U geben, fobalb il)in ein PTettfd) fo nal)egerücft mar 
mie biefer. IPas er babei im allgemeinen anftrebte, mar 
( 5 ered)tigfeit bes Urteils; feine ©ebanfen für Ejeb¬ 
mig aber Ratten nod) einen anbern, mel)r perfön- 
lid)en (Eon; bas PTäbd)eit tat il)ut leib. Plan t)atte un- 
red)t an i!)r getan, als man fie aufmad)fen ließ mie 
ein Kraut auf beut 5 elb. Bis uor ein paar 
mod)te fie nod) fo l)ingcgattgcn fein, aber bie Klters- 
grenze, innerhalb berer aud) fold) ein Kräutlein IPot)l- 
gefallen meefeu fonnte, mar überfdjritten. IPie fie 
nun mud)erte unb blühte, gefd)al) es feinem mel)r 311 
Cuft unb Ciebe. 

(Eben mollte fie über bie ^clbgreitoe jieigen, 11m eine 
(Ensianpflanse 5U l)olcu, als ein Huf ber Sd)meigfamen 
l)intcr il)iicn fie uuterbrad). 

„ 5 um IPobansl)üge(, Ejebmig!" rief IPulff. 

„Beite!" fd)rie Ejebmig unb uergaß ben (£n$ian. Sie 
mußten über ben Knicf am IPalbranb fteigen, bann 
untfingeu fie fül)le Dämmerung, ber Duft bes Ejolses unb 
ein leifes, ftetes Baufd)en l)od) oben ans ben IPipfeln. 
X^intereinauber fd)vitten fie ben fd)ntalen IPeg sum 
IPobansl)ügel l)inait. IPulff unb Kamilla aber gingen- 
Seite an Seite, fein Krm umftug il)re Sd)ulter. Die 
Sommernad)t, bie (Eräume unb Sd)icffale mebt, l)atte 
fie ben alten, oon ntand)em (Efeu überfpomtenen IPeg, 
beit einft il)r ^ei‘3 gemanbelt mar, aufs neue finben. 
laffen. 

Kuf bem IPobaitsl)ügel jtanben taufenbjäl)rige 
<£id]cn. 31 )re Kronen fd?ufen eine buitfle Ejalle. 
5 mifd)en ben gemaltigen Stämmen flanben Stein¬ 
pfeiler, unb barüber lag eine fd)mere, granitene ©pfer- 
platte. 

„Uns ber Kelttnseit", erflärte IPulff. „Kuf biefem 
Stein l)at PTenfd)enblut geraud)t." 

Die Pläbd)en fd)auberten. „£Jalt ein, IPulff", bat 
Kamilla mit leifer, meid)er Stimme. 

„IPo bift bu eigentlid), Kinb?" (Er taftete ftd) $u 
bem bctnoofleu Stein, auf bem il)r t)elles Kleib fd)immerte. 
Sold)er Steine lagen mol)l sei)n in ber Hunbe. 

„^ier faßen bie priefter, iitbes ber ©berpriejier bem 
(Eobgemciljten bas lefete Senfserlein abl)örte." 

Sogar Ejebmig fd)auberte nun unb faßte nad) Pal)- 
lanb, ber il)re ^anb mit marinem Drucf ergriff. Kber 
er ließ fie fad)tc mieber gleiten, als er bas gittern 
fpürte, bas il)ren gaitsen Körper burd)ftieß. 

plöfelid) ging ein golbcner Sd)intmer burd) bie gmeige. 
„Hun fd?eint ber PToitb aufs milbe* Ploor, nun ntüffen 
mir aufbredjeit, Kamilla, bu bift nid)t bange?" 

Seine Stimme flang ftarf. 3 ^ r ^ Kntmort, „nein, 
IPulff", mar fd)mad) nnb leife, baß es Patjlanb unb 
fogar ber nid]t befonbers feinhörigen ^ebmig auffiel. 


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Seite 9 ^ 0 » 


Hummer 22 . 


Sie wanberten mm alfo ben buitflcn IHeg sttrücf, 
unb braußen l^ing bas H(onblid?t ent Staube unb 
Blume, unb bas meüe HToor ßanb in ßlbcritcr (Slut. 
21 ls £?ebwig faE^, wie lüulff unb Kantilta fo eng per- 
brübert gingen, hatte f!e aud? Hahlaubs Krnt genommen. 
Die Stille begann 31t rebett, non fernher flaitg es ab 
unb 511 wie verwehter Stimmenlaut, pont IHalbranb 
tönte ein E)äf)erruf, pom HToor bec glucbscnbc Caut bcs 
HToorl)ul)ns, bann wieber bie Stille mit il?rem (Seräufd) 
wie leifes (Tropfen unb Hinnen. KanttUa wollte wiffen, 
was bas fei. 

„Untertrbifdje IHäßertein," fagte XDulff halblaut 511 
it?r — „riituenb unb tropfenb ohne Kufeuthalt, jeber 
(Tropfen poll Sef)nfud)t, nad? beut uuergrünblid?en Kolf 
3U fontmen, ber briiben liegt. Siehß bn nid?t bie bleidjen 
(Beißer an feinen Ufern fielen?" 

Sie brüefte ßd) an il?n unb lachte, „Sdßntmernbe 
Birfen, bn lieber, alter pf?antaß." 

fjebwig hätte ein IHörtlcin pemommen unb ntadße 
Halßanb barauf aufmerffam, baß XDulff wieber am 
(Befdßdßcncrsählcn fei. Kber ber war gans auf IDulffs 
Seite jefet. IHas er ba fagte pou ben uuterirbifd)cn 
(Tropfen, ben rinnenben IHäßerlcin ber Schnfud)t, bas 
war ja gar nidjt fo übel. — „IHeißt btt, IHulff," rief 
er, „bie fotlten aber uid?t 3unt Kolf laufen unb bort 
fielen bleiben, fonbem bie müßten Hlüljlen treiben!" 
„Tjör einer ben praftifus —!* 
fjebwig Iad?te bel?aglid? unb Ittßig unb benufete jebes 
Straud)eln, um nad? Halßänbs fjaitb 311 greifen. Km 
€ttbe legte er il?ren Urin in ben feinen, 30g il?u für 
einen Kugenblicf feß an ßd? unb fagte gutmütig, ße 
ntüffe aber mel?r ad?tgebcn, man bürfe bod? nicht gleid? 
über jeben Stein bes Knßoßes ßolpern. 

Sie erfd?raf faft por Sreube barüber, baß er sunt 
erßenmal bie fteife Kitrebe fallen ließ unb ihren Hamen 
nannte. Hon nun an war auch fte fd?wcigfam. Kls 
fte einmal 3ufammenfd?aucrtc, fragte er beforgt, ob ihr 
falt wäre, unb ßrich prüfenb über ihre fjanb, bie auf 


feinem Krnt lag. Die Hlänner fdßiefcn im 50^0115, 
bie 21Täbd?en follten in bem fletnen (Baßhaiis am IHatb 
Untcrfunft ftnbeit. Hon Kantilla unb IDulff war bie 
Spur perloren gegangen, Dal)l<mb fnd?te nun itad? bent 
im Baum fyängenbeu fjaustürfdßüßel, um fjebwig ein* 
3ulaffen. Die, lernte berweil am pfoßett ber (Tür, 
3ittcrte, baß man bapoit il?re Kleiber raufd?cu Ijörte, 
unb wartete — 

„(Bitte Had?t, 5 räitlein fjebwig, unb wol?l befomnte 
3^neit bie HToorromantif — !" €r löfte feine fjaub 
aus ihren falten Ringern. Sie weinte, unb als er bc* 
ftürst uachforfdjen wollte, untfchlangcn il?n il?re Krnte, 
uitb fte murmelte: „3ofef, 3°f*f/ 9*h bod? nid?t f° 
pou mir!" 

Die vornehme Buhe feines tHefcns gab itad). 
„fjebwig," fagte er faß Ijerrifd? unb luftig — „fei bod? 
vernünftig I XHemt IHnlß bictj fo fäfye, was foüte id? 
wohl fagett?" Unb er verfuchte ihre Krnte 31t löfen. 
„<£s iß ja alles Unßitn, Kiitb," rebete er iljr leife 311, 
„bu licbß mich ja gar nicht." 

„Dod?!" ßüßerte fte attfweinenb. Die Spannung 
ihrer UTusfclu ließ nad), weid) itub fd)wer rul)te il)r 
Kopf an feiner Sd)iilter. <£r beugte ßd) ttieber unb 
füßte ße unb entpfaub bod) sugleid? eine gewiffe 2lb* 
neiguttg, baß er ße pou ßch fd?ob. „Hun fd)laf ben 
wirren (Traum aus, fjebwig — l)örß bu, Kinb, es war 
ein (Traum —!" wieberl)olte er ernß unb nmfpamtte 
ntU feßem Drucf il)re fjanb. 

Sie lad)te ein weiches, wirres Sachen, unb il)t* gelles 
Kleib perfd)wattb im bunflen fjausßttr. Kurs barauf 
fant Kantilla, unb ße fragten nichts unb fagten nichts 
als: „(ßute Had)t, fjebwig — gute Hadjt, Kantilla!" 
Uber bie gegenfeitigen IHünfche fdßeitett ihnen nid)t ansu* 
fd^lagen, beim bie eine l)örte bie Huljeloßgfeit ber anbent. 
Kn ben Sd)eiben raufdjte immer lauter ber £)olunber. 
E)cbwig trat ans 5 cnßer ttttb fal) hinaus. „Das IHetter 
änbert ftd?, wir utüßen bei Hegen unb Sturm surftef." 
(fortfcßttng folgt.) 


Soziale frauenberufe. 

Hon (Elisa 3 d)enl)aettfer. 


er IHuufd) nad? einem Beruf, ber bie grauen ber 
(Segenwart erfüllt, l?at feinen Urfpritng einer* 
feits im Drang nad? materieller Selbßänbigfeit 
unb anberfetts in ber Sel?nfud?t itad? ^lusfüllung bes 
Cebeits, itad) einem würbigen CcbeitS3iel. Das erftere 
iß nur 3U begrciflid? in einer §cit, in ber ber Kampf 
ums Dafein fdßitnmer benn je tobt, in ber bie <£l?e als 
Hevforgnngsinßitut ntel?r ttitb ntel?r fd^winbet, fowol?l 
aus Hlangel an £ljefanbibaten, als and? weil bie grauen 
nad?gerabe bas Unmoralifd?e einer fold?en 2luffaffung 
ber £l?e einfcl?en; in einer Seit, in ber jeber fcljeit muß, wo 
er bleibt, unb wer ßel?t, baß er nid?t falle. Hidß miitber 
perßänblid? iß bie Scl?nfud?t itad? €ntwicflung unb Be¬ 
tätigung ber Kraft, ebenfo sur eigenen (Entfaltung wie 
aud? 3ttgunßcn ber 2TTitmenfd?en im Seitalter bes 3 nSü* 
pibualisnttts unb bes Sosialismus. 


Siitb baber im Drang itad? Selbßänbigfeit bas mate¬ 
rielle (Entgelt unb bie bantit perbuitbene fosiale Stellung 
für bie IHal?l eines Berufs ausfdßaggebenb, fo feilte 
bod? aud? ber Hüften für bie Allgemeinheit nid?t außer 
acht gelaßen werben unb im großen unb gansen'tiur 
ibeale HTotiue entfeheibenb fein. Selbftpcrftänblid) iß 
es unumgängliche Bcbinguttg, baß 5 äl?igfeit unb Hei* 
gung für ben gewählten Beruf porhattben fmb, barüber 
hinaus aber foüte vor aüen Dingen ber IHert bes 
Dieitßes, ber ber HTenfd)l)eit bamit geleiftet wirb, rciflid? 
erwogen ttitb banad? gel?anbelt werben. <£s iß gait3 
felbftpcrftänblid), baß bcifpielswcife eine Kerstin für ihve 
21 Iitfd)weftern pon unenblichent Segen fein famt; nid?t 
minber groß iß ber *<£inßuß einer entfprcd?enb begabten 
unb tüdßig porgebilbeten päbagogin, einer fd?arfßnnigen 
3 urißin (fpesiell in jenen Cänborn, in betten ße sur Ktts* 



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Bummer 22. 


Seite 9 ^ 1 . 


Übung ber Bechtsanwaltfdjaft jugelaffen find) ufw. Kbcr 
bas fmb Berufe, bie ein langes Stubiunt erfordern, unb 
bie nur foldje ergreifen follteit, bie fid? nicht allein be¬ 
rufen füllen, fonbern bie aud? bicL^it auserwählt fmb. 

Dagegen wirb eine große ©nippe anderer Berufe, 
bie ja <mch gewijfe 5 at^igfeit unb Betgutig, aber 
weder befonbere (Talente nod? eine fel?r lange Vorbil- 
bung erfordern, unb bie non außerordcittlid?cm IVert für 
bie Kllgemeinhcit find, noch lange nicht genug beachtet. 
3 dj meine bie Berufe auf bein ©ebiet ber Kranken¬ 
pflege, ber ©cfangenettpflege, ber 3ugeubfürforge, ber 
Knuen- unb IVaifenpflege. 3 ^h inöd?ie fte unter ber 
Bubrit „Soziale Berufe" sufammenf affen unb fie in 5wei 
©nippen teilen, unb $n?ar in eine foldje für befolbete 
Stellungen, für bie nach materieller Selbftänbigfeit Stre- 
benben, unb in eine für ehrenamtliche Stellungen, für bie- 
jeuigeu, bie ftd? nach einem würdigen Cebensinhalt fehlten. 

5 u ben erfteren gehören: bie Kranfenpflegerin unb 
Diafonifftn, bie ©efängnisbeamtin, bie Vorsteherin von 
Kfylett, non Krippen, Kleintindcrbewahranfialten, Kiitber- 
gärten unb Kinberhorten unb Sitfludjtshänferti, bie 
Uebcrwad?erin non Siehtinbcrn, bie 5 abrifiitfpeftorin; 311 
beit teßtercu bie Krmeitpflegcrin, bie tVaifcnpflcgerin, 
ber weiblid?c Vormund ufw. 

Die fosialen Berufe, bie id? eben nannte, unb bie 
ihnen verwandten Berufe gehören uid?t 511 ben leidsten 
unb werben aus biefent ©runb als nicht begehrenswert 
erachtet. Das geht fd?on allein ans bem Umftanb 
vor, baß in faft allen biefett Berufen UTangel an Krbcits- 
fräften befteht; während fonjt auf allen ©ebieten ein lieber- 
fluß an Kräften unb 2 Uangel an Krbeit i^rrfcht, ift es hier 
umgekehrt. Kber gcrabe biefer Kmftanb follte beruf- 
fudjeitde 5rauen verattlaffcn, fid? einem von ihnen 311311- 
meitben, ba auf ©ebieten, auf betten bie Badjfrage fo 
fehr viel größer ift als bas Kngebot, auch bicfintwicflungs- 
ntöglid)feit eine viel größere ift. lleberbies follte bie 5urd?t 
vor ber Sdjtvere ber 311 übernehmenden Caft fehwinden 
vor ber Kusftd?t unb Kläglichkeit, einen Wirkungskreis 511 
finden, ber ben cigenften, beften unb mütterlidjften 
©igeitfdjaften ber 5 ran ben weitcjten Spielraum gewährt. 

feilen unb I?cffen, littbcrn unb tröften, gibt es etwas 
Schöneres für ein weiblid?cs ©entüt? 

Selbfiverjtänblid? müffcit aber and? biefe „fosialett 
Berufe*, wie id] fie oben nannte, ben inoberncu fosialcn 
Verhältniffen Bedinung tragend, umgefialtet werben, 
fte nüiffen, ba fie 3wcifelsohnc viel perfottliche fjingabe unb 
Kufopferuitgsfähigfeit erheifdjen, ben ftd? ihnen Unter¬ 
stehenden aud? bie Kläglichkeit phvfifdjen unb pfydjifdjeu 
Kttsfudjens unb ©rholens, bas nötige KTaß persönlicher 
Freiheit unb auskömmlicher Be3ahlung gewähren. Daran 
hat es bis jeßt vielfach gefehlt, unb bas ift and? ber haupt- 
fädjltehjte ©runb, baß es beifpielsweife feit 3^hren an 
Krankenpflegerinnen mangelt. Wohl ift es nid?t jebermamts 
Sache, einen fo eittfagungsvollen Beruf 5U wählen, aber 
baß troß allebem fich fehr viele grauen dafür vorsüglidj 
eignen, beweijt ber Umftanb, baß es in früheren Seiten 
ben religiöfen Körperfchaften an perfoital nid?t gefehlt 
hat. ©rft burch bie Catfad?e, baß bie Verhältniffe, unter 
beiten bie Krankenpflege ausgeübt wirb, ftch nicht ober 
nid?t genügend mit ber Seit gebeffert hoben, baß fie ben 
Bebürftiiffcn. ber ©egenwart nach Freiheit unb Selbs¬ 
tändigkeit nicht genügend Bedinung tragen, ift bie Un¬ 
luft für biefen Beruf eingetreten. Kbcr wie alle Unsu- 
friebenheit ben 5ortfchritt 3eitigt, fo hot fie aud? hier baju 
geführt, baß bie Krankenpflegerinnen felbfl fich beftreben, 
ihren Beruf 3U einem freien umsugejtatten; unb baß biefe 


Begebungen nicht allein durchaus durchführbar fmb, fon- 
berit nach Verwirklichung förmlid) fchreiett, bewiefen bie 
Verhandlungen über biefen ©egenfianb auf bem 3 nter- 
nationalen 5 rauenFongreß. Die Vertreterinnen aüerCänber 
begegneten einander im Verlangen nach Befornt, nad? 
(lautlicher Begelung für bie Kusbilbung ber Kranken¬ 
pflegerinnen, unb es unterliegt feinem Smeifel, baß eine 
folche nid?t lange auf ftch warten laffeit fann, ba es 
durchaus im 3otercffe ber Kllgenteinheit liegt, mangel¬ 
haft uorgebilbete unb ungeeignete (Elemente fern3uhoften. 
Der Staub felbji aber würbe dadurch außerordent¬ 
lich gehoben werben. Daß damit eine Befferuttg ber 
wirtfchaftlid^en Verhältniffe unb eine größere Beriicf- 
fichtigung der freiheitlichen Bebürfttiffe ber ©egenwart 
fjattb in fjanb gelten muß, ift felbftoerftänblidj. Die 
erflere hot auf einem Spe3ialgebiet, bem ber ZVochcn- 
pflege, fogar fchott eingefeßt, ba in biefent gegen¬ 
wärtig bis 31t fcchs ZlTarf täglich gesalbt wirb. Unter 
den alfo ueränberten Verhältniffen werben gewiß fehr 
viele brachliegende Kräfte paffende Verwendung unb gute 
(Entwicklung ftnbeit. 

Kehnlid? liegen bie Verhältniffe im ©cfättgtiiswefen. 
Kud? herrfdjt, troßbent die gatt3e weiblidte 
Beamte in 5 caucngefüngniffen att3uftellen, befonbers in 
Dcutfchlanb verhältnismäßig neuen Datums ift, doch 
fchon ZTTaugcl an Krbeitsfräftcn. Zlud? h^ 
sumcift an der niedrigen Bewertung biefer ferneren 
Krbeit wie auch ont ZHangel perfoit(id?er Freiheit. IVie 
wünfd?cnswcrt aber auch h^* die 5rauenarbeit ift, 
braucht wol?l nicht erft h crD0r 9 c ^ 0 ^^ 3« werben; 
baß fte ftch in dem Umfang, in bem fie vorhanden ift, 
bewährt hat, betveiji ber Umftanb, baß auf bent Kon¬ 
greß beutfd?er Strafanftalten, ber im UTai 19^1 tn 
Stuttgart tagte, bie Knftellnng von weiblichen Beamten 
und ©berbcatutcn in mciteftem Umfang als ungemein 
notwendig und wünfd?enswert be3eid?nct wurde, cbenfo baß 
bas prenßifd?e Zninijtcrium des 3^mertt, um Kusbildungs- 
gclegenheit für bie höheren Stellungen 3U fd?affen, vor 
furseut angeorbnet hat, baß gebildete 5rauctt ftd? in ben 
Strafanftalten 51t Köln, Breslau, Sicgbitrg, fjalle in 
einem 3abt % unentgeltlich ausbilbeit können. Kud? die 
©el?altsausfid?ten für (Teilnehmerinnen folcher Kurfe find 
nicht fdjledjt. U^äbrenb in preußen Kuffeheriititen nur 
700 bis 900 UTark unb ©berauffeherittnen nur 900 bis 
1500 ZJTark 3 oh^sgehaIt erhalten, find nunmehr Stellen 
von ©berinnen mit 2700 Utark, von 3weiten Beamtinnen 
mit 1500 bis 1800 UTark unb von Unterbeanttinneit mit 
1200 UTark gefdtaffen worben, bei freier ZVohnung, 
Beleud?tuitg unb Weisung. 

©s ift alfo h'^ bereits eine Befferuitg cingctretcn, 
unb cs ift nid?t daran 311 3wcifeln, baß, wenn eine 
größere Knsal?! tiid?tiger grauen fich biefent 3war ver¬ 
antwortungsvollen, aber ftdjerlich and? fcgcnfiiftenbeu 
©ebiet 31twenden'und ftd? bewähren würbe, ihnen and? bie 
höheren poften bis 3ur Direktorenftelle freigegeben würben, 
wie es bie Direktion ber Hamburger ©efängnis- 
anftalten bereits auf bem Kongreß in Bürberg forderte. 

IVie banfbar bie Krbeit in ber 3H9CNdfürforge ift, 
wie unenblid? ©utes in ben Krippen, Kleinkinberbewahr- 
anjtalten, Porten ufw. gejtiftet werben kann, wie viele 
Unglückliche inZlfylett und Hettungshänfern 51t neuem €eben 
aufgerichtet werben können, braucht wohl kaum gefagt 
511 werden. Solche Knjtalten 311 leiten, ift ein erheben¬ 
der Beruf. Das gleiche gilt von ben befolbeten Stellen 
in ber Krntcnpflcgc, ber Ueberwachuttg von Sieh - und 
Kofikittbern ufw.; fte alle find von höchftem footalem tVert. 


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Seite 9^2. 


stummer 22. 


Ebenfo ift bie (Eätigfcit ber weiblichen ©ewerbe* 
auffidjtsbeamtin gering ansufdflagen. (Erotjdem 

ber erftc Perfuch nad] biefer Bidtfuiig erft por einigen 
3al]ren gemadit worden ift, und troftbem ibre <§ahl 
immer noch piel 311 gering ift in Anbetradjt ihrer Be* 
beutuug, fo ift cs immerhin als ein 5ortfd>ritt 511 
bejeidinen, daß pon beit 25 beutfdjen Bundesftaaten 
beinah bie fjälfte, \ 2 , nämlich Reffen, Bayern, 
IDürttemberg, Baben, preußen, Sachfen, Sachfeit- 
IPeimar, Sachfen« Altenburg, Sadifen • Kobnrg • ©otha, 
Beuß j. £., Hamburg unb Bremen ©ewerbeinfpeftions- 
beamtinnen angeftellt haben. Sie ©ewerbeinfpeftions* 
berid]te äußern fich sum übcripicgenbem Seil giinftig über 
bie mit Beamtinnen gemachten Erfahrungen, unb Baben 
bat in biefem 3 ^b r feiner Afftftentin in Anerfeunung 
ihrer Perdienfte Bang unb Eitel einer 5abrifiufpcftorin 
oerliebcn. Es ift ftcherlich ein ebenfalls noch 311 be* 
aderndes 5elb, bas fich für warmempfmbende tat- 
fräftige 5 raucn hier öffnet, beim je größer bas Per- 
ftändnis ber biefem Beruf fid] ipibmcuben 5 raitcu für 
bie übernommenen pflichten wie auch bas Pcrtraucn 
ber Arbeiterinnen fein wird, um fo erfprießlicher wird 
ibre Eätigfeit fein, unb 311 um fo weiterer Entwicf* 
lung bcs Amtes ber wciblidien 5abrifinfpcftorin wird 
fie Anlaß geben. 

Sinb bie oben gefchilberten unb ihnen perrpanbten 
Berufe für alleinfiehenbe 5 rauen befUmmt, bereu Ceben 
fie pollftänbig ausfüllen, unb benen fie gleichseitig ben 
nötigen Ccbensunterhalt gewähren, fo gibt es auch für 
jene 5rauen, bie ein materielles Entgelt nid]t be*. 
nötigen, unb bie ein3ig unb allein nach mürbigen 
Cebensaufgaben über ben 5amilicnfreis hinausfhreben, 
Aemter pon größter Perantwortlid)feit unb größtem 
IPert. 3 ^? mödjte hier hauptfächlich bas Amt ber Armen* 
unb tPaifenpflegcrin unb ber Pormünberiu nennen. 

Es ift wohl überflüffig, auseiuande^ufefcen, wie 
notwenbig bie Mithilfe ber grauen auf biefem <5ebiet, 
wie außerordentlich qualift$iort fie ba5U finb, Unterflüfoungs» 
bebürftigen burchgreifenb 311 helfen, bie 5ürforge über 
IPaifen gewiffenhaft aus3iutben, bie Pormuubfchaft mit 
mütterlicher Ciebe 31t führen. 

Durch denllmftaud, baß dicMitwirfung ber grauen auf 
biefeu ©ebieten perhältnismäßig neuen Datums unb noch 
durchaus nicht überall durdjgeführt ift, ift es ben meiften 
5rauen gans unbefannt, welch eine fruchtbare unb fegen* 
fpenbenbe Cätigfeit ihnen hier offenftcht. IP0I7I hat 
Kaffcl fdioit 188 \ ben erften Perfuch mit 5raucu in ber 
Armenpflege gemacht, aber bis 1896 blieben and] bie 
weiteren Perfuche nach biefer Bidjtung gans pereinselt. 
Erft als ber deutfdje Percin für Armenpflege unb 
lPol)ltätigfeit auf feiner ©encralpcrfamntlung in Stra߬ 
burg 1896 unb ber preußifche Stäbtetag 1901 ftch für 
bie orgauifche Eingliederung ber 5 rauen in ben Per* 
waltungsapparat ausfprachcn, änberte fich bas Bilb, fo 
baß gegenwärtig außer Kaffcl noch Kolmar, Königs¬ 
berg, Erfurt, pofen, Stolp, Dansig, Bremen, Mann¬ 
heim, ©togau, Bonn, Berlin unb Solingen 5 rauen als 
Armcnpflcgerinnen hüben, unb swar als mit ben männ¬ 
lichen Anncnpflegern gleichberechtigt. Eine nur er- 
gän3eube Otigfeit 51W öffentlidjen Armenpflege üben bie 
grauen aus in Elberfeld, Krcfelb, Hamburg, Magdeburg, 
Siegen i. IPcftf., Nürnberg, 5 ranffurt a. M., 5 ranf- 
furta.©., IPicsbabcn, Dortmunb, ©otha, Kiel, Meiningen, 
IPornts, Main3, Breslau, Dresben, Braunfdjwcig u. a. m. 


3 n beiben formen haben bie 5 rauen, wie bie Per* 
waltungsbcridfle mcbrfadi herporheben, ihr Amt 
durchweg gewiffenhaft unb mit pollent Perftänbnis für 
bie Bebürfniffe ber Armenpflege durdjgcfübrt, be- 
fonbers bort, wo es fich um grauen unb IPitroen 
mit Kindern handelte. SelbftperftändUd) fönnen bie 
Armenpflegerinnen ba, wo ihnen eine perantwortliche 
Stellung eingeräumt ift, ihre Miffton beffer durchführen, 
weil fie in biefem 5 all unmittelbaren (Einfluß ausüben 
unb ihm ben entfprechenbcn Bachbrucf per leihen fönnen, 
bei* ihnen bort, wo ihnen bie gcfefelidje Autorität por* 
enthalten wirb, fehlt, unb bereu Mangel fich nicht feiten 
unangenehm fühlbar madjt. Snr IPaifcnpflege, bie 
häufig nur eine Abteilung ber öffentlichen Armenpflege 
ift, in größeren Stäbten jedod) einen befonderen Per* 
waltungsförpcr erfordernd) mad)t, finb ebenfalls in ben 
lebten 3 a hrcn 5rauen herangesogen worben, fo in 
Berlin, Eharlottenburg, Köln, Königsberg, Dortmunb, 
Merfebnrg, pofen, 5 ranffitrt a. ©., potsbam, £]an- 
noper, Cilfit, München ufw. 3 n Berlin ift neuerdings 
eine 3 nfpcftorin ber IPaifcnpflege, bie fich bereits in 
ber ftäbtifchen IPaifenpflcge bewährt h a i/ 5 um Befud? 
ber pon ber Stabt in ben propren in pripatpflege 
gegebenen IPaifenfinber angeftellt worben. 

Das Bürgerliche ©cfefcbud? h a t beit grauen bas 
mit ber XPaifeupflege perwanbte Amt eines Pornmnbs 
and] über fremde Kinder unb bannt einen neuen Beruf 
eröffnet, ©s hat allerdings ber (Ehefrau nod] einige 
Befchränfungen auf er legt, bie teil weife auf einen 2 ieft 
ber alten Anfchauungen pon ber fjörigfeit ber 5 rau, 
teilweife auf bie 5 nrd]t por einem 311 großen Andrang 
der grauen 311 biefem Amt surüefsuführen find. Beides 
war überflüffig, denn bie Befd]ränfuugen entfpred>en 
burd]aus nid]t mehr ben Bcbiirfniffen ber ©egenwart; 
unb was ben Andrang betrifft, ift bas ©egenteil einge¬ 
treten, denn es haben fid] bisher piel 311 wenig 5raneit 
311 biefem Amt gemeldet, (gegenwärtig find grauen 
Pormünberinnen ohne gefefelid^cn und natürlichen ©rund 
— in Berlin ift ihre «galfl unbefannt, ba bie Statiftif 
männliche unb weibliche Pormünder h^ r nidjt ausein- 
anberhält — in Hamburg (1^0), Düffelborf (9^), 
Magdeburg ( 50 ), l^alle ( 50 ), Cübecf ( 28 ), Deffau ( 20 ), 
Dat^ig ( 18 ), ©örlifc (12), Königsberg (10), Ciegnifc (9), 
Bonn, 5 ranffurt a. M., Cilflt unb tPicsbabcn (je 6). (Es 
ift alfo nod] fein alisu ausgiebiger ©cbrauch pon biefer 
neuen Befugnis gentad]t worben, immerhin ift die Salfl 
der Pormünberinnen groß genug, um als (Experiment 
511 genügen, und als fokhes darf cs als pollftänbig ge* 
gliicft be5cichnet werben. Aus dem protofoll ber lefeten 
IPaifenratsfifeung in Düffelborf, ber Stabt, die die 3wcit- 
größte Anzahl weiblid]er Pormünder aufweift, fpricht 
am beften für fie folgende 5 cftftellung der Beferenten 
über bie nach biefer Bichtung gemadjten (Erfahrungen: 
„IPir Pormuubfd]aftsrichter haben mit ber 5 ürforge 
feitens ber Damen bie allerglänsendften Erfahrungen 
gemad?t." 

Heberall finb mithin bie pcrheißungspollftcn An¬ 
fänge ber Mitarbeit ber 5 *auen an ben Rialen Be¬ 
rufen 31t perscidinen. 211ögen fie bie 5^auen 511 weiterer, 
fel]r piel fegensrcid]crer Arbeit auf biefeu gemeinnüfeigften 
aller ©ebiete anfpornen, mögen fie ihnen die IPcge 
weifen, auf denen fie ihre 5 ähigfciton 3 imi Beften ber 
Allgemeinheit entwideln fönnen. Sie werben dadurch 
am jicherften bie eigene ^afriebenheit erreichen. 


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Hummer 22 . 


Seite 9 ^ 5 . 



Bel profeffor Czerny. 

Hon Dt. p. meißner. — ^ierju ^ Kufnalpnen oon ^ofp^ot. Sdjnlfce, Ijeibelberg. 


€ ine ber marfantejteu perfönlichfeiten bei* mobernen 
Tle^tewelt ift ber J^eibclberger Chirurg Binceu3 
CsentY. 3n (Crautenau tu Hö^tnen \8^2 geboren, 
ftubierte er in IDien unb mürbe bei Tlrlt unb ©ppol3er 
2Xffiftent. Später trat er in gleicher (Eigenfchaft 3U 
feinem £efyrer Billrotb in Sesiehung, ber auf ihn ben 
größten unb befielt 
(Einfluß ausübte. 

Cngeireunbfchafts* 
baitbe fnüpften fief? 

3it>ifd?cn teurer unb 
Schüler um fo 
fefter, als beibe 
freiwillig im 5clb* 

3ug ^ 870/7 \ als 
Kriegsdjirurgen 
tätig waren. 3« 
lüeißenburg batte 
Billroth mit^ernv 
3ufantmen bie £ei- 
tnng ber 5 el&la 3 ö* 
rette übernommen, 
unb unermüblich 
waren beibe im auf* 
opfernben ©ienjt 
ber Häd?jtcnliebe 
belfenb unb h*i‘ 
lenb tätig. Billroth 
fdjwärmt in feinen 
Briefen oon ber 
uncrmüblid?en 2lr* 
beitsfreubigfeit fei¬ 
nes Kfftftenten. 3m 
3al?r ^87 \ würbe 
<£3entY als pro¬ 
feffor ber (C^irur^tc 
unb ©ireftor ber 
Klinif nadj 5 rei- 
burg berufen, um 
fechs 3abre fpätcr 
in gleidjer (Eigen- 
fdjaft einem Huf 
an bie babifdjc 
Canbesunioerfität 
Ejeibelberg 311 fol¬ 
gen, an ber er nod? 
beute in treufter 
Arbeit unb pfHd?t* 
erfüllung rajilos 

tätig ift. £s ijt 6xzellenz profeffor Vincenz 

hier nidjt ber ©rt, 

auf bie großen Herbicnfte CsernY* als (Ebirurgen ein* 
3ugeben, es fei nur gefkittet, ihn als 2Xr$t befonbers 
beruorsubeben. €in oornehmer <Eh ara fter burd? unb 
burd?, b a i cr niemals ob feiner l£)iffcnfd?aft ben HTen* 
fd]en im Patienten oergeffen. (Er ift ein 2li*3t, wie er 
fein foll, im beften Sinn bes IBortes. 7111 bie Caufenbe, 
beneu er burdj feine Kuitft (Sefunbheit unb Ecbeusgliicf 
wiebergab, oerehren in ibm nicht nur bevt Reifer aus 
bitterer Hot, fonbern audj ben oäterlichcn, mitfüblcnben 


5reunb, ber mit feinem gansen fo reichen unb guten 
&iet$en mit ihnen füllte, mit ihnen hoffte unb mit ihnen 
litt. IDie oft l|at (E3ernY fdjwcr entpfunben, baß auch 
bem beften 2lr3t, bent fühnften Chirurgen (Steifen bes 
Könnens gefefet jtnb, an benen er machtlos unb hoff' 
nungslos bie Ejänbe ftnfeit laffeit muß! Xt)ie gern würbe 

er allen helfen, ift 
hoch fein gan5es 
Eebenswerf nidjts 
als bas Streben 
nach Betätigung 
feiner tEHffenfdjaft 
unb feiner Kennt* 
niffe 311m IDohl 
unb X^eil feiner 
Patienten. 

Sur Seite fteht 
ihm in biefen wahr¬ 
haft humanen Be- 
ftrebungen feine 
(Sattin, bie Cochter 
bes berühmten Kli* 
nifers Kußmaul, 
reich an Eje^ens- 
güte unb ooll Ber* 
ftänbnis für bas 
fchwere Gebens* 
werfihresHTannes. 
Bei ber großen 
3nanfpruchnahme, 
bie ber immer 
mehr unb mehr in 
(Europa unb in ber 
JOOclt ftch ausbrei- 
tenbe Huf bes be¬ 
rühmten Chirurgen 
mit ftd) bradjte, ge¬ 
hörte oft bie (Engels* 
gebulb ber (Sattin 
unb glüdlichen 
HTutter ba3u, bas 
eigene 5mnilien- 
leben, bie Betrag- 
lid]feit bes Kaufes 
feibftlos hinter bie 
pflidjten bes (Sat¬ 
ten $urüdtreten 3U 
laffen.C3ernYfennt/ 
wenn cs ftdj um 

Czerny als Generalarzt. bas tBo!}! Ullb 

IHehe eines ihm 

anoertrauten Kranfen huubelt, feine Hücffichten anberer 
3 lrt. ltnermüblid? ftrebt er 3U halfen, ja felbft im trauten 
iamilienfreis oerlaffen ihn oft nidjt bie forgeuben (Se- 
banfen an ben einen ober anbern feiner Sdmfebefohlenen«. 

©och aud? losgelöft 00m Beruf als Jrcunb, als 
JHcnfch ift <£3ernY ein außergewöhnlidjer Churafter. 
Ciebcnswürbig, ftets bereit 3U behaglidjer, anregenber 
Unterhaltung, ift cr ein glän3enber <Sefellfd>aftcr. Hidjts 
oon all ben (Erfolgen, oon all ben <£h r *n, bie ihm 3uteil 


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Seite 9«H. 


Hummer 22. 



GroOberzogin Hülfe von Baden (i) im Gefpräcb mit frau prof. Czerny (2). 


getrorben, l?at feinen bicbercn, el)rlid?cn Sinn 
geändert. (Segen jüngere Kollegen tric alte 
5reunbc gleich suuorfommcnb, 3cigt er niemals, 
er bei* gro(^e berühmte Chirurg ift. Be* 
fdjeiben bis 3iir Uebcrtreibung, ift er ftets bc* 
ftrebt, fid? 511 unterrichten unb bas Heue 511 


beachte?:, gans gleich ob ilmt biefes uon 3ün* 
geren ober oon (Sleid)gcftellten gebracht trirb. 

So ift and) bas Baus (Cjernys in I)eibcl* 
berg eine Stätte ber Behaglichfeit unb irabren 
(Saftlid)fcit, einfad) nne er felbft finb feine 
liebenstrmrbigen Kinber erlogen, mit beftriefenber 



prof. Czerny (2) ftetlt dem Großhcrrog von Baden (3) feine Cochtcr (1) vor. 


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Hummer 22. 


Seite 9^5. 



profeffor Czerny am Schrelbttrch. 

( 5 üte waltet bie (Sattin im Kretfe bei* Familie unb ber 
5ablreid]cu 5 i'*uiräe. IDenit and? uielfadje Ehrungen 
unb reiche materielle (Siiter beut berühmten Kr 3 t int 
Cauf ber gelt juteil mürben, er unb fein £]aus fiiib fo 
einfad] geblieben, wie fie waren. (Escrity erfreut fid] in 
ganj befonberer XDeife ber (Buiift feines taubesl]errn, 
ber in il]m nid]t nur beit I]ct*Dorragcnben tebrer feiner 


Hni&erptät, fonbent and] ben l]elfeitben Kt*3t 
fdiäfeeit gelernt l]at. Die Bilber Seite 9 *W 
3cigeit, wie fet]r biefe Bestehungen über bas 
2 Tlaß bes Klltäglid]en biiiausgcl]eit. ben 
lefeteit 3 abreit l]at (Esenty uor allem einer 3 &ee 
gelebt, bie er 511 feiner innigen 5mibe ber bah 
bigeit Dermirflidnutg entgegcngcl]en pef]t: es ift 
bas eilt plan 5111* Erridpung non Krebsfana* 
torictu Die tragifd]en ( 5 efd]icfe fo vieler Krebs* 
franfer, betten felbft feine bewährte fjaitb uid]t 
mel]r l]elfeit fonnte, l]aben in feinem ntenfd]en* 
freunbfidjeit fersen ben IDunfd? erflehen laffcit, 
für biefe Krmeit in gan3 befonberer IDeife 311 
forgcit unb burd] ein ciitgebenbes Stubiunt biefer 
ernfteu Erfraitfiutg allmäblid] bent granfauteit 
Cob feine ©pfer 511 entreißen unb bie 2 TTenfd]l]eit, 
fo weit wie möglid], doii biefer (Beißel 311 befreien. 
Demfbare Patienten unb 5 reunbe fabelt burd] 
erbeblid]c materielle ©pfer, bei betten Eserity 
felbft fid] nid]t aitsfd]loß, bie (ßewäl]r gegeben, 
baß bies fein erfebntes^iel crreid]t werben fanit, 
tutb 3tt>ar in einer <5eit, in ber er felbft auf 
ber l]öbc feines Sd]affens all fein ITtffeu, feine 
in arbeitsreid]cn 3al]i*en gcfantincltc Erfahrung 
51111t IDol]l ber Krebsfranfcit wirb permerten 
fönueit. Hur ein it>al]r(]aft guter, ebler tfTcttfd] 
fauit fold]e Siele verfolgen, unb Eserity ift ein 
guter HTenfd] im ebelften Sinn bes IDorts! 

So l]od] ihn fein Können getragen, fo fel]r il]n 
bie HTitmenfdjeu ehren unb betmmberu, fo gli’icflid] fid] fein 
Ccben geftaltet, and] ibn bat ber fdjmarjc 5»ttid] ber 
Sorge unb bes Kummers geftreift. Dor wenigen 3 nl?i‘en 
warb il]iu eilt geliebter Sohn eittriffcn, unb nur raftlofc 
Krbeit unb bie KUbcsmiitgeriit Seit werben biefe IDunbc 
f]cilcit laffcit, bie bas tteibifd]e ( 5 efd]icf il]iit, ber beit 
graufantenf]äubcit besCEobesfo mandjen entriß, gefd]lageit. 


füer moberne Walfang. 

Don profejjor Dr. ITT. Braun. — ßicrsu 7 pbotograpbifrfje 
== - - - - - - ■ -3 Knfnabmcn. 

Seit etwa taufcitb 3 a h l ‘cn pellt ber HTetifd] mit 
immer fteigenbem Erfolg beit gigantifd]en IDalett itad]. 
3m lauf ber 3fll? r l?nnberte bat ber 5<ntg litannigfadte 
Staublungen erfahren, cbeitfo ift ber (Segenftaub bes 
5anges 1111b feine Dermertnng ein auberer geworben, 
llrfprüitglid] von ben Kiifteit aus, befoitbcrs fciteits ber 
Basfcit im (Solf uoit Bisfava betrieben, behüte fid] bei* 
5ang mit beut ^nrücfmcicbeu ^ cr Stale itad] Horben 
bis itad] 3^laub ans. (Eine befoitberc Steigerung er* 
ful]r biefer Baienfang, ber beute itod] bet ben ©rfitey* 
unb Sbetlanbiitfeln fowie bet ben S^rocr betrieben wirb, 
itad] bei* int 3°br \596 erfolgten Eiitbccfung roit 
Spitzbergen. 2luf biefer uitmirtlid]en 3 n f c lgruppe ent* 
wicfeltc fiel] iit beit Sommermonaten ber erften 3 c1 b l *‘ 
3el]ntc bes 17. 3flbri]unberts ein febr lebhaftes ©reiben; 
©aufeitbe non Krbeitcrit unb HTatrofcit waren auf beit 
5aftoreieit, uoit betten eine ben beseidmenbeit Hauten 
„Sineereuburg" trug, befdmftigt, Stale 511 töten, au 
£aub 511 fddeppen unb behufs ©rangemiuuuitg absw 
fpeden. Die Ausbeute, an bereit Bergung fid] Ejolläitber, 



fangdampfer mit einem erlegten «lalfifch. 



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Seite 946. 


Hummer 22. 




napofeonifchen Kriege wohl ein allgemeinem Sinfen 
bet* blühenden 3nbuftrie, bie jebod) im \ty. 3al^r* 
Rimbert miebcu fräftig emporroud)s. Es gab 
fddieglid) fein (Sebiet mehr in ben 0seanen, 
bas bie IDalei* nid)t auf teilte burd) - 
fiwbt batten; trofc allcbcnt trat oor 
etwa fünfzig 3abreii auf bet* ganzen 
Ciuie ein Hücfgang ein, ben r>erfd)ie- 
bene llmftänbc bebingten. Der allem 
waren jene Urten, benen man bis 
babin nad^geftellt batte, immer feltencr 
geworben, unb iln'c Hefte batten ftd? 
in gans unsugänglidie Hegionen juruef* 
gezogen; bie Unwenbung von pflans* 
fidlen, fpater oon mincralifd)cn 0clen 
mtb bie Bemifcung uon <£>as 511 Be* 
leud)tungs5wecfen batten ein ftarfem 


Eitgldnber, 5 ^‘^nsofcn, Dä¬ 
nen, Hormeger unb Ham¬ 
burger beteiligten, war an¬ 
fangs febr bebeutenb; in 
wenigen 3 a h l *5 c h , dcn »er« 
öbeten aber bie 5angfelber, 
IPalc würben an ben Hüften 
immer feltcner, unb fo blieb 
nichts* übrig, als ihnen ins 
(Eismeer nad)sugel)en. 

Die Eimmecrfabrt würbe 
bie b°b c Schule für bie 
Seefahrer, unb mit 2 \ed?t 
fanu man fagen, ba{j bie 
IDalfänger bie IDege über 
bie Kleere gewiefen h a bem 

Um bie IDcnbe bes \8. 
3öb l *bunbcrtm brad)tcn bie 


CUalhanonc mit Barpunc am Bug eines 
■fangdampf er s. 


Hblöfcn der Barten, aus denen das fifchbein bergefteUt wird. 


Kopf eines harpunierten fimvals. 


Sinfen ber Cranprcife jur 5 olge, 
and) wanbte man fiel) in jener 
( oeit bes bluffd)wnngs bes Sec- 
rerfebrs anbern lobnenberen unb 
ficbcrcrcn Unternehmungen 511. 
3m 3abr \861 börtc ber U)al- 
fang von Hamburg aus gaus auf 
unb wenige 3nbre barauf and) 
non Bremen. Diel mag biersu 
and) bie Konfurrens Jlmerifas bei¬ 
getragen babon, von wo, 11m nur 
ciiu\oab[ 511 nennen, im 3 ^br \852 
602 Schiffe .mm IDatfang aum¬ 
gingen, \ 8?9 freilich nur nod) 40 ! 

Ein erneuter Huffchwuitg, 
glcid^eitig aber and) ein roll- 
ftänbig ucranberter Betrieb trat 
ror 25 3 a h rcn ein. Ebe btes 
gefebilbert wirb, mögen einige 
IDorte über bie IDalarten, benen 


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Hummer 22. 


Seite 9^7. 


regelmäßig nad?geftellt morgen ift, plafc finden. Die 
Xüiffcnfcf^aft oer3eid)net etma \\o IHalarten, die je 
nach der Kusftattung der TTInndhöhfe mit 3111* 
Hahrnngsaufnahme dienenden ©rganeit in 3mei um 
glcid) große ©ruppen geteilt merken: bie eine ^ieruou, 
87 Wirten umfaffend, ift burd] Öen Hefifc oon Sülpten 
in beiden ober mir in einem Kiefer ausge5cid7net und 
führt daher den Hamen <§abnmale. 5 « ihnen gehören 
die Delphine, der IHeißmal, ©rindmal, potmal, Har* 
mal, and] der einige Hertreter ber malartigen Ciere in 


ben, gehören ber feilte faft ausgerottete ©rönlanbsmal 
unb ber ebenfalls feiten gcmordeite Hordfoper, bem fdjon 
bie Hasfen nachgeftoOt Ijaben. Sie waren bcs (Erans 
unb ber Harten wegen früher gans allgemein ©egen* 
ftaub bcs 5unges; außerdem ftelltc man bem ebenfalls 
riefige Dimenftonen erreichenden potmal (Cachelot) nach, 
ber außer Cran nod? IHalvat (Spennaceti) unb gelegent¬ 
lich bie bei ber fjerjtcllung pon parfiimerien bennfetc, 
fel^r foftbare Umbra lieferte, bie übrigens auch h* n und 
wieder treibend auf bem ZHeer porfommt. 



6ln abgefpedtter Wal, auf dem WafTer treibend, — Qofpbot £DtIf{. Dreefen, Flensburg. 


der ©ftfee, ber (Eümmler ober Hrannfifch. Die übrigen 
28 Wirten tragen pom ©aumen hetunterhängenb 3ipci 
£ängsrciben horniger platten, bie Harten, aus denen 
5ifd?bein bergeftellt rnirb. Die Hartenmale 3erfallen 
lpiederum, je nachdem fie an ber Unterfeite des Körpers 
am Kinn beginnende und bis in bie Habelgegenb fich 
erftreefende £ängsfurchen befifcen ober nid?t, in 5urchen* 
unb in ©lattmale. Hertretern ber erften ©ruppe ift 
früher nicht nachgcftellt morden; mir nennen ben Hlau*, 
5 in*, Seih*, 5 n>erg> und Knölmal, bie alle ben Horb* 
atlantifd?en ©5ean bemohnen. 3u ben ©lattmalen, die 
pon ben IHalfäiigern aud? als Hechtmale be3eidjnet mur* 


Der por etma 50 Jahren eingetretene Hücfgang 
im IHalfang märe fanm übermunben morden, menn es 
bem Hormeger Spenb 5 oyn nicht gelungen märe, eine 
mirflid) brauchbare IHalfanone unb eine mit einem 
Spreuggefcboß perfehene fjarpune 3U fouftruieren. Hei 
feinen jahrelangen Dcrfuchen ift 5 oyn pon bem Hremer- 
hapener Hüdtfenmadjer Cordes nnterftüfet morden, ber 
eine foldjc IHaffe \867 in paris ausgeftcllt h a tt c - 

Die Unmcnbung der Sprenglmrpune, deren £abung 
erft im XHal explodiert und ftets eine fdnocre, meift bald 
311m Cob führende Herlefcnng peranfaßt, ermöglichte es, 
den bis dahin fo gut mie gan3 perfchonten 5urd}enwalen 


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Sette 948. 


Hummer 22. 




nad?3uftellcn; fic liefern swar rocit geringere Cranmengen, 
unb ihre fürseren uub fpröberen harten bejifceu weniger 
IDert, aber fie geben einen erwünfd?ten £rfafe für bie 
faft ausgerotteten (Slattwale. IDas an (Cranmenge bem 
<£inselticr abgcl?t, wirb burd? ZHaffcnfang, ber in biefem 
Umfang früher gar nid?t ntöglid? war, erfefet. Da nun 
ferner bie 5 urd?entvale 311 beftimmten Seiten in ber Z!äl?e 
ber Hüften crfd?einen, fonuten bie erlegten (Eiere wieber 
an £anb ge* 
fd?(eppt unb hier 
verarbeitet wer* 
beit. Die erfte 
biefen Swccfen 
bienenbe IDal* 
fangftation 
grünbete Sveub 
5oyu felbft; non 
\880 ab, uad?* 
bent fein patent 
auf bas moberne 
IDalgefd?op ab* 
gelaufen war, 
eutftanben wei* 
terc Stationen, 
befoubersinjin- 
utarfen, bereu 
man \889fd?oii 
19 salbte, bie 
mit 55 IDal- 
fangbantpfern 
arbeiteten. 

Die Hnffen 
teten Stationen an 
ber Zlmrmanfüftc bie 
allcrbiugs halb wie 
ber eingingen; Hör 
weger verpflanstcu ben 
Stationsbetrieb nad' 

3 rlanb, wo \ 9 ^l 
reits 9 Einlagen mit 
26 Dampfern arbeiteten. 

Zlnbere Stationen wur* 
ben auf ben 5 ai 'öer 
uub ben Sl?etlanbinfelu, 
amerifanifeberfeits auf 
Heufunblanb (7 Statio 
neu im 3 a h* 19 °^) 
angelegt, wäl?renb ruf* 
fifd?e Unternehmer ben 
betrieb an bie oft 
aftatifd?eKüfte verlegten 
unb bort and? eine bei 
Sd?id?au in filbing ge> 
baute fd?wiiunieube Sta¬ 
tion etablierten, bereit 
Cätigfeit surjeit lal?m* 
gelegt ift. Dicfer Stationsbetrieb, an bent auf 3 = , ta | t& 
nunmehr aud? beutfd?es Kapital beteiligt ift, ermöglichte 
enblid? eine rationellere Zlusnnftung ber erbeuteten IDale. 
Sis bal?in würben nur Specf unb Z 3 artcu verwenbet 
mtb bie abgefpeeften riefigen Kabaver, trofcbcm ftc einen 
crhcblid>en IDert befielt/ an ben Hüften besw. auf offenem 
ZTCecr liegen gelaffeit (Zlbb. S. 94 ?)/ wo fie eine Z 3 eutc ber 
Hanbtiere würben. I?entc benufct man alles vom IDal, 
nicht nur Specf uub Sarten; man ertral?iert mit be* 


fonberen Dorrid?tungcn aus ben Knochen unb bem 5 leifd?, 
bas frifd? burdmns annehmbar fd?mecft unb, wie Der* 
faffer verfid?ern fanit, beffer ift als bas isläubifd?er 
Stiere, (trau unb verarbeitet bie fettfrei geworbenen 
ZHaffen in aitbcru HTafd?iuen 5U 5 leifd?* bejw. Knod?eu- 
mehl. 3 » gleidjer IDeife fönnen bie (Eiugeweibe benufet 
werben, währenb mau aus bem Darminhalt, ber ja 
tonnenweife 311 haben ift, eine Zlrt (Suatto berftellt. 

£eiber fiub nod? lauge 
nicht alle Stationen auf 
biefen rationellen Z 3 e* 
trieb eingerid?tet, unb 
gar manche laffen and? 
beute nod? bie abge* 
fpeeften Kubaner eiufad? 
verfaulen; hier müßten 
iSefefce eintreten, um 
bie uufclofe, bcs ZHen* 
fd?en umvürbige Der- 
fdnvcubuug foftbaren 
uub felteucr werbeubcu 
Hiaterials 511 l?tHbeni. 

Die IDalfaugbamp- 
fer (Zlbb. S. 945 ) fmb 
alle uad? bem glcid?eu 
(Typus gebaut; fiefel?en 
beit I?od?feeftfd?crei- 
bampfern äl?nlid?, fmb 
aber fofort an ber am 
Dorbermaft angebrach¬ 
ten Zlusgucftonne unb 
au ber vorn am Z 3 ug 
ftebenbeu IDalfanone 
(Zlbb. 5 . 9 ^ 6 ) 
311 erfeunen. Da 
ber IDal im 
IDaffergans Ö ll t 
hört, ift bie ZITa* 
fd?iue auf bei¬ 
nah geräufd?- 
lofe Zlrbeit ge¬ 
baut, um fo nal?e 
an ben IDal 
heransufommen 
(etwa 50 ZITe- 
tcr), ba§ ein 
Sd?iiß abgege¬ 
ben werben 
fattu. Sei ber 
ungemein leid?- 
ten manövrier* 
fal?igfeit ber 
5augbantpfer 
itnb ber großen, 
burd? Hebung 
gewonueneu(Se- 
fd?icflid?fcit ber Sd?ießer, als bie ineift bie Führer ber 
Dampfer felbft bienen, entgeht ein einmal gefid?teter 
IDal fo leid?t nid?t feinem (Sefducf. 

3 ft ber IDal tot, fo wirb er an ben Dampfer heran- 
gesogen uub mit £uft anfgepumpt, bamit er nid?t finft. 
Der Dampfer nimmt ben IDal längsfeit, mit bem 
Sd?waii3enbe, bem bie über 2,5 ZTleter langen 5 lügel 
ber Sdnvansfloffe abgefd?nitten worben, voran unb bc* 
feftigt il?n an lauen ober Ketten, um nad? ber Station 


errid?- 


CUie die Spcchfcbicbt eines {Ualfifches abgelört wird. 

Unten: 

Sinbolen der in Streifen gefchnittenen Spechrdiicbt. 


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Hummer 22 . 


Seite 9 ^ 9 * 


absttbampfen nnb bort ben IVal absnliefern. Sinb 
aitbere IValc in bev Bähe, fo wirb bei* aufgepumpte 
IVal losgclaffeit, burdj Kufftecfcrt bei* Hationalflagge als 
bereu (Eigentum gcfennseichnet uub ber 5 ang fortgefefct. 

Bei allen Stationen, bie immer unmittelbar am 
IVaffer liegen, ift ans (laufen Hollen eine nad> bem 
IVaffer fchräg abfallenbe 5 (acbe, bei* 5 lenffeplan, ber* 
geftellt, groß genug, um auch au mehreren XValcit bie 
ganse Arbeit bes Kbfpecfens (5lenffens) nnb ber <§cr* 
flcinerung vornehmen ju fonneu. 2 TTit fjilfe von Dampf* 
winben wirb ber IVal, mit bem Sd^manseube woran, auf 
beit 5teuffep(an aufgc3ogen, nnb bie feebs ober fiebert 
5lenffer, bie unter bem Kommanbo eines ©berfleitffers 
fteben, ntadjen fid> nun baran, mit fjtlfe ihrer großen, 
an langen Stielen befeftigteu UTef|cr ben IVal ab5u* 
fpeefen. Sie legen hierbei in ber Hegel einen Kreis* 
fdjnitt um bie mitte bes mehr ober weniger aufgeblähten 
£eibes au unb fehneiben bann, am Kran beginnenb, 
etwa fußbreite Cängsftreifeu ab, bie, an Ketten befeftigt, 
bureb bie Dampf twinbe weiter ge5ogen werben (Kbb.S. 9^8). 

Sinb mehrere IVale eingeliefcrt, fo werben, um bie 
burd? bie rafd?c < 5 crfcßung (lattfinbeube Vcrfd]lcd?terung 
bes Specfs biutansuhaltcn, vor weiterer Hrbeit an bem 
abgeflenfften Kabaver erjl bie anberu IValc aufgefdjlcppt 
unb abgefpeeft. Hleift wirb and) bie vieftge <5ungc, bie 
ebenfalls viel ©ran enthalt, gleid) herausgefdjuitten nnb 
barauf bie harten in jwei täugsftreifeu vom (Säumen 
gelöft. Die widjtigfte Krbeit ift bainit gefchehen; fo halb als 
irgenbmöglidf werben bann von ben jleufferit bie laugen 
Specfftreifeu fowie bie <§unge in fleinerc Stücfe gefdjuitten 
nnb in einen Apparat eingefübrt, ber bie weitere <5er« 


fleineruitg beforgt. Don Iner gelangen bie gans fleinen 
Stftcfd>en in große, bnrdj Dampf erwärmte Keffel, wo 
(ie beit ©ran abgebeu. 

Der suerft ablaufeube ©ran ijt hdlgclb unb ftellt bie 
befte Sorte bar; fpäter bräunt er ftd?. Der Verftid?, 
aus ben Heften bes Specfs £eint h cr 5uftellen, ift bisher 
noch uicht 3ttr «gufriebenheit geglüeft; bie (Sriebcn wer* 
bett baher hödjfteits sur Neuerung benufct. 

3 e nach (Selegenbeit wirb ber Kabaver früher ober 
fpäter in Verarbeitung genommen nnb stterjl bas 5leifcb, 
bas fehr vcrfchicbcn fetthaltig ift, in großen Stiicfeu, bie 
weiterhin bttrd? 2Hafd)inen serfleinert werben, von ben 
Kitod?en gelöft. 2lud> bie ©ingeweibe werben heraus* 
genommen unb in paffenbe Stücfe 3erlegt. ©nblidj wirb 
mit Säge ttnb Hrt an bas Sfelett herangegangen; bie 
nodi immer großen Knodjenflücfe gelangen in einen ric* 
figen Hußfnacfer, wo fte 511 etwa fauftgroßen Körpern 
Sertrümmert werben. 

Dilles bies fmb nur Vorbereitungen 511 weiterer (Sc* 
wimtiuig von ©ran, ber allerbittgs nicht erfter (Qualität 
ift, aber immerhin in ber ©edjnif Verwenbung ftitbet. 
Die fettlofeit ©eile werben bann in befouberen HTafduuen 
nod? 311 5leifdj- tutb Knodjcnmehl/ be3tw. 311 (Suatto wer* 
arbeitet. Die Bartcitreiben, bie aus mehreren hunbert brei* 
ecfigeit Bartenplatten beftehen, werben in ihre einseinen 
Beftanbtcilc scrlegt, bann forgfältig von Hahrungsreftcn, 
Blut ufw. gereinigt (Kbb.S.9^6) unbanber£uft getroefnet. 

Die nahcltegenbe 5 vage, ob nicht aus ber fjaut 
£eber h^^^ft^Ut werben fönnte, ift mit nein 511 beant* 
Worten; ber tValhaut fehlt jette Sd?id}t attberer Säuge* 
ticre, bie 511 £ebcr verarbeitet wirb, vollftänbig. 


©ie Ijolbe ©örin. 

Vornan »on 

93ot)*(£b. 


cht (Lage waren vergangen. Hadj bel¬ 
iebten Vorftellmtg hutte ftch bie Stabt 
entleert, unb all bas laute ©reiben war 
verhallt, all bie bunten Farben verweht, 
bte Sonueuftrahlen prallten auf eine feit* 
fant ftiHgeworbcue IVelt h^ab. Beinah 
fd]iett es and?, als fei es itodi h^B** ge* 
worben, weil webet* Begeiferung, nod] 
Heugier, noch HTobe mehr hier in 23 e* 
weguttg waren unb ber (Blut trofctcn. 
gahllofe Senfter madjteu bie Kugeit 511, unb bie 
ganse Stabt befant etwas Vet*fd)lafenes. Hber es fchieit, 
als lächele fte noch vielbeutig int Schlaf . . . Uitb bas 
hohe, primitive fjaus fah »out fjiigcl braußcu herab 
auf bies befonnte, rotgraue, weiß unb grün burchflecFte 
Stäbtebitbdjen ... es ftanb wartenb uttb ruhevoll in 
feiner von Dürftigfeit umwitterten Hiajeftät . . . 

3 n bcnt£}ausam£uitpolbplafe, wo Spanier fi*h nach fei* 
nen anfprnchsvoUeit (Sewohnheiten ein £ogis, aus Sdilaf* 
Sintmer unb Salon beftehettb, gemietet hatte, war nun 


plafc in 5üUc. Unb bie beiben neuen (Säfte, bie Spanier 
herbeigebradtf, faitben auch nod? ihr bequemes Unter* 
fontmen. 

Krel lag in einem großen ^intmer, bas an Spaniers 
„Salon" ftieß. Die 5 enfter gingen auf bie Straße, 
aber fk,waren von ben grünen 3alonften verfchloffcu, 
burch beren Stäbe wohl ein gebämpftes £id?t, aber fein 
Sonnenftrahl h ci ‘cinfant. Unb bies farge £id)t, bas ftch 
obencin auf feinem U>cg herein ein wenig grünen 
Sdjein von ber 5 arbe ber 3 a louftcu geholt, Heß viel* 
leidet ben blaffen, ftillen 2Uann noch clenber erfcheincn. 

Vom Blutverluft entfräftet lag er, beim bas heraus* 
fdjneiben bet* Kugel, bie ftdi auf einer ber falfdjett 
Hippen breitgebrüeft, war feine einfache Sad^e gewefen. 
Unb vorher fd]Oit hatte bie Schußmiutbe trofe bes fofort 
angelegten Hotvcrbanbes int IVageit fehr ftarfe Blu¬ 
tungen vcrurfacht. <£iit paar HTillimeter weiterhin, unb 
bie Kugel wäre in bie £eber gegangen . . . 

Kber nu*bt ber Blutverluft allein, nid?t bie (Befahren 
ber Hippenfellent3ünbung, bie ftd? eingeftcllt hatte, brad?teit 



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Seite 950 . 


Uiunmer 22. 


feine junge, 5äl}e Klaitnesfraft bis an bie Cremen ihres 
IDiberftanbsperntögens ... 

Die (Tage, bie er porher burchlebt, rädjten ftd? — biefe 
(Tage poU fmnlofer Erregung, ohne Sdjlaf, faft ohne Speife 
unb (Drauf, in bei* fdjmelcnben ( 5 Iut biefer fjochfommer- 
3eit. Die Ulonate, bie er Dotier burchlitten, rädjteu fich 
— biefe Ulonate poll fieberhafter Arbeit in ber Kunft, 
poll uersebrenber 2lugft por ber Crfeitntnis, nid?t er¬ 
reichen 3U fönneu, mas er erftrebte, poll brenueuber 
Sehnfudtf nach bem Befife bes fdjönen (Sefchöpfes, bas 
ihn fo nah, fo perheigenb anlädjelte unb fid] bod) nie¬ 
mals pou feinen begierigen Rauben faffen ließ. 

Cr hotte lieber. Kid}t fehr hoch, aber es hiolt bod} 
einige (Tage an. Unb es lieg ihn in eine 2lrt (Traum* 
suftaub hineinglciteu, in bem er bas, mas er mahrnahm, 
für Phantome h^t unb anbere Dinge, bie nid}t mären, 
bod? feltfam beutlid} um ficb fal}. 

UTandnnal bachte er, er liege in feinem «gimmer in 
(ßerlachshcmfen, unb UTarna Sdjnteer füge ba. Unb 
braugen fdjieu bie Sonne auf bie leberblanfen Blätter 
bes alten Birnbaums, unb papa Schmeer ging fd}mei* 
genb unb mujterub por bem Blumentritt mit ben Kafteett 
hin, an bereu grauen, flachsten IDurft* unb Schlangen* 
leibern fein Kugc auger bem feinen Dcrüitberuugen ipahr- 
Simehmen permochte. 

Unb manchmal badete er, er fei in Berlin unb 
ipuuberte ftd] befdjämt, bag Carry in fein 3unggefellen* 
Simmer fatn unb ihm Cismaffcr 311 trinfen gab. 

Cs mar ein (Traum — fo töridjt, bag ihm bariu 
fogar porfam, als füge Spanier pflegfant an feinem 
Bett — biefer groge £ebentanit unb Cgoift — ja, bas 
mar genug Bemeis, bag er träumte. Uber er mar 311 
fdjmach, 3iir U>irflid}fcit 311 ermadjen. 

Kun mar es ber achte (Tag. Unb eriblidf hotte mau 
bie grünen 3oloujien holb in bie Tjöhe gesogen, beim 
braugen ftieg graues (ßemölf auf. Kid?t, mie man'riad} 
all ber SchmiUe hotte ermatten follcn, in (Semitier- 
bebrohlichfeit, fonbern gatt3 behäbig mie eine Sdjar 
biefer philifter, bie enblid} einmal taufeub Cinter XDaffer 
auf biefe lafterbaft glühenbe Crbe ausfdjütten molleu. 

Sie befannen ftch auch nid}t lange; als fie in ge* 
nügenber gahl beifammen maren, fingen fie ihre folibc 
Bürgerarbeit an, unb ohne bas pomphafte Dorfpiel pon 
Blifc unb Donner poransufchicfen, goffeu fie aus ihren 
Kiefenbraufen bie (Tropfenftra hleu hernicber, früftig, ftetig. 
Uyel lag unb hörte bas gleichmügige, ftarfe Haufd>en. 

Cr mar gan3 mach. Unb er rnugte es nun genau: 
er lag l}\ev fo elenb banieber, meü er fdjmer permunbet 
morben mar — piellcicht töblich — benn Unit fd)ien, 
er fei fo fdjmad}, bag er fid} niemals mehr in feinem 
£ebeit pon biefem Bett erheben merbe. 

Das Sommer fannte er nidjt. Dag es fein Kranfen* 
haussimmer mar, fah er mol}!. 

Kebenan hörte er ein (eifcs, feines, flingenbes <Se* 
rüufch — es tonnte pon Stricfnabeln herrühren, bie emfig 
gerührt mürben — ba fag mol}l eine IDärterin . . . 

Knn fiel ihm and} ein: an jenem ZTiorgcit hotte 
Spanier ihn in feine IDobmutg gcfd?afft. Unb hier lag 
er nun, cinfam, ber pflege 5rembcr anheimgegcbcu . . . 


Der 5 veunb, bie 5rauen maren läitgft abgereift — 
nur fein 5ieber hotte ilpn porgegaufclt, als fei er pon 
treuen Ulenfdjen umgeben. Seltfam, bag ilpu in feinen 
phantafien nie bie eine erfdjienen mar, um bereutmillen 
er hier lag ... 

EDar feine Seele fo gans mit ihr fertig? Konnte 
es bas geben, ein folches jähes Crlöfdjeit? Cr badete 
3urücf. 3 ^*mer beutlidjer ftanb alles por ihm ... Befonbcrs 
jene Ulinuten, in ber feine Ciferfudjt fich bis 31m Uaferei 
gefteigert — jene fuvd)tbareu Ulinuten, in beneu er, 
unter ber Ulenge perborgen, sugefcheu, mie ber frembe 
UTann il}£ heig unb begehrlich in bie Uugeit fah, mie 
fie biefe Blicfe ermiberte . . . Unb noch einmal burdj- 
foftetc er jene milbe Der3meifliutg, in ber er gemimfd?t 
hatte, ben (Seguey uieberfchlagen 511 bürfen — auf ber 
Stelle nieberfdjlagen . . . Dag er bas nicht gefonnt — 
bas hotte ibit faft um ben Derftanb gebracht. 

Cine Tjanb, 311m Sdjlag erhoben, mngte ftillhalten?... 

Cin Sorn, ber fprübte, in immer gleidjen flammen 
bleiben? Ciit Sdu*ei auf ben tippen surücfgehalten merben? 

<3mei Cage lang? . . . 

Kein, bas mar gegen jebe menfchlidje Katur. Cfftafcu 
foulten nidjt immer bauern. Crregungen ttidjt immer 
in gleidjent Braitb lobern ... bie Kot bes paffes ift 
mie bie Kot ber £iebe, ein h^feer Kugcnblicf . . . 

Unb bie Crtöfung mar ausgebliebeu . . . 

Die 5ormalitäten mit ihren feierlichen £äd}erlid}feiten 
maren gefommen unb hotten ihm flar gemadjt, bag 
Ulann gegen 2 Uamt nidjt mehr im printitipen elemen¬ 
taren Kampf um ben Beftfe bes tDeibes ftreiten fattit mie 
einft. — Diefc 3mei (Tage, bie jmifdjeit bem triumphie* 
renben Uugenblicf ber Bcleibigung unb ber Stunbe bes 
Duells lagen, hotten für Kycl ein UTenfdjenalter bebeutet. 

Unb ihm mar, als 'hätten fte ihn um 3oh^3oh»te 
pon feinen Crlebttiffen entfernt unb pou ber 5 rau, um 
bie er litt. Don foldjer 5 «rne aus fielet man flar. 

Cr fah bas holbe EDcib, gan3 mie es mar. 

Unb er mugte es nun: fte mar bie 5 Ieifd} uttb Blut 
gemorbene phantafie. 

Sie liebte — in ber phatttafte. Sie fonnte 0 pfer 
bringen — itt ber phantafie. Sie mar ftitnlich, fte mar 
ein feufches Kinb, fie mar beiter, fte mar büjter, fte 
mar grog, fte mar unbebad}t — alles, alles in ber 
phantafie. 3 mmer gan3 bas (Sefd}öpf ber Stunbe unb 
Stimmung. Ciit TOefen, pon bem man alles ermatten 
unb beititoch niemals etmas forbertt burfte. Schulblos 
unb benitod] eine Derberberin. 

(Dhue löbliche (Sefahr nur 3ttr (Seführtin gefchaffen 
für ben glcid}btirtigen grogen Küttftlcr ober ben fürft- 
ltd}en UTillionär, ber ihr bas £ebcn 311 einem Ulürd^en 
poU immer neuer Uebcrrafd}ung geftalteu fonnte . . . 

Keine (SefcUin für einen armen, fämpfeuben Ulaitn, 
in beffen Albern mol}l ein bigd}crt h c ^B C5 
rumort hotte, unb beffen Seele immer bereit, nur allsu- 
bereit gemefcit mar, bei bem Uugergemöhnlicheu ftehcn 
31t bleiben, es mit bcfchmingtcit (ßebanfen 51t umfreifen, 
anftatt poü Befonnenheit porübct*3ugehen ober es flar 
311 iiberblicfen . . . 

Dies alles mugte ei* nun. 0 b er bas fdjöue (6e* 


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Hummer 22. 


Seite 95 


fd?öpf bettnod] liebte, benitod] begehrte — bas mußte 
er eigentlich nicht. Schmach lag er, mit jerbrochener 
Kraft, mit serbrochettem Ceben. <£s mar bie beßc Cöfttng, 
baß er fterben mußte. 

Seinen Beruf hotte er treulos perlaffen. <£r mar ein 
gefcheiterter 2Hann . . . 

Unb bie 2 X>clt mar nun nüd)tern . ♦ . Die holbe 
(Törin phantafie hotte Um perlaffen, nie mehr mürbe 'fte 
an feinem Cager ftfccn, perlmutterfarbigen 5lügcl 
gefaltet, bie £}änbe um bas Knie perfchlungen, bas 
$arte Köpfdien mit ben XDunberaugen 3U ihm geneigt, 
ihm mit raunenber Stimme pon bem 2 Tiärd]enIeben 
in ihren hunberttaufenb Cäitbern erjählenb — nie mehr, 
mie fte es in jener hoiß cn Sommernacht getan ... H)as 
mollte unb follte er nod] in biefer nüchternen U)elt. 

Da mar ihm, als fchmebten munberfame Klänge 
auf ihn 3u — unb hoch mar es mieber nicht ein Klang, 
pielmehr mie ein Cidjt, bas fid? an ben (Stensen einer 
5 infternis entsünbet unb fanft in fte hmeimpirft. Unb 
bie Ulclobie bes Ciebesmahlmotips flattg in feinem Kopf 
mieber. <£r horchte ... er horte noch einmal in tiefer 
(Ergriffenheit bas Dorfpiel 311m parfifal. 3hm fam ein 
gans feltfames (Seffthl — er batte bas IDcrf nicht 51t 
€nbc hören bürfen — er hatte nicht ben Kusflang, 
nicht bie <£rlöfung erlebt — er mar, als fei ihm eine 
(Empfinbung perftümmelt morben. (Saus in TDeidjntütig* 
feit aufgelöft, münfdjte er: fönnte ich hoch ben lebten 
2lft noch hören. 3bm fd]ien gerabe, als mürbe bas bie 
Befreiung bringen . . . 

Unb hoch aud] mar cs mieber, als fei es fymbolifdj 
gemorben für fein Schicffal, bas itid]t ausflang, fonbern 
jäh abbrach. Kilos mar porbei, alles perftümmclt . . . 
Kunft unb Ceben. 

Hebcnan ging eine (Tür. 

Unb 5 Iüftermorte mürben gemcdjfelt. Dann gefchah 
etmas Seitfantes . . . eine fliitfe, greifenhafte, eifrige 
Stimme fprach, unb bie Sprecherin pergaß mohl int 
Behagen am Heben bie Dämpfung. Uns bent piano* 
pianifftnto hob fie ftd? 5u eittent pcrßänblid]ett UTesso* 
forte. Die Hebe rann mie ein Brüititlein ttttb floß 
munter bahin unb tat trofe ihrer Cmftgfeit bem lau* 
fchenben ®l]r fo mol]l, fo mohl . . . 

2l|rel machte große Uugett unb ftarrte atemlos auf 
bie (Türöffnung. Utt ber porbei bemegte ftd] einmal 
eine (Beftalt int meißen Kleib . . . nun faßte jentanb 
bett Klopfer an unb oergrößerte bie ©effnung, unb 
bann trat Citte über bie Schmclle, unb er fah ihr mit 
pollent Bemußtfeiit entgegen . . . 

Seine Uugen fallen in Carrys Uttgen ... 

„Sic / 1 fagte er, „Sie? mir flieh — Sie?" 

„®b, er mad]t ja!" fprad] Carry 51t ben 217 enfd]en, 
bie in bem attbern Smtmcr marett. 

Unb nun crfaitnteUrel, baß er feine 5 iebercrfd?einttngen 
gefehlt, fonbern nur bie IPirflichfeü hinter ben Schleiern 
bes getrübten Bemußtfeins: ba ftanb Spanier, unb ba 
fam höchft eilig unb autoritatip UTama Schmeer . . . 

Ueber bie alte 5 rau freute er ftch in biefem Uugen* 
blief bod] am meiften, unb er hielt por Danfbarfeit unb 
Hührtmg ffaimm bie liebe, melfe ^anb in ber feinen. 


©ber pielmctjr, fte hielt feine ffattb untfdjloffen . . . 
£r mar 311 fdjmad], ftd] atifsurichten, mie er in haßiger 
Bcmcguitg gemollt. 

Unb 2 Tianta Schmeer hielt fofort eine 2 ?cbe. Un 
bent Spanier fei nid]t picl (Sutes. (Ein lafterhafter 
2 )Tenfd] fei er, ber 511 picl (Selb an feinen Schneibcr 
ttnb att fein Behagen mettbe. Unb fie habe ihn auf- 
gegeben unb merbe ftd] nicht mehr bemühen, einem fo 
abgefottenen 21 Tenfd?en nod] eine 5 rau 311 fudjeit. Uber 
eitts mollc fte ilmt suerfenneu: Derlaß fei auf ihn. 
£r fei einer pon bett Hären, bie nid]t preffiert nach 
ber anberu Seite gitcfen, meint einem 5 rcuitb gerabe 
mal ber 5 reitifd] an ber (Tafel ber Umbaute Fortuna 
eiitsogen fei. Unb übrigens fei bas Ungemad] 511 einem 
eypreffen 5 mecf in ber U?elt. Das perfd]rcibe ber liebe 
(Sott, mie ihr Sd?meer feine He3cpte perfd]rieben habe. 
Unb ihr Schmeer fage immer: ttach ntandjen Kranfheiten 
mürbe man bloß gefüitber. Uebrigetts fei ja alles gut. 
Der Krölpa fei fein Cebeit lang ein gefälliger UTeufch 
gemefett. 3 c fct fei’s freilich eine uitfreimillige (Sefällig- 
feit pon ihm, baß er als 5 oIgc feiner Cungenent5Üttbung 
bie H>affcrfud)t befommeit habe, mas in bem Ulter ja 
tneiß hmterbrein fommc. Hmt foUe Kyel Krölpas Hach* 
folget* toerben, aus melcher Hachfolgerfchaft er mohl 
nid]t abermals baportlaufeit merbe. natürlich, fo gans 
etnfad] föntte es pielleid]t nid]t fein, benn es gäbe immer 
neugierige, bie ben, ber mas erlebt habe, breift an* 
fähen, als hatten fte bie Freiheit ba3u ftch mit fünf 
(Srofchett (Entree erfauft. Unb bas fei leidet ein bißchen 
genierlich. Ullein ob folcher Scham fdjämten ftd] nur 
bie igen. Unb fte tariere ihren jungen Doftor nidjt 
als einen, ber burch irgenbtras feinen ntoralifchen Ulut 
perloren habe ober je perlierett fötttte. Unb bas fei 
eigentlich ber einige Derluft, ben man niemals mieber 
hereinbringeit fönne. 

Draußen raufchte ber Hegen, unb hier brinnen rann 
bie eifrige Hebe. Uyef hörte. <£s marb ihm feltfam füll 
unb gut babei sumute . . . fo, als fönne es bod] ttod] 
eine Cebeitsntöglichfeit geben, ausgefüllt mit ftÜIer ©pfer* 
freubigfeit im Beruf. Unb er fal] mieber. bas £id]t 
aus ber fleitten (Särtnermohnung unter ben Ulmen in 
bie Bfaufutfternis ber Uuguftnad]t l]mausleud]ten. 

Das mochte nun gerabe ein 3 a hr fein . . . 

Unb Carry hörte . . . halb mit Hühntng — halb 
in «^mcifeln . . . Denn all biefe faitfte 5 riebens* unb 
£ebeusmeisl]eit, in bie bie gute, alte 5rau bie Seele 
bes Ulaitnes einhüllen mollte mie in lauter IDol]!* 
laut, fte perflattg pielleicht mie ein Schall ohne (£d]0 
im U)inb, wenn er erfuhr, baß Ceonie eines attbern 
HTannes Iachenbe Braut mar . . . Die ftd] 3mar in 
aufmalleiiben Stimmungen um U^el forgte, aber piet* 
leid]t, pielleicht im gcheimften Untergrunb ihrer Seele 
aud] genoß, baß ftch 5mci um ihretmillen gefd]lagen — 
in (Tränen unb einer Urt Heue unb taufenb intereffanten 
Dorftellungen genoß . . . ohne ftd] flar 311 merbett, mas 
in il]r porging . . . 

Und] Spanier hörte 31t. nicht eigentlich fchr genau. 
Denn er hatte alles, mas Hlama Sd]meer ba portrug, 
fchon geßertt unb porgeftern auch pon ihr gehört. 


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Seite 9^2. 


Rümmer 22. 


Cr bad?te allerlei. 3 n einem muitbcr liehen (ßemifd? 
von 2 Vel?mut 1111b Rehagen badete er, wie alles fommen 
werbe. Cr fal? es ja Daraus. 

Der RTamt, ber ba nun itad? lag wie ein beni Cab 
Verfallener, mürbe rafd? genefett. Hub unerwartet 
fdjnell mürbe aud? bie £?er3enswunbe feilen . . . 2 Val?r- 
fd?einlid? mar es gar feine bes fjersens . . . Sein Cent* 
perameut unb feine pl?antafie Ratten biefes leibenfd?aft- 
lid?e Crlebnis burchjtürmt unb lagen nun öorerft 5er* 

brocken am Roben . . . Aber gcrabe biefe Ceibett batten 
mahrfd?einlid? fein f?er3 erft reif gemacht... Balb, fel?r 
halb mürbe es miffett, mo es bas (Bliicf 311 fnd?ett l^abe ... 

Sie natürlid?, bie Cicbe, fte mürbe itad? ftolser 

5rauenart Diel langer ftd? gegen bas <51ücf mehren als 
er . . . fte mürbe itid?t leidet baran glauben mollen, 

baß fte geliebt fei . . . Aber enblid? mürbe fte eben 

beitited? glauben . . . 

IVenn er ben beibeit bas I?cute Doraitsfagen mürbe, 
fäitbe er mal?! nur ungläubige, Derlefete, ja entrüftete 
fjörer. Unb benitod? — es fant fa — es mußte fa 
fommen — er faitnte bas ntenfd?lid?e £?ers ... es 
menbet ftd? immer mieber ber Sanne 311 . . . 

Sel?r gern hätte er aud? Carry eine fleine Varlefititg 
gehalten, eine Rebe a la RTama Schmeer, doü un- 
geheuer Diel Cebettserfahrung. Unb in biefer Rebe 
hatte er bartuu föntten, baß nod? niemals jwei RTenfchcn 
gemefett mären, bie fa Darher beftintmt waren, eine 
äußerft gefdjmacfDalle, frieblid?e, befötnmlid?e Che 5U* 
fammeit3uführen wie fte unb er. Daß fte hingegen 
nad? Diclerlct feelifd?e Kämpfe mit ftd? su begehen l?ctben 
werbe, ehe fte ftd? entfchüeßcn mürbe, A^el 31t nehmen. 
Unb baß fte auch in ber Che mit ihm, als Daftarsfrau 
im allgemeinen unb im fpe3iellen als 5*au eines, ber 
einen „Roman" hinter ftd) h^tte, ntand?erlei mit ftd? 
unb ihm 511 tun befamnten merbc. Daß es baber in 
Anbetracht fa Dielet* Uitbequentlid?feiten Diel vernünftiger 
fei, metttt fic ihn, beit ihr auf immerbar ergebenen 
Spanier, nähme! Aber Spanier mußte wohl: es ging 
in biefett Sad?en leiber nicht nad? ber Vernunft. 

Cr felbft mürbe ja aud? etwas l?öd?ft Unvernünftiges 
tun. Cr fühlte es im Daraus. 2111c 5rcuten würbe er 
att ber Dallfantmcnett JVeiblid?feit ber einen nteffen, bie 
er ftch nicht hatte erringen bürfcit. Unb ba U?m bann 
feitte genügen fanitte, mürbe er lebig bleiben . . . 

Cr (äd?elte etwas ironifd? in ftd? hinein. Cs war 
eigentlid? eine außergewöhnlich moralifd? ansgehettbc 
<5cfd>id?te. Als „fjansfrettnb" batte er feine Caufbal?n 
begannen — als fjausfreunb mußte er fie 3111 * Strafe 
befdjließeu, aber als ent f?ausfrciutb al?ne jebmebe 
<5änfcfüßd?eit! Uttb biefe Catfad?c war ja erft bie wal?re 
Vergeltung. 5 abell?aft ntoralifd?, ja, ja. 

Aber sugleid? traten Derfül?rerifd? ruheDolle unb be* 
l?aglid?e Bilber Dar fein geiftiaes Auge, unb er fühlte 
ftd? immerhin Dont Sd?icffal ehrenvoll ausgezeichnet, baß 
er für bett Rejt feiner Cage au Carrvs I?erb als ihr 
verehrter, l?äd?ften Vertrauens würbiger 5reunb alb 
3 eit feitten plafe finbeit werbe . . . 


Run hatte RTanta Schmeer ausgerebet. Uttb ber 
fd?mad?e RTattn ba auf bem Cager fd?loß bie Augen — 
beim er fd?äntte ftd?, weil fie ihm naß waren. 

Alle febmiegen. 

Unb nad? einer pattfe fragte A$el: „IVa ift Ceattie?" 

Cr fragte es mmtberbar ruhig- Cs blieb unentfd?ieben, 
ab gebuitbcit Dar Sd?mäd?c ober in IVahtbeit ahne Cr* 
reguitg. Die beibeit Tratten erfd?rafett unb blieben ftuntm, 
unb fte fal?eit betbe mtmillfürlid? beit RTattn an, ber in 
biefer <§^t ihr Berater unb Befd?üfeer geiDefeit. 

Spanier aber mußte, was man einer RTamtesfeele in 
biefeit Dingen 3ttmutcit barf — muß . . . 

ATit ber unbefaitgettfteit RTieite Dan ber IVelt fprach 
er, nicht al?ne 3 ebad?t uttb (ßrimb ausführlich wie ein 
Berichterftatter: „Sie ift vor 3wei Cagen van ber in 
draitfrcid? verheirateten Sd?mefter Cubatins nad? ber 
Rarntanbie abgel?olt. 5 räuleiit Carry ift einsig unb 
allein nad? UTama Sd?meer 511 (Befallen hier geblieben", 
fd?altete er fel?r erufthaft ein. „Sabalb biefe 5 räulein 
Carrys itid?t me(?r bebarf, wirb fie nad?reifen unb 
rafd? in paris bie f?ad?5eit für bie fünftige dfirjiin 
Cubatiit ausrid?ten. 3 d? boffa baitad? 5 räuleitt 
Carry bas Bcbürfnis haben wirb, ftd? im fjerbftibyll 
Dan < 5 crlad?sl?aufen aus3uruhen. Rid?t mal?r?" 

„ 01 ? nein — nein", mehrte Carry ab. Unb fte er¬ 
rötete tief. Aber Alanta Sd?nteer niefte il?rem 5 reuitb 
Spanier fel?r beifällig unb fel?r etitfd?laffeit 311. 

Arel lag füll ... Cr hafte gehört . . . Uttb es 
Williberte il?tt faum ... Cs flattg gar nicht wie ein 
fd?riller Alarmruf bis in feine Seele l^iueivt . . . Die 
mar üielleid?t 311 tabmutib unb 31t ntübc . . . 

Cr bad?tc nur: „Run ift fie fort aus meinem'Ceben .." 
DaDongeflagen auf ihren bunten Sd?miitgeu wie bie l?olbe 
(Törin phaittafie .. Unb vor ihm lag bie nüd?terne IVelt.. 

Draußen raufd?tc ber Regen, unb es mar grau unb 
fühl- Cr laufd?te oitt wenig hinaus. Cs tat fa mahl, biefent 
gleichmäßigen, fräftigen Raufd?en 3U3ul?oren. Cs fd?läferte 
ein mie bas IViegettlicb einer 21 Iutter. 

Unb eine wonnige ATiibigfeit fant über ihn . . ♦ 
Sugleid? mit einem föftlid?en (ßebanfen ... 

Sein Blicf ging langfant über bie teuren Alenfdjen, 
bie an feinem Cager gemad?t hatten . . . 

Rein, feine IVelt mar md?t fo gait3 nüd?tern ge¬ 
worben. Denn er fattb nad? in il?r einen Beruf, Sreitnb- 
fd?aft uttb Creue ... 

Uttb fte, bie er baDattgeflogen glaubte, bie 1 ?° 1 ^ 
Cörtn, ahne bie bas Ceben eine IViifte fein mürbe, fte 
fd?mebte mieber heran — leife, mit heiter läd^lnbent 
2(nt(ife — unb fte ließ ftd? mieber auf feiner Bettfante 
nieber uttb faltete bie I?änbe um il?r rofiges Knie. 

Aber fte fTüfterte ihm feine l)c\^c\\ (Träume ntel?r 3U 
— er mürbe ihr nid?t mehr glauben — fte fud?te ibn 
nid?t mehr in eins ü?rcr hmtbcrttaufenb R1ärd?enlänber 
51t entführen — er mürbe ihr nid?t mehr gefolgt fein. 

Rur mit 3ärtlid?er unb bertthiaettbcr Stimme raunte 
fte ihm su, wie fd?öit bas Ceben nach werben fötttte — 
träfe aliebem! 


-= ? 


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Zlummer 22. 


Seite 953» 



Komfort auf der Cifcnbahn. 

Ton Walter (Ei cb cm amt. — Bieren 9 pbotograpbifcfye Jlufnafymen. 


in bent Seflrcbcu, iljrent 
publifum bas Reifen uidjt 
mehr 511 einet* fanreit 
Arbeit, fonbern fo leidet 
wie ntöglidi jn ntadjen. 
Hub ift bas fdiott bei ben 
Staatsbaiinen 1111b ben 
fonfurrenstos baftebenben 
pripatbafyncn (Europas 
bei* 5ali, fo nod? iu weit 
böserem 2 Tlaß in 2 lmcrifa, 
wo bet* 23 eifenbe bet widp 
tigeu Strecfen simteift bic 
Wahl jinifdien mehreren 
Linien bat. Dtefc ZTiannig- 
faltigfeit ber Derbinbungeu 
nötigt iiotürlid? bie am 
Wettbewerb beteiligten ( 5 e* 
fellfdiafteu, ftdj gegenfeitig 
511 übertrumpfen, tutb hü¬ 
bet für jte einen beftän* 
bigen 2lnfporu 511 immer 
größeren teiftungen. Will 
5imt £ 3 eifpiel ein 23 eifenbcr 
poit Heuyorf uad? ber 
pacifkfiifte fahren, fo fann 
er unter einem Duftenb 
perfdjiebciter Ciiticit wäh¬ 
len, unb pertieft er ftd? 51t 
biefent 33 el?uf iu bas per» 


taffen wir es bal^in» 
geftellt, ob ber <§ug ber 
Seit nad? möglidjft großem 
Komfort wirflid) fo be¬ 
ben flidj ift, wie bie Sd?war5» 
feiger gern behaupten; bei* 
ntobernc 2Tienfd] fühlt nun 
einmal bas Bebi'irfuis, 
feiner intenfip gefteigerteu 
23 erufstätigfeit ein reidj 
gemeffenes illajg pon ( 5 e* 
miß unb Bcquentlidifcit 
entgegeusufefeeu. 2ftü biefer 
Catfad?e ntüffeu alle red}» 
neu, bie ftd? beit &eit* 
geuoffen auf irgcnbeiitc 
Weife tributpfliditig utadieu 
wollen, nid7t sulefet aud? 
bicEjauptperfcbrsanftalten, 
bie Cifenbatyten. Die fd?ö* 
neu Seiten ber fdjledjten 
Derbinbungen, ber über- 
engen Coupes, ber pflid^t» 
genta 9 groben Sdiaffner 
fiitb längft porüber, wenig* 
ftens auf beit großen Der* 
febrsrouten; pou einigen 
riiefftänbigen Cäitberit ab* 
gefcfyeit, wetteifern überall 
bie Cifcnbabngcfellfdjaften 


■frübrtüdtstifcb in dem privatabteü 
eines amerifaniiefcen <2ifenbabnjuges. 


Wie ber König uon € n g l a n t> reifl: 

Blich in den Sonderzug des Königs. 




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Sette 95^ 


Hummer 22 . 

gierende Studium der fcfyr fyübfd? und oerfüfyrcrifdj 
ausgeftatteten 23 eflamebrofd]ürcn, fo pidt er pbrafett 
auf nüe folgende: „Der fündige 211aim benufct nur 
Santa 5 e"/ „Die (Dgdenroute l>at feine 21 ir>aleu", 
„Southern pacific madjt das Heifeit 51a* Sdj weigere i" ufit>. 

Kmerifanifdje Bahnen bieten in der üat einen Kom¬ 
fort, nüe er fid? in 'Europa nur bei £urus3Ügcn findet, 
aber mit eine bei uns fcljr rerbreitete irrige 211ciuuug 
311 widerlegen, nämlidi den (Slauben an Die allgemeine 
Superiorität der Bahnen „drüben", fei glcid> bemerft, 
daß diefer Komfort and] nur unter gewiffen Bedingungen 
51t I^aben ift. allgemeinen find die amerifanifd?eu 

Eifenbal]nen den dcutfdjen feiueswegs überlegen, el^er 
trifft das (ßegenteil 511. 2lbgefeben non der weit 
größeren Durd7fd?nittsgcfd]wiudigfeit nuferer <§ügc, ihrer 
unübertroffenen Ordnung, piiuftlidjfeit und erl^öl^ten 
Sicherlich, fielet aud? die Eiuridjtung der gewöhttlidjen 
amerifanifdien Eifenbabii3Ügc hinter der der itufcrigeu 
5urüd. Erft ein 5 ll fdllngsbiUctt für den pullutanmagen 
fidjert dem Reifenden jenes 211 aß non Belagen, das 
xfyn jedes 2 lbteil stneiter Klaffe nuferer I)-<§üge bietet. 


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Sondcrrug dc3 mcxihanifchcn Präfidcntcn p. Diar. 
CDben: Xm Xnnern eines amerilianifchcn HusUcbtswagcns. 
Unten Blich in einen aincrihanirchcn Büfettwagen. 


2lber 2lnterifa befiftt tnie gefagt, in der Dat eine 21cibe 
l?öd}ft luxuriös und raffiniert eingerid)teter <§üge in 
(Seftalt der fogenauten ,,Limited", die auf den großen 
2\onten non 03can 311 ©3can fotoie smifdien den großen 
211 etropoIen laufen. Dicfc nur unter getniffeit Bedingungen 
3ugänglk~ben Elite3Üge fetten fi;b gewöhnlich aus folgen¬ 
den Eiu3elteilen 3ufammen: einem Schlafwagen, einem 
(Scfellfdiaftsfalonwagen, einem Spcifewagen, einem 2lus- 
fidjtswagen, einem 2 uiudv und Büfettmagen und einem 
IPageit mit prioatabtcilen, für deren Benutzung eine 
wefcntlid? erhöhte CEare 311 3ahlen ift. llufcrc 2lb- 
bilduugen geben einige Interieurs aus diefen palaft- 
tnagen tnieder, tnie fie fidj ohne all3ii große llcber- 
bebnng nennen; übrigens tragen fie gleid? den pnllman- 
magen Spe3ialuamen, meiftens uad] befannten perföu* 
lieb feiten oder Sdjlagmorten. Den amerifauifeben (Scnt- 
lernen, befonders den tföefdkiftsmann intcreffiert in 
enter £inic der 21 audv und Büfettiuagen, denn in ihm 
verbringt er dod? den größten dich des 21 eifctags. Eine 
-leihe üppig fd]meilender federfanteuils, in deren 5mccf- 
mäßiger Konftruftion 2lmerifa Dorbildlidjcs Ieiftet, er¬ 
innert an die Bebaglidifcit im Klub und ladet dasu 
ein, es fid? mit einer guten after-dinner-^igarre bequem 


























XTitntntcr 22. 


Sette 955 . 



Xnfpcktionsrctre auf der mexikantfehen Zentratbabn. 


511 machen; bie feierte 23 eibc non SpucFnäpfen gehört sal^l non geitfebriften tutb Büchern, unb martere öbe 
5iir lanbesüblidictt 3 nnenbcforation. IDollcn Sie fdjrcibeu Staube wirb bamit ausgefüllt. 2luf beit größeren 
ober lefen? Jnfolge ber guten 5 cberung bcs IDagens Stationen beforgt ber 2 Tleffcngcr Boy bic neuften (Er- 

fönnett Sic an einem ber betben Sdjreibtifcfye mühelos seugniffe ber örtlichen preffe; tuenn ber «§ug aber burdj 

arbeiten, aber häufig ftnbeit Sie and? ein „(Tippfräulein" roeite, jcitungslofe prärien fährt, läßt bic (Eifeitbafyt- 

mit ihrer Sd?reibmafchinc 3ttr (Empfangnahme bes gefellfdjaft an getniffen Stationen beit 23 cifenben tele- 

©iftats bereit; auf beut Cefetifd] liegt eine ftattiidje 2 ln* graphifche Bulletins suftellen, bamit jtc nidtf 311 lange 



Rauch-, L*fe- und Bilfcttwagcn. 


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Seite 956 . 


/ Hummer 22. 


ofyxc 5übhmg mit ben IDeltbeaebeti^eiten utib ben lebten 
Kitrfen ber IPalbStreet bleiben. £iit transportabler 
5 ernfpred)apparat im < 3 ug trirb auf ben Stationen an 
bie Ccitmtg aitgcfdjloffcn, fo baß ber Heifenbe feine 
5amilienmitglieber ober <ßefd)äftsfmmbe aiuufen fann, 
ofjne baß er ben bequemen Scffel im IDagen 511 ixt* 
taffen braudjt. (Eleftrifcbc Dentitatoren forgen für 
Kühlung, in großen H 1 etall* 
belfältern fd)mel3cn Kriftall* 
eisblödc 3U (Etsmaffcr, bas 
ber l)anfee nidft gern ent* 
bel)i*t, unb in ben fel)r ge* 
räuntigen (Toiletten fann er 
fiel? in bequemfter IDeifc 
wafdjeit ober in manchen 
^ügen fogar and) haben. 3» 
einer Separatfoje fdjrotngt 
ber Harbier mit einer alten 
<£rfdfüttcrimgen bes 
trofccnben Sid)orl)eit bas 
JITcffer — eine toidjtige (Ein¬ 
richtung in einem Canb, 
beffen Herrenwelt fo wenig 
Heiaung t)at, fid? ben Hart mad'fen 511 taffen. 3 ^ bem 
Hiifettabtcil, bas mitunter aud), wie unferc Hbb. S. 

Seigt, einen ga^cit IPagctt ausfüllt, maltet hinter bent 
Sdfenftifdj ein weißgefleibeter Higger — parbon, coloured 
genticmen, unb uerabfotgt gegen <5elb unb gute IDorte 
beit unucrmeiblidfen IDffisfYfoba unb anbere t^ersftärfenbe 
211ittel ber uerfchiebenftcn 2lrt. 

Die Spcifemagen gleidfcit in ihrer (Einrichtung jenen 
auf unfern Hahnen, finb aber nur 311 ben feiten ber 
gemeinfd)aftlid)en 211ahl5eiteit 3itgänglid). 3” ben prioat* 
abteilen fann man fid) and] apart gans nieblidje fulina« 
rifdjc Stitteben aufbaueu taffen, wie aus nuferer 2 lbb. 
S. 953 erfidftlid). IDer feine Rolfen 2lnforberungen 
[teilt unb ftd) mit ben (Eigentümlid)feiten ber antcrifaui* 
fdjen Küche abgefunben Ifat, wirb bas (Effeit ertrüalid) 
fttiben. Had) bent Diner nimmt ber 2 tid)trand)er, 3untal 
in Damengcfellfdjaft, gern im 2 lusftd?tswagen ( 2 lbb. S. 
95 ^) plafc, ber beit testen tDagcn bes «guges Gilbet unb 



Sanitätswagen der RhodcCiabahn in Südafrika. 


mit feinen großen Krißallfcnßerfd)ctben einen freien 
Hlicf über bie StrecFe unb ihre Umgebung gemährt. 
Hud) hinten auf ber Plattform fifct es fid) gan3 luftig 
( 2 lbb. S. 9 ^ 3 ), meint man ein bißd?en JDinb, ein 
bißdfen Sug unb Staub nid)t’fdjeut. 

<§mci anbere Hilber uerfcfeeit uns ttad) ber mächtig 
aufblitffenbcn Hepnbtif ZTTe^ifo, bereit <£ifenbat)m>er- 

l)ättniffc auf ber großen Cinie 
3tt>ifd)en ben Dereinigteu 
Staaten unb Stabt Hle^ifo 
and? für f)ot)ere 2lnfprüd)c 
uotlfommen genügen. XDir 
fel)cit ba (S. 955 ) eine <ße* 
fellfd)aft infpi3iereitber 3«’ 
genteure unb Beamte ber 
2Tce^ifaitifd?cn 5*ntralbal)n 
auf einer Cori fahren. Dtefe 
Hcförbenmgsart mag gans 
antüfant fein, fomfortabet 
aber ift fte fd)merlid), unb 
id) oermute/ baß ber prüft* 
bent porftrio Dias bod? lieber 
in feinem fd)öngcfd)tnticften 
f onbersug ( 2 lbb. S. 95^) fährt ats auf einer Cori. 
2Das bent präfibenten non 2 He£ifo billig, ift bem König 
<£buarb oon Englattb red)t, unb bie <£iitrid)tung feiner 
perfd)iebciten priuatfalonmagen ftel)t in besug auf <£le* 
gans unb Komfort tr>ol)l cinsig ba. Unferc Hbbilbuitg 
S. 953 läßt erfentten, mit mcldjer ©ebiegenbeit bie IDänbe 
ber 3 nnenräume getäfelt ftitb, unb welche» Behagen bie 
gauje (Einrichtung mit il)ren fd)wellenben polftent atmet. 

Hod? eine 2lrt non (£ifeitbal)ntragen mag I)ier (Er* 
iräfyumg ftnben, bie febr entften gmeefen bient unb 
nur iitfofcrn 511 unfernt (Ll)ema gehört, als bie Cedfitif 
beftrebt ift, aud? fie in einer IDeife 31t fonftrliieren, bie 
allen burd)fül)rbareu Slnforberungen ber fjygictte unb 
bes Kratifcnfomforts entfprid)t: bie Sanitätsmagen, mie 
fie ftd) in allen iitoberneit (Eifenbal)itbetriebeu teils 3um 
Kranfcntransport, teils 3111* Hergung bei Ungliidsfälleit 
fiitben. ilnfere obenft. ^Ibbilbung führt einen Sanitäts¬ 
wagen ber 2 K)obefiabaI)it im fernen Sitbafrifa ror. 


— , JZ 

KtinfttcrkSpfc. 

Don 3 » lorm. Jficrsu \o porträte. 


aß bie Kfmftler alles anbere 3« tun pflegen als alle 
anbern uernnnftigen UTenfcben, iß eine unbeftreitbare 
(Eatfacbc, bie feit beu feiten ber feligen Bircfypfeiffer unb 
ihres malenbeu profeffors Heiufyirbt, ber „einen IDalb im <Se* 
fid)l" trug, ron ben fdjwäbifdjeit Hauern bis — bis 311 weniger 
Dialeft fpred)enbcn 2 TTeufd)cu anerfanut unb nerftänbni^uoll 
beuieft würbe. Künftlcrl Kcruöfe ITlenfd^cn alfo, ewig wed)* 
feliiben faunen unb Stimmungen unterworfene (Sefcfyöpfe, bie 
ßd) 3U3citen als (Sötter füllen, halb 311 (Eobe betrübt, an ftd? 
felbft rersagenb, fid) uerswciflungsuoü bie fiaare ausraufen. 
Dicfe Hetätigung bes ^uftanbes ncroöfer Heisbarfeit, einer 
Ungebulb, bie fid) an bem uergreift, was ihr am nddjftcn 
liegt, ift fo alt wie bie XDelt, unb nicllcid)t I>aben besbalb 
bie Künftler, glcid)üiel welchem gweig ber Kaufte fie fxd? 
mit ober ohne (Segculiebe in bie Krme werfen, fid? für einen 
„IDufcbelfopf" eutfd)iebcn. €r ermöglichte ihnen, ftolj mit 
allen fünf Ringern ber Hed)ten bie lliähnc in ben Harfen 
3U werfen, wenn ber erhabene (Söttergcbanfc, ben ße ge* 


fudjt, in XDort, Con ober Hilb feinen Husbmrf gefunben. 
€r ermöglichte ihnen aber and) gleichseitig, alle Phafen ber 
Der3weifluug bariu aussutobeit, iubenx fie, je nad) Stimmung 
unb Empftnben, langfam, nerrös, ungebulbig ober h^ffnungs* 
freubig bie forfeu burd)wühlten, wenn ihnen nid)ts einfiel, 
was 3umeileu aud) bei jenen porfontmen foll, bie es uor* 
Sieben, fid) fd?ercn $u laßen. Don ben 5ct)u ITlähnen auf un¬ 
fern Hilberu fann man füglid) behaupten, baß ihren Köpfen 
ftets etwas einftcl, aud) wenn ein ungalantcr Kritifer non 
3 an Kubelif, bem befannten (Seigcnnirtuofen, bas ©egen¬ 
teil behauptete unb bcshalb non bem Künftler bor bie Sd)ran- 
fett bes (Scrid)ts geforbert würbe. 

©eflärt wie ber Hlirf ber Kugelt bes norwegifchen Korn- 
poniftctt ©rieg iß aud) fein Härcnhanpf mit beit weißen 
Strahlten, bas nid)t mehr als (Emnmelplafc feiner ßaube 
gilt wie ber Strnmmelfopf paberewsfis, ber nid)t weniger 
in feiner IHähnc wühlt, feitbem er ßd) einen ©roßgrnnbbeßg 
mit ber Hcherrfdjung weißer unb fd)war3er (Laßen erfpielt. 



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Kummer 22 


Seite 957 



III He ihr pabercwsfi. 3 ru ' n 9r Oarpentier. 
Unter ft cs HUb Kicfrepitt. 


Köpfe. ® 


£> 01 t Iinfs 
und? redits: 

®bere Heit)C: Sar pclabnn, Durnn, 
Kubelif. 

11. Heit) t: Hififd), Cloois ßughes, ©rteg. 


Künstler- 


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Seite 958. 


Hummer 22. 


Kud? Sir tfenry Jrring, ber berühmte englifd?e Sd?au* 
fpieler unb Bühnenleiter, ber namentlich als ShaFefpearebar* 
jteller <Slän3enbes leiftet, bat feiner Künftlerfrifur nicht ent* 
jagt, felbft als er 5unt Baronet erhoben mürbe, unb nur bie 
(glätte feines Hauptfchmucfs lueift barauf bin, bag er als 
barftellcnber Künftler bie (Scuialitat lieber in feinen IVcrFen 
als in feinem Beugern boFnmcntiert fehen mill. Knbers bie 
^ran5ofen, bie feit Klphoufe Daubets tatfächlich fcffelnb (ebenem 
£ömenFopf bie „IVilbljcit" ihres (Sciftcs auch gern in ber 
Haarflut jum Husbrucf bringen. (Einer ber „IVilbcften" unter 
ihnen, Sar pelabau, mit feinem jabmeren Hamen (Seorges 
Benault, h a * f lc h als P°ct einer ^ u f c ^ hie niemals als 
Patroneffe h°fy crcr (Eöd?tcrfd?ulen (Scltung erlangen 
tuirb, einen Hamen innerhalb uoit Paris ermorbcit, mährcitb 
3 ean Bid?epin, ber burd? feine an Verlaine gemahnenben 
„(Ojunfons bes (Sueuj" unb „Blasphemes" fomie burd? feine 
profamerFe „£a < 5 lu", „Hana-Sahib" ufm. ein hinreigeubes, 
groges Poctentalent erwies, bas er 511 jügcln uerjtcht, auch 
feinen £ocfen nicht mehr Freiheit gemährt als feinen IVorten. 
Hoch meit gemägigter, gleichfam uon IHclaudjoiie burd?träuFt, 
meltmcife unb beshalb etmas refignicrt, haben ftd> bie Haar« 
mellen (Buftaue <£h ar P cut i crs tn W c Strähnen aufgelöft. 
(Er, ber uielgefeiertc Komponift ber „£ouifc", ber Veranftaltet. 
ber populären „IHufenfefte" in paris unb £ille, h a * bie (Süte, 
bie aus feinen Bugen ftrahlt, burd? bie (Srünbung ber IHimi* 
Pinfonftiftung bofumentiert. — gmeierlci Bichtungen mirb 
bie ioiffure <£lopis’ bjughes gerecht, gleichfam als JHuftra- 
tion ber beiben Seelen, bie in ber Bruft ihres Bcfifters 
wohnen. Die eine Seele, bie bes fojialiftifchen Hbgeorbneten 


mit einem Stieb ins BabiFale, äugert ftd? in ben 3U beiben 
Seiten etmas milb ausbrechenben £ocfcn, 3mifd?en benen fid?, 
feltfam genug, ein faft georbitet 3U nennenber Scheitel aus¬ 
breitet — eine Konjefftou an bie anbere Seele bes Deputier¬ 
ten, bie in ber Xnugc3eit, bie ihm bie böfe Politik lägt, fanft 
unb fd?wungooII uor ftch Ijitibidjtct, von £iebe, (Tugcub, ^ftei-, 
heit unb ( 5 lcid?heit unb oielcit anbertt Dingen, bie ftd? ge¬ 
reimt fchr fd?ön anhören. €in intereffauter Kopf jebenfalls, 
ber einen anbern IHaler als (Earolus Durau gemig 3ur 
HbFoutcrfciuug begeiftern fönntc. Uber (Earolus Durau hu* 
Fein ^aible für inänncrFöpfc — mit Ausnahme bes feinigen. 
(Er ift ber ^rauenporträtift ber grogen IVelt, moruntcr bie 
5ablitngsfähige 511 uerftehn ift, fofern fte ftd? nid?t bur<h ein 
lVappcnfd?üb aus3cid?nct. (Er meig auch, bag bie Damen, 
bie um bie teure (Ehre buhlen, uott ihm in ®el ueremigt 3U 
werben, nicht nur ben berühmten IHaler in ihm fehen, fon- 
bern auch ben Iiebeusmürbigen (Eaufeur, ber in ber gleichen 
IVelt lebettb mie fic, gleichen äugeren formen h u ^* 9 ^ 
manierlich ift bentt aud? fein für einen Bd?tnnbfed?3igjährigcn 
bemnubernngsmerter f?aarreid?tum georbuet, georbnet mie fein 
Sehen, feine Hrbeitsftunbctt unb bie Kleiberfalten ber fdjöncn 
grauen, bereu < 5 efid?tsfalten er fo gefchicft 31t verbergen meig, 
trofcbcm er bas (Seheimnis beftfct, feine IHobcIIe augerorbentlich 
„ähnlich" unb bemttach immer fd?ön 311 porträtieren. — Don 
allen biefen KünftlerFöpfett untcrfchcibct ftd? bie gemägigte 
mähnc uon Brtl?ur Hififd? gatt5 befonbers burd? — aber 
neinl 3cb werbe mid? wohl h fl ten, ben ausge3eicf?neten 
£eiter ber Philhannonifd?en Köderte hier mit UnmerFungen 
heraus3ugeben. €r märe imftanbe, mid? 311 bementieren. 




Was Me Uicfctcc fagett. 


Der Zttietstaler. 

Der DTietstaler ift allen Hausfrauen eine mohlbcFannte 
€rfd?einung. €r h<rt ftd? ans alten (Tagen bis in uufere 
Seit h^ein erhalten, früher mürbe ein Vcrtragfd?lug ber* 
artig bekräftigt, bag ber Käufer sunt Scid?en bafür, bag ein 
Kauf 3uftanbegeFommcn ift, eine beftimmtc Summe 5U 3ahlcn 
batte, bie gewöhnlid? uertruuFen mürbe, mau nannte bie 
Summe beshalb „IVeitiFauf" unb fprach bireFt uon „IVeiuFaüf 
geben", mas nichts anberes bebentet, als bie bas guftanbe- 
Fontmen bes Kaufs fenn3cid?nenbe Summe ucrtrinFcn. So 
gab man aud? bem (Scfinbc 3um §eid?en bafftr, bag ein 
mietsuertrag 3uftanbegcFommen fei, einen ITTietstaler. Das 
ift nun fo geblieben. 

Das Derabfolgcn bes mictstalers ift nad? § 336 bes 
B.( 5 .*B. ein Reichen bafür, bag ein Dertrag 3mifd?en ber 
Hcrrfdmft unb bem (Seftnbc suftanbegeFommcn ift. Bad? 
§.537 märe ber IHietstaler „im ^mcifcl" auf ben £obn an- 
3ttrechnen. Durch langjähriges (Scmohnhcitsrccht ift aber ber 
BcchtS5uftanb ber, bag eine Verrechnung bes mictstalers auf 
ben £ohn nidit ftattftnbet. Der IHietstaler mi^rb als 
Seichen für ben Kbfchlug bes Dieuftucrtrags gegeben 
unb genommen. 

Das bebentet nun aber nicht, bag man ben ITTiets- 
taler einfach 3urücfgcbcu Fönue, um uom Vertrag los« 
5uFommcn. Daun mürbe ber IHietstaler bie IVirFung bes 
Vertrags abfd?mächen, ftatt ihm einen bcutlid) erFcnnbaren 
dh^taFtcr 311 geben. IVenn ein Dienftn^ibcheu ben Dienft 
nid?t antritt, mug fie nid?t nur ben IHietstaler 3urücfgeben, 


fonbern^ fie ntngr^ falls fte ben Hichteintritt in ben Dienft 
uerfchulbet hat, aud? ber Herrfdmft ben gefamten Staben 
erfegett, ben biefe burd? bas Fernbleiben bes Dienftmäbcfaens 
etma erleibct. 

Dahin gehören insbefonbere bie ber IHietsfrau ge- 
3ahltcn (Öebühren; bann auch bie IHehrfoften, bie bas <£nga* 
ment eines anbern Dicnftmäbd?ens erforbert. Die Knfprüchc 
finb ba; ihre Vcrmirflidntug bürftc aber nicht immer gan3 
leidet fein, ba Dienftmäbd?en gcmohnlich nid?t reid? ftnb, unb 
moil im IVeg ber pfänbung gegen fte auch nid?t uiel aus* 
3nrichten fein bürfte, bettn es ift ja beFannt, bag €in- 
Fünfte bis 3U J 50 (> HTarF ber pfänbung ent5ogen finb, unb 
biefe Summe ift auch bann nteift nid?t erreicht, wenn man 
IVohnuug uttb Koft in Knredtnung bringt. 

(Dft pflegen Hausfrauen bem Dicnftmäbchen, bas fte 
cntlaffen unb mit bem fic nicht fonberlich 3ufrieben waren, 
bei €itbe ber Dicuft5cit ben IHietstaler in Kb3ng 3U bringen. 
Das ift tu^uläffig, meil ber IHietstaler ohne befonbere Kbrebe 
überhaupt nid?t auf ben £ohn in Verrechnung 31t bringen ifh 
Das ergibt fiel? aus feiner rechtlichen Hatur als Draufgabe, 
als geid?en bes Vertragsfd?lnfjcs unb aus ber 3um (Scmohn* 
heitsrecht gemorbetten Hebung. €s fei übrigens baran er¬ 
innert, bag mir im mobrrucn Becht ttod? eine „Draufgabe" 
haben, bie 311m geuheu bes Kbfd?luffcs eines „Vertrags" ge¬ 
geben mirb. Das ift ber Vcrlobungsrittg, ber als äugerlid? 
fühlbares gc'nhcn eines Vcrlobniffes gegeben mirb. 3 n 
biefen beiben recht h ctcro £ cncn Formen h at P«h & cr a ^ e 
Braud? erhalten, ben Vertragsfd?lug äugerlid? 31t fym* 
bolifteren. Dr. jur. Hic^arb Crcitcl. 




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Hummer 22 . 


Seite 959 * 



General Marquis de Polavieja. General Gomtfz fiuncz, 

Cl^ef bes fpanifd?cn Bauptquarricrs. 2lrtilIericfommanbeur in Plabvib 

3U6er aus aller IDclt. 

3 >u ben männern, bic in Spanien bic bcutfdjfreunblid>c 
Strömung in ben maßgebenbeti Kreifcn befonbers geforbert 
fjabcu, geboren bic (Scneralc Camillo bc polarieja 1111b Scoero 
(Somc5 ilitnej. (Scneral oon polarieja, ber früher in beroor* 
rageuber Stellung auf beu Philippinen irirfte, ift jet^t dber 
bes <S roßen (Seneralftabs ber fpanifeben Ktmce unb <£bcf bcs 
föniglid^cn fllilitärfabinetts. Sein Kmt gewährt ihm iiatur 
gemäß bebeutenben (Einfluß auf ben jungen König, ber wobt 
bnrdj ihn fyauptfädjlicb veranlaßt mürbe, unferm Kaifcr bic 
hohe milttärifrbe H?ürbc 5U rcrlciben. (Seneral fiomcj, bei 


I Pas P e 11 T m a I n a cf* b c r «Enthüllung. II. P i c «Ebrenaäjir u n b bas P e n f m tt I s f o nt i t e e : 1 . prinjeifin Heinrich VII. Rcup, Protcftorin. 
2 . fratt guüijrat ßoeniann, (Suben. 5. Prinjcifiii ITlargarcthe 3 U Sd?ocnaid' «Earolatb. 4. Prin^eifin Salm * £>orfhitar, Berlin. 5. pritijclftn Sophie 
Renata 2 tcuf|. 6 . fraulctn ßofe, !Tliind?en. 7. ^räulcin fon €cbcbur, (Evebitfch. 8 . guflijrat ßoematttt, ©ubcit, üorfitjenber bcs Peufmnlfomitces. 
0 . ,frau RItirgarctbc Reinmift, gcb. ßoemantt, Reichevsborf. 10 . ©eb. Reaierungsrat profeffor Pv. <Erid^ Sdnitibt, Berlin. 11 . Regierungspräftbent t>on Petuitv 
.franffurt <i. (D. 12. ßeituidj prinj su Schoenaid?«Caiolatb, Rmtitv IHitglicb bcs Reichstags. 13. (Dbcrbürgcrmciiicr BoUmann, ©ubrn. U. profeffor lfarl 

Ponnborf jun., Stuttgart, Schöpfer bcs Pcnfntals. 15. ©ymnafiallebrcr a. P. .fromm, ©uben. IG. profeffor Pr. gentfeb, ©uben. 17. Riucrqutsbciitjer 
Rcimnifc, Heidjcrsborf. 18. früulcin ©lifabctlj Sdnuarje, fiirficnuntlbc. 19- Canbgcridnsrat ITlcnbe, ©ubett. 20 . Caubtagsabgeorbuctcr Rlbcrt Rocnia, ©uben. 

Ton der Enthüllung des Denkmals für Corona Schröter in 0uben. 


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Hummer 22. 


5eite 9^0. 



I. prinj 2lIfons uou ÖOYcm. 2. priitjregent Cuirpolö. 

Rennfaifon in Bayern: Prinzregent Luitpold beim preisreften der bayrirchcn Kampagnereitcrgcrelirdiaft in Daglfing. 


auf ben Philippinen Abjutant Polauicjas mar, ift 5ur5eit allerbings einer ber bebeutenbften, non benen bie Z 3 übnen* 

Kommanbant ber Artillerie in ITTabrib; er gilt als ein gan5 gefeindete überhaupt berichtet, ein DenFmal gefegt roorben: 

beroorragenbes ©rganifatlonstalcnt unb h Q t fi* einen be* dorona Schröter, bie (Soethe felbft mahlte, feine Jptngenie, 
beutenben Hamen als Hlilitärfchriftfteller gemacht. mie es in ber (Eheaterfpradje beißt, 3 « „freieren". Das Den?« 

Das Dicbtermort, baß bie ZZachmelt bem ITlimen feine mal, bas profeffor Karl Douuborf gefchaffen hat, bilbet eine 

Kränje flechte, uerliert mehr unb mehr feine Hichtigfcit. gierbe für bie Daterftabt ber großen Küuftlerin; es hat 

llulaugft ift mieber in (Suben einer beutfeben Scbaufpiclerin, feinen piatj auf ber Schügeninfel nor bem (Theater erhalten. 



Ton der Binwcihung der Küidererbolungsftätte in Wertend: Begrüßung der 6rbprinzeffin zu Wied (*). 

fprjialcmftuibnie für Me ^oebe". 


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umutter 


I. König €ut»ivigs XIV. unö öcr Königin. 2. Pie föniglicfce €»fortc. 3 . ITlcmirtt im 5mrn. 


Friiljiing in Paria: Das Koftiimfeft in Uinrrnnrs. — pbot. Skanacr, 


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Seite Q62. 


aiimmec 22. 


I. ©rncralnuijor j. P. u. Wloebeit. 2. (Dbrramtmann 5d?trmcrrieiibiuiB. 3. Pr. (DertebBerlin. 4. Heid^sUnjiiibgeortmeicr Ciebemann uon Sonttenbeuj. 

Vom ßundesfeft der Landwirte auf dem KyffhKufer: Gruppe der Ceilnehmer. — pbot. piiul öarf. 


3 n Sübbeutfcfjlanb mirb bic cblc Beitfunft nietet niinbcr 
eifrig gepflegt als in Horbbeutfd?lanb. So ucrauftaltcte bic 
bayrifdje Kampagnereitetgefcllfchaft unlängft in Daglfing 
ein preisreiten, bem aueb ber prinjregcnt Suitpolb unb 
Prinj Klfons pon Bayern als gufebauer beiwohnten. 

3 n IPeftcnb bei (Ojarlottenburg ift unlängft eine Kiuber* 
erbolungsftätte eingemeibt morben. Die 2 Xnftalt liegt in» 
mitten einer um^ännten IDalbparjcllc, wo bic Kinber fidj 
ben (Eag über aufhalten. Kn ber ^cier ber (Einweihung 
beteiligte (ich and) bie <£ibpriu3effin 311 IDieb. 

Des (Slaves, ben ber fransöftfdpe Königshof bereinft aus* 
ftrablte, erinnert man fid? audj in ber Kcpublif noch oft unb 


gern. 3n legier §cit ftnb wieberholt Perfudjc gemaebt 
morben, namentlich Sseneu ans ber Begierungs3eit £ub 
migs XIV. neu auflcben 311 Iaffen. So mürbe biefer (Lage 
unter enormem Knbrang in Dincennes ber €mpfang bar» 
geftellt, ben im 3 a *? r l 680 bie Stabt bem König bereitete. 

(Ein Bitnbesfeft ber Sanbwirte fanb fiir^lid? auf bem 
Kyffbäufer ftatt. Utifer Bilb 3eigt bie ftattlid^e Derfamm» 
hing, an ber auch bic Propiit3ialüorfit3enbcn bes Bmtbes für 
ftcffcit’tfaffau, prooiu5 Sachfcn unb Kuwait, (Scneralmajor 
p. Kloeben unb 0 beramtmann Schirmcr»Beubaug ; teilnahmen. 

Schluss des redaktionellen Celle* 


Welches ist das feinste 
Gewürz für Milchspeisen? 


Dr. Oetker’s 

Vanillin - Zucker 

ä 10 Pfg. 


Und mancher hat's 
gefallen, und sie 
behielts im Sinn! 


„Ohne Phosphor kein Gedanke" 


sagt der Physiologe Moleschott, und von dieser Tatsache ausgehend 
wurden Dr. Oetker’s Pudding-Pulver ä 10 Pf. mit den notwendigen 
Phosphaten hergestellt, damit sie in jeder Weise den Anforderungen 
des wachsenden kindlichen Organismus nachkommen können. 

Abends bereitet und am andern Tage verspeist, wird es den 
Kindern besser munden wie Fleisch. 

Vorrätig in den ersten Geschäften jeder Stadt, welche führen 

Dr. Oetker’s Backin (Backpulver). 


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5 . y \n\ ( 905 . 


Seite I. 


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Smk II-. 




Hummer 2' 


■H WARNUNG!- 

Da das Kaiserl. Patentamt uns den Schutz für die von uns zuerst als 

»Dr. Hommel's Haematogen“ in den Handel eingeführte .Wortmarke „Haematogen“ 

wegen verspäteter Anmeldung definitiv versagt hat, so ist sie zum „Freizeichen“ 

geworden, das heisst es kann Jedermann ein beliebiges Produkt „Haematogen“ 

nennen. Man lasse sich Nachahmungen nicht aufreden und verlange 

Nicoiay ft Co., Hanau a. HL daher ausdrücklich die „Originalmarke“ 

m das echte „Dr. Hommel’s“ Haematogen. 


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ftlteren Versicherungen bereits 80 bis 90% der Jahresprfinfle betragen, 
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(Fortsetzung der Heilanstalten auf Seite VI.j 


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Hinunter 22. 


5. 3uni *905. 


^»eite V. 


Dies und das. 

€in fugclfidjeres Sani* 
tätsautomobiL Der Kraftwa* 
aen fpielt in ben Ejeeren längß 
fine bebentfame Holle, nnb bie 
Ittilitärperwaltungen ber ©erfdjie* 
benen Staaten jtitb forgfam bar* 
auf bebaut, alle ^ortfdjritte im 
Hutomobilwefen ben Hrmeen nntj* 
bar 3« machen. Bidjt nur 3um 
(Transport von perfonen nnb Sa* 
d?en, fonbern audj für bie Der* 
wetrtmtg im Kampf, 3um Hngriff 




bie IHöglidjfett bietet, Dermunbe* 
ten fdjnefle Ejilfe 3U bringen ober 
fte fdjnell aus bem (Sefedjtsfelb 
auf einen gefdjfitJten Derbanbplaft 
5U fdjaffen. 

Bartflechte. €ine ber ge* 
fürdjtetften unb nidjt feltenen 
€rftanfungen ber Ejaut bei ITlän* 
nern iß bie Bartflechte. (Sefürdj* 
tet wegen ihrer E^artnäcfigfeift 


unb tuegen ber Derunßaltungen, 








bie ße heroorruft. Die Kranffyeit 
iß eine 3«f«^ ons ^ ran ^ e *^ un ^ 
3tuar bewirft burch einen pßan3* 


unb 3«r Derteibigung ßnb IDageit liehen paraßten, burch ben 

fonßruiert worben. iß man wieber einen Schritt vorwärts* Trichophyton tonsurans, einen Spro§pil3, ber bie Ejaare befällt unb 

gefommen: man baut eiferne, fugelftchere Sanitätsmotorwagen. €twas bann burch bie E?aare in bas 3 nncre btt EJaut einbringt. (Es gibt 
ungefüge freist fo ein Ding oorläußg ans, aber was tut bas, wenn es CSortfefcung auf Seit» VII.) 



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gesch. 


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w eiche wegen vorzeitiger Abnutzung der Mäntel od. Undichtigkeit der Schläuche 
Ac-rger hatten und nun endlich mit Sicherheit ihr Rad benutzen wollen, aut 

Pr|fi7pr.Pnpif »flntiWtt Modell 1905, aufmerksam. Pan* 
rUntCr-rnCUmUllKS zermäntel geben grösste Ge- 
x\ ähr für unbedingte Haltbarkeit, während Schläuche wegen des 
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Seite VII. 


nun otterbings itodj eine anbere (form bet Bartflechte, bie biefen' 
Kranfyeitserreget nidjt aufweijt, dagegen eine Hngalji non Hoffen 
unb Beritten meiftens nicht ©ermiffen lägt. Bei ber erfteren, bet 
gewöhnlich fdjwereren (form, werben in ausgebehuter Weife bie 
Qaare 3erftört, es entfielen €itcrherbe, infolgebeffen abgeftorbene 
fymtpartien unb fo ein recht unangenehmes, läftiges, * ja unter 
Umftänben fefjr fchmer3haftes Kranfheitsbilb. Die Behanbtung ijt 
mfihfam, aber bei genügender (Sebulb bes Patienten unb bes Hrätes 


erfolgreich* Die 3 «f^Ition gefchieht nicht allein ©on Perfon 3U 
Perfon, fonbern offenbar auch durch (ßebrauchsgegenftänbe. manch¬ 
mal find es bie (frifeur- unb Barbierläben, die 3ur Derbreitung 
biefer auch als Syfofts be3eichneten Hranfheit ©iel beitragen, man 
hat Unterfuchungen darüber angejtellt, in welcher Weife wohl die 
Uebertragung dort 3uftanbe fäme. Unwillfürlidj benft man 311- 
nächft an die Benufcung ein unb besfelben Seifenpinfels unb ein 

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habe, bin id) gufriebcngeftellt. 2iud ffrcfelb: ©id ießt boi ^br SOJittcl bei mir gang außecoibeutlid) gemirft. 

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mofür id) mich bei Sbneu fchr bebanfe. Sind Cbcrfiuiug Ciöntirfu): 3^) ^obe ’djon um 20 ©funb ©emiebt 
abgenommen. Sind Wlaudiait: Alaun ^bnen nur meine grüßte 3> ,ir ie öcn beit über beu febr guten (Erfolg au?« 
jprecf)en. ^d) mcibe bied iOcittel gegen Jtorpulcng aUeu empfobien, bie fdjou anbere SKittel gang ohne (Erfolg 
anaemenbet haben. ,^crr Leutnant *8.: ©in mit ber erften <£enMmg gufriebett gemefen, habe ca. 6 ©funb 
abgenommen. Siud 4>nunoUcr: Xcr ^roctf in PoUftiinbig erreicht. ,<ocrr Oberleutnant 3.: 9Keiit CeiPe^* 
umfang fdjeint geringer gemorben gu fetn, jebcufaUd bin id) genötigt, bie .'pofcufri)iiafle fomic mein ^äbclh 

foppel beieitd enger gu fa>nafl« u, toad nach 8 teigiger Äut Piel fugen hüll. Sind Uugetdbctm:.baß ich 

bie crflcu 14 Sage 5 ©nmb abgenommcu habe, 'lind ftrnuffurt n. 9)1.: .... baß id) in 14 Sagen 8 ©fuub 
abgenommen habe. Jocrr Joauptlcbrer S».t .^abe bi? beute 2 Sofcit oerbrauebt unb fann fügen, baß cd bid 
ießt gang aut rnirft. fflieine .{->üfteu unb and) ber Unterleib fiub fchon um ein bebentenbed gefutueu, maö td) an 
ben ©einfleibern tuerfe. ©icin ©ang, ber früher ctmad icbmcriäflig unb fibleppcnb mar, ift fchon leichter liub 
claftiichcr, befonbcrd macht mir bad Steigen auf Sluhöbcu feine Sd)roicrigfciteu mehr. ©Jäbrenb mir fiiiher bad 
?iugieheu ber ©amafd)eti febr fdimci fiel, ba beim ©fiefen ber bide Bcib ^iiibcrlici) tuirfle, fann ich h CUIe mein 
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niemals ertjeblic^e Hl engen Keime. (Es fragt jtdj nun, mo^er 
fommt bie 3 !, feftion? Da jtellt fidj benn heraus, ba§ es bie 
Seroietten finb, bie bie 3 ^feftion bemirfen. Hatürlid} merben burd? 
biefes Derfafyrett gegebenenfalls oorfjanbcite Sptofjpifee 3um Keimen 
gebraut nnb auf ben nadjßen Kunben übertragen. Darum Dor* 
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stehen lassen, die, wenn auch nicht direkt gefährlich, so doch im 
praktischen Leben überaus lästig sind. Zu diesen gehört der Schreib- 
krampf, der vielfach den davon Befallenen die Ausübung ihres Be¬ 
rufes unmöglich macht. Dies Leiden galt früher für unhedbar. Dem 
früheren Schreiblehrer Julius Wolff, Nachodstr. 16, Berlin, ist es 
gelungen, nachdem er die einschlägigen Studien der Anatomie und 
Physiologie, verbunden mit der Kenntnis der Massage und Heil¬ 


gymnastik durchgemacht, eine Methode zu schaffen, nach der er die 
hartnäckigen Leiden dieser Art in einigen Wochen behebt. Die 
Herren Aerzte, die sonst nicht sehr geneigt sind, auf ihrem Gebiet 
Laienarbeit anzuerkennen, haben bei Wolft eine Ausnahme gemacht. 
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der „Woche« ist Näheres aus seiner von ihm beziehbaren Broschüre 
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3. 3mit (905. 


Seite XHI. 


— Ein beredtes Zeugnis von der Leistungsfähigkeit der Fabrikate 
der Firma Gebr. Nevoigt, Reichenbrand, gibt folgender ihr 
unaufgefordert zugegangener Brief: »Mönchen, den 2. Dezember 1904. 
Da die diesjährige Fahrsaison beendet, kann ich Ihnen zu meiner 
•Genugtuung mitteilen, dass Ich mit Ihrem am 30. Juni v. J. bezogenen 
Motorrad bis heute laut Cydometer etwas über 15 000 km bei oft 
denkbar schlechtesten Strassen gefahren habe; trotzdem zeigt der 
Motor bis jetzt nicht die geringste Abnutzung oder Reparatur, im 
Gegenteil läuft derselbe von 1000 zu 1000 km besser. Es bestätigt 
sich wiederum zur Genüge, dass bei einem Motorrad bei richtiger Be¬ 
handlung, guter Konstruktion, Verwendung von bestem Material, 
solider, gewissenhafter Arbeit, wie das bei Ihrem Motorrad der Fall, 
Reparaturen trotz grösster Strapazen so gut wie ausgeschlossen sind. 
Indem ich auf die vorzüglich gemachten Erfahrungen hin nicht ver¬ 
fehlen werde, Ihr Fabrikat bestens zu empfehlen, zeichne hoch¬ 
achtungsvoll gez. G. Ritzinger." 


— Die Firma J. Gosewisch, Weimar, bringt ein neues Akkord¬ 
system in den Handel. Es ist dies eine Vorrichtung, die, über den 
Tasten eines Klaviers angebracht, es jedermann ermöglicht, die 
Akkorde zur Begleitung von Liedern, Tänzen, Märschen usw. ch ie 
Lehrer und ohne Notenkenntnisse zu erlernen. Der Preis des 
Akkordsystems betragt Mk. 5—, und verweisen wir unsere venh 1. 
Leser auf die in der »Woche" erschienenen Inserate obiger Firma. 

— Künstlerischer Wandschmuck für Kinderzimmer. Im 
Kunstverlag von Hollerbaum & Schmidt, Berlin, ist soeben 
eine aus zehn Blättern bestehende Serie allerliebster Bilder er¬ 
schienen, die als Wandschmuck für die Kinderstube dienen sollen. 
Die Blätter stellen Szenen aus dem Leben der Kleinen dar und sind 
in präditiger Auffassung und vollendetem Buntdruck wiedergegeben. 
Der Künstler hat sich immer dem kindlichen Verständnis angepasst 
und überall einfache, klare Farben gewählt. Hier haben wir drei 
(Fortsetzung auf Seite XV.) 



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Seite' XV. 


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lustige Waschszene, hier eine Schar Mädelchen, die eben aus dem 
Ei geschlüpfte Küken füttern wollen, dort kleine Neugierige, 
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schaftlichen Schönheiten des mittleren Saaltals von der Rudolsourg 
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sehr häufig aus ganz leichtem Material gemacht sind, unbedingt einer 
Stütze bedürfen, und für diesen Zweck eignet sich eben die Weeks* 
Kragenstütze am besten, weil sie den Kleiderkragen vom Hals ab- 

(Fortsetzung auf Seite XVII.) 





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Schutz, nämlich Vorbeugen durch Ausspülen der Rachen- und Nasen¬ 
höhle mit bakterientötenden Flüssigkeiten, so hat ein höherer Medlzlnal- 
beamter aus dem Kultusministerium eine darauf abzielende Interpella¬ 
tion im preuss. Abgeordnetenhaus beantwortet. Denn, so erklärt der 
Regierungsvertreter, in allen Fällen von Genickstarre hat man die Kokken 
derselben auf Rachen- und Nasenschleimhäuten der Erkrankten bestimmt 
nach weisen können. Da aber die Genickstarrekokken gegen gew. Antiseptika 
sehr wenig widerstandsfähig sind, so kann man sie an den Stellen des Körpers, 
die sie als Angriffspunkte benutzen, nämlich in Mund- und Nasenhöhle, 
durch Ausspülen mit solchen sehr verdünnten Antlsepticie leicht abtiten 
und unschädlich machen. Am zweckmässigsten zu solchen Aus¬ 
spülungen (Aufziehen in die Nase und Gurgeln) hat sich das 

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Sonne Feld und Flur mit bunten Blumen stickt, wenn es von allen 
Zweigen trillert, jauchzt und lockt, dann überkommt uns wie Heim¬ 
weh der uralte Wandertrieb, dann treibt's uns hinaus aus der 
drückenden Enge der Gassen und Dächer, hinaus in die freie Gottes¬ 
natur. Da zient's in langen Zügen zu Fuss, zu Ross, zu Wagen 
hinaus in den Wald, und wer gar im Automobil dahinzufliegen 
vermag über Berg und Tal, der weiss die Seligkeit des Frühlings 

(Fortsetzung auf Seite XIX.) 


hält, also luftig ist, nicht scheuert und in allen Höhen und Weiten 
erhältlich ist Da die Firma Weeks die alleinige Fabrikantin von 
Kragenstützen mit Einlagen von Federfischbein ist so empfiehlt es 
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Seit (Prftfcr. plmtfefrei oon 3ul. Stinöe...966 

9m Bads ber 3Pod?t.. . . ^ ........ 967 

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Bit Börfeiuvodre.959 

Die loten ber ZDod?e.970 

Bttber vom Cafe. ((^otograpbtirfie Kufnaljmen).. 97 \ 

We ^ehnatfofen. Hontan oon -Cbusnelö« Kiiljl (^ortiefcuna).979 

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VapenlMKtfner Berübnttfyetfrn. (2Ttit 13 Kbbilbnngen).98? 

JDlnbmflblpn, Don Platy IHöIler. (mit 8 Jlbbilbungen).991 

UnMtrr Kbrabams Pfingftfabrt Sfijjc oon Kät^e ^raitf.990 

Der pattanuibut. (lllit 7 Kbbilöungcn) .. . ... 999 

Dttjtidfen von (Petvittrnt. €in Kapitel aus ber praftiitbett IDeiterprog« 

nofe. Don Pr. K. Mennig. 1001 

Bilber ans aUer Welt.;o03 

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Kopenhagen, Kjöbimtgcrgobc 8, * 

in 3lalten bei ollen Budtbonblimgcn unb ber ©efdjoftsflelle ber „tDodje*: 
.Mailand, Dia Sou Dito 41, 

in beit Der ein taten Staaten von K nt er i Ta bei allen Budjboublintgen 
unb ber ©ejdidftsftelle ber „U?od?e": f4euporh, 83 n. 83 Pmuic Street. 

“Jeder unbefugte f4achdrudt aus diefer Zeitfdirift 
wird ftrafrechtlich verfolgt. 



Die sieben tage der Woche, 

31. mal. 

Kus (Eofio wirb gemelbet, ba§ in ber Seefracht in ber 
(Tfchufdjimaftrafje and) ber Kbmiral Bojefttpenftfij in japanifdie 
<$efnngenfd?aft geraten ijt. 

Das preu§ifd?e 2 Ibgcorbneten^aus rcriagt fid>, mabrenb bie 
Seffion bes Heid^stags gefdjloffcn nnirbe, bis Anfang 

Die nom prcufeifdien 2 lbgeorbnetenl]aus befd?Ioffeneu Der= 
fd^drfnngen ber iDarcnfyausftener merben pom 6errenl]aus ab- 
gelehnt. 

1. SunL 

3 n Paris uiirb gegen beit König KIfons pon Spanien ein 
23 ombenattcntat perübt. Der König bleibt unpcrfefyrt, hin¬ 
gegen iperben fünfschn anbere perfoneu burdj Bombenfplitter 
pernntnbet 


2. 3uni. 

Das ungarifd?e Kbgeorbnetenhaus nimmt mit großer UTef^r- 
heit ben Kntrag Koffuths auf Schaffung eines autonomen 
ungarifchen goütarifs an. 

' Hach £onbon ipirb berichtet, ba§ ber Sultan pou IHaroffo 
bem fräiijofifcbcn (Scfanbtcu dailianbier mitgeteilt h a & e ' er 
fönne bie Dorfchfäge ^rantreichs nidjt annchmcn. 

3. 3uni. 

3 n Berlin ftnbet unter lebhafter Knteiluahme ber Bepölferung 
bie feierliche (Einholung ber Braut bes Kronprinjen, fje^ogiu 
decilie pou nTccflenburg-SchiPerin jtatt. 

Kmtlich mirb aus Sübroejtafrifa bie Kusfage pon Ein¬ 
geborenen übermittelt, ba§ fid? ^enbrif IDitboi unb einige anbere 
^ottentottenhauplinge mit ihrem Knhang nach Britifd) Betfchuana-' 
lanb 5iitücfge5ogen hoben. 

4. 3uitl. 

Kus flTanila tpirb gcmelbei, baß bort brei mah ren b öer 
Seefchlacht in ber Koreaftraße perfprengte rnffifd?e Kfenser ein¬ 
getroffen ftnb. 

5. 3unl. 

Der gar ernennt ben (Seneralgouperneur pon Petersburg 
(Ereporn unter Belaffung auf feinem bisherigen Poften 5nm 
(Schilfen bes UTinijters bes 3 Tl1lcri1 ftattet ihn mit um* 
fajfenben Dollmadjtcn in bc5ug auf bie f^anbhabung ber pol^ci 
in gan3 Huftlanb aus. 

König Klfons pon Spanien trifft in Conbon 511m Bef 11 di bes 
Königs Ebuarb ein. 

6. 3uni. 

3 n ber Schloßfapclle 311 Berlin ftnbet bie (Trauung bes Krön- 
prin^eu mit ber Eievjogin Eecilie pon ntecflenburg Sdiipcrin ftatt. 

Der Kaifcr erhebt ben HeidjsFa^ler (Srafen Biilom (portr. 
5 . 977) in ben ,fürftenftanb. 

Der fran3Ö(tfihc IHinifter bes Kcnßcrn Dclcajfe gibt feine 
Entlaffung. 

7. 3uni. 

Das normegifche Storthiug erflart eiuftimmig bie Bereinigung 
ZTormcgens mit Schmeben für aufgelöft nnb ermächtigt bis auf 
weiteres bie IHitglieber bes bisherigen Staatsrats, bie bem 
König 5tiftehenbe ITtad^t aus3itüben. Er macht in einer Kbreffc 
hieroou bem König (Dsfar IHitteiluug, pcrficbert, baß roeber 
gegen ihn nod? gegen- feine Dynaftie IHißftimmung hcnrfd?e, unb 
bittet um feine Ulitwirfung, baß ein jüngerer priii3 bes Kaufes 
Bcrnabotte ben (Thron oon ZTormegen bejtcigen fönne. 


93 on ^Peter 5 ^nau. 

“Sluö neu emad)ter Äeibe 
©er gottme ©infter ldd)t; 

Q£$ ftefyt im ^eierfletbe 
©er eilten feufetye ^ro^t; 

($$ reift jum ©rntefegen 
©e^ ^elbeö fd^wanfer Äalm; 
(£3 Hingt auf allen Qöegen 
©er ©ommeroögel ^falm. 



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Google 


















5 cite 


Kummer 23 . 


3m <3d)tnucf twn Q3ivfenf>äumcn 
Ste^t fanget unb “Elitär, 

<£# ge^t wie feligeg träumen 
©urcf) bie ©emeinbefcfyar. 

6ie (>i>rt »on ^eiligen 3*ton, 
©olben, frieblid), f(ar, 

2ßo gu ÖBivUicfyfetten 
©a$ OCBunber geworben war. 


©er bu oom Äimmet geftiegen, 
©er bu bcn Qöeg un$ weift, 

Äilf unS im ©ulben unb 6iegcn, 
©u ftarfer, ^eiliger (Seift! 

<Sit> un$ ©ebulb in ^tage! 

£af} fro£ un$ aufwärts fef>n I 
©aft wie burcf> (Sommertage 
^Zöir burcfy ba$ Ceben ge^n! 

1 a 


Peutfdje Samariter t« (Dftafiett. 

Kn bas ^entralFomitee ber beutfcfyen Dereine oont Koten Krctij. 

Von IPirH. (Scb. Kat prof. Pr. (Ernß p. Bergmann. 


Die £xcuyc nad? ber (Erhaltung unb jortfu^rung bes 
bculfcben Kricgslasarctts int fernen 0 ftcn, bas tntfer 
patcrläubifd?cs Kotes Kreits int Dezember porigen Jahres 
bortbin entfaubte, mag mid? entfduilbtgcn, menn ich ^icr 
ber Hoffnung Kusbrucf gebe, baß es über ben Sommer unb 
X)crbft hinaus feine fcgci 4 reid?c (Eätigfcit fortfefte. Der Um* 
ftanb, baß id? in Knßlanb fomol?l als in Dcutfchlanb mährenb 
blutiger Kriege im Dicnjt bes Koten Kreises geftanben 
habe, laßt mid? bte große (Cat ber Schöpfung eines eigenen 
beutfeben Eajarctts an ber (Etappeuftraße ber rufßfdjcu 
inanbfdjnrciarmce riclleid>t meßr •jpflrbigcn als ben, ber 
bic Krbcit eines ^clbbofpitals nur ans bett £rd?ilbcningcn 
ber KricgsForrcfpoubcutcit ober lPct«fd?ftfd?agitis ergreifenbem 
Bilb pom Pcrbanbplag in (Entfd>cuit>a fenut. gmar ift 
bie ^eit porbei, in ber bas (Scfpräd? pon Krieg unb 
Kricgsgcfdjrct, „menn unten mcit in ber CCüvFei bic PöIFcr 
anfciitanberfd?lagcn", für bas Bcfte unb (Scmütlid?fte galt. 
Der ruffifd?*japauifd?e Krieg mirft feine blutigen Schatten 
gerabe jeßt mcit auf uufer £aitb, itnb bic (Gefahr, hinein* 
ge3ogeit 31t merben in einen allgemeinen Krieg, erfebüttert 
bie Sicherheit bes Bürgers unb laßt ihn fürchten, baß bod? 
51t Raufe cs nicht beim alten bleiben föuntc. Da ift es 
mobl erlaubt, ber Bcbcutnng 511 gebeuten, bie bas beutfdje 
Eajarett in (Eharbin gcmonttcu I?at. 

Die Brftimmtingcu ber (Scnfcr Konpcntion fordern oon 
ben Staaten, bic au einem Krieg smifdjen smei ober mehr 
Uläd?teu uid?t beteiligt futb, baß fie bas IPcrF bes Koten 
Kreises ber fricgführcubcu Kationen unterfingen. Die Krt 
ber Uutcrftügnng ftcljt ihnen frei. Deutfdjlanb h<U im rufßfd?» 
japanifdjeu Krieg ficb cntfdjloffcn, ftatt (Selb unb (Sut ein 
eigenes, pollftänbig ausgerüftetes, mit bcutfdjen Kerbten unb 
Krankenpflegern reich pcrfehcucs Easarctt auf ben Kriegs 
fd?anpla$ 511 fd?icfcit. (Es l>nt bamit bas Bcfic gegeben, mas 
ihm gehört: bie eigene Krbeit, bic cs in beit Dicitft bes ge* 
führbeten Kad?barn ftcllte. Jitbciu bas beutfdje Polf fein 
cigcuftcs gibt, tritt cs bein, ber pon ihm empfangt, and? 
am nadiftcn. (Gcmiß jeigteu unfere rocftlid?cn Kad?barn hohen 
Sinn, menn fie il?re ^raufen unb Pfuubc ber ^cntralocrmal 
tnng bes rnfßfd?cn Koten Kreuzes sufließcu ließen, aber „ber 
Kcttcr, ber felbft bcn Kahn in bie Branbnug lenft" — ber 
ift „ber brape KTaun" nuferes Didjters, unb fold? ein felbft* 
lofes (Eifeu an ben 0 rt ber (Gefahr ift bic Stiftung bes 
beutfehen Easaretts an ber (Grenze ber DTanbfchurci. 

Sucht man bie f ad?c bes Koten Kreises pon einem höheren 
Stanbpunft 5U mürbigen unb pon einem mcitereu (Gcßd?ts* 


pnnFt 5u bctrad?tcn als beut eines SpeubcnpfTegcrs, fo ift 
es bie hoI?e moralifd?e Bebeittung ber Knnaherung ber PÖlfer 
gerabe bann, menn fie für bie if?ncn entgegengetragene liebe 
unb (Teilnahme befonbers empfänglich finb, in ber §eit ber 
Kot, ber KranF^cit unb ber bluteuben IPunbcn. Die Krmc, 
bic aus bem feiler beit (Scführbctcn tragen, ftitb eines 
Engels Fittichel (Eroft unb Rcilnng 511 bringen, ift bts 
incnfchcufrcunbes fd?önfte Kufgabe, burd? bie er um bie 
Kädjftcnliebe mirbt uttb bas Pcrtraucn berer ermirbt, beiten 
er bic fidfcnbe C^anb rcid?t. Die bieneube £icbc an bem 
Kranfen ift bas mittel, burd? bas bas Kote Krens bic 
Pcrbrnberung ber Polfer förbert. Sie aber muß gefchcn 
merben uttb por bie Kugen berer, benen ße gemibmet ift, 
treten. iPcr bie bentfd?e Krbeit mertfd?a^en unb lieb.m 
lernen fott, muß fie an ßd? erfahren unb erprobt h^ben. 

Dicfcr großen Sache bient bas bcutfd?c £a5arctt bes Koten 
Krcnscs in Charbin. JPas es fchott in ber fnrscn §eit hierin 
ermirft, beseugt einftimmig bie fonft fo piclfad? gcfpaltcue 
rnfßfdje preße. Der rnfßfd?e <£I?cf ber frcimilligcn KranFen- 
pßege int Kriege hnt jüngß bie an ber fibirifd?cn uub, fo 
mcit ßc ttod? im Bcßg Kußlanbs ift, maubfdtttrifchen (Eifeu- 
bahn gelegenen Kreishofpitäler gemußert. Das fd?önftc, am 
3tpecfmäßigfte?t eingerichtete uub pcrmaltcte ift uad? feinem 
ofßsiellen Bericht bas bcntfd?e in (Eharbin. Por einigen lPod>eit 
führte mid? bie Kufforbcrung 51t einer Operation nad? KjasFsf, 
bem Kusgangspunft ber ßbirifd?en €ifenbal?n im enropüifd?eu 
Knßlanb, unb gab mir (Gelegenheit, bie Urteile heimfchrettbcr 
Ofßsiere unb Kerste 51t hören. (Eine 0 afe in ber IPüfte 
nannte einer pon ihnen unfer Kotes Krcushofpital. 

ITlait braucht uid?t nur ein in Kußlanb geborener Deut* 
fher mie ber Perfaßcr su fein, um bei biefett Urteilen 
ber au ber Spitje bes rufßfd?cn Sauitütsmcfcns ftchcnbeu 
Kntoritätcu, ber gcfamtcit Preße uub ber einzelnen, bic felbft 
gelitten unb gepflegt morben marcit, mit gereditem Stols er* 
füllt 511 merben. 

IPer uns Dentfchc Fennen unb ad?tcu lernen mill, muß 
uns bei ber Krbeit fnd?ett. Die Krbcit au ben franfen uub 
pcrtpnnbetcu Solbatcn Kußlanbs ift cs, bic nnuhtig für uns 
gcmortcit h at / menn ße fo fortfährt, mie ße begonnen 
hat, feftes Banb smifchen uns unb unferm öftlidjcu Kad?bar 
meben mirb. 

(Ein Schrecfcit mar es für bic Dcuifd?cn in Knßlanb, als 
bic ruffifd?en gcifnitgcti pon einer beabßd>tigtcn Knflöfuug 
bes nur für ein halbes 3al?r geftifteten £asarctts fchricbcn. 
ZTad? fold?cr KucrFeunung ein gänslichcs uub plotjliches Per* 


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}uninner 25. 


Seite 965. 


fehmiuben von ber 3üf>ue, bie fo viel mohlmolleube, ja ent« 
$ücFte 2Jugeit auf fid? gerietet hat, bas foll uub mirb bas 
bcutfd?e HolP nicht 5itlaßcn. IHer' jur Erhaltung bes Koten* 
Krcti5 £asarctts fein Sdjerfleiu fpenbet, fattn überzeugt feilt, 
baß er eine patriotifdjc Cat vollbringt, mtb baß, fo Plein 
ober groß bie (Habe ift, ßc reiche ^rudite tragen unb für bie 
3bcale ber fyimanität bureb alle feiten tvirPcn mirb. 

mehr als ein lllcrfftcin in ber (Sefchicbte bcs Koten 
Kreises tragt beit beutfd?en Hamen. Hör allen ijt es ber 
erfte Deutfche Kaifer gcmefeit, ber als erftcr unter ben Sou« 
veralten ber iHclt bie (Scufer Konvention anuabm unb ße 
in feinen Kriegen von 1866 uub \ 870/7 \ 5U gefegitetcr 
lHirPfantPcit entfaltete. (Eine beßere Pflegerin als bie un* 
vergeßliche Kaifcriit Kugufta bat bas Kote Kreits nicht ßubcii 
föntten. (Es mar tatfachlich fo, mie ein ans5e3eichneter parifer 
Krjt ^Ebcrou) gcfchricbeu hat: „Dcutfchlanb ift cs, bem ber 
Kubm 5ufonnnt, bie möglicßPeit ber HermirPlichung ber inter* 
nationalen Konvention ge3eigt 31t haben. Dentfdjlaub ift es, 
beut bas Hcrbicuft einer mirflid) erfolgreichen Behanbluug 
in biplomatifdjer unb humaner 3c3icf)ung gebührt." 

„Die Königin Kugußa mar es, bie als erfte 51t ben Kn* 
fangen ber Konvention ermutigte unb bie Kuftrcngungen bes 
preußifchcu gcutralfomitces begüitftigtc, fte, bie erfte barm* 
hefige Schmcftcr ihres Königreichs, bie mährenb bcs ganzen 
Kriegs (1866) aus ber perlte ihre fchütjenbe F?anb aus3ubreitcu 
mußte über alle, bie im Kampf für ihr Haterlanb gefallen." 

ZHiebcr bietet ßd?, uub jmar nun bem beutfeheu HolP, bie 
(Selegcuhcit, einen mistigen <Jortfd?ritt auf bem Krbeits* 
gebiet bes Koten Kreuzes 511 inaugurieren: ben (Erfolg ber 
(EätigPeit eines eigenen nationalen KranPcuhaufes auf bem 
Kricgsfchanplaß bes fremben Holfes. So gläu3eitb ber Kit* 
fang gemefen ift, fo fcgensreich fei aud? bie ^ortfeßnug! 
Diefer Knfgabe geredet 5U merbeu, famt bas beutfehe Hol? 
nicht 3Ögcru. (Einem Kufruf bes gentralfomitees 5ur Bei* 
fleuer für bie Erhaltung bcs beiiifdjen £a5aretts in Eharbiu 
mirb ber (Erfolg uiiht fehlen I 

Hon ber (EätigPeit unb ans ben Erfahrungen eines <Jelb* 
hofpitals mie bcs nufcrigeit inmitten ber EuaPuatioitsftraße 
einer großen unb unter ben fchmicrigfteu llmftditben ope* 
rierenben Krmce vermag bas Kote Kreu3 viel 3a lernen. 
3usbefonberc gilt bas von ber (Einreibung ber freimilligeit 
Hilfe im Krieg in ben Kähmen ber allgemeinen Sanitäts* 
orbnung bes Pantpfeubcu H ecrcs * (Serabe über ihre Un* 
vollfommcnheit mirb in ben ruffifcheu Leitungen viel 
geplagt. Heben f^ofpitälcrn, beiten alles fehlt, fanbcit ßdj 
reid? ausgcftattctc Depots, aus beiten aber jene Pein Kecht 
haben, ein Bett ober etma eine Binbe 311 be3iehcu. <$ut aus* 
geftattete Easarctte ßaubett leer, mährenb nicht mcit bavon 
anberc mtb ärmliche fo überfüllt feien, baß fein Strohbünbel 
mehr als Säger für einen Hcrmuubeten Kaimt fanbe. 2Hie 
hier ans3ttglcid?eit unb 5U beffevn fei, barftber föniten nur 
jene (Erfahrungen fantmeln, bie mitten in ber bctreffcitbcn 
Krbeit ßeh*n, unb bas fiitb uttferc Samariter im fernen 
0ßcn. Hidjt ungcnnßt foll ihr Krbeitcu uub Kufseichneit 
für bie 0rgauifation nuferes Koten Kreuzes bleiben, illit 
Kedjt hat Kußlanbs größter Kriegschirurg pirogoff nach l 877 
befanitt: „Hid)t bie Dieben, foitberit bie Kbminißratiou fpiclt 
bie Hauptrolle bei ber fylfelciftung au Hermnubctcn ttnb 
Kranfeit auf bent Kriegstheater." Uttfer in bie Kcihe ber 
großen Etappcnla3arctte ciugcfchaltetes Hofpital mirb fclbft 
an ftd? erfahren, mie michtig bie (Etappcuorbnnng unb ein 
jeitiger 0rgaitifations* unb Ulobilißerungsplau für bie frei« 
millige ^ilfe, bie bas Kote Kmt5 leiften foll, ift. (Es mirb int* 
ftanbe fein, ben IHert unb bie Höh c biefer Aufgaben 311 bemeßcu. 
So arbeiten unfere Delegierten jenfeit bcs Knmr aiub für 
uns. IHas ße in ihrer Stellung gelernt, mirb für uns 5111- Scl rc, 


3U einem Ermcrb auch für bie beutfehe Ktiegsdjirurgie. ZHic 
in einem vortrefflichen Hortrag (Scneralarst Sdijcruiug aus*' 
führte, btmics ber'Burettfrieg, baß nicht bie Kerbte, fotibertt 
bip mangelhafte 0rganifatiou bes Hect^sfanitdtsbicußes mtb 
bie Kbmiitißration bie Sdnilb au ben KTißftäubcn bcs erften 
Kriegsjahrs trifft, bie Sanitätsorganifation nur ba gut iß, 
mo ör5tlid?c Kraft unb amtliches IHißcit unb Hcrftdnbnis 
von maßgcbeitbem (Eiitßnß auf Unterbringung, (Transport, 
unb Hcrpßcguitg ber Hcrmuubeten unb Kranfcn ßub, unb mo 
bie Scituug ber^ Sauitatsorgauifatiou unb ber eiu3clitcn 
Sanitätsaußalten in bcmäbrten ältlichen Hauben ruht. 

3u erftcr Stelle Pommt bas Können bes erfahrenen 
Chirurgen, ben bas Kote Kreu3 nach Eharbin öefaubt hat, 
unb bas feiner trefflich gefaulten Kffißcuten ben Hermunbeten 
im Sa^arctt 3ugutc. IHciter ift cs aber auch für bie Priegs* 
chirurgifdje IHißeitfdjaft aerabe in biefem Krieg midjtig, bie 
beutfdicu Kufchauntigcu über bie IHirfung ber flciufalibrigett 
(Scfchoffe unb über bie Bchaubluug ber von ihnen gemadjtcu 
lHunbcn 511 prüfen. Die Japanifcht Krmcc ift mit bem 
Pleinfteu Kaliber (5,5 Ulillimctcr) bemaffnet, bas eine Kn* 
faitgsgefchmiubigfeit von mehr als 800 Uleter in ber ScPuube 
befitjt. Die (Eigcntüntlid^fcitcn ber von ihm hervorgernfeuen 
IDunben, fomohl im ZZah* als ^crufdjuß, ßub noch nicht 
ßchergcftcllt. (Es mare für bie beutfdjeu (Ehirurgctt ein 
großer (Semiun, menit ße lß er äber Erfahrungen fammcln 
fönuten. Hod? michtiger iß bie Prüfung ber Behaubluugs* 
mcife, bie ber Unte^cichnetc 3iterß im rufßfd?* türPifdjen 
Krieg von 187 7 empfohlen unb erprobt hat, unb für bie feit* 
bem bie im Buren* fomie im griedjifch türPifdjen nttb chine* 
fifcheit Krieg tätigen Ker3te eingetreten ßub. Es hanbelt 
ßd) barum, feß3ußcllcu, ob bie Schußmiutbcn mit Plcitien Ein* 
uub Zlusgaugsöffitungcu bcs (ßefhoffcs aud) bann unter ein* 
fad>cu Herbänbeit heilen, mentt bie mitgetroffeuen Knochen 
$crfplittert maren. Ebenfo iß feßsußclleu, ob es richtig ift, 
baß bei ben furchtbaren, gcrabc3u e^ploßvcn IHirPuitgeu eines 
Hahfchuffes regelmäßig bie fofortige Kbfcßung bes 3er» 
fehmetterteu (Sliebs notmeitbig ift. Es leuchtet ohne meitcrcs 
ein, mie midjtig folchc Entfd^eibungen ßub, ebenfo aber auch, 
baß biefe ßd? nur in einer uad? beit mobernen miffeufefaaft* 
liehen (Srnnbfafecn ausgcrnßcteu Krbeitsßdtte gcminiteu laßen. 
Eine fokhc ift bas beutfehe F?ofpital in Eharbin. 

Es ßub nicht geringe Hoffnungen, bie bie Kriegschirurgie 
auf bie Beobachtungen, £eißiiugcu unb Ergebniße biefes Hofpitals 
fcfct uub mit Spannung ermartet. 3cber Krieg ift ein erufter 
Ichrmeifter für ben folgeuben. Scheuen mir bod? nid?t bie 
0pfcr, uns feine £chren im Eharbinhofpital 5U ßchcrul 

Das, mas mir ans bem Krieg in bei* Illanbfchurci lernen 
mollcn, brauchen mir nidjt aus beit Bcridjtcn unb Hcröffcnt* 
lichungcu ber £citung bcs rufßfchcti Illcbi5inalmcfens einß 
5ufammcn3ufnd?en, mir laßen bann Kugct^cugen aus nuferer 
mitte fpved?cu. 

Es mar ber tHuufd? meines berühmten Horgaugers 
v. £angenbecP, in jcbcti Krieg, au beut bas Deutfdje Keid? 
nicht beteiligt ift, Kerbte 311 fcnbcit, bie mitarbcitcu unb mit« 
beobachten folltcn. Eine hachhcrjige Stiftung feiner hinter* 
blicbcncn ^amilie hat es möglich gemacht, einen burd? feine 
fricgschirnrgifcheit Krbciten bemahrten Kv5t in bas rnfßfdje 
Hauptquartier 511 fenben unb an ben Schladjtcu ber lefcten 
lllouatc bei Saitbcpu uub illufbcn tciluchmen 5U laßen. 

Sollte bas belüfte HolP nicht biefent fchöitcu Beifpiel 
folgen mollcn mtb bas £a5arett, bas bas 5 c i^? cl1 & C5 
Koten Kreises über ber bcntfdjeu ^ahnc im fernen 0fteu 
meheu laßt, nod? fernerhin feiner großen Kufgabe uub Be* 
ftimmnitg erhalten? Es mürbe bamit eine cble nationale 
Pßicht üben uub ben ibealen mie realen §mccfeu bes Koten 
Kreuzes ben größten Dicuft leiften. 


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Seite 966. 


.Hinunter 2ö. 



plciubcrei von 3 u üus Stiitbe. 


Dielen ift fte ein l^ober (Senug, bie rote (Srütje, vielen 
ein (Segcnftaub bes 2lbfd?cus, aber fd?on mand?e, bie fie ber 
biogen Befd?rcibung nad? ungeprüft verwerfen, l^aben ftd? 3U 
i^r bcFchrt unb lernten fte fd?ät$cn. IDirb einem bafjeim* 
gefeffenen Sübbeutfd?eu er3äf?lt, bag man il?m, falls er bort- 
Ijin Fäme, in Horbbeutfd?lanb einen mit UTilcf? 3U löffelnben, 
aus (Jrudjtfaft, Beisgrics unb gnefer geFodjteu Brei vorfefte, 
fo übcrFonintt iJ^n ein inneres (Sratten, uub er fragt fdjauberub: 
«3ö, fann man benn bas effen?" 

Es fielet im Sitbett, ja fclbjt im mittleren CCeil unferes 
geliebten Datcrlatibs mit ber HotcgrütjeFenntuis red?t bc* 
frübenb aus, wogegen im Horben gcrabesu ein fommerlicher 
BotegrütjeFultus ^crrfdjt, ber ftd? mit ben fjöfjeren Breiten 
faft 311m Fanatismus fteigert. 3^ h°k e in Hamburg feute 
gcFaunt, bie 511t geit ber Becrenfriid?te breimal täglid? rote 
(Srüfce agen. Süblid? non ber Elbe uintmt bie Begeiferung 
für rote (Srütje immer mehr ab, bis eine <Sren3c erreicht wirb, 
bereu Feffcllung viclleid?t Ijod^intereffante Uuffd)lüffc über 
bie Uranfiebclung Dcutfcblanbs ergeben bürftc, bettn jenfeit 
ber <Srcit3e beginnt bas Heid? bes Biers. 

Die Fnntilic ber *oten <Srütje ijt alt; alt if aud? bas 
Bier; bag fte ftd? uid?t gut vertragen, mag wohl an ihrem 
Urfprnttg liegen. Die t?auptmild?fpcifen Fommcn nämlid? 
uom l?ol?eu Horben, bas Bier bagegen wanbert vom Süben 
ein. 3cbcnfalls Ratten bic Ucgypier bereits mehrere Urten 
(Serfteuwciu (fd?wcrcn uub leidsten) als bie (Scrmanen, ober 
wie bamals bie Eid?cnwalbbewohncr unferer Breiten fonjt 
Riegen, ftd? noch non wtlbcn Beeren narrten unb fie ber Hb* 
wedjflnng wegen itt mild? taten. 

Bcercnfrud?t mit mild? ift, weil bie cinfad?fte, bie dltcfte 
Form ber ^aupttnildifpcifen, fte wirb nod? jefct bei ben 
ttorbifchen DölFcnt gefuttben, bie unter ähnlichen Derhältniffen 
leben, wie unfere Urahnen gelebt Ijabett mögen, als fte bie 
Benutiere tuolFeit, beren Kitod?cn als geugen eines Falten 
Klimas ausgegraben werben, wo jefct bie Sommerhitjc fic um¬ 
brächte. gu ben Sappen, ben (Eiutgufeit ntug man gehen, um 
bie Urrotegriitje 311 ftubieren. Kappatialmas nennen bie 
Sappen ein aus prcifclbcereti uttb Henntiermild? bereitetes 
(Serid?t, bas fie als SccFcrbijfen h°<h fd?ätjen. F crnci ‘ niifdjcn 
fte bie fäticrtid?e Frud?t ber Baufd?bcerc mit milch, füllen 
Hennticrmägcn bamit an, bic fic ber Kälte ausfetjen, an ber 
bort oben Fein ITlaugcl ift. Don biefem Baufd?beercnmild?eis 
hauen fte StücFc ab, bie fte täglich, fo gefroren, mit IDonite 
verehren. Dies Derfafjrcn ift bnrd?aus vernünftig, ittbem 
cs geftattet, fowoF?l F ruc *?t mild? 3ur geit bes Heber- 
ffiiges für bie Farge tDintersjeit vor Derberbnis gefebüfet 
aufsubewahren. F a f t möd?te es fd?einen, als wären Sanb 
unb Scute, wo täglich F ru< ^i c * s m, f ben Cifd? Fommt, red?t 
betteibenswert, aber bie übrigen HnannefjmlidjFeitcn jener 
(Segenbcn ftnb bod? fo grog uttb fo reieblid? bemeffen, bag jeber, 
ber nacfyfjer Fein fo glänsenbes (Scfcbäft wie berühmte Horb- 
polfahrcr ju machen bie Hoffnung l?at, bie HeifcFoften bafjin 
fpart. 

IDas an fügfäuerlid?en Beeren auf HTooren, auf ber 
fjeibe unb in IDälbern reift, wirb von ben nörblid?en Dölfern 
mit ITlild? fo gegcjfcn. Sibirien, Kamtfd?atfa, 3 s J an &/ Hör- 
wegen, Sd?webcn, bas nörblid?e UineriFa, bas finb bic echten 
Beerenlänber. IDo (Setreibe gebeizt, lHcl?l gewonnen wirb, 
wo bie Eisgegenbcn gewiffermagen auftauen unb itt bie ge* 
mägigte gone übergeben, gehört ber Brei 5U ben älteften 
(5erid?ten, bie aus Korn unb mild? bereitet werben. Bus 


viel 3erFlcinertem Korn unb wenig Ftöffoifot befianb von 
jeher ber Brotteig, wenig fllchl unb mehr FIufftgFeit gaben 
ben Brei, bie (Srütje. (Srus, (Srieg, <Srüfcc bezeichnen bas 
grob3er!lcincrte Kortt. 

Hutt Fattn man 3um BreiFochcn IDaffer nehmen ober 
mild? ober F^»d?tfaft, je nad? Dcrmögcn uttb (SefdjntacF. Den 
einfachen IDaffcrbrci uerbefferte man burd? ben gufa^ uou 
Früchten, ober man Fod?te bie (Srü^e glcid? in F ru d>tfaft. So 
furchtbar eittfad? machte fid? bic (Erftnbung ber roten (Srütje, 
bie fid?crlid? bort suftanbe Fant, wo an Bccrenfrücbtcn Fein 
ITlaugel ift, alfo im Horben. Unb non ba fanb fie it>ren 
XDcg bis an bie uorl?in erwäl>ntc (Srcnslittie. (Eine attbere 
I>od?norbifd)c €rfnbnng, nämlid? bic mifd?ung non Haufd?- 
bceren mit Dogeleiern unb Seehunbstran, bie in (Sröulaub 
als DcliFatcffe F c fFogc ucrfd?öttt, blieb auf ihre h?ciinat bc* 
fd?ränFt. ©l?ne bcu (Eratt wäre fte vielleicht gar nid?t übel, 
aber um ftd? an bem 31t ergäben, mug mau ein geborener 
(Srönlättber fein. • 

Hadtbem wir nunmehr l?iftorifd?, mit Streifung ber £ts* 
3cit, bie (Eutftchung ber roten (ßrüfce bar5ulegeu t>crfnd>t 
I?aben, bürftc ein BlicF auf ihre pl?Yftologtfcbc Bcbcutnng als 
Hal?ningsmittcf nid?t nur bercd?tigt, fonbern fogar geboten 
fein, benn nid?ts empfiehlt beffer als eine wiffcnfcl?aftlid?e 
Begriinbung, unb id? möchte bic rote (Srütje gar bringettb 
empfcf?len, ben Kittbertt uttb ber 3»0cnb 3umal. ; 

IDaffcrbrci unb mild? ift ein <£ffett, bas auf bie Dauer 
einförmig wirb, unb ebenfo ber lTlild?brci, unb bod? wäre allen 
Kinbcrn, morgenblid? wie abenblid?, mild? unb md?lnal?rung 
— fagett wir (Srütje — bas guträglid?fte, was il?ncn ge¬ 
reicht werben Fann. mild? unb (SetrcibcForn enthalten bie 
Baumaterialien, bereit ber wad?fcnbc Körper bebarf. 3 11 
mild? ftnb Ulbuntinatc, in bem Korn Kohlenhybratc, Hähr- 
fal5c finb in bcibcu unb uicle ucrfd?iebcnc Stoffe, bereu Hamen 
allein fd?on Fräftigcnb wirFt. gufamnten geuoffen bilben 
mild? unb Korit bas wal?re 3 u 9cnbelijier, bas jene ftarfen 
(Scfd?led?tcr herannährtc, bie uor ber Einführung bes Kaffees 
groge (Taten uerrid?teten, bereu 3üitglinge il?rcn UTann ftanben, 
beren F r ^uen bie Sänger priefen, beren (Srcife jung blieben. 
Unfere 3 ll 9 cn & würbe ben Brei, bic (Srüfce ucrfchmdhß«/ 
wenn fte ftd? ba5ul?alten follte. Die rote (Srüfce jebod?, 
bie möchte il?r 5iifagcn. Denn Kittber efjcu alles F^chtige 
gern, als füllten fie iuftinFtiu, wie gefuttb cs il?ncn ijt. 

3m Horben Fenttt mau eilt f? ccr 3 m 

Frül?jal?r Fod?t man aus ben 5erFleincrteit fleifd?igcn Stengeln 
bes Bhabarbcrfrauts, IDaffer, guefer uub Bcisgricg eine 
trefflid?e (Srü^e, bie nod? lauwarm ober Falt, mit mild? ge¬ 
löffelt, eine ausge3eid?ncte Speife gibt. Ein wenig gimtrinbe 
barin gcFod?t ober gepulucrt, mit gucFcr barüber geftreut, ver¬ 
feinert bas (Serid?t. 

Had? bem Bhabarbar Fommcn bie unreifen, bie fogenattttten 
grünen Stachelbeeren an bie Beil?e. Hud? fic eignen ftd? vorsüg- 
lief? 3U einer Stachelbccrgrü^e. Statt bes Beisgrieges ftnb mit 
glcid? gutem Erfolg 5U verwenben: Sago, Sagomchl, Kar« 
toffelfago, Kartoffelmehl, feines Kraftmehl, IHaiscna, mon- 
bamin; eine Funbigc £? au & j c ^ cs na( h foiner Hrt 3U 

behanbeln. 

Sobalb aber bic 3ohaitnisbeeren unb f^imbccrcn reifen, 
beginnt bie eigentliche geit ber roten (Srütje. Bcibe Beeren 
gentifebt, geben ben heften (5efd?macf. Die rote (Srüftc barf 
nicht 5U feft unb nid?t 5U weid? fein, nicht 5U füg uub nid?t 
5U faucr, es bürfen weber IDeiti ttod? gitroiteufchalc ober 


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Hummer 2s>. 


Seite 9 ö 7 . 


fonfiige (Sewü^e hi n 3 u 9 c *an werben, wie manches Kod?bnd? 
porfd?reibt. Dagegen fönnen bie anbern ^rudjlgru^en, 
namentlich bie porbin genannten unb bie mit Hpfclfaft besw. 
Bpfclmus bereiteten, nad? Belieben würsig geftimmt »erben. 
Brombeere, Ejcibclbcere unb Kirfd?c Iaffcn fid? ebenfalls 5ttr 
Ejcrftellung fel?r bunfelfarbiger (Srüfcen permenben, aber biefe 
fd?metfen nie fo fruebtfräftig, wie ihre E?erbe porfpiegclt, man 
muß ihnen mit etwas gitronenfaft nachhetfen. 3m einfach 
bürgerlichen leben ißt ber Kunbige bie ^ruebtgrütjen mit 
milch; wo es fparfam jugeheu foll mit magcrntild?. IDer 
es ftch leijien fann, ber nimmt Sahne, Scblagfdbne fogar. 
Diele leute, bie runb h eraus crflctren, ihnen wäre« folcbe 
unnatürliche gufammenftclhtngcn wie <frnd?t unb mild? eilt 
(Sreuel, bas fte nie in ben ITtunb nähmen, ejfen mit großem 
Behagen ein Stad?elbecr* ober. b?imbeertörtd?en mit Sd?Iag* 
fahue, ohne 3U bebenfen, baß fte bas Derabfcbcutc allerbings 
in anberer (Seftaltung als (Srüfoe 5U ftch nehmen. Sind? ift, 
mie ber Berliner fagt, „weniger Dlehl mang". Das 311 ben 
(Törtchen erforbcrliche Stachelbecrfompott ift, wenn bie Beeren 
nod? recht jung fittb, pon einer ^erbigfeit, bie fclbjt reicf?lid?cr 
gnder nicht übertöut. Kod?t man bas Kompott jeboch mit 
einem genügenben gufafc Pon gitronenfaft, fo wirb cs ntilbe. 
Schon manchen ehelichen ^rieben hat biefe Dorfdjrift geftiftet, 
benn währenb ber (Satte ftch früher weigerte, Stad?clbecr* 
fompott $u ejfen, unb brob Schelte befallt, nimmt er pon bent 
burch gitronenfäitre perlieblichtcn jwcimal unb wirb gelobt. 
Das freut ihn fo außerorbentlich, baß er ber (Sattin einen 
neuen f?ut febenft, ober was fte fxd? fonft wünfd?t. So piel 
(Slücf ift faum 5U bcfchreibcn, wie bics Bc5ept im (Befolge 
haben fann, unb bcshalb wirb es hier mitgcteilt; ber wahre 
DTenfchenfreunb möchte bie ganjC IDclt beglüefen, unb fei es 
mit Stachelbecrfompott. 

3 n einigen (Segenben nennt man bie rote (Srütje rote 
Flammeri. ^lammcri foll gebilbeter flingeu als rote (Srütje, 
ift aber burdjaus nichts fjohes, ftammt nicht einmal aus 
^ranfreidj, fonbern ift bas unrichtig ausgefprochcnc englifche 
^lummery, womit urfprünglich ein grober Haferbrei be3eid>uct 
würbe. IDollen bie (Englänbcr etwas recht Hbgcfd?madtcs, 
eine fabc Schmeichelei, einen h°h^ cn Sd/watj umfehreiben, 
bann nennen fte foldjes abweifenb ^lummcry. IDarum alfo 
uttfere ehrliche rote (Srütje unehrlich mit einem ^rembwort 
madjen, bas Hrmfeliges unb mißfälliges befagt? Doch fd?abe 
um bie fchöne (Srütje! 

lüo man fte fdpätjt, wirb -fte 3nm naebtifd? gern mit 
Dauillccreme gereicht. Das fd?mctft fo gut, baß man ftch 
Perfünbigt, wenn man nid?t wicberholt bringenb nötigt. 3 <h 
weiß recht gut, baß nötigen nicht als fein gilt, ba bie 
Achtung ber perfönlichen Freiheit bas oberfte (Scfcfc ber 
(SefeÜigfeit unb bas (Silwingen pon Babrungsmittcln bttreb 
bie (Saumettfehrauben aufforbernber Siebcnswürbigfeit eine 
Uebcrtretung ift, aber rote (Srüfce hßifch* Ausnahmen. Sic 
ftnbct immer nod? plafc in irgenbeiner magenccfc. So 
fehmiegfam ift fte, richtig gefod?t. 

Bei Kinbcrn fällt bas nötigen weg, bie halten fid? mit 
folgern (Eifer' barau, baß nur bie blanfc Schüffel übrig bleibt. 
Daher ift es ratfam, wie bics im norbcit im Sommer por* 
fiebtige ftausftänbe tun, ftets rote (Srüfcc' im Doirat 511 
haben. 

Beerenfrüchte unb milch, wer möchte fte nicht? (Erbbccrcn 
mit mild?, weld? eine (Sötterfpeife, ob man nun IPalbcrb* 
beeren f?at ober von & ß n föftlid?en (Sartenfrücbtcn, bie burd? 
Krönungen norbamcrifaitifchcr unb europäifd?cr Brtcu erhielt 
worben ftnb: fte erfreuen. H?cld?e bie befte ober bie beffere 
pon ben mehr als hunbert Sorten ift, bie cs gibt, bas muß 
jeber mit feinem eigenen Urteil abmad?ett. (Einige [teilen bie 
fleincn „Kiubcr bcs IDalbcs" oben an, aubere geraten in 


<Ent5ftcfcn über bte bühncrcigroßcn ^rüd?tc ber Bnanascrb* 
beere unb ihrer Sippe, mir gefällt bie mittelgroße mofd?us* 
ober Dierlanbererbbeere am mciften, ba fte einen befonbers 
würdigen Duft befigt, ber fid? burd? bas €in3utfern fräftig 
cntwicfelt. Iciber wirb fte nur nod? feiten angebaut, aber 
auf ber 3 nfel Hmager, bie Kopenhagen mit (Sarteuer5eug* 
itiffen perforgt, ba gebeiht fie wunbcrooll. XDcr Kopenhagen 
befueben will, gehe 3ur <£rbbcer3cit bin, bie Stabt am blauen 
Sunb, bie fo piel bes Sd?önen h c öt bietet bann nod? einen 
flcinen intimen Bei3 in ihren (Erbbecrftubctt bar. (Es fittb 
porherrfchenb ^ruchtbanbluitgen an ben belebteren Straßen, 
bie im <£rbgcfd?oß ober aud? im Keller eine gute Stube blifc* 
fauber unb abenbs h c ^ er ^ cuc ^?^ et buttgerigen Spätwanbercrn 
offen halten. Zlttf bem fcblohweiß gebedten (Eifd? fleht eine 
guderfd?alc 511m gcichen, baß cs 3 or &baer meb I6bc gibt: 
€rbbeeren mit Sahne. Da hinein °^ cr h* nuM * cr ' 9 e ^ ntau 
unb fclbft wer feine Sprad?fcnntniffc nod? nid?t 5U bem be 
hältlid?cn 3ar’bär me' <Jlöbe gebracht hat, befommt, was fein» 
Seele perlangt. Die guten leute ahnen, was beit ^rembling 
311 ihnen führte, uttb fte fefccn ihm bie buftenbe Hmagercrb* 
beere por uitb fette herrlid?e Sahne, gitcfer nad? Belieben. 

JDcnn mau aus (Eiooli fomrnt, nad? mittcrnad?t, wenn 
eins ber glätt5cnbcn großen ^Jefte enbigte, bann erholt mau 
ftd? nod? in einer ber pielett prioatcrbbccrwirtfd?aften, wo 
es nur (Etbbcercn gibt, nichts anbcrcs. IDcr untertags fid? 
erquiden will, gönnt fid? für wenig (Selb 3 ° r &l>aer meb (flöbc, 
au ber (Safthaustafel fehlt an feinem mittag 3 ° r &bacr meb 
iJIöbc, in allen Bcftanrauts, in ben ^amilicn, überall bie 
wunbcrpollc Hmagcrcrbbecrc unb bie ledere Sahne. 

3 ft if?re §cit porbei, löft an biefen ®rten Bob (Sröb 
bie (Erbbccre ab. 2 lud? bie Bö’ (Srö’ wirb in Kopenhagen 
trefflid? bereitet, bort erfennt man, baß fie ein ed?tcs, red?tcs, 
norbifd?cs (Scrid?t ift. Sie barf ruhig als BationaIgcrid)t 
be5eid?nct werben, fo wirb fie oon alt uitb jung geliebt, pon 
hoch unb niebrig. Kud? ber König ißt feine Bob (Sröb. 

Bis id? pflühtfchulbigft pon Kopenhagen aus ßantlcts 
(Srab in i?clfingör bcfud?tc, beunruhigte mid? plötjlid? bie 
fraget ob b?amlct nichts anbcrcs getan hatte, als ITIonologc 
5U crgrübeln? IDas mad?t f?amlct in ben gwifd?enaftcn? — 
fragte id? weiter. (Er ißt, lautete bie forrefte Bntwort, er 
muß ejfen, benn bei offenem Dorhattg wirb ihm uid?ts an* 
geboten, nur 311m Schluß ein pofal mit pergiftetem IDcin, 
unb bapon fann er nid?t leben. Sobalb ber Dorhattg fällt, 
ißt ffamlet, unb ba er ein Däne unb Däuenpriii3 ift, natür* 
lieh Bob (Sröb. Seit bem id? biefe ^ragc au bem 5 tcingrab 
in £?elfingör löfte, mad?t bie (Eragöbic einen piel perföhn* 
lid?crcn €inbrud auf mid? als porber. 3^ ^ cu 

gmifd?euaft in ben (Tunnel unb effe eine Stulle unb beneibe 
fjamlet, ber fid? au bem norbifd?cn Bationallcibgcrid?t erlabt, 
an fd?Öncr, roter (Srntje. 



Bsmns Sempers 3 u 9 cn blaub. Der Bontan einer 
Kiubheit pon (Dtto (Ernft. Ieip3ig 1905 . Dcrlag pon £. 
Staadmann. — Heber biefen Bomait ijt fd?on piel gcfchric* 
ben worben, aber nur lobeubes; nur ber nadte Bcib fönntc 
hier frittcln. IDer bie citißelncn Schönheiten biefes IDcrfcs 
fdjilbcrn wollte, ber hatte fo mühepolle Hrbcit wie jcmarib, 
ber uns pon einer fd?öucu IDicfe einen Begriff mad?cn will, 
inbent er uns Blumen pou ber IDicfc ins gimmer trägt; 
benn reid? wie eine fd?önc marfd?wicfc an allerlei Blumen 
im mai ift biefe (Stählung an Sd?öul?eitcn. Dicfcs Bud? ift 


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5citc <368. 


Hummer 25. 


fo crquicflich, baß mir beim £efen mchmütig lieber Perffor* 
beiter gebenden, mchmütig, meil mir es ihnen nid?t uorlcfen 
Fönneit; biefes Biidj ift fo rein, baß jeber £cfcr, ber ein 
Kinb hat, es 0 tto (Ernft 3uführen möchte, biefent Dichter, 
ber mie f'aum ein anbercr tief ^iitcinfdjaut in bie Kiubcs» 
feclc. Der Schauplag ber (Erzählung ift uiel bunter unb 
fdyöitcr als bie romaittifcbfte (Segcnb Italiens, beim bet 
Scbauplag ift bas 3 Ngctiblanb, unb mit jungen, reinen BlicFcn 
ift alles erfdjaut. Beim £cfen mirb uns 5umutc, mie (Soetbe 
3umutc gemefen fein muß bei feiner Klage: „IPas id? befige, 
fei) id? mie im XPeiten, unb mas oerfchmanb, mirb mir ju 
IPirflicfyfeiten"; unb babei macht uns bie (Scfdjidjtc fo marni 
unb froh, als bürften mir micbcr manbcln auf alten, lieben 
Kinbheitspfaben, mo alles uns fcfyött erhallen unb mofylig 
eutgegeuladit, mas mir lüngft für oermittert unb uerbanut 
hielten. 

Pie fente in biefem Hontan ftnb laug unb jäh unb tief* 
bettferifdj mie bie £ente im „ 3 <>rn Uhl"; aber fic finb feilerer 
unb meniger ffarrfopfig; bas fomutt, meil fie mcljr nad? bent 
Icbcuftrogenbeu Xiamburg hingehören, mo bie Kaffen fid? 
feit jabrljuuberlen ctmas mehr mifdjtcn als in bem utelan* 
d>olifd?en Bolftcin; bas Kugc bcs Kinbcs fiebt nicht nur auf 
meite X^eibcflädien, fonbcrit bie fronen Cürnte Hamburgs 
blauen in ber ^ertte, unb non bem fetter ber Begeiferung, 
bas allabcnblich auf ber (Salcrie bcs Stabtthcatcrs gefdutrt 
mirb, melden ^unfen in bte Dorfftube bes gigarrenbrebers, 
^unfen, bie märmen unb reinigen. 

IPte 0 tto (Ernft bie (Elbe fdjilbert unb mürbigt, bas 
muffen if>m bie ilorbbcittfdjcu baufeti; baß ihm bie Sd:ul* 
f3enen meisterhaft gelingen, ift bei feinem febcitsgang felbft» 
uerftäitblid?; bie fleiucn, brolligen Sonberhciteu bcs Ijantbur* 
giften Sdjulmcfcus, mie 3um Bcifpiel ber an harmlofcm 
Ulf fo überreiche Hcrtgionsutitcrricht in ben uitterften Klaffen, 
ftnb nett unb aitbcimeliib micbcrgcgebcn. Die Riegel unb 
bie 3 bealifien finb uou uerblüffcuber (Echtheit. Dabei liegt 
über bem (Saiten — um bei einem 0 tto (Ernftfchett Bilb 311 
bleiben — „Somtcufdjein, mie er auf bem IPeg nach (Entmaus 
lag". 0 tto €rnft er$äblt in biefer <Scfcfjid?tc bie teils 
heiteren, teils rübreitben (Erlcbutffe eines armen 3 uitgeu / ber 
urfprüuglidj barauf angemiefen 3U fein fdieiut, mie fein 
Pater gigarrcnbrelicr 3U merben; biefer Beruf fdjeiitt 
Pater unb Sohn ein angenehmer unb mnrbigcr, meil babei 
bie (Scbanfeit fo fchöu fpajiereit geben fönnen. Schließlich 
entbccft aber ein junger £ehrer im Dorf bie uitgemöbitlicbe 
Begabung bes Knaben uttb ermöglicht es ihm, bas £chrer* 
feminar 311 befneheu. So geleiten mir ben gelben bis an 
bie <Sren5c bes 3 li nglingsaltcrs. 

(Es ift für bie Bamburgcr Sdutljugenb 31t bcflagen, baß 
fie einen foldjcn fehver ucrlor. Über 0tto (Ernftcus jegige 
fehrtätigfeit ift noch größer unb mürbiger als bie eiuftige, 
unb fo oft er uns fo bcttlfche (Sahen bietet, mirb ihn bas 
Polf fo froh begrüßen, mie man im Ejaus feines Semper 
ben prächtigen XPolfcnfchicbcr begrüßte. u r . m ltrf rnsucr. 



Die Pc rmählnngsfeierlich Feiten itt Berlin (Kbb. 
S. 9 7 t bis 976 ) finb 511 (Enbe. Sie haben einen glänseitbcn, 
and) nidjt burd? ben leifeftcu ITlißtoit getrübten Perlauf ge» 
uoutmcii unb micbcr einmal ber BcoölFcrnng (Sclegcubcit 
gegeben, bie X^c^lichfeit ihrer (Seftumtug bem faiferlicbeu 
haus gegenüber 511 befunben. prächtiges IPetter bcgüuftigtc 
bie große v fcicr uitb insbefonbere auch ben (Einstig ber Be^ogin 
(Eecilic 0011 lllerflcnbnrg Sdtmcrin, ber für bas große publifiint 
bas Bauptftücf bilbctc. illag ber X^crjogitt immerhin ber 
Kbfdjieb uou ber Xieimat nicht gan^ leicht gemorben fein, fic 
mirb fich aus beut (Empfang, ber ihr bereitet mürbe, überzeugt 
haben, baß fic in Preußen (Srfag ftubcu mirb für alles, mas 
. fic in Utccflcnburg etma ungern juriirflaffcn mußte. Braufcube 


Bod>rufe tönten ihr fchon entgegen, als fie fich nach ber Kn* 
fünft pon beut lehrter Bahnhof ttad? Schloß Bcllcuue begab, 
lauter 3 ll l>d fdjliig au ihr 0 hr, als ftc fpätcr au bei* Seite 
ber Kaiferin uou Bcllemte über bie Charlottenburger Chauffee 
bnreh bas Branbcubttrger Cor über ben parifer plag unb bie 
Straße Unter ben £itibeu nach bem föitiglichcu Sd>loß fuhr, 
mo ber Bräutigam ihrer harrte, ber uorher bie £cibfompagnie 
bes (Erften (ßarberegiments 5. borthitt geführt batte. Schul* 
finbcr,Perciue, Korporationen bilbeteu beit gaumen IPeg entlang 
Spalier, unb hinter ihnen brängten fich bidjte ülenfchcnmaffcn, 
bie ftunbcnlaitg in ber größten Xiiftc aushicltcu, um von 
bem h*ftorifcheit (Ereignis boch meuigfteus ctmas mit eigenen 
Kngcn 5U fchditen. Km günftigften maren bie baran, bie 3U 
bem phrifer plag gutritt erhalten hatten; fic fonnten in 
Kühe betrachten, mas ben Blicfeu ber aitbcrit immer gleich 
mieber entfdpmaitb, faum baß fie es gcfcheit. Denn Ine* 
madjtc ber ^och5cits5iig fialt, h* cr halfen fid? bie Pertrctcr 
ber ftäbtifcheu Bchörbeit mit bem 0 berbürgermeifter Kirfchiter 
an ber Spitje unb bie hunbert meißgcfleibcten Chrcnjuugfraueu 
cingefuubcn, um bie 5ufünftige beutfehe Kaiferin namens ber 
Keid)shauptftabt 51t begrüßen, ffier founte and? bie Braut 
mahmehnten, iii mclcher Krt fid? bie Stabt ihr 311 (Ehren ge* 
fehmüeft hatte, uitb founte in biefem Sdjmncf bas Siunbilb 
bes (Sciftes ber Bcoölfcrung erblicfcn, ber fich mit bem 
Didjtcrmort fenn5eichncn läßt: Hofen auf ben IPeg gefireut 
unb bes Barms uergeffen. Zlachbem 0 berbnrgermeifter Kirfdmcr 
eine furse Ktifprache mit einem Boch auf bie Braut gefdiloffen 
unb biefe einige begliche Dautesmorte gcfprochcit hatte, fctjte 
fid? ber §ug unter fortbanernben begeifierten §nrnfcn bem 
Sd^loß 511 mieber itt Bemcguug. Die smeite Phafc ber ^eft* 
lichfeiten, an ber bas pijblifutu teilnehmen founte, mar ber 
Kird?gang am folgeitbcn Cag. Da fuhr bie X}cr3ogin an ber 
Seite ihrer Hlutter, ber oermitmetcu (Sroßhcr5ogin Knaftafia, 
ber ihr (Scfuubheitssnftaub fchlicßlid? erfrenlichermeife boch 
geftattete, ber Permählung ber Cochter beisumohuen, uom 
Sddoß 5um Dom. Km Dienstag folgte bie eigentliche fjotfa« 
3eitsfeier, bie fich natnrlidp unter Kusfchluß ber 0 effentlichfeit 
uoll3og. Kunmehr founte bas junge paar nach bem in ber Bähe 
bcs ibyllifcheit XPelirbellinfees gelegenen 3agbfchloßt7ubertus(tocf 
fahren, mo es feine ^littermochcn ucrlebeu mirb. — 3 m § u# 
fammcnhaitg mit ben fjoffcftlichfciteu gab ber Staatsfefretär 
bes Kusmärtigen Kmts Freiherr von Hichthofen ben Per* 
tretern ber ausmärtigeu ITlachte ein mohlgclungenes (Sartcnfeft. 
Unter bem §cid]en ber Kronpriujetihochscit ftaub fchlicßlidy 
auch bie potsbamer- (Kbb. S. 978 ) i\ub bie große Frühjahr*» 
parabe (Kbb. S. 9 78 a) auf bem (Eempelhofer ^clb bei Berlin, 
ba biefen militärifdjen Schaufpielen auch uiclc Ejod^citsgäfte 
beimohnten. 

e<3f 

^ürft Bülom (Kbb. 5 . 977). Km (Tage ber Bodtfeit 
bes Kronprin3en hat ber Kaifcr bem Kcichsfan 3 lcr Grafen 
Bülom ben ^ürfientitcl uerlieheu. ZXicht meniger als bie 
Staubeserhöhung felbft biirftc ben leitenbcn Staatsmann bie 
Krt erfreut haben, in ber fie ihm mitgetcilt mürbe. 3 K 
aller ^rühc, morgens um acht Uhr, fuhr ber Kaifcr bei bem 
Kaiser uor uttb fegte ihn pcrföulich uon ber ungcmöhitltchen 
Kusjeichnnng in Kenntnis. Sie mar ihm früher fdion ein* 
mal 5iigcbad)t, bamals aber bat er felbft, ber Kaifcr möge 
bauoit Kbftaub nehmen; jct$t erfolgte fie offenbar nidjt als 
£ohit für eine einzelne Cat, foubern als Kncrfcniiung für 
bie gefamte aiutlici?c XPirffamfcit bes (Srafcit Bülom, ber 
uor etma fünf 3 ahrcit 511111 Keid/sfan^lcr unb prcußifdjcn 
iniuiftcrpräfibenteu eruaiiut mürbe. 

König ^friebrich K11 g 11 ft uon Sachfctt (Kbb. S. 978 c) 
befnehte uiiläugft auf einer feiner Keifen bas Klofter inaricn- 
ficrn bei Kameitj. Uufcrc Kufitahnte 5cigt ben König im 
(5c|prädj mit ben Pctcrancu, bic fid? 5U feiner Begrüßung 
cingcfunbcn hatten. 

eo 

Die neunte 3 ll teritationale. Kuitftausftcllung in 
Ulünd)en (Kbb. S. 978 c) ift am 2. 3 in, i hurch ben priu.v 
rcgciitcti £uitpolb feierlich eröffnet morben. 3 n feiner Be» 


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Hummer 25. 


Seite 969. 


glcitung nahmen an her ^cicr noch prm$ unb pr'n^cffin 
Lubmig fowie eilte auberer föuiglußcr priusen mit 

ihren (Semahlinncn teil. IVaßrlid? ein bereites gcid^cn für 
bas lebhafte ^ntcrcffc, bas am bayrifdicu f?of ben bilbcubcii 
Künficn cntgcgcugcbracht wirb. Der priujrcgcnt fclbft gab 
in ber fur$cn Bnfpradie, mit ber er bic Busftcllung für 
eröffnet erFlärte, feiner Jfrenbe über ihre reifliche 23 c* 
fddefung ans gau5 Dcntfcßlanb mtb nieten Staaten bcs ^Ins- 
lanbes Busbruef unb münfeßte ben 'Rationen, bic fiel? hier 
5itm fricblichcu IVettftreit auf Fünftlcrifd>em (Sebict per* 
einigten, ben befielt (Erfolg. 

prins^ricbrichLcopolbPouprcußen (Bbb. S. 978 b), 
ber pom Kaifer ins rufßfcße Lager auf ben manbfcßurifdjc 11 
Kricgsfcßauplafc eutfanbt mürbe, fjat fein §icl erreicht. Buf 
feiner Beife f?at er aud? pefing befndjt, beffen Seßenswürbig* 
feiten er in Begleitung bes beutfeßen (Sefanbten ^reiberrn 
Mumm non Scßwartjcuftcin befiddigle. 

König Blfons pon Spanien (Bbb. S. 978 ) hat ficß 
einige §cit in Paris aufgehaltcu unb ift bort pou ben offt- 
ßiellcn Kreifen wie aud? non ber Bcpölferung feßr frcuublicß 
aufgcnominen worben. (Er erfdjien mieberßolt au ber Seit* 
be? praftbenten Loubet, mit bem er and? Hotre Dame be* 
(liebte, unb beibe Staatsoberhäupter würben regelmäßig mit 
F^oeßrnfen begrüßt. (Einen grellen MißFlang aber braute 
in bic Harmonie ein Bombenattentat, bas gegen ben jungen 
König perfueßt nmrbe. (Er fclbft fant freilich heil bauon, 
aber einige aubere perfoucn erlitten bei ber €jplofion 
firmere Verlegungen. 

(Serhart fjanptmaitn (Bbb. S. 977 ) ift non ber Uni« 
perfität (Djforb 311m (EßrenboFtor ernannt morben, ber erfte 
Jall, baß biefc Busschhnuug * einem bcntfd>cu Dichter non 
einer euglifchen r?ocßfd?ulc 5uteil mürbe. Bei ber promotion, 
ber Hauptmanu perfönlid? beimohnte, mürbe er als aus* 
gescicßnctftcr bramatifdjer Dichter ber (Segenmart, beffen Bußm 
im 3 nlanb wie im Bnslanb ftetig wachfcn merbe, gepriefen. 


(ßefangene 3 a P ancr in Mebwieb (Bbb. S. 978 d'. 
IVenu ben 3 npn«cru nad?gerüßmt mirb, baß ftc bic in ihre 
(Scmalt geratenen Buffen gut behanbcln, fo bürfen bic Buffen 
bic gleiche BnerFenuung für fich in Bnfprueß nehmen, llnfcre 
Aufnahmen ans Mebwieb lehren ßunfäUig, baß ben 3 apancrn 
freie T^anb gclaffeit mirb, fuß ihre Bcfdjdftiguug 511m Der* 
gnügen ober jur Belehrung 311 wählen. 

e« 

(Ein originelles rüßlingsfcft (Bbb. S. 978 b) ift 
fürjlicß in IDicit pcranftaltet worben: ein „Rilfeft", bei bem 
fid? Teilnehmer nach Begypten perfekt fühlen Fonuten. 
Die 3 nitiatiuc ba^u ging non ber ^ürftiu Metternich aus, 
bie feßon ßaußg eigenartige ^efte im Dienft ber IVoßltätig* 
Feit arrangiert hat. 

Die „Btlantic" (Bbb. S. 978 \ bie 3 ac h* hes Perm 
IVilfon Marfball potu Bcuyorf 3 a <J?tflub, hat, mie mir bereits 
mclbeten, bei ber 05eanmcttfahrt um ben Kaifcrpofal beit 
Sieg bauougetragen. JVir bringen heute eine Bufuaßmc bes 
faßrseugs nach feiner Bufunft in Kap Lijarb. 

perfonalicn (porträle S. 978 ). 3 n Bubapeft ift ber 
liberale Bbgcorbnctc (Sraf Stefan Kcglcpicß non bem sur 
flcrifalen Volfspartei gehörigen Bbgeorbneten Dr. Karl Ikiicj 
in einem Säbclbuell bureß einen Stich in bie Bruft getötet 
morben. (Sraf Kcglcpicß, ber ein Blter pon 62 3 a ßicii 
erreicht hat, mar als £rcunb ber Knnft ebenfo befanut mie 
als politiFer, er mirFte längere Seit als 3 n ^nbant ber 
Köuiglidieu Theater in peft. — Der befannte Begrünber 
unb feiler be* Sanatoriums „IVeißer Fjirfcß" bei Dvesben, 
Dr. Laßmann, ift im Blter pon *5 3 ^h r ^ n geftorbcu. Der 
Verewigte, ber am 50 . Märj |860 in Bremen geboren mürbe, 
filierte anfangs ba- 3i , gcnicurfadj, ging aber bann 511111 


Stitbium ber Mebijin über, in ber er Heroorragenbes gclciftet 
hat. ^reilid? fchmanFt fein Oarafterbilb in ben Bugen ber 
Scitgenoffen pon ber Parteien Paß unb (Sunft eutftellt. 3 n ^ CH 
fieb^eßn 3 ^h rcn Begrüttbnng bes Sanatoriums hflkcit 

Ecibenbe 511 taufeuben bort Zuflucht ^efiiebt, um fid? uad? 
£al> manns natürlicher ^cilmcthobe behanbcln 311 laßen. — 
Seinen 70 . (Seburtstag feiert am to. 3 UU * ^ er (Seheimrat 
prof. Dr. Bbolf 0 tt in ftiller gurnefgejogenheit auf feiner 
Bcfißuug (Erauneef bei 3 WI. €r ift ben wcitcjteu Kreifen 
als £ehrer an ber Uniperfttät präg, als Babearjt in lllarien* 
bab, mo er mehr als Dreißig 3al?rc hinbureb praFti^ievte, unb 
als DTitporfttjeuber bes „Komitees sur X>erauftaltung ärjt* 
lidicr Stubienreifen" beFanut gemorben. — 3 U Berlin ift ber 
argcutiuifche (Sefanbte illavtin (Sarcia Dle'ron (Portr.S.970), 
ber erft por meuigen IVodien pon IVafhingtou uad? ber 
beutfeben Beichshauptftabt perfekt morben mar, einem f?cr5* 
leiben erlegen. Der Verewigte, ber in feinem ncun^chntcu 
Lebensjahr bie biplomatifche Laufbahn begann unb Brgen* 
tinien früher ber Beiße nach in Paraguay, pern, Brafilien 
unb ben Vereinigten Staaten pou BincriFa pertreten f^at, 
genießt in feiner Ffeimat ben Buf eines ausgc5cid)nctcn 
Sd)riftftcllers, ben er itod? neuerbings burd? fein IVerF über 
bie amcnfanifche Diplomatie bemährte. Uebcrall, mo er 5U 
mirFen berufen mar,hat fichF?crr llleron burd? feine hcrporragcit* 
ben dh(traFtereigenfd?aftcn ^rennbe erworben. — 3 n ^ cul 
int 5 aag perftorbenen öfterreid)ifch*ungarifchcn (Sefanbten 
0 folicfanyi*b' 0 eolicfna (portr. S. 970) has bortige biplo* 
matifdye Korps eins feiner angcfeßcnftcu unb licbcnswürbig* 
ften mitglicbcr perloren. Der Verewigte, ber supor als (Se* 
faitbtcr in Stuttgart, Darmftabt unb Karlsruhe gemirFt hatte, 
pertrat bie öfterreichifdj-nngarifdje llloitarchie im £?aag feit 
t89^ unb mar bort maßrenb ber lebten 3 a ß rc Doyen 
bcs biplomatifcßen Korps. 0 colicfanyi permaubte feine ITluße* 
ftunben 5U pßilofopßifvi^eit Stnbicu. 



Die ^riebcnshoßuuugen ber politifchen unb ßnanjiellcn 
IVelt, bic alsbalb nad? ber Vcrnidjtung bei* rnfrichcu Kriegs* 
flotte rege mürben unb and? seitmeifc ber Börfc gemiffe B11- 
regnngen jiiführtcn, ßaben bisßer Feine Beftätiguug gefunben. 
XVoßl aber läßt bie pon meßrercu 0 rlcn gcmclbete TätigFeit 
ßevporragcribcr StaatsfunFtionäre unb Diplomaten mit Sicher* 
heit baraitf fcfaließen, baß bic fo lange feiteus ber (Sroßmächle 
geübte ^urücfhaltung nunmeßr ißr (Eitbe erreicht unb bem 
Bncrbictcn ber „guten Dienfte i ' beßnfs Herbeiführung einer 
frieblid^cn Bunäßerung swifdieit ben Kriegführenben pla^ 
gemadit hat. 3 m merßin wollte in biefen Tagen bas (Scfübl 
ber Ungewißheit unb infolgcbcffcit eine meitgeheube 
haltuug pou unfern (SefeßaftsFrcifeit nicht weichen. Somit 
mar pon einer Beiße rußiger unb burd? nur geringfügige 
PreisfihmauFungen gcFeuii5cichucter Börfentage 31t bcrid?tcn. 
Die crfd?lajfcnbe hod^fommcrlicße (Lentperatur, bie bereits bie 
Börfenfäle 5u licßten beginnt, fomic bie ^cfitage anläß* 
lid? ber Kronpriu5euhod?5cit trugen ba5U bei, ber (Sefduifts* 
tätigfeit Seßranfen 511 fefccn. Bei allcbem ließ fid? nidjt 
pcrFcitnen, baß ber UTarft feine feftc (Srunbftimmung mühelos 
aufrcihterßaltcu Fonntc, ba mirflich ungünftige €inwirFungcn 
uießt an ißn herantraten, fonbern bic bisßer mirFfam ge* 
mefeueu frcunblidicn Buläße nteift weiter in Kraft blieben. 

¥ 

So lauten 511m Beifpiel bie Berichte aus unfern widdig» 
ften 3 | ^ u f tr i c 5 !l, cigcn fortgcfc^t giiuftig. Bm KohlemnarFt 
legen bic hohen IVagengcftcllungssißcrn Port ber befriebi* 
genben Bcfdniftigiutg ber (Srnlcu Zeugnis ab, unb auf bem 
(EifenmarFt wirft nießt allein bie rege Täligfeit ber l?üttcn 


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Sette 9 ? 0 . 


ituntmer 23. 


ermunternb, fonbern es tvirb auch bie pijcmtöfie anbauernb 
angeregt burdj bie €rivartuug weiterer großer Bcficlluitgen 
in alten Bctriebs5tvcigen als ^olgecrfdjeimmg bes oftafia* 
tifdjeu Krieges. Klag man nun and? anncfymen, baß ber 
bcutfdten 3 n bußrie nur ein Bruditcil jener Aufträge 3U* 
fallen bürfte, fo märe bas bodj ein ^utuacfys, ber bei ber 
ohnehin guten Bcfdjdftigung ftarF ins (Semidjt fallen unb vor 
allem bas Kubanern eines ausreidjcnben Befdjdftigungsgrabcs 
gcmdl^rleiftcn mürbe. Kucb mit ber prcisgeftaltung im (Eifert- 
gemerbe fdicint es nunmehr in gemiffen gtveigen Iaugfam 
beffer 5u iverben, mie bie Preiserhöhung für luremhurgifehes 
Kohcifctt scigt. 

¥ 

3n unferm BanFtvcfcn fefct ftdj instvifchen bie oft er« 
örterte Konscntrationsbemegung mcitcr fort. & cn lefcten 
Beteiligungen unb Ermcrbungen uttferer (Sroßbanfen trat 
ncucrbiitgs bie Hatioualbanf für Dcutfchlanb mit ber lieber» 
nähme ber burd? ihre meituerjmeigten Bcjiebttngcn $ur 3^' 
buftrie bcnmrragcnbcn hi c f l 9 cu BanFftrnta Born unb Buße. 
Die (Einengung bes prioaten £anFgcfd)aftsbetriebs iß nad?» 
gerabe 3U einer (Semohubcitscrfdjciuung getvorben, unb bie 
Keßc bes fclbftättbigeit unb non ben (Sroßbanfen mehr ober 
meniger unabhängigen BauFgcivcrbes tragen eine ber Si¬ 
tuation aud? tatfächlidj angemeßcue refignierte Stimmung 
5iir Sdmu. Die gleiche Kcftgnation bringen unfere (Scfchäfts* 
Frcife ben bisher fo Fläglid? verlaufenen Dcrfuchcn entgegen, 
bie auf eine (Erleichterung ber Sörfcngcfefcgcbung hinaus* 
liefen. BeFauttllidt mar bie in ber Icfcicu Seit burdj ben 
Keid?stag be5m. beffen Börfcnfommifßou gcleiftete Krbeit an 
ber Kcformvorlage ber Kegicrnng verlorene Liebesmüh; benn 
burch ben Schluß ber Kcuhstagsfcfßon ift eine Dcrbcfferung 
bes fo verbeßerungsbebürftigen <5cfctjcs micbcr in mcite 
^erne gcrütft. Dian pelß, baß unfere Börfe ans ftd? fclbß 
heraus nicht aenügenb Kraft unb Knregung 31t einer Bcße- 
rung unb Konfolibicrung ber Dcrbältniße fd?öpfcn Faitu, 
menn ißr nicht bie auswärtigen ITlärFte, von bcucn fie letber 
immer mehr abhängig mirb, 5U F^ilfe Fommcu. ücrus. 



Die toten der Bloche. 


fjersog von Knbiffrct-pasquier, Senator unb Hut» 
glich ber KFabemie, f in pnris am <*. 3 im i. 

Klbcrt € Urnen reid), beFanntcr Sdiaufpicler unb Ke» 
gißcur, f am 2. 3 llT1 i in SübecF im 90. Lebensjahr. 

ftornftcin, (Er^bifchof von BuFareß, f in (Eoban am 
5. 3uui. 

Dr. E^cinrid) Lahmattn, beFanntcr Katnra^t, f in Drcsbeit 
am (. 3uni im ^r. Lebensjahr (Portrat S. 978). 

prof. Klbcrt £ ö fch h 0 r 11 / beFanntcr Berliner Klavier- 
päbagogc, t in Berlin am 3 li ni, 86 3 a h rc 

ITTartin (Sarcia ITCcron, argcntinifchcr (Sefaubtcr in 
Berlin, f in Berlin am 50. UTai (Porträt obcnftchcnb). 

Kirchenrat ^riebrid? OTidta helles, f in Nürnberg am 
2. 3uni. 

Ofolicfanyi — b’0Folicfna, ößcrreidnfdvuitgarifdjcr 
(Scfmiöier im l7aag, f im I3aag am 5(. UTai im Klter von 
o7 3ahrcn (Porträt obcnftchcnb). 

<5raf Lubtvig Pappen heim, f 511 Schloß Pappenheim 
im Kltcr von *3 3 a h rcn * 

profeßor dharlcs Kasan, bebcntcuber Lingitiß, ehemaliger 
Dircftor im frait5Ößfd>cn llntcrrichtsminiftcrium, f am 2. 3uni 
in Paris im 8*. Lebensjahr. 


Dr. (Emil Kott, fdrmciscrifchcr Bunbesrichter, f am 
3uni in Laufanite, 53 3 a ^ rc alt* 

Prof. Dr. v. Sdran5, beFanntcr (Theologe, f in (Tübingen 
am (. 3 lm i. 

(Serharb Stößel, Kcidjstagsabgcorbnctcr unb beFanntcr 
Krbeitervcrtrctcr, f am {. 3 u ni in Berlin, 69 3 a ^ re alt* 



IHnrtin (Sarcia IHeron f ©foItcfaBtt — b'©foIicfita f 

argentin. (Scfanbter in Berliiu öfterr.«Ungar. tSefanbter im ^aag. 


profeßor ^rans Strauß, leßrcr an ber Föniglid^enKFabemie 
ber (TonFunß in ITlünd^en, f in Dlünchcn, 83 3 a ^ re 

(Sehcimcr F^ofrat profeßor Konßatin Uhbe, bebeuteitbcr 
Krchiteft, f 5t. UTai 51t Braunfchmeig im 70. Lebensjahr. 

von §ipperlcn, langjähriger profeßor ber (Eierarsnci» 
Fuube an ber Lanbrvirtfchaftlichen ^od^fd^ule in EJohcnheim, 
t ant 2. 3 11 ™ ^ Stuttgart im KItcr von 75 3 a h rcn - 


i>te 

©arfentaube 


Sbeu(e Äef t 23 erfd&tenen. 


3nbatt: 

,öerseIoibe M , bie ©efcbtc&fe einer Ciebe. Vornan »on 
Georg Qretberrn oon Ompteba. 

Schäfer beim (Stnpfercben feiner Äerbe. 30u- 
ftration nach einer Originaiaeicbnung von C V. ^auer 

®ute 93eute. joolafebnitt nach bem ©emälbe »on 
535. ©täbbein. 

9ver»ofiiät unb Reifen. Q3om ©ebeimen 9JIebiainah 
rot ^rofeffor 5)r. (Sulenburg (?3erltn). 

V)ie (Sleufinien non ^gra. 3Uuf(ratton nach bem 
©emaibe »on %. •vattaglia. 

itunftootle 5of<benubren. Q3on Robert SKieife 
(mit 12 '2tbbUb ). 

28enn man’ä nicht bat- CFraäbtung bon ©oa $reu. 

Blätter unb 99tüten (ia.). 

Silber au# ber ©egenmort (mit »leien 91bbi(b.). 

Dte (delt der fr au: 

„fftnbermunb." ‘Son 91bele Äinbermonn. — 3unge 
95urmeflnnen (IQ.) — SPiäbcbenlteb. ©ebiebt »on ^tbet* 
bei» vetter. — ©er heutige 6tanb ber gfrform- 
bemegung. ^on 3tc»e SJroun (tu.) - QVobin retten 
t»tr? Q3on ^aula Aobenfet#. - ©te 9Robe (reich Ul.). 
— ©te ^tau al# ©rfinberin tm »leinen. «Bon 
i>. ©omlntf. — 6pabnfiecbten. ©on 9Warte ©op»iu# 
(tu.). — ©te 9?umpeltammer. ©on Aannab ©Jiuflei:. 
OCaiccber für tebermann. - »ücbe unb »euer. - 
Oveaepte. 

u. f. t». u. f. t». 


Die „Gartenlaube“ mit ^Welt der Frau'* ist als Familienbiatt 
eine wertvolle Ergänzung zur „Woche“ und kann durch die 
Geschäftsstellen von August Scherl G. m. b. H. f sowie iurch 
alle Buchhandlungen für 25 Pfg. wöchentlich bezogen werden. 

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Ztummer 23. 


Seite 97 j. 



Bilder vom Cage 




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2lnfunft»^« 5 l, 9 es rtU f & cm P lU M er pUitj. — (l?ofpbot. feile Sc l(untjc). 

Die Hochzeitsfeier bes Kronprinzen: Einzug ber Herzogin Cecilie in Berlin. 


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Seite Q72. 


Hummer 23. 



Von ltnfs nad? redjts: ©ro^bcrjoginmutter 2(naftafla, <Srofeber 3 ogin 2IIejanbra, Der lefcte Sdjeibegrufc. 

prittjefßn Oriflian uon Dänemarf, fje^ogin Cecilir. (^ofpljot. £?eufdjfeL) 

Hbfabrt der Kronprinxenbraut aus der Beimat. 



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Hummer 23, 


Seite 973, 



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Seite 97^ 


Hummer 23 



Die Cbrenjungfranen in Cnoartung bes — (Pfyot. Dannenberg & Co.) 

Tom Einzug der Kronprinzenbraut in Berlin« 


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Hummer 25. 


Seite 975« 



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D?r Sinjug brr Kronprinjrnbraut in Brriin: Orr Brautjug erlangt funt Königafdjlof}. 

Jjofptjot. £?•!&, IDeintar. 

















Seite Q76. Hummer 23. 



1>oii littfs nadf rechts: Untere Heifje: IHinifter Krago, Deputierter. (Setternl be Cncroir, Chef ber OTiffion. Konternbmircil be CTaroQes. ©bere Keilje: 
©raf uoti (Eufenburg. Kapitän be$ üaüteres. öotfefjaftsrat ©uiüemin. ©berfHt Ctjabaub. ©berfHt. non £)ugo, tTlilitärattacbe in Paris. ©berlt. b. ttlar. fjuniann. 

Die Mitglieder der franzöflreben 8 on der ge Tan d t fch aft zur Bochzeitsfeier. — ptjot. Cüpfe. 



3agbfdjIo6 ßubertusflocf, 
ber Kufentbnlt bes 
neuuermäblten paares. 


(pfjot. Setfer & IHaafc). 


Von ber 
Hochzeitsfeier 
bes 

Kronprinzen. 


Von Mnfs naefj rerfjts: Der Kronpr {«5 uott £d?n?eben, 5 rc *bcrr 
u. Uidjtbofen, t>on €Ibe, prinj ChrijHan uon Däuentarf. 
©artenfeft beim Staatsrehretär freiherrn v. Richtbofen. 


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5ürft8ernf}flrt>33fllon>. ^ürfHnBülorD. 

Zur Grhebung des Reichskanzlers ©rafen Bulow fn den fürftenftand am 6. ^uni 



(Eine eitglifdje (Eijrung eines beutjdfen Dichters: Die Oerleüjung bes ©fyrenboftors an ©erwart £)auptntaun buid? bie Umucrfität uon 0jforb. 

Gerbart ftauptmann in der Cracht eines Oxforder Doktors, 


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•eite 9^8. 


Hummer 23, 




Der Kaifer (0 int (Befprädj mit bem dürften oon OTontenegro (2). 
f?ofpt}ot. Seile & Kunfce. 


'i'ijüi. £l)u|jcau>3l<u>icu3. 

Tom Be Tuch des Königs von Spanien in Paris. 

König Ulfons XIII. (I) unb Prdflbent Coubet (2) in Hotre Dame. 


Der japanifdje prin 3 Urifugawa (X). 
fjofphot. Seile & Kunge. 




Graf Stefan Kegleoid) f Dr. Reinrid) Cabmann *f Ton der frübjabrsparade in Potsdam: fremde ©iftc 


Hlitglieb bes ungarifcfyen Ubgeorbnetenbaufes. 


befannter Hatura^t. 


am deutfeben Kaiferbof. 



(Sebeimrat Professor Dr. Adolf Ott, 

ITlitoorfitjenber bes Komitees 3 ur Oeranital' 

tung ältlicher Stubienreifen, Die lacht „Htlantic“, Sieger im Rennen um den Ozeanpokal, 

feierte feinen 70. (Seburtstag. nad? ihrer Unfunft bei Kap Ci 3 arb. — pbot. Sd?aul. 



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Hummer 23. 


Seite 9?8 <V 



Rückkehr bes Kaisers (X) an ber Spitze ber fahnenkompagnie. 

Von ber frühjahrsparabe auf bem Tempelhofer felb in Berlin. 


$ofpboL $eB>» Oda tau 


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Seite 978b- 


Hummee 23. 


^ürflin paniine ITlettemidj unb i)err <£bgar non Spiegel, Me Sdjöpfer bes 5efies. 

Bin originelles frühlingsfeft in 


£räulein Cini Senbers vom Surgtbeater. 

«Hen: Bilder vom fiitfert. 







1. Prin 3 5*i*Mtd? Ceopolb. 2. (ßefnnbter Freiherr non Ittuntm. 

Prinz friedricb Leopold von preußen auf dem {Hegt zur rulTifcben JflandfcbureUrmce: Belucb in Peking. 


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Hummer 25. 


5eife Q78c. 



©rnf IIIoy- Der prinjregent. pritt3 Cubiuig. 

Hus dem Münchner Kunftleben: Der prinrregent eröffnet die IX» Internationale KunCtausCtellung. — pbot. ^neger Sc (Soeben. 



I. König ^riebridj Kuguft. 2. Kretsfpinpimmm u.- Sdjlieben. 3. fyutptiiiann Hinter. 4 . Sttftspropfl Sdjneiber. 5. Kloften>o.;,t »mb Kommerfjerr v. pofem. 

6. ©eneralntajor v. KItrocf. 7, Kmtstjauptmann v. €rbmaunsborf. 

Beruch des Königs friedricb Hugurt von Bacbfen im Kloftei* 8t. Marienftem bei Kamen:: 

Der König im (Sefpräd? mit ben Deternnen. — pbot Sorn. 


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Seite 978 d. 


ZTummer 25. 



I. <Zine Demante 23efd?öftiguna. 2. ZHuf ifaltf d?» ilbcnbanterfjaltung. 3. Beim Stubium ber mfftfdjen Sprache. 


Gin ßffanßfnpnibyll auf rufpfdjrr €röe: 7apanifdjp Krirgsßpfanßrnr in ffifbroirlL 


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Hummer 25. 


Seite 979> 


Die 7?ctmatlofett. 

Hontan von 

(T^ttsn«t6a ttityl. 


ebmigs prophcsciung traf bod? nur. halb 
ein: am andern morgen mar ber £?intmel 
grau, unb ein fpifeiger Hegen ftrid .7 nieder, 
in ber £?öl?le ber IDinbe regte ftd? nichts. 
KainiHa fal? frifd? unb blüt?enb aus, als 
fie, in einen grauen IDcttermantcl gefüllt, 
ladjenb aus bent I?aus trat. Die Herren 
marcit fd?on mit bem IDagen por ber 
Cür, unb IDulff l?olf U?r beim €inftcigeit. 
„Dein alter Ijalali, Kamilla?" Sie 
fdjüttelte ladjenb ben Kopf unb ermiberte ebenfo leife, wie 
er gefragt: „(ßlaubft bu, id? ftäfe nod? im Kinbcrjcng?" 

f?ebmig mar bie HToormanberung augenfd?einlid? 
nicht gut befomnten. Sie fal? blaß aus, l?otte flacfernbe 
Uugen unb machte gcmaltfame Unjirenguitgeu, luftig 311 
erfd?einen. Hiemanb aber ging fo recht auf Umreit Zon 
ein. Kamilla mar fo früh nod? nicht in ber Stimmung, 
uiel 3 U reben, ber Ulte mar brummig mie gemöi?nlid? 
ober DieHeicht mehr als gemöl?nlid?, meil bie 3ugeitb 
ihn nicht nach bem 3ägerhof begleitet l?otte, Dat?lanb 
fah aus, als perregne ihm baheim im IDcftfalcnlanb 
bie firnte, unb IDulff, ber guter Caunc 311 fein fchieit, 
faß bei ZlTartin Stuhr auf bem Hocf unb unterhielt fich 
mit ihm. 

„paß auf bie pferbe, ZHartinl" fd?rie ber Ulte rücf* 
lings nach bem Kutfd?erjift hinouf. £* foitnte biefe 
Urt gemütlichen, pertraulid?en Derfet?rs, in bem IDulff 
3 u ben Ccutcn ftaub, nicht leiben. 

Kamilla mad?te große Uugen, laufd?te einen Uugen* 
blicf, ob IDulff nicht etmas ermiberu merbe auf biefen 
5 lanfenangriff, unb 30 g ftd? bann mie frierenb tiefer 
3 urücf in ihren afchgrauen HTantel. Derlorett bas biß* 
chen 5reube, bas ber ITTorgen ihr gebracht! IDulff faß 
nun aud? in gebuefter Haltung ba unb bliefte fchmcigenb 
über bas graue Canb, hinab in bie tiefe IHarfch, beten 
fonuperbrannte Slurett im erquiefenben Hegen bampften. 
Der Ulte mar noch immer babei, Dal?laub uon ber 
©cblanbfultur auf bent 3 ogcrl?of 311 er 5 ählen. <£r ge¬ 
riet in immer größeren fiifer unb bann in IDut, baß 
bie Sd?märnter sieb unb planlos im HToor I?e rum ge* 
manbert maren. Schließlid? aber glaubte er £id?t 311 
fehen, beim er rief: „Uber nod? ift polen nicht per* 
loreu! IDir machen nod? einmal bie partie — gatt 3 
einfad?! Unb mcl?e 3^ ncn / mettn Sic bann greifen!" 

Dahlanb ermiberte auf biefe Hebe gleichmütig per* 
binblid?, er fürd?te, ftd? mit bem Hilb begnügen 3 U 
müffen, bas ihm f?err Cgbertfen ba entmorfen habe, 
er müffe morgen surttef an bie Urbcit. 

IDie ba bem Ulten bie Stimmung umfehlug! €r 
fd?impfte nid?t mehr, aber fein „£?in" mar meit fd?lim* 
mer. fjebmig fal? ben IDeftfalcn faffungslos au, bann 
fammeltcn ftch ein paar Cropfen in ihren Ungen* 


minfcln, bie langfant über ihr <Scfid?t rannen. IDie 
lang mar bie 5 al?rt ihnen allen! IDol?l brcintal fo lang 
mie bie fröl?lid?e Uuffahrt nad? ber (ßeejt. — 

Schmcigfam faß man beim HTittagsmahl auf ©Ibens* 
hof, bie großen Cropfeit !latfd?ten aus 5 enfter, serfefeta 
Hlätter lagen auf bett ^liefen por ber Haustür. „<£s 
ift I?erbft gemorbeu über Had?t," fagte 5 rau Cgbcrtfen, 
„gut, baß il?r alle unter Dad? feib!" 

Sunt Had?mittagsfaffee mar im (ßartenfaal gebest 
morbeu. Die alten, blanfen HTal?agonintöbcl bliitften 
unb bie blaumeißeit Caffeu basu,. als ber Sd?eiit bes 
Seucrs fie liebfofte. IDulff faitt als Icfetcr herein unb 
fefete ftd? mit feiner gcmöl?nlid?eu, etmas tragen Herne* 
gititg au ben CEifd?. 

Da fragte ber Ulte, mo er fo fange gefteeft höbe, 
unb IDulff fagte murmclitb, er fei ein mettig bei bem 
alten Karften Heiners gemcfeit. 

Kaum mar bie Uusfunft erteilt, als bie Ijaub bes 
Ulten .fd?mer mie .ein Sd?miebel?ammer auf bie meiße 
Damaftb^cfe fiel. „Ul?o, fomitte id? mieber hinter bciite 
Sd?lichc, mein I?crr Sol?n? Cäßt bir mof?l dou bem 
alten Kerl etmas porfänfelu pon fontmenbeit feiten, 
mie fchön es fein mirb auf ©Ibenshof, mentt eütmal 
ber ,Ulte‘ 31 m großen Urmee rüber ift?" 

„figbertfen, mäßige bid?!" jammerte bie 5 ratt. Dal?* 
lanb legte bem Sünteitben bie f?aub auf ben Urm, Ka* 
ntilla trat in großer Derlcgonl?eit ans 5enjtcr, fjebmig 
fd?lng bie Urme übercinanber unb martete. IDulff um* 
faßte porläufig mtr bie Stul?llcl?ne, baß bas gattse 
Hlöbcl frad?te. 

„I?icrgeblieben!" bonnerte ber Ulte, ber fein Uuf* 
flef?cn mol?l falfd? gebeutet l?otte. 3 n ber Stille horte 
man nur bas leife (Seräufd?' fließcitber Sraucnflcibcr. 
Kamilla Scuitebcrg hotte ftd? mieber ber tEifd?runbc 31 t- 
gemanbt. 3^ re (Scjtalt ftraffte ftd? in bem HTaß, mie 
IDulffs Snqe erfd?lafften. 

//3 c t? münfehe nun bei biefer <Sclegent?cit mal 311 er¬ 
fahren, meld?cn 3lnteil bu an ber ftummen ober offenen 
HebclUon l?oft, bie mir auf bem Ijof feit beinern ^ierfetn 
cutgegeutritt?" 

. Dal?laitb räufperte ftd?, unb feine fleitten Uugcn 
fal?en bett 5reunb fd?arf an. IDettn ber bod? nur pa¬ 
rieren mürbe! <£s bauerte Ane Keine IDeile, bis IDulff 
tonlos fagte: „<Sar feinen, Dater", unb bantit perließ 
er bas Simmer. Unb als l?obe ber f?ausl?err nid?ts 
meiter besmeeft, als ben Cäftigen 3 U entfernen, mürbe 
feine Stimmung plöfclid? eitel Sonnenfd?eitt. £r fcherste, 
nötigte 311 m <£ffcn unb Crinfen unb machte Kamilla 
Komplimente. — 

Cräg fd?lid? bie ^eit l?^- ®egcit Ubenb er Karte 
Kamilla, nicht ot?ne eine gemiffe Dcrlcgcnl?cit in Stimnte 
unb Spred?mcife, baß ftc il?re HTutter nicht mit gutem 



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Seite 980 


Hummer 23 . 


©ewiffeti länger allein taffen fönite, ba in ben Werten 
fo oiel mit ber 3itftanbfcfeung bes Kaufes 311 tun märe. 
Sie wolle morgen gern beit XDageit mitbcuufccn, ber 
fjerrn Dal?Iaitb 31W Station bringe. 

IDttlff l?örte biefc fluge 2?ebc an, wäl?reitb er mit 
Datjtanb in bem flcincn Bibliotbefoimmer eine Starre 
raud?tc. <£r warb afd?faf?l, raud?te ober weiter. 

„2neitfd?, wcf?re bid? bod?", raunte ber (Saft bem 
fonft bod? wabrlid? niemanb Cmporergcift nad?fagen 
fomttc. „<£s gel?t ja ttad?gcrabe um €l?re itnb Cebcns- 
glücf." 

Sid?erlid? täte cs bas! IDulffs Stimme flang, als 
fämc ftc aus weiter 5ernc. 2lber er fagte nid?ts weiter. — 

5rüfoeitig 50g man ftd? l?eute surücf. Die lange 
IPagcnfal?rt, bas itotwcitbige paefen, ber frül?c 2lnf- 
brud? morgen — ja ftd?crlid?, cs war bas Hatürlid?fte 
001t ber tDelt, baß jeber bereiten 3iir Hube ging. 

Um 3cl?n Ul?r ungefähr pod?te es an Kamilla Senne¬ 
bergs Cur. Sie trat oont offenen 5 enjicr surücf unb 
laufdjte, lautete aber jebc if?rer Bewegungen, baß fein 
Cant ocntef?mbar warb. €s flopfte nod? einmal. 
„Kamilla, id? muß bid? fpred?en —!" 

Sie faltete bie fjäitbe über ber Bruft unb läd?eltc l?art. 

Hod? einmal bie gleid?c bräitgenbc Stimme an ihrer 
Or — „3d? weift baß bu nodi auf bift id?*muß mit 
bir fpred?ctt!" 

Hod? einmal ein erficrbetib leifcs Stimmdicn in ilir 
felbft: ntadi auf —! 2lbcr fte rül?rte fid? uidit, unb 
ein müber Sdiritt entfernte fidi non ilircr Cür. Sie 
mußte augeftrengt laufdien, bis er gan3 oerl?allt war 
in beut großen, fdiaurigeu J^aus in ber Stille ber Had?t. 

Unb als fte nidits ntelir ocrual?itt, fd?lud?5te ftc auf. 

Um bie glcidie Stnnbe warb eine gmiefpradjc ge- 
Iialten im (Bartensimmcr, bas ben Sdilafränmen feru- 
lag. 3n einem £cl?itjhil?l faß £?ebwig unb rang ein 
feudites, serfnülltes (Eafd?entud? 5mifd?eit ben ffäuben. 
Heben il?r faß Dal?lattb unb rebete ilir 311 wie einem 
oerirrten Kiitb. 2lber fte war fein Kiitb melir unb 
wollte ftd? uidit tröffen laffeit. „Sie liabcit midi glauben 
taffen, baß Sie midi liebten," bcliarrte fte, „unb wir 
paffen audi gut 3ufantmcu, beim wir gelten beibe ge- 
rabcburdi —" 

<£r tialitit fte beim IDort. „Weil wir bas tun, 
f?ebwig, wollen wir uidit aus einem 2Tloubfd?einfpa5ier- 
gaitg, ber bod? gan3 feitab oon unfern Ulltagswegeit 
liegt, einen lebenslangen Hontan fpiniten. 3^1 bertfc ja 
itodi gar uidit an fjeirat", fd?leß er leife. 

„€s gibt feine, bie ^fyicw lieber ift als idi?" fragte 
fie forfdienb. 

€s frid? etwas wie ipolfeitflug burdi feine 2lugen. 
„Hein, gewiß feilte. XDollcit Sie nun fdilafcn gelten 
unb oeruünftig fein?" bat er micber. 

Sie supftc wieber an ilireut Cafd?cittud? unb fagte, 
wobei ilir ©cfid?t für einen Kugeitblicf ben alten 2ltis- 
bruef gutmütigen Spottes annalim: „ 3 dl bin swansig 
3ctlire alt unb bisher immer oeritüitftig gewefen, idi 
wollte es mtit gern mal anbers l?abcn!" Dabei swiuferte 
fte mit beit 2lugcn, unb er ladite nun ebenfalls unb be¬ 
nutzte U?re aufgebefferte Stimmung, um ilir eubgültig 
©ute Hadit 3U fageit. 


„©ute Hadit, meine liebe 2}cbwig!" €r ließ fd?ncQ 
bie £?anb los, bie er l?er5l?aft gefdiüttclt liatte, unb ging 
binaus. — 

©rau hämmerte ber HTorgen, als tDufff fd?on rut?e- 
los ums £?aus jtrid?. Die Ceitte fallen il>iu fopffdiüttelnb 
nadi auf feiner HTorgcnwanberititg. <£s liabe itatürlidi 
wieber was gegeben, liieß es bann, ber 21ltc liabe aud} 
geflern abenb ansgefelien wie bie böfe Seit. 

Durdi bas offene ©ßfhtbenfenfter liörte er bas goutieren 
ber HTagb, bie bie 5i‘wllft"^5teller auffefcte. Die £}aus- 
bieleitttlir fdiliig .citblid? ftebeit. 21 Tan war früli auf in 
<Dlbensf?of — halb mußte ftc fomnteit. fir fefetc ftd? oor 
bie fjaustür unb wartete, plöfcüd? fall er in ber 2ll(ce 
Kamilla unb Dat?lanb auf unb ab waitbclit. Keiner 
001t beibeit bliefte 51t il?itt l?inüber. 2 lber 2 nartitt Stulir 
pttfete bie pferbe, alfo blieb es babei — unb t^attc er 
bemt überhaupt gesweifeft, baß ftc mit beut erfett Su0 
fort wollten? Unb liier faß er wehrlos — einer, ber 
ftd? ben golbetiett Cruitf ootit 2nuitb fdifagen laffeit 
mußte. €r fitirfdite mit ben Säl?ncit, unb als er nun 
nadi bem B?aus fall, gcwal?rte er audi nodi £)ebtoigs 
betrübtes ©eftdit. Don bem, was in iljrcm £?er3ett oor- 
gegangen war, wußte er nidits weiter, als baß fte ftdi 
in Dalilanb oerliebt liatte. Die Bctrübtlieit iljres ©e- 
fidits brachte er nur in Dcrbinbnitg mit bem ©cift bes 
©Iternbaufes uub bem Untflanb, baß nun ein paar frolie 
Cage für bas arme Ding 311 €nbc gingen. Sie rührte 
ntcdiattifdi bas Camtam, ein Ijoliler, trauriger Con 
erflang, unb mit rafdien Sdirittcn — ad?, wie febernb 
war Kantillas ©angl — näl?erten ftd? bie beibeit aus 
ber 2lHee bem £jaus. Dal?lanb ging fogleid? Ijincin, um 
nod? oor bem Znorgcitfaffee bie lefete ffaitb an fein 
©epäcf 51t legen. 3 »^ff^t fagte IDulff Kamilla guten 
21 Torgen. 3 ^e ffänbe ftreiften ftd? nur f!üd?tig, aber 
weil es 311 Falt war 31111t Stegen, begannen fte mod?anifd? 
bas große Hafeitnutb oor bem £?aus 3U untwanbern. 

Sit Knfang Ujrer Unterfiältung war er ber ©rregte 
unb fie bie Hul?ige. Dann rebete fte ftd? in immer 
l?cißcrcn S^nt uitb 5d?mei*3 l?iitein — fte war 3toaii3ig 
3nl?re alt unb begehrte, baß ber HTann, ben fte lieben 
folUe, ein ^clb an ftarfen IDorteit unb Caten fei! — 
Das fagte fte il?m, uub wie fte es fagte! €r würbe 
immer filier babei. Ccife mal?ttte er fte an bie Stunbc 
in lüalb utib 2 Tloor. 21 ber fie fd?üttclte l?eftig abweifenb 
beit Kopf uub weinte, er folle fie nie wieber baran er¬ 
innern, beim ftc fd?änte fid? felbft — unb ba oertaufd?ten 
fie il?re 2?ollcit. 2Tiit größter ©elaffcnl?eit gab er it?r 
3u oerfel?en, baß fte ja beibe biefe Stmtbe aus bem 
©ebäd?titis freid?en fönnten: fo wäre fte eben uidit ba* 
gctoefeit! Diefe ZDenbuttg überrafd?te fte. 3 fy* 21 itgeit, 
bie nod? feud?t waren oott Crätteit, fal?eit faf entfefet 
aus. <£r fal? fie fef an itnb läd?elte — faf ein wenig 
überlegen. 31? 1 ‘ Ktent flog, unb fie wollte nod? etwas 
fageit, aber er ließ es uid?t ba3tt fotitmcn, foitbern ent- 
fd?iilbigte ftd?, baß er 21 Tartitt Stul?r auf bie Ringer 
fel?en müffc. Derwirrt blieb ftc surücf unb ging allein 
ins £?aus. Dann fant ber lefete 21bfd?ieb, unb IDnljT 
war bie £}öf!id?feit uttb 5ürforge felbft 

„Hod? eilte Decfe mel?r für Kamilla, £?cbwig. Dies 
ift ja ein 21 Torgett, an beut man falt wirb bis ans ^01*3!" 


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Hummer 23 . 


Seite 98 \* 


„Dergeßeu Sie bie XDieberfchr nid)t, 5 räulein 
Kamißa!" rief bei* ölte (Egbcrtfen jooial. IDulff blicfte 
511t Seite, unb fie gewahrte mit Derbruß, baß feine 
Cippen fpöttifd) sueften. 

ZDeld) ein guter 5 ol)rtgcnoffc mar DaI)loub! <£r 
plagte Kamißa nicht mit Hebe unb Beobachtung, fonberit 
ließ ßc ftill in ihrem IDagenmiufel faiicrn, iubes er 
bas Kursbud) ftubierte. Sie hatte bie Kugen gcfchtoffcn, 
bereit, ihre Sd)meigfamfeit burd) bas frühe Kufßchcn 
511 erflären. Kber es mar nicht nötig, nicmanb fprad) 
511 ihr. ©ber bod) —? 

Sie fuhr aus ihren Cräumen auf. „ZDas fagten 
Sic?" 

„Da% es mir leib tut, baß Sie fchon heute reifen 
mußten, ZDulff unb fjebrmg merben Sie fchr entbehren. 
ZDas meinen Sie, menn Sic mit UTartin Stuhr mieber 
5urücfführen —?" 

£r hatte leibcnfdjaftslos, faum haiblaut gcfprod)cn. 
ZDie feltfant Hang nun bagegen ihre ftürmifd)e <£r* 
miberung, baß fte nicht 3itrftcfgehen möge, nid)t einmal 
rücfmärts fehen! 

„Das muffen Sie hoch noch einmal", fagte er ruhig. 

„Das nutffen mir äße." Sie fuhren ttod) eine halbe 
Stunbe miteinanber auf ber Cifcubahu. Uitb mieber im 
Sd)mcigen. 

Sie ßanb am 5 eitßcr unb fah über bas Caub, bas 
mic tot im Sturm unb Hegen lag. Hod) fah man ßolse 
Bauernßfee auf hohen ZDerften, aber mo mar ber alte, 
mutpoßc Sinn geblieben, ber im Kampf mit ben £lc* 
menten bics Canb fo geßaltet hatte? Was jefct bort 
lebte, hatte trägeres Blut. — nicht rafch mehr 31t Siebe, 
Hoß unb Sotn. Bidets für mid), entfdßeb fie. 

„Die HTcnfcheu in ber reichen ZITarfd) haben feine 
Kraft", fagte fie geringfdjäfcig 311 ihrem < 5 cfäl)rten unb 
30g ben Schleier, ben ber IBinb emporgeserrt hatte, 
mieber über ihr (Seficht. 

„Das fann id) nicht beurteilen, Fräulein Semtebcrg." 

Kls fie ausgeftiegen mar unb auf bem Bahnftcig 
ßanb, beugte er ßd) aus bem Senßcr unb raunte ihr 
lächetnb 311: „fernen Sic nur rücfmärts fehen!" 

Da minfte fie lachenb ab, noch eine ZDcüe fah er 
fie ftol3 aufgeridßet flehen, pom ZDiitb umfegt, bann bog 
ber S»g um bie <£cfe. 

Was hatte fie ermibert? ©er Kucfucf mochte miffen, 
mo fie ben Brocfen aufgelefeu hatte! Km £nbe hoch 
bei rOufff — „Nequam retrorsum!“- 

Smifdjen bem Klten tfnb bem 3 ungen auf ©Ibenshof 
aber ging ein ZDetter nach bem aubern los, bis ZDulff 
meit por Semeßeraitfang mieber abreiße. Kber nod) 
lange nachher ärgerte ßd) ber Klte über ben Con, in 
bem bie Sente pon bem jungen Herrn fpradjen. So 
adßungspolf, beinah särtlid), fo roß heimlicher Hoff¬ 
nung auf fommenbe läge. 

Hls rDulff feiner Sdjmcßer abieu fagte, meinte fie 
311m €rbarmen. „Zinn gehft bu and) fort, unb id) bin 
gaii5 allein — ©, id) möd)te am liebften and) mcg." 

„Kopf hoch, Heömig — fommt Seit, fommt Hat." 

„Den Hat merbe id) mir mol)l felbft holen müffeu", 
größte ße. 

„Soll id? 3 ofef grüßen?" ueefte er fie. 


Sie manbte ihm bas <ßcßd)t 311, aus bem bas Blut 
laugfam entmid). <£r munberte ßd) plöfelid) über U)re 
fcharfen, d)arafterooßen Soge, unb mic fd)ön eigentlid) 
ihre Kugeu maren, als ßögen bie Blicfe mcit über Sanb 
unb ZTTaucru. 

„Hid)t nötig." 

Dann mar aud? er braußeit, unb ©Ibenshof lag ba, 
als fei nie etmas gefd)et)cn, als föuue nie etmas gefd)et)cn 
in feinen cfd)enuml)egteu HTaucrn, um bie bas blutrote 
Caub bcs milben ZDcins fpielte. -- 

3 ofef Dalßoub ßürste ßd) foglcid? nad) feiner Hitcf* 
fel)r rom Horben mit größtem (Eifer auf feine Stubicu 
unb mar faß nur nod) am Krbcitstifd) ober auf ber 
Bibliothef 311 ßnben. ZDulff aber rid)tete fein Ceben 
etmas anbers ein mic supor, meil nun ber Cinßuß bcs 
5reunbes bod) gcbrod)en mar. €r mieb il)u gerabe3u / 
unb bas cinerfcits, meil bie ^Erinnerung an ©lbensI)of 
il)m peinlid) unb befd)ämenb mar — anberfeits, meil er 
ßd) auf einmal fagte, baß Dalßanbs über bie 3 ol)re 
hinaus reifes, abgemeffenes ZDefen feiner eigenen Uit* 
fclbßäubigfeit bie fd)önßen Uorfpannbienße geleißet höbe. 
€s foßte nun anbers merben — ber punft mar erreid)t, 
au bem feine innere Kuflet)nung mieber einmal einfefcte. 

ZDät)renb ihm ber ZDeßfale eines Cags fein gegen* 
märtiges Bummelleben, mie er fchonungsfos fagte, por* 
hielt, läd)elte ZDulff nur por ßd) hm* <£r brüefte ßd) 
anfd)einenb bel)aglid)er in bie Sofaecfe unb 3Üubcte um* 
ßänblid) eine Zigarre on. ZDährenb er bas Streid)l)ol3 
löfd)te, fagte er: „Siebß bu, 3 ofef, mit bir unb mir 
iß’s fo: ZTicnfdjen pon bem erßen preis — biß bu 
nämlid) — lernen fui^c Seit unb merben meife — 
HTcnfchen pou bem sroeiteu Hang — bas geht auf mid? —• 
merben meife, lernen aber lauge." 

Dalßanb flcmmte bas Kugenglas feß auf unb fah Öen 
Sprcdjer perbufet an. „ZDas iß in bid) gefahren, 
Zneufd)eitfinb?" 

„Hid)ts, nur Dorhanbcnes 31m Blüte gefommett, 
bäd)te id). 3d) miß übrigens ernßhaft rebeu, bamit bu 
eiußehß, baß prebigten pon Zlrbeiten unb bergleid)cn bei 
mir 3iu*3cit nicht perfdßagen. Siel)ß bu, 5reuub, bu 
fährß natürlich mit poßen Segeln auf irgenbeiu er* 
fel)utes Siel 311 — unb bann — Ceute mie bu hoben 
ja ßcher irgenbeine £iebe hohen Stils! Kber id)! 
Die Heimot 511m Kucfucf — münfd) ße mir übrigens 
gar nid)t surücf, ber Souber mar nid)t bauad). — Unb 
na, mas aus meinem bißd)en 3 u 9 e|l öliebe gemorben 
iß, l)oß bu ja felbß fel)eu fönuen." 

Dal)lonb mar aufgeßanbeu, feine Stimme Hang nad) 
großer innerer Bemegung: „So hn&fdje Siele, mie bu 
beitfß, habe id) nicht, hob’s überhaupt perlernt, mein 
3mtge, mit fommcitbeu Seiten Bünbnjße 311 fd)Ueßen. 
Krbeitcn, um por mir felbß bcßel)cu 511 fönnen — meitec 
gehen meine ZDüufd)e nid)t! Du läd)elß ungläubig?" 
uuterbrad) er ßd) unb faßte mit ber Honb nad) bem 
Hols, als rnürge xfyx etmas. „Unb im übrigen bie 
£icbe hohen Stils, pon ber bu fpptteß —! 3 o, mopon 
id) nie suoor mit bir fprad) — mein beßer 3ngeitb* 
freuub nahm bas 2Uäbd)en, bas id) liebte unb hod)* 
hielt!" fagte er ßöhuenb. „ZDo ßitb benn nun meine 
locfeuben Siele?" 


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feite 982. 


Bummer 23 . 


IDulff legte bie £>tgarre in bic Sdjafe. „Dcrjcit), 
3ofef, id) fd)lng grob 3U, man treiß ja nie redjt, mo’s 
i)iittrifft. Unb int übrigen: alle Ad)tuitg! Aber fennft 
bu beim nid)ts pon (Erofc gegen bas Sdjicffal — nid)t 
bic innere Botmcnbigfeit 51ml £cbeit tvofe allem mtb 
allem?" 

Dafylanbs Ijaitb legte ftd) auf bic Sdjnltcr bes auf* 
geregten Sprcdtcrs, anf feinem <ßefid)t lag bas alte, 
gntc £äd)clit, in bem IDulff immer bic geiftige Heber- 
Icgcnfycit feines 5reuitbcs cntyfimbcn l)attc. „Ja, ntciit 
3unge, id) meiß, baß mir alle einmal beit £)od)brucf 
bes Ccbens erfahren, unb baß mir bann, um nid)t gan5 
unb gar 51t Sdjabeit 511 fommen, bas Dentil auffpermt 
muffen — bas l)cißt, in beit meiften 5älleit irgenbeine 
fapitale Dummheit in Sjenc fefccn." 

„ZHöglid), ba^ bu red)t Ifaft, IDcftfalc —" IDnlff 
langte nad) feinem Ijut, unb feiner r>on bcibcit mußte, 
ob fic fid) je mieber freuubfdmftlid) bie £)anb brüefen 
mürben. f; 

Aber itid)t allein, baß nun bics Autoritätsperljältnis 
Serriffen mar — in IDulff mar aud) bas Ijeimmel) nach 
©Ibcnsfyof tot unb bie Sel)itfud)t nad) Kamilla basu, 
bic fonfit in cinfamen Shtnben mic 5 ingeit unb Klingen 
bttrd) feine Seele gesogen mar. ilnb er empfanb feine 
(Erauer baritber, fonbern nur tiefe IDol)ltat ber Be¬ 
freiung ans Dcrl)ältniffeit, bie er ftd) nid)t ol)iic bcu 
BcigcfdpnacF bes Dentiitigcnben boufen fonntc. Hub 
inmitten biefer Dcrarmung fam ilpit ber Drang, mm bas 
Cebett 511 paefen, mo immer es blüfymb unb ladjenb flüube. 

(Es mareu nod) uierselpt 5 ericntagc übrig, unb er 
befdjloß, fic in ben Bergen susnbringen. Bur bcu 
ZZncffacf umgcfd)uallt, 50g er auf gut (Sliicf non bannen. 
Das IDanbcrit tat ilpit gut, unb als er ben Bcrgmalb 
auffteigen fal), jobclte er, mic er cs in beit Alpen ge¬ 
lernt Ijatte. 

(Eines ZITorgcits früf) ftanb er ftill auf ber (Eouriften* 
flraße, bic smei befauute Ausflugsorte perbanb, beim 
mitten in ber l)crben IDalbfd)önl)eit, au ber bie 5 üße 
ber IDanberer Porbeil)aftctcn, lag 5mifd)cit smei gur- 
gclubeu Bädjeit ein 5 orftl)aus. Das gefiel iljm fo fel)r, 
baß er tyitciitging unb itad) Quartier fragte. 

IDarimt nid)t? ZlTan l)ätte fd)on oft ZHaler in ber 
Sontmerfrifd)e gehabt, unb bie IDalbftube fei liitbefefct. 

IDnlff fall ftd) uni. ,, 3 d) bäd)te, Sie l)ätten lauter 
ZDalbfhtbeit!" 

3a, gemiffermaßen l)ätte man bas, gab ber 5örfter 
31t, aber ber (Eiermaler Drege l)abe bie ©ftftube e^tra 
fo getauft, meil bort bie IDalbbäume mit ben Amten 
511m Senfkr l)inciulangteit. 

IDulff empfanb feine neue 5 reil?eit mic einen Baufd]. 
(Einen (Eag lang lag er auf bem Uücfeit im IDalbgrunb 
unb ftarrtc, halb fmgenb, halb träumeiib, in bie IDipfcl. 
Ab unb 511 fd)oß ein Buffarb burd) bic Baumfrone, 
ein < 5 mcig fnaefte unb fiel 511 Boben. Unb er fall ^as 
golbcue (Eageslid)t pon © ji nad) Siib unb pou Siib 
nad) IDcfi manbern unb bann perlöfdjeit. Unb bic Abenb- 
fd)atten trugen piolette Kleiber unb lernten an beit 
Baumftämmcit ober fauerten smifd)en beit 5 id]ten. 

Da flang pont 5 orftl)aus l)cr bas IDalbl)oru, um 
ben Derirrten 5U fnd)en. €r antmortete laut: „fjoibo!" 


unb fpraitg über bas fnadenbe (ßesmeig 51t <Eal. £s 
tat il)»t bod) mieber mol)l, baß freunbüd)cr Znenfdjcn 
Sorge feiner Sreifyeit Sd)ranfe unb §iel fcfcte. 

„Ratten Sie ftd) perirrt?" fragte bie 5arftersfrau. 

„Derirrt? Ja," Iadite IDulff— „ins meite, meglofe 
Caitb ber (Eraitme." 

„So finb Sie ja bod) ein Kiinftlcc," itecfte fic, 
„unb id) l)abe red)t gehabt." 

Da fgm beim and) ber 5 örfter unb lub ben (ßajf 
ein, am anbcjnt (Eag mit ibnt ins Zkuier 511 fommen. 
IDulff fd)lug ein, unb bie 5 rau meinte, auf biefe Auf- 
forberuitg föitnc er fid) ctmas suaute tun. 

Am anbent Hlorgcn ging’s bergan. Sie raud)teit 
beibe aus furseu pfeifen ben munberfamften 5orftcr- 
tabaf, unb IDulff lernte feine allcrcrftc 3 ägermcisl)cit. 
Dabei fpraugett freilid) tumorfeljcits bie (Eore 511m ©er* 
ftebter IDalb auf, bic er pcrriegclt geglaubt — bie UTotib- 
nad)t unb Kamilla Semteberg marcit mieber por il)itt, 
unb bas alte betaubenbe IDel) mar mieber in ihm. 
Uid)t lange jebod), benit ber 5 örfter brad) bas Sd)meigeu. 
(Er mar im allgemeinen mortfarg im Uepier uttb lub 
ftd) aud) nur feiten einen sunt (Senoffeit, aber menn er 
an bic (Sreitse bes Bad)barlaitbd)ens geriet, fd)moll il)iu 
bod) öfter ber Kamm in rotem Sorn. 
ntad)teit fie ja ba brüben immer perfel)rt. 3^fet beutete 
er auf ben nad)ftcti f)aiit unb murrte grimmig: „Sel)eit 
Sie ben neuen Bcftanb? 5 id)ten, lauter 5 id)ten! Unb 
bort bie Bobung? Cauter Bud)eit! So treiben fte’s. 
Zlrbeiten mir für l)citte ober morgen? 5ür bie fom- 
menbeit 3 cl ^ l *^ lln ^ l ^ l *tc arbeiten mir — unb mer fagt, 
baß bie feine Bud)cit brand)eu?" 

Der 5 <>nt legte ftd) allgcntad) mieber, unb menn 
5 örßcr Seebccf nid)t Bäume 51t pcrinerfeit ober IDalb- 
arbeitent Befehle 311 geben l)attc, crsäl^lte er munter 
unb sufriebeit aus feinem Berufsleben — ein UTcitfd), 
ber feine Arbeit rod)tfd)affeit liebte. Sein (ßenoffe fal) 
il)u au biefent UTorgcit mattd) liebes UTal pou ber Seite 
an: mie frol) unb ftarf mar ber ZITann, bem ber rote 
Bart fo ftols anf beit grünen 3 ^ 9 c ^o^ ftd! IDas ber 
mol)l aitgefangeit l)ätte mit $rcil)eit pon pflid)t unb 
Eiebe? — Uitb mer 311t* Stunbe mol)l l)dler aus bcu 
Augen bliefte — er, ber freie Burfd), ober ber anbere 
iit ben Sielen täglid)cr pflid)t? Diefe (ßebaitfen, bie ba 
am fd)öuen £)erbftinorgcu über IDulff Verfielen, Ratten 
nid?t eben liebüd)e <ßefid)ter. 

Die (Eage marett poll (Solb unb (ßlaits, aber bie 
Abeube bunfelteit scitig, fritl) ftiegeit bie Sterne über 
bie (Eanneumipfel herauf uitb lugten in bie IDalbftube 
f)iitdn. f)icr l)aujte es ftd) mirfüd) gut, unb ein paar 
(Eage lang glaubte IDulff an einer Stätte reinen (Slücfs 
5U fein. Der tüd?tige, imterlid) frol)c 5 örfter, beffeit 
Blicf aufleud)tetc, meitit er l)cimfel)reitb IDeib uitb Kiub 
grüßte — bie l)übfd)e 5 rau, bie mit fo piel Stols pou 
il)rcnt lUaitn fprad) — unb basu 3ttliaite HTarie, bes 
Kaufes (Eöd)terlein unb Sonnenfd)ein —! 

Aber einmal, als IDulff an einem trüben (Eag mit 
ber 5örftcriu por ber E)austiir faß, marb er gemal)r, 
baß es and) l)icr Sd>attcit gäbe. Sie fprad)cit über 
3uliaitc UTarie, unb babei gab bie 5övftcriit ein paar 
muntere £rlebniffe aus eigenen 3 l t9citbtagcit sunt beften. 


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Bummer 23 . 


Seite 983 . 


„Sie haben ja ein wahres Kinbheitsparabies gehabt, 
5 rau 5 öi’Per." 

Sic Iadjte fur3 auf, ihre Heine, ritnbc, weiße fjanb 
Prid] übet* Stirn unb fjaar. „ 3 a, bas fd]on! Kber 
aus parabiefen wirb man ja befanntlid] pcrtricben, 
fjerr figbertfen. 3d] habe feit pebsehn 3^1?ven, näm¬ 
lich (eit meiner Verheiratung, meine filtern nicht ge¬ 
feiten. IVie fonnte id] aud] beut alten fjerrn 5 orflrat 
Brefabaum einen einfadjen 5örftcr als Sd]wiegerfoI]n 
Sumuten!" Sie lädjelte h c *fo- 

„Unb 3 h l ‘ e UTutter?" fragte IVulff unwillfürlid]. 

„HTutter hat feinen eigenen IVillcn, nicht mal eine 
eigene UTeinung." 

„3ch fenne übrigens ben alten fjerrn, 5rau Dörfler." 
IVnlff Iad]te por pd] i^xn unb fd]ob pd] beit fjnt aus ber 
Stirn. Sie fah ihn frageub an, was er meine. 

„fir licifct freilid] figbertfen patt Brefabaum, aber 
bas tut nid]ts $ur Sad]e. £}ier ift ja trofebem bie 
ZDol]nung bes ©lüefs." 

„Crofebcm", niefte fie. Da trat aud] eben 3uliane 
UTarie por bie fjaustür, in ben ^änben ein Brett mit 
Kaffcetapen, unb lub freunblid] ein, pd] an ben Cifd] 
cor ber fjaustür 31t fefcen. 

ZDulff hatte bie Kleine nid]t ohne leife Selbppciniguitg 
filfe genannt. Sie hatte filbcrblonbes £}aar unb braune 
Kugeit, unb ihr fed^ehnjähriges 5igürd]cit bewegte pd] 
mit fichcrer Kninut. 

Unb was für einen munteren ZVi§ fte hatte! fir 
plänfelte für fein £ebcn gern mit ihr unb mußte oft¬ 
mals an pd] halten, um nid]t einmal mit ber fjanb über 
ben feinen Kopf 3U ftreid)en ober ihre Sicrlidjfcit mit 
feinen Firmen 31t umfangen. 

Kber trofe alles ZVohlfeins mußte ihm bie Kbfdpebs- 
ftunbe fdpageu. $rau 5 örfter Secbecf hatte ihn bis 
5um lDcg begleitet unb (taub noch auf ber Brücfc, um 
bie lefcten IVorte mit ihm 31t taufdjeu. Unter ihren 
5 üßen ftürntte ber Bad] 311 Cal. Sie ftüfcte bie eine 
fjanb aufs (Selänber, Prid] mit ber attbern über il]r 
btutfles fjaar ltitb fragte betrübt, ob’s ihm benn gar 
nid]t red]t bei ihnen gefallen hätte. 

„Kd], nur al^ugut, 5 rau 5 orfterin!" Unb er fah 
ihr lad]eitb unb bod] wehmütig in bie Kugen, „aber 
bie ZVäfferlein titüffen raufchen, 2 Tiül]leit treiben, unb 
was fonjt es gibt —* 

fir fdjtocnfte ben Z]ut nad] 3uliaue ZUarie, bie mit 
ben beiben (Eecfeln cor ber fjaustür faß. Daun 30g er 
feine Straße. 

Km Schmanenteii] ftanb nod] eine Kchatbube, beim 
hier sogen bis fpät in ben ^erbji IVanbcrsleute por- 
über. fir faut 5ur ZTTittagsPunbe an, als bie Sonne 
heiß auf beut altersgrauen ©enteilter ber Uuiite ruhte 
unb golbenc juitfeu ipeefte aus bem roftbraunen £]aar 
bes UTäbchens, bas ntübe unb fdpäfrig auf ben peinernen 
Stufen faß. „Schlafen Sie?" fragte ZVulff. Da fuhr fte 
auf, unb ihre grünlichen Kugen, fd]illernb wie swei 
fiibech^lein, fal]eit ihn an, erft erfd]rocfen bliitselub, bann 
feef lacheitb. fir rpüitfd]te ein paar Heine Kd]atfad]eit 
3u fattfen. 

Sie ging mit tragen Bewegungen an il]rett plafo. 
3 hre Stimme war meid] unb läfftg. 


ZHorgens burchPreifte XVulff bie bcnad]barten ©rt* 
fchaften. Mittags trieb’s ihn immer nod] sur Uuine, unb 
wenn aud] bie Kdjatbube gefd]loffen war, fonnte er hoch 
ficher fein, bie fd]öne Ceß bort 511 pnben. Hur biefen 
Hamen faitnte er, unb mehr wünfehte er aud] nicht. 

finbe ©Hoher fant ber £]crbp mit Sturm unb Hegen 
Da ermadpe in Zthilff bie Sehufud]t nad] ber StabL 
nad] Behagen unb ntenfd]lid]er Habe. 3 n wenigen 
(Lagen begannen bie Vorlefuitgeu — ba brad] er bas 
Püd]tige S^t ab. — 

Hun feffelfc il]n bas Büb ber £anbwirtfd]aft, bas 
er im Bahnten ber fioup^feuftcr erblicfte. Kn einer 
Stelle Panbeit Haps unb Hübfeit fo üppig, baß er an 
feine UTarfdjcit beitfett mußte. 

Unb immer tricber fiel il]nt ber 5 örpcr ein. ZVarum 
wohl? Vielleid]t bes wegen, weil er pon allen, bie ihm 
iit beit ZDeg gefommen waren, ber einige war, beffen 
5rohftnn ed]t war. XVunberlich genug! ©ing er nid]t 
in täglidjer 5rone, gehörte il]nt beim ber XDalb, burch 
ben er fd]ritt, unb ben er hegte? Der Z 1 Tarfd]bauerfol]n 
regte ftch iit XVulff — ber ZITeitfd], ber ba permcint, 
eigenen ©ruitb unter ben 5üßen haben 31t müffen, um 
fröhlich leben su jdöhnen. Doch fdjließlid] — 5örfter 
Secbecf fchaffte für XVcib-: unb Kiitb, bas lohnte ftcb 
wohl auch ber Blühe unb plage. Kber was hatte er 
gefagt bantals, als bie XValbwipfcl über ihnen im 
BTorgcitwiitb wehten? „IVir arbeiten nid]t für heute 
unb morgen, fonbern für bie foinntettben Seiten." — So 
ähnlich hatte Vatpanb pd] ja aud] gelegentlich geäußert. 
5 ür frentbe BTcnfd]eit unb für fontnteitbe Seiten arbeiten, 
Sielbcmußt auf fd]tnaler Bal]n gehen —? Scheuflappcn 
an ben Kugen — nur pormärts, porwärts gerichtet —? 
3 hnt felbp gepel gcrabe immer, was nebenher am IVeg 
blühte. 5 rcilid], als er in biefent Sentcper 5 orPwiffeit» 
fd]aft hörte, bad]te er bod] uitwiUfürlid] — ttnb btesntal 
ohne Sentimentalität, nur mit einem ärgerlichen Kopf- 
fd]üttelu — an ben perwahrlopcn ©erpebter IValb, ben 
ber Kltc mm fänflid] an pd] gcbrad]t hatte. 

Seine 2Tüttagsmahl3eiten, 311 benen er pd] früher mii 
Vahlanb 3iifammengefunben hatte, nahm er jefet an 
einem fogenannten „HTittagstifd]" in einer bunten ©efell- 
fchaft ein. ^ier geriet er auf ein neues Stubium. ^alb 
pou felbp, halb burd] eine fpottfüdpige Cifdfnad]barin 
angeregt, begann er, ber bisher immer allsufehr ins 
IVeite geträumt hatte, auf bas Hal]e 3U ad]ten, auf 
©ebaren unb ©eftchter ber BTenfchen, bie um ihn 
waren. XVer mod]te bod] ber Heine unterfefcte ^err mit 
bem BTagyarengepd]t fein? Hub er fd]icn bem Ungarn 
ebenfo intcreffant 3U fein wie biefer ihm. fis bauerte 
nid]t lange, fo hatten pe Bcfanutfchaft miteiuanber ge- 
mad]t. Balb gehörte ber Ulaler Hasit mit 3U bem 
fleineit S^‘feh öcr pd] Donnerstagabenbs bei ber tVitwe 
©iefefe „am Hing bes alten Ueid]s" sufammenfanb. 
fiincs 2lbenbs fd]lug einer poit ihnen nor, bem nun 
bod] einmal gebilbeten Klub einen Hamen 311 geben. 
Die anbern wußten nid?ts bagegen einsuwenbcit, unb bie 
Verbinbuug erhalt nad] langer Beratung ben Hamen 
„Klub ber ^cimatlofen". Der ©eip biefcs Klubs war 
übrigens nid]t gati3 fo fentimental wie fein Harne. Sie 
waren alle ZTienfd]cn, bie ben Keld] ber £ebenslup be- 


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Seite 98^. 


Himmicr 25 . 


£jcr3t ott bie tippen festen — ober hoch auch lieber 
foldje, in benen ber Unterftrom ber Sefyifudjt nad] bem 
Beffereit trat. Uebrigcits waren fie gans ücrfchicbcne 
Ceute, was bei ber Saufe bes Klubs 3utage trat. 

rDuIff gab ben Uusfdjlag. „tBir wollen Befcheiben 
fein," fagte er, ^noctj jtnb wir nichts, wiffcit r>ott nidjts, 
haben tinfere Scholle nicht gefuttbett. 7 Xl\d\ bünft, wir 
nennen uns bie ,£jeimatlofen l ."- 

Hur bürffige Hachrichten liefen um biefe Seit Don 
©Ibenshof ein. Selbjt £}ebwig Derfhtmmte allmählich, 
bie immer bie fjauptforrofponbeus geführt hatte. Surd] 
fie hatte er noch immer bies unb jenes Don Katttilla 
gehört — bag fie Ballfonigin fei im Stäbtdjeu, genug 
Unbeter habe unb nur jusugreifett braud]c, ihr feben aber 
uor ber £}anb noch geniegen wolle —1 Xlm ftoef ten 
fjebwtgs Berichte fafi ganj, unb ein wunberlicher Son 
in ihren feltencn fipificln lieg in ihm bie Vermutung 
auffommett, bag es auch fie mit feinen Bäberit gefagt 
habe — bas furchtbare, ljcrrlid]e „£eben". IBie fäme 
fie fonft baju, fo feltfame Brocfcn bitterer IBeisheit in 
ihre Briefe einsuftreuen! 

5rau (Egbertfeu fdjrieb ab unb 311, wenn nach i^rcr 
2Keinuug einmal etwas firsählcnsmertcs gcfcheheit 
war. So eines Sags, bag pafior finbner geftorben 
fei, uttb bag es leiber groge Beränbcrungeu gäbe. 2 ldj 
ja, bie gute ZTTuttcr! Beränberungcn waren ihr unheim- 
lid). fiiitcr war nicht fehr betrübt über biefen Cobesfall, 
unb bas war ber ©Ibenshofer. Senn nun würbe „fie" 
ja wohl nadf ber nblidtcn (ßnabeitfrifi fort5iehcn, unb 
er würbe frei atmen, was er ttidjt getan, feit fie uor 
langen 3 ahren als junge pajtorsfrau ins Sorf ein- 
gesogen war. IBie grell fianb jegt biefer Sag wicbcr 
uor ihm in all feinem Somtenfdjein! (£r unb 3 ohanna 
hatten mit ben paftors- unb Softorsleuten eine Segel¬ 
partie nach IBobbenbüH gemadjt. <£r hatte auf bem 
Uchterbecf gefianbett. Sa war bie paftorsfrau, jugenb- 
fcfaoit, mit brennenbenUugen unb aus BTarmor gcmeigeltcu 
Sügen 3U ihm getreten unb hatte geflüftert: „IBenn idj’s 
fonnte, ftiege td? Sie hiaab 311 IBal unb Selphin -*- 1 " 
(Er hatte ftch höhmfeh wehren wollen, ba hatte fie ihm 
bie fehwerfie aller Cajiett auf bie Schultern gelegt, fein 
Blut war wie Blei fo fd?wer geffoffen, unb er hatte 
fein Sterbenswortlein mehr gefragt ober gefagt. 


IBährcitb IBulff bem Sob bes alten paflors jene 
flillcn (ßebanfen wibmete, ahnte er hoch nidjt, wie 
fehr biefer Sob ihn einjt angehen follte. 

Unmittelbarer erfuhr er bie Bebeutung einer UTelbuug, 
bie ihn im 3 uli erreidjtc. 3 hw ahnte gleich Befonbercs, als 
er feines Baters ihm fajt fremb geworbene ^anbfdjrift fatj. 

Ser Ulte fdjrieb: „Cieber Sohn! 3 ch bin es mübe, 
mich mit frembeit (Bannern herumsufdjlagen. f}ab heute 
ben legten biefer ^alunfen, UTartiu Stuhr, mit ber 
peitfehe Pom £}of gejagt unb halte es nun für bas 
Uichtigfte, bag Su als Verwalter herfommjt — am finbe 
hanbelt fidj’s ja aud) um ZBahrung Seiner eigenen 
3 nterejfen. Sege alfo ooraus, bag Su 511 Beginn ber 
Serien Seine Ciebhaberjhibieit an ben Hagel hängft unb 
Sir unfere Ucfer- unb XBeibewirtfdjaft 31t fersen nimmft. 
Sollte Seine 2 Tüutter Sir eine (ßefchidjte ersähen, bag 
,ber Ulte‘ junger Schultern unb fjäitbe bebürfe — 
furtum, bag ber Ulte alt würbe, fo fei fo gut, bies für 
SdjnicffchuacF 511 halten. Sein Bater Ularj (Egbertfcn." 

£s fant auch wirflich ein Brief oon 3 °hanna (Eg¬ 
bertfcn, ber beridjtcte, ber Bater fei ber Sad^e allein 
nicht mehr gewadjfen, habe leiber auch nicht genug 
3 ntcreffe für ben bjof. So fei 3. B. im oerfloffenen 
IBinter bas Bohr nid?t einmal gefchnitten worben 
„IBenn bas mein Bater fähe ober mein Bruber ©tto — 1 " 
fdjlog fte flagcnb biefe Zllitteilung. 

IBas ntod)te auf ©Ibcitshof paffiert fein? Ser Brief 
bes Ulten Derfdjwicg fid>erltd) mehr, als er fagte. 
IBulff flaitb an einem offenen Sanfter, ber Stragcnlärm 
bes Spätnadjmittags fd^oll 311 ihm herauf. £r hatte 
nie fonberlidj barauf geachtet, fjeute war’s, als rollten 
IBogcn gegen ihn h Cl *an, bie ihn 311 betäuben fud)ten. 
(Ein fchwarser Strich lief plöglich über bie 3 ah r */ öie 
er hier 3ugebradjt batte. Zinn waren fie Darüber, nun 
follte er hineingehen in eine ihm unbefannt geworbene 
IBelt alltäglidKr pjTid^t! Hirn war ber jaud^enbe 
Ueberfd]wang uorbei, ber 3 ngeitb h' c § > nun galt es, 
ein Berhältni5 51t fd?affen 3wifchett ber Kraft,' bie in 
ihm war, unb ben pflichten, bie braugen harrten — 
nun ging’s hinein ins Swecfbafciit! Un biefent 5 lbeitb 
framte er unruhig in feinen Sadjen, als folle gleidj 
heute bas 3^* hi^r abgebrodjen werben. 

(fortfeßung folgt.) 



— 

3m ftiden 2lbenbf(^toeigen 
“5cm fc^htingcnbe ©loden gefcn, 
®ie ©ämmerfteme fteigen 
äber bie n>albigen ÄBl>n. 

Quellen unb QBiefen tauften, 
®löge t»on 93 ögeln jie^n 

feibigem ©c^wingentaufc^en 
hinter ben ©tenten bin. 

V_ 


■\ 

3 e^t führen alle OSBege 
©0 tveit au« biefem £anb, 

Brüden unb fcbtoanle ©lege 
©inb überall gefpannl. 

©ne QBolle jiebt unb breitet 
©icb in ben lebten ©cbein — 
©ingenbe ©ebnfuebt febreitet 
3n alle fernen hinein. 

Wiüjelm pon Sd?o[3. 

___ J 


Slbenb 



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Kummer 23 . 


Seite 985 . 


Sind tim der Suggestion zugänglich? 

Don Dr. Cf}, gell. 


nter Suggepion perpelp man gewöhnliA bie ©n* 
Pöguttg gewiffer Dorpelhutgeit, bie pon einem 
2 Tlenfd?en auf einen andern ausgeübt roirb. <£s 
ip bie 5 rage nafjeliegenb, ob pdj eine fotdje (£rfd}etnung 
aud? in ber Cierwelt nadjweifen lägt. 

Diele Bahtrforfdjcr pnb ber KnpAt, bag man bem 
Cier itid}t nur etwas ftiggerieren, fonbern bag mau es 
audj leicht hYPnotipereit fönnc. Den Untcrfdjicb 3wtfd}en 
Suggeftion mtb Ejypnofe wollen wir an einem Beifpiel 
erläutern. Die Suggepion in ber 5ornt, bag ein willens* 
(tarfes (SefAopf feinen <£inflfug auf ein Blitgefdiöpf 
gcltcnb mad?t, ip eine alltägliche ©fAeinung. Der 
©fpsier fuggeriert beit BTamtfAaftcn feinen Blut, fo 
bag fte auf ben 5 cinb (türmen; ber Dolfsrebitcr ber 
Derfamntlnng feine IDut gegen bie bepchenbctt «gujtäubc 
ober feine Bühntng über gewiffe ©reigniffe; bie beffere 
©Hälfte ihrem BTann fo lange bie Botwenbigfeit einer 
Babereife ober ber KnfAaffuttg eines neuen Kleibes, bis 
biefer es felbjl glaubt. Derartigen SuggefHonen i(t 
wohl mehr ober minber jeber BTettfd} jugänglich. Bidp 
jeber lägt fleh aber hYPnotipereit, bas I^eigt, ftch willen¬ 
los nid?t nur 31t pernünftigen, fonbern auch u>ie ein 
Un3urechnungsfähiger 3U ben töridppen Ejanblungen ge¬ 
brauchen; er würbe beifpiclsweife nicht wie ein fjutib bellen 
ober auf allen Diereu laufen, weil ber f^ypnotifeur ihm 
eingerebet hat, er fei ein pubel. 3ebe ^YPnofe ift alfo 
eine Suggeftion, aber nicht jebe Suggeftion auch eine 
Ejypttofe. 

2 Us Beweis bafür, bag Ciere pdj hYPnotifteren 
laffen, führt man gewöhnlich folgenben 5 aü an. IDentt 
man ein Ejnhn auf ben CifA nieberbrüeft unb einen 
Kreibejtrich por ihm sieht, fo bleibt es unbeweglich, wie 
hypnotipert, in feiner tage. 

5 ür ben, ber ftch wenig mit (Eieren befchäftigt hat, 
fcheint biefes Beifpiel fehr einleuchtenb su fein. 3 it 
tDirflichfeü liegt bie Sadhe gau3 anbers. Die gan3e 
(Eheorie pon bem (Einflug bes Krcibejtrichs ift ein 
phantajieprobuft, beim bas (Eier bleibt, wie perty unb 
aitbere gaits richtig betonen, in ber gleichen tage, auch 
wenn man ben Strid) ttidp gesogen hat. 

gutreffenb für bas Verhalten bes Ejuhns bürfte fol¬ 
gende ©fläruitg fein. 3 A habe in meinem Buch: „ 3 P 
bas (Eier unperitiinftig?" eingeheitb bargetan, bag wir 
ein Cier nie oerftehen werben, wenn wir uns nicht per* 
gegenwärtigen, wie feine frühere Cebensweife war, unb 
feine pielfadj abweichenbe Simtesorganifatioit berüdftch- 
tigeit. Butt gehören bie Efithnerpögel 311 ben Cieren, 
bie feine Baubtiere ftnb, fonbern im (Segenteil 3U benen, 
bie ben Baubpögeln bie fcböitfie Beute liefern. 5 crner 
ftnb pe wohl ausnahmslos fdjwadje 5Keger. 3hl* 
Bettung bepeht alfo pornchmlidj in bem Derbergen in 
(Sebüfch ufw. 3 a li r taufenbelang fcmit- alfo bas wilbe 
Ejuhn feine aubere Ejaupttätigfeit als biefe: aufpaffett, 
ob ein gepeberter 5einb 511 erblicfcn ip, unb gegebenen¬ 
falls pch hinbucfeit. Drücft man alfo ein Ejuhu nieber, 
fo bringt man es in eine feit uralter &\t natürliche 
Cage, in ber es gewohnheitsgemäg bleibt. <£s ip bas 
genau fo, als wenn man einen Cürfen auf ben ©b- 
boben • fo hmfefet, dag er mit getreusten Beinen fiftt. 
© wirb ruhig fo pfeen bleiben, nid}t weil er hYP n °ü* 


Pert ip, fonbern weil ihm biefe Sifcart sur sweiten 
Batur geworben ip. 

Bchnlidj liegt ber 5all mit ber Caube, bie ebenfalls 
hypnotipert fein foll, wenn pe eine gläferne Kugel 
regungslos anparrt. Die Caube gehört wie bas E}uhn 
311 ben Dögeln, bie in ber 5 reiheit gleiAfalls fortwährenb 
achtgebeu muffen, bamit ein 5cinb fte nidp erhafcht. 
Butt ip ihre Bettung eine gan3 perfdpebene, je nach 
ber 2 lrt bes Baubpogels. ©tt Kbler fattn sunt Beifpiel 
feilte ffiegenbe Caube fangen, beshalb wirb pe pch audj 
ilpu gegenüber gaits anbers perhalten wie 3itm Beifpiel 
gegen ben IDattberfalf, ber oiel fdjneller ip als pe. 
Umgefehrt ip biefer biifcfAuclle Bäubcr nicht itttpanbe, 
eine pfeeitbe Caube fort3unehmcn — weil er eben feines 
rafettben 51 uges wegen 3erfd)ellen würbe. Soldje Der- 
fehiebettheiten fehen wir ja fap überall. Die Pinfeit 
Sdjwalben neefen faft alle Banbpögel, weil biefe ihnen 
nichts aithaben fötttten, fobalb ftch aber ber gefürchtete 
Baimtfalf 3eigt, ber unter biefen Seglern ber Cüfte ge¬ 
waltig aufräumt, äubert pd? bas Bilb. Unter ättgP- 
lichem (Sefchrei Pftdpen bie Sd}walbeit in ©ertlichfeiten, 
bie pe fottp ineiben, 311m Beifpiel in bas Schilf. 

Deshalb pnb auch bie (Enten rettungslos Perforen, 
wenn Seeabler unb EDattberfalf suglekh an ber gleidjeu 
Stelle haufett. Bleiben pe ftfcen, fo paeft pe fd}licglicb 
hoch — ber Seeabler, wenn fie auch itod] fo oft taud}en, 
Picgett fte, fo fdpägt pe ber XDattberfalf. Sie bepttbett 
ftch alfo in einer uersweifeltctt tage, ba ihnen ihre beiben 
Bettungsinethoben Cauchcn unb fliegen gar nichts ltüfcett. 
(ßenau fo ergeht es bem Kattitidten, in beffett Bau ein 
5rettd?en eingclaffen ip, unb beffen Kusgangsröhrett mit 
Befecn untPellt ftnb. Bleibt es im Bau, fo würgt es 
bas 5rcttd}en, fielet es, fo wirb es int Befe gefangen. 

Dag alfo ein (ßefchöpf, beut es fehr wohl befannt 
ip, bag taufenb hungrige Sdtitäbel unb Bachett auf 
feinen Braten fehr erpid}t pnb, beim Knblicf eines neuen 
©egeitpaitbes ftets an (Befahren benft, ift fehr erflär* 
lid}. 3 c ^ cr / Dögel hält, weig, wie fte alle bei 
einer plöfelichett Bewegung erfdjrecfen. Das ip audi 
fehr natürlich benn allen peeft bie 5urdjt oor einettt 
plöfeliA^u UebcrfaH burd} ein SAkiA^aitbtier, wie Kafce, 
Blarber, XDiefel ufw., in ben (ßliebent. Dag ferner bie 
Caube gans rid}tig hanbelt, wenn pe sunächp wie ge¬ 
bannt ruhig bapfct, folattge pe niAt weig, welAo Bet¬ 
tungsart im uorliegenben 5all angebraAt ip, leud]tet 
ebenfalls ein. Deshalb brauAt alfo noA in feiner IDeife 
J^ypnofe oorsuliegen. Bur weil bie (Belehrten mit ber 
Cebensweife ber beobaAteten Cierc, ihren Bettungsarten 
ufw. niAt pertraut waren, beshalb fonnte man folAo 
5älle als Beifpiele ber ^ypnofe bei Cicrett auführen. 

3nt übrigen will idj burd^aus nid}t bepreitett, bag 
Ciere nid?t feiten fo hanbeln, als wenn pe hYPaotipert 
wären. Don perfdpebenett BaturforfAcru wirb uns 
beridpet, bag 3. B. bie Cangarmaffeit bem Ciger oft 
3ttr Beute fallen, obwohl pe PA bequem hätten retten 
fönnen. Ueberhaupt follen Kffett in gans gepAcrtcr 
Cage, 3. B. auf ben Steigert eines Baums, wie ge¬ 
lähmt bent Krofobü in ben BaAen fallen, wie ja auA 
Dögel pon ben SAlangen erhafcht werben, obwohl pe 
hätten fortpiegen fönnen. 



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Seite 986. 


Zftummer 23. 


3 cfy halte bicfe Herfchte 55 c=-I?alb für glaubmütbig, , 
meil idi Zlehnlidies bet ZTlcnfchen bcobaditct habe. IParum 
folt bas (Eier nidit and] einer Pummheit fällig fein, bie 
felbft bei bem Kulturmcnfcheii ansutreffcn ift? ZPiebcr- 
holentlich fiub pcrfoncu überfahren morben, bie nad> 
bem übercinjtimmcnbcn Heridit non beugen in ihrer 
Permirrung bireft in bas Perberbeit hmeingeraunt fiub. 
Ueberhaupt ift es ja eine befannte (Eatfachc, baß ber 
homo sapien^ bei brohenber (Eobesgcfahr, alfo 3. H. bei 
(Eheaterbränbcn, Schiffsuntergängen ufm., feinem Heimort 
menig Ehre macht. 3 di glaube fogar, baß bas (Eier 
im allgemeinen fich in foldieu £agen ©erftänbiger als 
ber ZlTcnfch benimmt. 

ZHag bem nun fein, mie ihm mode. 3cbenfalls fteht 
feft,"‘bäß'Kulturmenfchen bei brohenber (Eobesgefahr nidit 
felteri' 'Jinnlos hcutbelu. ZParnnt foll in gleicher läge 
nidit Zfchnlidies bei mandien (Eieren ©orfommen? Hur 
bin id? ber Erlernung, baß man hier nicht non Qypnofe 
reben fann, ba eine gleidie fiunlofe Hanblung, 3. H. bas 
5 lieben in ben breuncuben Stall, audi bort ©orfommt, 
mo non ber Suggeftion burdi ein auberes (ßcfdiöpf gar 
nidit bie Hebe fein fann. 

Elnch bie allgemein oerbreitete 5lufid]t, baß ber Häu- 
biger feine Erfolge bei tnilben (Eieren burdi HY*mofe 
erhielt, rnill mir nicht richtig erfcheinen. 3di habe an 
einer anbern Stelle ausführlich bargetan, baß £ömcu, 
(Eiger, panther ufm. 311 ben Schlcidiraubtiercu gehören, 
bie ftets ihr (Dpfer hinterrüefs überfallen. Hidits fann 
ihnen beshalb unangenehmer fein, als gan3 gegen ihre 
(ßetnohnheit ein ©efchöpf, bas fie anficht, ansugreifen. 
Parin beruht tnohl ber außerorbcntliche XPcrt bes 
fcharfen Zlnfchcns ber Heftien, nicht aber bariu, baß fie 
hierburd? hYPnotificrt inerben. 

Ebenfo liegt feine HYPnofe nor, menu (Eicrfcnner 
burdi geioiffe Kunjtgriffe bei maudien (Eieren gans un- 
gemöhnliche (Erfolge ersieleu, 3. 53 . ein unsähmbares 
pferb bänbigen, einen biffigen Huub ftrcidieln. pferb, 
Bunb unb Hinb gehören nämlich 3u ben foge- 
nannten Hafentieren, b. hv ihr (Srunbfmn liegt nicht 
mic bei ben ZHenfdien in ben klugen, fonbern eben in 
ber Hafe. • 

5 Tlan fann nun burdi gemiffe ©crüdic, mie 53 ettler, 
Sigcuner ufm. fehr mohl miffen, gerabesu ©crblüffenbe 
(Erfolge ersiclcn. Per Pevbrcdicr befdimiert 5. 53 . feinen 
ZZod mit fjunbeblnt, unb ficbc ba, ber grimmige Hübe 
©erfriedjt fid] h^denb. XPcnn man einer Kuh ein Kalb 
fortnehmen mili, ohne baß es ein großes £amcnto gibt, 
fo ift folgcnbes ZMittel fehr probat. ZITan nimmt ben 
Stricf bes Kälbchens unb biubet ihn ber Zllten um bas 
Horn, fo baß bas Enbc über ben ZZüfteru liegt. Paun 
fann mau bas 3mige unbeforgt fortfehaffen, benn bie 
ZTIntter mirb jid) ruhig ©erhalten. Pas tut bie Kuh 
nidit etma besmegen, meil fie hYP n °tijiert iß, fonbern 
meil fie aus bem (ßeruch bes Stricfs bie Kumefenhcit 
ihres Kälbchens folgert. 

Es ift ja auch erflärlich, baß bie £)ypnofc bei ben 
(Eieren fchmerüch ein günftiges 5elb finben famt. 3 ^ 
urmüdifigcr ein (ßefdiöpf ift, bejto ungeeigneter ift es 511 
einer foldieu 53 ccinfluffung. Eine hYftodfchc (ßroßftäbterin 
läßt fidi fidierlich leiditer hYP n °tifieren als ein bayrifchcr 
Holsfnecht ober ein Pai^igcr Sacfträger. Pa bie (Eiere 
nun ben Hatnrmcnfcheu meit näher jiehen als ben <Sroß« 
ftäbtern, fo fönntcii alfo nur bie begenerierten Haustiere 
als pajjcnbcs (Dbjeft iu 53 etradit fommeu. 


Pagegen unterliegen alle (E.icrc, freilebenbe mie Haus¬ 
tiere, iu hohem (ßrab ber Suggeftion. Elllerbings muß 
man babciUntcrfdiicbe berüdfiditigen. Per pflanscnfreffcr 
mirb feines fanfteren Hatnrclls megen ber Suggeftion 
mehr unterliegen als bas Hanbticr. Pon beu pflansen* 
frefferu ift mieber ber flieheube (Hirfcbe, Hohe, pferbe, 
Schafe ufm.) geeigneter als ber mchrhufte (Hinb, Eldj, 
Schmcin ufm.), ber in H cr ^ n Icbenbe mehr als ber 
einsein lebenbe. Es ift baher fern Sufall, baß Sdiaf 
unb pferb, bei benen alle Porausfebungen 3utreffen, näm¬ 
lich 1 . pflansenfreffer, 2 . flieheitb, 3 . in H cr ^n fcbenb, 
Haustier fmb, (ich am meiften ber Suggeftion 3iigäng- 
lich scigen. Paß Sdiafe fich ©on ihrem leithammel 311 ben 
unfinnigflen Hanblungcu ©crleiten laffen, ift allbefannt. 
Ueberhaupt ift bas Hansfdinf mie geboren 31m Unter- 
orbnung, meshalb man manchmal <5icgenböcfe 5u ihren 
Rührern mählt, meil biefe bei brohenber (ßefaljr fid> 
regelmäßig am ©erftänbigjten benehmen. 

Ebenfo ift bei ben pferben ber große Einfluß ber 
Suggeftion befauut. So ©erfagt tnandier (Saul bei 
einem Hmbcrnis, hoch braucht fidi nur ein anberer Heiter 
in ben Sattel 511 fchmingen — unb fiche ba, es geht 
prächtig. XPilleitsfiarfc Haturen, bie ©on bem (ßebanfen 
burdibrungcn fmb, cs muß gehen, mirfcti eben auf (Eiere 
gaii5 anbers ein mie Schmächlinge, bie felbft im Smeifel 
fmb, ob bas Unternehmen gelingen mirb. 

Pas Hinb hingegen als mehrh©fter pflansenfreffer 
ift ber Suggeftion fehr menig sugänglidi* Pasu ift es 
eine ©iel 311 feibftänbige Hatur. 

rDctI bas pferb als färbender blinblings bem £eit* 
hengft folgt, unb meil für ihn als flichenbcr pflanscn- 
freffer bas Heil in ber 51udit liegt, fo erflärt fidi baraus 
bas finnlofe Purdigchcn. 3 « feiner Heimat fann es iu 
ben meiten Ebenen nicht gegen Häufet, 53 äume ober 
£aternenpfählc rennen mie in ber (ßroßftabt. Ein bi߬ 
dien Hennen ift im übrigen fehr gefunb. Üuf ben gleichen 
Eigentümlidifciten bes pferbes beruht bie panif, bie 
mandimal ganse HTaffen ©on Hoffen ergreift. Pon ben 
salilrcichen fällen feien hior folgenbe angeführt, bie fidi 
©or einiger Seit ereigneten. 21 us Englanb mürbe ge- 
melbet: „ 5 f(adibcm neulich in Englanb bie pferbe bes 
8. H ll farenregiments, fur3 be©or fie 311 ben ZÜanöoern 
in Effcf ©erlaben merben follten, famt unb fonbers 
burdigingen, hat fich nterfmürbigermeife ein ähnlidier 
5ull bei ben HTanö©crn ber 7 . Pi©ifion iu 3 rlanb 311- 
getragen. 3« ben frühen 2Horgcuftuubcn au einem 
Sonnabeub riffen fidi fedishunbert pferbe iu bem £ager 
bei ZUIiyIos los uub (türmten iu milber 5Iucht burdi 
bas £agcr, mobei fie ©ier ber in ben Selten liegeuben 
fdilafenbcn Solbaten bcträditlidi ©crlefetcn." 

Pa bie Stamnmätcr nuferer H un ^ e ebenfalls in 
Hubeln jagten unb bem Kuführer millig gehorchten, fo 
ift audi unfer treuer Hausfreunb ber Suggeftion fehr 311* 
gänglidi. 5 T(idit nur bie H uu be, bie in ZUeuten jagen, 
ahmen faft alles nadi, mas ber £eithuub ©ormadit, fei 
es im Hellen ober im 5 olgcn ber führte, jeber ein« 
seine Hnnb mirb mehr ober minber burdi Hanblungcu ©on 
Zlrtgcnoffen beeinflußt, inbem er 3. 53 . in ihr Hellen einfallt. 

Unfer Ergebnis märe alfo folgenbcs: (Eiere fmb ber 
Suggeftion burdiaus sugäuglich, namentlich foldi^ bie 
iu H^bcn, leben unb beren Hcttung burch bie Sind# ge« 
fchicht. Pagegen bürften bie 5 älle, aus benen man eine 
HYPnofc ber (Eiere folgert, nidit bemeifeub fein, ba fie auf 
einer unrichtigen Heurteilung bes (Eicrcharaftcrs beruhen. 


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Hummer 23 , 


Seite 987 , 



Graf Harald Molthc in feinem Atelier. 


enncigenertfÄÄ 

Berühmtheiten. 


ßicr 3 u 13 2Iufnnhmen non fioMenbcrg (<£. Srfjmimbnrg). 


Heid] I?ofger Drad?mann ift btc bunifd>c 
I?aiiptftabt ifyreit Söhnen fetten eine liebevolle 
KTutter, unb ber freilid? fein* cmpftnbfiebc 
I). vT. 2 lnberfen I?at fiel? barüber uoeb bitterer 
ausgcfpvodien. Heiterbings fdjeint fld? bas 
geheuert 51 t I?abeu, obgleich bas „uorbifebe 
^iiboit" bie ffeptifdpfritifdje Anlage tvofyl nie- 
mals verleugnen lvirb. Z?lnf jeben 5 aII ift bie 
Heine Hatioit nad? n?ie vor auf jebent (Schiet 
teidj an Begabungen, bie fld? iveuigftens im 
triuter in bei* ©erefunbmetropole sufantmen* 
bräitgeu. Befanntlidj ift biefc für beu jetzigen 
Umfang Däncmarfs gattj unverhältnismäßig 
grog; P* ffät eben geraume <* 5 cit ben Hlittel- 
puitft einer vom Horbfap bis an bie (Tore 
Hamburgs reiebeuben 217ouarebic gebilbet. 
2 lher and? nach HTaßgabe feiner Bovölfcrnngs* 
Siffer jeigt bodj Kopenhagen eine ungeivöbu* 
lieb große 2 tn 3 at?I namhafter perfSnlid?feiten. 

Billig gebührt babei bent febönen (Sefebfcdjt 
ber Dortritt. 5rau 21iatbilbc Hialling ( 2 lbb. 
- * 99°) *P eine geborene Sduvcbiu, rechnet ftd? 
aber je^t 311 beu bänifdien Schriftftellcrinncn. 
2 l(s (Tochter eines (Sntsbefifeers Krufe geboren, 
ftnbiertc fte in StocFhoIm unb in ber Schreis, 
befuebte bann auf ber Beimreife Kopenhagen 
unb gab ihren erften Hontan „Berta 5micFe" 
5 iigletd? auf fdnvcbifd? unb auf bänifcb heraus. 


Das vor nal}C5u 3ivet Oafyrsefyitcn erfolgte 


Bofrcbaufpielertn ^rau Betty Hennings. 


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Seite 9^8. 


Hummer 23. 






ftoffcbaufpiclcr Olaf pouiren. 

eines 2 lbmirals in bet* <Sefellfd?aft bet* bänifdjen lijanpt* 
ftabt einen bolzen Hang einnimmt. (Crofcbent ijt fie 
lebhaft für bie fosialpolitifdjen Probleme ber (Segen¬ 
mart intcreffiert, mie \9°3 * xn Scbaufpiel „Kinber ber 
Strafe" bemies. Diefe Strafe fann in ber bänifdjen 
Xianptjtabt gelegentlid? ein nod? weit härteres pflafter 
fein als felbft in Spree*2lthen, befonbers für bie meib* 
lid?e 3 u 9 eub, unb bauon eben I^anbelt bas genannte er* 
greifenbe Schau* 
fpiel. 2 ludj publi* 

$iftifd? ift Ärau 
(Emma <Sab oicl* 
fad? in fosialpoli* 
tifd?en 2 iugelegen*. 

I?eiten unb bei 
(Erörterung ber 
in Horbeuropa 
befonbers briit- 
genben 5 vauen* 
frage tätig. 

3 » ber gleidjeu 
Hidjtung mir ft 

5 rait paftorin 
23lid?er * Claufen 
( 2 lbb. nebenft.), 
bie in erfter £iuie 
ben bänifdjen 
milienromau mit 
Ca lent unb (Erfolg 
fultiuiert. Sie ift 
eineDermanbtc bes 
18^8 oerftorbe* 
neu Seibcpaftors 
St. St. Hlidjer, 
ber mit feinen 
jütifdjeu Hauern- 
tmb <§igeuncrno* 
rellen 311 ben flaf- 
fifdjen (Erzählern 

nid?t nur Säue* prof«rror Dr. Sophus tfuttnr, 

lnaifs gehört. Dircftor bes rtationalmufcums. 


literarifdje Debüt 
fanb aber 3 imäd?ft 
menig 2 lnffang, 
nnb 5r3ulcin 
Krufc erflärte, 
baß fte i*? rcm 
gansen £eben nie* 
mals mieber et- 
mas uont publi* 
fum ober non ber 
Kritif miffeu 
molle; fie hatte 
fid? mittlermeile 
mit beut Kopcn- 
bagener (Srofj- 
hänbler HTalling 
uerinäl?lt unb 
badjte 3 imäd?ft 
menig an £itera* 
tur. 2 lber mie 
fie felbft fagt: 
„IDemt man mit 
fiebeiO^h^» auf 
beut £anb Ho* 
mane fdjreibt, 
oI?ne jemals ein 
HTannffript ober 
einen Hudjljänb- 
Icr gefeben 511 
haben, bann ift 
bie Kranffjcit un¬ 
heilbar." 3 n ber 
Stille fdjrieb fie ihren großen (Sefdjidjtsroman „Donna 
Pfabel", ben il?r (Scmahl nur gegen bie <§ufage ftrengfter 
Disfretion auf feine eigenen Kojten h<u*ausgcbcn burfte, 
$er aber Zllatljilbe HTalling mit einem Sdjlag berühmt 
madjte. Hatürlid? blieb bann ber Haine ber Dcr- 
fafferin nidjt lange unbefannt, unb biefc l?at feitbem mit 
glänsenbem (Erfolg bie bidjterifdje Hätigfeit fortgefefct. 

(Eine l^öd 7 ft marfante pcrfönlidjfeit ijt and? 5rau 
Ciniiia (ßab (Hbb. S. 9^9)/ &te als £ebensgefäbrtin 


profeffor Dr. Vilhclm Cbomfen. 


8cbrlftft«U«rin frau Blidur-Claufen. 


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Rümmer 25 . 


Seite 989. 



bcr bentfcfym Reichshauptftabt aus bem ( 5 aftfpiel vom 
Frühjahr ^90^ in ber günftigften lüeife befannt. Sie 
fpiclt mit Vorliebe 3bfcnfchc 2}ollen, unb „Die IDilb* 
ente'', „(Sefpcnfter", befonbers aber jenes „puppen* 
I^eim", bas in Deutfd^lanb als „Hora" über bie Bühne 
5 U 9 <?hen pflegt, haben ihr einen erheblichen «Teil ihres 
Bühnenerfolgs 311 banfen gehabt. 

2 ius ber IPelt bes Scheins in bic bes einigen 
Schnees unb ber flingenbeit Kälte. Der 21Taler ©raf 
£?aralb 21?oItfe (Elbb. S. 987) hat \ 902/5 ben 5d] rift« 
fteller £. Hiylius • Crichfeit nad> (Srönlanb begleitet, 
bann im vorigen fjerbft bie Crgcbniffe feiner Stubien 
auf bem Boben bes arftifdjen Canbes in einer Kopeit- 


SchriftTtellerin frau 6mina 6ad. 

Die Dänen haben ftets wie für gute Hebncr fo für 
sorgliche Sdjaufpieler gegolten, unb bas lefcterc macht 
fich gan 3 befonbers inirffam bei beut fdjönen (5efd]led]t 
bemerfbar. 5t*au Betty Hennings (Elbb. S. 987) ift 


Italer profeffor Kroyer. 


hagener Einstellung veröffenb 
licht unb bamit glän 3 enbeu £r* 
folg errungen. Die „bänifd>c 
literarifd]c (5rönlanbej*pebi s 
tion" bauerte bis f 9 ^ 4 , aber 
<55raf 21ToltFe hatte fte fd^on ein 
3 abr vorher neriaffen miiffeu, 
ba er fehr ernftlid] erfranfte; 
wochenlang hat er int Schlitten 
halb betmigtlos über bie Sd?nee- 
fläd^c babingefabreit inerben 
müffen, bis er ein bänifd?es 
Sduff erreidüc unb nach Kopen¬ 
hagen 3 iirücFfcbren fonnte. Elber 
bafiir tnirb fein E'taine audi 
mit bem bes Srpebitionsbauptes 
2 TTylius*<£rid}fen in ber <$ 5 e* 
fchidte ber Horbpolfabrten un¬ 
vergänglich bleiben. 

profeffor Sophus Baubit^ 
Elbb. S. 990 war 3* u *ift unb 


Bildhauer prof. Stephan 8 in ding im Kreis feiner familie. 


ift jefct Kopenhagencr Sdjnl- 


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Sdiriftft«lUrfn frau Mathilde jvialh'ng 

in ihrem Kopenf)a<jcner f?eim. 


Kummer 23. 


berühmt, iric beim 
fcin^3ilbponbet*Ko» 
penbagener 23örfe 
grofecs Aufe^dt 
genießt. Kroycr ift 
geborener Norwe¬ 
ger, bat fid^ aber 
311 einem bei* gro* 
feen Hainen bei* bä 6 
nifdjeu Atalerei cm* 
porgefduimngcn. 

Hiebt bänifdien 
Stammes ift aud? 
bei* ad^igjährige 
profeffor 

firner (A bb. oben* 
ftcbenb), ber 511 Ko* 
penbagen einem 
bentfd? * böbmifd]cit 
Datei* geboren iror* 
ben ift. Seine 23il* 
ber fdjilbcru mit 


a l e r 

prof. lulius Bxtier. 

©ben: 

Profeffor ttlarmlng, 

Pircftor h. 23otaii. (Bartens. 


Seite 99O. 


infpeftor, entflammt aber einem 
bänifeben Solbatengefd?led?t, bas 
feine fjerfunft aus ber Cattftfc 
berlcitct unb mit ben bolfteinifebcn 
(ßrafeit 23auöiffin ben gleid^eit 
llrfpruug bar. fir ift \850 als 
Sofyi eines 0bcrftcn in bent 
jiitifdjeu Aaraus geboren, unb 
unter feinen Schriften befhtbet 
fid) eine „Cfyronif aus einer 
Keinen (ßarnifoit*, bie biefc jmeit* 
gröfete Stabt Dänemarts t>or* 
trefflid? djarafterifiert. 

profeffor peter Senerin Kroyer 
(2lbb. S. 989 ) ift ein Angehöriger 
jener Sfagener Künftler* unb 
Didjterfolonie, bie biefen itörb* 
Iid^fteu punft Dänemarfs im 
Sommer beoölfert. fiins feiner 
heften Hilber 5 eigt and} ein 5riUp 
ftiicf in biefem Sfagener Kreis, 
Der geifeoolIcHTaleriftaufecr 
bnrd] Seeftiicfe bc 
fonbers bnr d} 

<55ruppen 




* 









Bummer 25 . 


Seite 99 U 



Dorliebe unb Dirtuofität Sse- 
nen aus beut X>cifciit bes 
bänifdjeu £anbuolfs. 

profeffor Stephan Sinbing 
<2lbb. S. 989 ) vertritt in ber 
bänifdjen Bilbhauerfunjt ben 
23 ealismus mit gerabc3u ein- 
3igcm Erfolg. Seine „IDal- 
füre", fein „Barbarenmcib", 
feine „§wc i lllenfdjeit" traben 
XDcltruf errungen; in ber 
parifer preffe mar nach einer 
2lusftellung modjcnlang non 
ben „DTennesfi" bie Bebe, 
mie fich bie bortigen Blätter 
bas bänifd>e IDort für Bleu- 
fdjen 5iired?tgclegt Ratten. 

profeffor IDarmiug (2Xbb. 

S. 99 °) ift berühmter 
Botanifer unb l^at nor ber 
ilebernatyne feiner jefeigen 
Stellung nad?einanber Bra* 
ftlien, (Sronlanb unb Dene- 
3uela bereift. 211 s Sohn bei* 
bänifchcn Borbfceinfel DTanö 
ift er eigentlid? uorbfriefifdjen 
Stammes, ba fid^ biefer früher 
mcit über bie bentfdjc (Breite 
bie jütifdje IDeftfüjte entlang 
erftreeft h<*t. 

profeffor Sophus BTueller 
( 2 lbb. S. 9 ^ 8 ) l^at feinen 
jefeigen poften \887 übernom¬ 
men; er beftfet einen großen 
Barnen in ber norbifcheu 
Archäologie. (Sbeitfo nertritt 
prof. W. Cbomfen (Abb. 

S. 988) an ber Unioerfität mit 
2lus5eid]nung bie altnorbifche 
Philologie. 

JDie bei ben Damen 
fd?ließt ber Bericht bei ben 
2Hännern mit ben meltbebeu- 
tenben Brettern; fjoffdiau- 8d»riftft«u<r proferror 8©pbu# 8au<tit*. 

fpielcr 0 laf poulfen (Abb. 

S. 988) ift ber £iebliug bes Kopenhagener publifums, bera, mie in ber Bolle bes feelänbifchen Bauern „ 3 C PP C auf 
unnergleid)lid? ganj befonbers in l>uinoriftifd?en Bollen, beut Berg", reifen an bas l?öd}fte heran, mas bie Sd?au- 
Seine Darftcllungeu bes bänifdjen £uftfpielflaffifers fjol- fpielfunft ber (Segenmart heri>orgebrad]t hat. Qafmeufis. 


u - - — ■ □ 

OTitidttittbUn. 

Don UTarr HTöller. — 8 pbotograpbifdje Aufnahmen. 


ls füglich eine fd?öite IDinbmühle in 5fieslanb 
abbrannte, mürbe es allgemein bcflagt, baß DAitb* 
ntühleit immer fcltcner merben, immer fpärltcher 
an3iitreffen ftnb. 3 n nuferer nüd?tern-praftifdjen <§eit ift 
mau längft barüber flar geworben, baß ber BTotorbetrieb 
ungemein 3imerläffig ift, mähreitb ber XPiub lauuifd? unb 
mettermenbifch fich gebärbet, fo baß mau nie red?t auf ihn 
rechnen fann; beshalb nennt man auch einen BTenfchen, 
bem mau nicht recht trauen faitn, einen „minbigen" 
(Sefelleu, unb bas IDort „IDinbhunb" beutet auch nfcbt 


auf fliufe Beine, fonbern auf leidste unb leichtfertige 2 lrt. 
3 u btefem Sinn märe cs alfo 311 begrüßen, baß bie 
heutigen Blüller bei ber Bitte ums täglid?e Brot bie 
luthcrifdjc Sonberbitte ums gute IDctter ausfd^alten 
fönuen, ba ber 3 ngenicur bie flinfe Bemeglid^feit ihrer 
22 äber burd> Dampf ober burch <Sleftri5ität reguliert; in 
Uebcrmut merben fte babnrd] nicht geraten, beim bie 
neuen §cikn brad^teu ihnen neue Sorgem 2lber ber 
IDaubersmann betrauert bas Dcrfd>minben jeber IDinb- 
ntühlc, beim nid^ts fann bie meite, ebene Caubfd^aft fo 



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Seite 992. 


Hummer 23 . 



Die cinfamc J'Iühlc. 

munter beleben ir*ic fo luftig fiel) brebenbe ZTCüfylenflügcl. 
Das wirft fo beiter, baß matt unmill für lieb jur Der* 
ftcllung gelangt, ba brinnen int I^aus berrfebe ewig eine 
entfige, rührige X 3 cbagliebfeit, eine Sauberfeit, bic läebelnb 
erntet, ofyte 51t fäeit, beim ber XPinb foftet ja nichts. 

ll>as ir>ar bas für ein Klagen, als in Xöamburg auf 
ber fehönen CombarbsbriieFe bic alte ilMnbmiiblc fdjwanb! 
Die ernfteften Ceutc beweinten ben Derlujt mtb erflarten, 
bas gaitjc panoranta habe feinen Iiauptrcis verloren. 


Die hiftorifche /viuble in Sansfouct. 


Rolländifcbe JM üblen. 


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einfache Windmühle in Südrufltand. 

Hub als in potsbam l\cd]t Ked? 1 bleiben mußte unb 
bie Hlütyc mtyg weiter flappcru foniite ofyie 23ücFfid?t 
felbft auf beu König, ba freute fid] ein gaujes Dolf. 

IPie fam cs aber, baß bie Hliifylcn unb bie HlüIler 
fo uicl befunden unb befprodjen würben? lOar es nur 
bie lebenbige Hnmut bcs ZTiüblenbilbs ? Keineswegs. 
7>ie (Srimbc liegen weit, weit jurücf. 5u früheren 
<§citeu, als alle £eutc orbcntUd] ciugetcilt waren in ^iiufte 
unb Kafteu unb jeber nad] feinem liefen bewertet würbe, 


Die Mühle am Kanal. 


Die Mühle in der Stadt. 


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Seite 99 ^. 


2 Tummer 23. 




ba nahmen bic 21Tiiller eine Souberftclluug ein; fic waren 
aubers wie bic anbern. Sie wohnten außerhalb ber 
Stabtmauern, benn mitten smifebeu IDällen unb (Siebcln 
hätte bet* IDiitb nidjt fo Fräftia cingrcifen föuneu. 

Dicfe 2lbfonberung cnt 5 og ihr Privatleben ber Flein 
fläbtifdjen Kontrolle mtb befdniftigte bic pbantafic ber 
Klatfdjlnftigcn. fis erwuchs eine 21Ti^ftimniuna, eine 
217ißad}tung bes Stanbef-, ben man bod> nicht entbehren 
Fonnte; inan erbCicFte mein* einen Imubler, einen Der’ 
mittler als einen Fjanbwcrfcr im 
2Tlüller, unb fo Fant es wobt, baß 
bie 2 Tiüller fogar bem „unebr* 
lieben DolF" 3 ugc 3 ählt würben. 

fiin hoher 27at fab ihnen 
genau auf bie Ringer; bas batte 
ftd? fein Dertreter eines ehrbaren 
Staubes gefallen taffen; bie 
217üllcr ftanben fo 3 ufagcu unter 
poIi 5 ci(id?cr 2lufftd?t; bie Stabt- 
biener geftatteten nur eine bc* 
ftimmte 21113 abl von (Seflüget 
unb Klein Dieb auf einem 2T7üblcw 
l?of; bei einem reid>eren üier 
bejtanb wäre fofort Dcrbadjt 
rege geworben, baß bas Dieb 
mit frember £eutc Korn gemäftet 
würbe. 3)a nun bic 211 üller eine 
berartige Sonberftellung ein* 
nahmen unb non ben Sdjmicbeu, 

Sdiläditern unb Sdnitscn nidn 
redjt ats gleichwertig begrüßt 
würben, fo mögen fie wobt ben 
3pie§ häufig untgcbreln haben; 
fie (egten nid?t fo großes (ßewidu 
auf fteif• bürgerlk*be (Sebräuchc 
unb waren nidH felir wählcrifcb 
im Derfebr. So Farn es, baß in 


ben 21 Ti\bten eine 21 rt 
23ob^meftimmung um 
fid) griff. fis ift aus 
biefen (Srütiben mit 
23eftimmtbeit 011311 « 
nehmen, baß es in 
2 TTüb(enftitben unb 
iniibtengärten viel in« 
tereffanter sugiitg ats 
in ben muffigen Slu* 
ben ber Stabt, wo 
einer immer 27ücFficht 
auf bie neugierigen 
2 tugeit bes anbern 
nahm. fis verfehlten 
bort and) allerlei falv 
renbe £eute, bie rei« 
d?er an neuen luftigen 
SdjmänFeu unb £ie* 
bern als au fihrbar« 
feit mtb 51 eiß waren; 
unb ntandjer ftttfame 
junge 2 Tcann unb 
mand? 3 Üdttiges 3 ung* 
fraulein, bas unter 
ber (Dbbut ber guten 
filtern an ber 2 TTüble 
üorbcimaubclte unb 
aus bem (Sorten helles (Sclädder ober Singen hörte, 
mögen ein heimliches Sehnen gefpiirt haken nad? bem 
freieren Cebeu bes 21 Tüblenftaubes. T>icfc £eutc hatten 
trot) ihrer Seß* 
haftigfeit etwas 
vom XDefeu bes 
fabrenbeu Dob 
fes an fid?. Sie 
fonuteu beber* 


Ortfriefifche TOindmüblen. 


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Hummer 23 . 


Seite 995 - 


bergen, weit fie wollten; fie durften flclleitweife einen 
Meinen Kusfdjanf galten. 3 h r SelbftbeiüUßtfcin mttdjs 
trofeig empor; fie heirateten gern in ihren Staub hinein, 
uttb ballet* ift ber Haine H 7 öller — beim ber IDiitb* 
müder mar im Horben fyeiinifdjer als im Süben — 
ein fo häufiger. 

3n einer Seit, als man noch in einigen (Segenbeit 
beit 2nüllerftanb als einen eigenartigen, harmlos* 
romantifdien einpfanb, fdirieb ber Didier tDill]elnt 
21IiUler, beffen Denfntal jefet in Deffatt ftel]t, unb beffen 
Sol]n ber berühmte (D^forbcr (Belehrte 2 Tto£ ZTTüller 
mar, feine befanitten „HTüllerlieber"; jeber Deutfdje 
fennt unb liebt fte; burd] bie ZlTuftf Schuberts mürben 
fte fd?nell populär. Hod] einmal, ehe fte 3uriicftrat in 
alltäglu'be philiflerei, machte ber fiitfel eines Hiüller* 
gefd]fcd]ts ber „fdtönen HTiillerin" feine Beoercn3. 

Uitferer Seit fd^minbet bas Derflänbnis für berartige 
frühere Hanguitterfdjicbe. Dafj ftd] ein 2 TTüller mit 


einem preu§ifd]cit König (tritt, erfdjeint heute nid]t mehr 
gemagt. Damals einpfanb man ben tiefen Kontraft. 
Diefen Kontraft einpfanb aud] 5 rife Heuter, als er 
feinen 2 Tlöller Do§ in ber „Sraitjofeittib" fdfllberte. Don 
iebenben Didflent, bie im ZTTüllerftanb etmas 2lpartes 
feheit, fömtte id] nur bie plattbeutfdje greife Dichterin 
Knnciitariefeit Sdvyjteit nennen, bie in einem (Bcbidfl 
„Znöller, 2Höller, 217 attenbeew" (auf l]od]beutfd] „CTiülIer, 
ZllüIIer, IDiefeitbieb") über Untreue eines jungen (Sefellett 
flagt. <£s mar und]riftlich oon ben Leuten, ba§ fte immer 
ben 2 Hüllergef eilen bie Schttlb in bie Sd]uhe fd]obett, mettn 
etmas 001t ber lDäfctje auf ber Bleidjerwiefe fehlte! 

Der böfe Huf bes Staubes fdjwanb; nun fdiwinbet 
halb bie ZDinbmüI]lc auch; läitgfl ift ber <Efel bes 
UTüllers nur nod] in alten <ßefdnd]ten austttreffen. 
Uitfere <£itfel merbeit bie lebten IDinbntühlen mohl nod] 
als Barität fd]äfceit unb flüfeen, bis aud] biefe gaii5 
oout itüdflernen <£rbboben oerfchmiitbcn. 






Urvater Hbrahams pftngftfabrt. 

Sfi53e ooit Käthe 5rauf. 


/ m^ r)ce, es geht wirflid] nid]t, ift ja and? Unfttttt, 
bireft Süitbe, bei bem IDetter 511 arbeiten — 
int Ktelier! Kd?," bie Kohle flog 5111* <£rbe, 
/jwPj W uub 3 ugc £al]ufeit trat au bie offene Balfontnr. 

iX)ic es braunen blühte! Duftmellen, fchmer unb 
(aftenb, brattgen herein. Syringen unb (Bolbrcgen, bie 
milbe 3°huuitisbcere mit bem füg fchiiteid]elnbeit (Be¬ 
rnd] — unb ein Dogelgefchmetter — l^crrgott, es rnadfle 
einen gerabesu (lohnen 1 Diefe £uft braunen — ba nutg 
ja alles <£ntfle, (ßewiffenhafte in bie Brüche gehen. 

v 22 a alfo, für heute ftitb Sie crlcbigt! 3 ch banfe 
3hnen Ä , unb fie maubte ftd] bem fogenannten 5rcunb* 
fdmftsmobell 31t, einem Ferrit in elegant grauem Srftl]* 
jahrsfoftüm. Der fafj 3iirücfgelehut, bie f}änbe gegen* 
cinanber geftellt, auf ber <£l]aifcloitgne. Hmt redte er 
fich etmas uub trat neben fte. 

„5rühlingslauuen, meine (ßnäbigfle? 3^h glaubte, 
barüber märe mau erhaben?" 

3 uge ladfle hell auf: ,, 2 ld], liebes Doftordieit, ba 
ltiufl id] halt 3hreit (ßlaubeit an mid] mieber erfdjüttcrn. 
3d? wüufdfle, id] hatte 3hreit mohltemperierten <£l]a' 
rafter — bod] nein, nein, ber 2?imntcl bemalir mid] 
oor ihm! 3 ^] haffe bies (ßcbämpfte, bies — ah Der* 
5eihung, ich rebc itatürlid? gaii3 im allgemeinen, gelt?" 
Uttb fie ftreefte ihm trenhersig bie fjaitb hin. <£r nahm 
fte, unb ein beluftigtes £äd]elit glitt über fein (Belicht. 

,, 3 d] bitte Sie, 5 räuleiit £al]ufeit, id] habe burchaus 
bas redfle Derftänbnis für berartige Keujjernngeii." 

„Hee, nee, Doftorcheu, fo gaii3 ficher bin id] 3 hrer 
itid]t; beim bie hunberttaufcitb leufcldjen ba um 3hren 
2nunb herum — aber es ifl mir and] egal! 2llfo 
trinfen Sie nod] eine Caffe Cee bei mir, ober maitbelit 
Sic heimwärts?' 1 Dabei ging fie int Ktelicr Ifln unb 
ber, frantte bie Sadjeit fort, trat ttod]inals migbtlligeitb 
t?or bie Staffelei, fal] ihn au, oerglich fut*3 unb fdiarf 
unb ftellte ben Bleubrahmcit mit hörbarem Hucf gegen 
bie XDaitb. €ine 5 a(te lag 3mifd]cit ihren Brauen, als 
fte auf beit Balfoit hinaustrat. 


Stumm fchaute fte in bie 5 rühüngsprad]t, uub tief, 
fräftig fog fte ben Ktcnt ein. 

//3d? gehe halb aufs £aitb, bas meiß ich", fagte fte 
plöfelid] mtb ladjelte mieber. „XDemt’s Frühling ifl, 
ttitb ich fall in fo einem Ba cf fleingentäuer fifeen — nein, 
tun alles in ber IDelt nidfl! Da ergreift mich fo eine 
miutberoollc tDurftigfeit — parbon, Sie fchriftgclahrter 
fjerr Sie — gegen alle Strcberci unb Krbeit, ba iitttfl 
ich raus in bie Hatur unb mittun. — 2ld], ba fonuitt 
fd]on ber Hee!" 

Das fleine Dieitflntäbd]eit, Kusgeheriit unb „ 21 Tal* 
mäbd]en" in einer perfoit ftellte alles auf ben (Cifch. 
3 ngc holte nod] einen Strau§ ^lieber, fd]mere lila 
Dolbeit in fdilanfem (Blas, unb ftellte il]n 3mifd?eu bas 
3ierlid]e (Berät. (Eine befonbors fd]öite Dolbe 30g fte 
heraus unb fteefte fte ftd] oorn an ihre Blufc. Sic 
läd]elte halb ocrlegeit, als fte fagte: „Doftorchcn, oer- 
5eil]cit Sie biefe €ite(feit, aber ich uinfl nun mal beit 
Frühling fo nal] mie ntäglid] haben." 

Doftor Haflinger fah auf feine Caffe uub meinte 
nur: ,,3d] aud]." 

Da bliefte fte 311 ihm Ifluüber, gäit5lid] unbefangen, 
unb il]iit bie Dafe l]lureid]enb, fagte fie: „2lber bitte." 

<£r lächelte mieber farfaflifd]: „5räulein £ahufe»t, 
3 hrc licbeitsmitrbige Bereitmilligfeit ifl fofllid] uub 
ebcitfo 3 hrc bemunbernsmerte (Babe, nur 30 baren, 
mas Sie molleit! Ha, feien mir alfo befd]eibeit unb 
begnügen uns fürs erfle h^rntit", unb fnipfte fiel] ein 
paar 51i^öerblüteit ab, bie er ins Knopflod] fteefte. 

„Ucbrigcns, id] mufl gcfleheit, 3h l * 2ltclicr liegt hr°r 
muitberooll, mitten im (Srüueit, id] begreife 3 h rc Scl]n* 
fud]t gar nid]t, 2Tiüitd]eit 511 entfliehen? 2litBcrbent", er¬ 
legte ein Bein übers anbere, uub feef fte aufebenb, 
flaitg’s heratisforbernb, „fd]eincu Sie mir mehr ben 
21 Teufd]en als bem — Bacffleiugemäiier 311 entfliehen! 
Stimmt’s?" 

„21 ber Doftord]eit, meid] Draufgängertum — id] bitte 
Sie, mie unntoberit! 3 mnter hüMd] uttibe unb gelang* 


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Seite 996 . 


Hummer 23 . 


meilt tun, gar nid?t aufmad?en fd?eiitbar — bas ift 
demier cri! Sie fefeett ftei? ja in IDiberfpntd? mit 3 f?rer 
ftilpoüen (Toilette!" £?et*3haft lad?te fte: „(Sott, meint 
Sie ein ZITaler gemorbeit mären, mie märe 3 ^nen bas 
befontmen?! U 7 it all bem fchntufeigen Drum itnb Dran 
pon 5 arbe tntb Kohle, na!" 

„Kber meine (Sitäbigjte, bleiben Sie bod? mal l?übfd? 
bei ber Sache: Sie entfliegen por uns Stabtmeufd?eit, 
por unfernt Hanaufentunt, itnb meiß ber Deibel, mie 
Sie fonjt nod? im ftillen 311 meinen belieben, gelt?" 

3itge fal? it?n freimütig an unb niefte ettergifd?. 

,3a/ 

„Unb Sie galten uns, bitte 311 beachten: uns, gans 
allgemein gefprod?ett, für uuperbefferlid?, für berart per* 
fitöd?ert, baß uns nichts, fein 5 rüf?ling, in feinerlei (Se* 
ftalt", er lächelte, „retten, bas tjei§t, bas gait3e mämt* 
lid?e 2Hünd?eit retten fönnte?" 

Sie lernte beit Kopf 3ttrücf, fo baß il?re blonben 
l}aare an bie blaue IDaubbcfleibung bes Haifons trafen, 
unb meinte ernftt?aft: „Durdjatts nid?t, ich halte — 
gans UTünd?eu für heilbar bis auf gemiffe unrettbare 
Kusnahntenl" 

„Klfo Sie meinen, gatt3 l?offnuitgslofer 5 olI, h 11 *?" 
<£r legte beibe Krmc auf ben Cifd? unb fagte uod?mals 
halblaut: „(Sans hoffnungslos? Kd?, bitte, nein!" Seht* 
liebe Kugen ntad?te er. 

3 nge fühlte, mie fte rot mürbe. Kber nein, fo bas 
üblid?e Cttbe aller 5 reuitbfd?aften — bie Ciebe jtegt — 
banad? fehnte fte ftd? nid^t im minbefteit. Kttd? bad?te er 
mol?h eine felbftänbige H 7 aleciit in 21Iünd?ett fei leichter 
Sieg. — Kd) nee, bas erjt gar nid?t. 

Klles bas fuhr it?r blifefd?ncll burd? ben Sinn, unb 
er fd?iett es 31t erraten, benn fd?ott faß er mieber forreft 
int Stuhl mtb meinte abmefjreitb: „Sehe fd?ott felbft, 
gaits hoffnungslos. — Ha, im übrigen aber meiter 
gute 5reunbfd?aft, gelt? lüas ntadjt unfer pfingftplan, 
btcibfs bei Sd?lierfee, Cegernfee, ober mollen Sie fchoit 
pornt 5eft fort, allein ltatnrlid?, hinaus, entfliehen?" 
Das lefete IDort red?t fpöttifd?. 

£r fanitte fte bod? gut. Hatürlid? fah fte ihn nun 
fampfesnuttig an: „©, mettn id? unter 3 ht*cnt Sd?ufc 
biit, fühle id? mid? fo ftd?er mie in Urpatcr Kbrahams 
Sd?oß! Klfo es bleibt bei Sd?lierfce pfingftfonntag." 

„Unb ber Urpatcr banft fürs fittblichc Dertratien!" 

* * 

* 

„Ha, bös ift a £?ifc", fagten bie UTünd?iter am crftcit 
5 c(ttag, als fte feftgerantntelt por beit Sd?altern ftartben. 

Da briieftett fid? bie £obenl?üte mit bem (Samsbart 
unb ber Spiclbahnfeber eng aneinaitber, unb bie Hagel* 
fd?uhe fragten pentchmlid? ben Hoben. 

So ftanb man benn in pollfter bayrifcher (Sentütlid?* 
feit unb holte ftd? bas Hillettl. <£riiftl?oft ftanbeit and? bie 
Häuerinncit ba3tpifd?eit aus Hieberbayent mit ben langen, 
fd?mar3feibetten Kopftüd?crn unb ben fd?tperen, buitfleit 
Setbenfd?t\r3en, bie irgenbmol?in auf Hefud? fuhren. 
Kud? bie biefen, pliffierteit 2?öcfe unb bantaftueu Kurs* 
taillen ber Dachaiteriniten brängten ftd? ab unb 3U ba* 
3ipifd?ett, au ben 5 üßeit bie funftpolleu, felbftgeftricFteu 
Strümpfe. (Scrabe fo eine mit bent fchmarseit Schleier 
unt bie fjaube neigte ihr faltiges, gutmütiges Kltmeiber* 
gefid?t 311111 „Dater" l?in, ber aufrecht int blauen „ 5 racF" 
unb IDefte mit ben filbernen Knöpfen baftanb. 3 mmcr * 
l?in feft genug auf beit ed?t Dad?auer Hcineit in Stulp* 
ftiefeln, bie fo ’tte 5 amilieuähnlichfcit mit „Unfel Hräftg 
feine" hoben. Die Heine nämlid?. — Da fagte eine 


hellfrifd?e Stimme: „(Srüß (Bott, ( 5 ibi*UTutter, mo 
gel?fs l?in 

„ 3 efT*s no, na, bie UTalerin! Da get?ft her, Datcr, 
ft£t, bas 5rai—leiit, bas mi afg’nontnten l?ot ben lefctcit 
Sommer baheint in Dad?au." 

Uttb 3 noe mechfelte fräftigen 2 }anbfd?tag auch mit 
bem Klten. Cuftig funfeiten it?re Kugelt unter bem 
meinen UTatrofenl?ut 311 Haftütgcr l?in, ber gerabe il?re 
5al?rfarten löfeit mollte. 

„Sipeiter ober britter", fragte er, ftd? untmenbenb; 
er faunte il?re Dorlicbe für „Dolfsjhtbiett". 

„Dritter, natürlid?! <£s märe bie l?olbe 5 reubc!" 
niefte fte il?nt 311. 

„(Seit, bas ijt ber Sd?afc", meinte bie <Bibi* 2 Thittcr 
laut unb lad?te bel?aglid?. 

„(Sott behüte, Urpatcr 2 lbrat?am!" flattg Haftingeis 
Stimme luftig suriicF. 

.Die Klten fal?en il?u perftäubnislos au unb riefen 
nur ttod? „(Sitte Unterhaltung" ttad?, als fte auseinanber* 
gingen.- 

„ 2 ld? — Urpätercheu?! VO\o id? ntid? freue, faittfs 
gar nid?t fagett. firftmal, meil’s pftitgfteit ift, bas gibt 
mir immer fo ’tteit Sd?muug, na, unb battit tos pou 
^aits! Denn ber (Scbaufe allein, id? mit einem 5 reitttb 
folo auf einer Cour begriffen, hotte Kraft genug, 
meine gait3e geliebte £?cintatftabt ba oben int Horben 
auf beit Hücfeit falten 511 laffen!" 

Sie Iad?te übermütig auf unb fal? ttad? ber Straße 
hinaus, mährettb fte burd? bie langgeftrecften fallen bes 
geittraIbahni?ofs gingen. 

Die Crantbahiteit brachten immer neue 2 Uenfd?eit* 
iitaffen, bie (Slocfeu läuteten 5111* UTcffe, mtb bie Straßen* 
febrerinnett im grünen ^iitel gaben 2TTünd?en ttod? ben 
lefeteit fcfttäglichen 2 ln(trid?. — „(Sott im £?intntef, hob 
id? ’itc UTorbsfreub!" — unb 3»90 fttiff por lauter 
£nt3ücfen iht*en Heglciter in ben Krnt. „Sie erlauben 
bod?, Doftord?en", lad?te fte bann mutmillig. 

„Krißitürfen — au", ntad?te ber, mäl?renb gättslid? 
uitntoberne, holl? 3 ll 30itblujt otts feinen Kugett brad?. — 
Unb fd?ließlid? faßen fte in einem Kbteil britter Klaffe, 
tabellofe 2 ?eriitgsperpacfuitg! (Sut rod? cs ba nad? 
ftebenerlei Sorten Kitafter, mtb eine lebhafte Unter¬ 
haltung l?in* unb hinüber, fo red?t bayrifd?, bas 3 nac 
leiber mettig perftanb. Kber baß bie Ceute alle freus* 
ftbel marett unb gar bie fleitteu Huben uitb Zllabltt, 
bie fd?ou fut*3 hinter 2 Uünd?ett — als immer nur bie 
enblofe Hympl?eubnrger parfntauer 311 fel?cit mar — 
ftd? bie Hafen an bett Sd?eibcit platt briicfteit, begriff 
fte aud? fo.' <£in Heines Diritbl poti fitapp brei 3 ol?^n 
fal? fte unpermanbt au mit feinen großen, blauen Kugelt 
unter bem blinfettbmeißeit Kopftud?. 3 m ehrbaren 
Scheitel lagen bie blonben 2 }aat*e um bie eefige Kiitber* 
ftirit, unb mäl?renb ber gatten 5 ol?rt l?ic^ ^os Dingl 
bie braunen f?äitbd?eit gefaltet, meil einmal bie HTuttcr 
gerufen l?otte: „Ulariele, bift jtab". 

ibie fuhr es ftd? herrlich in ben pfingftmorgeu l?in* 
ein, burd? bie freuublid?ett 0rtfd?aften int bergiger 
merbeitbett (Seläube. Die traulid?en Räuschen mit beit 
Dcraitbeit, bie fejHid? gefd?mücFten Ceute unb mm gar 
erft bie Hurfcheu iit Uliesbad?. Da faß ber grüne 
5elbell?ut e^tra feef auf bem 0l?r, unb bie grünen 
Samtmcftcit hotten auf ber Heithonferftraße promenieren 
föitucit. 

„Demier cri, mas?" lad?tc Haftiuger 511 3»9e rüber. 
Unb meiter ging’s, mäl?renb bie €attbfd?aft immer mel?r 


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Hummer 23. 


Seite 997. 


©ebirgsd?arafter seigte. Unb mit jebent Kilometer/ bett 
bie wadere Cofomotive vorwärts puftete, blieben 
UTiindjen — unb Konvention mtb hinter ihnen 

Sitrüd. ©erabe fo ßral?lcnb faßen pe beibe ba wie 
ber Hurfd?e mit feiner „(Ccttsi" fd?räg gegenüber. Hur 
baß ber fein Dirttbl gutbänrifd? an pd? brüdtc, wenn’s 
il?m I^att eittpel, unb bie Cenji bann — fräftig wieber* 
brüefte. Das gefiel bem Doftor ausnehmenb. Dod? 
als er einen ähnlichen fd?tvad?en Derfnd? nur mit 3ttges 
X7anb ntad?te, 30g fie bie lad?ettb surücf unb brobte: 
„Kbrahant, Kbraf?ant!" 

Da neigte er reuevoll bas urväterlid?e £?aupt unb 
tat es nid?t wieber. 

Hei Ijerrlicbßem Sotttteufd?ein fliegen fte in Schlierfee 
aus, gingen bie Straße fynan 3ur pfarrfird?e, über 
bereu reid?e Kuspattung 3nge gatt5 erftaunt war, unb 
hinunter an ben See. Unterwegs trafen fte bie 
„Sd?lierfeer", aber fold?e von ben „wdtbebeutenben 
Hretteru", bie l]ettt fd?ott mal auftraten. 

„lud?, fein wie bie preitßifd?en ©rauntäntel, fabelt 
bie Hurfdjen, gelt", lad?te 3 nge im Dorübergel?eit. 

„Unb bas UTabl a Ulunb 311m Hufferltt", rief fed fo 
ein fultivierter Sd?lierfeer surüd, einer, ber’s in ber 
Heftbeit3 allen feinen Damen antat mit feiner fraftvollett 
Sd?önf?eit. 

Hach bem Weiteren UTittagsmahl brad?en Haftinger 
unb 3 n9c auf itad? (Cegernfee über Heureut. 

IVcis war es für ein (Cag voll £uft unb Sonne! 

Die grünen UTatten, auf bem blauen See bie fleiuen 
Hoote unb überall rings bie fanft‘blänlid?eu Herge, ber 
XDenbeljlein fte alle bel?errfd?enb. 5c*P fhimm ntad?te 
fte all biefe wolfettlofe 5rül?liugsprad?t, als fte nun ben 
anfangs Ijolprigett U)eg l?inan 311m ©el?öl3 eittfdringen, 
aufwärts bann burd? lid?tgrünen Hud?eitwalb, ber 
immer rnieber rc^vollc Hlide itad? Sd?lierfee freigab. 

Kaum merftett fte itt ber würdigen Cuft bie Kn* 
ftrenguug bes Steigetts. Stuitbe auf Shmbe verrann 
ihnen fo int fößlid?ett ©enießett. 

Huf ber ©ittbelalm ber gar nidjt fenttertuäßige 
Sd?lud Hier in fd?attiger Caubc neben ber £?ütte. Da3it 
ber Hlicf hinunter ins (Cal itttb weiterhin auf bie 
trofcigen «ga^ett bes Kaifergebtrgcs. 

Datttt ber VOc g auf ber f?öl?e, burd? IDalb, wo int 
hoben Hiebgras ihnen (Ettoian, lauggeftielt, fo freut tblid? 
3itnidte. ©itt lad?enbes blaues 5elb; unb 3 ] wc pflüefte 
einen großett Strauß. 

Huf beut Heureutl?aus 2 Uenfd?ett unb Cärm. < 5 itl?er- 
flang, Sd?nabal?üpferl unb jtaubaufwirbelube Sd?ub* 
plattier. Da gingen fie vorüber, $ur fleittett Huspd?t 
l?iitauf. U>eit, weit reid?te ba ber Hlicf, fernhin bis 
311111 Üettebiger. 

Hod? lag golbettcr Soitneufd?eiit über beit (Cälerit, 
unb lid?tuntfloffen wiitftcn bie Herge, bod? bie Iefcteit, 
ferufleit verfchwamttten fd?ott im Hctl?erton. <£in fap 
überirbifdjer 5arbettglan3 lag auf bem Hilb, fo ein 
IDiitfen, ein Coden — unb ntilbes, mübes Dergel?en. 

Stumm jtattbeit fte itttb fd?auteit. 3 n 9^ aus ©e» 
lättber gelel?ut, ben fröhlichen Cusiauftrauß mit beibett 
Cjäitben an pd? gebriidt, war gait3 verfutifeit. 3hr 
fd?icn es, als ob all bie Sd?önl?eit ba vor il?r, 511 
ihren 5üßen itttb l?itttett am feritfteit fjorisont auf fie 
jufäute, fte uinfd?läitge, feft, gatt3 feft, bis fte eins mit 
ihr wttrbe. 

Haftingcr fal? nur fte. Sal? fte att, traurig itttb 
forfdjettb. <£r füllte, wie fte il?m entrüdte, immer 


mel?r, immer ferner — itttb l?atte er ein Hed?t, fte 
5urüd3itl?alteit? 

Da wattbte ftd? 3 H 9 * mit — itttb nun glaubte er, 
all bie Sd?ottl?eit vott bratißeu füllte auf ilpt 511, 
ttaber, immer itäl?er, bis er erftarrte in il?rer Um¬ 
armung. 

Kbcr ttid?ts berartiges gefd?al?, itttb il?re IDorte ans 
iieffteut f?er3en: „IDie banf id? 3 ^^» biefett (Cag", 
flattgett i(?m fd?al itttb leer. €s fieberte in ilptt, itttb 
baftig 50g er ihre frcuttblid? bargereid?te ^attb att 
feine Cippett. (Cief beugte er ftd? ttieber, vielleicht un¬ 
erlaubt lauge, benn 3 n Ö^ 5udte 3itrüd, aber batttt war 
aud? fein ©efkfyt gatt3 ruhig. 

Unb ber Cag ging tttttt and? 3U <£itbe. €s buttfeite, 
als fte itt (Ccgerttfee itad? beut Haf?nh<>f gingen, 
lärmeitbe UTenfd?ett um fte, l?mter ihnen, Sd?ttaba- 
l?üpferl, recht fel?r fefd?e, brattgett an il?r 0l?r, ba 
nahm fte feinen aitgcbotetteit Krnt wie fclbftverftänblid?. 
So gingen fte wortlos att bett f?anfern vorbei, bie int 
Caterttenfd?eiit ab itttb 3U l?ell aufleitd?teten. Dann fal? 
er and?, u?ie eine Ieife ZHiibigfeit auf ihrem ©eftd?t lag, 
unb baß bie blottbeit I?aare ftd? loderet* itttb wirrer als 
fonft um bie Sd?läfe legten ttttb bas £?ütd?eu, fo ein 
wenig fed, auf beut litifett 0l?r faß. 

So was Süßes, H)eid?es gab it?r bas alles, fo 
was vom fpielntübett Kittb, bas mm ausruhen utod?te, 
irgettbwo, itt fcftcit, treuen Krtuen, itad? all ber Cuft 
bes (Cags. 

Unb es überfauten il?tt ein heiliger Crttft itttb ber tiefe 
IDunfd?, fte immer fo an feiner Seite, in feinem Sd?uft 
tviffeu 311 bürfett. 

0l?tte erjt 511 fragen, löfte er bicsmal Sufd?Iagfartctt 
für bie 3iveite Klaffe, er faimtc eben pftngftfreube — 
unb pftitgftraufd? ber UToosbauent unb Zllündtner, bie 
nun and? l?eimful?rcn. 

So faßen fte allein int fleittett Kbteil, 3 >me nid^t 
mal. verwuubert über beit 10 agettwcd?fel. Sie lehnte 
ftd? tief in bie <£de, ital?m bett f?ut ab unb legte ü?r 
feibettes (Cud? über bas polfter, bett €tt3iaitftrauß aber 
bid?t neben ftd?, auf bett buitflen 2 ?od. Die Hlufe aus 
l?ellent, weichem Seibenfloff, etwas 3erbrüdt itttb 3er- 
fnittert, legte ftd? ettg att il?re Sd?ultcrtt uttb Krttte, als 
fte fid? fo itt bas polfter briidte. 

„ 3 d? bin tttübe, Sie attd??" 

(£r fd?üttelte läd?elnb bett Kopf unb faü? fic att. 

Da tvurbe fte gan3 munter, errötettb richtete pe pd? 
auf, ftrid? il?r ^aar 5iircd?t, 3iipfte au il?rer Hlufe. <£s 
fallt il?r nun erp 311 Hewußtfeiit, baß pe wol?l nad? einer 
fold?ctt XDanberuttg beraitgiert ausfel?en föititte. 

€r fagte immer ttod? ttid?ts, fah p^ nur immer an, 
mit fo einem Hlid voll weid?er <§ärtlicl?feit. ©rft als 
pe vor lauter 0 rbtiuitgsliebe ihre Hlufe mit ber 3 ^^ 
verbedett wollte uttb pe att5og, lad?te er Ieife: „Über 
fleitte 3 n 9^ bei ber UTorbsl?ifee, warum bettn?" 

„3«/ aber —" l?^ih »erlegen flang es, „id? fel?e ja ent* 
fefclid? tviip aus, etiva ben gait3Ctt Kbeitb fd?ott? Das 

hätten Sie mir bod? als Ur-als getreuer 5 reunb 

fagett lttüffen?!" 

Der „Urvater" wollte il?r biesntal, aitgepd?ts feiner 

Gingen, nicht über bie Cippett, was war bas ttttr- 

ba 30g er fte fd?ott an beiben ^ättbett 51t pd?, unb wie 
unterbrüdtcr 3^1 flang es: „3”^/ liebe, fleitte 3 n Ö^ 
btt, ad?, id? fag bie ttod? viel, viel mehr! IDillft bu es 
l?örett? — 3 ^/ i«/ heu gan5ctt (Cag unb Kbenb fd?ott — 
fal?P bu fo — 0 — aus, weißt bu, fo 511m — Hnftd?» 


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Seite 998, 


Hummci- 25. 


brüdeit unb Ceifebitten, liebe, liebe, fleiite 3ngc, fei lieb 
mit mir, fd)icf mid) nid)t fort, nie unb nimmermehr. 
Du, 3»ae, feig mas — ad) bu!" Hub micber preßte er 
fie an fid). 

„2lbcr Doftor! — I)err Haflinger." 

„Krusitiirfen nodintal, mirf mir bod) nid)t fäint* 
Hd)e (Eitel au beit Kopf, fag lieber ^ranjb unb bu! 
£jörfd?t!" 

Er bog ihren Kopf suriief, fie mußte in feine feud)- 
tenben 2lugen fcl)eu. „3 n 9e, liebe 3 n 9e, »erfitdfs bod) 
nur einmal", bat er meid). 

Da fant ber Sdjalf bei ihr burd), unb ein 23 licf, 
gar nid)t aus fernen, eifigen Roheit, traf beit feinen. 

„Hur einmal, na bann lieber feinntal ober," er tat 
mähreubbent entfett, „— immer!" Uitb fie nahm feinen 
braunen Kopf 3tbifd)eit U)re Ejänbe ititb: „bu 5t‘<m5l, bu 
fflorbsbub. Da Ijaft beit aller—allcrerften —" unb 
gab ihm bies tPort.- 

Haffelitb, prujtenb, äd)3enb, fo ftantpfte ber <§ug 


heintmärts auf 21 Tüitd)cn 51t. Sie babrinueu aber im 
engen Coupe, menn mieber mal bic fd)lcd)te 2 ld)fe bcs 
alten IDagctts ihre Köpfe aucinanberftoßen ließ, lad)teit 
nur itod) heller, ber Dunfelbeit brattßen 3unt Crofe, uitb 
blieben fo eng aneinander. — — 

Uitb and) bie lefcte ZTTiibigfeit mar uoit il)t gemid)eit, 
als fie mm Krnt in 2lrm, 3 n 9^ mit il)rent großen <£ii3iatt- 
ftrauß, burd) ben 23 al)nl)of gingen. Der Had^ug uad) 
21Tailattb mar fällig, uitb fo rafleit bie (ßepäcfträger mit 
ben leberneit Koffern unb 22 eifetafd)eit l)üt mtb Iw* 

„Du, 3 nge, menn mir smei beibe mal erft bal)in 
reifen? H?as nteinft bu, 5 rau Doftor Haflinger, gcb. 
£al)ufen!?" 

,,2Jd), 5rait3l, fd)öncr fauit’s ja hoch nid)t fein als 
heute." 

Da beugte er ftd), ©lb*Citglaitb 311111 Crofc, bas 
fd)(eiermehenb, feibefttifternb oorüberftrid), über il)r ftralv 
lenbes <Sefid)t. 

Eilt Kuß? Oh — shocking! 









Sortieren der Blätter. 

palmcnblättcrn her ge- 
[teilt. 2lud) bas Etifett 
„panamal)ut" barf ber 
Kenner fursmeg als Uit* 
rid)tigfeit bcseichitcit. 2 lus 
paitanta felbft foinnten 
faft gar feine Strol)l)üte. 
SübanteriFaittfd)e £änber 
unb Stabte mic Ecuaboc 
mtb (Eueitca, and) por* 
torifo unb bie mefliit* 
bifdien 3 n feht liefern bie 
nteifte 1111 b befte IDare 
auf biefeiit (Scbiet. Eine 
oollftäitbig organifterte 
Strol)hutfIed)tercifolonie 
befinbet fid) jefet bei 
21Ionte Cl)rifti, einem 


J>cv -panamalntt. 

£)ier 3 ii ? Uufnabmen uou Kraemrr. 

D ie erftcit hellen Strohhüte finb mie bie Schmalheit 
— uutrüglid)e Porboten marinerer Cage, 001 t 
jebermaun mit beut befannteit Sprid)mort frcuitb* 
lid), aber bod) mit einem gcmiffeit 27Tißtraucu bc* 
grüßt. Die Sommerhüte ber Damen ftitb läugft 
feine Strohhüte mehr — im eigen!lid)ett Sinn bes 
IPorts — uitb bie leidsten Kopfbebecfuugen ber 
Uerreit für bic heiße 3 a h*es 3 cit ftitb es nur itod) 
ausitahntsmcifc. Der Panamal)ut, ber burd) König 
Ebttarb von Englaitb in letzter Seit 31 t l)öd)fter 
Elegait 3 erhoben mürbe, fd)oit gar nid)t, meint er 
itämlid) ed)t, mirflid) ed)t ift. 3 11 liefern 5 all mirb 
er entmeber ans einer (Srasart ober serfaferten 


Bleichen der zerfaferten palmblätter. 


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Hummer 2ö. 


Seite 999* 




fjafenjtäbtchen ber 
Bepubltf Domingo. 
Ursprünglich mar 
biefes Jijutflechterborf 
ein Konfurrensunter* 
nehmen gegen bie 3n* 
buftrie oon 3ipijapa, 
in befjen Umgebung 
bie sinn (Sebraud? er* 
forberlidje palntenart 
gebeizt. DasUTaterial 
mächft ben Urbeitern 
in ijüllc unb 5itlle 
entgegen unb wirb 
alljährlich neu äuge* 
pflanzt, betut fchoit 
iiad? brei UTonateu 
eutmicfelit ftch aus 
bent Samenfern bie 
Blatter, bie 3met bis 
brei 5u§ im Durch* 
fiteffer haben unb nun. 
in ber Sd^miegfamfeit 
ihrer erften 3ngettb* 
frifche fofort oermertet 
merbeit. 

Europa fid? 

biefes 3nbuftrie 3 meigs 
felbftoerftänblicb fehl* 
halb bemächtigt. Die 
IDehjenftrohhüte uns 
ber prooiits (Eosfaita 
babeit jahrzehntelang für bie 
iitas" gegolten, freilich burfte ibre 
3»itereffe bes preifes nicht oer* 
Später trat Sraitfreid? bas (Erbe 


beften „paita* 
£}erfunft int 
raten merbett. 
an, beim fo* 


Xn der fUcbtTtubc 

mobl in 5 loreit 3 als auch in Cioorno gingen bie 5fed?t* 
arbeiten nach unb nad? febr 3 urücf. UTerfmürbigermeife 
faßten bie neuen 3nbuftricn ootzugsmeifc im äujjerften 
(Dften unb Rieften bes bamaligeu Kaiferreichs feften 5 ub, 


<Uie die panamahüte gebleicht werden. 


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Seite 1000. 


Hummer 23 . 




in bei* Bretagne unb bein 
<£lfa§, unb mit tiefem 
festeren £anbestcil fam 
and? ®eutfd?lanb 3U 
„ed?teu", aber bod? ein* 
fyeimifd?eu Panamas. 
Denn baburd? unterfdjei- 
bet fid? bie elfäffifd?e £?er- 
ftellungsweife pon anbern 
europäif d?en panama l?ut- 
fabrifen: es werben tat- 
fäd?lid? nur palmblätter 
penpenbet, bie fo frifd? 
wiemöglid? pon „brühen" 
tommen nnb erft pon ben 
X}änbeu ber 5abrifarbei- 
terinnen gefpalten wer- 
ben. lt>eld?en pro3ebureu 
ein fold? unfd?einbares 
Blatt unterworfen wer¬ 
ben mu§, wie piel 2Tlül?e 
unb Seit feine Brand?- 
barmad?ung erforbert, 
wollen wir nun an ber 
f?anb ber beigefügten 
Aufnahmen perfolgen. 

<§unäd?jt wirb bas 
palmblatt bis tief 511m 
Stengelanfafc eingefpab 
ten, jebod? fo, ba§ es 
nod? als ein Büfd?cl 
einseluer Streifen 51t- 
fammenl?ält. Diefe 
etnjelneu Büfd?cl wer¬ 
ben bannauf niebrigeu 
fjolsfarren in £uft 
unb Sonne gebleid?t, 
wie es atif 2 lbb.S .998 
311 fet?en ift. £?ier fd?on 
finbet ein gewiffes 
Sortieren ftatt, ein 
,§ufammenreil?en ber 
in <Sefd?nteibigfeit unb 
5arbenton Harmonie» 
renben Blätter. Die 
£?auptfortierarbeit fin¬ 
bet jebod? erft im Ar* 
beitsraum ftatt (2lbb. 
S. 998). £?ier wer¬ 
ben bie 5afern pon 
ber Stilwur5cl losgc* 
riffen unb garbenweife 
suf ammengebunben. 
©bgleid? biefe Cätig* 
feit fd?einbar eine 
gait3 untergeorbnete 
fjilfsleiftung bebeutet, 
l?ängt pon bent fd?ar- 
fen Blict ber Arbeite¬ 
rin unb ber Sid?erl?cit 
ihres Unterfd?eibnngs- 
permögens febr piel 
ab. 2T(ifd?t fte nämlid? 
weid?ftes 21Taterial mit 
weniger sartem, fo 


Di« Büte werden verputzt. 


Beim fAffomeren der Büte. 


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Hummer 23 . 


Seite 1001 . 



Die letzte Hrbeit: Das Garnieren. 


erfdjwert fic bamit bie Arbeit ber jlediteriit, bie burd] 
bas Dorfommen eines allsu [taffen ober ungleichmäßigen 
Reifes aufgehalten wirb. 

XDie’s in einer 5 lcdjtftnbe bergest, eiferen unferc 
Cefct* ans ber 2 Xbb. S. 999- ® cr wirb oben auf 
ber Kopfmitte begonnen, wie uns ein Rlicf auf ben 
erften befteu fjut in jebem Sdjaufenjlcr belehrt; ebeufo 
fönnen wir ba am „lebenben Rlobell" ftubieren, wie 
bie ©nben am Raub rnieber eingefchlagen, gexviffer* 
maßen surücfgeflochten werben. Schon früh muß fid? 
üben, wer bermaleinft ein ZITeifter werben will, ober 
ins praftifche Ccben iiberfeßt: fd]on jarte Kinberhäube 
muffen sugreifen, follen fpäter bie rauben, garten I]änbe 
ber Elften ben Unterhalt ergiebig 511 erwerben vergehen. 
3cbe 5 (edjterin brandet swei bis adjt (Tage für einen pa* 
namahut, für bie einfachen fogenannten pafmhütc, b. h- 
foldje, bie aus minberwertigem Rcaterial l^crgcftcllt unb 
audj nidjt fo forgfältig verwenbet werben, etwa brei; wir 
[eben einen fleinen Stoß berartiger, mit farbigen Streifen 
burdföogencr I}üte vor ber einen Arbeiterin fielen. 


Siitb bie f?utformen fertig — alle von einer ©eftalt — 
bann fominen fie wiebernm 5111 * Cuftblcidje (Abb. S. 999), 
nadjbcm fic vorher brei bis vier 2 Dod?en einen chemifchen 
Rleid^proscß burdjgemacht fyaben, von bein fie ftd^ jefet 
im 5 veien erholen. 

ffaben bie Panamas biefe Klärung burchgentadit, 
fo waubern fie 311 m „Derpufeeit" ins Atelier, wo ihnen 
ber lefcte Sdüiff beigebradjt wirb (Abb. S. \000), unb 
fpäter in bie 5 affonierftube, in ber ihnen männliche 
(Energie 511 äußerem Anfehen verbilft (Abb. S. \ 000 ). 
fjier erft entftehen bie verfd?iebenen Saffons, bie fyoljcn 
ober flad^en, breiten ober fdjmalen ^utföpfe, bie ge* 
bogenen ober gerabe abftehenben Krempen. 

3 ft and? bas gefd^ehen, bann gcfyfs ans ©ärmeren. 
Das 23anb mit ber fcitlidjen Sd^leife, bie Sturmfdjnur 
unb bas 5 »tter werben cingenäfyt. §\\\n lefctcnmal wirb 
geprüft, verbejfert, unb fdjließlidj werben bie Xjutftößc 
in Kißen verpaeft, um in aller fjerren Cänber 511 reifen, 
r>icle wieber 3 uriicF an bie ©eftabe, von beuen bie paim* 
webel als Rohmaterial herfamen. (Traute Dorftjom. 


G 




Vorzeichen von Gewittern. 

©in Kapitel aus ber praftifd*>en IDetterprognofc von Dr. R. Bennig. 


D ie 3 ahres 3 eit ber Sommergewitter Im* wieber be¬ 
gonnen, wo faum eine IDod?e oergeht, ohne baß 
irgenbwo in Mitteleuropa ftarfe unb ausgcbchnte©e- 
witter fich cntlaben. Schon finb auch wieber bie erften 
fd^weren ©ewitterfataftrophen, insbefonbere aus ber 
Cii 3 eruer ©egenb, gemelbet worben, unb in ben nächften 
Monaten wirb man ähnlkhen Melbnngen wohl wieber 
immer häufiger begegnen. 

So fegensreich bie gewaltigen ©ewittererfdjeinungen 
im Haushalt ber Ratur aud] wirfen, insbefonbere burd] 


ihre reid]lid]cn unb im Sommer hoppelt wertvollen 
Rieberfchläge, fo unangenehm pflegen fic bod) oft auch 
empfunbeu 511 werben, suntal von fokhen Mcnfchen, bie 
fidj von ber warmen Sommerfoune haben irgenbmobin 
ins 5 i*eie ln nau -^ 0 ^ u raffen, unb bie nun unvermutet 
von einem tüd]tigen ©ewitter überrafcht unb entmeber 
burd]geweid)t werben ober irgenbwo einen unfreiwilligen, 
mehr ober weniger unangenehmen Arreft burd}inad?en 
müffen. <£s ift ja allgemein befannt, baß gerabe bie 
fdjönfte Sommerwitternng oft von einem ©ewitter jäh 


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Seite *002. 


Rümmer 23 . 


unterbrodjeu ivirb, ja bie 2 nel)r 3 al)I bei* Sommergctvittcr 
mujj mau eigentlid) ausbrüeflid) als eine 23 eglciterfd)ei* 
nuug guten IDetters anfpred)en, fo parabog* es auch au* 
muten mag, baß mau gerabe bie flärffleu imb ergiebig* 
ftcu Regeitgüffe ober heftige Sturmböen als ©utmetter* 
erfdicinungcti betrachten foll. 

Don jeher mar bie lDiffenfd)aft ber Rerufsmeteoro* 
logen fotvolfl mie ber am Wette r interefflerten Caienmclt 
ftets gan3 befoubers lebhaft barauf bebadfl, bas Revor* 
flehen non ©emittercrfcheinungeu mit einiger Sid)erl)ctt 
vorl)cr5iierfenneit, bie in fo gan3 befoubers fühlbarer, 
intcuflvcr IDeife mannigfach in bie Erlebniffe bes 2111 * 
tags einsugreifen vermochten. Ein einiges luftiges ®e* 
rnitter fanu bie (Ernte eines galten 3 ahrs vernichten, 
fanu Ueberfdjmctttmungsnot uitb ^euerfdjabeu h ci ' ü °r* 
rufen unb — fanu auch bie fd)öitfle unb gemüttidifte, 
unter güitfligflcn 2lnfpi3ieit begonnene Caitbpartie völlig 
verberben. Was beu lefetcreu punft anbetrifft, fo fann 
mau fld) gegen all3it unliebfame Ueberrafchuugen ivenig* 
flens teilmcife fchüfeen, ivenu man bie gemitterbrohenbeu 
Dot*5eid?en feunt unb fid? entfpred?cnb eittridflet, fobalb 
man fie lvahrniumtt. <£s iverben baher einige JDiiife 
über bie ©emittervorscidjeit vielleidfl millfomtitctt fein, 
bie man mcift fd)oit längere ^eit, bevor bie eigeutlfcbc 
büflere ©emittcrmolfe am £}iiitmcl fleht, ivcihrsuuehmeu 
vermag. 

Einige von biefeu Dor5eid)eu fmb allgemein befanut. 
Die d)araftcriflifd)e, brüefenbe ©emitterfdjmülc, bie meift 
verbnnben mit IDiitbfliUe auf tritt, hut jeber fd?oit oft¬ 
mals empfunben. phvfifalifd? mirb bie Schunde burd? 
einen befoubers hohen 5 eud)tigfeitsgel)alt ber Cuft be* 
bingt, unb ihre iutenftve, unangenehme, phvflologifdje 
IDirfuug ift baburch 3U er Hären, baß burch bie l)oh c 
Seudfligfeit ber Cuft bie Derbunfluitg bes meitfd)lid)cn 
Körpers ftarf behinbert ivirb. Es ift beadflensmert, baß 
bie Schunde bei bebeeftent fjimntel tveit unangenehmer 
empfunben 311 iverben pflegt als bei fonnigem IDetter. 
Diele Ccute fpüren es befamttlid) and] an allcrhaitb 
rheumatifchen unb auberu Empfiubnugen au ihrem Körper 
fchon lange vorher, iveuit „ein ©emitter in ber Cuft liegt". 

2lber mir mollen von beu eigeutlkben „Seiden bes 
Rimmels" fpredictt, bie auf ein bevorfleheubes ©emitter 
hinbeuten. 2 (us X^ifec, Schunde unb IDinbftille allein 
fanu mau noch feine fidleren Sdditffe sichen; fie föitncu, 
meitit fld) etma plöftlid) ein frifdjer ZDittb erhebt, gaits 
von felbfl, b. h* ohne cleftrifdje Eutlabuugen, ivieber 
vcrfd)miitbcit. ©cfelit fleh aber 511 jenen anbern Dor* 
5eid>en ein eigcntimilidjer meißlid)cr Duuflfchleicr, ber bas 
Rlau bes Rimmels matt unb glait3los erfdieineu lägt, flitb 
bie IDolfcufontureu felbfl vermafd)cit unb türmen fid) bie 
befannteu Kumulusmolfcn uubcftiimut auf einer farblos* 
büflereu, nebelhaften IDolfeubafls auf, fo barf mau mit 
großer Sidicrbcit auf ein ©emitter rechnen. Damit ift 
freilich nod) nidfl gejagt, baß bie eleftrifdjen Eutla* 
buugeu nun gerabe über beut Rcobadflnitgspuuft felbfl 
5111* Entfaltung fontmeu mcrbeit; fie föitnen and) irgcitbmo 
in bei* llmgegcnb ltiebergeheu itnb äußern fld) bann in 
meitcrem Umfreis nur burd) eine fühlbare 2lbfühluitg 
unb vielleidfl burd) einen titdfligeu ©emitterminb, ohne 
baß cs jebod) 51t Regen, Donner itub Rlifc foinmt. 
Jntmerhiu ivirb man gut tun, meint jene Dorscidjcit 
Sufammeitlreffen, fleh auf ein (Scmittcr vorsnbereiten, 
beffen 2lusbrud) in beit itädjfleit ftunbcu minbeftens 
fcl)r tvahvfd)ciitlid) ift. Sdfltmmflcnfalls mar bann bie 
Dorbereitung eben eine vcrgeblid)c. 


Ein Sufauuuenballeit fd)tvät*5lid)er ZDolfenntaffen ant 
^orisoitt, aus beiten bie befannteu, pradflvolleit, meifleit 
Häupter ber Kumulusmolfeit mie ferne Sd)iteegcbirgc 
fid) entportürmeit, beutet noch feinestvegs immer auf 
ein bevorfleheubes ©emitter. 0ft ivirb bas berrfdienbc 
fd)öne IDetter babttrd) gar nicht beeinflußt, oft fomntt 
es aud) 51t furseu, uitbebeutcnbeit Regenfällen, bie jebod) 
halb mieber beut fd)öiteit IDetter unb ber Sonne beit 
plafe räumen. 2lus ber Sd)tvär5e ber IDolfeu barf 
mau jebeitfalls nicht, mie es viele Rlcnfcbeu uitmillfür* 
lid) tun, auf bie Sd)tvcre eines bevorftehenbeit Unwetters 
fd)Iiefleu; oft genug foinmt es vielmehr vor, baß IDolfett* 
ntaffeu am bjorisont burch ben Kontraft 311111 hellen Sonnen* 
lid)t iit ben fürd)terlid)fleit ©emitterfärbungeu erfd)eiiten, 
bie aber beim Räherfontmeit immer heller tverbeit unb 
fld) fd)liefllid) als burd)aus horntlofe ©ebilbe entpuppen 
unb meber eleftrifdie Eutlabuiigcu nod) aud) nur 2 Iegcit 
in fld) bergen. Unt baher 31t entfdieiben, ob eilte ver* 
bädflige bunfle IDolfettntaffe von gutartigem ober bös* 
artigem Clmraftor ift, iitufl man mieber auf befoitbere 
Kennseidiett ad)ten. Siitb bie IDolfeuränber flar unb 
fd)arf, fo ift nid)t viel 31t befürdfleu, flitb fie tntflar mtb 
vermafd)cn, fo tfl 22 egeit mit Sid)crl)eit — bei foitfl 
l)errfd)eitbcr Schwüle ufm. — ein ©emitter mit !Daf)r* 
fd)eiulid)feit 511 ermatten, fliegen aber vor ber Stint 
ber IDolfcnntaffe weiße, cirrnsartige, aufmärtsgebogeue 
IDolfcnfefceu mie flatternbe 5 ah ncu baher, bie ber 
Meteorologe als „pfcubocirreit" be5eid)iict, fo 
man es smeifellos mit einem ©emitter 311 tun, beffen 
2lusbntd) and) mcift nid)t mehr all3ti lauge auf fld) 
marteit läßt. 

Sehr suverläfflge 2lit3eiger von ©emittent flitb aud) 
23 aronteter unb IDctterfarte. 2 Han fann gaits allgemein 
bie Regel aufftellen: bei fleigeubent 23 arometer gibt es 
feine Sommcrgemitter. Diclmchr pflegt jebein ©emitter 
ein oft langes unb fei)* langsames 5 ollett bes 23 aro* 
nieters voraufsugeheit, bas fld) gelegentlid) felbfl über 
mehrere Cage erftreden famt. Die barontetrifd)eit 
Deprcffloneit, bie bie IDärntegemitter bebtitgeit, pflegen 
fld) burd)tveg burd) geringe (Liefe aus5U3eid)iteit. 53 ei 
großer Unruhe bes 23 aromctcrs gibt es feilte L)ifec* 
gemitter, mas ja and) felbftverftänblid) ift, ba biefe 
gerabe burd) möglid)fte IDinbftille unb 2 ituhe ber 2 ltnto* 
fpbäre bebingt unb begünftigt iverben. 3nt ©egeitfafe 
311 ben Sontmergemittcrn pflegen bie IDintcrgemitter, 
bie bei fel)r flürntifchcm IDetter nid)t feiten flitb, gerabe 
im ©efolge fel)r tiefer barometrifdier ilTininta unb bei 
fcl)r unruhigem IDetterglas auf3iitreten. 

Cäßt fontit eine aufmerffante 53 eobad)tung bes 23 aro* 
nteters int Sommer fd)Oit red)t fld)erc Sd)lü|fc 311, ob 
man mit ber 2Rögfid)feit von L)tfeegemitteru 311 rechnen 
hat ober nid)t, fo vermag bas Dilb ber abcnblidictt 
IDctterfarte in vielen 5 äücn nod) 511 verläffigero 2 litl)alts* 
puitfte für ben lanfenben ttitb für ben folgenbeu Cag 
31t gemähten. Wenn näiitlid) bie barometrifd)en „ 3 f°* 
baren", bie bie IDctterfarte aufmeift, unb bie iiteifl in 
großen, fd)öit gcfd)ivuitgeuen 23 ogeit ober tu gerabcu 
Ciitien über bas 23 ilb ber Canbfartc bal)inlaufen, uii* 
vermittelt au vcrfd)iebeneu Stellen tvunberlid)e Sd)itörfcl, 
Heine, faefartige 2lufband)uugcn auftveifen, fo meifl ber 
IDetterpropbet, ber fld) vorfldfligermcife foitfl l)öd)flens 
511 ber oft verfpotteten propheseiuttg „Reignitg 311 ©e* 
mittern" ober „©emitter nid)t ausgefd)loffett" vcrfleigeit 
fanu unb barf, bafl er biesmal ausnal)ntsmeifc getrofl 
luclboit fann: „©emitter fcl)r tval)rfd)einlid)". 3enc 


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Hummer 23 . 


Seite \003. 


Säcfe in fcen 3 fobaren fteHen fleine Ceilbepreffionen bar,, 
bie über tveüe Caubjtrecfen bal^infc^reiten uitb überall 
311 ausgedehnten (ßeivitterphäuomencit Deranlaffiutg geben. 

IDcr bie IPetterfarte unb bas Barometer, bie „Rieben 
bes Rimmels" unb bie mannigfachen phyfiologifdjen 
ZDirfungeti ber „(Seivitterluft" aufmerffam beobaditet 

^ === — ■ ■ ■ - - o c£ 


unb einige Hebung in ihrer Beurteilung bat, ber wirb 
fidj faum jemals unvermutet von einem (ßemitter über¬ 
reiferen loffcn, benn fo launifdj unb unberechenbar biefe 
lüettcrphäuomene aud) jinb, fo find fie bod] an gerviffe 
( 5 efefce unb Hegeln gebunben, bie man 31t ivetter- 
prognoftifdjen <givecfen trefflidj 3U vermeiden vermag. 



Bilder au» aller Welt. 



(De jierreich* Ungarns (Sefaubter am pefinger fjof, Freiherr Cjifann von 
IPahlborn, vermählte ftcfj mit ber (Sraftn 3 lma gichy, ber ältcften Codjtcr 
bes prafibenten bes König!« ungar. Hationalfonfcrvatoriunis (Srafett (S^a 
gidjy unb feiner (Sattin Ulelanie, geborenen (Sraftn Kardtfouyi von Heobra. 

Hie vor einigen (Tagen in Heuivalbegg verftorbene ehemalige Tjofopern* 
fdngerin <$rau Ulila KupferBerger h a * e i n 2 Uter *>on nur 53 3 <*h reu er * 
reicht. 3n ihrer f^eimatftabt IDien erhielt fie ihre Kusbilbung. Pier 3 a fy re 
gehörte fie bem Königlichen 
0pernhaus in Berlin att, bar* 
auf mürbe fte für bie iüiener 
Tjofoper verpflichtet. fjier blieb 
fte an erjier Stelle sehn 3 <*h rc * 

Hann mibmete fte ftd? bem 
(Saftieren, in 3 talien, Spanten, 

(Englanb, Sübamerifa feierte fte 
große (Triumphe. {897 lehrte 
fie in ihre Heimat snrücf, mo 
fie bis 311 ihrem (Tob bramati* 
fchen Unterricht erteilte. 

Has Königsberger Pionier* 
bataillon „fürft Bab3iu>ill" 
feierte fein [ 25 jähriges 3 ubi- 
laum. Hie gefamte Königsber* 
ger (Sarnifon, an ihrer Spifce 
ber fommanbierenbe (Seneral 
v. b. (Soltj, fotvie 3ahlreiche 
Hamen nahmen an ben ^eier« 
lichfeiten teil. 

Has Bacfjfejt in (Eifenadj ift in hervorragenb lünftlerifcher IHeifc ver¬ 
laufen. Hen größten Beifall ernteten bie Darbietungen ber Berliner Sing- 
afabemie unter ihrem trefflichen Dirigenten profeffor (Scorg Schumann. 


frau bltla Kupfer-Berger f 
ehemaliges ZTlitglieb ber IViencr Ejofopcr. 



Von linfs nadj red?ts: Untere Heibe: £t. uon Hlc&Iing. £t. Sc^nibt. ©ebeimrat Qebmfe. ©en.411aj. $rbr. von Hlebem. ©en.»£t. 5rbr. von Cangrtmann 
unb ©rlenfatnp. ITlaj. fjannemami. ©en. b. 3 M f- 5 l 'br. u * <Sol5- ©berftlt. 3. V. pod?btimmer. ©en.«£t. ©ronau. Stabtvcrorbuetenvorftobcr Hrobne. ©berft 
©aebe. ITlaj. ©T- ^meite Heilje: £t. ©roffe. fSptm. b. K. Kiridj. ©berlt. TVeber. £t. b. H. £abtvig. £t. patjig. £t. b. H tjeiumanu. Sptni. Vif. Bptni. IHutb. 
giaj. Kantenberg. ©berft Erofd?eI. ©en.«£t. von Xrogg. £t. u. Hbj. Seibler. ®rn.*maj. v. b. Vorne, ©berfilt. Reiber. £t. VarfoirsfY. ©berftlt. Hicbarb. 
£t. b. K. peterfen. £t. Xotvalsfr. £t. £inf. ©bereit, ©ruer. ©bertf ^ierolb. ^abnenjunfer oou (Eiftfäbt. 5ptm. IVeber. £Sptm. imitier. £t. Stabic. £t. Voebicfcr. 
2 lff.*Ur 3 t Vr. ©ettfaubt. £t. Sd?inf. §ptm. Heiff. Vritte Heibe. Stabsarjt Vr. Cieffet Stabsarjt Sanfie. ©berlt. Hllarbt. ©arnifonpfarrer ©olfe. ©berlt. 
ßeinrici. £t. 3ofupeit. ßptm. b. £. Spobn. ßpttu. Xinbermann. Stabsarjt Vr. Sd?erlie&. 6prm. b. £. Vlocf. ©berlt. u. 2lbj. oon (Erotba. £t. Sprung. 
£t. Sd^ulj. £t. f?elroig. ßptm. Verd?. £t. b. H. Stccbbafe. £t. Xod?. £t. b. H. Sd?röbci\ ©bere Heibe: Xafinofelbroebel ©uttad?. £t. ^rauieien. ^abnenjunfer 
£au. ßptm. Cie^ner. ITTajor uon ©ppen. £t. Vraune. ©berjablmciiler Ejafenpuid?. ^abnettjunfer 2lrenfen. £t. Seusfufe. £t. IValter. 

Vom tisJäbrigen Jubiläum des Pionierbataillons flirrt Radziwill in Königsberg: Die Offiziere und Spitzen der Sarnifon. 

pl?ot. Xütjleroinbt & Xrispien, 


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Seite JOO^. 


Hummer 23 . 



Von den Bachkonzerten in Bifenach: prof. ©eorg Schumann am Dirigcnrenpult. — §ofpbot. Couis tjelb. 


3« IDicsbaben, wo (gujtan ^re\*tag feinen Sebensabenb 
31tbrachte, Ijat bec Dichter ein würbiges Denfnial erhalten. 
Unfer Bilb 3eigt, wie Bürgermeijiet fjeß im Hamen ber 
Stabt einen Kran3 nieberlegt. 

Die (Ennepetalfperre, bie nor wenigen (Tagen eingeweifjt 
würbe, ifi von ben bisher aitsgeföbrteit (Talfperren in Hfjein» 
lanb unb IDeftfalen bie größte unb bebeutenbfte. Sie fort 
Betriebswaffer an bie (Eriebwerfe im (Ennepetal fowie an 


einjetne <5emeinben bes Sdjwelmer Kreifes unb feiner Bad?* 
barfdjaft liefern, gu ben (Einweifjungsfeierlidjfeiten waren 
u. a. ber HXinißer <Ej3ellen3 non Bnbbe unb ber 0 berprä(tbent 
non IDeftfalen ^reifjerr n. b. Hecfe n. b. Fjorft erfdjienen. 

Der (Elberfelber jSnfirumentalnerein neranftaltete am 20. 
unb UTai 3ur ^Jeicr feines < 5 jaf?rigen Beliebens ein 
IlTufiffeß, für bas er 311t Bilbung eines gewaltigen (Drdjejters 
befreundete ^njirnmentatnereine aus Barmen, Bonn, Burfdjeib, 



Von der 6nthQUung des Buftav-freptag-Dcnkmals in Wiesbaden: Bürgermcifter Beß (x) legt im tarnen der Stadt einen Kranz nieder. 

ptjot. Sdjtppcr. 


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XTummer 23 





Hummer 23. 


Krefelb unb Düffclborf 
fyercutgcjogen hatte. 
X>ie Leitung bcs (Sau 
3C11 lag in ben fjän* 
ben bcs E?errn Dr. 
War ^urFljarb, auf 
beffen Anregung fidj 
fämtlicbc Vereine 311 
einem Perbanb rbciiii* 
fdjer 3nftnimcntal* 
pereiue 3ufamtnen* 
fd)loj|en. 

2lud? in I^ollanb 
feierte man bas Kn* 
benfen SdjiUcrs burd? 
3aMrcid?e ^eftueran* 
ftaltungen. 3 m ^^ag, 
n>o ber bcntfdjc (Sc* 
fanbte v . Seiner bas 
<£fyrcnpräfibium bcs 


(X) Pr. tTlcij 25urfbcirb, Piriaent. 

Das OrchcTtcr des J*lufihfertc 9 r das der 6lberfcldcr Xnrtrumentalrcrein 
zu reinem 75. 'Jubclfcft veranftaltete. 


^eftausfebuffes inne^attc, trug u. a. lIKUem Koyaarb, ber „hollänbifcbc Kains", 
bic pofafsene aus Bon darlos cor. 

Kn Stelle bcs bisherigen Direftors (Ebeobor ^raubt fabelt bie Herren paus 
Sillich uitb 0sfar _ 

jud)S Leitung J^flPT^T^jPflflR| 

bcs Stuttgarter Ke 

Sii- 

lub mar bisher Pi» Fm I / 1 ^ 

Stabil 

c^ab I dTJM 

instar " fl 

,Vmhs berliner 1 t ' <3k 

als \ 

augebörte. yj^k ^ 

finb \ x 

1 CLbcatcv 


ßennann Zillicb, 
: tuttgnrter £tefH>en 3 tbeaters. 


Oskar -fuchs, 
bie neuen Pireftoien bes 


Schluss 

tUtllem Royaard, berühmter holländ. Scbaufpieler. des redaktionellen teils. 


Das Chnmpagnerhaus 


tn 05 T& 

ennnoon 


^>1743 T~^TZ 

■öw erreichte (m Jahre 1904 mir Uber 

4 Millionen Flafcheri («.visogan^narctKn) 

Die Ijbchfte Dersanbtziffer roeldje jemals ein Chamoagnerljaus erzielte, roelcbes 
nur f)oct)gea>äd)se ber Qjampagne (franz. Erzeugnis) ln w bcn fjanbel bringt. 


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Hummer 23. 


10. 3m» 19 Q 5* 


Seite T. 


Das Geheimnis. 





^er eiue fcbönc, reine, sarte unb frifd^c fjant, meld?c 
ein uuerläjjlidjes £rforbentis mirflidier Sdjönljeit 
ift, beftfcen mtll, ber mafd?e fid? täglid) mit ber ltad] 
Deutfdjem 23eid?spatcnt aus Mljnerei bereiteten 23 a y* 
Seife. Dag bei* ©Onljalt auf &ie Sdjönbcit ttnb 5ciit- 
l?eit ber Ijaut mic fein auberer Stoff eine gerabc 3 ti muitber* 
bare Itttrfung aitsübt, ijt eine aftbefaunte £rfal}ritug. 
Beim IDafdjcit mit 23ay-Seife mirft bereu Ijoljer (Scfyalt 
au «Simeiß unb Dotter auf bie X}aut in berfelbcu IDeife 
ein, als meint eine lüafd?ung mit frifdjem fjiiljitcrci oor- 
genommen mürbe. 2 TT an bebenfe bie enorme I£>id?tig- 
feit biefer Catfadje! £iite IDafd?ung mit 22ayScifc 
bereitet ein ga 115 befoitbercs IDoblbeljagcit, menige 
23eibuugen genügen, um einen präd}tigeit Sdiaimt 31 t er» 
5 cugeit, meldet burdj feilte eigenartige Konfiftciio unb 
erftaunlidjc 22eiitiguiigsfraft bireft uerblüfft. Sollten Sic 


23ay-Seifc ttod] uidjt probiert fabelt, fo fatinten Sie uidjt, 
einen Dcrfudj 31 t iitadjen. Sie merbeit 0011 ber moljl* 
tätigen IDirfititg übcrrafdjt fein.. Crofc iljrcr mertoolleit 
Sufaiitiucnfefcuug foftet Hay Seife nidjt utc^r mie aitbere 
gebräud?lid?e Coilettefeifen uub ift sunt preifc 001 t 50 pfg. 
pro Stücf fätiflidj. Sollte 23aySeifc irgeitbmo ltidtf er- 
Ijältlid? fein, fo oerfenbet bie Compagnie Kay, Berlin 
SW., £rie*rid}ftrage \2 f gegen £infcnbuitg bcs Be¬ 
trages iit 23ricfmarfett, \ Stücf für 50 pfg. unb 20 pfg. 
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Seite II. 


\ 0. Juni IQ05. 


Hummer 23. 


BURGEFF 


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Hummer 25 


V0. Juni 1905* 


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unterfuifeeiib, auf alle 3eite bed Organidntuä in toobltätigcr 
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Hummer 22L 


\ 0 . Quitt 1905. 


Seite V. 



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rettid? ift eine umftrittene. 
A. be Canboüe unb fein 
Ueberfefcer Pr. <Eb. (ßoefe 
nennen an, Cochleana 
Armoracia Ijabe feinen 
Hamen roegen bes gebeiff- 
licken IPad?fens tn ber 
Härte bes IHeeres erljal- 

etnanbergebrängter (ftfd?e ten. Pie (Snglänber nen- 

mit ifjcen Heften $u i^ten unb bann in ben Pärfern §nttt Derjanb in nen ifyi horse-radish. (Einige führen bas IPort ItTeer auf ITCäfyre 
aiU XüeU mib jum eigenen Hebarf 3U präparieren. Per Auslug- (Pferb, Stute) surucf, ba bte Be3ei<fjnmtg Pferb, Hoß bas <ßrobe, 
xoLhitt hat in ben ecmartungsuollen (lagen ein uerantmactungs- (^ortfeftung «nf Seite vn.) 




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10. Juni 1905, 


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Hummer 23. 


\0 . 3um )(905. 


' Seite VII. 


Kräftige fyerrorfycbe imb fomit audj bie Schärfe biefer pflanse,, unb 
meinen, ber IHäfjrrctttd) fei als horse-radish richtig ins (Englifdje 
fiberfegt. (Es fyat aber bas 2 llteuglifd?e bas tPort mer für pferb, 
»nb nodj jefct beißt es in ZPales march, in marc. 2 lus 

bem attfyodjbeutfdjen marahscale (Pferbefnedjt) iß ITTarfdjall entftanben, 
ein IPort, bas im (Englifdjen ebenfo lautet, unb ba bies blieb, fo ftefyt 
man febwer ein, warum bei bem etwaigen mar-radish bas mar burd? 
horse erfegt worben fein follte. (Efyer ift an3unefymen, baß bie Briten 
jnr Bejeic^nuiig ber Stärfe unb Schärfe biefe Pßanje horse-radish 


' nannten, wie bie ^ranjofen fte Raifort (radix fortis), unb swar Raifort 
j sauvage 5um Unterfdjieb non (Eartenrctticfy unb Habies nennen. £jödjft» 

| watfrfdjeinlidj Ijat ber UTeerrettidj weber etwas mit bem UTccr, nodj 
mit ber IHafyre 5U tun. <£r wädjft am allerbesten auf moorigem Bobcn 
wie bie IlToorrübe, bie aud? ITtöfjre fyeißt, allerbings, wie Nibelung er» 
flärt, weil fte mör, bas ift auf nicberbcutfdj mürbe, fei. Caffen wtr 
jebodj bie ITtoorrübe als HTofjre gelten, fo fann aus tnoor*rcttidj and? 
IHor»rettidj unb ans biefem ifteerrcttidj entfielen, benn ö wanbeit fidj 
tfortfetjung auf Seite IX.) 


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©cfunbbeit bellten. Ct empfiehlt feinen kollegen. 


fteljlt feinen kollegen. 


gegen 3(orpulenz 


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funbenen, ausgezeichneten CntfettungSmittel 

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jiu machen. 3 ugleidj weift er bin auf bie ben Merkten fattfam befannten ©efaljren für ©efmtbhelt unb ßeben, 
welche bie korpulent mit ftch bringt, unb bafe bielfad) bte ©emübungen beS Strgteö baran febeitent, bafe bie kor¬ 
pulenten bie ftrenge, qualboue 3>iät, bie ihnen meift berorbnet wirb, nicht etnbalten rönnen ober wollen. £r hält 
Dr. ©agnerS Hntipoftttn in folchen gällen für febr wertboö. Weil er an ftch felbft bie Beobachtung machen Tonnte, 
bafe er bei ©ebrauefj biefeS SWittelö, ba§ einen angenehmen, erfrijebenben ©efchmarf bat ohne fldj im (Sffcn uitb 
Printen irgcnMuclchcn 3wang aufgiierlegctt, an ©ewiebt abnabm. 

3 n ähnlichem (sinne äufeern ficb 

bie „Wtifflftbe SWebUtntfche fttsnbfibatt", bie „^«uftrierte fRcife* unb ®äber*8ettunfl", 
bie „^tägliche tRunbfrbau", bie „&reifinntge Leitung“, bad „^lü neben er <££trablatt“ jc.jc. 
?iac bie bon biefett boebgeaebteten ©lattem über Dr. ©agnerS Mntipofltin gebrad)ten Slrtifel ftanunen au§ 
argtlicfjer geber, alfo bort toirflirb fnebfunbiger ©eite. 

5 in frübereu ^uferaten fonnten wir gablreidje Steufeerungen unb ©utachten bon Kerbten unb bon Caictt, 
bie 9lntipofitin mit überrafebenb gutem Grfolge gebraucht batten, als ©eWei§ für bie ©or 3 uglid)feit unb SHrffam- 
feit biefe^ einzig baftebcnbeit ©raparat» aufubren, b^utc Itefem Wir einen weiteren ©cWeiö burd) bie Urteile ber 
treffe. Unfer fcblagenbfter ©ewei^ bleibt aber ttacb Wie bor 

die eigene tteberzeugung 

eine$ jebett, ber ficb für ein wirriid) wertboUcö unb bewahrtet, nicht teures, aber guteö ©ntfethmg§mittel gegen nicht 
franfbafte korpulent interreffiert. Mach wie bor feuben Wir bebiugungölo» unter bollftcinbigem ©ergiept auf jebe ©ergütung 

eine probedose gratis und portofrei 

nebft einer bclebrenben imb ititercffanten ©rofebüre, Teine blofee ©ertamebrofdjürc, an jeben korpulenten, ber fid) 
überjeugen Win, bebor er überhaupt ©clb für ein beraitigeS Mittel au^gibt. — 

UBir tun baö, weil eö fid) eben um ein ©rciparat baubeit, welche» eine rritifebe ©rüfung burebauö nicht 
311 febeuen bat unb Wir empfehlen 3 tö ,lcn ' fofort an un§ 311 fchreiben, ba gerabe jept eine bebcutenbc Dlacbfrage 
nach ©robebo[en borbaitben ift. — Stüe Umfragen werben ohne Unterfcbieb bförrct, gewiffeubaft unb fofort erlebigt. 
©oftrartc genügt! 

Br. med. Wagner d fdarlier, Berlin 35, fi. 9. 


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Seite VIII. 


\0. Juni 1905. 


Hummer 23. 




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(Fortsetzung der Heilanstalten auf Seite X.) 

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Die Dir. 

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Hummer 2.". 


\0. Junt 1905. 


Seit« IX. 


«umbartlicb leidet in e um, fagt man bodj in 
vielen (Begenbert Penlfdjlanbs nidjt „boje", 
fonbern „beefe". 21ns bem IHeerrettidj ift 
über itodj mandjerlei geworben: 5. 23 . Itteer« 
(ITtecfXcnburg); IHcrebt (Schweis); IRirdj 
<lDetterau); Htarreif ((Böttingen); IHäräf ( 2 llt* 
marf); Iftarf (Untermefer) ufw. <£s liegt ba* 
ffer fein (Sninb vor, weil bie €nglänbcr if^n 
horse-radish nennen, ben IHeerrettid? ITtäfjr- 
rettid? 311 fdjreiben. €r ift als ITIeerrettidj 
fdfriftgebräudjlidj, einerlei ob er am ITleer 
gebeiljenb biefen Hamen erhielt ober ob er 
als Hloorrettid? aufjufajfen ijt, unb baran 31t 


F.A.SARG' S SOHN, 
& Cß WIEN. 




dnbern fjat feinen gweef, benn mit IHährcu 

Ijat er ntdjtS 3U fd^affeit. Dr. Julius Stinbe. 

(Ein fojtbares ÜTeggewanb birgt ber 
Kirdjenfdjaft von 2 lsfoli. <Es ift bies eine 
fünftlertfdje altfran3Öfifd?e Sticferei, bie fdjon 
um bas 3 a h r l 280 bamaligen Papft 
Hifolaus IV. ber Kirdje gefdjenft unb in 
ber Heliquienfammer forgltdj gehütet würbe, 
drofebem fam biefes feltene Kunftwerf, bejfcn 
figurenretdje geidjnung wir unfern £efern 
auf bem nebenfteljcnben flehten 23 ilb bringen, 
anfangs bes 3^*$ 1902 öuf ttnerflärlicbc 

CJortfefcung auf Sette XL) 


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Seite X, 


10. 3*™ \905. 


Hinunter 23. 


Die Krankheiten des Herzens und der Gefässe, deren Ursachen, deren Komplikationen. 

Die moderne Bäderbehandlung stellt für die Krankheiten des Herzens und der Gefässe drei Kardinal-Forderungen: 



1 Den Gebrauch von an Kohlensäure-reichen 
Soolbädem; s 

2. Eine für Herzkranke günstige Höhenlage, 
d. L mittlere Gebirgslage, welche sich auch für 
Terrainkuren eignet; 


3. Eine geeignete Trinkkur, um die mannigfalti¬ 
gen Ursachen u. Folgen der Herz- u. >4^r-Erkran¬ 
kungen: Gicht, Fettsucht, Diabetes, Blutstauungen 
in Lungen und Unterleibsorganen, Störungen der 
Gallensekretion, Verdauungsstörung, zu bekämpfen. 


Diese Forderungen erfüllt Bad Orb. Seine an Kohlensäure überreichen Soolsprudel, seine Lage in 
den Ausläufern der Spessartberge, in einem Wald u. Wiesen geschmückten Tale, eine ca. l°/o Salz haltende, 
an Kohlensäure reiche Quelle, die Martinnsqnelle, machen Bad Orb, das Kleinod des Spessarts, zu einer Wall¬ 
fahrtstätte für Herz- u. Gefässkr., zu ein. Heilbade ersten Rang, für deren viel! Ursachen u. Komplikationen. 
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Beihilfe d. die 
Hessing'sehen 
Erfindungen. - 
Mit allem Kom¬ 
fort derNeuzeit 
ausgestatt Ho¬ 
tel- und Bäder¬ 
etablissements. 
Prospekte gra¬ 
tis durch die 
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10. 3 lu ri 1905. 


Seite XI. 


IDetfe abbanben, nm nacfy einiger Seit im SoutfyKenfhtgtonmufeum in 
£onbon mieber auf3utaudjen, feftfaniermeife als 33 efitj bes oielgenannten 
amertfanifcben Dollarfönigs pierpont ITTorgan. Durdj bie öffentliche IHei* 
nung, bie ihre Stimme laut in ber Preffe aller £änber erhob, füllte jtdj 
ber Ötilliarbar hoch betrogen, bas < 5 emanb ron Ksfoli 3urücr5u„fdjenfen". 

Die Silhouette fommt wieber 311 0 jrenl <£lje bie Photographie 
unb vor ihr oie Daguerrotypie allgemein mürbe, behalf man ßd? mit 
bem Schattenriß, bem gefüllten ober gefchnittenen, ber {ich natürlich 
immer nur an eine proftlmiebergabe halten tonnte. Die moberne Klein* 
fnnß greift jefot auf bas Schmar3bilbchen 3iirücf, bas mie eine (Erinnerung 
an unfere Urgroßmütter in unfere Saftige IDelt ^erübcrflingt. Die 
Htobe mirb oielleicht ebenfo fchnell oergehen, mie ße gefommen — rieh 


leicht h«t ße aber manch altes, »ergebenes K&pfdjen nach jalpgehnte- 
langem Schlummer mieber 31t neuem, liebem Knbenfen ermecft, unb 
bann hat etne flüchtige £aune auch etmas (Sutes ge3eitigt. 

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« die neuerdings in Deutschland epidemisch auftritt, gibt es nur einen 
Schutz, nämlich Vorbeugen durch Ausspülen der Rachen- und Nasen¬ 
höhle mit bakterientötenden Flüssigkeiten, so hat ein höherer Medizinal¬ 
beamter aus dem Kultusministerium eine darauf abzielende Interpella¬ 
tion im preuss. Abgeordnetenhaus beantwortet. Denn, so erklärt der 
Regierungsvertreter, in allen Fällen von Genickstarre hat man die Kokken 
derselben auf Rachen- und Nasenschleimhäuten der Erkrankten bestimmt 
nachweisen können Da aber die Genickstarrekokken gegen gew. Antiseptika 
sehr wenig widerstandsfähig sind, so kann man sie an den Stellen des Körpers, 
die sie als Angriffspunkte benutzen, nämlich in Mund- und Nasenhöhle, 
durch Ausspülen mit solchen sehr verdünnten Antisepticis leicht abtöten 
und unschädlich machen. Am zweckmässigaten zu solchen Aus¬ 
spülungen (Aufziehen in die Nase und Gurgeln) hat sich das 

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erwiesen, denn es enthält das Im Abgeordnetenhaus als 
sicherstes Gegenmittel angeführte Antiseptikum und 1—3Tropfen 
auf ein Glas Wasser genügen zum Aufziehen in die Nase, 5—15 Tropfen 
zum Reinigen der Rachenhöhle. Densos ist auch ein sicherer Schutz 
gegen andere Krankheiten und bezüglich des ausgezeichneten Geschmackes 
und Geruches wie der vorzüglichen Wirkung auf Zahnfleisch und Zähne 
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ist es nicht allein, was der umfangreiche Katalog enthält. Man für diese Tatsache die vielseitig veröffentlichten günstigen Resultate 
findet vielmehr darin noch Apparate und Materialien für Telegraphie über gut ausgeführte weite Reisen über Tausende von Kilometern, 
und Telephonie, für Sprachrohrleitungen» Blitzableiteranlagen, elek- Als ein wirklich erstklassiger Gebrauchswagen muss bei mässigem 
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Katalog einzufordern, den die Firma gern jedem Interessenten auf Reisewagen, der mit Verdeck komplett schon zum Preis von M. 5500 
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— Die grössere Einführung von Motorwagen in die weitesten über Jahresfrist im täglichen Gebrauch steht, weite Reisen, wie Fahrt 
Kreise scheiterte bislang an einem gewissen Misstrauen, was den zum Gordon-Bennett-Rennen usw., ausgeführt hat, machte letzthin 
modernen Vehikeln entgegengebracht wurde, aus der Vermutung die Zuverlässigkeitsfahrt des Hann.-Automobilklubs mit. Er kam in 
entspringend, dass zu deren Behandlung infolge ihrer komplizierten der vorgeschriebenen Zeit ohne jede Störung am Ziel an und musste 
Konstruktionen ganz besondere Fadnkenntnis gehöre. Infolge der deshalb die höchste Auszeichnung bekommen! Nicht vorübergehend 
von Jahr zu Jahr immer mehr vereinfachten Typen ist deren Be- (Fortsetzung auf Seite xv.) 


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Wohnungseinrichtungen, Reiseartikel, Luxusgegenstände usw.). 

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ZTummer 25. 


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born —Meschede—Arnsberg— Soest — Lippstadt —Gütersloh—Brack¬ 
wede), die der Gau V der D. M. V. (Westfalen-Lippe) am Sonntag, 
dem 14. Mai, veranstaltete, und die an die Leistungsfähigkeit der 
Räder infolge des teilweise sehr gebirgigen, kurvenreichen Terrains 
ganz bedeutende Anforderungen stellte, hat wiederum erkennen 
lassen, dass auf diesem Gebiet ganz gewaltige Fortschritte gemacht 
worden sind. Beispielsweise legten die Dürkopp-Motorräder diese 
214 km lange Strecke in 5 Std. 10 Min. bezw. 5 Std. 16 Min. glatt 
zurück und errangen hiermit den I. und II. Preis. — Dass diese 
Marke übrigens ganz aussergewöhnlichen Ansprüchen gewachsen 
ist, beweist der Umstand, dass die beiden 3 l / 2 PS Dürkopp-Touren- 
räder mit elektromagnetischer Zündung D. R. P. 143 534 wesentlich 
schneller das Ziel erreichten als die Konkurrenz mit 5 PS. Auch 
bei den anderen letzthin abgehaltenen Motorradrennen erzielte das 
Fabrikat Dürkopp glänzende Resultate, so in Barcelona unter sehr 

(Fortsetzung auf Seite XV1L) 



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Seite XVII. 


schwierigen Verhältnissen mit 3 PS gegen 4, 5, 8 und 14 PS. Kon- und Schultern giessen. Zwar fliessen die Wasser des Jordan noch 
kurrenz die Silberne Medaille mit Diplom, bei der Zuverlässigkeits- wie einst ins Tote Meer, aber ein Arm hat sich abgezweigt in tausend 
fahrt Oberhausen—Munster—Oberhausen die Goldene Medaille, beim feine Ströme. Es ist bekannt, dass in allen europäischen Fiirsten- 
5trassenrennen in Hannover den 2., 3. und 4. Preis usw. Musern seit langem zur Taufe Wasser aus dem Jordan verwendet 

— Das Jordanwunder. Kein Strom der Welt ausser dem wird, nicht so allgemein bekannt ist es aber, dass diese einem reinen 
Ganges ist mit mehr Verehrung umsponnen worden als der Jordan. Ideal folgende Sitte jetzt immer weitere Kreise zieht und auf dem 
Der Jordan, von den Arabern e'-Scheria (Tränkplatz) geheissen, ist Wege ist, in christlichen Ländern allgemein zu werden. In Hamburg 
der einzige grosse und vor allem der einzige, stets fliessende Strom gibt es ein Haus (F. Mühlmann, Gr. Allee 101, das sich mit dem 
Palästinas, sein Bett senkt sich tief unter das Meeresniveau, er durch- Import von Wasser befasst, das unter amtlicher Aufsicht aus dem 
fliesst den biblischen See Genezareth und fällt endlich in das Jordan geschöpft und zu Taufzwecken, beglaubigt und versiegelt, 
394 Meter unter dem Mittelmeerspiegel belegene Tote Meer. Seine für in schönen Urnen um wohlfeilen Preis in alle Länder der Christen- 
die Kulturwelt wichtigste Stelle aber liegt in der Nähe des alten Jericho, heit versandt wird. 

hier zeigt man noch heutigentags die Steile, wo Jesus von Johannes — Auszeichnung eines deutschen Fabrikates in Paris, 
die Taufe empfing. Schilfröhricht und Tamarisken säumen den Auf der Internationalen Hygieneausstellung im Pariser Jardin des 
Uferrand, ernste Zedernwälder schauen nieder auf die heilige Stätte, Tuileries hat. die Jury der bekannten, in Deutschland so beliebten 
die seit zwei Jahrtausenden, namentlich um Ostern, von Pilgerscharen Ray-Seife, die die Aufmerksamkeit des Präsidenten der Republik 
umlagert ist, die das rötliche Wasser des Jordan sich über Haupt (Fortsetzung auf Seite xix.) 


Dumm, faul und krank 

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\0. 3nm <905. 


Seite XIX. 


erregt hatte, den Grand Prix zuerkannt. Es sind zwar wiederholt 
deutsche Fabrikate verschiedener Branchen in Frankreich prämiiert 
worden, aber dass im Mutterland der Toiletteseifen eine deutsche 
Seife den ersten Preis erhielt, ist als ein erfreuliches Zeichen der Ent¬ 
wicklung der deutschen kosmetischen Industrie zu betrachten. Die 
nach deutschem Reichspatent aus Hühnerei hergestellte Ray-Seife 
erfreut sich in Paris eines bedeutenden Absatzes in den ersten Ge¬ 
sellschaftskreisen und dürfte wie bereits in Deutschland bald auch 
in Frankreich auf keinem vornehmen Toilettetisch mehr fehlen. 

— Man kann auf die nachteiligen Folgen, die durch eine 
mangelhafte und mit schlechten Materialien ausgeführte Pflege der 
Haut entstehen können, nicht genug hinweisen. Blasser und fahler 
Teint, rauhe Haut, Mitesser usw. sind die Folgen einer solchen 
Vernachlässigung. Sargs seit dem Jahr 1858 bestens bewährte 
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ftorbenen geutrnmsabgeorbneteu Raiter ber gcntnunsFaubibat 
(Seiger im erften iDatjlgang. 

€ine in Petersburg eingetroffene priuatbepefdie mclbet, 
baß bie Japaner (Dmofo, bas bie fjeerßraßcu nach IPlabiwoftoF 
beherrfd)t, befefct fabelt. 

Uns lüafhingtou wirb gemelbet, baß bie bcutfct?c ^e» 
gierung in einer Sirfwlaruote an bie ITTäd?te il^re 
ftimmnng 5 U bem Dorfc^lag ber Regierung uou lUaroffo 


erflärt habe, bie Hcformfrage einer internationalen Kouferen 3 
3 U unterbreiten. 

9. 3unf. 

3n Berlin wirb bie (Scueraluerfammlung bes fo 3 ial- 
bemofratifetycn Derbanbes bcntfd^cr Bergarbeiter eröffnet. 

Präfibcnt Uoofeoelt bittet in einer Bote bie japattifdje 
unb bie ntffifdie Hegierung, in bircFte jriebeusoer^anbluugeu 
miteinaitber eiujutretcn; er (teilt feine Dicufte für bie Prä* 
limiitarieu 5 iir Verfügung. 

10 . 3 uni. 

Uns ZTeuyorf unb £onbon wirb übereinftimmenb gemelbet, 
baß fowoljl bie ruffifdje wie bie japauifebe Regierung bie 
Anregung bes Präfibeuten Hoofeoelt betreffeub bircftc^ricbens* 
uevhaublungeu augeuoiumeu haben, unb baß eine lloufereuj 
noi) BeooHmäc^tigtcn ber bcibcu £äitber bereits gefiebert fei. 

Jn üerfc^iebcncn ruffifd^eu Stabten fhibeu regieruugs* 
feiublid^e Kuubgcbungcu ftatt. 

11.3uni. 

Uus ITTaroffo fomuicn bcutunhigeube ZTaduichtcu. Danad? 
würbe in (Tanger ber Vertreter Haifnlis crfdjoffcn 1111 b in 
IHasagan ber €nglänber Ulabbcu, öficrrcidiifd^aingarifdicr unb 
bäuifdier Disefonful, i?on Arabern beraubt unb erntorbet. 

12. 3unl. 

2lns ber ^eftung Brcft £itowsf ini (Souücrneineiit (Srobno 
wirb Don antifciniti|d?cn 2lusfd)rcitmtgcn berichtet, bei betten 
28 Jubeu getötet unb 34 uerleßt würben. 

13. 3uni. 

2lus bem rufftfdictt Hauptquartier in (Stmbfdjulin wirb 
ein Dorrncfcn ber 3 rt P anc ^ gemelbet. 3 lt nächftcu adit 
bis jehn (Tagen wirb ein größerer gnfammenftoß erwartet, 
ber in eine allgemeine Sdjladjt übergeben biirfte. 

Jn Dan 5 ig wirb ber XV. Deutfdjc (Seograpl^cutag, uer* 
biutbcn mit einer geograpljifdjen ^lusftcllung, eröffnet. 

Die bem 2Jrbcitgeberbunb für bie Baugewerbe in ben 
rfyeinifd)*wefifälifd?en 3 ll ^ u f tr i c ^ c bietcit augehörigen (Sefdjäfte 
ciitlaffcn alle orgauiftertcu Arbeiter, etwa 30000 au ber 
§)rthl. 

3n Ungarn wirb ein neues DTiniftertum unter bem Dorftß 
bes Barons ^ejeruary gebilbet. 

2lus 2ltl|cu fontmt bie Bacfarid?t, baß ber IHinifterpräfibcnt 
Dclyanuis üou einem Hlann namens Sl^erafaris bnrd? einen 
2Ucjferftid> in ben Unterleib erntorbet worben ift. 

14. 3uni. 

profejfor (Ernft i?on Poffart in UTiindjen gibt feine €nt- 
laffung als 3 lll cubaut ber Königlichen l^ofthcater. 

Björnfon unb Sven ^ebin 
übe v bie Uniottsauflöfuttg, 

I. 

Horwegcti ift eins ber älteften europäifd?en Königreiche. 
Jni 3ö^? r 8 "- rom^bc bas Heid) unter König ijaialb Sd)önljaar 
gefainntelt. Sein (5efd)led)t h^t barüber 500 Johrc lang regiert. 
Der nad)ftletjte bes Stammes heiratete in bas bättifdje Königs* 
haus, nnb biefer Umftanb bahnte eine Dereinignug swifchen 
Norwegen unb DäncmarF an. Sic h^* ungefähr ricr 3 a ^ r 
hunbertc beftanben. 


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Seite *003. 


Hummer 2$. 


Bei bem Icfcten großen Aufgebot gegen Kaifer Hapoleon I. 
führte Karl 3 °^nn als erwählter fd^tDebifd^er Kronprin3 bie 
(Truppen jenes £anbes unb gewann baburch bie gußiinmung 
ber Berbünbetcn sur (Eroberung Horwegens. 3 n bem Kieler 
^rieben vom *o. 3 a nuar *8*c* mußte ber König ber vereinigten 
Heieße, ^riebrid? VI., Horwegen an ben König von Schweben 
abtreten. 3 n & cm AbtretungsboFumcnt Ijeißt es, baß Horwegen 
ein mit Schweben vereinigtes Königreich bilben foll. (Sleichscitig 
entbanb ^riebricb VI. bie Norweger ihres (Treueibes. * 

Aber bie Horwegcr ließen ßd> nicht als föniglid?es Eigentum 
von Souverän 3U Souverän übertragen. Sie gaben ßd? felbft 
eine Berfaffung unb wählten ßd? einen König (am ( 7 . IHai *8H). 

Darauf rücfte Karl 3 <>h ann mit einem fchwebifdjen f}eer in 
Norwegen ein. mehrere gufammenfiöße fanben ftatt; aber be¬ 
vor es 3U etwas (Entfdjeibenbem fam, würben Unterljanblungen 
eröffnet. Karl 3 <>h (mns fchließliche €ntfchcibung ging bahin, 
baß bie Norweger ihre freie Berfajfung unverFür3t behalten 
bnrften, wenn ße auf eine Bereinigung mit Schweben unter 
bem gleichen König eingehen würben. 

Die Bolfsvertretung (bas (Sroßthing) genehmigte bie Ber¬ 
einigung nnter ber Bebingung vollftänbiger €benbürtigfeit 
3 h* eigener König legte feine (Sewalt in bie bjänbe bcs (Sroß- 
things nieber, unb hierauf würbe ber König von Schweben 311m 
König von Norwegen erwählt (am Hovembcr *8*<*). 

Dicfe für Hocwcgen fo günftige IBenbung hatte mehrere 
Urfadjen. Die h au Ptfäd?lichfte war, baß Karl 3 °h ann &ie Ber¬ 
einigung als vollenbete Catfache 5U fehen wünfehte, bevor ber 
mit ber Hcuorbnung ber eitropäifchen Jfanbfartc betraute IBicner 
<Jürßenfongreß 3ufammengetreten wäre. 

Balb 3eigte fid? inbes, baß bie Hfatur biefer Berbinbung in 
Schweben unb in Norwegen feljr verfchieben aufgefaßt würbe. 
Die Schweben glaubten unb hatten Urfadje 5 U glauben, baß 
Norwegen ben Crfafe für jenes ^inttlanb bilbe, bas fte eben an 
Hußlanb verloren hatten. Eie Horweger bagegen ßüfcten fleh 
für bie Auffaffung biefer Berbinbung auf bie jenem Abfdjluß 
5ugrunbc gelegenen Dofumente, bie fie 3U einem fouveränen 
Bolf in ebenbürtiger Bereinigung mit Schweben machten, Hict^t 
nur war bie norwcgifche Berfajfung weit freier als bie fdjwe- 
bifche, ße war lange bie freieße in (Europa. 

3 n Schweben begannen führenbe IHänner bamit, Norwegen 
unter fchwebifche feitung bringen 311 wollen. 3 n Norwegen 
begann fehr balb ein wirffaines IDadjbalten über ben Hechten 
bes Bolfes, ^orberungen würben laut, bie in ber Berfajfmtg 
begrünbet waren, über bie aber bie Praris hinwegfehritt. So mit 
Be3ug auf bie Behanbtung ber auswärtigen Angelegenheiten. 
Horwegen befaß weber Diplomatie noch Konfuln, mährenb 
fchwebifche in ^unftion waren unb ohne weiteres bie aus¬ 
wärtigen Angelegenheiten von Norwegen übernahmen. Das 
lefctere unter ben Aufpisien bes gemeinfamen Königs, ber auf 
biefem Punft fouverän war. Cin befonberer IHißgriff, bie fo» 
genannte Boböfache, wies bie Norweger barauf hi»/ baß es fo 
nicht bleiben fönnc. Hach mehreren Anläufen würbe ctiblich 
ein Unionsausfcfjuß niebergefe^t, um beiben fouveränen BölFcrn • 
bie volle (Sleichberedjtigung 511 fdjaffen, wo ße noch nicht burdv 
geführt war. 

Diefer Unionsausfchuß arbeitete von *839 — *8<*<*, aber 
bas (Ergebnis war, baß bie fchwebifche Hegicrung bie gan3C 
Angelegenheit einfchlafen ließ. €in anberer Unionsausfchuß 
arbeitete vergebens von * 865 — *869, ein brittcr *895— *896. 
Dann machte man ben Berfuch, gefonbertes Konfularwefen für 
jebes ber beiben Heid?e hcrbei3ufühven. Auch biefen Berfucb 
vereitelten bie Schweben. Unb hoch waren ße bei biefem Anlaß 
bie Antragßeller gewefen unb hatten bic vorläußgcn Bcßim- 
mungen in einem fchwebif<h : norwegifchen Staatsrat unter bem 
Borßfc bes Königs angenommen. Das brachte ben Becher 311111 
Ucbcrlaufen. 


f}icr muß eine Bemerkung cingefcbobcn werben. Als bie 
Union gegrünbet würbe, übte ber König bie Leitung ber aus¬ 
wärtigen Angelegenheiten als königliche Prärogative. Das 
Bcrhältnis war wie in (Deßerreicb-Ungarn vor * 867 . Aber im 
3 ahr *885 würbe bic Borbereitung ber auswärtigen Ange¬ 
legenheiten bem auswärtigen IHinifter übertragen. Das hielten 
bie Horwcger für einen Uebergrijf; ße . verlangten, 3U ber Be» 
hanblung ber Angelegenheiten 3uge3ogen 311 werben. Die 
Schweben wollten ihnen bas auch einräumen, wenn ße bafür 
ben auswärtigen fehwebifdjeu IHinifter sugleich als norwegifchen 
afjeptieren würben. 

Bon ba an gewann ber Streit einen fchärferen Charafter. 
Diefer würbe noch baburch verßärft, baß bie Schweben burdj 
ben gemeinfamen König ben ^Jortfchritt ber Horweger in bemo* 
Fratifdjer Hichtung aufsuhalten fügten. IHehr als einmal faßte 
ber König einen Befdjluß, über ben gefagt würbe, baß er „ohne 
ben Hat irgenbeines norwegifchen IHannes cntßanben fei". 
Der hm*e Kampf, ben bie Horweger um vollßänbige parla- 
mcntarifche Selbßregicrung geführt haben, würbe baburch er* 
fchwert nnb verlängert. 

Der IBunfch, aus einer Union h era ns3uFommen, bic ben 
norwegifchen 3«^ r cffen cbenfo nachteilig war wie bem gegen» 
feitigeit Berftänbitis unter ben beiben Bölfern, würbe baburch 
felbftuerßänblidj allgemein unb allgemeiner. 

Dann fam enblich ber Anlaß, ber biefen IBunfch 5U einem 
cinftimntigcn machte. 

Die Schweben brachen ihre gufage, mit ben Horwegctn ge* 
meinfam ein bcfonbercs Konfularwefen für jebes ber beiben 
Heicbe 3U fchaffen. 3 n &e* lebten Stnnbe ßelltcn ße Bebin- 
gütigen, bie bie norwegifdic Souveränität Fränften. 

Da bcfchloß bas (Sroßthing fclbß, bas (Sefcfc über befonbere 
Konfulate bnrd^uführen, W 0311 es vollßänbig berechtigt war. 
Diefes (Sefet; unterbreitete es bann bem König 5m: Be» 
ftätigung. 

(Segen ben Hat feines gefamten IHinißeriums beßätigte ber 
König bas (Sefcfc nicht. (Sleid^eitig erFlärtc er, baß er wohl 
rniffe, wie er fortan fein neues norwegifebes IHinißerium werbe 
bilben fönnett. Des weiteren lehnte er eine Heife nad? 
ania ab, um bort mit norwegifchen IHännern 5U beraten. 

hieraus hat nun bas (Sroßthing bie lefcte Konfequcn3 gc* 
3ogen. (Ein fonßitutioncüer König ohne IHinißerium hat tat* 
fäd?lich 3 « *egieren aufgehört, folglich beßfct Herwegen feinen 
König mehr. Da aber bie Union unauflösbar an einen ge¬ 
meinfamen König gebunben iß, hat Horwegen auch feine 
Union mehr. 

Die Stimmung in Horwcgen iß abfolut republifanifch. Aber 
um bie Krife 3U erleichtern unb 3U 3eigcn, baß Feinetlei Unwille 
gegen ben König ober bie Schweben ben Bruch unvermeiblich 
gemacht hat, fonbern ber ilntcrfchicb in ber politifchen (Ent* 
wicflung unb ben giclen beiber Bölfer, hat bas (Sroßthing 
König 0 sFar um bie (Sencbtnigung basu erfucht, baß einer 
feiner Hachfommen ben norwegifdjen (Thron beßeigen möge. 

Das iß bis h cu ** am 9. 3 ani gefchehen, wo ich tiefes 
fchrcibe. B|ömrt)crne BJörnTon. 

II. 

I?err HcbaFteurl Da Sie burd? mich AusFunft über 
bie Unionsfrife vom fchwebifchen (SeßchtspunFt aus wün» 
fdjen, beeile ich mich voraussufchicFeu, baß bie in ben 
nachftehenben geilen ansgebrüefte Auffaßung ausfd^ließlich 
meine eigene iß unb fomit Feincswegs als bie allgemein 
gültige fchwebifche Außcht betrachtet 311 werben beanfprucht. 
IHit Be3ug auf bie KarbinalpunFte ber angenblicflichen 
Situation Fann trot^bem bas fchwebifche BolF für burchaus 
einmütig gelten. Die in Herwegen vorgegangene Ummäl- 
3ur.g hat bei uns nur in einer f^inßcht Ueberrafchung 


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Hummer 2 \. 


Saite ^009. 


hervorgernfcn, nämlich barin, baß ße eine tBoche früher 
fam, als man erwartet Ijatte. 3 m übrigen iß in gang 
Schweben jeber Bauer ßdj barüber flar gewefen, baß für 
bie aitmaßenbe politif Horwcgens bas giel währenb ber 
jungten 3 ah r 5 c h n * c fein anbercs gewefen iß als bie 
Uuflöfung ber Union nnb fonß nichts. IBir waren fomit 
barauf vorbereitet unb bewahrten angeßdjts ber an ßdj be> 
flagenswerten Kataftrophe eine gerabegu impofaitte Hube. 
Keinerlei ungewöhnliches UTenfchengemimmel auf unfern 
Straßen, hö<hßens waren bie telegrammlefenben Sparen vor 
ben ^Jenßern ber geitungsbnreaus etwas gasreicher als fonß. 
Uber fte verblieben fdjweigenb unb ruhig; nirgeitbs vernahm 
man irgenbeiue gel^äfftge Ueußerung gegen Norwegen ober 
irgenbeine Hufforberung 3 U gewaltfamcm Borgehn. 

3mnterhin bewies am 7. unb 8 . 3 i mi etwas bas Bor* 
hanbenfein einer ungewöhnlichen Sage. Unüberfehbare Ulen* 
fchenmaffen fainmelten ßdj nnb gegen hinaus nach Schloß 
Hofenbal. nicht, um gegen Horwegen gu proteßieren; ber 
Harne biefcs £anbes würbe überhaupt nicht genannt. IBohl 
aber, um bem greifen König eine fjnlbigitng bargnbringcu, 
bergleichen niemals in bem fonß fo ruhigen unb fdjweig* 
famcit Stocfholm vor ßdf gegangen iß, 3n biefer &inßd}t 
hat bas fdjwebifchr Bolf nur ein f?erg unb eine (Empßubung 
gehabt: Danf barfeit, Sympathie nnb Bcwunbcrung für ben 
König, ber in feinen h°h en 3 a h rcu & en IHut l, nb bie Kraft 
bewiefen hat, ßdj felbß in bie Brefdje gn ßellcn, ßch 511 
opfern unb auf ßch bie abfcheutiche Beleibigung gu nehmen, 
bie bas normegifche (Sroßthiug jefct bem Brubervolf in bas 
(Seßdjt gefchleubert hat- rnilbigungstclegramme unb Ubrcffeu 
ßnb aus allen (Teilen bes Beides in biefen (lagen förmlich 
über ben König h crc i ,l 9 crc 9 nct. IBenn man mit Hecht er* 
warten fonnte, baß er nach breiunbbreißigjähriger utilber unb 
geredeter Hegierung über Norwegen unb nad? uitabläfßger 
ITIühe unb gufriebenßcllung biefcs Bolfes am Spätabcub 
feines Gebens ben größten Sd?impf erfahren würbe, ber 
einem König gngefügt werben fann, nämlich bic Befchulbigung 
gefefceswibriger f^anblungswcife, bann h^* er auf ber anbern 
Seite bei feinem loyalen unb ritterlichen fchwebifchcn Bolf 
ein Berßänbuis nnb eine Siebe gefnitbeu, bie bie Kränfnng 
vielfach aufgewogen hnt unb in feinem gefühlvollen unb ge¬ 
rechten (Semüt einen tiefen, warmen unb verfohnenben <Ein- 
buicf hinterlaßen h a l> cn muß. König 0sfar h^t in feinem 
Spathcrbß feinen fchwaufeuben Sdjritt getan, er iß ben Weg 
ber Berfaffung uttb bes <5runbgefet;es gegangen, unb feine 
Hegierungsmaßregelti in biefem 3 a h r meifen feinem Hamen 
in ber (ßefeßiehte unferes Saitbes für alle Seit einen hervor- 
ragenben piafc an. 

Durch bie IBeltpreffe iß in biefen (Tagen viclfad) bic er- 
ßannte ^ragc laut geworben: iß es möglidi, baß Schweben 
mit (SIcichmnt unb ohne Blutvergießen biefe unerhörte Be» 
leibigutig empfangen fann? Hub als man uns mit faltcm 
Blut unfere geitungen unb (Telegramme Icfcit fah unb von 
einem bewaßneten Ularfch uadj Horwegen nid>t einmal reben 
hörte, h fl f man ßch woßl gefragt, wie iß bas möglich? 3 ß 
es Feigheit? 3ß bas chrcnrciche alte Schweben fo moos* 
bewachfcit nnb hinfällig cs ß<h lieber in bie größten 
Sdjifancn ßnbet, als eine gerechte nnb billige <5cnug- 
tmtng 31 t verlangen? (Sott bewahre; fo weit ich »erftcheu 
fann, beruht bic Hvt, in ber bie Schweben bie Huf* 
löfung ber Union aufgeuommeu haben, vielmehr auf 
einer politifchen Hcifc unb Sclbßbeherrfdjung, bic ge* 
rabe in fritifchen geiten von nnfchätjbarer Bcbcutnng 
finb. Sieber als mit (Scrnalt eine burch bie ewige Agitation 
ber Horweger „verpeftete"*) Union aufrcdjtguerhaltcn, ver* 

•) €ine Unfpielung nuf Rjörnifjcrne Rjörnforts Vers: „Ven Ruut>, in *>fm 
»ir oerpejUt aerbeu, ben tfafien unb ucrbaninien t»ir." V. R. 


gichten wir auf biefe Brüberfchaft unb giehen vor, bie Schi* 
fane würbig unb vergeihenb hiugunehmen, als burch einen 
Krieg jene fytlbinfel gu fchwädjen, bie hoch auch in gufunft 
eine geographifdje Einheit ansmachen wirb. IBir hüben nach 
wie vor ben gleichen Hadjbar, ber mit <Jreube fehen würbe, wie 
wir uns felbß gerrütteu würben; in Herwegen iß man 
gegenüber biefem Umßaitb vollftänbig gleichgültig, in 
Schweben würbigt man ihn auf (Srunb mehrhunbert« 
jähriger Erfahrung. 

Bereits in ben erßen (Tagen nach ber Scheibung, bie bodj 
noch gefefcwibrig unb revolutionär iß, bis ber fchwcbifche 
Heichstag gufanimengctretcn fein unb bas entfeheibenbe IBort 
gefprochen haben wirb, h a * man bei uns nur mitleidige unb 
teilnahmsvolle Hcnßerungen über Horwegcn unb feine gefahr¬ 
volle gufunft h^ren fönnen. 3<h meine nicht bie Schwierig¬ 
feit, ber Horwegcn in feinem friedlichen Berfehr mit bem 
Uuslanb begegnen fann, auch 11 i<ht bit IBahrfdjeinlidjfeit, baß 
bie Horweger, fobalb ße nicht mehr bie Schweben gum 
Schifanieren h a b cn ' ciitanber gegeufeitig bas Scben fauer 
machen werben. Hein, ich meine bie großen (Sefahren, bie 
von außen h cr bic (aitgcrfehnte unb nun enblich burch nn- 
gefc^liche unb aufrührerifche ITlittel gewonnene Souveränität 
bes flcinen, vor IDinb unb IDctter treibenben Staatswefcns 
bebrohen. Der Hnffchwnng in ber fchwebifchcn Hrmce unb 
Ularinc h at Hnfßßgierung (Jinnlanbs nad? ßch gegogen, 
unb biefe wirfte ihrerfeits als eine IDarnnng für Sfanbinavien. 
Hußlaub galt für unvergleichlich ßarf, unb auch Horwegen 
betrachtete bie Union als bas ßeßerfte Bollwerf gegen even¬ 
tuelle plane bes garenftaati. IDährcnb ber jüngften fechs* 
gehn ITlonate iß fannt ein (Tag vergangen, ber nidjt Hußlanbs 
Schwäche bloßgelegt hält*. 3 e ^ e rufßfche Hicberlage in ber 
Ulanbfdjurci h a ^ üon norwcgifchen Reifen wibergchallt. 
3 n bem gleichen Ulaß, wie bie rufßfche UTacht vermiubert würbe, 
ßeigerten ßcfj in ZTorwegcn bas Selbßgefühl unb bie Hücf- 
ßchtsloßgfcit gegen Schweben. 3 11 ^iunlanb ließ bie fonß noch 
jüngft fo fraftvolle Bärentaßc gule^t nach. Bon (Dßen brauchte 
man feine (Sefahr mehr gu fürchten, gumal Hußlanb auch im 
3ntiern am Hanb bes vollßänbigcn Huins gn ftehen fd?ien. 
Bis gingen bie Horweger einigermaßen vorßehtig gu 

IBerfe, aber währenb bes jüngften 3 a h rcs iß ih rc Sosreißungs- 
politif mit beßnnuitgslofer Sdpnelligfeit vorgegangen. (Ein 
cpibemifvhcr IDahnßnn hat biefcs gange Bolf ergriffen, unb 
jene, bie nid>t gutwillig ’ an ber fpäten 3 a 9 & öu f 
Scifenblafe ber Souveränität teilnahmcn, würben für „vater- 
lanbslos" erflärt. Schließlich ßanb man hart am Hanb bes 
Hbgruubcs, nnb gur vollftänbigen Kuflöfung ber Union fehlte 
nur uodf ber Icfctc Schritt. 2Uan wartete einen Hugcnblicf, 
fchaute in bic bobcnlofc Perfpeftive nnb fchwinbelte. Uber 
bic gefcfcwibrigen kniffe eines Kbvofatenregiments retteten 
bie Situation. Hoch wollte man vor ber IBelt einen Schein 
von Unßanb bewahren nnb bewilligte bem pringen (Suftav 
Hbolf nnb feiner englifdjen Braut eine reichliche Hpanage. 
Da fam bie ZTachricht von Boftjeßmcusfijs Hieberlage unb 
ber vollßänbigcn Bernichtnng ber rnfßfcheit flotte. Diefe 
weltgefchichtliche Kataßrophe gab Horwegcn ben Ulut, ben 
ffaubinavifchcn Knoten mit einem Sdjlag gu burchhauen. 
Dem Berbluten nahe, würbe Hußlanb auf lange geit feine 
Drohung mehr ausntachcu, feinen Drucf auf feinen norbweß- 
lichcn Hadpbarit ausüben fönnen. 

Horwegen h a *t c Spielraum befommen unb fonnte frei 
hanbeln. „IBcnu bic Kafcc weg iß, langen bie Hatten auf 
bem (Tifch." IBährcnb ber lebten Stunbcn ber Union gipfelte 
bie normegifche daftif in ber gegen ben König erhobenen 
infamen Befchulbigung, baß er ein Hcvolutiouär £egen bie 
Staatsverfaffnng fei. Unb was bie übrigen möchte augeht, 
fo waren ße nahe baran, in ber maroffauifchcn, ägyptifchen, 


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Seife t0\0. 


afghanifchett ^ragfr, im Balfanprcit, im Heutralitätsbrud? 
unb andern wichtigen Dingen 3U ertrinFen, nnb mürben 
niemals geit pnben, pd? um ben h<>h cn Horben $u befümmern. 

3n biefem Hitgenblicf jubelt bas ganse norwegifd?c PolF. 
(Es ift, als ob cs einen gicinsenbcu Sieg gewonnen nnb bas 
: 3<>d? frember (Tyrannen abgcfd?üttclt batte. v ^iir ben Fühl 
tmb. ruhig urteilcnbcn gufd?auer bietet biefe crfünftcltc nnb 
fanatifd?e Bcgeifterung einen rnhrenbcn nnb meland?olifd?cit 
HnblicF. Man pngt pd? Reifer an bem großartigen unb bc- 
munbcrswcrtcu Hationallicb: „3a, mir lieben biefes frinb" 
(uon Björnftjerne Björufoit. 21. b. Heb.). IHan pngt mie 
girrenbe (Tauben, bic babei nid?t ben lanernben BlicF bcs auf 
. ausgebreiteten Ringeln ruljeubcn Tjabicbts bemerfen. Sd?on 
am (Tag nad? ber normcgifchen Hcuolution enthielt bie 
rafpfd?c geitnng „Slomo" eine erftc IParnung. <£iu hcruor* 
rageuber (Englctuber, ber 51111t Stubium ber UniousFrife f^icr 
uerweilt, berichtete mir geftern, baß „Slomo" Mitteilungen 
biefer Hrt aus fet^r heruorragenbcr (Quelle 51t besiegen pflegt. 
Die geitnng erinnert baran, baß Hußlanb auf bem IDicner 
Kongreß 3ugcgen mar unb bamit für ZTormcgen eine gewiffe 
Pcrantmortnng übernommen bat. (Eine Pcrautmortung, bie 
befonbers bebeutenb merbeu mußte in bem Hugcublicf, mo 
pd? bie Stellung Hormcgcus gegen bamals uöllig ucranbertc. 
Unb bic „Slomo" fügt hin^u, baß Hußlanb, Deutfcblaub unb 
(Englaub unmittelbar an ber fFanbinauifd^eu politiF intcr* 
. effiert pnb. <Jür jeben biefer Staaten mußte cs uon ber 
größten Bebcutung fein, unter mepeu fpc5icllen (Einguß Hör* 
wegen nad? ber (Trennung uon Sd?wcben geraten mürbe? 

Hlfo am (Tag nach jener llnionsauflöfung, für beren 
rcuolntionarc ^orin Hormegen gaii5 allein bic Pcrantmortnng 
tragt, laßt Hußlanb ein erftes IParnuugspgnal ertönen, ein 
memento mori, unb. wirft eine Heine BranbfacFcl unter bic 
(Sroßmaditc, bie Hormcgcu benachbart pnb. Hußlanb brattb* 
marFt Hormcgcn fd?ou jefct, ftcmpelt cs 511 einem Füuftigcit 
ganFapfcl jjmifchcu biefen brei <5roßmäd?tcn, unb bcutlicb 
genug bePommt man 3U hören, baß Feine biefer Mäd?te allein 
Hormcgcn in feine 0bf?ut nehmen barf. „(Europa liebt bic 
•Perünbcrung nicht", h a * mau gefagt. Die uormcgifche He* 
uolntion I? a * eine höd?ft ucrbängnisuollc Pcrfd?icbung im 
uorbcuropäifd?eu <ßlcid?gcwid?t t^erbeigefübrt; bic Perant* 
mortuug tragen jene fjerren Ulichclfcu, Söulanb, Hänfen 
ufw., bic ihre Sanbslcute 511 einem übereilten Schritt ucr* 
führt hoben unb bafnr jefct als ^reihcitshclben uerhcrrlicbt 
merbeu. Sic merben einmal uor ben Hid?terftuhl (Europas 
nnb ber lDcltgefd?id?te gepellt merbeu, unb es wirb ein 
hartes Urteil fein, bas bann über pe uub ihre (Taten er* 
gehen wirb. 

Pcrftehen Sie jefct, weshalb bic Schweben pd? in biefen 
(Tagen fo ftitt unb ruhig ucrhaltcn? IPir Fennen bie Hüffen 


ftummer 24> 

nur alljugertau unb'.haben unter wcd?fclubeu Pcrhaltnijfen 
mit ihnen Blut gemifd?t. Die Schweben nnb bie Hupen 
rcfpcfticren einanber auf (Srnnb biefer uralten (Erfahrung, 
unb ebenfo h^id? münfehen mir auf beiben Seiten bes 
baltifchcu UTccrcs, baß ber bcmnäcbft h Mnöcr *jäfy r i3 c iriebe 
5mifd)cn uns burd? Fcinerlei MißhelligFcit unterbrochen werben 
möchte. Hormcgcn bepßt biefe (Erfahrungen nicht, unb feine 
uoriiehmfteu preßorgane garantieren bafür, baß Hußlanb 
burchaus feinen eisfreien atlantifchen Pafeu brandet. Hiebt 
einmal, feit cs für unabfchbarc geit uom Stillen 05catt ucr* 
brangt worben ift. IPas meinte „Slomo" mit feinem erften 
IParnuugspgnal? Pon euglifd?cr Seite ift gefagt worben, 
baß eine fold?e IParnung eine beuorftchenbe HFtiou am 
Fünbigt. Ulan wirb bann fagen Föitnen:* „IPir warnten 
euch babor, bie uon uns übernommenen Pcrppichtnngen auf* 
5ulöfen, nun werbet ihr felbft bie folgen tragen müpen." 
<JinnmarFen ift Hormegens Blinbbarm, unb burch ben aus* 
fehmeifenben Eebensmanbcl biefes £anbes ift ber Blinbbarm 
mehr als jemals einer (Entsünbung ausgefefct. Ulan muß 
als gegeben annchmcn, baß bie 0peration, burd? bie „biefer 
unnütje unb überpüfpgc Körperteil" meggenontmen wirb, 
fehr einfach uerläuft, uub bie geit heilt alle IPunben. Über 
bagegeu barf man nicht für gegeben h a ^ en / Schweben 

bem patienten mit bem Porrat uon ftärFenbcn (Eifenpillen 
beifpringen wirb, ben es 511 feiner Perfügung ho** Hußlanb 
trautet nicht nad? territorialem gumachs in (Europa. <£s 
Faun (Sott banfen, nteun es ihm gelingt, fein bisheriges 
(Eigentum 311 behaupten. Hbcr cs Faun gefächen, baß Ku߬ 
laub einmal atlantifd?cr träfen 5U bebürfeu glaubt, bie (Eng¬ 
laub 50 bis <*o Dampfcrftnnbcu naher liegen als Hieran* 
bromsf, nnb für bie €rrcid?mtg biefes giels braucht Fein 
$nß breit • fchmebifchcn Bebens betreten 511 merben. IPas 
mürbe (Euglaub angepdtts einer fold?eu (Eoeutualitat tun? 
(Eilten Trafen an ber fchottifd?cn 0ftFüftc befeftigen? Seine 
flotte ucrmchren, ba ja ein (Teil uon ihr befninbig burd? bie 
brohenbe Hachbarfd?aft feftgehalten fein mürbe? (Eine neue 
BalFanhalbinfel Fann Sfanbinauien Fanm werben, folaugc 
mir Schweben unfere burd? bie Klugheit gebotene Hube be¬ 
haupten. Hbcr Hormegen Fann einmal ein neues Korea merben, 
wenn bie politifche Konftcllation einmal anbers anspeht als 
in biefem HugeublicF. Hidjt bloß bie geographifdje Hehn- 
lid?Feit ucraulaßt mid? 311 biefem Perglcid?, fonbent and? bas 
^aFtum, bas am allcrmenigften in nuferer geit 5ufd?anben 
wirb, nämlich, baß Flcine Staaten, wenn pe irgenb bie ge* 
ringftc HujichungsFraft auf eine benad?bartc <Sroßmad?t aus* 
üben unb pd? nid?t uöllig ruhig uerhaltcn, leid?t in ben 
Boben eingccbnct merben. 

StocFholm, io. 3 uui 1905. 

öven Beclin. 


Die €ifenbal)Dfal)rpreife jetzt und (päter. 

<£inc Bctrad?tung ber hcuorftcl?cubeu bcutfd?cn £ifcnbal?m*cfonit. — Pon profeffor X)r. Ebuarb Engel (Berlin). 


Dies ip bic pcberhaft erregte geit ber Sommcrrcifeplane, 
eine geit uoll poepc, Homantif nnb uubeftimmter Schnfnchts* 
emppnbungcn, mie pe faum bei einem anberu PolF uorfomint; 
benn mir Dentfd?e pnb nun einmal bic f?aupttrager ber PölFer* 
manberung gemefen unb pnb nod? heute bic moberucn PölFer* 
roanberer, bic Pauptsuguögel bes ungeheuren, immer noch an* 
fd)mclleubcn (TonriftenuerFchrs in bic Höhe mie in bie ^crnc. 
Die il?r jetjt eure Köper unb Kcifctafd?en aus ben Kammern 


uub uon ben Boben h°lt nnb lüftet; bic il?r nach bcs (Tages 
<5efd?aften bie Porfreubc genießt, cud? mit F?ilfe eines Heifc* 
hud>s bic Schönheiten eurer geplanten Sontmcrrcifc ausju* 
malen unb immer ucrftecFtcre giele h crmi s5ufuchen; bic ihr 
im 2\cid?sFursbud? blatterub eud? abmüht, bic billigpen HTög» 
licbFcitcu bes Hcifcits auf ber (Eifcubahn aus bem unenblid? 
ucrhcbbcrtcn (TarifFnancl hc^ussuFIngcIu; bic ihr mit bem 
Blci’tift rcchucnb übcrfddägt, ob bic erfparte Summe aus* 


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ytinnmcr 24. 


Seit* \0\[. 


reifen wirb, mit allein ober mit IVeib unb Kinbern aus 
IHeer ober in bic Berge 5U wanbern — tut es, id? rate 
endj, bicsmal mit befonberer 21nbact?t unb werbet euch ber 
gcfdjidjtlid?cn Bebcutung bes Hngenblicfs babei bewußt: il^r 
macht biefe Hrt ber Beregnung wahrfdjeinlich 311m leftten* 
mal, 1111b bie oon euch ^erausgercd^nctcn ^abrpreife werben, 
wenn nicht alles tänfeht, fo billig niebt wicbcrFchrcnl 

Dem fefer unb ber £cfcrin, bie erfdjrecft biefe Voraus* 
fagc uernchmcn, fei offenbart, baß bie Eifcnbahnucrwaltungen 
eine fogeuannte „Eifeubabnreform" bcabfid?tigen, baß fogar 
fd)ou porlditßge Befchlüffe Aber einen einheitlichen perfonen* 
fafjrpreis uebft einigen gubchören gefaßt finb, unb baß, wenn 
bic Heifcubenwelt feine Drittel ftnbct, bie geplante Eifenbah«* 
reform 511 Dcrfjütcn ober 3U „reformieren", fie im Frühling 
bes nächften 3flh rcs über uns herein brechen unb ben Perfekt 
non (Srunb aus umwälsen wirb. 0 b 3itm Segen ober sunt 
Schaben für bie Heifenben, bas foll mit fjilfe nüchterner 
gafjlen unterfucht werben. 

Die (Seredjtigfeit forbert bas gugeftänbnis, baß bie bro* 
henbe Eifenbahnreform auch < 5 utes bringen wirb. Die ^abr- 
preife werben in sahllofcu fallen wefcutlidj teurer werben, 
aber ber Heifcnbe wirb mit Sidjerheit oorher berechnen 
föitnen, um wie oiel teurer als jeftt er fahren wirb. Das 
ijt fchon etwas, benn er braucht bann feine Ueberrafdnutgen 
t am ^abrfartenfchaltcr ober bei ber (Scpdcfannahmc 5U fürdjten. 

Hoch einen sweiten ^ortfdjritt foll bic Eifenbahnreform 
bringen: bie <$ahrbebinguugcu werben für gan3 Deutfd^lanb 
bie gleichen fein; bie jeftt fchr bebeuteuben Unterfdjiebe 
jwifchen ben norbbeutfehen unb ben fübbeutfehen perfonen* 
tarifen, ja felbft innerhalb bes norbbeutfehen Eifcnbahu* 
gebiets, werben aufhöreu. IVir werben in gan3 Deutfchlanb 
bie gleiche Verteuerung genießen, unb bas (Scmüt bes Hei* 
fenben wirb in guFunft nicht mehr unter bem Drucf leiben: 
habe id? nun wirflid? bie allerbiüigfte HIöglid?Feit meiner 
Heife mit Ejilfe bes Hats erfahrener Heifconfel ober noch 
erfahrenerer amtlicher HusFunftbureaus h cröus 9 cr ^f^l? 
Hud? bas wirb aufhören, baß von 8 3 n f a ff cn eines Hbtcils 
jeber eine anbere (Jahrfartengattung in ber (Eafcbc h at: &cr 
eine bie beinah 3ur fcltenen Sebenswürbigfeit geworbene 
HormalFarte ohne jebe (Ermäßigung, ber 3weitc eine Hücf* 
fahrtfartc, ber britte eine fefte, ber oierte eine sufammenjtell* 
bare Karte, ber fünfte eine Bäberfartc, ber fechftc bis achte 
irgenbeine anbere febr fd^öite, aber fchr uer3wicftc Karten* 
forte. 3 n guFunft foll cs nur einfache ^ahrfarten geben, 
im preis für alle gleich, berechnet nach feften Kilometer* 
fäften, unterfchiebcn nur nach TDögcnFlajjcn unb — nach ber 
Schnelligfeit ber güge. 

^ür bie Hcifenbcnwelt ift bie widjtigfte Bcftimmuitg ber 
Eifenbahnreform ber guFunft, baß bie HücffahrtFartcn unb 
Bunbreifeh*fte abgefchafft werben, gwcifellos haben fich bie 
Heifenben biefer beiben widjtigften (Ermäßigungsfarten eben 
nur ber Ermäßigung wegen bebient, uicl weniger aus Be- 
quemlichfeit. Beibe Kartenforten erfparcu 3war bem Reifen- 
ben unterwegs unb beim Hntritt ber Hücfreife noch einmal 
5um Sdjaltcr 31t geben; bafür aber binben fie ihn auf längere 
geit, fdjreiben ibm beftimmte Heifcliuieti uor unb bebrohen 
ihn mit cmpftnblidicn (Selbuerlufieu, wenn er ans 3witigenb» 
ften (ßrünben, felbft ans Kranfheit, auf einem atibern IDcg 
3um HnsgangspnnFt 5urücfFehren muß. Der einige Vorteil 
ber Bütffabrtfarte außer ber Ermäßigung: bie Hnnehmlicb* 
feit, fchon für bie Hücffahrt bic Karte in ber (Tafdic 511 
haben, fann auch nach IVegfall ber Hücffahrtfarte auf bie 
cinfachße tVeife cr5iclt werben, wenn alle ^ahrFarten in gu* 
fünft ben Hnfbrucf haben, wie er fd?on jeftt im Berliner 
Vorortuerfchr eingefübrt ift: „gwifeben * * . unb . . ." Dann 
gilt bic Karte sum Hntritt ber <Jahrt von beiben EnbpunFteu, 


unb wer fid? beim Hutritt einer Heife bic Karte für bie 
Hücffahrt fanfen will, ber forbert eben, gleichwie fchon jeftt 
im Berliner Vorortoerfehr, 3wei Karten. 

Die meiften £cfer fennen erfahrungsgemäß nicht bie Kilo* 
meterfäfte, bie ihren jeftigen Heifen 3ugrunbe liegen. Um bie 
IVirFung ber bcoorftchcnben Eifcubabureformen 311 ermejfen, 
muß in Kurse bargclcgt werben, welche preife jeftt gelten. 
Sie finb für bie ucrfchiebcucn wichtigftcu Eifenbabngebiete 
fchr uerfchiebcn, boeb fann man 3wei Ejauptpcrfebrsgebiete 
Siifammenfaffen, beticn gegenüber bie flcinen Unterfchiebe ber 
übrigen Eifenbahnttefte wenig in Betracht fontmen. Das 
größte Verfehrsgebict ift bas preußif<h*heffifche, bem bas 
fächfifd?c mit feinen ^ahrpreifen fehr ähnlich ijt. Die per* 
foneutarifc für biefes große norbbeutfehe Eifenbahngebict 
lauten für perfoneitsüge: (. Klaffe 8 Pf., 2. Klaffe 6 Pf., 
3. Klaffe Pf., <*. Klaffe 2 Pf. Dies ijt ber fogenanute 
„Hormalpreis", beffen fpaßhofte Eigentümlichfeit barin be* 
fleht, baß er nur in fcltenen, abnormen fällen besohlt wirb, 
nämlich bann, wenn ein Hcifcnber nicht beftimmt poriger 
weiß, ob er innerhalb $5 (Tagen surücfFchrcn wirb ober nicht. 
3 n iVabrhrit ijt ber Hormalprcis für bie weitaus größte 
gabt ber Heifenben ber Safc ber Hücffahrtfarte, ber für bie 
brei crficn Klaffen beträgt: 6 Pf., ^ l /2 Pf., 3 pf. 

Hußerbcm gibt cs noch einen fogenannten Schnelf3ngs* 
5ufcblag, ber aber auch nur in abnormen Husnahmcfällen 
besohlt wirb, benn bie tatfadje Hormalfarte, bie Hücffahrt* 
fartc, bie nach bem (Tarif für perfonensüge berechnet ijt, 
berechtigt obne gufdjlag auch 3ur Bcnuftuitg non Schnellzügen, 
^ieroon rnadjeu nur bie fächfifcbenStaatsbahnen eiueHusnahme. 

3 m fübbcutfcbcu Staatsgebiet gelten bie für perfonen* 
5ügc billigeren Säfte: 8 pf., 5,3 Pf., 5 ,<* Pf. 

Eine uicrte Ktaße gibt cs in Sübbeutfchlanb nicht. Hber 
aud? in Sübbeutfihlanb ift bic Hücffahrtfarte lattgft sur Hör* 
malFarte geworben, unb bereu Kilometerpreis beträgt: 5,7 Pf., 
Pf- 2,65 pf. 

3 n Sübbeutfchlanb berechtigen bie Hücffahrtfartcn nicht 
311 beit Schnellzügen, fonbern man muß eine befonbere §u* 
fchlagsfartc, eine fehr teure, faufen. 

Raffen wir hmiptfächlid? ben ^etnoerfeht ins Hugc, ber 
jtch überwiegenb in Schncllsügcn abwicfelt, fo FÖnnen wir als 
bie wirflid? besohlten ^ahrpreife, nämlich bie Hücffahrtfartcn* 
preife für bie brei erjten Klaffen feftftellcn: für Horbbcutfch* 
laub 6 Pf., ^V2 pf., 3 Pf.; für Sübbeutfchlanb 7,75 Pfv 
5,1 pf., 3,75 pf. 

Die Säfte lege man ber folgcnben Betrachtung sugrmtbe 
unb merfe ftd?, baß ber Schnellsugssufdilag für Horbbeutfeh* 
laub in IVirflicbfeit fo gut wie gar nicht in Betracht Fommt, 
baß er in Sübbcutfddanb eine anfchnliche ßöhe erreicht, baß 
ferner bie perfonen3ugsprcifc in Sübbeutfchlanb niebriger fmb 
als in Horbbcutfchlanb. 

Die beuorftehenbe ober, wie man auch fagen barf: bie 
broheube Eifenbaburcform fcftt bie ^abrpreife für perfonen* 
5iige auf bie jeftigen Hücffahrtfartenpreife fejt, mad^t alfo 
5ur gefcftlidjen Horm, was fd?on längft bie tatsächliche Hegel 
bes VcrFehrs geworben ift. Der perfonentarif ber gufnnft 
lautet für bie üicr Klaffen: 7 pf., <* l /2 pf., 5 pf., 2 pf. 
Ulan fieht: bie erfte Klaffe erlcibet eine anfehnlidje Ver¬ 
teuerung: r>on 6 auf 7 pf., alfo um \a 2 fs proscut; inbejfcu 
gegen eine foldpe Verteuerung wirb faum ein ernfter IVibcr* 
fpruch, nicht einmal non ben 3 nfaffen ber erften Klaffe, laut 
werben. 

Beftänbc bie Eifeubabnrcform nur in biefer Flaren unb 
einfadjeu preisbemeffung, fo würbe ihr ber Hubm suteil 
werben, eine burchgreifenbe Vereinfachung 50 fdjajfcn, wenn 
aiub Feine fehr beträchtliche Verbilligung, benn nur eine 
llliubersahl »011 Heifenben, eben bie Uttglücffeligcn, bie Feine 


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Seite \0\2. 


Hummer 


Rücffahrtfarte unb Fein Runbreifeheft gebrauten Föniten, 
fahren jefet teurer. BeFlagenswert bleibt allcrbiitgs, baß bic 
uierte Klafle, bie an gahl ber Reifenben unb an (Ertragen 
für bie (Eifenbahnfaffe uiel wichtiger ift als bie unb 
2 . Klaffe sufammengeuommen, gar feine (Ermäßigung er» 
galten foll. 

Seiber aber ift bie €ifenbahnreform noch mit swei anbern 
tjödjft unangenehmen ßrfchwerungen unb Verteuerungen be» 
paeft, bie ihren IVert für einen fetjr großen (Eeil ber Reifen- 
ben rollig uctnichicn, ja bic ganse (Eifenbahnreform $u einem 
magren Knglücf für bie Reifeitbenwelt machen. Die feit mehr 
als einem KTcnfchenalter in Horbbeutfchlanb geltenbe ©rbnung, 
baß Sc^uell5ugs3ufcl?läge nur in Rusnahmefällen erhoben 
werben, foll aufhöreu, jeber Schitcllsugsreifenbe foll einen 
befoubcrcti gufdjlag besagen, wenn aud? einen niebrtgeren 
als ben jefct geltenben, feiten erhobenen Hormalfafc. Der 
Sdjnellsugssufdjlag foll joneumäßig abgeftuft werben, unb 
jwar foll er für bie erfte unb 3wcite Klaffe bis 75 Kilo* 
meter betragen 50 Pf., für bie britte Klaffe 25 Pfennig. 
Diefe Säße ucrboppelit fief? für bie sweite gone, uon 76 bis 
150 Kilometer, fie ueruierfachen fid? für bic britte gone, 
nämlich für alle (Entfernungen über 150 Kilometer auf 
2 KTarF unb \ KTarF. 

Die jweite, für bie nteifien ^crureifettbcn, jcbeufalls für 
bie mciften im Sommer reifenben Familien nod? uiel 
brüefenbere Belaputtg beftc^t in ber geplanten Kbfdjaffuug 
jebcs ^reigepäefs. BcFanntlich gewähren bic norb» 
beutfdjen (Eifenbahnen 25 Kilo ^rcigepäcf unb beredmen 
überfd^ießenbes (Scpäcf mit V2 Pf. für je 10 Kilo uitb 
1 Kilometer. 3 n Sübbeutfdjlanb gibt es allcrbiitgs gar Fein 
^Jrcigcpäcf, bafür ftnb aber bie perfonettsugspreife tiicbrigcr 
als im Horben, unb auch bie (Scpäcffätje finb mäßiger: 
0,35 Pf. für je io Kilo unb 1 Kilometer. 

Der 5ufünftige (Sepäcftarif foll unter ber fjerrfdjaft ber 
Eifenbahnreform betragen: für bie erften 10 gonen uon je 
50 Kilometer unb für je 25 Kilogramm 25 pf., für bie n„ 
12. unb 13 . gone uon je ioo Kilometer auch 2 5 pf., 

enblidj für bie lefcte, unbegren3tc ^eru5one über 800 Kilo* 
meter abermals 25 Pf. 

Beifpiele lehren beffer als naefte gafylett, unb fo gebe ich 
beim an einigen Bcifpielcn ans ber IDirflidjfeit einen Vor* 
gefdjmacf ber Verteuerung, bie uns bie suFitnftigc (Eifenbahu- 
refornt anbroljt. (Ein Reifenber, ber im Schnellsug uoit 
Berlin nad? ^ranFfnrt a. ITT. mit 2 5 Kilo (Sepäcf fä^rt, 
hat jefct in ber 3 . Klaffe für bie fyit* unb HücFreifc 

32,<*o KTarF $\\ sollen; in ber 2. Klaffe <* 8,60 ITTarF. IVirb 
bie (Eifenbahnreform (Sefe^, fo bat ber bauon beglüefte Einscl- 
reifenbe in guFunft 3U besagen: 2 X 5 X 570 = 3<*,20 Pf.; 
ba3u fommt ber Sdjnell3ugs3iifd?lag uon 2 IHarf uitb ber 
Preis für bas (Scpäcf 5,50 KTarF, alles sufammen <*l,ro KTarF 
in ber 3 . Klaffe, 60,80 KTarF in ber 2. Klaffe. Die Der* 
teuerung wirb alfo für bie 3 . Klaffe 9,50 KTarF ober 
27,7 prosent, für bic 2. Klaffe 12,20 KTarF ober 25 pro* 
5ent betragen. <£ür eine Familie non <* pcrfoitcn ergeben 
pdj alfo Verteuerungen in ben beiben fyuiptf taffen uon 

37,20 KTarF unb <* 8,80 KTarF. 

Verteuerung unb (Ermäßigung gegeneinanber abgewogen 
(Tellen pdj im großen unb gan5cn, wie folgt: eine (Er* 
mäßigung erfahren in Horbbeutfchlanb uon ben perfonen* 
5ugsreifcnben nur bie uerhältnismäßig wenigen, bie bisher 
aus irgcitbmeldjen (Srünben uon ber Benußuug ber er» 
mäßigten ^JatjrFarten, befonbers ber HücffafjrtFartcn unb 

Runbreifehefte ausgefcbloffen waren. Kber nur bann, wenn 
pe i« perfoncn5Ügen fahren. Kud? biefe Reifenben aber, 




wie überhaupt ade, bie in perfonensfigen fahren, erleiben 
eine Verteuerung, wenn pe (Sepäcf aüfgeben müjfen. 

Eine (Ermäßigung genießen in guFunft bie Sdjnellsugs* 
reifenben burdj ben geringeren Sc^nell3ugs3ufc^lag für (Ent¬ 
fernungen über 150 Kilometer, aber eben wieber nur bie 
uerhältnismäßig geringe gahl ber Sd?nell3ugsreifenben, bie 
Feine RücffahrtFarte ober Runbreifefarte benufcen Fönnen. 
Die Sd?nell3ugsreifenben auf Fürsere (Entfernungen erfahren, 
foweit pe jefct nicht mit (ErmäßigungsFarten fahren, je nach* 
bem geringfügige Verteuerungen ober auch Verbilligungen. 

Daß alle Reifenben, bie ge3wungen pnb, (Sepäcf auf* 
3ugeben, dlfo befonbers reifenbe Familien, namhafte Ver¬ 
teuerungen erleiben, ip Flar. 100 Kilo (Sepäcf, für eine 
^amilic uon <* bis 5 Köpfen gewiß nicht 3U uiel, werben 
in guFunft für 500 Kilometer ljin unb surücf allein 20 KTarF 
Fopeit. 

3 h Sübbeutfdjlanb wirb unter ber f^errfdjaft ber Eifen¬ 
bahnreform bie Ermäßigung nur für Schneidige eintreten; 
für perfonen3Üge in ben weitaus meipen fällen eine an* 
feljnlid?e Verteuerung. Diefe wirb befonbers empptibliäj 
werben für Baben, wo bas Kilometerheft mit feinem Kilo¬ 
meterpreis uon 2 ,<* Pfennig für alle güge pefj mit Red^t ber 
größten Beliebtheit erfreut. 3 n Baben ip barum audj bet 
IViberftanb gegen bie broheube (Eifenbahnreform fo groß wie 
nirgenbs fonp. 

(Es ip in hohem (Srab beFlagenswert, baß bie uom ganseit 
beutfehen VolF feit balb einem KTenfchenalter fo bringenb ge- 
wünfehte (Eifenbahnreform unb €inhcitlichFeit ber VerFehrs- 
bebingungen auf ben (Eifenbabncn entweber fd^eitern wirb 
an bem IViberfpruch gegen bie unnötigerweife mit ber (Eifen¬ 
bahnreform uerfniipften Verteuerungen, ober baß bic Reform 
Patt mit heller ^reube — nur mit tiefer Unsufricbenheit 
hingenommen werben wirb. Hoch ift Fein binbenber Befchluß 
gefaßt, noch bonbelt es pd? nur um uorläuPge Befprcchuugeu 
ber Vertreter ber beutfdien Staatsbahnnc^e, unb bie Re¬ 
gierungen ber fjaupteifcnbabnlänber Dcutfchlanbs haben nod? 
feine €ntfdjcibungeit getroffen. Sdjon aber beginnt es pcb 
511 rühren in ben Körperfchaftcn, bic sur Vertretung bes 
ReifeuerFchrs ben €ifcubahnen gegenüber berufen pnb, unb 
es befteht bie nicht unbegrünbete Hoffnung, baß es ge* 
lingeit werbe, eine €ifenbahnreform fer^ubaltcn, bie ein 
311 hohes 0 pfcr für bie Vereinheitlid^ung ber ^ahebebingungen 
forbert: bie Verteuerung bcs Schnell3ngsocrfchrs unb bic Kb* 
fchaffung bes ^rcigepäcFs. Hamentlid? bic le^tc Verteuerung 
würbe als eine arge F}ärte etnpfunben werben, unb pe wäre 
aud? ein IViberfpruch gegen bie einfachfteu £ebensbebingungen 
alles VerFehrs. Das (Scpäcf bes Reifenben ift Fein £u{us, 
fonbern ein unumgängliches Reifebcbürfnis. Kls folches ift 
es uon jeher angefchen worben: felbft sur geit ber Poft* 
Futfche burfte jeber Reifenbe 15 Kilo (Sepäcf unentgeltlich 
aufgeben außer bem uotmenbigPcit Banbgcpacf. Reifcitber 
unb Rcifegepäcf bilben eine Verfcbrsciuheit, unb wie man 
auch über bie Berechtigung eines Sdjncllsugsjufddags bcnFen 
mag — ich leugne pe auf bas entfehiebenfte — bie Berechtigung 
311m ^reigepäcf liegt in ber Hatur bcs ReifcoerFebrs, unb in 
beit größten (Eifenbahuläubcrn, in (Euglanb unb in Horb* 
antcriFa, gehört rcid^liches ^rcigcpäcf 511 ben (Sruitblagen bes 
(Eifenbahnwefeits. Versiebten bic beutfdien €ifenbabnuerwal- 
tungeit, wie id? noch immer hoffe, auf ben Schnellsugssufchlag, 
befonbers aber auf bie Kbfdjaffung bes ^reigepäefs, bann 
Fönnten wir eine llmgcftaltung nuferes €ifenbahnwefens 
erleben, bie in ber gefamteu Rcifeubcnwclt freubigen DattF 
erweefen unb für bie StaatsFaffcu ber (Eifcnbahnlänbcr ohne 
nennenswerte Vcrlupe bleiben würbe. 




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Hummer 2^. 


Seite 10*3. 


„Das mag td> ntcfrt". 

piauberei pon Pr. Hobert Reffen. 


Sitte gefälligjt 3U Cifd? — hier foll pon einer Kala* 
miiät gebanbelt werben, bie gegenüber guten <5ottesgabcn, 
unb 3umal in ber Kiuberwelt fyäuftg fo ftörenb l^crportritt. 
Penn wenn es fdjon an unb für ftch erwünfd^t ift, baß jebes 
XTtitglieb eines bfausfjalts in ber Heibe marfd^iert unb jebe 
Alutter, bie ein Kleines unter taufenb Sorgen anfgejogen 
bat, froh fein barf, fobalb es hinter ben (Erwachfetten plafc 
nimmt unb mitißt, Fann man fidj bie (Enttäufchung aus* 
malen, falls unter ber £ofuttg: „Pas mag idj nicht" bie ZTot 
nun erjt recht angelt. 

IDo liegen Ijier bie Urfadjen, wo bie (Stensen bes €in* 
greifens für bie Crsieffung? Unb wie (teilen ftch beren Aus* 
fidjten? 

Pon pornfferein fei bemerft, baß bei Ktnberu, bie gewiffe 
Speifen am (Eifdj surüefweifen, feineswegs immer bloße 
£aune permutet werben barf. Um burch ein Seifpicl 3U 
reben: es gab eine geit, ba jeber „arme Bcifenbe" and? als 
Pagabuttb betrachtet, jeber Arbeitlofe auch als arbcitsfdjeu 
behaitbelt würbe. Seither höt man fid} überjeugt, wie bitteres 
Unrecht sahllöfen unperfchulbct (Elenbett getan worben war; 
es entftanb unfer moberiter Arbeitsnachweis. So I^at es nicht 
immer einen Sinn, Kinber, bie „mäfcln", gleich als bös¬ 
willig ansureben unb ihnen bas, was fte nicht mögen, ein* 
Sunötigcn, einsuquälen, einsuprügeltt, währenb ihre Kon¬ 
stitution pielleicht gar nicht basu porgerichtet ift, es 3U per* 
bauen. Per Körper wehrt fich ba burch einen inftinftipen 
IPiberwillen. Pas Kehrbilb liefern freilich bie persogeneu 
£ieblittge, bic überhaupt nur „leibgerichte" -effen wollen ober 
nur pifante Sachen unb je nach-Stimmung bie Kraftprobe au* 
(teilen, ob fte ihr Stütf burchfetjen. 

gweifellos will auch bas (Effcn gelernt fein; sweifellos 
fann bie Perbauung allmählich 9cübt werben. (Es fpricht 
picles bafür, baß ber UTeufch im Ursuftanb fogar für bas 
Perbauen pon gcllulofe gut eingerichtet war, bie wir jefct 
neiblos ben IPieberFäuetn überlaffen, weil fich £öuf 
3ahrtaufenbc nicht etwa befferc unb gefünbere, wohl abcrfchmacf- 
haftere Xlahrungsmittel gefunbett haben. 2>i* mehrfach be¬ 
obachteten IPalbmenfchen — ansgefefot gewefettc Kinber, bie 
bennoch fich am £eben erhielten unb behaart, in einem affen* 
ähnlichen guftanb, wicbcr aufgefunben würben — setgen, baß 
Baumrittbcn, IPnrseln unb Kräuter ein Kinb 511 ernähren 
permögen, unb f^ditfig fab man auch h un 9 crn & c £anbleute 
bei UTißwachs 311 jenen Hilfsmitteln 3urücFfeI>ren, obfehon in 
porgerüeften 3 a h r ^ n bie ^ahigfeit, aus gellulofe Pahrungs* 
ftojf 3U afftmilieren, nur noch eingcfchränft porbanben ift unb 
ben meiften Kulturmenfchen ficher pollftänbig fehlt. 

Pie oberjte Porbebingung für bie Atöglichfeit, ein Per* 
bauungsfyjtem überhaupt unb früh fvfteinatifch 51t üben, be* 
fteht barin, baß bas betreffenbe IPefcn feine Säuglings¬ 
monate ohne jebe Parmftörung erlebigt höbe, Befantttlich ftellt 
fich für bie Alehrsahl beutfeher Säuglinge bie Sache leibcr 
fo, baß fte mit Kuhmilch ernährt werben, ohne für bie 
Perarbeitung (Spaltung unb Perbauung) bes Kuhfäfeftoffs 
burch Kälbermagen unb Kälberbarm ausgerüftet worben 511 
fein. Pie übliche ^olge ftnb (Särungen, Blähungen, Per* 
ftopfutig, fchlechter Schlaf unb ewiges Schreien wegen 
Schwerperbaulichfeit, fchließlich Purchfälle (will fagert Parm* 
entsünbungeu), bie mit Schleimhautperluften 5U enbigen pflegen. 
(Es leuchtet aber ein, baß mau feinem Parm unb Klagen, 
bie in ber Säuglingsseit bereits überanftrengt, gequält uttb 
gefchabigt worben waren, befonberc £eiftuitgen abuerlangctt 


barf. Solche Perbauungsfyjteme gleichen £eitern, an benen 
beftimmte Sproffen fehlen. Balb gegen 0 bft, balb gegen 
(Sentüfe, balb gegen Brot, balb gegen ITlilch, balb gegen 
ifett, balb gegen ^leifch ober hoch minbeftens gegen gewiffe 
Sorten unb Kombinationen biefer Stoffe beftehen inftinftip 
Abneigungen, bie ber (Sefchmacf gan3 bcrcchtigterweife 
fignaliftert, ba bie Alagenbarmfäfte eutweber nicht imftanbe 
fein würben, fich jene gufufjr orbcntlich 3U 3crlegcn, ober im 
ZTachftabium ber Perbauung, beim fogenannten „Abbau" ber 
pernufeten Atolefüle, für bas bie £cber bas bjauptorgan »u 
fein fcheittt, bie Kräfte perfagen. Paber bas Aufwachen fo 
pieler Atenfchen mit „fchwachcr Perbauung" in ben morgen* 
ftuttben gegen Pier Uhr, wenn ber Klagen längjt pöllig inhalt* 
leer ift; baher bas IPadjen unb Schreien ber armen, mit Kuh* 
fafetn übcrlabenen Säuglinge bei ZTac^t. 

3 cbe Alutter mag fich nun fragen, ob ihr Sorgenfinb 311 
ben Pollmettfchen mit einwanbfrei perlebter Säuglingsseit 
gehört, fo baß man burch Stellung pon Aufgaben bic Per* 
bauungstätigfeit ersieben unb fräftigen, bie £ofung „bas 
mag ich nicht" mit Strenge itieberhalten fann. Aber auch 
im ungünftigen ^all würbe es perfekt fein, bie ^linte ins 
Korn 51t werfen unb bas Kleine nur noch 3U persärtelu. 
freilich muß mau ftch fchott por etwaigen (Ersiehungspcrfuchen 
über gewiffe (Srunbfäfce flar fein, bie Iciber ber Allgemeinheit 
noch immer nicht angeboren. (Einer ber wichtigsten ift, baß 
feine Haltung trog ihres eminenten IPohlgefchinacfs fo 
große Anforbcrungen an bie Kräfte unb Säfte bes 0 rganis* 
mus ftellt wie bie (Eiweißitahrung. ^leifch suntal ift immer 
ftrettge, fehwere Koft, oft fchon burd) bic gähne faum 5U 
Serfleinern. Seine <£iweißftoffe enthalten (amtlich Schwefel, 
piele auch Phosphor, fic ftttb fomplisiertcr, baher fcbwicriger 
(mit mannigfachen gwifchettprobuften) 31t fpaltcit, unb bie 
Bcfte ihres Abbaus, nach bem Perbrauch in ben arbeitettbcu 
gellen bes Körpers, mühfamer (in iPajfcr, Kohlenfäurc, 
Schwefelwafferftoff, fymtfäure, harnftoff ufw.) 5U rcbu3iercn 
als Utehlfpeifen ober ^rüdjte. — Per 3weite, pielleicht noch 
wichtigere, lautet: ber Ulenfch lebt nicht pott bent, was er ißt, 
fonbern pon bem, was er perbaut. Pas bebeutet, baß bie 
Ausfagcn ber Chemie über ben „ZTährmert" einseiner Stoffe 
por bem Jnbipibuunt I^ddyftens eine relatipe (Scltuttg höben 
uttb hönftg 5U ben gröbften ^rrtümern perleitett. Bur im 
£aboratorium höben gewiffe IPeisenfemmeln ben „größten 
Hährwert", in IPirfUchfeit fehen wir bas mit unreinem, 
fleienhattigem Hoggenbrot aufgewachfenc lanbpolf am per* 
bauungsfräftigften, weil biefer grobförnige Speifebrei, wo¬ 
möglich mit Beimengung pon Schlanben unb Afche, bic 
Schleimhäute reibt unb 3ur fräftigen Abfonberung fchon itt 
berj KTunbhöhlc anregt, währenb umgefehrt glatte IPcisenbrot- 
biffen 5U bleichfüchtigen, appctitlofen Stabtmäbchen gehören. 
Aus ähnlichen mechanifchett (Srünbett fieigert ftch, im IPiber* 
fpruch mit ber chetnifcben Betörte, ber „Häbtwert" eines 
Apfels gerabe, wenn man Schale, Kern unb innere ffülfen 
mitißt. 

Hegulierenb für biefe beiben wichtigen (Srunbfäge wirfett 
bic hiösutretenben Bebürfntffe bes Stoffwechfels. Schärffter 
junger entfteht bcfanntlich nur bnreb fchärffte Bewegung; 
unb wie foll auch einen ATenfchen hungern, * n beffen gellen* 
ftaat feine Umfätjc ersielt würben? IPcn hungert, ber wirb 
nicht lange wählen, fonbern froh fein, wenn er etwas bc* 
fontmt; baher bas uralte Sprichwort: ffnngcr fei ber befte 
Koch* IPer aber feinen ffunger höt, ben wirb man burch 


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Seite \0^. 


Hummer 24 . 


aufgenötigte ZTahrung allenfalls beläßigen,' fchwctlich ßärfen. 
H)eun alfo Kinber mit £uß effen follcn, muß man uerßcljen, 
auf richtige JVeife fte hungrig 3U ma^en. Hun frage fid? 
bie ^rau ZTlama, ob ftc ein lebhaftes Kinb uor ßch hat, bas 
befoitbers in feinen blutreichen Organen, ben fflusfeln, au 
freier £uft fid? Umfaß fd^afft — ober ein in Stubenluft 
matt unb blaß geworbenes. (Eine (Sraufamfeit ift es, Keinen 
JTläbchen mit einem fortwährenbeu: „ZTid^t fo wilbl" hinten 
Ijcr 51t fein unb, wenn fte glücklich ber ftraffett Bewegung 
entwöhnt würben, ße wegen ihres mangelttbeit Appetits 5U 
fd?mälen. Außerorbentlidj Appetit minbernb, 3umat auf Stabt* 
mäbdjcn, wirft bie Schule, her 21 nfentl^alt in menfehen* 
überfüllten Bäumen, gegen welche Schäbiguitg ber Knaben« 
Organismus augenfdjeinlicfj eine uiel größere IVibcrßaubs* 
fraft beßßt. Uber wenn wir fo großen IVert barauf legen, 
uttfere £anbestöchter „gebilbet" 3U feigen, ohne baß uns be* 
fonbers gute €iufälle Kirnen, um bie Sdjulfdjäbeu aus* 
5nfdjalten, bie uegetatiue Sphäre uor Vetfnmmerung 31t 
fdjüßcn, bann follten wir uns auch nicht wunbern, wenn 
d?ronifdjcr Kopffdpmcrj bie gähne lang macht unb bei 
fdjwiubeuber ۧluft immer bebroblicbcr bie gaty ber Artifel 
abnimmt, bie überhaupt ein Aufleuchten bes Auges, ein 
IVäffern bes UTunbes uerurfadnn, bis 5uleßt nur noch Süßig* 
feiten ober pifdntes, „(Sutfel", wie man in Sübbentfd)lanb 
fagt, gcfd)äßt werben. 

„£cben Ijeißt serßören", fagt profeffor Kaffowiß in 
IVien. 3 m Körper bes gefnttbeften Ulcnfc^en mit clajüfd?cu 
Bewegungen, reinem (Teint, leud^tcnbcm Auge, ftroßeitbeit 
Säften tobt ein uttabläfftger Kampf, ein Verbrauchen, (Ein* 
fcbmelgen, IVicbcraufbanen uon gellenmaterial; ein gellen* 
fiaat mit ber Peuife: „Die IVaffen uicberl" freist bidjt uor 
feinem (Enbe. Paf>er hinaus an bie freie £uftl Die blut¬ 
reichen Ulusfeln, £ungeu unb Ber^, wenn richtig geftbt, ftttb 
uttfere beften Appctitcrjeuger. UTancher mütterliche Kummer 
uor bem ewigen „Das mag id> nicht" büvftc, wenn man fid} 
erft flar barüber geworben ift, was „rci^lofe Koft" befagt, 
unb was überhaupt uttfer Stoffwcdjfel erforbert, behoben 
werben föttnen — bis eines (Tags bann vielleicht uodj 
größere Sorgen auftauchen burch ber wählerifchen Tochter 
ftereotypes „Den mag id? nidjt". 

Doch auch h^r fommt ja 3uwcilen ber Appetit beim (Effen. 

Uttfere Silber. 

Der Brud? 3wifchen ZTorwegcn unb Sdjweben (Abb. 
S. toi 5 , 10|6 uitb 1017 ) ift als eine nicht mehr rücfgängig 3U 
ntachenbe (Tatfad?e an3ufehen. ^iir ben greifen König 0 sfar 
iß ber Abfall Norwegens natürlich ein fdjwcrer Schlag, aber 
im allgemeinen gewinnt man ben (Einbruch, baß auch bie 
Schweben ber Union nicht aUjnoicl (Tränen uadjwcincu werben. 

eo 

Per Kaifer*JVilbelms* Afabemie (Abb. S. 1017 ) für 
bas militärär3tliche Bilbnngswcfcn in Berlin genügt bas alte 
Beim in ber ^riebrichftraßc nicht mehr; in ruhigerer (Begeub, 
in ber 3npalibeitßraße, wirb für fic ein Heubau errichtet, 
5U bem am Somtabenb uor Pßngftcn in (Segenwart bes 
Kaiferpaars ber (Srunbfteiit gelegt worben ift. 

<fürß £eopolb uon h°h cn 3 °^ crn (Portr. S. (0(8), ber 
dbef ber älteren, nicht regierenben £inie bes Banfes Tjoben* 
3ollern, ift am 9. 3nui in Berlin einem Be^fdjlag erlegen, ^ürft 
£copolb war es, beffen JDahl 3um König uon Spanien mittelbar 
ben Anlaß 3um Ausbruch bes beutfch s fran3Öfifcheu Krieges bot. 

eo 

<Er3ber3og 3 ^fcf uon Oeßerreidj (portr. S. (0(8) ift 
am 13 . 3 uni nad? längerem £eiben in feiner 3wifchen ^iume 
unb Kbba3ia gelegenen Villa geßorben. Per Verewigte war 
am 2. 2 Kär 3 1833 geboren. 


Pie 4. pfäl3tfche (Bewerbe* unb 3nbuftrieausßeB 
lung (Abb. S. (020) iß in Kaiferslautern bnrdj ben prin3en 
Buppredjt uon Bayern eröffnet worben. Sie würbe 3m ^cicr bes 
25 jährigen Beßchetts bes pfälaifchen(Semerbemufeumsocranftaltet. 

e<j 

Per Prin3regententurm bei Koburg (Abb. S. loir). 
gur (Erinnerung an bie Begentfchaft bes (Erbprin3en 311 Bobeu* 
lobe*£angenburg in Sachfen*Koburg unb (Sotha iß auf bem 
IHnpberg bei Koburg ein Ausßchtsturm erridjtct worben. 

tys» 

Pie 3 nfanteriefchießfchule unb (Sewehtptüf ungs* 
fommiffion (Abb. 5 . ( 0 ( 8 ) haben in Aufheben bei Spanbau 
bas 3 »biläum ihres 25jährigen Beftehens gefeiert. (Es würbe 
babei ein ^cßfpiel gegeben, in bem bie feit 1855 geprüften 
unb in ber Armee uerwenbeten (Bewehre uorgeführt würben. 

König Alfons XIII. uon Spanien (Abb. S. 1019) iß bei 
feinem Aufenthalt in £onbon ebenfo freunblid? aufgeuommen 
worben wie 5nuor in Paris. Uufcr Bilb seigt ben König in 
ber englif<hen (Seneralsuniform mit bem Prin3eu uon IVales. 

eo 

€in Penfmal für Petleu uon £iliencron (Abb. 
S. 1020) iß am 4. 3 «ni auf bem (Sut Sprittghoe enthüllt 
worben. Portfßn h^t ber Pidßcr währenb feinet Kmts3eit als 
Kirdjfpieluogt in Kcllinghufen höttßö Spa3iergänge unternommen. 

oa 

Pie Beifeßung bes (Scfaubteu Ocolicfanyi im^a^S 
plbb. S. 1020), ber bie ößerreichifch ungarifche IHonarchie bort 
feit bem 3 a h r l ft 94 uertreten h^t lieferte einen neuen Beweis, 
wie großer Beliebtheit ßdj ber Verewigte erfreute. 

oa 

x feßfpiele 311 Köln (Porträte S. (022). 3 n Köln werben 
bcmnächß im neuen Stabttheater Aufführungen Hafßfchcr unb 
moberncr Opern ueranftaltct Unfere Bilber 3cigen bie Pirigenten. 

xs^y 

Berliner Sport in ben pfingßtagen (Abb. S. 1021-22). 
Per Berliner Kegattauerein hielt auf bem £angeit See bei (Srünau 
feine Buberrenncn ab. Per Kaifer unb bie Kaiferitj mußten 
biesmal wegen bes (Tobcs bes ^ürßen uon h°h en 3°^ ern 
bleiben. Pafür würbe bas Publifum burdj fpannenbe Kämpfe 
entfdmiigt. — Auf ber Binbernisbahn in Karlshorß würbe bie 
(2. Internationale Steepled>afe gelaufen; h errn IVendes (Tromf, 
uon £eutnant uon IValleitberg oor3Üglich gefteuert, ging als erfter 
burchs §ieL — tVährenb ber Feiertage würbe aud? bas fd?on uor* 
her begonnene \ \: internationale £awn*Cennisturnier fortgefeßt 

t >ic Coten bev Iboche* 

(Tbcobor p.Petyannis, griechifcberlHinißcrpräfibeut, f am 
13 . 3 wii in Athen im 80 . £ebensjabr (Portr. untenß.). 

pater Beinrich Penifle, f l°* 3 nni in ITlüncfaen. 

^ürß £copolb uon Boben30Ilern, f am 8 - 3 un i in 

Berlin im 70 . £ebeus* 
jabr (Portr. S. (0(8). 

* Abolf ATuffafia, 
profeffor, berühmter 
romanifcher Philologe, 
f in ^loren3 im Alter 
uon 70 3 abren. 

(Ersherjog 3ofef 
uon Ocßerreich, 
t am 13 . 3 u ni in 
^iumc im 7 3 . £cbens* 
jahr (portr. S. tot 8). 

Baron ZTathaniel 
uon Bothfd?ilb, f 
am ( 5 . 3 nui in IVien 
im 70. £ebensjahr. 

Kurt IVachsmuth, 
(Sebcinier £}ofrat, 
Altertumsforfd)er, f 
am 8. 3witi in £cip* 
oig/ 68 3ahrc alt. 



Cbeodor p. Delyannie f 
griedjil'djet minifterprdft&ent. 


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Seite \0\6. 


2iiiimiier 2^. 



{. Der jeierlidie 24 ft bei 2ltisu?eit?slimg. — tf'bot. fhirpmoeni, -2. Die neue ,-jKuuje gebt bod?. — ^pbot. ITiIie). 

Die 24 u s n> e d> s l u n g ber Unionsflagge gegen bie norn>rgtfd?r flagge nuf ber £eßung 2lfcr$t]us in CbrijHauia. 


Zum Bruch Norwegens mit Schweden. 


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XZummer 2\. 


Seite 1017. 



I. Der Kuifer. 2. Die Kaifcriu. 


iUitjeiUvt«. 


Die feier der 6rundrt«inlegung zum fieubau der Kaifer-lKlilhelin-Hhadetnte in Berlin. 



f^ulbigung ber Sdjtpebett por Sdjloß Uofcnbal: 

König Oskar bringt ein Hoch auf das „alte, ruhm¬ 
reiche, loyale und gute, ihm teure Vaterland 44 aus. 

Qofptjot Blomberg. 


Unter beut Bttlbacbin ron linfs nad? rechts: Prinieffin UTnrie Pott frobenlobe, prtnj (Eottfiieb 
pon ISobenlobe, Prin3ciftn 2llejcinbra pon Fjobenlotje, Diftorici, oeich. ©roßbe^ogm pon Pteffcn, 
<£rbpriit3eifin Ulejcmbrn pon £)obenIobe»£cmgenburg, f>cr3oqin Ularie pon Sad}ien*Koburq'<Sotbci, 
üegeut (Erbprinj €rnft pon f)ot)enlobe»£angenburg. 

Die einweihung des prinzregent Bohenlohe-Turms auf dem ^Tupberg bei Kobürg: 
Cdnbtngspröfibent (Dsfar Urnolb (x) hält bie £eflrebe. — £}ofpt}ot prof. Utyettfjntf}. 


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5iir$t Ceopold von bobenzolltrn 


preUfdMefcc'n bcr ltntcroffijiere Pie Drrn'iluug bcr p reife. 


€rzberzog ]osd von Uesterreid) t 



I. $$e ne nus bem ^eftfpieI: Dorfübrung bes ,5 unbn ab clgctuebrs. 


Don den Jeftlicbkeiten anläfelid) des 50jährigen Bejtebens der Infanteriefchiefolcbule und Gewehrprüfungskommilfion in Rubieben 

bei 5panbau. — fpe 3 i<iUiuftnibmrn für bic „IPo<i>c". 


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Hummer 2^. 


Seite \0\9* 



^rlnj oon »olcfi. ftöntß Stfon*. S&ot Stuart, Rhftmon*. 

Dom Befucfj bes Königs non Spanien in €nglanb: 

König Jllfona xm. (in rnglifdjrr 6rnrraiaunifornt) unü örr Prinj non Ölalfa. 


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3m Porbergrunb pon linfs nad? redjts: Dorfttjenbcr <ß. 3miiohn, <£ 3 : 3 . ». Heuffcr, 5*1- Carola Müller 
Qnbuftrie), pri »3 Huppred>t, $rl. Corner (Cutrina), $rl. Couife ^anfotpi (palatia), $rl. 3 un 9 (ßanbwetf). 

Sröffnung der vierten pfälzifchen Induftrte- und Oewerbeausltellung in Kaiferslautern 

burd> priii 3 Kuppredyt von Bayern: Begrünung bes Prinsen. — pijot. fSartmann. 


1 . Petlef v. Ciliencron. 2 . $rau »• Ciliencron. 
3. Ciliencrons (Cod?ter. 4. Hebafteur Möller. 
5. Zlmtsvidjter 3°t i annien. — pfjot. üableubitf. 

Ton der 6nthüllung8fefer des HUiencron- 
denhin.il 8 zu öpringhoe. 


l. *5raf be felir. Borid?aitrr »on Portugal. 2 . 3onrbrcr Md»il »on Harnbe. 2lttad?c beim nieberlänb. Minifterium bes ilcufeeren. 3. »on SdjlÖ 3 er, heutiger (Befanbtrr. 
<*. Baron £irtema »an ©roneftins, tPbeibofmeitter. 5. ©raf Pu Monrrau, Bertrcte r ber Königin aMlbelmina. 6 . <5raf f 36 d> 6 nyi, öfterrcicbifcbcr Botfdjaftsrat in Berlin. 


Ton der Besetzung des örterreichtrcb-ungarifcben 6efandten Oholierdnpt d'Oholicfaa im Baag. 


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Per tferbnnbsocbfer: HubergefeUfd^iift „iPtfing" gewinnt bcrt IPanberpreis. 

Pie Huberregatta bes Berliner 2iegatt<t t>ereins bet (Srünau. (fpcjialaufnaljnten für bie „IBodje'.) 

Berliner Sport in den pfin gft tagen. 


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Seite { 022. 


Hummer 2^. 




Tritz Steinbild), 

©enenilmuiifbircftor, Köln. 


Otto Cobse, 

I. Dirigent ber Bereinigten Stabttbeater, Köln. 
Zu den feftfpielen in Köln: Die Dirigenten. 




Dr. Richard- StrauO, 
fbniglidjer KapeUmcifter, Berlin. 


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Hummer 2^. 


Sette * 023 . 


Die ^»eimatlofen. 

Vornan von 

ff^u*nel&a Uüty. 


Ifo er wollte fort — ber KTarfcheuntenfch 
wollte fort! TXlan war fel?r betrübt bar* 
über im Klub, fyielt ihm aber nichtsbejio* 
weniger ©icl gute £eben 511m Kbfdjieb. 
2Seben, bie eigentlich ganj feltfam beu Kn* 
fchauititgcn ber 5 iinfe 3uwibcrlicfen. Sic 
waren hoch alle Peräcbter ber*Scholle, alle 
foldje, bie ausgegangen waren, (ich ein 
Stücf (ßcijieswelt urbar 511 machen. 

ZDulff fiel ihnen auch ins IDort: „Kud? 
bie legte Stunbe unferes Beifammenfeins fei ber ZDahr» 
heit geweiht! 3 ch geh« ungern ©on (Euch! Die Caren 
unb penaten, ©on beneit 3h r rebet,* fmb lange 3er* 
trümmert, neue habe ich mir noch nicht gefchnigt!" 

„Was treibt bich bann fort ©on uns?" fragte einer 
in ber Hunbe. 

„Die Pflicht*, fagte ZDulff* 

Kber fte taten, als ©erjtünben fte ihn nicht. Da ©erfuchtc 
er es ihnen fcher3enb flar 311 machen, bag bie ©on (Be* 
fchlecht auf (Sefchlecht ©ererbte Scholle KTacht höbe über 
ihre Kinber. „Sie lägt uns ©ielleicht lange braugen 
fchweifen, aber einmal fommt ber (Eag, wo fte* bie 
Ceine anjieht, unb bann wiffen wir, wohin wir gehören, 
unb was wir 3U tun höben." 

Kber bie fjeimatlofen fchüttelten nur bie Köpfe über 
ben Henegaten. KTigtönenb wäre ©ielleicht ber legte 
Kbenb im alten Kreis ©erlaufen, wenn nicht Ha3if beim 
Scheiben gefagt hötte: „ 3 ch gratuliere, Schäferfnabe, 
bu bijt ber (ßlücflichfte ©on uns aßen. tDenn ich 3ttrücf 
3iir pugta fönute, ich Hefe Cag unb ZTadjt barum." 

„Kleiner, bra©er Hasif —" Sie rauchten noch eine 
Zigarette unter ben blühenben Cinben, in beren <§weigeit 
unb 23 lüten traumfelige Dögel girrten. Da fah IDulff 
auf einmal bie Sontmer3eit aus 0 lbettshof wie heiter 
einem Dorhang emportauchen — blühenbe Cinben, bie 
IDipfel im (ßolb bes ZTTittags prangenb, bie gelben 
IDafferrofen, bie auf bem bunflen Spiegel bes Ceichcs 
träumten — er hörte frühen, frühen Droffelgefang tief 
unten in ben 23 üfchen bes (ßartens. Unb um ben £jof 
fchwoll ber Heichtum feiner Äluren, grasftrogenbe Rennen, 
golbene U>ei3enbrciten, bichter Hohrwalb, ber im IDinb 
fo fchöurig unb traurig unb hoch fo h<nmifch fang — 
hinter bem Deich bie ruhelos wanbernbe See. Unb 
fein fjers wachte auf mitten in ber ZTacht für bie lang 
unb ftolj gentiebene £}cintat. — 

Das U>ieberfehcn mit bem eilten fiel nicht fo branta- 
tifd] aus, wie IDulff gefürchtet hötte. Sein Dater war, 
wie er es ©oraus empfunben hötte, etwas gealtert, bte 
UTutter erfd?ieit ihm un©eränbert, fte hötte im Kugen* 
blief bes U)teberfehens fogar rote 3 acfen ©or Ärcube. 
Unb fjebwig —? 3 a / ber Kitsbrucf ihres blaffen (Be* 
fichts ent3og (ich ©orbcrhaitb bem Urteil bes £}eim* 


gefchrten. Dag bie etwas breifle Krt, bie fte einfi bem 
Dater gegenüber gehöbt hötte, ©crfchwuitben war, er- 
fannte er fofort. Sie wich bent Klten jefet faji ebeitfo 
fcheu aus wie er ©orsciten. 

„U>ir höben bir beiit altes «Simnter mit ben bejben 
Kbfeiten eingerichtet IDulff", fagte 5 rau €gbcrtfen. 
„Datei* meinte fonjt, bu wiirbcji cs wohl ©orsiehen, int 
Derwalterhäuscheit 3U wohnen." 

„Über wiefo beim, UTutter? 3 f* boch öonj gleich, 
wo ich logiere." <£r erhob ftd] ©on bem Cifd?, ait 
beffen oberem £nbc ber Klte mit aufgefpanntem Mitlings- 
fegcl raudjenb fag. 

„Kch U)ölfdicn, bu folljt noch ein paar U>affeln cffeit, 
bie höt fjebwig eigens für bid? gebacfeit, bu mochtcjl 
fte hoch früher immer fo gern. U)eigt bu noch, mie bu mal 
311 UTamfell gefagt ,UTamfell, barf mir U>affeln, fonjt 
fpringt mein fjers ent3wei, es tut gan3 weh *>or junger? 1 " 

U)ulff lachte, ag im Stehen noch ein Stücf bes ge- 
priefenen (ßcbäcfs unb fagte bann, er wolle ftch nun 
erjt mal in feinem Quartier umfehen. (ßlücfjtrahlenb 
fah 5 rau (Egbcrtfen ihm nach. UTit bem Schnurrbart 
unb bem braunen (Befiehl erinnere er fte fo fehr 
ihren 33 ruber 0 tto, ber ©or <Sra©elotte — 

„Xla, bu tätejt mir einen (Befallen, 5 rau!" unter- 
bradj (Egbertfcit, unb fte fchwieg. 

Doch nun hötte fte es jtdj in ben Kopf gefegt, Wulff. 
3u halfen. <£r lehnte banfettb ab, fah ober nocht redjt- 
3eitig ihr betrübtes (ßeffcht unb bat, fte möchte feine 
IDäfche eiiträunten. <£r fclbft trat ab unb 511 aus ber 
U>ohnjlube in bas Seitenftübchen unb fprach ein U)ort 
mit ihr ober niefte ihr* blog 511, beim er hötte alle 
fjänbe ©oll 3U tun, galt es hoch, 3U allem anbern eine 
ganse Cabc ©oll Raritäten, bie feit ©ielen 3 öhr*cn ©er- 
fdjloffeit auf bent f^ausbobeit gcjtanbett hotte, unter* 
3ubringett. Km €nbe aber lieg er hoch ba©on ab, 
nicht fretlid], weil ihm bie UTühe 3U grog gewefen 
wäre, fonbent weil es lauter tote Dinge waren, bie 
ohne (Blatts uttb Äarbe burd? feine 5 inger gingen. Rur 
bas bunte Rootftiicf. nahm er heraus, fchlug ein paar 
Rägel hmein, unb bann war’s ein regelredjtes pfeifen* 
brett, bas am 0fen hing unb ein bigehen wunberlich 
unb geheiinnis©oll mit feinem bmtflcn 5rauennamett ins 
^intmer blicftc. €r legte ben Kopf prüfenb auf bie 
Seite, pfiff ein paar Ca fte unb bachtc an ben fritifchen 
Cag, ba er bies Beuteftüd in Krifchan 5 ebbcrfetts (Be- 
fellfdmft gejtranbet hotte. Da tat fidj bie tEür auf, unb 
für einen Kttgcitblicf ftanb bie (ßeftalt bes Kltcit grog, 
breitfpurig unb Schatten werfenb in ihrem Hahnten. 
3 nt nächften gefchah etwas TDunbcrliches. Der alte 
KTann i©atiftc, tat ein paar taumelitbe Sd^ritte bis 311m 
itächjiett Stuhl uttb ftieg babei, wie unter fchwerer pein 
äd^ettb, beit ZTamen heraus, ber auf bem Sdjiffbrett 



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Seite { 02 ^. 


Hummer 2\. 


fianb. „Sibylle — IPeißt tu etwas oon ihr? IPie 
fomrnji bu 3U bem Brett — fprid]!" 

„Tibet Pater, wie fann bid? bas fo aufregen?" unb 
IPulff ersäfjlte ben £?ergang — fo fia*3 mie möglich, 
benn eben jenes (Eags gebachte er nicht gern. 

„So, fo," ermiberte (Egbertfen am Sd]luß gleich¬ 
mütig — „metß aud] nicht mas babei fo Kufregettbes 
ift. 5 um Kucfucf, mie rnerbe id] alt!" Unb er ftampfte 
mit bem 5 u§, ftanb auf unb ging hinaus. Permimbert 
fah ber Sohn ihm einen Kugettblicf nach, bann fuhr er 
fort, feine Bücher auf bas alte Hegal 511 paefen. Kls 
er bamit fertig mar, hätte e* genug oottt 3nternen — 
mie er 31t ftch felbjt fagte — unb ging ins 5rcie. 

fjinter ber Scheune ftanb ber mefHiche fjimtitel in 
golbener ©lut, Stord] unb Störchin parabierteu auf bem 
5 irjt unb hätten rofeitfarbenes ©efieber. Per alte 
(Earften Beinters faß unter ber Stallmanb unb fpielte 
bie gtehhänttonifa. Pa fefete ftd] IPulff (Egbertfen, ber 
neue Permalter, 3U ihm, unb fic fpradjeti über IPeibe* 
mirtfdjaft, Korn unb Bhectftanb. Bis 311 fpäter Stunbe 
faß er heute mit ben Büchern oor bent Sofatifch, unb 
vergebens locfte in lauer Had]t bie Proffel im ©arten 
3um (Eräumen unb Schmeigen. — 

Hach meitigen (Eagett bereits erflärte ftch IPulff troß 
aller Stubicn banfrott an jeber praftifchen Kenntnis 
in ber Canbmirtfdjaft. UTehr als einmal trat auf bie 
tippen bes Kltcn ein fd?abenfrohes £äd?eln. (Es fam 
unb ging bann mieber oor bem tobemften IPillen bes 
anbern, in feinen plaß hm*i n 3 u mad]fen. Unb allmählich 
griff bas jahrelang ©elcrnte hinein in bie (Erfahrungen, 
bie ihm an jebent (Eag entgegenreiften. Per tiefe, bunfle 
Sorgenfpalt auf feiner Stirn ebnete fich 3mar nod] nid]t, 
aber in feiner Stimme mar etmas 5 *ol?es unb Starfcs, 
wem et feine Kttorbnungen traf. 

(Es mar etma am lernten (Eag nach IPulffs Kntritt, 
baß ber (Eagelöl]ncr Chies HicFels feiner ©attin feuf3enb 
anoertraute: „Pe 3 mtge ijt nod] feeger als be 01 !" 
3 ä, ber Haufd] ber IPeltbeglücfung mar rafch genug 
bei IPulff ©gbertfen oerflogen, unb er mar ein ftrenger 
Uuffeher unb Befehlshaber gemorben. 

„Pas hätte einen noch fchlimnteren (Eans mit UTartiit 
Stuhr gegeben", fagte ber ©ärtner 51t (Earften Beinters. 

„Still oon Ulartin Stuhr", ermiberte ber 2 llte be- 
beutfam. „€s gibt Hamen, bie ber IPinb oermehen 
muß, bie nid]t bleiben unb IPursel faffen bürfen. Uebrigens, 
ber junge fjerr fomntt feinem 311 nah." Pas flang 
beinah fd?on brohenb, unb ber ©ärtner fchlich ftiü baooit. 

211 s bie Piehntärfte begannen, mußte IPulff 311m 
erftenntal in bie Küftenjtabt — ein 2lnsmeid]en mar 
nid]t mehr möglich* 

Sunäd]ft fanb er übrigens feine Seit, nur an feinen 
Befitd] 31t benfen, fo fehr feffelte ihn bas ©etriebe bes 
UTarftes unb 3toang ihn 3unr Kufmerfen unb Eernett. 
Uber auf einmal fiel ihm Pal]laitb ein — was ber 
mohl fagen mürbe, menn er beit ehemaligen (Eräuitter 
unb phantajten hier mit machen klugen unter fjätiblern 
unb Kontntiffionärcn fielen fähe! <£r ftrid? ftch ben 
Sdjnurrbart itttb ladjte über feine UTauferiutg. Sein 
frugales ZTiittagsmahl nahm er bei 3 n gmer peterfen 
auf ber Heuftabt ein. (Ein paar norbfd]lesmigfd]c £}of- 


befißer marett feine (Eifchgettoffen. Pie er3ählten ihm, baß 
ihre Söhne aud] lateinifd?e Bauern mären unb natürlich 
oon bem praftifchen Bauernleben nichts oerflünbett. 

„ZParurn ,nätürlid]‘?" fragte IPulff ärgerlid]. 

„Huit, es ift ja mal UTobe, aber mas fte auf ben 
Sd]ttlcn braußen lernen, ift lauter oerrüefter Kram." 

„Unb ©elbäusgeben!" lad]te ber anbere. „ 0 ffeit 
geftauben, hätte id] 3h«en nach gelegentlichen Keuße- 
ntngen 3 h**s fjerrn Paters aud] nicht 3ugetraut, baß 
Sie ftd] fo meit für bie Sad]c intereffieren mürben, 11m 
ftch perföttlid] unter bie , 3 üten* unb ,Shorthoms‘ 3U 
mengen." 

Hun watb's (Eag! Pa hätte ja mohl ber Klte 
jebem, ber’s hören mollte, oerfünbet, baß fein Sohn 
nichts oerfiünbe, als bem fjerrgott bie (Eagc 311 fielen. 
IPulff lehnte ftd] einen Kngettblicf mie in ber Kbmehr 
gegen fold]e Kritif jurücf unb fagte bann fo obenhin: 
„(Entmeber ich interefftere ntid] nicht für Bauernmirt- 
fd]aft, bann laffe idj bie Ejättbe baoon unb fud]e mir 
ben bemußten ,©raufteiit‘, auf bem man ftd] nähren 
fann — ober aber ich interefftere mich bafür, unb bann 
guef ich mal felbff 31t, ob bie 0d]fen in biefem 3 a h r 
geititgcnb 5ett aitgefeßt l]äbcn." 

„ 2 lllcrhanb 21 d]tung!" Iad]te Knub (Eychfen oon 
Sögaarb bei ^aberslcben. „Sollten meinen 5 iltus ein¬ 
mal in bie £cf]re nehmen! IPiffen Sie" — unb er 
rieb ftd] bie fjänbe oor Cadjen — „momit ber ftd] 
neitlid] bie Seit gefügt hät? Ha, erraten föntten Sie’s 
mol]l nicht. f}at 3itm ©aitbium bet lieben 3 u 9ettb mit 
harten unb härt ermorbenett (Ealern über ben Porfteid] 
,gefitfd]t‘, bis ich ihm bies nette ^anbmerf legte." 

(Es fd]iett mirflich 2 luffehen 511 erregen, baß UTarf 
(Egbertfens SoI]n auf bem UTarft mar, bentt bie Be- 
fanitten bes Klten machten ftd] einer nach bem anbern 
her3u, ftd? ben 3*mgen an3ufehen, aber fte hätten alle 
etmas Kaltprüfenbes unb Permunbertes im Blid. Pa 
befant er benn einmal mieber eine IPut auf ben #/ 211 ten" 
unb alles, mas 3U feinem 2tnl?ang gehörte. 

Pie 01 benshofer 0 d?fen marett gut oerfauft morbett— 
Komutifftonär UTomntfen oerftanb fein ©efd?äft. IPulff 
ging auf bie Banf, unb als er mieber heraustrat, fd?lug 
bie (Eurmnhr oier. Pa mar alfo ber Säg nach ©Ibens¬ 
hof eben fort unb bis sunt lebten nod? oiel Seit. S^oiel 
jebenfalls, um fte gatt3 bei ben Sennebergs 3itbringen 
311 fönitett. 

Pa 30g il?n ber Sonnettfd]ein hinaus an ben Peid?. 

Pas IPaffer glißerte mit fchntersenbem ©lan3. — 
Smei Schiffe, nad] benachbarten 3 nfe(n beftimmt, marett 
eben im Begriff ab3ttfahren. 3 h^e 5 ähulein flatterten, 
bie Schraube bes einen raufchtc burdjs IPaffer, unb bie 
PTuftfantcn, bie an Borb marett, fpieltett ein fd?mer- 
ntütiges Cieb. 

Piele Plettfd?en maren untertoegs, bie meißett eilten 
mohl 311m Babeftranb. ©inige ©cftd]ter fanittc er noch, 
bod] rnar’s, als mären fte il]m fern unb ferner gerüeft. 
Unb plößlid? mürbe er unruhig. IPenn il]n aud] am 
IPefterbeich, mol]itt il]tt fein 5uß immer eilenber trug, 
bies ©efühl bes 5 rcmben überfant? (Er ging langfatner, 
mit feinen ©ebanfett befd?äftigt, unb nterfte faum, als 
er am IPefterbcid? anlangte. Pa marf er ftd? ins toeiche, 


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Kummer 2 \. 


Seite \ 02 o. 


furjc Strandgras und fcil^ aufs flimmernde UXcer, auf 
öeffen ZPattengrund er fo oft gcflrandet hatte in alten 
(Eugen. 3 mmcr flärfer fdjien das 5 liutmern 3U mcrden, 
am (Ende lag’s mie phosphorglaii3 über der 5 lut. Ueber 
den ZPaffern aber tauchte ein ZHenfch auf: die breite, 
fräftige ©eftalt eines Knaben. Der decfte die Ejand 
über die Uugen und fpälfle nach dem Strand. Und 
richtig, hinter dem Deich tauchte Eine Stüermann auf 
mit paaren mie der Sonnenuntergang. Und fle lieg fleh 
neben IPulff ins ©ras und Kraut nieder und erjäblte 
ihm, daß fle fo bange fei — 

„Por ment, mooor?" 

„Por dem IPatt, das feinen ©rund hat, uor ZPiitö 
und EDellcn —" 

Und er riet ihr: „Kleib hinterm ©fen flften bei 
Ulutter, (Eine —" 

„ 3 ch fann ja nicht", Hagtc fic mit dünner Stimme, 
meinte leife und oerfchmand. Und auf dem Kamm des 
Deiches fdjritt eine UXädchengeflalt. Der IPind fpannte 
den dunflen UTantcI mie Segel auf, und der Uegen 
flrich über ein liebes, lachendes ©efldjt. — 

©ine Kinderftimme, die die Schafe rief, meefte den 
(Träumer. ©r fprang empor und machte fleh auf 311 
den UJohnungen hinter dem Deich. Das erfte, mas er 
gemährte, mar, daß der Keubau, den er fdjon flüchtig 
ins Uuge gefaßt hatte, ehe er fleh dcichausmärts fchlug, 
auf der Stelle fland, mo ehemals Krifchunsruh im 
frieden feiner Ejolunderbüfche träumte. Ulfo das mar 
nicht mehr! Uber das Stüermannfche Ejaus lag noch 
ebenfo fauber und freundlich da, mie er’s fo oft, gerade 
311 dlefer Stunde des (Tags, gefeiten hatte, menn fleh der 
leftte Sonnenfehein über den Deichrand flaljl und den 
roten $irfl befdflen. 

Der alte Stüermann fland in Ejeinöärmeln Dor der 
großen Scheunentür, jminferte mit den Uugen, bis es 
ihm gelang, den Kcfudjer richtig unter3ubringen. Und 
nun begrüßte er ihn fo gelaffen, als hätten fle einander 
gerade geflern erfl Cebmoffl gefagt. 

XPiilff mußte Dorangefjen ins fjaus und gelangte in 
die Dörntj, ohne einer lebenden Seele begegnet 311 fein. 
Ejier drin hatte die Seit nichts verändert. Die Holländer* 
uh* mit dein metallenen Sifferblatt tiefte mie eitifl ant 
©fen, timtet dem die Kacheln gleißten — ©eranieti 
und Uefeda blühten am 5enfler, im (Eeefdjapp prunften 
die bunten (Taffen. 

Kald fam der Ulte, hatte feinen Uocf ungezogen, 
dampfte aus der halblangen pfeife und bot dein ©afl 
eine Spurre an. Dann rauchten fle um die Wette, 
und Pater Stüermann fpradj Don Saat und (Ernte und 
der feiten nremigent IPedjfol. XPo (Eine denn fei und 
5 rau Stüermann, mollte U)ulff miffen. 3 a > UTutter fei 
im Keller und (Eine ins Dorf gegangen. 

IPulff fah sunt 5 enfler hinaus und crblicfte nun 
mieder den Keubait. Da fragte er nach Krifdjan und 
erfuhr feltfante Dinge. Krifchan fei ein großer UTann 
gemorden, fagte der Ulte, lange profurifl und auch 
(Teilhaber gemefeit in einer überfeeifchen Äirnta und 
jefet der ©eneralagent der W*£inie. ©r mohne überall 
und nirgends, jefet folle er in ©tigland fein, und das 
„pafäh" da — Pater Stüermann seigte mit der pfeife 


nach dem Kau — gehöre ihm and?, ©s folle nodj 
Dor Sturm und Kegen unter Dach, und menn es dem 
gnädigen Ijcrrit dann mal cinflcle, übers IPatt 311 gucfeit 
und nad) der Ejallig, fo fäme er facht und lege fldj hier 
oor Uufcr. 

Die (Tür tat fleh auf, und die Meine 5 rau Stüermann, 
äitgfllich und überhöflich mie immer, trat unbefdjuh* in 
die Stube. 

„XPas fagfl du nun, ZHutter? Das ifl IPulff ©g- 
bertfen!" 

5 rau Stüermann. fchlug die fjände übernt Kopf 3x1- 
fantmen und rief beflür5t: „Kee, mirflidj? Wie ifl er 
doch einmal groß gemorden — mas foll (Eine fageit!" 

„Ejnt", brummte der Ulte und flrich fleh Öen grauen 
Kragenbart. 

„ 3 a, Cine ifl 3 hnen aber auch aus der Kunde ge* 
madjfen." Sie trippelte nad) der IPand und h°& eine 
Heine Photographie herunter. Darauf fland (Eine im 
Ejamburger Häubchen und meißer Sdflu^e und fah feh* 
beher3t aus. IPulff fchüttelte den Kopf und lädjelte — 
Heine, feine (Eine, mas ifl denn aus dir gemorden —1 
Der Ulte ging hinaus und fnallte die (Eitr 311. 

Scheu fah 5 rait Stüermann ihm nach und feufste. 
„So gut flelfl fle nun nicht mehr aus, Ejerr ©gbertfen— 
feit fle damals in Ejamburg diente und das UTalheur 
halte, ifl fle nidfl mieder die Ulte gemorden. Uls fle 
damals mieder fant — ©, Ejerr ©gbertfen, einer muß 
uiel erleben!" meinte fle — „Da hätte ihr Pater fle 
oor Wi\t beinah 5ufd?auden gefdjlagen, aber ich fugte: 
,£aß fein, Pater, mir find alle fchmadie UTenfchen. 4 
Und als Krifchcut dann nachher fam, das mar ja bei¬ 
nah noch das Ullerfchlimntfle. ©r ifl ja ein feiner Ejerr 
gemorden, aber er hatte es fleh in den Kopf gefefet und 
mollte (Eine heiraten." 5 *au Stüermann nahm den Der- 
laffenen plafe ihres UTaitites ein, und ihre Klicfe bängten 
fldj mie hüfefudjend an IPnlff. „Uch ©ott ja, menn 
man bedenft, mie es alles hätte merden fönnen —! 
Uber mas niifet das 3ummern — mir haben alle unfern 
pacfeit, und mein Pater pflegte 311 fagen: ,©s gibt 
nicht Diele Ejäufer, die die ©ardinen entbehren fönnen. 4 
Sie find moljl audj fdjon allerhand IPind und XPetter 
gemaljr geworden, Ejerr ©gbertfen?" forfdfle fle fchüchtern. 
„Sie haben ja ordentlich fdjon ein bißdjen graues Ejaar." 

„Den Kucfucf audj!" IPulff fuhr fleh ladjcnd an 
die Schläfen. 

©b er mirflich fdjon gehen miiffe? 

3 a, das ginge heute nicht anders, aber fle folle (Eine 
Diclinals grüßen, er fäme bald einmal mieder, und 
daun mollten fle ordentlich Don alten Seiten fdjnacfen. 

Uuf der Ejofflelle fland der alte Stüermann und 
ditcfte die Schulter unter dem Ubenöminö, der füljl Dom 
£and her fatn und 31m See mollte. Die Uhr mar nalj^it 
halb fleben gemorden; da galt es eilen, menn IPulff 
nicht 51t nachtfdflafender Seit bei (Tante ©Ifriede an¬ 
pochen mollte. 

plöfolich fland er flill und murmelte in einer atyen 
Ungemohnheit halblaut oor fleh hiu: „Uns dreien ifl 
das Ceben ein mirrer Sang geworden — nun foll mich’s 
mundevn, ob Kamilla ein feines £ied daraus ge¬ 
macht hat." 


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..grite A 026 . 


stummer 


Cr ging wieber wie oorbem bm:d] bie Krumerjhraße, 
bann über ben ZHarft nnb bitrch bie Süberjiraße. <£s 
ertönten oicle alte Neigenlieber, unb burd? offene 5 enfter 
oernahm man hier unb ba eine mütterliche Stimme, bie 
bie Klcittjten fd?on ins Kämmerlein rief. 

So fam er bahitt, wo bie harte Straße in ben 
weichen, gelben (ßeeftweg überging. Hoch ein Ceifes 
Saubern an ber Pforte, bann war er mit ein paar 
rafchen Schritten über ben Steig hin, mtb bie fjaiis* 
glode er Hang, che er felbft recht gewußt, baß er fic 
. bewegt. 5 rau pajtor Senncbcrg fam fclbjt aus beut 
Cßsimntcr. Sei bent ©offnen ber Cür waren frembe 
Stimmen herausgebrungen. Klfo Scfud? — bas fehlte 
gcrabe! Vas ISieberfchen ging ihm übrigens fo nahe, 
baß er fein ISort heroorbringen fonnte, fonbem feine 
Pflegemutter nur immer an ber fjanb hielt. Nad] einer 
Heinen IScile beiberfeitiger Hatlofigfeit fragte fle mit 
3itternber Stimme, ob er wirflich ISulff (Egbertfen fei. 
.3a -" 

„© ISulff, wir meinten, bn uns oergeffen." 

^Ttein, warum?!" fagte er mechanifch. 

„Srin brennt bie Campe, ba fann ich bich orbeitt* 
lid] fel]en, mein alter 3mtgc." 

„f^abt 3 hr Sefud], Cante (Elfriebe?! 

„Kd?, nur Corttegrinbs." 

Hur Corttegrinbs? ISas wußte er oott ihnen! 

3m Cßsimnter ßanb ber Ccetifd? gebedt, itnb bas 
NTäbdjen jünbete eben bie Campe au. 3 m ISohu5immer 
war’s fchon f?cU, nnb ISulff fonnte ohne weiteres bem 
Cornegrinbfd?cn €hepaar oorgcjtelU werben, £?err Corne- 
grijib fei ber neue ©rganift, erflärte bie Hausfrau. (Er 
fah bie beiben Ccutc wie burd? einen Sdjleier, benn fein 
Slid jlrebte sitrüd 511 KamiHa, bie ein wenig im hinter* 
grunb nahe bent Klarier ftanb, baß ihre SÜ9* nicl^t 
beiitlid? erfennbar waren. Citts nur war ilpn foglcid? 
aufgefallen, bie Seränberung in ihrer Stimme unbSpred]* 
weife. Kber 5ran Corttegrinb ließ es nid?t 311, baß er in 
Sctrad]tungcn oerftel. Sie war eine hH&f^he, lebhafte 
5 rau — Kopcnhagcucrin mit unoerwifd]tem bänifd]em 
2 lf$ent. ISenn man an ihrem hübfdjcn Kttsfehen etwas 
ausfefcett foüte, fo mußte es fd?on bas fein, baß ihre 
<ßeftd?tsfarbe etwas 51t rot war unb ihre Kugelt 3U un¬ 
ruhig. Nber bie Nöte würbe bod? etwas gebäntpft 
burch bas fdpoarsc Klcib, bas fic trug. 5rau Corne- 
grinb wollte gleich eine NTenge Singe ooit ISnlff wiffen. 
©b feine Stubienjahre antüfant gewefen feien, unb ob es 
nun auf bem £?errcnl]of nicht fehr langweilig fei? 

Ser ©rganift las eben ein Notenblatt unb wanbte 
ftd? lebhaft Kamilla 31t. „Sas ift einsig, Fräulein 
Senneberg, bas müffen wir nad]l?er fogleid? probieren!" 

Um ISnlff fümmerte er ftd? nid?t, aber ber hätte 
nun NTußc, beit Cefenben aufmerffaut 311 bctrad]tcn. 
(Ein fogcitanntcr fd]öiter ZTlann mit bid?tcr, lodiger 
Ijaarmähne, einer h°h<m Stirn unb feinen ^itgen — ber 
ZTTunb oon einem bid]tcit, weidjcn Sd?mtrrbart oerbedt. 
Kantilla fah mit ihm auf bas Notenblatt, unb wie nun 
ihr <ßcfid>t in beit Ncrcid? bcs £ampcnlid?ts taudjtc, 
gewahrte ISnlff, baß auf ihre Schönheit fd?ott ber 
Sprud? paßte: „ 5 u weit im Ce ben ift 31t nah am Cob." 
Sei Cifd? faß er neben ihr. Sie fei ja fo ernft ge¬ 


worben, fagte er, um ein (Scfprüd? ansnfangen. Sa 
nidte fic 3U Cornegrittb hinüber. „Sas fontmt oon 
ber Krbeit, ISnlff — ich häbe feit einem halben 3 a ^ r 
in ber Klaoicrflunbenpra^is einen fo fdürfen Nioalett, 
baß id? mich gan3 furchtbar ins §eug legen muß unb 
nur noch on Klaoier unb Kontrapunft beitfe." 

„Was fagt benn beitte NTutter ba3u?" 

Sie siegte ben Kopf, aber ehe fte antworten fonnte, 
brachte 5 rau Corncgriitb einen ihrer rafdjen CiffäHe 
5utage, fo baß er ftd? oorläuftg oon Kamilla abwenben 
mußte. Sie Sättin fagte, er tnüffe recht oft 3ur Stabt 
fomuten nnb- ihnen auch einen Sefitd? machen. 

„Nid?t wahr, 2l|rel, ift es nicht großes Uitred?t, fo 
allein auf bem fjerreithof 3U leben wie eine (Eule?" 

fjerr Corncgrinb unterftüfete höflich bie Nitte feiner 
5rau — ihr fjans böte freilich nicht oiel Nehaglichfcit 
— brei Kinbcr unb ein muft3tercnber TXlann —! Über 
cs würbe ihm eine große 5reube fein. INuljf nahm 
banfenb an. 

Ulan ftanb auf unb ging wieber ins ISohnsimmer. 
ISulff wunberte fich beftänbig über Kamilla, unb als 
er fte einmal lange unb oerfomtcit anfah, blidte fte ihm 
gcrabeswegs in bie Kugeit mit einem füllen, freuttb- 
lid]en Cädjeln. 

^err Cornegrittb halte bie ^änbe längft wieber 
Swtfdjen ben Noten. Sie Ket3cn fladerten, nnb er unb 
KamiHa Senneberg fpielten bas neue Stüd. ISulff, 
ber ftd] ein wenig 3uriidgefcfct hatte, fdjloß bie Kitgen. 
So fönne er beffer genießen, erflärte er 5 rau £lfe leife. 

Kls bas Spiel abbrach, rief 5 rau Cornegrittb ohne 
Serweilen, baß nun 5 rättlein Kamina nod] ein luJHgcs 
Cieb fingen utüffe. KamiHa fträubte ftd]: fte fei nicht 
bei Stimme. Ser ©rganift aber fah fte prüfenb an, 
gab ihr einige ZUinuten 5 rifl mtb fteHte bann ein Noten¬ 
blatt aufs Klaoier. ,,Sitte." ISiberftrcbctib nahm fte 
ein 3weites 3m: fjanb uttb fah ihn ängftlich an. £r 
prälubierte ein paar Kfforbe. „Sies fann id) feilte 
nicht", wehrte fte h c fti9* ®r griff nur ftürmifdjer in 
bie Caftcn nnb lad]te basu. Sa fang fte bas jttbclnbe 
(Sounobfche 5rühKngslieb: 

„Cicbc^en, fomm mit ins buftge (Stün, 

ISo bie heimlichen Seildjen blühn, 

ISo in lieblicher £cn3csnacht 
ISonne ber Ciebe lacht —" 

ISulff fah fte unentwegt an. Sebcutctc bie Ccibcn- 
fdjaft, mit ber fte fang, ein ©pfer, ben ocrgaitgeiten 
Cageit gebracht? 

Nein, fte badete an nidjts bergleid?en, in U]r lebte 
nur bie Stunbe, ber Kugcnblid. 

2Us fte faum geenbet, tat bie alte Cafcluhr 3ehn 
hefle, ntahnenbe Sd]läge. ISulff burftc aber nicht gehen, 
beoor er ben Corncgrinbs befHutmt feinen Sefud] oer- 
fprodjen h^ttc. 5rau paftot* Scitncberg geleitete ihn an 
bie Haustür, um bic ftd] bie Klematis ranften wie eiufh 

„Cigcntlid] t]ättc id] bid] I^cute bod] lieber aUeitt 
gehabt, ISulff, wir I]abcn uns bod? fo oiel 511 e^ähleit! 
3 dj nterfte wohl, baß KamiHa bies gufammentreffen 
aud] ttid]t red?t war." 

„KamiHa fd^eint ja furd]tbar augeftrengt 5U fein 
burd] il?ren Seruf —" 


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Hummer 2 \. 


beite \Q 27 . 


„ 3 a, bas famtft bu glauben! Unb bann fpielt fie 
fo oiel mit Herrn Cornegrinb, baß mir mehr UTnftf 
hoben als je $u fjerrn Hlüllers feiten. 3^ bin mdndi* 
mal mirflich böfe auf bas emige Ueben, aber fic fagt 
ja, bas fei nun gerabe ihre (Erholung, nnb bu meißt 
mohl, ich lag ihr immer ben IDillen." 

lüitlff hätte gern einen braudjbaren Hat ober Crojt 
gegeben, aber er mußte nun fort unb mar fdjon 3ur 
fiile genötigt, um nur ben Bahnhof red^eitig 51t er* 
reidjen. So marf er benn aud] feinen Bficf surücf, mo 
aus untgrüntem 5cttfter ein (ßlanj in ben fdjmeigettben, 
buftenben ©arten fiel. 3nt 5ug l?atte er nod? ©efell* 
febaft unb fam erft 511 ftd), als er allein burd? bie 5el&er 
nad] ©Ibenshof manberte nnb ben langen Cag über* 
badjte. Das lefcte (Erlebnis haftete am fefteften, obmofyt 
es nur ein unbeutlid)es Bilb mar. 

Die Spätfommernacht beefte bas He